DVD-Kritik: Paul Newman ist „Der Etappenheld“

Juli 13, 2011

Als Paul Newman 1968 „Der Etappenheld“ drehte, war er bereits ein Star. Trotzdem floppte der Film an der Kinokasse und heute ist er fast unbekannt. Nicht zu unrecht. Denn „Der Etappenheld“ ist eine äußerst milde Satire auf das Militär und eine eher lasche Kriegskomödie; – wobei man auch argumentieren könnte, dass die Macher keine Komödie machen wollten, sondern einen ernsten Film, der auf einer absurden Prämisse basiert, drehten und es dabei einige komische Momente gibt.

Denn zufällig nehmen die Italiener während des Zweiten Weltkriegs in Tunesien fünf Alliierten-Generäle fest und bringen sie, als Kriegsgefangene, nach Italien in ein Schloss, das ihr Nobelgefängnis sein soll. Ihr Bewacher ist Colonello Enrico Ferrucci, der vorher fast neun Jahre Hauptgeschäftsführer des Ritz Excelsior in Genua war und seine hohen Gäste gerne ordentlich beherbergt. Die Generäle beginnen selbstverständlich sofort ihren Ausbruch zu planen, aber weil sie alle den gleichen militärischen Rang haben, wissen sie nicht, wer sie anführen soll und die Idee, den Ausbruch per Abstimmung zu planen, scheitert, weil die Mehrheit immer gegen den gerade vorgestellten Plan ist.

Währenddessen startet General Homer Prentiss in London eine Rettungsaktion. Er holt sich Private Harry Frigg (Paul Newman). Der steht, weil er ständig Ärger mit seinen inkompetenten Vorgesetzten hat und jede Haftstrafe durch unbotmäßiges Verhalten und Fluchtversuche ins Unendliche verlängert, auf der militärischen Futterleiter ganz unten. Aber als Serienausbrecher ist er der ideale Kandidat, um für die inhaftierten Generäle einen Ausbruch zu organisieren. Er wird, weil die Generäle nur die Befehle eines höherrangigen Militärs akzeptieren werden, zum Major General befördert und nach Italien geschickt.

Routinier Jack Smight, der davor mit Paul Newman den Privatdetektivkrimi „Ein Fall für Harper“ gedreht hatte, und Peter Stone, der davor bereits die Drehbücher für „Charade“ und „Arabeske“ geschrieben hatte (später schrieb er die Drehbücher für „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3“ und „Die Schlemmerorgie“), machen erstaunlich wenig aus der vielversprechenden Prämisse. Stattdessen plätschert die Geschichte bis kurz vor Schluss so vor sich hin. Immerhin fühlen sich die Gefangenen gar nicht so unwohl in dem Luxusgefängnis. Die in das Gartenhaus ausquartierte Gräfin Francesca De Montefiore (die Schönheitskönigin Sylva Koscina wurde garantiert nicht wegen ihrer schauspielerischen Fähigkeiten engagiert) hat sich mit den Umständen gut arrangiert, ist am Tisch immer noch die Gastgeberin und sie verliebt sich auch in Harry Frigg, dem sie einige Lehrstunden im Benehmen der Bessergestellten verpasst. Der Gefängniswärter ist ein äußerst zuvorkommender und um das leibliche Wohl seiner Gäste sehr besorgter Gastgeber. Und die Wachen haben in den ersten Wochen auch keine Munition für ihre Gewehre.

Es ist irgendwie schon alles ziemlich paradiesisch in dem Luxusgefängnis, bis die Nazis auftauchen. Werner Peters gibt die Cartoon-Version des kriegslüstern-menschenverachtenden Offiziers, der sie auch gleich in ein anderes, gut bewachtes und gesichertes Gefängnis verfrachtet. Jetzt, auch weil der Film fast um ist, ist Harry Friggs Ausbrechertalent gefragt.

Der Etappenheld“ ist ein Film für eine verregneten Sonntagnachmittag. Nichts großartiges, auch nichts was länger im Gedächtnis bleibt oder besonders aufregend ist, aber, angereichert mit einigen hübschen Szenen und Dialogen, durchaus kurzweilig unterhält.

Der Etappenheld (The secret war of Harry Frigg, USA 1968)

Regie: Jack Smight

Drehbuch: Peter Stone, Frank Tarloff (nach einer Geschichte von Frank Tarloff)

mit Paul Newman, Sylva Koscina, Andrew Duggan, Tom Bosley, John Williams, Charles Gray, Vito Scotti, Jacques Roux, Werner Peters, James Gregory, Norman Fell, Buck Henry

DVD

Koch-Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie, Originaltrailer

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 12 Jahre.

Hinweise

Wikipedia über „Der Etappenheld“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Der Etappenheld“

Movieposters: einige Filmplakate

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Paul Newman

Paul Newman in der Kriminalakte


R. i. P.: Paul Newman

September 29, 2008

R. i. P.: Paul Newman (26. Januar 1925 – 26. September 2008)

Wir kennen und lieben den Schauspieler unter anderem aus „Haie der Großstadt“, „Ein Fall für Harper“, „Der zerrissen Vorhang“, „Man nannte ihn Hombre“, „Der Unbeugsame“, „Butch Cassidy und Sundance Kid“, „Das war Roy Bean“, „Der Mackintosh Mann“, „Der Clou“, „Unter Wasser stirbt man nicht“, „Buffalo Bill und die Indianer“, „The Bronx“, „The Verdict“, „Die Farbe des Geldes“, „Hudsucker – Der große Sprung“, „Im Zwielicht“ und „Road to Perdition“.

Michael Ballhaus sagt über Paul Newman:

Ich weiß nicht, ob es solche Männer nach ihm noch geben wird. Solche Karrieren. Ich glaube eigentlich nicht. Es braucht mehr als gute Rollen oder Schauspieltalent dazu. Bei Paul war es schon die ganze Persönlichkeit, die ihn so groß machte.

Alles weitere über den verstorbenen Filmstar erfahren Sie in den zahlreichen Nachrufen: The Rap Sheet, The New York Times, Berliner Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Tageszeitung, Welt und Zeit.


TV-Tipp für den 11. November: Der zerrissene Vorhang

November 11, 2019

Nach „Topas“ (um 20.15 Uhr) besucht Alfred Hitchcock die DDR

Arte, 22.15

Der zerrissene Vorhang (Torn Curtain, USA 1966)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, eine zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Das ist für zwei Stunden aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem die Romane „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Wiederholung: Dienstag, 19. November, 13.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der zerrissene Vorhang“

Wikipedia über „Der zerrissene Vorhang“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Brian Moore

Alfred Hitchcock redet mit Francois Truffaut über “Der zerrissene Vorhang”

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Oktober: Man nannte ihn Hombre

Oktober 7, 2019

Servus TV, 22.00

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Extrem selten gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Wiederholung: Mittwoch, 9. Oktober, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


TV-Tipp für den 28. Mai: The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Mai 28, 2019

Servus TV, 22.35

The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (The Verdict, USA 1982)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: David Mamet

LV: Barry Reed: The Verdict, 1980 (The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit…)

Der heruntergekommene Anwalt Frank Galvin will es noch einmal wissen. Für eine nach einem Narkosefehler im Koma liegende Frau nimmt er den Kampf gegen ein mächtiges Hospital auf.

Spannender Gerichtsthriller, lange vor John Grisham und realistischer.

David Mamets Drehbuch war für den WGA Award, den Golden Globe und den Oscar nominiert. Paul Newman, Sidney Lumet und James Mason und der Film (als Bester Film des Jahres) waren ebenfalls für Oscars nominiert, aber „Ghandi“ war einfach der bessere Oscar-Film.

Mit Paul Newman, Charlotte Rampling, Jack Warden, James Mason, Milo O’Shea, Lindsay Crouse, Roxanne Hart, Tobin Bell, Bruce Willis (beide als Teil des Publikums im Gericht)

Wiederholung: Mittwoch, 29. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Verdict“

Wikipedia über “The Verdict” (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Mein Nachruf auf Paul Newman

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Gorilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Gorilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

Sidney Lumet, David Mamet und Paul Newman in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. November: Butch Cassidy und Sundance Kid

November 25, 2018

Tele 5, 20.15

Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman

In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.

In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.

Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).

mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey

Hinweise

Turner Classic Movies über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Roy Hills „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)


TV-Tipp für den 3. November: Man nannte ihn Hombre

November 3, 2017

Kabel Eins Doku, 20.15

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. August: Der zerrissene Vorhang

August 17, 2017

3sat, 22.35

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, eine zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Das ist für zwei Stunden aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Danach, um 00.35 Uhr, zeigt 3sat „Im Schatten des Zweifels“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Wiederholung: Sonntag, 20. August, 03.45 Uhr (VPS 03.25, Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der zerrissene Vorhang“

Wikipedia über „Der zerrissene Vorhang“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Brian Moore

Alfred Hitchcock redet mit Francois Truffaut über “Der zerrissene Vorhang”

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

 

 


TV-Tipp für den 6. Juli: Der zerrissene Vorhang

Juli 5, 2016

3sat, 22.55

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, Regie: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, eine zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Das ist für zwei Stunden aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der zerrissene Vorhang“

Wikipedia über „Der zerrissene Vorhang“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Brian Moore

Alfred Hitchcock redet mit Francois Truffaut über “Der zerrissene Vorhang”

Senses of Cinema über Alfred Hitchcock

Kriminalakte über Paul Newman

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)


TV-Tipp für den 6. März: Wilde Western – 3sat-Thementag

März 5, 2016

„Wilde Western“ – ein 3sat-Thementag, an dem ein Western auf den nächsten folgt und auch wenn nicht jeder dieser Western ein Klassiker ist, ist die Auswahl auch ohne John Wayne als Mix aus alten und neueren Werken, Klassikern und, nun, Merkwürdigkeiten äußerst gelungen.
Hier das Programm:
06.20: Im Zauber der Wildnis – Yellowstone
07.05: Reisen in ferne Welten: Der Oregon Trail – Pionierpfad ins Paradies (und das war’s dann mit den Dokumentationen für die nächsten Stunden)
07.50: Freddy und das Lied der Prärie (Deutschland/Jugoslawien 1964 – Ein Schlagerfilm mit Freddy Quinn)
09.25: Buffalo Bill und die Indianer (USA 1976 – ein Klassiker von Robert Altman mit Paul Newman)
11.25: Winnetous Rückkehr (Deutschland/Österreich 1998 – Beide Teile des TV-Films, in dem Pierre Brice wieder einmal in die Rolle seines Lebens schlüpft)
14.20: Bandidas (USA/Frankreich 2006 – Spaß mit Salma Hayek und Penélope Cruz)
15.45: American Outlaws (USA 2001 – mit Colin Farrell als Jesse James)
17.15: Meuterei am Schlangenfluß (USA 1952 – Westernklassiker von Anthony Mann mit James Stewart)
18.40: Der letzte Zug von Gun Hill (USA 1959 – Westernklassiker von John Sturges)
20.15: Zwei rechnen ab (USA 1957 – noch ein Klassiker von John Sturges und wieder ist Kirk Douglas dabei)
22.15: Tombstone (USA 1993 – eine andere Version des Schusswechsels am OK Corral, die auch in „Zwei rechnen ab“ erzählt wird)
00.20: Südwest nach Sonora (USA 1966 – kein Klassiker. Jedenfalls noch nicht, aber ein sehr sehenswerter Western mit Marlon Brando)
01.55: Gott vergibt…Django nie! (Italien/Spanien 1967 – Italowestern mit Terence Hill und Bud Spencer, der da noch nicht Buddy haut den Lukas war)
03.30: Zwei rechnen ab (USA 1957 – die Nachtwiederholung)
05.30: Der Santa Fé Trail (zum Ausklang noch eine Doku)
Mehr Infos zum Thementag


Neu im Kino/Filmkritik: „Creed“ will boxen – und er hat einen prominenten Trainer

Januar 14, 2016

Gut zehn Jahre nach „Rocky Balboa“ spielt Sylvester Stallone wieder die Rolle, mit der er vor vierzig Jahren bekannt wurde und die ihm damals Oscar-Nominierungen als bester Drehbuchautor und bester Hauptdarsteller einbrachte. „Rocky“ erhielt den Oscar als bester Film des Jahres. Seitdem spielte Stallone mehrmals den Boxer und er sammelte Razzies, die Anti-Oscars für besonders schlechte Leistungen.
Jetzt, in „Creed – Rocky’s Legacy“ (so der deutsche Titel von „Creed“), hat er eine Nebenrolle und am Wochenende erhielt er den Golden Globe als bester Nebendarsteller. Für etliche weitere Preise, wie den Oscar als bester Nebendarsteller, wurde er nominiert und auch der Film wird von der US-Kritik beängstigend euphorisch abgefeiert. Nun, so gut ist Ryan Cooglers zweiter Spielfilm nach „Nächster Halt: Fruitvale Station“ nicht, aber es ist ein würdiger und würdevoller Abschluss der Geschichte von Rocky Balboa und auch ein gelungener Stabwechsel von der älteren zur jüngeren Generation. Wie damals, als Paul Newman in „Die Farbe des Geldes“ (The Color of Money, 1986) die Rolle des professionellen Billardspielers Eddie Felson aus „Haie der Großstadt“ (The Hustler, 1961) wieder aufnahm. Sein junger Bewunderer, der in seine Fußstapfen treten wollte, war Tom Cruise.
In „Creed“ ist Rocky Balboa (wie schon in dem ziemlich lahmen „Rocky Balboa“) ein alter Mann, der seinen Erinnerungen nachhängt, ein Restaurant betreibt und von seinem alten Ruhm als Boxer zehrt. Er sieht keinen Tag jünger aus, als er ist und der Siebzigjährige lässt sich nur widerwillig und nach langem Zögern auf die Bitte des jungen Afroamerikaners Adonis Johnson (Michael B. Jordan), ihn zu trainieren, ein.
Und dann läuft das übliche Programm eines Boxerfilms von Boxkämpfen im Ring, Training, einer schwierigen Herausforderungen und einem Schlusskampf im Ring, in dem es um alles geht, ab. Und dazu gibt es noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Boxer und seiner neuen Freundin, einer im gleichen Miethaus lebenden Musikerin.
All das findet sich in „Creed“, der sich mit über zwei Stunden viel Zeit nimmt, seine Geschichte zu erzählen, ohne dass man sich langweilt. Denn Ryan Coogler legt, wie Sylvester Stallone in seinem ersten „Rocky“-Film, der von John G. Avildsen („Karate Kid“) inszeniert wurde, Wert darauf, die Charaktere in einem realistischen Umfeld zu präsentieren und damit, inclusive etlicher aus „Rocky“ bekannter Orte, auch eine kleine Topographie der Arbeiterschicht von Philadelphia im Wandel (oder Nicht-Wandel) der Zeit zu zeichnen. Im Mittelpunkt des Films steht allerdings Adonis Johnson, der Sohn von Apollo Creed, der seinen Vater niemals kennen lernte und der jetzt immer noch nach einer Vaterfigur und, damit verbunden, seiner Identität sucht.
Das ist von Ryan Coogler feinfühlig inszeniert, ohne die große Szene zu scheuen. Die Boxkämpfe erhalten wegen der wenigen Schnitte eine besondere Dynamik und Dramatik. Bei dem Kampf zwischen Adonis und Pete Sporino (Ritchie Coster ist, wie die anderen Boxgegner von Adonis, ein echter Boxer) gibt es während des zweiminütigen Kampfes keinen einzigen Schnitt. Coogler zeigt allerdings nur die gute und problemfreie Seite des Boxgeschäftes. Illegale Machenschaften kommen hier nicht vor. Und das Boxen wird, im Gegensatz zu „Southpaw“, als schmerzfreie Angelegenheit präsentiert, was „Creed“ dann schon wieder märchenhafte Züge verleiht.

Creed - Plakat

Creed – Rocky’s Legacy (Creed, USA 2015)
Regie: Ryan Coogler
Drehbuch: Ryan Coogler, Aaron Covington
mit Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Phylicia Rashad, Andre Ward, Anthony Bellew, Ritchie Coster
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Creed“
Metacritic über „Creed“
Rotten Tomatoes über „Creed“
Wikipedia über „Creed“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. Juli: Road to Perdition

Juli 29, 2014

Kabel 1, 20.15

Road to Perdition (USA 2002, Regie: Sam Mendes)

Drehbuch: David Self

LV: Max Allan Collins (Text), Richard Piers Rayner (Zeichnungen): Road to Perdition, 1998 (Road to Perdition, Graphic Novel)

Buch zum Film: Max Allan Collins: Road to Perdition, 2002 (Road to Perdition)

Chicago, 30er Jahre: Profikiller Michael Sullivan steht plötzlich selbst auf der Abschußliste. Nachdem seine Familie umgebracht wird, flüchtet er mit seinem Sohn aus Chicago.

„Sam Mendes ist eine äußerst sehenswerte, in die Tiefe des Vater-Sohn-Verhältnisses lotende Film-noir-Tragödie gelungen, mit exzellenten Schauspielern und großartiger Kamerarbeit von Conrad L. Hall.“ (Sönke Lars Neuwöhner, tip 18/2002) oder „großartig besetzter, klassisch epigonaler Gangsterfilm“ (Adrian Prechtel, AZ 5. 9. 2002). Wahrscheinlich bin ich einer der wenigen Menschen, die die Graphic Novel dem etwas langatmigen Film vorziehen.

Max Allan Collins schrieb nach der erfolgreichen Verfilmung weitere Romane und Graphic-Novels, in denen die Geschichte von Michael Sullivan jr. weitererzählt wird. Übersetzt wurde nur die erste Fortsetzung „Road to Purgatory“ (2004, Road to Purgatory – Straße der Vergeltung).

Wie üblich dürfte die 20.15 Uhr-Ausstrahlung gekürzt sein.

Mit Tom Hanks, Paul Newman, Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Daniel Craig, Stanley Tucci

Wiederholung: Donnerstag, 31. Juli, 01.25 Uhr (Taggenau! Und wahrscheinlich ungekürzt.)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Road to Perdition“

Wikipedia über „Road to Perdition“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Thrilling Detective über Max Allan Collins

January Magazine: Interview mit Max Allan Collins (1999)

Comic Book Resources: Interview mit Max Allan Collins (2002 – unter anderem zu „Road to Perdition“)

Sean Chercover redet mit Max Allan Collins (2005)

Things I’d rather be doing redet mit Max Allan Collins (2007)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Two for the Money” (2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The First Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „The last Quarry“ (2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben“ (Bones: Buried deep, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Crime Scene Investigation: Im Profil des Todes“ (CSI: Crime Scene Investigation – Snake Eyes, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: NY – Blutiger Mond“ (Bloody Murder, 2006 – Comic)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “CSI – Das Dämonenhaus” (Demon House, 2004 – Comic)


TV-Tipp für den 23. Dezember: The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Dezember 23, 2013

3sat, 21.35

The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (USA 1982, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: David Mamet

LV: Barry Reed: The Verdict, 1980 (The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit…)

Der heruntergekommene Anwalt Frank Galvin will es noch einmal wissen. Für eine nach einem Narkosefehler im Koma liegende Frau nimmt er den Kampf gegen ein mächtiges Hospital auf.

Spannender Gerichtsthriller, lange vor John Grisham und realistischer.

David Mamets Drehbuch war für den WGA Award, den Golden Globe und den Oscar nominiert. Paul Newman, Sidney Lumet und James Mason und der Film (als Bester Film des Jahres) waren ebenfalls für Oscars nominiert, aber „Ghandi“ war einfach der bessere Oscar-Film.

Mit Paul Newman, Charlotte Rampling, Jack Warden, James Mason, Milo O’Shea, Lindsay Crouse, Roxanne Hart, Tobin Bell, Bruce Willis (beide als Teil des Publikums im Gericht)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Verdict“

Wikipedia über “The Verdict” (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Mein Nachruf auf Paul Newman

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Gorilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Gorilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

Sidney Lumet, David Mamet und Paul Newman in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. November: Hudsucker – Der große Sprung

November 13, 2013

Arte, 20.15

Hudsucker – Der große Sprung (USA 1993, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Sam Raimi

Als Konzernchef Waring Hudsucker sein Leben mit einem Fenstersprung beendet, sieht Vizepräsident Mussburger seine Chance. Er macht, in der Hoffnung auf sinkende Aktienkurse, den Trottel Norville Barnes zum neuen Chef. Doch dann hat Norville eine absolut blöde Idee: er erfindet den Hula-Hoop-Reifen, der – wider Erwarten – zum Verkaufsschlager wird.

Überhaupt nicht begeistert, etwas hart, aber nicht unzutreffend urteilte damals der „Fischer Film Almanach 1995“ über die stilisierte, weitgehend unwitzige Screwball-Comedy: „Kunstgewerbe…Der Protz der Inszenierung erschlägt, die Schauspieler chargieren entsetzlich, die Zitate machen keinen Story-Sinn…Der Film ist clever kalkuliert, aber kalt wie ein Fischauge und leer wie Barton Finks erste Drehbuchseite.“

Danach drehten die Coen-Brüder die Klassiker „Fargo“ und „The Big Lebowski“ – und trafen damit besser die Publikumserwartungen als mit ihrem in einer Kunstwelt spielendem Anti-Capra-Film.

mit Paul Newman, Tim Robbins, Jennifer Jason Leigh, Charles Durning, Jim True, Bruce Campbell

Wiederholung: Freitag, 15. November, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Hudsucker“

Wikipedia über „Hudsucker“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Rush“: das Duell zwischen James Hunt und Niki Lauda

Oktober 4, 2013

 

Die Formel 1 interessiert mich höchstens peripher. Aber von „Rush“, einem Film über zwei Formel-1-Fahrer, bin ich begeistert. Denn Peter Morgan, der auch die Bücher für „Die Queen“, „Frost/Nixon“, „Hereafter – Das Leben danach“ und die David-Peace-Verfilmung „The Damned United“ schrieb, stellt die beiden gegensätzlichen Charaktere James Hunt (Chris Hemsworth) und Niki Lauda (Daniel Brühl) und ihren Kampf um die Weltmeisterschaft 1976 in den Mittelpunkt der Geschichte, die auch ein Porträt des damaligen Formel-1-Rennzirkusses und der frühen siebziger Jahre ist.

Die Saison ging in die Geschichte ein, weil der damalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda auf dem Nürburgring verunglückte, sich lebensgefährliche Verbrennungen zuzog und wenige Wochen später wieder Rennen fuhr. Hunt gewann damals die Weltmeisterschaft mit einem Punkt Vorsprung und zog sich 1979 ohne einen weiteren Weltmeistertitel aus dem Renngeschäft zurück. Er wurde BBC-Sportmoderator und starb 1993, 45-jährig, an den Folgen eines Herzinfarkts.

Niki Lauda wurde danach noch zweimal, 1977 und 1984, Weltmeister, zog sich ein Jahr später aus dem aktiven Rennsport zurück und ist auch heute noch ein, wenigstens dem deutschsprachigem Publikum bekannter, Teilnehmer des Formel-1-Zirkusses.

James Hunt war ein impulsiver Playboy, der das Leben in vollen Zügen genoss, weil jedes Rennen seinen Tod bedeuten könnte. Denn damals war die Formel 1 mit ihren tödlichen Unfällen lebensgefährlich.

Niki Lauda ist dagegen der kühle Planer, der undiplomatische Stratege, der Kosten und Nutzen abschätzt und alles seinen Zielen unterordnet. Ihm würde niemals einfallen, vor einem Rennen eine Party zu veranstalten und Alkohol zu trinken. Auch die Siegesfeiern sind für ihn eher ein lästiges Pflichtprogramm, das er schnell absolviert, während Hunt jeden Sieg auskostet.

Ron Howard, der die auf wahren Ereignissen basierenden Filme „Apollo 13“, „A Beautiful Mind“ und „Frost/Nixon“ inszenierte, inszenierte den Kampf zwischen den beiden Männern, der auch von den Medien öffentlichkeitswirksam gepusht wurde und so den Rennen eine zusätzliche, persönliche Dimension gab, mit einer gehörigen Portion 70er-Jahre-Feeling und einer angenehm ambivalenten Zeichnung der beiden Charaktere, die sich gegenseitig ergänzen und in einer innigen Hassliebe miteinander verbunden sind. Dabei ist Hunt zwar der offensichtliche Sympathieträger, auch weil Lauda, der den Film unterstützte, immer wieder sehr unsympathisch gezeichnet wird, aber Lauda ist auch der Erzähler des Films, der den ersten und den letzten Satz hat. Und gerade weil sich der Film nie entscheidet, wer jetzt der Protagonist und wer der Antagonist ist, ist „Rush“ als Drama gelungen.

Dagegen enttäuschen die Rennszenen. Denn sie sind so zerschnitten, dass man das Renngeschehen nie überblickt. Es ist nur noch ein hektisches Geschnipsel von Autos, Helmen und Straße, das manchmal unsanft neben der Fahrbahn endet.

Da waren die damals spektakulären Rennszenen in John Frankenheimers starbesetzter „Grand Prix“ (1966) über eine Rennsaison, James Goldstones „Indianapolis“ (1969) über das gleichnamige Rennen mit Paul Newman, Frank Simon und Roman Polanskis fast vergessene Dokumentation „Weekend eines Champions“ (1971) über Jackie Stewart und das Rennen von Monaco, Lee H. Katzins „Le Mans (1971) über das gleichnamige Rennen mit Steve McQueen schon weiter. Aber in diesen Filmen war die Filmgeschichte meistens höchstens eine drittrangige Entschuldigung für die Rennszenen. In „Rush“ steht dagegen die Story und damit die Schauspieler an erster Stelle. Die Rennszenen sind dagegen das uninteressanteste am Film und deshalb gehört Ron Howards großartiger Schauspielerfilm schon jetzt zu den besten Rennfahrerfilmen.

Rush - Plakat

Rush – Alles für den Sieg (Rush, USA/Großbritannien/Deutschland 2013)

Regie: Ron Howard

Drehbuch: Peter Morgan

mit Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olivia Wilde, Alexandra Maria Lara, Pierfrancesco Favino, Christian McKay

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Rush“

Moviepilot über „Rush“

Metacritic über „Rush“

Rotten Tomatoes über „Rush“

Wikipedia über „Rush“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Rush“

 

 

 

 


DVD-Kritik: Robert Wises vergessener Western „Vorposten in Wildwest“

September 11, 2013

 

Während des Bürgerkriegs bot US-Präsident Abraham Lincoln gefangenen Südstaaten-Soldaten an, dass sie ihre Freiheit erlangen könnten, wenn sie den Nordstaatlern im Kampf gegen die Indianer helfen. Colonel Clay Tucker (Joseph Cotten) und seine Männer lassen sich auf das Angebot ein. In Fort Thorn werden sie von Major Henry Kenniston (Jeff Chandler) frostig empfangen. Der Lagerkommandant misstraut den Südstaatlern. Gleichzeitig hat er sich inzwischen zu einem hasserfüllten Mann verwandelt, der Indianer grundlos ermordet und Elena Kenniston (Linda Darnell), die schöne Frau seines gefallenen Bruders, quasi gefangen hält.

Trotz der prominenten Besetzung ist „Vorposten in Weltwest“ heute fast unbekannt. Ein Grund ist sicher, dass der Film nie im Fernsehen läuft. Ein anderer, dass der Western sich eher an ein erwachsenes Publikum richtet. Immerhin geht es vor allem um Fragen von Ehre und Gewissen. Soll man sich an ein gegebenes Wort halten? Welchen Befehlshabern soll man folgen? Und wann soll man sich gegen unfähige Vorgesetzte auflehnen? Fragen, die Robert Wise nicht endgültig beantwortet. Und einige Antworten fallen ziemlich ernüchternd aus. So ist der auf den ersten Blick glänzende Held und kluge Südstaaten-Colonel Tucker doch eher ein biederer, von den Ereignissen getriebener Befehlsempfänger, der aus verschiedenen Gründen Chancen für eine Flucht und den Kampf gegen die verhassten Nordstaatler nicht nutzt. Sein Gegenspieler Kenniston ist ein Lügner und eine Gefahr für alle in dem Fort lebenden Menschen.

Gleichzeitig mäandert, eben weil die Konflikte eher angesprochen als ausgetragen werden, die Geschichte ziemlich planlos in netten Episoden vor sich hin und bis auf den großen Kampf gegen die Indianer am Filmende gibt es kaum Action. Stattdessen wird endlos geredet. Das ist dann nur mäßig unterhaltsam. Der ambitionierte Kavallerie-Western „Vorposten in Wildwest“ gehört sicher nicht zu Robert Wises besten Werken.

 

Wer war Robert Wise?

 

Wahrscheinlich hat jeder schon einige Filme von Robert Wise (10. September 1914 – 14. September 2005) gesehen und obwohl er einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods war, ist er auch, obwohl er selbst zahlreiche prestigeträchtige Preise, unter anderem vier Oscars, erhielt und seine Filme durch mehrere Jahrzehnte hindurch mit Preisen überschüttet wurden, einer der unterschätztesten und unbekanntesten Regisseure. Denn eine Auteurschaft, wie seinen Kollegen Alfred Hitchcock, John Ford oder Howard Hawks, wurde ihm nie zugesprochen.

So schrieb John Russell Taylor: „Robert Wise zählt zu den erstaunlich vielseitigen Handwerkern Hollywoods, die sich jedem Genre mit Erfolg zuwenden können, stets eine sehr achtbare Arbeit abliefern und eine lange Reihe hervorragender Filme aufweisen, ohne in ihnen je ein persönliches Zeichen von sich zu hinterlassen zu haben – vielleicht hat Wise dies auch gar nicht versucht.“

Er schnitt für Orson Welles „Citizen Kane“ (1941) und „Der Glanz des Hauses Amberson“ (The magnificent Ambersons, 1942). Später inszenierte er den Boxfilm-Klassiker „Ring frei für Stoker Thompson“ (The Set-Up, 1949), den Science-Fiction-Klassiker „Der Tag, an dem die Erste stillstand“ (The Day the Earth stood still, 1951), das Boxer-Biopic „Eine Handvoll Dreck/Die Hölle ist in mir“ (Somebody up there likes me, 1956, mit Paul Newman), das Todesstrafe-Drama „Lasst mich leben“ (I want to live, 1958), das grandiose Heist-Movie „Wenig Chancen für morgen“ (Odds against tomorrow, 1959, mit Harry Belafonte), das mit zehn Oscars ausgezeichnete Musical „West Side Story“ (1961, unter anderem gab es einen Oscar für die Regie und den Oscar als bester Film), den Horrorfilmklassiker „Bis das Blut gefriert“ (The Haunting, 1963), den Science-Fiction-Klassiker „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“ (The Andromeda Strain, 1971), den Katastrophenfilm „Die Hindenburg“ (The Hindenburg, 1975), den Horrorfilm „Audrey Rose – Das Mädchen aus dem Jenseits“ (Audrey Rose, 1977) und „Star Trek – Der Film“ (Star Trek – The Motion Picture, 1979).

Die zahlreichen Remakes von seinen Filmen sind durchgehend schlechter.

Vorposten in Wildwest - Blu-ray-Cover

Vorposten in Wildwest (Two Flags West, USA 1950)

Regie: Robert Wise

Drehbuch: Casey Robinson (nach einer Geschichte von Frank S. Nugent und Curtis Kenyon)

mit Joseph Cotten, Jeff Chandler, Linda Darnell, Cornel Wilde, Dale Robertson, Jay C. Flippen, Noah Beery

Blu-ray

Koch Media (Edition Western-Legenden #24)

Bild: 1.33:1 (4:3)

Ton: Deutsch (Original- und bearbeitete Synchronisation), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

Untertitel: Deutsch (teilweise)

Bonusmaterial: Deutscher Trailer, Originaltrailer, Bildergalerie

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

AFI über „Vorposten in Wildwest“

Rotten Tomatoes über „Vorposten in Wildwest“

Turner Classic Movies über „Vorposten in Wildwest“

Wikipedia über „Vorposten in Wildwest“ und Robert Wise (deutsch, englisch)

Not the Baseball Pitcher über „Vorposten in Wildwest“

Lesetipp

Beier - Der unbestechliche Blick

Der unbestechliche Blick – Robert Wise und seine Filme“ von Lars-Olav Beier, mit einem Werkstattgespräch und vielen Bildern. Das 1996 bei Bertz (der Vorläufer von „Bertz + Fischer“) erschienene Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich.

 

 

 


TV-Tipp für den 27. August: Der Mackintosh-Mann

August 26, 2013

WDR, 23.25

Der Mackintosh-Mann (USA 1973, R.: John Huston)

Drehbuch: Walter Hill, William Fairchild (ungenannt)

LV: Desmond Bagley: The freedom trap, 1971 (Lebenslänglich mit Rückfahrkarte)

Geheimagent Rearden soll sich im Knast mit einem Sowjetagenten anfreunden. Sie werden von Freunden des Sowjetagenten befreit. Auf ihrer Flucht dämmert Rearden, dass er nur eine Marionette in einem viel größeren Spiel ist.

Spannender Agententhriller (wobei die Agenten-Sache eher nebensächlich ist)

mit Paul Newman, James Mason, Dominique Sanda, Ian Bannen

Hinweise

Wikipedia über „Der Mackintosh-Mann“

New York Times: Vincent Canby bespricht „The Mackintosh Man“ (26. Juli 1973)

Sun Times: Roger Ebert bespricht „The Mackintosh Man“ (15. August 1973, 1,5 Sterne)

Ain’t it cool: Quint über „The Mackintosh Man“ (30. Juni 2009)

Things that don’t suck: Bryce Wilson über „The Mackintosh Man“ (13. Januar 2010, ebenfalls positiv)

Wikipedia über Desmond Bagley (deutsch, englisch)

Kirjasto über Desmond Bagley

Desmond-Bagley-Fanseite


TV-Tipp für den 17. Juni: Topas/Der zerrissene Vorhang

Juni 17, 2013

Heute gibt es ein Hitchcock-Double-Feature und, um 00.25 Uhr, den Essayfilm „Double Take“ von Johan Grimonprez über Alfred Hitchcock

Arte, 20.15

Topas (GB 1969, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Samuel Taylor

LV: Leon Uris: Topaz, 1967 (Topas)

Kalter Krieg, Kuba, Castro, CIA, KGB und die Frage: Wer ist der Verräter?

Schwacher Agententhriller von Hitchcock.

Mit Frederick Stafford, Karin Dor, Michel Piccoli, Philippe Noiret, John Vernon, Roscoe Lee Browne, John Forsythe

Wiederholung: Donnerstag, 20. Juni, 14.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Topas“ (deutsch, englisch)

Cinematic: Plakate und Aushangfotos zu “Topas”

Parallax View: Richard T. Jameson über “Topas”

Arte, 22.15

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Das ist für zwei Stunden aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Wiederholung: Sonntag, 23. Juni, 01.20 Uhr (Taggenau! – Davor läuft, ab 00.00 Uhr, Alfred Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“)

Hinweise

Wikipedia über Brian Moore

Alfred Hitchcock redet mit Francois Truffaut über “Der zerrissene Vorhang”

Senses of Cinema über Alfred Hitchcock

Kriminalakte über Paul Newman

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Butterfly’s Dream – Kelebegin Rüyasi“ ist eine mitreisende Liebeserklärung an das Dichten und das Leben

Februar 25, 2013

Yilmaz Erdogans „The Butterfly’s Dream – Kelebegin Ruyasi“, der das für einen türkischen Film enorme Budget von 15 Millionen US-Dollar hat, läuft bei uns, trotz einer großen Deutschland-Premiere hier in Berlin, nur in der Originalversion mit deutschen Untertiteln, was ja – leider – viele Leute von einem Kinobesuch abhält.

Denn Yilmaz Erdogan erzählt mit einer wundervollen Leichtigkeit von der Freundschaft von Muzaffer Tayyip Uslu und Rüstu Onur, die 1941 in der am Schwarzen Meer gelegenen Stadt Zonguldak Außenseiter sind. Denn sie sehen sich, obwohl noch keines ihrer Werke gedruckt wurde, als Dichter und sie leben nur für das Dichten. Für sie ist das Leben, das Leid, der Schmerz und das Glück, ein Vorwand zum Dichten. Als sie Susan, die Tochter eines reichen Unternehmers, das erste Mal sehen, verlieben sich beide sofort in die Schönheit. Sie beschließen, dass Susan anhand eines von ihnen geschriebenen Gedichts entscheiden soll, wer der Auserwählte sein soll. Schnell wird das Gedicht unwichtig. Die Drei verleben einen lockeren Sommer, in dem sie, wie Jules, Jim und Catherine in Francois Truffauts Meisterwerk „Jules und Jim“ ohne Eifersucht die gemeinsame Zeit, einen Schwebezustand des sich nicht entscheiden Wollens, verbringen. Rüstu probt mit ihnen ein vom ihm geschriebenes in Zonguldak spielendes Theaterstück, das wiederum die Wirklichkeit inspiriert. Sie versuchen weiter, ihre Gedichte veröffentlichen zu lassen, und sie treffen sich mit ihrem Lehrer Behcet Necatigil, dem Erneuerer der türkischen Lyrik und Übersetzer von Heinrich Böll, Wolfgang Borchert und Rainer Maria Rilke, der sie mit väterlicher Milde unterstützt und im Film deutlich älter als seine beiden Schüler ist. Denn Necatigil wurde am 16. April 1916 geboren.

Ein paradiesischer Zustand, wäre da nicht der nahende Weltkrieg und die vom Staat angeordnete Zwangsarbeit in den Bergwerken (wobei beides eher vernachlässigbar im Hintergrund bleibt) und die Tuberkulose, die zuerst Rüstu, später auch Muzaffer befällt. Als Rüstu in einem auf einem Zauberberg gelegenem Sanatorium aufgenommen wird, trennen sich kurzzeitig die Wege der drei Freunde.

Erdogans Film ist eine mit der Leichtigkeit eines Nouvelle-Vague-Films inszenierte Liebeserklärung an die Dichtkunst (und die Schriftstellerei) und das Unbedingte Verfolgen von Träumen (denn, wie gesagt: das Leben ist nur ein Vorwand zum Dichten) mit immer positiv gestimmten Protagonisten, die fast schon wie Paul Newman und Robert Redford in „Butch Cassidy und Sundance Kid“, aber auf der richtigen Seite des Gesetzes, mit einem gewinnendem Lachen und einem klugen Spruch gegen die triste Wirklichkeit ankämpfen. So lassen sie sich nicht von Hustenkrämpfen, Fieberanfällen und Brechanfällen, von Dunkelheit und Papiermangel beirren. Sie sehen immer das Positive und blicken entsprechend hoffnungsvoll in die Zukunft.

Muzaffer und Rüstu werden gewinnend von Kivanc Tatlitug und Mert Firat gespielt. Ihre Phantasiefrau, in die sie sich beim ersten Anblick verlieben und die später ihre bodenständig-emanzipierte Freundin wird, wird ebenso natürlich von Belcim Bilgin gespielt und Regisseur und Autor Yilmaz Erdogan hat für sich die Rolle des ebenso kunstbegeisterten Lehrers und Förderers in die Geschichte hineingeschrieben. Auch die anderen Schauspieler, die in Deutschland alle unbekannt sind, überzeugen.

Allerdings ist der Film mit über 140 Minuten etwas zu lang geraten und das Ende – der durch die Krankheit verursachte frühen Tod von Muzaffer und Rüstu – ist vielleicht folgerichtig und nötig, wenn man so etwas wie eine Biographie erzählen will, aber mir hätte ein positives Ende, vielleicht nachdem ihre ersten Gedichte veröffentlicht wurden, gefallen.

Aber auch „Jules und Jim“ endet tragisch.

The Butterfly's Dream - Plakat

The Butterfly’s Dream – Kelebegin Rüyasi (Kelebegin Rüyasi, Türkei 2012)

Regie: Yilmaz Erdogan

Drehbuch: Yilmaz Erdogan

mit Kivanç Tatlitug, Belçim Bilgin, Mert Firat, Farah Zeynep Abdullah, Yilmaz Erdogan

Länge: 144 Minuten (läuft nur als Original mit Untertitel, aber vielleicht wird noch eine Synchronisation erstellt)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Butterfly’s Dream“

Rotten Tomatoes über „The Butterfly’s Dream“

The Butterfly's Dream - Teaser

 


Ein langer Abend im Wilden Westen – mit einigen gut abgehangenen Western

September 21, 2012

Ungewaschene Männer, Pferde, Schlägereien und Schießereien; – das Leben im Wilden Westen muss herrlich unkompliziert gewesen sein, wenn es da nicht auch Indianer, Frauen, Strauchdiebe und Pferdediebe gegeben hätte.

Diesen Eindruck vom Wilden Westen könnte man beim Ansehen von „Western von gestern“ und alten Western-Serials gewinnen. Allerdings war der Western als Genre auch immer ein mythologischer Ort, in dem die Amerikaner Dinge verhandeln konnten, die in einem zeitgenössischen Film nicht möglich gewesen wären.

So prangert der Western „Ritt zum Ox-Bow“ die im Wilden Westen übliche Lynchjustiz an. Hauptdarsteller Henry Fonda und Regisseur William A. Wellman erkannten gleich das Potential von Walter Van Tilburg Clarks Roman „The OxBow Incident“. Auch etliche Hollywood-Produzenten erkannten das Potential des Stoffes und sie gaben kein Geld, weil sie dachten, dass niemand einen Film sehen will, der sich gegen die Lynchjustiz richtet. Vor allem nicht während des 2. Weltkriegs. Trotzdem gelang es den Machen das Geld zusammenzukratzen und innerhalb weniger Tage drehten sie den Film, bis auf wenige Bilder, im Studio und hauptsächlich an zwei Sets. Deshalb hat Wellmans Film auch immer die klaustrophobische Atmosphäre eines verfilmten Theaterstücks.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Cowboys Gil (Henry Fonda) und sein Freund Art (Henry Morgan). Im Salon einer Kleinstadt in Nevada erfahren sie, dass Rancher Kincaid von Viehdieben ermordet wurde. Sofort wollen die Dorfbewohner den Mörder jagen und hängen. Eher widerwillig, auch um nicht selbst in das Kreuzfeuer der wütenden Einheimischen zu geraten, schließen sie sich der Posse an. Als sie die angeblichen Mörder finden, versuchen Gil halbherzig und eher passiv, die Lynchjustiz zu verhindern.

Schon damals wurde der Film von der Kritik gelobt, war sogar für einen Oscar als Bester Film nominiert, aber im Kino wollte ihn niemand sehen. Heute ist „Ritt zum Ox-Bow“, vor allem wegen seiner ernsten Thematisierung der Lynchjustiz, ein Western-Klassikern, der weniger als Western und mehr als Thesenfilm überzeugt.

Neben der Bildergalerie gibt es auf der DVD einen sehr informativen Audiokommentar und eine sehenswerte Dokumentation über Henry Fonda.

Ritt zum Ox-Bow (The Ox-Bow Incident, USA 1943)

Regie: William A. Wellman

Drehbuch: Lamar Trotti

LV: Walter Van Tilburg Clark: The Ox-Bow Incident, 1940

mit Henry Fonda, Dana Andrews, Anthony Quinn, Jane Darwell, Henry Morgan, Francis Ford

DVD

Koch Media

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Trailer, Booklet, Audiokommentar von Dick Eulain und William Wellman jr., Dokumentation „Henry Fonda: Hollywoods ruhiger Held“, Bildergalerie

Länge: 73 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Turner Classic Movies über „Ritt zum Ox-Bow“

Rotten Tomatoes über „Ritt zum Ox-Bow“

Wikipedia über „Ritt zum Ox-Bow“ (deutsch, englisch)

Auch bei den „Trommeln des Todes“ war das Budget arg überschaubar. Fast der gesamte Film spielt in einer Western-Kleinstadt und in deren Kirche, in die die wenigen Dorfbewohner vor einem Indianerangriff flüchten.

Die Indianer zwingen auch die beiden Intimfeinde Sam Leeds (Stephen McNally), ein Glücksspieler, und den Bürgermeister und Dorfschmied Joe Madden (Willard Parker) zur Kooperation. Davor wurde Leeds, nachdem er in Notwehr einen anderen Spieler erschoss, aus dem Ort herausgeworfen, er entdeckte eine von Indianern überfallene Kutsche und ritt zurück, um die Bewohner zu warnen.

Trommeln des Todes“ ist einer der unzähligen Routine-Western, die nicht weiter auffallen und die ihre Geschichte zügig und mit genug Action erzählen, um nicht zu langweilen. Einige Aspekte wurden sogar sehr geschickt gelöst. So bleiben die Indianer eine anonyme Bedrohung und, nachdem die Einwohner in die Kirche flüchteten, hören wir sie nur noch, außer wenn sie (natürlich immer nur einer) durch die hochliegenden Fenster hineinspringen oder, wenn es einen der raren Blicke aus der Kirchentür gibt, als vor der Tür vorbeilaufende, Kriegsschreie ausstoßende Menschenmenge. So, und mit den ständig zu hörenden Kriegstrommeln wird, wie bei einem Theaterstück, eine budgetschonende Bedrohung inszeniert. Bedrohlich ist auch der Indianerangriff auf Sam Leeds und einige der Bewohner, die kurz vor der Belagerung in der Wüste aus einem Wasserloch Wasser für die Dorfbewohner holen wollen und sie dann in einem Gebiet, wo es kein Versteck gibt, angegriffen werde.

Trommeln des Todes (Apache Drums, USA 1950)

Regie: Hugo Fregonese

Drehbuch: Milton Carruth

mit Stephen McNally, Coleen Gray, Willard Parker, Arthur Sields

DVD

Koch Media

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Länge: 72 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Trommeln des Todes“

Turner Classic Movies über „Trommeln des Todes“

Wikipedia über „Trommeln des Todes“

Schon beim Vorspann wird sich der kundige Westernfan beruhigt zurücklehnen: mit Regisseur Raoul Walsh (Die wilden Zwanziger [The roaring Twenties], Entscheidung in der Sierra [High Sierra], Sprung in den Tod/Maschinenpistolen [White Heat]), Drehbuchautor Frank Nugent (Der schwarze Falke [The Searchers]) und den Schauspielern Clark Gable, Jane Russell, Robert Ryan und Cameron Mitchell sind einige Profis am Werk. Die Bilder von den verschneiten Bergen in Montana erfreuen das Auge und wenn die beiden Reiter mitten in der Einöde einen Gehängten entdecken und Ben Allison (Glark Gable) zu seinem Bruder sagt „Hier fängt anscheinend die Zivilisation an.“, dann ist mit diesem ersten Satz der lakonische Erzählton für die nächsten zwei Stunden festgelegt, die wie im Flug (hm, vielleicht besser wie eine Rinderstampede) vergehen. Auch wenn der restliche Film eher den Pfaden eines Western-Abenteuers über einen Rindertreck von Texas nach Montana, mit einigen Gefahren und einer Liebesgeschichte mit vorhersehbaren Ende folgt.

Drei Rivalen“ ist ein Western-Abenteuer, in dem Hollywood zeigt, was damals das Fernsehen nicht leisten konnte und heute vielen Filmen fehlt: die entspannte Erzählweise, die den Schauspielern Zeit gibt, sich zu entfalten, die Bilder der majestätischen Landschaft, natürlich in Farbe und Cinemascope, die vielen Statisten, die gigantische Rinderherde, die langsam vor der Kamera vorbeizieht. Da wurden nicht einfach noch einige Tiere per Computer eingefügt, sondern einfach so viele Tiere durchgefüttert, bis das Bild voll war.

Für die deutsche Kinoauswertung wurde „Drei Rivalen“ auf 103 Minuten gekürzt. Auf der DVD ist aber die zweistündige Fassung des Films.

Drei Rivalen (The Tall Men, USA 1955)

Regie: Raoul Walsh

Drehbuch: Sidney Boehm, Frank Nugent

LV: Clay Fisher: The Tall Men, 1954 (Reprint unter dem Autorennamen „Will Henry“, einem anderen Pseudonym von Henry Wilson Allen)

mit Clark Gable, Jane Russell, Robert Ryan, Cameron Mitchell, Juan Garcia, Harry Shannon

DVD

Koch Media

Bild: 2.55:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0/4.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Drei Rivalen“

Turner Classic Movies über „Drei Rivalen“

Wikipedia über „Drei Rivalen“

High Noon“ ist sicher der bekannteste Western von Gary Cooper, aber „Der Mann aus dem Westen“ ist bei Western-Fans und Cineasten viel beliebter, wie einige Zitate zeigen:

Gary Coopers erste und einzige Begegnung mit dem Meisterregisseur Anthony Mann resultierte folgerichtig in dem ersten und einzigen wirklich großen Western seiner langen Karriere.“ (Homer Dickens: Gary Cooper und seine Filme)

Mit Anthony Mann entdecken wir den Western als Arithmetik, wie in der ersten Mathematikstunde. Was bedeutet, dass ‚Der Mann aus dem Westen’ der intelligenteste aller Filme ist und zugleich der einfachste.“ (Jean-Luc Godard, Cahiers du Cinéma)

„’Der Mann aus dem Westen‘ (Man of the West) zählt mit ‚Nackte Gewalt‘ (The Naked Spur) und ‚Über den Todespass‘ (The Far Country) zu seinen (Anthony Mann, A. d. V.) besten Western und damit zu de Hauptwerken des Genres überhaupt.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Die Geschichte des superb fotografierten Films ist dann auch auf den ersten Blick entsprechend einfach und, wenn man sich genauer damit beschäftigt unglaublich komplex:

1874 hat Link Jones (Gary Cooper) die Verbrecherlaufbahn zugunsten eines bürgerlichen Lebens aufgegeben. Als er während eines Zugüberfalls mit zwei Mitreisenden in der Einöde zurückbleibt führt er sie in eine Hütte, in der sie bereits von seinen alten Freunden erwartet werden. Ihr Anführer freut sich, dass das verlorene Schaf wieder zurückgekehrt ist. Aber ist das so?

Als der Film damals in die Kinos kam, wurde er von den US-Kritikern weitgehend ignoriert, die französischen Kritiker waren begeistert und heute zählt „Der Mann aus dem Westen“ zu den anerkannten Western-Klassikern.

Der Mann aus dem Westen (Man of the West, USA 1958)

Regie: Anthony Mann

Drehbuch: Reginald Rose

LV: Will C. Brown: The Border Jumpers, 1955

Mit Gary Cooper, Julie London, Lee J. Cobb, Arthur O’Donnell, Jack Lord

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bildergalerie, Amerikanischer Trailer, 12-seitiges Booklet mit einem Essay von Jean-Luc Godard zum Film, Wendecover

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mann aus dem Westen“

Turner Classic Movies über „Der Mann aus dem Westen“

Wikipedia über „Der Mann aus dem Westen“ (deutsch, englisch)

1957 erzählte John Sturges in dem Westernklassiker „Zwei rechnen ab“ (Gunfight an the OK Correal) mit Burt Lancaster und Kirk Douglas in den Hauptrollen, wie es zu dem legendären Schusswechsel am OK Corral zwischen Marshal Wyatt Earp, Doc Holliday und den Clanton-Brüdern kam.

Zehn Jahre später erzählte er in „Die 5 Geächteten“ die Geschichte weiter und bemühte sich kräftig, das Bild des edlen Wyatt Earp (James Garner) und seines honorigen Freundes Doc Holliday (Jason Robards) zu demystifizieren. Das kam damals nicht so gut an. Außerdem wurde „Die 5 Geächteten“ mit „Zwei rechnen ab“, der noch einmal all die hehren Westerntraditionen kongenial bis hin zum abschließenden Shoot Out, bündelte und gelassen, ohne verkrampfte Innovationsbemühungen erzählte, verglichen und der Film kam dabei schlecht weg.

Doch wenn man „Die 5 Geächteten“ als Einzelwerk, als melancholische Charakterstudie, betrachtet, ist er ein glänzender Western.

Die 5 Geächteten (Hour of the Gun, USA 1967)

Regie: John Sturges

Drehbuch: Edward Anhalt

mit James Garner, Jason Robards, Robert Ryan, Frank Converse, Sam Melville

DVD

Eurovideo

Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Originaltrailer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die 5 Geächteten“

Turner Classic Movies über „Die 5 Geächteten“

Wikipedia über „Die 5 Geächteten“ (deutsch, englisch)

In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.

In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.

Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).

Die jetzt erschienene „Deluxe-Edition“ bietet genug Bonusmaterial für einen weiteren sehr langen oder zwei lange Abende. Dann weniger im Wilden Westen, sondern eher in der Dokumentarfilmabteilung mit Filmen, Interviews und Audiokommentaren zu dem Film und den historischen Hintergründen.

Und davor sieht man sich am besten, wieder einmal, den Film an.

Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman

mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey

DVD

Butch Cassidy und Sundance Kid – Deluxe-Edition

Black Hill Pictures

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono, Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch

Bonusmaterial: Audiokommentar von George Roy Hill (Regie), Hal David (Text), Robert Crawford (Produktion) und Conrad Hall (Kamera), Audiokommentar von William Goldman (Drehbuch), All das ist die Wahrheit: Das Making of von „Butch Cassidy und Sundance Kid“, Ein wilder Haufen: Die wahre Geschichte von Butch und Sundance, Entfallene Szene: „Das Zelt“ (mit optionalem Audiokommentar von George Roy Hill), George Roy Hill und die Herausforderung von Robert Redford, Geschichte unter der Lupe: „Butch Cassidy und Sundance Kid: Outlaws out of Time“, Making of von 1994, Interviews von 1994, Alternativer Abpann, 3 Kinotrailer

Länge: 106 Minuten (+ Extra-DVD mit 257 Minuten Bonusmaterial)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Turner Classic Movies über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)

 


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