TV-Tipp für den 24. Januar (+ Buchtipp: Michael Haneke: Die Drehbücher): Liebe

Januar 24, 2019

RBB, 23.30

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.

Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.

Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Buchtipp

Kürzlich erschienen und mit deutlich über eintausendreihundert Seiten kein leichtes Buch: „Die Drehbücher“ von Michael Haneke. Es enthält die Drehbücher der Kinofilme von Michael Haneke. Das sind „Der siebente Kontinent“ (1989), „Benny’s Video“ (1992), „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994), „Der Kopf des Mohren“ (1995, verfilmt von Paulus Manker), „Funny Games“ (1997, US-Remake 2008), „Code: Unbekannt“ (2000), „Die Klavierspielerin“ (2001), „Wolfzeit“ (2003), „Caché“ (2005), „Das weiße Band“ (2009), „Liebe“ (2012), „Flashmob“ (noch nicht verfilmt) und „Happy End“ (2017).

Für Cineasten ein Pflichtkauf.

Michael Haneke: Die Drehbücher

Hoffmann und Campe, 2019

1344 Seiten

54 Euro

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Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Happy End“ bei Michael Haneke???

Oktober 12, 2017

Einen typischen Feelgood-Film erwartet niemand von Michael Haneke, dem Regisseur von „Benny’s Video“, „Funny Games“ und, zuletzt, den Erfolgen „Das weiße Band“ und „Liebe“. Der Film erhielt vorn fünf Jahren die Palme d’Or in Cannes und in einem kurzen Moment, auch weil Isabelle Huppert wieder die Tochter von Jean-Louis Trintignant spielt, kann man glauben, dass „Happy End“ eine Fortsetzung von „Liebe“ ist. Es wird nämlich ein Ereignis erwähnt, das es auch in „Liebe“ gab: George erstickte seine todkranke Frau. In dem Moment erscheint „Happy End“ die Geschichte von „Liebe“ über die letzten Tage eines großbürgerlichen Pariser Ehepaares fortzusetzen.

Aber das ist Quatsch.

Denn im Mittelpunkt von „Happy End“ steht die Familie Laurent. Seit Jahrzehnten besitzt sie in Calais ein Bauunternehmen und lebt in einem Anwesen. Der Patriarch Georges (Jean-Louis Trintignant) leidet an Demenz und hegt Suizidgedanken, die er beharrlich, aber erfolglos in die Tat umsetzen will. Seine Tochter Anne (Isabelle Huppert) führt das Unternehmen straff und zielgerichtet. Ihr Sohn Pierre (Franz Rogowski) ist der designierte, aber ungeeignete Nachfolger. Ihr Bruder Thomas (Mathieu Kassovitz) ist Arzt, der jetzt seine zwölfjährige Tochter Ève (Fantine Harduin) bei sich und damit den Laurents aufnimmt. Èves Mutter hat sich mit Tabletten vergiftet.

Georges erblickt in ihr eine Verbündete. Dabei passt sie, wie er erst später feststellt, hervorragend in die dysfunktionale Familie Laurent, in der Humanität sich als gutes Angebot für eine außergerichtliche Einigung an die Angehörigen eines bei einem Bauunfall umgekommenen Arbeiters versteht.

Über zwei Stunden entwirft Haneke die „Momentaufnahme einer bürgerlichen europäischen Familie“. Es ist ein satirisches Porträt. Eine Abfolge von mehr oder weniger eindeutig zuordenbarer Szenen, die in sich gelungen sind, insgesamt aber emotional wenig bewegen oder neue Erkenntnisse liefern. Die Reichen sind amoralisch und unfähig zu irgendeiner Form von Mitgefühl oder menschlicher Nähe. Das kennt man aus älteren Haneke-Filmen. Aber dieses Mal verzichtet er auf eine Geschichte. Fast alle für die Handlung wichtigen Ereignisse sieht man nicht, sondern erfährt erst später von ihnen, wenn eine Person einer anderen davon erzählt. Nie schält sich so etwas wie ein Hauptplot heraus, weil „Happy End“ überhaupt nicht daran interessiert ist. Und selbstverständlich ist kein Mitglied der Familie Laurent sympathisch oder taugt zum Sympathieträger. Das war auch in den anderen Haneke-Filmen nicht anders. Aber dieses Mal interessiert man sich für keinen Charakter und keiner hat im Film eine dramaturgische Fallhöhe oder macht eine Entwicklung durch. Das würde Hanekes Botschaft stören und würde natürlich auch der Absicht eines durch und durch pessimistischen Sittenbildes einer normalen bürgerlichen, sich selbst genügenden Familie zuwiderlaufen. Oder in den Worten der offiziellen Synopse: „’Rundherum die Welt und wir mittendrin, blind.‘ Die Momentaufnahme einer bürgerlichen europäischen Familie.“

Bei Michael Haneke weiß man, was man erhält. Auch wenn sein neuester Film die Geschlossenheit früherer Werke vermissen lässt zugunsten eines Haneke-Best-of, bei dem selbstverständlich auch die Medienkritik nicht fehlt. Das ist nicht schlecht, aber auch enttäuschend.

Happy End (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

mit Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant, Mathieu Kassovitz, Fantine Harduin, Franz Rogowski, Laura Verlinden, Toby Jones, Hassam Ghancy, Nabiha Akkari

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Happy End“

Filmportal über „Happy End“

Moviepilot über „Happy End“

Metacritic über „Happy End“

Rotten Tomatoes über „Happy End“

Wikipedia über „Happy End“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Michael Haneke denkt über die „Liebe“ nach

September 19, 2012

Georg und Anna sind Musikprofessoren und nicht mehr die Jüngsten. Sie genießen schon seit einigen Jahren ihren Ruhestand und besuchen gelegentlich Konzerte von ehemaligen Zöglingen. Als Anna eines Tages einen Schlaganfall hat, ruft Georg den Notarzt – und es beginnt der alltägliche Horror des Alters. Das langsame Sterben eben.

Denn Anna kommt aus dem Krankenhaus zurück und Georg versucht ihr in ihrer Wohnung zu helfen. So gut er kann. Aber sie kann sich immer weniger alleine bewegen. Das Sprechen wird auch immer schwieriger. Musizieren kann sie schon lange nicht mehr. Sie ist jetzt in einer Lage, in die sie nie kommen wollte.

Liebe“ erzählt wie einige andere Filme, die in den letzten Jahren im Kino liefen, vom Alt-Werden und den Problemen des Alt-Werdens.

Aber weil es ein Film von Michael Haneke ist, erzählt er nicht von rüstigen Rentnern, die Jungspunden zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören, oder vom wiedererwachten Liebesglück. Er erzählt vom Alltag, in dem einfach nur noch auf das letzte große Ereignis, den Tod, gewartet wird. Und das in der Detailgenauigkeit, Konsequenz und objektiv-beobachtenden Erzählhaltung, wie wir sie aus seinen früheren Werken, wie „Bennys Video“, „Funny Games“ (von dem er sogar ein US-Remake drehte, das bei uns weitgehend ignoriert wurde) und seinem Überraschungserfolg „Das weiße Band“, für den er, unter anderem, in Cannes die Goldene Palme und den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film erhielt, kennen. Für „Liebe“ erhielt er vor wenigen Monaten die Goldene Palme. Weitere Preise werden – dafür muss man kein Prophet sein – folgen.

Die Hauptrollen übernahmen Jean-Louis Trintignant (Jahrgang 1930), nach einer mehrjährigen Leinwandabstinenz, und Emmanuelle Riva (Jahrgang 1927), die in „Hiroshima, mon Amour“ von Alain Resnais, „Eva und der Priester“ von Jean-Pierre Melville und „Drei Farben: Blau“ von Krzysztof Kieslowski mitspielte und die bei uns nicht so bekannt ist, und sie spielen das alte Ehepaar beängstigend glaubwürdig; vor allem Emmanuelle Riva, die den körperlichen Verfall von Anna spielt, kann nicht genug gelobt werden.

Und weil es ein Film von Michael Haneke ist, geht es in „Liebe“ auch um Einsamkeit, Verlust, Schuld und Sühne. Denn gerade weil Georg seine Frau liebt, ruft er den Notarzt; gerade weil er sie liebt, pflegt er sie und setzt sich über ihren Wunsch zu Sterben hinweg. Sie will vielleicht nur deshalb sterben, weil sie ihn liebt und ihm keine Belastung sein will. Und die Geschichte steuert ohne Umwege und Atempausen auf ihr tödliches Ende, das bereits in den ersten Bildern gezeigt wird, zu. Diesen Weg schildert Haneke mit einer solchen bitteren Konsequenz, als ob er mit jedem Filmmeter beweisen möchte, dass Alt-Werden nichts für Feiglinge ist und dass es im Alter vielleicht noch Liebe, aber keine Freude mehr gibt.

Weil wir alle Alt-Werden, kann man sich dem formvollendet inszeniertem Film, seinem Thema und seiner Aussage wesentlich schwerer als Hanekes anderen Filmen entziehen. In „Funny Games“ konnte man sich sagen, dass man kein Haus am See habe. „Das weiße Band“ spielt in der Vergangenheit. „Bennys Video“ war ja ein Extrembeispiel von Jugendgewalt und dem schädlichen Einfluss von Videos.

In „Liebe“ haben wir nur den nackten Alltag eines seit Ewigkeiten verheirateten Ehepaares, das in einer großen Mietwohnung lebt und das unregelmäßig von ihrer glücklich verheirateten Tochter (Isabelle Huppert) besucht wird.

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte


Im Verhörzimmer nebenan: Thomas Assheuer befragt Michael Haneke

Juni 18, 2010

Mit seinem neuesten Film „Das weiße Band“ ist Michael Haneke wahrscheinlich an einem Ort angekommen, an dem er nie ankommen wollte. Denn der Schwarzweiß-Film wird von den Kritikern abgefeiert (bei Haneke normal), mit Preisen überhäuft (auch bei Haneke nicht ungewöhnlich, aber die Menge ist dann doch besorgniserregend: Cannes, Golden Globe, Deutscher Filmpreis,…) und auch vom Publikum geliebt. In Österreich haben über 100.000 Menschen den Film gesehen. In Deutschland über 600.000. Hier in Berlin hält der Film sich seit Monaten in den Kinos. Und dabei kann man dem Film alles vorwerfen, außer dass er leichte Kost ist.

Leichte Kost waren die Filme von Michael Haneke noch nie. Meistens geht es um Gewalt: wie sie entsteht und wie sie in den Medien vermittelt wird. „Bennys Video“, „Funny Games“, „Code unbekannt“, „Die Klavierspielerin“, „Wolfzeit“ und „Caché“ sind seine bekanntesten und auch kontroversesten Filme. Seine früheren, vor allem für das Fernsehen gedrehten, Filme sind dagegen, auch weil sie kaum gezeigt werden, unbekannter.

So ein Filmemacher lädt natürlich zu einer eingehenderen Betrachtung ein. „Zeit“-Journalist Thomas Assheuer wählte in „Nahaufnahme Michael Haneke“ den direkten Weg. Er interviewte Haneke zu seinem Werk. Den Hauptteil des Buches bildet dabei ein vom 14. bis zum 16. Juni 2007 in Wien geführtes Interview in dem Assheuer mit Haneke über dessen Leben, seine ästhetischen Vorstellungen und sein Werk, vor allem das Spätwerk, sprach. Sie unterhielten sich vor allem über wiederkehrende Themen in Hanekes Filmen und weniger über einzelne Filme.

Ich sage immer: Was unter den Teppich gekehrt wird, wird den Teppich irgendwann in Bewegung setzen. Wir leben alle mit Schuldgefühlen. Man kann gar nicht anders, denn es scheint die condition humaine zu sein. Man wird immer, willentlich oder unwillentlich, schuldig an anderen. Schuld ist immer dort, wo Leid entsteht. Wir können nicht schuldfrei leben, als Teil einer Gemeinschaft und eines Systems wird man zwangsläufig schuldig. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Meistens drücken wir uns.

Michael Haneke, S. 65

Dabei, und das macht den Österreicher Michael Haneke in dem Gespräch sympathisch, wehrt er sich gegen platte Interpretationen. Ebenso rigoros wehrt er viele persönliche Fragen und (vulgär-)psychologische Interpretationen seiner Filme ab. Er präsentiert sich als einen sehr nachdenklichen Menschen, der durchaus selbstironisch über seine Filme und die verschiedenen Reaktionen des Publikums spricht. So sind einige Filme in Frankreich (seinem zweiten Land, in dem er regelmäßig dreht) erfolgreich, aber nicht in Österreich oder Deutschland – und in den USA sieht es wieder anders aus.

Wenn mich die Leute in New York auf der Straße an sprechen und mir sagen, Caché habe sie bewegt wie noch lange kein Film mehr, dann freut mich das natürlich. Und in Frankreich passiert mir das auch oft. In Frankreich kennt man mich ohnehin besser als hier. Dort gibt es ein Kinopublikum, das wirklich enthusiastisch ist, und die Leute zeigen es einem auch. Natürlich gibt’s dann auch Lob von der falschen Seite. Mir sind die kritischen Äußerungen eines intelligenten Kritikers lieber als die Begeisterung von Dummköpfen. Aber selbst die freut einen – wer ist schon frei von Eitelkeit?

Michael Haneke, S. 126

Für die zweite Auflage von „Nahaufnahme Michael Haneke“ interviewte Assheuer am 7. November 2009 den Regisseur über seinen neuen Film „Das weiße Band“. Dabei geht Haneke vor allem auf die Schwierigkeiten vor und während des Drehs ein: die langwierige Suche nach den Kinderdarstellern und dem richtigen Drehort und die ebenfalls langwierige Überzeugungsarbeit bei Geldgebern, dass „Das weiße Band“ in Schwarzweiß gedreht wird. Eine Entscheidung, die aus ästhetischen Gründen nachvollziehbar ist, aber normalerweise den Tod an der Kasse bedeutet.

Als nette Beigabe gibt es die beiden von Michael Haneke geschriebenen Texte „Schrecken und Utopie der Form – Bressons ‚Au hasard Balthazar’“ und der Vortrag „Gewalt und Medien“ zu einer Vorführung von „Bennys Video“.

Die Interviews laden zum Nachdenken über das eigene Sehen und zum wiederholten (?) Sehen der Filme von Michael Haneke, die ja ziemlich regelmäßig im Fernsehen laufen und auf DVD erhältlich sind, ein.

Nahaufnahme Michael Haneke – Gespräche mit Thomas Assheuer

(Zweite, aktualisierte Auflage)

Berlin, 2010

224 Seiten

14,90 Euro

Hinweise

Wikipedia über Michael Haneke (deutsch, englisch)

Arte: Interview mit Michael Haneke zu „Das weiße Band“



Zitat des Tages: Michael Haneke über innere Spannung

Mai 10, 2010

Wenn der Zuschauer auch nur einen Moment stockt, weil die innere Spannung nachläßt, dann ist er draußen und kommt nicht mehr rein. Das Timing im Drama ist unendlich viel wichtiger als bei einem Roman. Dort kann man weiterblättern, wenn’s langweilig wird – im Kino steigt man aus. Deshalb ist dort eine zwingende Konstruktion notwendig.

Michael Haneke

(aus Nahaufnahme Michael Haneke

Alexander Verlag, 2010, S. 36)


„Die sieben Samurai“ ist der beste nicht englischsprachige Film – sagt die neueste Bestenliste von BBC Culture

November 5, 2018

BBC Culture fragte für ihre neueste Bestenliste über zweihundert Filmkritiker und Experten aus über vierzig Längern nach den hundert besten nicht englischsprachigen Filmen. Die Liste ist natürlich ein Angebot zur Diskussion (Ich meine, wie konnten sie ausgerechnet diese Perle der Filmkunst vergessen?) und zum Ansehen von Spielfilmen, die allein schon aufgrund des Expertenvotums, wichtige, sehenswerte und oft auch einflussreiche Filme sind.

Hier die Liste der Filme mit den englischen Titeln (manchmal identisch mit dem deutschen Titel, manchmal habe ich den deutschen Titel eingefügt, einige Filme wurden hier bereits abgefeiert):

100. Landscape in the Mist (Landschaft im Nebel) (Theo Angelopoulos, 1988)

99. Ashes and Diamonds (Asche und Diamant) (Andrzej Wajda, 1958)

98. In the Heat of the Sun (Jiang Wen, 1994)

97. Taste of Cherry (Abbas Kiarostami, 1997)

96. Shoah (Claude Lanzmann, 1985)

95. Floating Clouds (Mikio Naruse, 1955)

94. Where Is the Friend’s Home? (Abbas Kiarostami, 1987)

93. Raise the Red Lantern (Zhang Yimou, 1991)

92. Scenes from a Marriage (Ingmar Bergman, 1973)

91. Rififi (Jules Dassin, 1955)

90. Hiroshima Mon Amour (Alain Resnais, 1959)

89. Wild Strawberries (Wilde Erdbeeren) (Ingmar Bergman, 1957)

88. The Story of the Last Chrysanthemum (Kenji Mizoguchi, 1939)

87. The Nights of Cabiria (Die Nächte der Cabiria) (Federico Fellini, 1957)

86. La Jetée (Chris Marker, 1962)

85. Umberto D (Vittorio de Sica, 1952)

84. The Discreet Charm of the Bourgeoisie (Der diskrete Charme der Bourgeoisie) (Luis Buñuel, 1972)

83. La Strada (Federico Fellini, 1954)

82. Amélie (Die fabelhafte Welt der Amélie) (Jean-Pierre Jeunet, 2001)

81. Celine and Julie go Boating (Céline und Julie fahren Boot) (Jacques Rivette, 1974)

80. The Young and the Damned (Die Vergessenen) (Luis Buñuel, 1950)

79. Ran (Akira Kurosawa, 1985)

78. Crouching Tiger, Hidden Dragon (Ang Lee, 2000)

77. The Conformist (Der große Irrtum/Der Konformist) (Bernardo Bertolucci, 1970)

76. Y Tu Mamá También (Alfonso Cuarón, 2001)

75. Belle de Jour (Luis Buñuel, 1967)

74. Pierrot Le Fou (Jean-Luc Godard, 1965)

73. Man with a Movie Camera (Dziga Vertov, 1929)

72. Ikiru (Akira Kurosawa, 1952)

71. Happy Together (Wong Kar-wai, 1997)

70. L’Eclisse (Liebe 1962) (Michelangelo Antonioni, 1962)

69. Amour (Michael Haneke, 2012)

68. Ugetsu (Kenji Mizoguchi, 1953)

67. The Exterminating Angel (Luis Buñuel, 1962)

66. Ali: Fear Eats the Soul (Angst essen Seele auf)(Rainer Werner Fassbinder, 1973)

65. Ordet (Carl Theodor Dreyer, 1955)

64. Three Colours: Blue (Drei Farben: Blau) (Krzysztof Kieślowski, 1993)

63. Spring in a Small Town (Fei Mu, 1948)

62. Touki Bouki (Djibril Diop Mambéty, 1973)

61. Sansho the Bailiff (Kenji Mizoguchi, 1954)

60. Contempt (Die Verachtung) (Jean-Luc Godard, 1963)

59. Come and See (Elem Klimov, 1985)

58. The Earrings of Madame de… (Max Ophüls, 1953)

57. Solaris (Andrei Tarkovsky, 1972)

56. Chungking Express (Wong Kar-wai, 1994)

55. Jules and Jim (Jules und Jim) (François Truffaut, 1962)

54. Eat Drink Man Woman (Ang Lee, 1994)

53. Late Spring (Yasujirô Ozu, 1949)

52. Au Hasard Balthazar (Robert Bresson, 1966)

51. The Umbrellas of Cherbourg (Die Regenschirme von Cherbourg) (Jacques Demy, 1964)

50. L’Atalante (Jean Vigo, 1934)

49. Stalker (Andrei Tarkovsky, 1979)

48. Viridiana (Luis Buñuel, 1961)

47. 4 Months, 3 Weeks and 2 Days (Cristian Mungiu, 2007)

46. Children of Paradise (Marcel Carné, 1945)

45. L’Avventura (Die mit der Liebe spielen) (Michelangelo Antonioni, 1960)

44. Cleo from 5 to 7 (Agnès Varda, 1962)

43. Beau Travail (Claire Denis, 1999)

42. City of God (Fernando Meirelles, Kátia Lund, 2002)

41. To Live (Zhang Yimou, 1994)

40. Andrei Rublev (Andrei Tarkovsky, 1966)

39. Close-Up (Abbas Kiarostami, 1990)

38. A Brighter Summer Day (Edward Yang, 1991)

37. Spirited Away (Hayao Miyazaki, 2001)

36. La Grande Illusion (Die große Illusion) (Jean Renoir, 1937)

35. The Leopard (Der Leopard) (Luchino Visconti, 1963)

34. Wings of Desire (Der Himmel über Berlin) (Wim Wenders, 1987)

33. Playtime (Jacques Tati, 1967)

32. All About My Mother (Alles über meine Mutter) (Pedro Almodóvar, 1999)

31. The Lives of Others (Das Leben der anderen) (Florian Henckel von Donnersmarck, 2006)

30. The Seventh Seal (Das siebente Siegel) (Ingmar Bergman, 1957)

29. Oldboy (Park Chan-wook, 2003)

28. Fanny and Alexander (Fanny und Alexander) (Ingmar Bergman, 1982)

27. The Spirit of the Beehive (Victor Erice, 1973)

26. Cinema Paradiso (Giuseppe Tornatore, 1988)

25. Yi Yi (Edward Yang, 2000)

24. Battleship Potemkin (Panzerkreuzer Potemkim) (Sergei M Eisenstein, 1925)

23. The Passion of Joan of Arc (Die Passion der Jungfrau von Orléans) (Carl Theodor Dreyer, 1928)

22. Pan’s Labyrinth (Guillermo del Toro, 2006)

21. A Separation (Nader und Simin – Eine Trennung) (Asghar Farhadi, 2011)

20. The Mirror (Der Spiegel) (Andrei Tarkovsky, 1974)

19. The Battle of Algiers (Schlacht um Algier (Gillo Pontecorvo, 1966)

18. A City of Sadness (Hou Hsiao-hsien, 1989)

17. Aguirre, the Wrath of God (Aguirre, der Zorn Gottes) (Werner Herzog, 1972)

16. Metropolis (Fritz Lang, 1927)

15. Pather Panchali (Satyajit Ray, 1955)

14. Jeanne Dielman, 23 Commerce Quay, 1080 Brussels (Chantal Akerman, 1975)

13. M (Fritz Lang, 1931)

12. Farewell My Concubine (Chen Kaige, 1993)

11. Breathless (Außer Atem) (Jean-Luc Godard, 1960)

10. La Dolce Vita (Federico Fellini, 1960)

9. In the Mood for Love (Wong Kar-wai, 2000)

8. The 400 Blows (Sie küßten und sie schlugen ihn) (François Truffaut, 1959)

7. 8 1/2 (Federico Fellini, 1963)

6. Persona (Ingmar Bergman, 1966)

5. The Rules of the Game (Die Spielregel) (Jean Renoir, 1939)

4. Rashomon (Akira Kurosawa, 1950)

3. Tokyo Story (Yasujirô Ozu, 1953)

2. Bicycle Thieves (Fahrraddiebe) (Vittorio de Sica, 1948)

1. Seven Samurai (Die sieben Samurai) (Akira Kurosawa, 1954)

Insgesamt ist es eine gute Liste, die viele Klassiker und einige in Deutschland ziemlich unbekannte Filme enthält. Ad hoc fällt mir auf, dass „Der letzte Tango in Paris“ fehlt. Und einige deutsche Stummfilme wie „Nosferatu“ und „Der letzte Mann“ (beide von Friedrich Wilhelm Murnau). Aber dafür sind „M“ und „Metropolis“ (beide von Fritz Lang) dabei.

Und jetzt bin ich schon beim herummaulen, anstatt die noch nicht gesehenen Filme der Liste nachzuholen.


Das „Lexikon des internationalen Films“ über das Filmjahr 2017

Oktober 24, 2018

Diese Besprechung ist schon lange überfällig: denn die aktuelle Ausgabe des immer lesens- und empfehlenswerten „Lexikon des internationalen Films“ ist schon vor einigen Tagen erschienen und sie unterscheidet sich nicht wesentlich von den vorherigen Ausgaben. Vom Aufbau. Nicht vom Inhalt. Der ist hundertprozentig neu.

Das Herzstück des Lexikons ist die alphabetische Auflistung aller in Deutschland 2017 erstmals gezeigten Filme: Spielfilme, die im Kino liefen; Spielfilme, die auf DVD und/oder Blu-ray veröffentlicht wurden, TV-Filme und TV-Serien (was den Begriff des „Films“ arg dehnt) und längere Dokumentarfilme. Zu jedem Film gibt es eine kurze Inhaltsangabe und eine kritische Einschätzung und wichtige Angaben zum Film und den beteiligten Personen. Es gibt eine Übersicht über einige wichtige Filmpreise, die Silberlinge (für herausragende DVD- und Blu-ray-Editionen, dieses Jahr unter anderem „Die Reifeprüfung“), die Auflistung der „Sehenswert“-Filme des Filmdienst (dem Herausgeber des Lexikons) und die Kinotipps der katholischen Filmkritik. Immerhin wird der Filmdienst von der katholischen Kirche herausgeben. Auf den Inhalt des von ausgewiesenen Filmkritikern geschriebenen Heftes hat das allerdings keinen Einfluss.

Es gibt, wie jedes Jahr, einen ausführlichen Überblick über das vergangene Kinojahr und ein Schwerpunktthema. Dieses Jahr ist es „Europas Kinofilme“ mit in den vergangenen Jahren bereits im Filmdienst erschienenen Texten zu wichtigen europäischen Regisseuren, wie Jean-Pierre und Luc Dardenne, Francois Ozon, Pedro Almodóvar, Lars von Trier und Michael Haneke und, mit den ausführlichen Filmdienst-Kritiken, einer Zusammenstellung von sechzig zwischen 2000 und 2017 entstandenen europäischen Kino-Highlights.

Und es gibt die von der Filmdienst-Redaktion erstellte Liste der besten Kinofilme des Jahres 2017. Das waren in der Reihenfolge ihrer Beliebtheit:

Elle (von Paul Verhoeven)

Western (von Valeska Grisebach)

Manchester by the Sea (von Kenneth Lonergan)

Körper und Seele (von Ildikó Enyedi)

Silence (von Martin Scorsese)

Blade Runner 2049 (von Denis Villeneuve)

Personal Shopper (von Olivier Assayas)

Nocturama (von Bertrand Bonello)

La La Land (von Damien Chazelle)

Hell or High Water (von David Mackenzie)

Auch wenn mir der ein oder andere dieser Filme nicht gefallen hat, sind das in jedem Fall sehenswerte Filme.

Ad hoc würde ich noch, im Lexikon blätternd, „Baby Driver, „Certain Women“, „Dunkirk“, „Fences“, „Get Out“, „Die göttliche Ordnung“, „Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen“, „Moonlight“ und „Die rote Schildkröte“, dazu nehmen – und dabei ein gutes Dutzend weiterer guter Filme vergessen.

Aber wenn ich noch länger blättere und mir gleichzeitig notiere, welche Filme ich jetzt sehen will…

Ähem: „Das Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2017“ ist, wie die vorherigen Jahresbände, unverzichtbar für den Filmfan. Es zeigt auch, warum ein gedrucktes Jahrbuch besser als eine Internetseite ist.

P. S.: Die Damen auf dem Buchcover sind „Jahrhundertfrauen“.

Filmdienst/Katholische Filmkommission für Deutschland (Redaktion: Horst Peter Koll): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2017

Schüren, 2018

560 Seiten

24,90 Euro

Hinweise

Homepage der Zeitschrift „Filmdienst“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“

Meine Besprechung von “Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2010″

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2011“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2012“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2013“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2014“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2015“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2016“


Neu im Kino/Filmkritik: „Nach dem Urteil“ ist der Kampf um das Kind nicht vorbei

August 25, 2018

Xavier Legrand beginnt sein genau beobachtendes Drama „Nach dem Urteil“ mit einem Ende. In Echtzeit zeigt er eine Sorgerechtsverhandlung. Nach der Scheidung muss eine Richterin darüber entscheiden, wer von den Eltern das Sorgerecht erhält und wie das Besuchsrecht geregelt wird. Dafür hat sie wenige Minuten, einige Schriftstücke und, vor allem, die Argumente der Anwälte von Antoine (Denis Ménochet) und Miriam Besson (Léa Drucker). Miriam möchte nicht, dass ihr Ex-Mann ihren Sohn Julien (Thomas Gioria) besuchen darf. Er sei übergriffig und stalke sie. Auch Julien möchte, so ein vor der Richterin verlesener Brief, seinen Vater nicht sehen. Ebenso wie seine volljährige Schwester. Antoine möchte Zeit mit seinem Sohn verbringen. Außerdem habe er alles, was seine Ex-Frau ihm vorwirft, nur aus Sorge um Julien getan. Mit ihren ständigen Umzügen und Wechseln ihrer Telefonnummer verhindere sie, dass er den Kontakt zu ihr und seinen beiden Kindern aufrecht erhalten könne.

Es ist eine typische „er sagt“/“sie sagt“-Situation, in der die Richterin danach entscheidet, wer seine Argumente schlüssiger vorträgt. Am Ende urteilt sie, dass Julien bei seiner Mutter lebt. Jedes zweite Wochenende soll der Elfjährige bei seinem Vater verbringen.

Schon am ersten gemeinsamen Wochenende würde Julien, der panische Angst vor seinem Vater hat, am liebsten bei seiner Mutter bleiben. Sie weigert sich, mit ihrem Ex-Mann zu sprechen. An den folgenden Wochenenden spitzt sich die Situation zu.

Legrand konzentriert sich in seinem Spielfilmdebüt auf Antoine, Miriam und Julien. Er liefert keine Hintergründe, sondern er zeigt nur, wie die drei nach dem Urteil miteinander umgehen. Alleine oder im Gespräch oder einer Interaktion mit einer anderen Person sehen wir sie fast nie. Wir erfahren auch nichts über ihre Vorgeschichte. Jedenfalls nichts, was über Hörensagen hinaus geht. Entsprechend schwer fällt es einem, sich spontan mit einem der drei zentralen Charaktere zu identifizieren.

Gerade weil Legrand den Zuschauer so auf Distanz hält, sucht man nach den kleinsten Hinweisen, die einem verraten, wer hier der Gute und wer der Böse (bzw. die Gute und die Böse) ist. Man identifiziert sich während des gesamten Films nie wirklich mit einem der Charaktere, sondern beobachtet sie wie ein Forscher, der keine Empathie oder Mitleid empfindet. Legrands Erzählhaltung ähnelt der von Claude Chabrol oder Michael Haneke.

Erst am Ende wird hundertprozentig deutlich, dass es um schwere häusliche Gewalt geht und wer der Täter ist. Weil bis zu diesem Moment, teils in quälend langen Szenen, in denen Menschen in unangenehmen Situationen ununterbrochen beobachtet werden und jede einfache Zuspitzung oder platte Dramatisierung vermieden wird, ist das Ende etwas enttäuschend. Es ist zu spektakulär und zu eindeutig geraten. In dem Moment wischt Legrand alle Zweifel weg zugunsten einer gewalttätigen Katharsis, die keine Befreiung ist und aus der Antoine, Miriam und Julien seelisch und körperlich verletzt hervorgehen.

Insgesamt ist „Nach dem Urteil“ ein starker, nicht auf vordergründige Emotionen setzender Film, der einen sehr alltäglichen Fall schildert. Keine leichte Kost.

Schauspieler Xavier Legrand erhielt in Venedig für sein Regiedebüt „Nach dem Urteil“ den Silbernen Löwen für die beste Regie.

Nach dem Urteil (Jusqu’á la garde, Frankreich 2017)

Regie: Xavier Legrand

Drehbuch: Xavier Legrand

mit Léa Drucker, Denis Ménochet, Thomas Gioria, Mathilde Auneveux, Mathieu Saikaly, Saadia Bentaieb, Émilie Incerti-Formentini, Sophie Pincemaille

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Nach dem Urteil“

AlloCiné über „Nach dem Urteil“

Rotten Tomatoes über „Nach dem Urteil“

Wikipedia über „Nach dem Urteil“ (englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Vollblüter“ sind ziemliche Biester. Auch für Anton Yelchin

August 11, 2018

Es ist schon über zwei Jahre her, als Anton Yelchin am 19. Juni 2016 durch einen dummen Autounfall starb. Und erst jetzt kommt sein letzter Spielfilm in unsere Kinos. Nach den Dreharbeiten, die wenige Tage vor Yelchins Tod endeten, nahm Cory Finley sich viel Zeit für den Schnitt und im letzten Jahr tourte er, beginnend mit dem Sundance Film Festival, über etliche Festivals. In der Hoffnung auf eine gute Mundpropaganda für einen nicht gerade einfach zu bewerbenden Film.

Im Mittelpunkt von „Vollblüter“ stehen zwei in gut situierten Verhältnissen lebende Teenager, die einen Mordplan aushecken. Amanda (Olivia Cooke) ist mit einer genauen Beobachtungsgabe und einem präzisen Verstand gesegnet. Mit ihrem Verhalten irritiert sie allerdings viele Menschen. Denn sie fühlt nichts. Sie spielt Gefühle nur vor. Jetzt soll sie ihrer alten Schulfreundin Lily (Anya Taylor-Joy), die sie in den vergangene Jahren aus den Augen verlor, dringend nötigen Nachhilfeunterricht geben. Lily soll auch zu ihrer Freundin werden. Das ist jedenfalls der Plan von Amandas Mutter, die Lily dafür bezahlt. Amanda hat den Plan allerdings schon vor der ersten Nachhilfestunde durchschaut. Trotzdem hängen die beiden Außenseiterinnen miteinander ab.

Weil Lilys Stiefvater Mark (Paul Sparks) ein rechtes Arschloch ist, schlägt Amanda ihrer neuen Freundin vor, ihn umzubringen. Natürlich wollen sie für den Mord nicht bestraft werden. Da könnte ihnen der Kleingauner Tim (Anton Yelchin) helfen. Er sieht sich als künftigen Paten von Connecticut, während er mit schlecht bezahlten Aushilfsjobs seinen Lebensunterhalt bestreitet. Der Trottel ist damit der ideale Täter; – wenn er den nicht übermäßig komplizierten Plan der beiden ebenso jungen wie moralbefreiten Schönheiten fehlerfrei ausführen kann.

Zum Vorbild taugt kein Charakter in „Vollblüter“. Aber das ist in einem Noir auch nicht nötig und auf ein traditionelles Happy End hofft in einem Noir auch niemand. Entsprechend spaßig ist es, zu beobachten, wie Amanda und Lily sich miteinander befreunden und den Mordplan fassen. Denn der Stiefvater ist so unsympathisch, dass er den Tod wirklich verdient hat. Jedenfalls aus Lilys Sicht.

Cory Finley inszeniert diese Geschichte in seinem Regiedebüt erstaunlich souverän als sich für seine Charaktere und Lilys Haus Zeit nehmendes Kammerspiel. Weil er seine Noir-Geschichte sehr langsam erzählt, hat sie einige Wendungen weniger, als man es heute gewöhnt ist. Das ist dann näher an alten Noirs, die Finley beim Schreiben seines Drehbuchs als Inspiration benutzte, als an Neo-Noirs wie John McNaughtons „Wild Things“. Gleichzeitig ist Finleys düsteres Sittengemälde des weißen Vorstadtamerikas näher an „Funny Games“ Michael Haneke als an einer knalligen Satire nach bekanntem US-amerikanischen Muster, in der es immer auch einige Schenkelklopfer gibt. In „Vollblüter“ ist das dann doch eher ein verzweifeltes Lachen.

In „Vollblüter“ entwickelt die Geschichte einen verführerisch-langsamen Sog ins Verderben. Die Inszenierung ist sehr ruhig und präzise in der Komposition ihrer Bilder. Die die Szenen anreichernden, klug gewählten Details und die präzisen Beobachtungen veranschaulichen das Gefühlsleben der beiden Möchtegernmörderinnen und ihren Blick auf die Welt. Zum Beispiel wenn Amanda durch Lilys Haus streift und sich umsieht, dann wirkt sie nicht wie eine von dem riesigen, Wohlstand ausstrahlendem Anwesen eingeschüchterte Schulfreundin, die auf ihre Freundin wartet, sondern wie ein Raubtier beim Erkunden des Terrains. Oder wenn die Hand eines Dienstmädchens, das wir nie sehen, unauffällig und stumm hinter Lily aufräumt, dann verrät uns diese kurze Szene viel über Lilys Weltsicht und die Welt, in der sie lebt. Die Schauspieler sind gut. Die Musik von Avantgarde-Jazzer Erik Friedlander konstant beunruhigend.

Dummerweise verspielt Finley im Finale grundlos viel von dem positiven Eindruck. Dann führen Amanda und Lily einen schlampig geplanten Mord durch und tischen der Polizei eine vollkommen unglaubwürdige Geschichte auf, die von den CSI-Jungs schon nach einer flüchtigen Besichtigung des Tatorts zerfetzt würde. Denn die Diskrepanz zwischen ihren Aussagen und dem Tatort ist einfach zu groß, um auch nur den flüchtigsten Kontakt mit der Realität auszuhalten.

Vollblüter (Thoroughbreds, USA 2017)

Regie: Cory Finley

Drehbuch: Cory Finley

mit Olivia Cooke, Anna Taylor-Joy, Anton Yelchin, Paul Sparks, Francie Swift, Kailie Vernoff

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Vollblüter“

Metacritic über „Vollblüter“

Rotten Tomatoes über „Vollblüter“

Wikipedia über „Vollblüter“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. April: Liebe

April 5, 2018

MDR, 23.35
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

 

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)


TV-Tipp für den 27. März: Funny Games

März 26, 2018

Tele 5, 23.00

Funny Games (Österreich 1997)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Zwei junge Männer nehmen in einem einsam gelegenen Ferienhaus eine Familie gefangen und beginnen sie mit Psychospielen zu terrorisieren.

Ein (der?) Haneke-Klassiker.

2008 drehte er ein bildgetreues US-Remake von seiner Gesellschafts- und Medienkritik. Wir bleiben beim Original.

Mit Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Frank Giering, Arno Frisch, Stefan Clapczynski, Doris Kunstmann

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Funny Games“

Wikipedia über „Funny Games“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)


TV-Tipp für den 4. Oktober: Liebe

Oktober 4, 2017

Wenige Tage vor dem Kinostart von Michael Hanekes „Happy End“ (ebenfalls mit Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert) kann man sich noch einmal seinen vorherigen Film ansehen:

Arte, 20.15
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Wiederholungen

Freitag, 6. Oktober, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 13. Oktober, 13.50 Uhr (jetzt dürfte jeder seine Wunschuhrzeit haben)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


TV-Tipp für den 6. September: Liebe

September 6, 2016

WDR, 22.10
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Everybody wants some!!“ – Richard Linklaters Reise zurück in die Achtziger

Juni 4, 2016

Da liefert mir Hannah Pilarczyk auf Spiegel Online mit ihrer Nicht-Kritik über Richard Linklaters neuen Film „Everybody wants some!!“ doch glatt die Steilvorlage für den Einstieg in meine Besprechung des Films. Sie schreibt:

Das alles kann man schreiben. Allein: Der Film hat mir keine Freude bereitet. Ich habe das alles erkannt und dennoch nicht gelacht. (…)

Stattdessen hat mich dieser Film dazu gebracht, ganz grundlegend über die Aufgabe einer Filmkritik nachzudenken. Das soeben Angeführte ist die Summe des Wissen, (…)

Einen ähnlichen Kenntnisstand kann man bei der durchschnittlichen Kinobesucherin, beim durchschnittlichen Kinobesucher nicht voraussetzen. Muss ich ihn als Kritikerin deshalb liefern? Auch wenn er nur das Wissen über den Film vergrößert, aber nicht den Spaß daran?“

Ob eine Kritik den „Spaß“ an einem Film vergrößern kann, weiß ich nicht. Das liegt daran, was man unter „Spaß“ versteht. Und „Freude“ bei einem Film ist auch okay. Wobei sie hier mit „Freude“ wohl nicht „Wohlgefallen“ oder „Vergnügen“, sondern allgemeiner meint, er habe sie nicht angesprochen; sie in keinster Weise berührt. Zum Beispiel wird niemand von einem Film von Michael Haneke, Ulrich Seidl oder Todd Solondz „Freude“ erwarten und auch niemand, der seine fünf Sinne beisammen hat, wird sagen, Roman Polanskis „Der Pianist“ (am Sonntag auf Arte) habe ihr Freude bereitet. Aber es sind sehenswerte, gute Filme, die einen berühren und mit denen sich eine Auseinandersetzung lohnt.

Eine Kritik als eine begründete Meinung sollte genau dazu einladen. D. h.: ich versuche meine Meinung zum Film nachvollziehbar zu erläutern. Ich schreibe auch, um was es in dem Film geht, was der Regisseur zeigen wollte, ob er das erreicht und warum es nach welchem Standard und nach welchen Erwartungen ein gelungener oder misslungener Film ist. Die Kritik sollte den Leser auch befähigen zu beurteilen, ob ihm der Film gefallen könnte. Und, wenn er ihn schon gesehen hat, neue Informationen und Einsichten vermitteln. Also zum Beispiel, warum er ihm nicht gefallen hat, oder warum er vielleicht doch nicht so schlecht ist, wie er glaubt. Insofern ist eine Kritik immer eine persönliche und natürlich subjektive, aber informierte Auseinandersetzung mit dem Film, die mehr als ein „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ ist und bei der das Ego und die persönlichen Befindlichkeiten des Verfassers nicht im Mittelpunkt stehen sollten.

Richard Linklaters neuer Film hat mir auch nicht gefallen. Ich fand ihn langweilig und auch ich konnte für keinen Charakter irgendetwas empfinden, obwohl mir Linklaters andere Filme gefallen, er wieder einen autobiographischen Stoff inszenierte und der Film, siehe Rotten TomatoesLINK, bei der US-Kritik überaus gut ankommt.

Wo also lief es für mich (okay, nicht nur für mich) schief?

Everybody wants some!!“ erzählt von den letzten Tagen vor dem Beginn des Studiums. Im Sommer 1980 kommt Jake Bradford als Neuling an die Southeast Texas State University. Er gehört zum Baseball-Team und hat ein Zimmer in dem in der Stadt gelegenem Studentenwohnheim des Baseball-Teams. Seine Mitbewohner nehmen ihn auf und ziehen mit ihm an dem Wochenende vor dem College-Beginn um die Häuser. Sie nehmen feste und flüssige Drogen. Sie amüsieren sich in verschiedenen Lokalen von einer Disco über einen Punk-Schuppen und eine Country-&-Western-Bar hin zu einer Party im Studentenwohnheim der Kunst-Studenten. Sie spielen etwas Baseball. Sie haben Sex – oder versuchen es. Sie hängen ab. Und am Montag hängen sie müde in der ersten Vorlesung.

Der 1960 geborene Texaner Linklater, der selbst an der Universität Baseball spielte, blickt mit „Everybody wants some!!“ auf seine College-Zeit zurück und er schließt auch an „Dazed and Confused – Sommer der Ausgeflippten“ (Dazed and Confused, USA 1993) an. In diesem autobiographisch inspiriertem Film erzählt er in Episoden von den Erlebnissen mehrerer High-School-Freshmen und den Schülern der Abschlussklasse im Sommer 1976 in Texas. Es geht von der ersten Minute an um den Abschied aus der vertrauten Schule und Umgebung und um den Aufbruch in eine neue Welt. Die Folie, vor der sich alles abspielt, ist das Wissen, dass nach dieser Nacht alles anders sein wird.

Genau diese Folie fehlt „Everybody wants some!!“. Es geht zwar auch um die Aufnahme eines neuen Schülers in die Gemeinschaft, aber dieses Mal gibt es kein Ziel. Also ob das Wochenende der letzte Abschied von der unbeschwerten Jugend oder der Anfang der Eroberung einer neuen, schöneren, offeneren, mehr Möglichkeiten bietenden Welt ist. Es wird nur ein Wochenende gezeigt, bei dem es egal ist, ob es am Anfang oder Ende oder in der Mitte des Semesters oder des Studiums spielt.

Allein das führt schon zu einer Distanz zum Erzählten. Es gibt nämlich keinen Rahmen, in den man die Episoden sinnvoll einordnen kann und die ihnen damit eine größere Bedeutung verleihen. So ist es nur der Tanz in der Disco, das Besäufnis, der wirre Vortrag eines kiffenden Mitstudenten und die nächste Schönheit, die man erobern will.

Dazu kommt das Ensemble von jungen, unbekannten Schauspielern, die alle erschreckend eindimensionale Charaktere verkörpern müssen. Denn letztendlich muss sich keiner von ihnen mit einem Problem herumschlagen oder eine Entscheidung treffen. Aber gerade das Treffen von Entscheidungen verrät uns einiges über den Charakter einer Person und je wichtiger für ihn die Entscheidung ist, umso mehr können wir mit ihm mitfühlen.

Dann würden wir auch verstehen, warum der durchgeknallte Student, der wie eine Kopie von „Taxi Driver“ Travis Bickle wirkt, so ist, wie er ist. In dem Film erleben wir ihn zuerst in der Disco als den grundlos für Ärger sorgenden Psychopathen, mit dem wir keine zwei Sekunden zusammen sein wollen. Später sollen wir glauben, dass er ein wichtiges und durchaus respektiertes Mitglied des Baseball-Teams ist. Nur: wir glauben es nicht.

Ein anderes, älteres Mitglied aus dem Team verschwindet plötzlich, weil er seine College-Zulassung fälschte. Aus diesem Charakter hätte man durchaus etwas machen können, aber in dem Film bleibt er so nebensächlich, dass nicht nur ich mich fragte, wer er denn genau war, was er vorher in dem Film gemacht hat und, verdammt noch mal, welches Teammitglied er war.

Ebenso austauschbar bleiben die vielen anderen Charaktere. Über keinen will man unbedingt mehr erfahren, von keinem erwartet man sehnsüchtig den nächsten Auftritt und keinen würde man, wenn er plötzlich aus dem Film ausscheiden würde, vermissen.

So bleibt aber alles an der Oberfläche. Als ob man ein altes Fotoalbum durchblättert.

Everybody wants some

Everybody wants some!! (Everybody wants some!!, USA 2016)

Regie: Richard Linklater

Drehbuch: Richard Linklater

mit Will Brittain, Zoey Deutch, Ryan Guzman, Tyler Hoechlin, Blake Jenner, J. Quinton Johnson, Glen Powell, Wyatt Russell

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Everybody wants some!!“

Metacritic über „Everybody wants some!!“

Rotten Tomatoes über „Everybody wants some!!“

Wikipedia über „Everybody wants some!!“

Meine Besprechung von Richard Linklaters „Before Midnight“ (Before Midnight, USA 2013)

Richard Linklater in der Kriminalakte

Ein ausführliches Gespräch mit Richard Linklater über den Film und den ganzen Rest

Ein etwas kürzeres Gespräch mit ihm über den Film

Und eines mit ihm, Rick Keeler und Tyler Hoechlin (beides Mitstudenten von Linklater) und über den Film und ihre gemeinsame Uni-Zeit


Neu im Kino/Filmkritik: „The Loft“ – fünf Männer, fünf Schlüssel, eine Frauenleiche, ein Problem

Dezember 11, 2014

Wer nicht gerade zu den vergleichenden Filmwissenschaftlern gehört, wird mit der US-Version von „The Loft“ ein Problem haben: Erik Van Looy inszenierte ein Remake von seinem 2008er Kinohit „Loft – Tödliche Affären“, das sich kaum vom Original unterscheidet. Entsprechend bekannt sind, wenn man das Original kennt, die Dialoge und Twists, auf denen die vertrackte Whodunit-Filmgeschichte aufbaut.
„The Loft“ ist einfach die US-Version von „Loft – Tödliche Affären“, mit höherem Budget und bekannteren Schauspielern. Die Geschichte wurde nicht verändert und ist, wenn man das Original oder das bei uns fast unbekannte 2010er Remake „Loft – Liebe, Lust, Lügen“ von Antoinette Beumer, das bei uns nur auf DVD erschien, nicht kennt, ein herrlich gemeiner und vertrackter Rätselkrimi über fünf verheiratete Männer, die in einem Luxusapartment ihre Schäferstündchen abhalten, bis eines Tages Luke Seacord (Wentworth Miller) in dem Loft eine nackte, blutbesudelte, an das Bett gekettete Frauenleiche entdeckt. Panisch informiert er Vincent Stevens (Karl Urban), Chris Vanowen (James Marsden), Marty Landry (Eric Stonestreet) und Philip Trauner (Matthias Schoenaerts, der schon im Original dabei war). Die fünf Ehebrecher fragen sich, wer von ihnen der Mörder ist. Denn es gibt nur fünf Schlüssel für das Loft.
Erik Van Looy, der auch den genialen Thriller „Mörder ohne Erinnerung“/“Totgemacht – The Alzheimer Case“ inszenierte, inszenierte, mit vielen Rückblenden, wie die fünf Männer versuchen, mit der Situation umzugehen, sich dabei gegenseitig verdächtigen und hinter einige schmutzige Geheimnisse kommen. Denn, entsprechend der alten Thriller-Regel „Nichts ist so, wie es scheint“, hat jeder mindestens ein Geheimnis vor seinen besten Freunden.
Das Erzähltempo ist hoch, die Twists sind (jedenfalls wenn man das Original nicht kennt) unvorhersehbar und die Schauspieler sind gut. Wobei die Schauspieler sich im Remake noch mehr ähneln als im Original, wo sie eher unterscheidbare, aus einem Werbekatalog entsprungene Charakterköpfe waren. Im Remake sind es eher dunkelhaarige Schönlinge mit gut aussehenden Frauen, die man leicht verwechseln kann; was auch von Erik Van Looy beabsichtigt war. Und mit seiner Hochglanz-Optik, seinem subtil-ätzendem Kommentar zur bürgerlichen Ehe und den immer auf ihre hübsche Fassade bedachten Charakteren reiht sich „The Loft“ sehr gelungen in die Reihe von aktuellen Thrillern, wie „Gone Girl“ und „Ich. Darf. Nicht. Schlafen“, ein, die ebenfalls einen Blick auf die Ehe im 21. Jahrhundert werfen.
Aber wer bereits Erik Van Looys „Loft – Tödliche Affären“, das bei uns auf dem Fantasy-Filmfest lief, auf DVD veröffentlicht und bereits im Fernsehen gezeigt wurde, gesehen hat, erfährt in „The Loft“ nichts Neues. Deshalb ist sein US-Remake, wie Michael Hanekes „Funny Games“, ein spannender, aber auch redundanter Thriller.

The Loft - Plakat

The Loft (The Loft, USA 2014)
Regie: Erik Van Looy
Drehbuch: Wesley Strick, Bart de Pauw
mit Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenaerts, Isabel Lucas, Rachael Taylor, Rhona Mitra, Valerie Cruz
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Loft“
Moviepilot über „The Loft“
Metacritic über „The Loft“
Rotten Tomatoes über „The Loft“
Wikipedia über „The Loft“


TV-Tipp für den 21. September: Liebe

September 21, 2014

ARD, 21.45
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


TV-Tipp für den 30. Oktober: Benny’s Video

Oktober 30, 2013

 

Arte, 22.40

Benny’s Video (Österreich/Schweiz 1992)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Weil seine vermögenden Eltern mit anderen Dingen beschäftigt sind, verbringt der 14-jährige Benny seine Zeit vor dem Videorecorder mit dem Genuss von Gewaltfilmen. Als er ein gleichaltriges Mädchen trifft, demonstriert er an ihr die Wirkung eines Bolzenschussgeräts – und zeigt später das Video seinen Eltern.

Der Film von Michael Haneke beobachtet nur und kommentiert nicht. Er erzählt die Geschichte in einer Stringenz und Dichte, die zunächst äußerst unbequem wirken, aber dem Thema und dem Anliegen des Films angemessen sind.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Und über diese These kann man trefflich streiten. Damals und heute immer noch.

Mit diesem Film, der bereits all die Themen und Stilistiken hat, die seine späteren Filme auch haben, wurde Michael Haneke einem breiteren Publikum bekannt. Danach drehte er „Funny Games“ (und zehn Jahre später ein für uns überflüssiges US-Remake), „Code – Unbekannt“, „Caché“, „Das weiße Band“ und „Liebe“.

Haneke erhielt für „Benny’s Video“ den FIPRESCI Preis.

mit Arno Frisch, Angela Winkler, Ulrich Mühe, Ingrid Stassner

Wiederholung: Dienstag, 5. November, 00.40 Uhr (VPS 01.05 Uhr, Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Benny’s Video“

Rotten Tomatoes über „Benny’s Video“

Wikipedia über „Benny’s Video“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Michael Haneke in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Der diesjährige Berlinale-Gewinner „Mutter & Sohn“

Mai 26, 2013

 

Ein Mann überfährt ein Kind. Ein dummer Unfall. Seine Mutter will ihm helfen. Sie redet mit der Polizei. Lässt ihre Beziehungen spielen. So weit, so normal und allgemeingültig. Aber Calin Peter Netzer zeichnet, eher im Hintergrund, ein Bild der rumänischen Gesellschaft und einer problematischen Mutter-Sohn-Beziehung. Denn die Mutter Cornelia ist eine angesehene Architektin für die Oberschicht Bukarests, geschieden, gerade sechzig geworden und enttäuscht darüber, dass ihr Sohn sich seit zwei Monaten nicht mehr bei ihr gemeldet hat. Seine Freundin gefällt ihr auch nicht. Sie kann einfach nicht akzeptieren, dass ihr inzwischen 35-jähriger Sohn Barbu ein eigenes Leben führen will. Ungefragt und sehr dominant mischt sie sich in die polizeiliche Aufarbeitung des Unfalls und versucht alles, um ein Verfahren gegen ihren selbstverständlich unschuldigen Sohnes abzuwenden. Dafür lässt sie, noch bevor sie mit ihm über den Unfall redet, ihre Beziehungen und Bakschisch spielen.

Viel erschreckender als die alltägliche Korruption, wenn sie um ihr Ziel zu erreichen, zum Beispiel, den ermittelnden Polizisten zusichert, sich um die Probleme bei einer Baugenehmigung zu kümmern oder sie sich mit einem Zeugen trifft und ohne mit der Wimper zu zucken, auf dessen finanziellen Forderungen eingeht, ist die Beziehung der Mutter zu ihrem Sohn, dem sie, mit den allerbesten Absichten, jede Möglichkeit, sich irgendwie selbst zu entfalten, nimmt. Diesen schmalen Grad zwischen normaler mütterlicher Fürsorge (und Sorge der Eltern um ihre Kinder) und übertriebener Fürsorge zeichnet Netzer bis zum Ende ambivalent. Meistens sind ihre Handlungen sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung interpretierbar. Selten wird er dabei so deutlich, wie in der Szene, in der sie ihrem Sohn den verspannten Rücken einreibt und es schnell wie eine Vergewaltigung wirkt. Eine Vergewaltigung, bei der das Opfer nichts sagt und die vieles über die Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Sohn verrät. Denn sie steht im Zentrum des Films. Er ist als Täter nur eine weitgehend passive Nebenfigur.

Gedreht wurde der Film, in langen, oft ungeschnittenen Szenen, mit einer pseudokumentarischen Handkamera, die spontan wirken soll, aber doch hochgradig inszeniert ist. Wie die Dialoge, die sich wie alltägliche Gespräche anhören sollen, aber in ihrer Zuspitzung immer auf das ausgefeilte Drehbuch verweisen. Denn auch hier bieten Netzer und sein Co-Autor Razvan Radulescu immer mindestens zwei sich widersprechende Interpretationsmöglichkeiten an, immer werden Machtverhältnisse und Abhängigkeiten thematisiert und jede Handlung, vor allem von der Mutter, aber auch von fast allen anderen Charakteren, erscheint letztendlich egoistisch.

Dieser schonungslose Blick auf seine Charaktere ähnelt dem ähnlich kalt-analytischem Blick von Michael Haneke, der allerdings zugunsten einer ausgefeilten Bilddramaturgie auf die nervig-trendige Handkamera verzichtet. Und wie Hanekes Filme einen nach dem Kinobesuch noch weiter beschäftigen, lädt auch Netzers Film – je nach Alter – zum Nachdenken über die eigene Beziehung zu seinen Eltern und Kindern an.

Mutter & Sohn“, der den diesjährigen Goldenen Bär auf der Berlinale gewann, ist kein schöner Blick auf die Conditio Humana und ein illusionsloser Blick in die korrupte rumänische Gesellschaft. Denn „Mutter und Sohn“ kann auch als eine kaum verhüllte Metapher für Rumänien und den ehemaligen Ostblock gesehen werden.

Mutter und Sohn - Plakat

Mutter & Sohn (Pozitia Copilului/Child’s Pose, Rumänien 2013)

Regie: Calin Peter Netzer

Drehbuch: Razvan Radulescu, Calin Peter Netzer

mit Luminita Gheorghiu, Bogdan Dumitrache, Ilinca Goia, Natasa Raab, Florian Zamfirescu, Vlad Ivanov

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mutter & Sohn“

Wikipedia über „Mutter & Sohn“ (deutsch, englisch)

Berlinale: Pressekonferenz zum Film

 

 


Prämierte Drehbücher online verfügbar

Februar 11, 2013

Kurz bevor wichtige Filmpreise, wie die Golden Globes und die Oscars, vergeben werden, machen die Produktionsfirmen etliche  der prämierten Drehbücher online verfügbar und Filmfans around the Globe können sich bedienen:

Chris Terrio: Argo (meine Besprechung)

Rian Johnson: Looper (meine Besprechung – und demnächst auch einige Worte zur DVD)

John McLaughlin: Hitchcock (meine Besprechung der Vorlage; der Film startet demnächst)

Bridget O’Connor/Peter Straughan: Tinker, Tailer, Soldier, Spy (meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Dame, König, As, Spion“)

Michael Haneke: Liebe (Amour – englische Fassung; meine Besprechung)

Quentin Tarantino: Django Unchained (meine Besprechung)

John August: Frankenweenie (meine Besprechung des tollen Tim-Burton-Films)

Ronald Harwood: Quartet (meine Besprechung von Dustin Hoffmans Regiedebüt)

John Gatins: Flight (meine Besprechung)

Tony Kushner: Lincoln (meine Besprechung)

Mark Boal: Zero Dark Thirty (meine Besprechung)

Evan Daugherty, John Lee Hancock, Hossein Amini: Snow White and the Huntsman (meine Besprechung dieser Variante von Schneewittchen)

John Krasinski/Matt Damon: Promised Land

David Magee: Life of Pi

Richard Nelson: Hyde Park on Hudson (deutscher Titel: Hyde Park am Hudson, Kinostart: 28. Februar)

Nicholas Jarecki: Arbitrage (Drama mit Richard Gere und Susan Sarandon, deutscher Kinostart unklar)

Cinco Paul/Ken Daurio: Dr. Seuss‘ The Lorax

Rashida Jones/Will McCormack: Celeste and Jesse Forever (deutscher Titel: „Celeste & Jesse – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert“, Kinostart: 14. Februar)

Ol Parker: The Best Exotic Marigold Hotel

Lucy Alibar/Benh Zeitlin: Beasts of the Southern Wild

Tom Stoppard: Anne Karenina

James Ponsoldt/Susan Burke: Smashed

David O. Russell: Silver Linings Playbook (deutscher Titel: Silver Linings)

Jacques Audiard/Thomas Bidegain: Rust and Bone (na, das müsste „De Rouille et D’Os“ bzw. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ sein)

David Lindsey-Abaire: Rise of the Guardians

Stephen Chbosky: The Perks of being a Wallflower

Christopher Butler: ParaNorman

Phil Johnson/Jennifer Lee: Wreck it Ralph

Wes Anderson/Roman Coppola: Moonrise Kingdom

Ava DuVernay: Middle of Nowhere

Paul Thomas Anderson: The Master

William Nicholson, Alain Boublil, Claude-Michel Schönberg, Herbert Kretzmer: Les Misérables (ein Musical, Kinostart: 21. Februar)

Judd Apatow: This is 40

Seth MacFarlane/Alec Sulkin/Wellesly Wild: Ted

Ben Lewin: The Sessions

Und hier, bei den 2012 nominierten Drehbüchern, gibt es auch noch einige Treffer.


Etwas Kleinkram

Dezember 5, 2012

Nicht sortiert, teilweise schon etwas älter, aber einen Blick wert:

Die Dezemberausgabe von „The Big Thrill„, die Zeitung der International Thriller Writers (ITW), ist online.

Bill Massey über George V. Higgins (dessen Roman „Cogans Trade“ jetzt als Killing them softly“ verfilmt wurde):

In a typical Higgins novel, mobsters, hitmen, shylocks, thieves, and other assorted sleazeballs – along with the cops and lawyers who are pursuing them – sit together in bars and diners and dingy offices in the less salubrious parts of Boston and talk. Talk in a way that only a lawyer who had himself spent many hours in these same bars and dingy offices listening, could recreate. And out of that talk, almost without you being aware of it, emerge his stories – acutely observed, by turns shocking and hilarious stories of Boston lowlife at its lowest. And that, in the end, is what makes Higgins such a great writer.

Wie man einen großartigen Kriminalroman schreibt wird hier (Teil 1, Teil 2) verraten.

Der Noir of the Week ist „The Las Vegas Story“ (USA 1952); wohl kein Meisterwerk, aber mit Jane Russell.

Alle Gewinner des Europäischen Filmpreises. Der große Abräumer war Michael Haneke mit „Liebe“.

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, sollte mal im Katalog für die Hollywood Auction blättern. Da gibt es gefühlt tausend Dinge, die etwas mit Film zu tun haben und jetzt versteigert werden. Wer also eine alte Fotografie, ein Storyboard, Filmkleider, Filmmodelle undundund will,…

Zum Glück kann der Katalog kostenlos runtergeladen werden.

Neu bei Mulholland Books:

Duane Swierczynski (aka Duane Louis) über Judge Dredd

Ein Gespräch mit Denise Mina über ihren Stieg-Larsson-Comic „The Girl with the Dragoon Tatoo“ (bei uns erschien der Roman als „Verblendung“); deutsche Veröffentlichung unklar

– Anthony Horowitz verrät „10 Rules to write a Sherlock Holmes Novel“ (und wir können prüfen, welche er in seinem grandiosen Sherlock-Holmes-Roman „Das Geheimnis des weißen Bandes“ wirklich beherzigte)

Jo Nesbo verrät, warum man Jim Thompsons „Pop. 1280“ (1280 schwarze Seelen) lesen muss.

Peter Bogdanovich veröffentlicht weitere Kurzkritiken zu Filmen von Howard Hawks. Im fünften Teil auch seine beiden Bewertungen des John-Wayne-Westerns „Rio Lobo“.

Martin Compart feiert die zweite Staffel von „Strike Back“ ab.

„The Losers“ gefällt ihm auch.

Er schreibt etwas über den Spionageroman (Teil 1, Teil 2) und spricht mit Frank Festa über die im Fest Verlag gestartete neue Krimireihe (für die Freunde der härteren Kost).

Brian Greene schreibt über Ted Lewis (Ähem; GET CARTER)

Zum Abschluss noch etwas für’s Auge:

Das Plakat für die Lee-Child-Verfilmung

Jack Reacher - Plakat4

Und für den nächsten „Star Trek“-Film

Star Trek - Into Darkness - Teaser

Einerseits gefällt mir das Teaser-Plakat, andererseits hat es so überhaupt nichts mit Raumschiff Enterprise zu tun.


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