Kurzkritik: Mark Billingham und sein Tom-Thorne-Roman „Der Manipulator“

September 29, 2015

Detective Inspector Tom Thorne von der Londoner Polizei ist zurück mit einem Fall, der für ihn nur aus schlechten Nachrichten besteht: Stuart Nicklin (bekannt aus dem zweiten Tom-Thorne-Roman „Die Tränen des Mörders“ [Scaredy Cat, 2002], der auch verfilmt wurde, und dem achten Tom-Thorne-Roman „Das Blut der Opfer“ [Death Message, 2007]) will der Polizei verraten, wo er eine weitere Leiche versteckt hat. Seine einzige Bedingung: Tom Thorne, der ihn damals verhaftete, soll ihn begleiten. Oh, und sein Mithäftling Jeffrey Batchelor soll ihn als objektiver Beobachter begleiten. Man weiß ja nicht, was Thorne und die anderen Polizisten vielleicht auf dem Weg vom Hochsicherheitsgefängnis zum Tatort und zurück anstellen.
Der Tatort liegt auf der einsam gelegenen Insel Bardsey (oder, auf walisisch: Ynys Enlli). Sie ist, wenn das Wetter gut ist, mit dem Schiff erreichbar. Handyempfang gibt es nur an wenigen Orten und sie hat keine der modernen Errungenschaften, die inzwischen in London auch in der billigsten Mietwohnung normal sind. Es ist noch wie in der guten alten Zeit, als man im Winter Eisblumen am Fenster sah.
Dort, so Nicklin, habe er sein erstes Opfer vergraben. Er war vor fünfundzwanzig Jahren einer der Zöglinge einer kurzlebigen Besserungsanstalt, die kurz nach seinem Verschwinden geschlossen wurde.
Thorne fragt sich, was Nicklin, der es genießt Menschen zu manipulieren, plant und wann er versucht zu fliehen.
Billinghams zwölfter Tom-Thorne-Roman „Der Manipulator“ lebt von dieser Spannung. Damit ähnelt er einem Western, der auf einen finalen Showdown zusteuert. Das ist aber auch das Problem des gut vierhundertfünfzigseitigem Romans. Denn nachdem man sich daran gewöhnt hat, dass die Geschichte auf Bardsey spielt und Nicklin bis zu seiner Flucht vor allem die Polizisten bei der Arbeit beobachtet, wartet man nur auf eben diesen Fluchtversuch. Bis dahin plätschert die Geschichte eher vor sich hin.
Insofern ist „Der Manipulator“, als Landpartie mit überschaubarem Personal, für langjährige Tom-Thorne-Fans eine willkommene Abkehr von dem gewohnten Muster und eine Wiederbegegnung mit einem altbekannten Bösewicht. Für Neueinsteiger wird der Roman, obwohl er problemlos zu verstehen ist und eine ziemlich überraschende Lösung hat, insgesamt zu handlungsarm und zu wenig thrillend sein, um wirklich zu begeistern.

Billingham - Der Manipulator - 2

Mark Billingham: Der Manipulator
(übersetzt von Irene Eisenhut)
Heyne, 2015
464 Seiten
12,99 Euro

Originalausgabe
The Bones beneath
Little, Brown (London), 2014

Hinweise

Upcoming4.me: Mark Billingham erzählt Wissenswertes über „Der Manipulator“ (Mai 2014)

Homepage von Mark Billingham

Wikipedia über Mark Billingham (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stephen Hopkins Tom-Thorne-Verfilmung “Der Kuss des Sandmanns – Tom Thorne ermittelt” (Thorne: Sleepyhead, GB 2010)

Mark Billingham in der Kriminalakte

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Kleinkram mit James Camerons „Avatar“, Charlie Huston, Mark Billingham, Detektiv Rockford…

Januar 12, 2010

Darauf haben einige gewartet: das Drehbuch von James Cameron zu seinem Film „Avatar“ ist online. Über den Film muss ich ja nichts sagen, oder?

Charlie Huston hat nach langem Schweigen einige Neuigkeiten. Sein neuer Roman „Sleepless“ erscheint heute. Er hat sich an verschiedenen Filmprojekten beteiligt, über die er noch nichts sagen darf (es könnte eine Hank-Thompson-Verfilmung geben) und er schreibt ein Drehbuch zu seinem Roman „Das Clean Team“ (The Mystic Art of Erasing all Signs of Death, 2009) für eine HBO-Serie:

What happened was that I was lucky enough to make an acquaintance with Alan Ball a couple years back and we’d spoken about doing a film or TV project about.
More recently I asked him if he was interested in the idea of a MYSTIC ARTS TV show and he volunteered to executive produce and guru for my first foray into TV.
Hint to the TV newbie: having Alan Ball as your guru helps.
Sometimes, you just get unreasonable lucky.
Anyway, I’m writing the pilot. If it clears the many many hurdles in between script and TV show, the first season will loosely follow the plot of the book.
And then who the fuck knows what.

Mark Billingham verrät Crimespree Cinema seine fünf filmischen Lieblinge (Clint Eastwood ist dabei und…).

Es gibt eine Neuauflage von „Detektiv Rockford“.

Die Winterausgabe von Mysterical E ist online; mit vielen Kurzgeschichten und Jim Doherty porträtiert „Dirty Harry“ Callahan.

Ebenso die Januar-Ausgabe der Krimi-Couch, mit Angelo Petrella (Nazi Paradise), Richard Stark (Das große Gold),  Harlan Coben (Sie sehen dich) und einigen weiteren Krimibesprechungen.

Und natürlich hat das January Magazine auch dieses Jahr eine Liste der besten Krimis des letzten Jahres erstellt (Teil 1, Teil 2).


TV-Tipp für den 19. April: Tom Thorne: Die Tränen des Mörders

April 19, 2015

ZDF, 22.00
Tom Thorne: Die Tränen des Mörders (Großbritannien 2010, Regie: Benjamin Ross)
Drehbuch: Dudi Appleton, Jim Keeble
LV: Mark Billingham: Scaredy Cat, 2002 (Die Tränen des Mörders)
Zweite und letzte Tom-Thorne-Verfilmung mit David Morrissey (inzwischen der Governeur in „The Walking Dead“) als hartnäckigen Londoner Detective Inspector Tom Thorne.
Dieses Mal will er den Mord an zwei jungen Frauen aufklären. Obwohl der Modus Operandi vollkommen verschieden ist und es, außer dass beide Frauen kurz vor ihrer Ermordung in einer U-Bahn-Station waren, keine Verbindung zwischen ihnen gibt, glaubt Thorne, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden gibt und der Täter schon früher mordete. Thorne glaubt sogar, dass er zwei Serienkiller verfolgt, die gemeinsam morden.
Spannender Thriller, bei dem mich eine falsche Szene auf die falsche Fährte führte. Denn ohne diese Szene hätte ich die Pointe vorhergesehen.
Davon abgesehen: Eddie Marsan ist dabei!!!
mit David Morrissey, Aidan Gillen, Eddie Marsan, Sandra Oh, O. T. Fagbenle, Tom Brooke, Jaleh Alp, Leo Gregory, Jack Shepherd, Joe Absolom
Wiederholungen
Montag, 20. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)
ZDFneo, Freitag, 1. Mai, 23.05 Uhr
ZDFneo, Samstag, 2. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Mark Billingham

Meine Besprechung von Stephen Hopkins Tom-Thorne-Verfilmung „Der Kuss des Sandmanns – Tom Thorne ermittelt“ (Thorne: Sleepyhead, GB 2010)

Mark Billingham in der Kriminalakte


Verlosung: Wer will Ken Bruens saugeilen „Jack Taylor liegt falsch“?

Juni 3, 2012

So, jetzt haben auch die Pornofans auf diese Seite geklickt und sie werden wahnsinnig enttäuscht sein, dass „Jack Taylor liegt falsch“ ein Hardboiled-Privatdetektivkrimi mit einem unorthodoxen Ermittler ist.

Denn auch in seinem zweiten Jack-Taylor-Roman, der jetzt als Taschenbuch erschien, wird der Fall am Ende nicht wegen, sondern trotz des Ermittlers gelöst und gerade das macht die herrlich knappen und pointiert geschriebenen Taylor-Romane so faszinierend. Denn sie sind tiefschwarze Noirs voller Einzeiler und literarischer Anspielungen.

Mit dem in Galway ermittelndem Privatdetektiv Jack Taylor hatte Ken Bruen endlich den großen Durchbruch beim Publikum. Oder wie Krimiautor Mark Billingham (die Thorne-Thriller) sagte: „For years, those of us in the known, have read Ken Bruen. Now the rest of the world is catching up.“

In „Jack Taylor liegt falsch“ soll Jack Taylor, gerade aus London in sein heimatliches Galway zurückgekehrt und jetzt nicht nur Alkoholiker, sondern auch Junkie (etwas muss man ja aus London mitbringen), im Auftrag des Tinker-Anführers Sweeper herausfinden, wer in den vergangenen sechs Monaten vier Tinker, wie dort die Landfahrer und Kesselflicker heißen, tötete. Außerdem bringt jemand Schwäne um. Genug Arbeit für den schlechtesten Detektiv der Welt, der dafür einen erlesen Buchgeschmack hat und immer wieder verprügelt wird.

Dank dem netten Presseteam kann ich ein Exemplar von Ken Bruens PI-Noir „Jack Taylor fliegt raus“ verlosen. Die Teilnahmebedingungen sind:

Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung“ und einer deutschen Postadresse an info@axelbussmer.de

Einsendeschluss ist Sonntag, der 10. Juni, um Mitternacht.

Ken Bruen: Jack Taylor liegt falsch

(übersetzt von Harry Rowohlt)

dtv, 2012

240 Seiten

8,95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Atrium Verlag, 2010

Originalausgabe

The killing of the Tinkers

Brandon, 2002

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Die Longlist für den Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2012

Mai 21, 2012

Zum achten Mal wird der Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award für den besten Kriminalroman, den ein britischer oder irischer Autor in den vergangenen zwölf Monaten veröffentlichte, vergeben.

Wie in den vorherigen Jahren ist die Longlist eine ziemlich umfangreiche Leseempfehlung:

Rivers of London (Die Flüsse von London), von Ben Aaronovitch (Gollancz)

Darkside (Der Beschützer), von Belinda Bauer (Corgi)

Now You See Me, von SJ Bolton (Corgi)

Where the Bodies Are Buried, von Chris Brookmyre (Abacus)

The Burning Soul, von John Connolly (Hodder Paperback)

The Calling (Luther: Die Drohung), von Neil Cross (Simon & Schuster)

The Hanging Shed, von Gordon Ferris (Corvus)

Bryant and May and the Memory of Blood, von Christopher Fowler (Bantam)

Blue Monday (Blauer Montag), von Nicci French (Michael Joseph)

The Fear Index (Angst), von Robert Harris (Arrow)

The Retribution (Vergeltung, angekündigt für Dezember 2012), von Val McDermid (Sphere)

The End of the Wasp Season, von Denise Mina (Orion)

Black Flowers (Black Flowers), von Steve Mosby (Orion)

Collusion, von Stuart Neville (Vintage)

The Impossible Dead (Die Sünden der Gerechten), von Ian Rankin (Orion)

Mice, von Gordon Reece (Pan Books)

Agent 6 (Agent 6), von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)

Before I Go To Sleep (Ich. Darf. Nicht. Schlafen.), von SJ Watson (Black Swan)

Die Shortlist wird am 5. Juli 2012 veröffentlicht.

Die Preisverleihung ist auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate (19. – 22. Juli 2012) und als Gäste sind unter anderem Mark Billingham, Jo Nesbo, Harlan Coben, John Connolly, Peter Robinson, Peter James und Ian Rankin dabei.


Die Daggers 2011 – die restlichen, ähem, die wichtigsten Gewinner

Oktober 17, 2011

Inzwischen sind auch die letzten Daggers der englischen „Crime Writers‘ Association“ (CWA) vergeben. Während eines festlichen Abends im Grosvenor House Hotel in London wurden, mit Cactus TV and ITV3 als Partner (was auch die vielen TV-Preise erklärt und zu einer ordentlichen Berichterstattung im Fernsehen führte) die diesjährigen Specsavers Crime Thriller Awards vergeben. Die Gewinner sind

 

CWA Gold Dagger

Crooked Letter, Crooked Letter, von Tom Franklin (Pan)

nominiert

Snowdrops, von A.D. Miller (Atlantic Books)

The End of the Wasp Season, von Denise Mina (Orion)

The Lock Artist, von Steve Hamilton (Orion)

CWA Ian Fleming Steel Dagger

The Lock Artist, von Steve Hamilton (Orion)

nominiert

Before I Go to Sleep, von S.J. Watson (Doubleday)

Cold Rain, von Craig Smith (Myrmidon)

The Good Son, von Michael Gruber (Corvus)

CWA John Creasey (New Blood) Dagger

Before I Go to Sleep, von S.J. Watson (Doubleday)

nominiert

Kiss Me Quick, von Danny Miller (Robinson)

The Dead Woman of Juárez, von Sam Hawken (Serpent’s Tail)

The Dogs of Rome, von Conor Fitzgerald (Bloomsbury)

ITV3 People’s Bestseller Dagger

Dead Man’s Grip, von Peter James (Macmillan)

nominiert

The Sixth Man, von David Baldacci (Macmillan)

Worth Dying For, von Lee Child (Bantam)

Good As Dead, von Mark Billingham (Little, Brown)

Dead Man’s Grip, von Peter James (Macmillan)

Before the Poison, von Peter Robinson (Hodder)

The Film Dagger

True Grit (Paramount Pictures)

nominiert

The Girl Who Kicked the Hornet’s Nest (Momentum Pictures)

Brighton Rock (Optimum Releasing)

Source Code (Optimum Releasing)

The TV Dagger

Case Histories (Ruby Films, BBC One)

nominiert

Luther (BBC One)

The Shadow Line (Company Pictures, BBC Two)

Zen (Left Bank Pictures, BBC One – eine Verfilmung der Aurelio-Zen-Romane von Michael Dibdin)

Vera (ITV Studios, ITV1)

The International TV Dagger

The Killing (Arrow Films, BBC4)

nominiert

Boardwalk Empire (HBO, Sky Atlantic)

Castle (ABC Studios, Alibi)

Dexter (Showtime Networks, FX Channel)

Spiral (Son Et Lumiere, BBC 4)

Best Actor Dagger

Idris Elba für Luther (BBC One)

nominiert

Lars Mikkelsen für The Killing (Arrow Films, BBC4)

Steve Buscemi für Boardwalk Empire (HBO, Sky Atlantic)

Jason Isaacs für Case Histories (Ruby Films, BBC One)

Rufus Sewell für Zen (Left Bank Pictures, BBC One)

Best Actress Dagger

Sofie Gråbøl für The Killing (Arrow Films, BBC4)

nominiert

Brenda Blethyn für Vera (ITV Studios, ITV1)

Maxine Peake für Silk (BBC One)

Olivia Williams für Case Sensitive (Hat Trick Productions, ITV1)

Sue Johnston für Waking the Dead (BBC One)

Kelly Reilly für Above Suspicion (La Plante Productions, ITV1)

Best Supporting Actor Dagger

Rafe Spall für The Shadow Line (Company Pictures, BBC Two)

nominiert

Bjarne Henriksen für The Killing (Arrow Films, BBC 4)

Søren Malling für The Killing (Arrow Films, BBC 4)

John Lithgow für Dexter (Showtime Networks, FX Channel)

Aidan Gillen für Thorne (Stagereel / Cité Amérique, Sky One)

Best Supporting Actress Dagger

Ann Eleonora Jørgensen für The Killing (Arrow Films, BBC 4)

nominiert

Kelly Macdonald für Boardwalk Empire (HBO, Sky Atlantic)

Ruth Wilson für Luther (BBC One)

Amanda Abbington für Case Histories (Ruby Films)

(via The Rap Sheet)

 


DVD-Kritik: Tom Thorne und „Der Kuss des Sandmanns“

August 11, 2011

 

Wow. Die Briten haben es wieder einmal geschafft. Während bei uns Ende Juli ein „Polizeiruf 110“ zum Schutz der Jugend vor der Ausstrahlung gerade vom ursprünglich geplanten 20.15-Uhr-Termin auf eine spätere Uhrzeit verschoben wird, weil er zu spannend sei, es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse gebe und der Staat komplett versage, nehmen die Briten einen schon ziemlich düsteren Roman von Mark Billingham und verschärfen ihn. Denn zwischen dem Ermittler, D. I. Tom Thorne, und dem Serienmörder besteht im Film eine besondere Verbindung, die weit über die künstliche Verbindung der Beiden in Billinghams Roman hinausgeht. Sowieso haben die beiden Drehbuchautoren Dudi Appleton und Jim Keeble die Vorlage kräftig geändert. Sie haben die Stärken, wie die Prämisse, übernommen, die Schwächen, wozu vor allem die schlechte Konstruktion des Romans gehört, ignoriert und die 2000 spielende Geschichte in die Gegenwart verlegt.

Im Buch und im Film hat ein Unbekannter in London mehrere Frauen ermordet. Alison Willets (Sara Lloyd-Gregory) überlebt und liegt fortan im Krankenhaus. Sie kann nur noch ihre Augen bewegen. Erschreckt muss Tom Thorne (David Morrissey), nach einem Brief des Mörders an ihn, feststellen, dass Alison Willetts das erste Opfer war, bei dem er seinen Plan in die Tat umsetzen konnte. Nicht Willetts, sondern die Toten sind seine Fehlschläge.

Im Buch konzentriert sich Tom Thorne schnell auf den Arzt Jeremy Bishop (Stephen Campbell Moore), der Willetts als erster im Krankenhaus behandelte. Er hält ihn für den Täter. Die Indizien sind zwar dünn und Thorne beginnt auch eine Affäre mit Anne Coburn (Natasha McElhone), die Willets behandelt und mit Bishop seit Ewigkeiten gut befreundet ist. Weil Thorne in Billinghams Debütroman „Der Kuss des Sandmanns“ die meiste Zeit einfach nur diese eine Spur verfolgt, ohne dass er dabei einen Schritt weiter kommt, und es auch keine anderen Verdächtigen gibt, zieht sich der Roman in der Mitte wie Kaugummi und Thorne wird immer mehr zum langweilenden, den Leser verärgernden Dummkopf. Denn selbstverständlich ist jemand, der vom Autor so deutlich als Täter aufgebaut wird, nach den Regeln des Whodunits (und formal folgt Billingham der Struktur des Rätselkrimis) am Ende nicht der Täter.

Im Film gibt es dagegen mehrere Verdächtige. Die Polizei, und damit auch Tom Thorne, verfolgt mehrere Spuren und, nachdem der Täter ein Ereignis aus Thornes Vergangenheit erwähnt, weiß Thorne, dass der Täter sein großes Geheimnis kennt.

Gleichzeitig versucht Thornes Kollege Kevin Tugham (Eddie Marsan) den ihm verhassten Kollegen als Mörder zu überführen und der mit Thorne gut befreundete Gerichtsmediziner Phil Hendricks (Aidan Gillen) wird im Lauf der Ermittlungen auch als Mörder verdächtigt.

Das ist viel Stoff für zwei Stunden, aber den Autoren Dudi Appleton und Jim Keeble (die auch Bücher für „Silent Witness“ und „Der Preis des Verbrechens“ schrieben) und Regisseur Stephen Hopkins („Predator 2“, „Mörderisches Spiel“, „24“ und „Californication“) gelang es, das alles sehr pointiert zu erzählen und Stephen Hopkins, der den Film in der Umgebung des neuen Olympiastadiums und im East End drehte, hat auch einige ungewöhnliche und noch nicht totgefilmte Stadtansichten eingefangen. Aber am ungewöhnlichsten und, obwohl Billingham im Roman auch mehrere Szenen aus Alison Willetts Perspektive geschrieben hat, sind die aus Willets Perspektive inszenierten Szenen, in denen wir ihre Gedanken hören können. Sie gehören zum Schlimmste, was es seit langem im Fernsehen zu sehen gab. Denn bewegungslos und fast kommunikationsunfähig im eigenen Körper eingesperrt zu sein, kann man sich nur allzu leicht vorstellen. In dem von Alfred Hitchcock inszeniertem Kurzfilm „Breakdown“ befand Joseph Cotten sich in einer ähnlichen Lage.

Mit einigen Interviewschnipseln ist das Bonusmaterial enttäuschend ausgefallen.

Der zweite Tom-Thorne-Film „Die Tränen des Mörders“ (Scaredy Cat) ist ab jetzt im Verleih und ab dem 15. September im Handel.

Der Kuss des Sandmanns – Tom Thorne ermittelt (Thorne: Sleepyhead, GB 2010)

Regie: Stephen Hopkins

Drehbuch: Dudi Appleton, Jim Keeble

LV: Mark Billingham: Sleepyhead, 2001 (Der Kuss des Sandmanns)

mit David Morrissey, Natasha McElhone, Eddie Marsan, O. T. Fagbenle, Aidan Gillen, Lorraine Ashbourne, Stephen Campbell Moore, Joshua Close

DVD

EuroVideo

Bild: 1.78:1

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Interviews mit David Morrissey, Jim Keeble und Dudi Appleton, Natasha McElhone, Eddie Marson, Aidan Gille, O. T. Fagbenle, Stephen Campbell Moore, Joshua Close (insgesamt 10:20 Minuten), Deutscher Trailer (2:20 Minuten)

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Der Roman „Der Kuss des Sandmanns“ (Goldmann, später Portobello) ist derzeit nur antiquarisch erhältlich.

Einige neuere Thorne-Romane sind bei Goldmann erhältlich.

Hinweise

Ski 1 über Tom Thorne

Homepage von Mark Billingham

Meine Besprechung von Mark Billinghams „In der Stunde des Todes (Lifeless, 2005)

Mark Billingham in der Kriminalakte

 


Dagger-Preisträger, Runde 1 – und einige neue Dagger-Longlists

Juli 23, 2011

Die britische Autorenvereinigung Crime Writers’ Association (CWA) hat auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate die Daggers in folgenden Kategorien verliehen:

International Dagger

Three Seconds, von Anders Roslund und Börge Hellström

Non-Fiction Dagger

The Killer of Little Shepherds, von Douglas Starr

Dagger in the Library

Mo Hayder

Short Story dagger

Homework, von Phil Lovesey

Debut Dagger (noch unveröffentlicht)

What Hidden Lies, von Michele Rowe

Und einige Dagger-Longlists veröffentlicht:

CWA Gold Dagger

Crooked Letter, Crooked Letter, von Tom Franklin

Hanging Hill, von Mo Hayder

Snowdrops, von A.D. Miller

The Cypress House, von Michael Koryta

The End of the Wasp Season, von Denise Mina

The Lock Artist, von Steve Hamilton

The Villa Triste, von Lucretia Grindle

White Heat, von M.J McGrath

CWA Ian Fleming Steel Dagger

An Agent of Deceit, von Chris Morgan Jones

Before I Go to Sleep, von S.J. Watson

Cold Rain, von Craig Smith

Savages, von Don Winslow

The Cobra, von Frederick Forsyth

The Good Son, von Michael Gruber

The Lock Artist, von Steve Hamilton

The Trinity Six, von Charles Cumming

CWA John Creasey (New Blood) Dagger

Before I Go to Sleep, von S.J. Watson

Into the Darkest Corner, von Elizabeth Haynes

Kiss Me Quick, von Danny Miller

Or the Bull Kills You, von Jason Webster

Sister, von Rosamund Lupton

The Dead Woman of Juárez, von Sam Hawken

The Dogs of Rome, von Conor Fitzgerald

The Poison Tree, von Erin Kelly

ITV3 People’s Bestseller Dagger

The Sixth Man, von David Baldacci

Worth Dying For, von Lee Child

Good As Dead, von Mark Billingham

Dead Man’s Grip, von Peter James

Before the Poison, von Peter Robinson

Am 22. August werden die Shortlists für die Daggers veröffentlicht und am 7. Oktober ist die Preisverleihung in London.

 


Kleinkram

Juli 18, 2011

Bei Complex könnt ihr die Kurzgeschichte „Naked Angel“ von Joe R. Lansdale lesen. Sie erschien in dem Sammelband „L. A. Noire“ (yep, zum abgefeierten PC-Game) und auf der „L. A. Noire“-Seite gibt es noch einige weitere Geschichten zum kostenlosen Download.

Die „L. A. Noire“-Geschichte „See the Woman“ von Lawrence Block gibt es bei Mulholland Books.

Lawrence Block ist jetzt auch ein Blogger.

Tom Piccirilli schreibt, schon vor dem Erscheinungstermin, lobende Worte über das neue alte Lawrence-Block-Buch „Getting Off“ (erscheint September) und über „Choke Hold“ von Christa Faust (erscheint Oktober).

Beide Bücher erscheinen bei Hard Case Crime, das nach einer Pause mit neuer Kraft weitermacht. Schaut euch einfach die Vorschau an.

Max Allan Collins schreibt über „Target Spillane“:

I can’t imagine MYSTERY SCENE publishing a piece about any other major writer in the field that takes the approach of this one. “Agatha Christie wrote tripe, but she was a fun old gal at parties.” Who was it that said, “Pfui?”

Sixty-four years later, and the attacks on Mickey just never end, this one published in a magazine I admire and respect, from a writer I have long admired and respected.

Aber dieser neue Artikel über Mickey Spillane hat Max Allan Collins gefallen.

Crimefactory Magazine hat sich mit Duane Swierczynski (aka Duane Louis) unterhalten.

Der Trailer für den neuen „Sherlock Holmes“-Film „A Game of Shadows“ sieht toll aus:

Der Trailer für „Contagion“, den neuen Film von Steven Soderbergh, sieht ebenfalls vielversprechend aus:

Auch wenn es nicht so aussieht: die neue Version von „The Thing“ soll die Vorgeschichte zu John Carpenters „The Thing“ (Das Ding aus einer anderen Welt, USA 1982) erzählen und kein Remake sein.

Also: Gääähn.

Mark Billinghams, Tom Thorne, sein neuer Krimi „Bloodline“ (gerade in den USA erschienen) und die Verfilmungen:

Central-Crime-Zone-Ruth gefällt „Bloodline“ und zu den Thorne-Filmen meint sie:

Tom Thorne is an over the top every man cop with layers and baggage. He is Jimmy Smit’s Simone from NYPD Blues. He is Timothy Olyphant in Justified. He is Rudy Carazzo from the 57th Precinct series. He is Lucas Davenport without the cash. He is Harry Bosch with all the bad political savy.
Mark Billingham and Tom Thorne are the best of reads. There’s a depth of character and plot written with the pacing of an airport best seller.

Bei Mulholland Books gibt es die Kurzgeschichte „The Walls“ von Mark Billingham (Teil 1, Teil 2) und Lee Child unterhält sich mit Mark Billingham (Teil 1, Teil 2).

Die Verfilmung des ersten Thorne-Krimis „Sleepyhead“, „Der Kuss des Sandmanns“, erscheint am 28. Juli (Verleih; Verkauf ab dem 11. August) bei Eurovideo. David Morrissey spielt Detective Inspector Tom Thorne:

Eine mysteriöse Mordserie, bei der mehrere Frauen getötet wurden, beschäftigt Ermittler Tom Thorne (David Morrissey). Seine Aufklärungsarbeit verläuft schleppend, bis plötzlich eine Überlebende (Sara Lloyd-Gregory) auftaucht und schwer verletzt ins Krankehaus eingeliefert wird. Thorne hofft auf eine Zeugin, doch er muss mit Erschrecken feststellen, dass sie am Locked-In-Syndrom leidet: einer Krankheit, bei der ihr wacher Geist in einem vollständig gelähmten Körper steckt. Dann erreicht Thorne eine grausame Nachricht des Mörders und die Ermittlung wird für ihn zu einer persönlichen Angelegenheit. Als ein weiterer Mord geschieht, ist ihm jedes Mittel recht, den Täter zur Strecke zu bringen.

Hier ein Ausschnitt aus dem Film:

Die Verfilmung des zweiten Tom-Thorne-Romans „Sacredy Cat“, „Die Tränen des Mörders“ (Eurovideo) gibt es ab dem 8. August im Verleih und dem 15. September im Verkauf.

Und von Ken Bruen gibt es inzwischen Teil XXV von „Black Lens“.


Shortlist für Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2011 veröffentlicht

Juli 3, 2011

Die Shortlist für den diesjährigen Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award ist draußen. Der Preis wird zum siebten Mal verliehen. Er geht an den besten Kriminalroman, der zwischen dem 1. Januar 2010 und 31. Mai 2011 von einem britischem oder irischem Autor veröffentlicht wurde. Die Finalisten sind:

From the Dead, von Mark Billingham (Little, Brown)

Blood Harvest (Bluternte), von S. J. Bolton (Bantam Press)

61 Hours, von Lee Child (Bantam Press)

Dark Blood, von Stuart MacBride (HarperCollins)

The Holy Thief (Dunkles Blut), von William Ryan (Mantle)

The Anatomy of Ghosts, von Andrew Taylor (Michael Joseph)

Die Preisverleihung ist am Donnerstag, den 21. Juli, während der Eröffnungsnacht des Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate.

Und nun noch, nachträglich, die ebenfalls überzeugende Longlist:

Fifty Grand, von Adrian McKinty (Serpent’s Tail)

Rupture, von Simon Lelic (Picador)

The Holy Thief, von William Ryan (Pan)

Dark Blood, von Stuart MacBride (Harper)

Winterland, von Alan Glynn (Faber and Faber)

The Woodcutter, von Reginald Hill (Harper)

Blood Harvest, von S.J. Bolton (Corg)

Still Bleeding, von Steve Mosby (Orion)

61 Hours, von Lee Child (Bantam)

Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)

From the Dead, von Mark Billingham (Sphere)

Fever of the Bone, von Val McDermid (Sphere)

Sister, von Rosamund Lupton (Piatkus)

The Twelve (aka The Ghosts of Belfast), von Stuart Neville (Vintage)

A Capital Crime, von Laura Wilson (Quercus)

Random, von Craig Robertson (Simon & Schuster)

The Anatomy of Ghosts, von Andrew Taylor (Michael Joseph)

A Room Swept White, von Sophie Hannah (Hodder)

(via The Rap Sheet)


Kleinkram

November 12, 2010

Das kommt nicht wirklich überraschend: Das Erste hat sich entschlossen, am kommenden Freitag, den 19. November, nicht zwei, sondern drei Folgen von „Im Angesicht des Verbrechens“ auszustrahlen.

Die Erklärung:

Man verleihe der Serie so einen prägnanteren Schluss, hieß es von der ARD. Diejenigen, die von der Serie begeistert seien, müssten dann nicht noch eine Woche warten, um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht.

In der Süddeutschen Zeitung wird auch ARD-Programmdirektor Volker Herres zitiert:

Herres spricht von seiner Befürchtung, die zehnte Folge könne als Stand Alone absaufen. Aber dann hätte man sie von Anfang an nicht allein stehend programmieren dürfen.

Die Saga einer Berliner Russenmafia wurde bereits zur Hälfte ausgestrahlt und hat bislang ein Publikum von konstant zwei Millionen. Zwei Millionen Menschen sind ordentlich, aber natürlich deutlich weniger als 3,5 Millionen, die den üblichen Zuschauerschnitt am Freitagabend bilden, wenn die ARD um 21.45 Uhr zur Tatort-Wiederholung ansetzt.

Die Erklärung ist natürlich Bullshit. Aber nur die Privaten dürfen sagen, dass sie wegen schlechter Quoten eine Sendung absetzen oder auf einen Nach-Mitternacht-Sendeplatz verschieben.

Vielleicht gab’s auch einige empörte Anrufe von schockierten Zuschauern.

Und nun zu erfreulicheren Dingen:

der Noir of the Week ist „Auf falscher Spur“ (The clouded yellow, USA 1950) von Ralph Thomas nach einem Drehbuch von Janet Green mit Jean Simmons und Trevor Howard.

Letzte Woche war’s „Tokio-Story“ (House of Bamboo, USA 1955) von Sam Fuller.

Bei Mulholland Books gibt’s Artikel über

Charles Willeford

die Thorne-Verfilmung „Sleepyhead“ (nach dem Roman von Mark Billingham)

What makes a great novel?“ (R. J. Ellory versucht die Frage zu beantworten)

„What ya readin‘ for?“ (R. J. Ellory versucht auch diese Frage zu beantworten)

Ken Bruen unterhält sich mit Andrew Vachss und er bespricht Andrew Vachss‘ neuen Noir „The Weight“

Andrew Vachss hat die Kurzgeschichte „As the crow flies“ geschrieben (Teil eins, Teil zwei)

Maxim Jakubowski hat sich mit Regisseur Mike Hodges (Get Carter) unterhalten

Martin Compart gratuliert Alain Delon zum Geburtstag.

 


Kleinkram

September 21, 2010

Für das Fernsehen gibt es längere Versionen der bereits im Kino gelaufenen Stieg-Larsson-Verfilmungen. Bei Schnittberichte gibt es jetzt den Vergleich zwischen der TV-Fassung und der Kinofassung von „Verblendung“. Die Schnittberichte für die nächsten beiden Verfilmungen demnächst.

Schon länger online ist die September-Ausgabe von „The Big Thrill“. Dieses Mal gibt es unter anderem Interviews mit und Porträts über Jonathan Maberry, Deon Meyer, Jilliane Hoffman, Cris Ramsay (der einen Roman zur Eureka-TV-Serie schrieb) und Ridley Pearson.

Bei MovieMaker schreibt Jeffrey Goodman (der Regisseur der Max-Allan-Collins-Verfilmung „The last lullaby“) über „Adventures in Self-Releasing“.

SF-Autor John Scalzi denkt über SF-Filme, die die Welt veränderten, nach.

Bei Murderati hat Tony McGee Causey sich die Tatorte Arbeitsplätze von Kollegen angesehen.

Bei Mulholland Books schreibt

Les Edgerton über die Unterschiede zwischen Wirklichkeit und Film

Max Allan Collins fordert „Sex and Violence, Please“

Mark Billingham bedankt sich für’s Rauchen

Maxim Jakubowski versucht einen Lobgesang auf den Erotic-Thriller (nee, nicht die Bücher, die Filme)

Allan Guthrie gibt einige Tipps für Autoren zum Schreiben von Dialogen

Bei PBS beantwortet Roger Smith einige Fragen.

Der erste Trailer für die fünfteilige HBO-Verfilmung des James-M.-Cain-Romans „Mildred Pierce“ ist draußen:


Kleinkram

August 27, 2010

Bei Mulholland Books (einem Imprint von Little, Brown and Company, das ab 2011 Krimis veröffentlicht) gibt es bereits jetzt viel zu lesen. Zum Beispiel:

George Pelecanos: Why Mark Billingham is a Badass

Charles Ardai (Hard Case Crime): The dark heart of noir

Alan Glynn: ’70s Paranoia Thriller and why we need them now more than ever…

Tom Piccirilli: Dead Mower Dreams and the Weeds of Boo Radley

Laura Lippman:  Mark Billingham and Laura Lippman on themselves and everything else

Charlie Huston: Guns to shape the future

Nelson DeMille: Childhood obsession turned bestselling novel

Joe R. Lansdale: The Workplace, wet or dry

Sarah Weinman: Live Chat with Don Winslow

Shane Salerno: Don Winslow, interviewt by Shane Salerno

Brad Meltzer: Batman is my Mr. Miyagi

Nick Tosches: Making Sense of Nothing and Making Nothing of Sense

und Lawrence Block sucht ein altes Buch.

Bei Spinetingler hat Brian Lindemuth seine 15 Lieblingsdefinitionen von „Noir“ zusammengestellt. Dabei sind:

“Hardboiled is about toughness and noir is about pain”

“Noir – You’re fucked on page one, and things go downhill from there.”

“Noir” (it’s the antithesis of “Disney”)”

Ebenfalls dort ist Karl McGowan ziemlich begeistert von der Verfilmung von Ken Bruens erstem Jack-Taylor-Roman „The Guards“.

Und Brian Lindemuth mag Jim Nisbets Science-Fiction(?)-Roman „Windward Passage“.

Die Dreharbeiten für die James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (Driver) beginnen am 20. September. Ryan Gosling übernimmt die Hauptrolle, Nicholas Winding Refn führt Regie und das Drehbuch ist von Hossein Amini (Killshot).

Seamus Scanlon schreibt bei The Rap Sheet  über Richard Stark (aka Donald E. Westlake) und Parker.

Und The Rap Sheet sieht sich in San Francisco (als Vorbereitung für die Bouchercon, aber auch einfach so als Empfehlungen für einige spannende Stunden) um:

TV-Serien, die in San Francisco spielen (wie „Die Straßen von…“)

Kriminalfilme, die in San Francisco spielen

Kriminalromane, die in San Francisco spielen

Mehr Raum in den unendlichen Weiten des Internet dank Depublizieren:

Auf der Suche nach einem möglichst eindringlichen Beispiel berichtet der ZDF-Mann, dass gerade erst der O-Ton von Josef Ackermann aus der ZDF-Mediathek geflogen sei, in dem der Deutsche Bank-Chef im Mai bei Maybrit Illner daran gezweifelt habe, ob Griechenland jemals seine Schulden zurückzahlen könne. Nach drei Monaten ist für Videos der Kategorie Gesprächssendung das Ende gekommen. (…)

Fragt man sich durch die Anstalten, welche Inhalte aufgrund des „Verweildauerkonzeptes“ entfernt wurden, wird man geradezu unter Zahlen begraben: Der BR meldet 69 Prozent des Gesamtinhaltes, darunter überwiegende Teile der Bildungsangebote, Dokumentationen und Reportagen. Der HR gibt eine Löschquote von 58 Prozent für hr-online.de an, bei boerse.ARD.de seien es 72 Prozent gewesen. Beim RBB heißt es, allein im Angebot des Portals kulturradio.de gingen 80 Prozent der Rezensionen von Filmen, Büchern und CDs offline, die älter als zwölf Monate seien. Der SR listet auf: Unter sr-online.de seien in der Rubrik Kultur nur noch sieben Prozent der Inhalte verfügbar.

Jetzt können die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ja so richtig loslegen.




Die Shortlist für den Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2010

Juli 5, 2010

Nach der Longlist gibt es jetzt die Shortlist für den 2010 Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award:

In the Dark, von Mark Billingham (Little, Brown)

The Surrogate, von Tania Carver (Little, Brown)

A Simple Act of Violence, von R.J. Ellory (Orion)

The Crossing Places, von Elly Griffiths (Quercus)

Dead Tomorrow, von Peter James (Pan Books)

Gallows Lane, von Brian McGilloway (Pan Macmillan)

Doors Open (Der Mackenzie-Coup), von Ian Rankin (Orion)

Child 44 (Kind 44), von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)

Der Gewinner wird am Donnerstag, den 22. Juli auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate, England, bekannt gegeben. Er wird ermittelt, indem die Ergebnisse einer Online- und einer Experten-Abstimmung zusammengefasst werden.

(via The Rap Sheet)


Kleinkram

Juni 7, 2010

Anlässlich des Starts von „Luther“ lieferte Gerard Gilbert im Independent einen Überblick über die aktuellen britischen Krimiserien und welche demnächst kommen. Unter anderem Verfilmungen der Aurelio-Zen-Bücher von Michael Dibdin und der Inspektor-Banks-Romane von Peter Robinson.

„Luther“ wurde von Neil Cross, der neben den Drehbüchern für die Agentenserie „Spooks – Im Visier des MI 5″ auch einige noch nicht übersetzte Krimis schrieb, erfunden.

Die Verfilmungen der Thorne-Romane von Mark Billingham erwähnte er nicht.

In den USA startet am 9. Juli im SyFy Channel die Serie „Haven“. Sie basiert sehr lose (Ich meine seeeehr loooose) auf Stephen Kings Hard-Case-Crime-Roman „The Colorado Kid“.

Bei Collider gibt es Interviews mit den Hauptdarstellern der Krimiserie „Lie to me“: Tim Roth, Kelli Williams, Monica Raymund und Brendan Hines.

Bei uns läuft am Mittwoch um 21.15 Uhr auf Vox die letzte Folge vor der Sommerpause.

In der New York Times bespricht Charles McGrath die neue Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“, vergleicht sie mit den bisherigen Thompson-Verfilmungen und porträtiert den Regisseur Michael Winterbottom.

In Deutschland denkt man über die Zukunft des Fernsehens nach.

Claus Hant, der Erfinder der Sat.1-Krimiserie „Der Bulle von Tölz“, schreibt von seinem Prozess gegen Sat.1:

Am 13. Januar 2010 hat das Kammergericht Berlin im Fall „Bulle von Tölz“ ein Urteil gefällt, das für Drehbuchautoren in dieser Hinsicht von großer Bedeutung ist. Da die Gegenpartei (SAT1) darauf verzichtet hat, Revisionsbeschwerde einzulegen, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig.

In dem Verfahren ging es zunächst darum, ob mir als dem alleinigen Schöpfer der „Fabel“ der Serie, d.h. dem Urheber der Elemente, die den „Bullen von Tölz“ prägen, auch für diejenigen Episoden Urheberrechte zustehen, die ich selbst nicht geschrieben habe. Diese Frage hat das Gericht bejaht. Das heißt, TV-Sender müssen dem Schöpfer/Creator, der das Serienkonzept geschaffen bzw. die erste(n) Folge(n) geschrieben hat, auch für die Episoden, die er selbst nicht schreibt, ein Creator/Schöpfer-Honorar bezahlen.

Die zweite Frage, die das Gericht zu entscheiden hatte, betraf die Angemessenheit der Vergütung. SAT1 hatte mit mir einen Buyout-Vertrag geschlossen, d.h. ich habe ein einmaliges Pauschalhonorar erhalten und musste im Voraus auf eine Beteiligung an allen Erträgen verzichten, die aus der Verwertung meiner Urheberrechte in der Zukunft entstehen würden. Buyout-Verträge dieser Art sind in der Branche seit Jahren üblich. Das heißt jedoch nicht, dass sie redlich sind. Diese Verträge stehen nämlich in klarem Widerspruch zum Urheberrecht welches festlegt, dass der Urheber an sämtlichen Erträgen und Vorteilen, die aus der Verwertung seiner Rechte erwachsen, angemessen zu beteiligen ist. Das Urheberrecht gibt dem Urheber die Möglichkeit, Buyout-Verträge im Nachhinein anzufechten, sollte es Anhaltspunkte dafür geben, dass die Erträge des Verwerters in einem „groben“ oder „auffälligen“ Missverhältnis zum Honorar des Urhebers stehen. Im Fall „Bulle von Tölz“ hat das Kammergericht Berlin Anhaltspunkte sowohl für ein „grobes“ als auch für ein „auffälliges“ Missverhältnis festgestellt.


Die Longlist für den Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2010

Mai 23, 2010

Diese zwanzig Krimis sind für den diesjährigen Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award nominiert:

In the Dark, von Mark Billingham (Little, Brown)

If It Bleeds, von Duncan Campbell (Headline)

The Surrogate, von Tania Carver (Little, Brown)

The Business, von Martina Cole (Headline)

A Simple Act of Violence, von R.J. Ellory (Orion)

Until It’s Over, von Nicci French (Penguin)

The Crossing Places, von Elly Griffiths (Quercus)

Cold in Hand, von John Harvey (Arrow)

Skin, von Mo Hayder (Transworld)

Vows of Silence, von Susan Hill (Vintage)

The Dying Breed, von Declan Hughes (John Murray)

Dead Tomorrow, von Peter James (Pan Books)

Target, von Simon Kernick (Transworld)

A Darker Domain, von Val McDermid (HarperCollins)

Gallows Lane, von Brian McGilloway (Pan Macmillan)

Geezer Girls, von Dreda Say Mitchell (Hodder)

Singing to the Dead, von Caro Ramsay (Penguin)

Doors Open (Der Mackenzie Coup), von Ian Rankin (Orion)

All The Colors of Darkness, von Peter Robinson (Hodder)

Child 44, von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)

Bis zum Freitag, den 11. Juni, kann online abgestimmt werden.

Am Donnerstag, den 1. Juli, wird die Liste mit den acht höchstplatzierten Bücher veröffentlicht. Danach werden Einige um eine zweite Stimmabgabe gebeten und, endlich, am Donnerstag, den 22. Juli, wird der glückliche Gewinner auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate bekannt gegeben.

(Via The Rap Sheet)


Kleinkram

März 7, 2010

Mal wieder ein schneller Rundumschlag:

Die grandiose James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist – Mord in Louisiana“ (von Bertrand Tavernier, mit Tommy Lee Jones) erscheint am 28. Mai bei Koch-Media als DVD und Blu-Ray.

Die Vorlage ist der sechste Dave-Robicheaux-Krimi „Im Schatten der Mangroven“ (In the electric mist with confederate dead, 1993).

Ende Mai erscheint bei Koch-Media auch die zweite Staffel von „Simon & Simon“.

Bei Fora.tv gibt es einen einstündigen Mitschnitt von einem Auftritt von Regisseur  William Friedkin (The French Connection, Der Exorzist, Leben und Sterben in L. A., Die Stunde des Jägers) an der Hudson Union Society.

ABC hat sich mit Peter Temple unterhalten.

Scene of the Crime hat mit Philip Kerr (vor allem über seine Bernhard-Gunther-Romane) und mit Kjell Ola Dahl gesprochen.

Es gibt noch einige weitere neue Interviews:

The Oprah Magazine sprach mit J. K. Rowling

Mysterious Musings mit John Harvey

Der Independent mit Sara Paretsky.

Die März-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Dieses Mal unter anderem mit Vorstellungen der neuen Werke und gewohnt ausführlichen Interviews mit Linda Fairstein, Jonathan Maberry, Linwood Barclay, Michael Parker und Jon Land.

Die März-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online. Für uns Krimifans gibt es Besprechungen von Adam-Troy Castros „Halbgeist„, Lincoln Childs „Nullpunkt“ und Victor Gischlers „Go-Go-Girls der Apocalypse„.

Oliver Stone will Don Winlows „Savages“ verfilmen. Mal abwarten, was drauß wird.

Sky1 verfilmt Mark Billinghams Thorn-Roman „Sleepehead“ und „Scaredy Cat“. Stephen Hopkins führt Regie, Jim Keeble und Dudi Appleton schrieben das Drehbuch und David Morrisey spielt die Hauptrolle.

Bei Tor macht Hard-Case-Crime-Chef Charles Ardai sich Gedanken über „Pulp lives, again (but for how long?)“.

Eine freudige Überraschung erlebte ich, als ich kürzlich, nach sehr langer Zeit die Seite vom „Rockpalast“ anklickte. Denn dort gibt es inzwischen eine erkleckliche Zahl guter Konzerte:

Joan Armatrading (6. Rockpalast-Nacht, 1980 – da dürften demnächst noch einige Schätze gehoben werden)

Bad Religion

Calexico (2006 und 2007)

Willy deVille

Faith No More

Golden Earing

Stefan Gwildis

Manic Street Preachers

Skunk Anansie

Mick Taylor

Tocotronic

undundund

Außerdem ein Bericht vom Wacken-Open-Air und vom Orange-Blossom-Festival.

Schon jetzt ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ich hör mich jetzt so langsam durch die Konzerte durch.


Kleinkram

Dezember 2, 2009

Tess Gerritsen schreibt über Hollywood und den sich jetzt im Dreh befindlichen Pilotfilm „Rizzoli“ (mit Angie Harmon in der Hauptrolle):

I grew so jaded by the whole disappointing process that when my agent called to say that Bill Haber of Ostar Enterprises wanted an option to develop a TV series based on my characters, I didn’t see the point of celebrating.  I had no illusions that anything would come of this deal, either.  I had stopped paying attention to Hollywood.

Die Dezember-Ausgabe von „The Big Thrill“ ist online; unter anderem mit Steve Berry, Heather Graham, Lee Goldberg, David Morrell und Sandra Brown.

Lee Goldberg verrät auch einiges über die letzte „Monk“-Folge und ob es weitere „Monk“-Romane gibt:

How do you feel now that the Monk series is ending?

I think it’s better to end a show while it’s still on top — creatively and critically — than wait until it begins to deteriorate or gets abruptly cancelled. Andy Breckman, the creator and executive producer of MONK, got to end the show exactly way he wanted to…and to solve the murder of Monk’s wife. I’ve read the final script and it’s terrific. The fans are going to love it…even if they are sad to see the series end.

Are there plans to continue the show in book form or even TV movies?

There will be at least two more books (not including Mr. Monk in Trouble) after the series ends…and more after that if the sales of the books continues to be as great as they have been so far. The Murder She Wrote books are still going strong years after the show ended… I think they are up to book 38 or 40 now.

Killer Covers zeigt Fredric Brown.

Der Noir of the Week ist „Zwischen Frauen und Seilen“ (Champion, USA 1949) mit Kirk Douglas in der Hauptrolle. Regie führte Mark Robson, das Drehbuch schrieb Carl Foreman nach einer Erzählung von Ring Lardner.

Bei MyPDFScripts gibt es eine Ladung Drehbücher von Woody Allen:

Annie Hall

Hannah and her Sisters

Hannah and her Sisters (Shooting Script)

Bullets over Broadway

Deconstructing Harry

Match Point

Play it again, Sam

Sleeper

Und Mark Billingham darf sich über die Verfilmung seiner Thorne-Romane freuen.


Die Dagger-Nominierungen 2009 – Teil 2

September 8, 2009

Sodele, jetzt ist die zweite Lieferung von Shortlists der CWA für die diesjährigen Daggers draußen. Die Gewinner werden am 21. Oktober bekannt gegeben. Dieses Jahr werden sie auch für Kriminalfilme verliehen.
Nominiert sind:
CWA GOLD DAGGER 2009 – for the best crime novel of the year
When Will There Be Good News? by Kate Atkinson (Black Swan)
In the Dark by Mark Billingham (Little, Brown)
Hit and Run by Lawrence Block (Orion)
A Whispered Name by William Brodrick (Little, Brown)
The Coroner by M R Hall (Pan Macmilan)
Dark Times In The City by Gene Kerrigan (Harvill Secker)

CWA JOHN CREASEY (NEW BLOOD) DAGGER 2009 – for first books by previously unpublished writers, awarded in memory of CWA founder John Creasey

Sweetsmoke by David Fuller (Abacus)
Bad Catholics by James Green (Luath Press)
No Way To Say Goodbye by Rod Madocks (Five Leaves)
Old City Hall by Robert Rotenberg (John Murray)
Echoes from The Dead by Johan Theorin (Doubleday)
The Blood Detective by Dan Waddell (Penguin)

THE CWA IAN FLEMING STEEL DAGGER 2009 – for the year’s best thriller
The Brass Verdict by Michael Connelly (Orion)
Dark Places by Gillian Flynn (Weidenfeld & Nicolson)
The Last Child by John Hart (John Murray)
Calumet City by Charlie Newton (Bantam)
Moscow Rules by Daniel Silva (Michael Joseph)
The Tourist by Olen Steinhauer (HarperCollins)
The Interrogator by Andrew Williams (John Murray)

ITV3 Bestseller Dagger
Dick Francis
Alexander McCall Smith
Nicci French
Harlan Coben
Martina Cole

THE FILM DAGGER 2009 – for the best big-screen crime thriller story
„Gran Torino“ (Warner Bros)
„Quantum of Solace“ (Sony)
„Changeling“ (Der fremde Sohn) (Universal)
„Public Enemies“ (Universal)
„State of Play“ (Universal)

The TV DAGGER 2009 – for the best small-screen crime thriller drama
„Wallander“ Left Bank Pictures (BBC ONE)
„Red Riding“ Channel 4 Films (CHANNEL 4)
„Spooks“ Kudos (BBC ONE)
„Place of Execution“ Coastal Productions (ITV1)
„Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)

THE INTERNATIONAL TV DAGGER – for the best TV crime thriller drama from around the world

„The Wire“ HBO (BBC TWO)
„Dexter“ Clyde Phillips Production (FX)
„Wallander“ (Swedish) Yellow Bird Films (BBC FOUR)
„The Mentalist“ Warner Bros (FIVE)

THE BEST ACTRESS DAGGER
Juliet Stevenson for „Place of Execution“ Coastal Productions (ITV1)
Keeley Hawes for „Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)
Hermione Norris for „Spooks“ Kudos (BBC ONE)
Emilia Fox for „Silent Witness“ BBC (BBC ONE)

THE BEST ACTOR DAGGER
Dominic West for „The Wire“ HBO (BBC TWO)
Kenneth Branagh for „Wallander“ Left Bank Pictures (BBC ONE)
Tom Hardy for „The Take“ Company (SKY1)
Philip Glenister for „Ashes to Ashes“ Kudos (BBC ONE)
Paddy Considine for „Red Riding“ Channel 4 Films (CHANNEL 4)

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!

Was soll ich sagen? Mark Billingham, Lawrence Block (nachdem die CWA ihn schon für sein Lebenswerk geehrt hat), Michael Connelly, Harlan Coben; bei den Filmen zweimal Clint Eastwood, ein okayer Michael-Mann, ein okayes Remake einer britischen Serie (aber nur weil ich die Serie kenne) und ein gruseliger Bond-Film (aber weil’s ein britischer Preis ist; – jedenfalls würde ich den Preis Clint Eastwood für „Der fremde Sohn“ geben); die David-Peace-Verfilmung „Red Riding“ würde ich verdammt gerne sehen; „Ashes to Ashes“ (Remember „Life on Mars“?) könnte mir gefallen und „The Wire“, „Dexter“ und „The Mentalist“ sind natürlich eine ebenfalls sehr gute Wahl.


Kurzmeldungen

August 12, 2009

Charles Ardai hat bereits vor längerem gesagt, dass sie für Dezember ein besonderes Hard-Case-Crime-Buch planen. Jetzt ist die Neuigkeit draußen: es ist die Novelle „The Valley of Fear“ von „The Lost World“-Autor A. C. Doyle.

Alle weiteren Informationen dazu und warum Ardai es für einen glücklichen Zufall hällt, dass im Dezember auch „Sherlock Holmes“ (deutscher Kinostart: 28. Januar 2010) anläuft gibt es bei Sarah Weinman.

Bei Facebook gibt es eine Gruppe „Kriminalliteratur“ (Gelle, Ludger).

George Pelecanos beantwortet in einem Kurzinterview des Independent einige Fragen nach seinen Vorbildern und seinen Lesern:

Most of them are like me. They are of a similar generation, they want to come and talk about music and „muscle cars“, and the 1970s. I see a lot of people who look like me.

Bei NPR gibt es ein Interview mit James Lee Burke und eines mit Mark Billingham.

New Mystery Reader unterhält sich mit Theresa Schwegel:

I think I’m a method writer. I don’t picture characters on screen, but I need know them—where they come from, what they think of themselves, and of each other. Method actors do this—and much of it is internal and never fully expressed. That’s true for my writing—I don’t “show” everything I know unless it fits contextually. In terms of scene, I need to see—to visualize the places: the streets, the surroundings, the details. When I lived in California I’d return to Chicago and take photos so I could keep the images fresh. It’s easier now that I’m in the city—all I have to do is look out the window. (…)

I think all my protagonists, male and female, have been strong—if only for coming to terms with their weaknesses. To me, that’s noir.

Ihr Buch „Das Gesetz der Spinne“ (Person of Interest, 2007) ist gerade bei Knaur erschienen.

Oline H. Cogdill fragt in der Mystery Scence, ob James Crumley eine Legende ist.

Auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest läuft auch „District 9“ (ein SF-Film über Menschen und Außerirdische). Im Netz finden sich bereits einige sehr vielversprechende Trailer.

Aber am Anfang war ein Kurzfilm.

Abteilung neue Drehbücher:

Jon Lucas, Scott Moore: The Hangover (Yep, die enorm erfolgreiche Komödie über einen aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschied in Las Vegas)

Robert Bolt: Lawrence of Arabia (der David-Lean-Klassiker)

Und der Noir of the Week ist „99 River Street“.


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