TV-Tipp für den 8. Oktober: Zerrissene Umarmungen

Oktober 8, 2017

ARD, 23.35

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodóvar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutschenglisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte

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Neu auf Netflix/Filmkritik: „Okja“, der Film über den Cannes sich ärgerte

Juli 6, 2017

 

Okja“, der neue Film von „Snowpiercer“-Regisseur Bong Joon Ho, lief dieses Jahr in Cannes im Wettbewerb und er wurde – Filmfestivals haben in ihrer Gruppendynamik etwas von Musikfestivals – mit Buhrufen begrüßt. Jury-Präsident Pedro Almodóvar sagte zum Festivalauftakt, dass er sich nicht vorstellen könne, eine Film auszuzeichnen, der nicht auf der großen Leinwand laufe. Es gab eine Diskussion über die Regeln für eine Teilnahme am Cannes Filmfestival.

Wir erfuhren, dass in Frankreich Filme, erst 36 Monate (3 Jahre!) nach dem Kinostart als VoD ausgewertet werden dürfen.

Für das Cannes-Filmfestival wurden die Regeln geändert. Ab nächstem Jahr müssen Filme, die im Wettbewerb gezeigt werden, einen Kinostart in Frankreich haben.

Der Grund für diese Aufregung war, dass „Okja“ von Netflix produziert wurde und der Streamingdienst zum ersten Mal am Festival teilnahm. Und wie alle Netflix-Produktionen wird auch „Okja“ nicht im Kino, sondern nur auf Netflix gezeigt. Leider. Denn „Okja“ ist ein guter Film.

Okja ist ein elefantengroßes Schwein, das in den abgelegenen Bergen von Südkorea aufwächst. Es gehört zu einer Gruppe von gentechnisch modifizierten Schweinen, die vor zehn Jahren von Lucy Mirando (Tilda Swinton) an verschiedene Orte auf dem Globus verteilt wurden. So soll herausgefunden werden, was in jeder Beziehung die optimalen Bedingungen für die Aufzucht eines Schweins mit sind. Es ist ein Projekt der Mirando Coprporation, das den Menschen mit einer sentimentalen Geschichte gentechnisch verändertes Fleisch schmackhaft machen soll. Nach zehn Jahren soll das schönste Schwein prämiert und der staunenden Öffentlichkeit präsentiert werden.

Jetzt ist es soweit und Mija (An Seo Hyun) erfährt, dass ihr bester Freund Okja sie verlassen muss – und als Schnitzel enden wird. Um sie zu retten verfolgt sie sie um die halbe Welt bis nach New York.

In dem Moment ist die Freundschaft zwischen Mija und Okja fest etabliert. Gerade am Anfang, wenn die zwei durch den Wald toben, erinnern die Bilder in ihrer Verspieltheit und Warmherzigkeit an, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, Walt Disneys „Elliot, der Drache“ (ein sehr loses Remake des Trickfilms „Elliot, das Schmunzelmonster“); einem anderen Film über die Freundschaft zwischen einem Kind und einem sehr großem Tier, das es eigentlich nicht geben dürfte. Man könnte auch jeden anderen Film über die unzertrennliche Freundschaft zwischen einem Kind und einem Tier nennen.

Bong Joon Ho erzählt Mija und Okjas Geschichte als einen kindgerechten Abenteuerfilm für die ganze Familie, der mit eindeutigen Bildern von der Massentierhaltung endet. Spätestens in dem Moment beginnt man über seine Ernährung nachzudenken.

Die Fronten zwischen Gut und Böse sind eindeutig verteilt, aber Bong Joon Ho und sein Co-Drehbuchautor Jon Ronson (der auch die Vorlagen für „Männer, die auf Ziegen starren“ und „Frank“ schrieb) verurteilen und dämonisieren niemand, während sie die Massentierhaltung und genetische Experimente (Okja ist nur deshalb so groß, damit sie besonders viel Fleisch liefern kann) eindeutig ablehnen.

Während des Films gibt es zahlreiche satirische Spitzen gegen das Fernsehen, Unterkategorie Tierdokus, internationale Konzerne, die Fleischindustrie und radikale Tierschützer. Die lustvoll übertrieben spielenden Schauspielern wie Jake Gyllenhaal (als TV-Tierdokumoderator), Paul Dano (als Anführer der friedlichen „Animal Liberation Front“ [ALF]) und Tilda Swinton (als Firmenchefin, die ihrer Firma ein neues Image verpassen will) genießen erkennbar ihre Rollen. Swinton spielte schon in „Snowpiercer“ einen hemmungslos überzeichneten Charakter. In „Okja“ ist sie eine Firmenchefin, die gleichzeitig schutzbedürftig, visionär, eiskalt, berechnend und auch etwas dumm,aber sehr von ihren Plänen überzeugt ist. Und Paul Dano als Sprecher der friedlich-radikalen, nicht vor Straftaten zurückschreckende Tierschützer ist ein wirklich netter Kerl. Wenn auch etwas realitätsfern; – was aber für fast alle Erwachsenen in dem Film gilt.

Nach „Snowpiercer“ ist Bong Joon Ho mit „Okja“ eine weitere zum Nachdenken anregende, treffsichere und pointierte Satire und Gesellschaftskritik gelungen. Dieses Mal auch und vor allem für ein jüngeres Publikum. „Snowpiercer“ hat ja nicht umsonst eine FSK-16-Freigabe erhalten.

P. S.: In den USA läuft der Film in einigen Kinos. Vielleicht gelingt es einigen deutschen Kinos, den Film zu zeigen. Denn „Okja“ ist ein Film für die große Leinwand. Zur Not auch in einem Open-Air-Kino.

Okja (Okja, USA/Südkorea 2017)

Regie: Bong Joon Ho

Drehbuch: Bong Joon Ho, Jon Ronson (nach einer Geschichte von Bong Joon Ho)

mit Tilda Swinton, Paul Dano, An Seo Hyun, Byun Heebong, Steven Yeun, Lily Collins, Yoon Je Moon, Shirley Henderson, Daniel Henshall, Devon Bostick, Woo Shik Choi, Giancarlo Esposito, Jake Gyllenhaal

Länge: 120 Minuten

FSK: ? (Neflix meint „not for kids“)

Hinweise

Netflix über „Okja“

Moviepilot über „Okja“

Metacritic über „Okja“

Rotten Tomatoes über „Okja“

Wikipedia über „Okja“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bong Joon-hos „Snowpiercer (Snowpiercer, Südkorea/USA/Frankreich 2013)

Die Cannes-Pressekonferenz

Ein TIFF-Skype-Gespräch mit dem Regisseur


TV-Tipp für den 27. Mai: Das Gesetz der Begierde

Mai 26, 2017

One, 22.00

Das Gesetz der Begierde (Spanien 1986, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Pablo liebt Juan. Antonio liebt Pablo und Pablos Schwester Tina, die früher ein Mann war. Und schon dreht sich das Liebes- und Eifersuchtskarussell.

„Der Showdown ist schlichtweg genial, und zwar gerade weil er unüberbietbar kitschig ist. (…) Der Rest stellt sich als banale Eifersuchtsgeschichte unter Schwulen dar“, urteilte der Fischer Film Almanach damals über Almodóvars Frühwerk, das auch international Kasse machte.

mit Eusebio Poncela, Carmen Maura, Antonio Banderas, Miguel Molina

Wiederholung: Montag, 29. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Das Gesetz der Begierde” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 17. Mai: Alles über meine Mutter

Mai 17, 2017

Arte, 20.15

Alles über meine Mutter (Spanien/Frankreich 1999, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die alleinerziehende Manuela sucht in Barcelona den Vater ihres verunglückten 17-jährigen Sohnes. Dieser ist ein Transvestit.

Das Melodrama erhielt den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Eine gute Wahl.

Anschließend läuft die gut einstündige Doku „Almodóvar und seine Frauen“.

mit Cecilia Roth, Marisa Paredes, Penélope Cruz

Wiederholung: Donnerstag, 18. Mai, 13.35 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alles über meine Mutter“

Wikipedia über „Alles über meine Mutter“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


Die Bafta-Gewinner 2017

Februar 12, 2017

Vor wenigen Minuten wurden die Baftas vergeben. Natürlich mit vielen Trophäen für „La La Land“ (hier meine Tipps):

Film

La La Land (WINNER)

Arrival

I, Daniel Blake

Manchester By the Sea

Moonlight

Best Actress

Emma Stone – La La Land (WINNER)

Amy Adams – Arrival

Emily Blunt – The Girl on the Train

Meryl Streep – Florence Foster Jenkins

Natalie Portman – Jackie

Director

Damien Chazelle – La La Land (WINNER)

Denis Villeneuve – Arrival

Ken Loach – I, Daniel Blake

Kenneth Lonergan – Manchester By The Sea

Tom Ford – Nocturnal Animals

Best Actor

Casey Affleck – Manchester by the Sea (WINNER)

Andrew Garfield – Hacksaw Ridge

Jake Gyllenhaal – Nocturnal Animals

Ryan Gosling – La La Land

Viggo Mortensen – Captain Fantastic

Cinematography

Linus Sandgren – La La Land (WINNER)

Bradford Young – Arrival

Giles Nuttgens – Hell or High Water

Greig Fraser – Lion

Seamus McGarvey – Nocturnal Animals

Original Screenplay

Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea (WINNER)

Taylor Sheridan – Hell or High Water

Paul Laverty – I, Daniel Blake

Damien Chazelle – La La Land

Barry Jenkins – Moonlight

Supporting Actor

Dev Patel – Lion (WINNER – da ich den Film nicht gesehen habe…)

Aaron Taylor-Johnson – Nocturnal Animals

Hugh Grant – Florence Foster Jenkins

Jeff Bridges – Hell or High Water

Mahershala Ali – Moonlight

Outstanding Debut By A British Writer, Director or Producer in 2017

Under the Shadow – Babak Anvari (Writer/Director), Emily Leo, Oliver Roskill, Lucan Toh (Producers) (WINNER)

The Girl With All the Gifts – Mike Carey (Writer), Camille Gatin (Producer)

The Hard Stop – George Amponsah (Writer/Director/Producer), Dionne Walker (Writer/Producer)

Notes on Blindness – Peter Middleton (Writer/Director/Producer), James Spinney (Writer/Director), Jo-Jo Ellison (Producer)

The Pass – John Donnelly (Writer), Ben A. Williams (Director)

Special Visual Effects

Robert Legato, Dan Lemmon, Andrew R. Jones, Adam Valdez – The Jungle Book (WINNER)

Louis Morin – Arrival

Richard Bluff, Stephane Ceretti, Paul Corbould, Jonathan Fawkner – Doctor Strange

Tim Burke, Pablo Grillo, Christian Manz, David Watkins – Fantastic Beasts and Where to Find Them

Neil Corbould, Hal Hickel, Mohen Leo, John Knoll, Nigel Sumner – Rogue One: A Star Wars Story

Animated Film

Kubo and the Two Strings – Travis Knight (WINNER – da ich den Film nicht gesehen habe…)

Zootopia – Byron Howard, Rich Moore

Finding Dory – Andrew Stanton

Moana – Ron Clements, John Musker

Supporting Actress

Viola Davis – Fences (WINNER – inzwischen gesehen und Viola Davis ist verdammt gut)

Hayley Squires – I, Daniel Blake

Michelle Williams – Manchester by the Sea

Naomie Harris – Moonlight

Nicole Kidman – Lion

Adapted Screenplay

Luke Davies – Lion (WINNER)

Eric Heisserer – Arrival

Robert Schenkkan, Andrew Knight – Hacksaw Ridge

Theodore Melfi, Allison Schroeder – Hidden Figures

Tom Ford – Nocturnal Animals

Film Not in the English Language

Son of Saul – László Nemes, Gábor Sipos (WINNER)

Dheepan – Jacques Audiard, Pascal Caucheteux

Julieta – Pedro Almodóvar

Mustang – Deniz Gamze Ergüven, Charles Gillibert

Toni Erdmann – Maren Ade, Janine Jackowski

Documentary

13th – Ava DuVernay (WINNER)

The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years Ron Howard

The Eagle Huntress – Otto Bell, Stacey Reiss

Notes on Blindness – Peter Middleton, James Spinney

Weiner – Josh Kriegman, Elyse Steinberg

Production Design

Stuart Craig, Anna Pinnock – Fantastic Beasts and Where to Find Them (WINNER)

John Bush, Charles Wood – Doctor Strange

Jess Gonchor, Nancy Haigh – Hail, Caesar!

Sandy Reynolds-Wasco, David Wasco – La La Land

Shane Valentino, Meg Everist – Nocturnal Animals

Editing

John Gilbert – Hacksaw Ridge (WINNER – da ich den Film nicht gesehen habe…)

Joe Walker – Arrival

Tom Cross – La La Land

Jennifer Lame – Manchester By the Sea

Joan Sobel – Nocturnal Animals

Costume Design

Madeline Fontaine – Jackie (WINNER – die Kostüme sind wirklich hübsch)

Joanna Johnston – Allied

Colleen Atwood – Fantastic Beasts and Where to Find Them

Consolata Boyle – Florence Foster Jenkins

Mary Zophres – La La Land

Sound

Claude La Haye, Bernard Gariépy Strobl, Sylvain Bellemare – Arrival (WINNER)

Mike Prestwood Smith, Dror Mohar, Wylie Stateman, David Wyman – Deepwater Horizon

Niv Adiri, Glenn Freemantle, Simon Hayes, Andy Nelson, Ian Tapp – Fantastic Beasts and Where to Find Them

Peter Grace, Robert Mackenzie, Kevin O’Connell, Andy Wright – Hacksaw Ridge

Mildred Iatrou Morgan, Ai-Ling Lee, Steve A. Morrow, Andy Nelson – La La Land

Original Music

Justin Hurwitz – La La Land (WINNER)

Jóhann Jóhannsson – Arrival

Mica Levi – Jackie

Dustin O’Halloran, Hauschka – Lion

Abel Korzeniowski – Nocturnal Animals

Make-Up and Hair

J. Roy Helland, Daniel Phillips – Florence Foster Jenkins (WINNER)

Jeremy Woodhead – Doctor Strange

Shane Thomas – Hacksaw Ridge

Donald Mowat, Yolanda Toussieng – Nocturnal Animals

Nominees tbc – Rogue One: A Star Wars Story

Outstanding British Film in 2017

I, Daniel Blake – Ken Loach, Rebecca O’Brien, Paul Laverty (WINNER)

American Honey – Andrea Arnold, Lars Knudsen, Pouya Shahbazian, Jay Van Hoy

Denial – Mick Jackson, Gary Foster, Russ Krasnoff, David Hare

Fantastic Beasts and Where to Find Them – David Yates, J.K. Rowling, David Heyman, Steve Kloves, Lionel Wigram

Notes on Blindness – Peter Middleton, James Spinney, Mike Brett, Jo-Jo Ellison, Steve Jamison

Under the Shadow – Babak Anvari, Emily Leo, Oliver Roskill, Lucan Toh

(via The Hollywood Reporter)


Die Bafta-Nominierungen 2017 im La La Land

Januar 11, 2017

Die British Academy of Film and Television Arts hat ihre Bafta-Nominierungen veröffentlicht und beim schnellen Überfliegen sind sie überraschend überraschungsfrei. Viele gute Filme, die schon von den Golden Globes bekannt sind und uns sicher bei den Oscars wieder begegnen werden. „La La Land“ hat mit elf Nominierungen die meisten Nominierungen erhalten, „Arrival“ und „Nocturnal Animals“ folgen mit jeweils neun Nominierungen und unser „Toni Erdmann“ ist auch dabei.

Die Preisverleihung ist am 12. Februar in London in der Royal Albert Hall.

Hier die Nominierungen mit meinen Tipps (in Erfüllung der ersten Lektion aus dem Ratgeber „Tausendundeine Möglichkeit, sich zu blamieren“; nicht gesehene Filme sind als „ng“ gekennzeichnet):

Film

La La Land

Arrival (Gewinner, obwohl „La La Land“ den Preis erhält)

I, Daniel Blake

Manchester By the Sea

Moonlight

Best Actress

Amy Adams – Arrival

Emily Blunt – The Girl on the Train

Emma Stone – La La Land

Meryl Streep – Florence Foster Jenkins (Gewinner)

Natalie Portman – Jackie (ng, aber in einigen Stunden und dann…)

Best Actor

Andrew Garfield – Hacksaw Ridge (ng)

Casey Affleck – Manchester by the Sea (Gewinner)

Jake Gyllenhaal – Nocturnal Animals

Ryan Gosling – La La Land

Viggo Mortensen – Captain Fantastic

Supporting Actress

Hayley Squires – I, Daniel Blake

Michelle Williams – Manchester by the Sea (Gewinner)

Naomie Harris – Moonlight

Nicole Kidman – Lion (ng)

Viola Davis – Fences (ng, aber sehr gespannt)

Supporting Actor

Aaron Taylor-Johnson – Nocturnal Animals

Dev Patel – Lion (ng)

Hugh Grant – Florence Foster Jenkins (Gewinner, obwohl Jeff Bridges auch genial ist)

Jeff Bridges – Hell or High Water

Mahershala Ali – Moonlight

Outstanding British Film in 2017

American Honey – Andrea Arnold, Lars Knudsen, Pouya Shahbazian, Jay Van Hoy (Gewinner; – den habe ich auch auf meiner unvollendeten „die besten Filme des Jahres 2016“-Liste)

Denial – Mick Jackson, Gary Foster, Russ Krasnoff, David Hare (ng)

Fantastic Beasts and Where to Find Them – David Yates, J.K. Rowling, David Heyman, Steve Kloves, Lionel Wigram (ng)

I, Daniel Blake – Ken Loach, Rebecca O’Brien, Paul Laverty

Notes on Blindness – Peter Middleton, James Spinney, Mike Brett, Jo-Jo Ellison, Steve Jamison (ng)

Under the Shadow – Babak Anvari, Emily Leo, Oliver Roskill, Lucan Toh (ng)

Film Not in the English Language

Dheepan – Jacques Audiard, Pascal Caucheteux (ng)

Julieta – Pedro Almodóvar (Gewinner)

Mustang – Deniz Gamze Ergüven, Charles Gillibert (ng)

Son of Saul – László Nemes, Gábor Sipos

Toni Erdmann – Maren Ade, Janine Jackowski

Documentary (alle „ng“, daher kein „Gewinner“)

13th – Ava DuVernay

The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years Ron Howard

The Eagle Huntress – Otto Bell, Stacey Reiss

Notes on Blindness – Peter Middleton, James Spinney

Weiner – Josh Kriegman, Elyse Steinberg

Animated Film

Finding Dory – Andrew Stanton

Kubo and the Two Strings – Travis Knight (ng)

Moana – Ron Clements, John Musker

Zootopia – Byron Howard, Rich Moore (Gewinner)

Director

Denis Villeneuve – Arrival (Gewinner, obwohl hier wieder der LaLa-Effekt zuschlagen wird)

Ken Loach – I, Daniel Blake

Damien Chazelle – La La Land

Kenneth Lonergan – Manchester By The Sea

Tom Ford – Nocturnal Animals

Cinematography

Bradford Young – Arrival

Giles Nuttgens – Hell or High Water (Gewinner, weil ein Neo-Western; insgesamt sind alle Filme gut fotografiert; am Ende wird’s natürlich „La La Land“)

Linus Sandgren – La La Land

Greig Fraser – Lion (ng)

Seamus McGarvey – Nocturnal Animals

Outstanding Debut By A British Writer, Director or Producer in 2017 (kein Gewinner, weil zu viele „ng“s, die aber sehr sehenswert sein sollen)

The Girl With All the Gifts – Mike Carey (Writer), Camille Gatin (Producer)

The Hard Stop – George Amponsah (Writer/Director/Producer), Dionne Walker (Writer/Producer) (ng)

Notes on Blindness – Peter Middleton (Writer/Director/Producer), James Spinney (Writer/Director), Jo-Jo Ellison (Producer) (ng)

The Pass – John Donnelly (Writer), Ben A. Williams (Director) (ng)

Under the Shadow – Babak Anvari (Writer/Director), Emily Leo, Oliver Roskill, Lucan Toh (Producers) (ng)

Original Screenplay

Taylor Sheridan – Hell or High Water

Paul Laverty – I, Daniel Blake

Damien Chazelle – La La Land

Kenneth Lonergan – Manchester by the Sean (Gewinner)

Barry Jenkins – Moonlight

Adapted Screenplay

Eric Heisserer – Arrival (Gewinner, knapp vor „Hidden Figures“)

Robert Schenkkan, Andrew Knight – Hacksaw Ridge (ng)

Theodore Melfi, Allison Schroeder – Hidden Figures

Luke Davies – Lion (ng)

Tom Ford – Nocturnal Animals

Editing

Joe Walker – Arrival

John Gilbert – Hacksaw Ridge (ng)

Tom Cross – La La Land

Jennifer Lame – Manchester By the Sea

Joan Sobel – Nocturnal Animals (Gewinner, weil wir bei den drei Zeitebenen niemals den Überblick verlieren; natürlich kriegt „La La Land“ den Preis – und ich mit meinen so geteilten Stimmabgaben natürlich schamlos schummele)

Production Design

John Bush, Charles Wood – Doctor Strange

Stuart Craig, Anna Pinnock – Fantastic Beasts and Where to Find Them (ng)

Jess Gonchor, Nancy Haigh – Hail, Caesar! (Gewinner)

Sandy Reynolds-Wasco, David Wasco – La La Land

Shane Valentino, Meg Everist – Nocturnal Animals

Costume Design

Joanna Johnston – Allied (Gewinner)

Colleen Atwood – Fantastic Beasts and Where to Find Them (ng)

Consolata Boyle – Florence Foster Jenkins

Madeline Fontaine – Jackie (ng)

Mary Zophres – La La Land

Make-Up and Hair

Jeremy Woodhead – Doctor Strange

J. Roy Helland, Daniel Phillips – Florence Foster Jenkins (puh, Gewinner)

Shane Thomas – Hacksaw Ridge (ng)

Donald Mowat, Yolanda Toussieng – Nocturnal Animals

Nominees tbc – Rogue One: A Star Wars Story

Sound (liegt natürlich auch am Kino)

Claude La Haye, Bernard Gariépy Strobl, Sylvain Bellemare – Arrival (Gewinner)

Mike Prestwood Smith, Dror Mohar, Wylie Stateman, David Wyman – Deepwater Horizon

Niv Adiri, Glenn Freemantle, Simon Hayes, Andy Nelson, Ian Tapp – Fantastic Beasts and Where to Find Them (ng)

Peter Grace, Robert Mackenzie, Kevin O’Connell, Andy Wright – Hacksaw Ridge (ng)

Mildred Iatrou Morgan, Ai-Ling Lee, Steve A. Morrow, Andy Nelson – La La Land

Special Visual Effects

Louis Morin – Arrival (Gewinner, gerade weil sie nicht auffallen, während die anderen Filme doch in Spezialeffekten versinken und man „The Jungle Book“ auch einen Animationsfilm nennen könnte)

Richard Bluff, Stephane Ceretti, Paul Corbould, Jonathan Fawkner – Doctor Strange

Tim Burke, Pablo Grillo, Christian Manz, David Watkins – Fantastic Beasts and Where to Find Them (ng)

Robert Legato, Dan Lemmon, Andrew R. Jones, Adam Valdez – The Jungle Book

Neil Corbould, Hal Hickel, Mohen Leo, John Knoll, Nigel Sumner – Rogue One: A Star Wars Story

(via The Hollywood Reporter)


TV-Tipp für den 25. September: Volver – Zurückkehren

September 25, 2016

Arte, 20.15

Volver – Zurückkehren (Spanien 2006, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Eigentlich kann man einen Almodóvar-Film nicht in wenigen Worten nacherzählen – und das ist gut so. Jedenfalls geht es hier um Frauen aus drei Generationen einer Familie, es gibt einen ermordeten Stiefvater (er hatte es verdient) und eine tote Mutter, deren Geist zurückkehrt.

„Die Hommage an die pragmatische Lebensweisheit der Frauen überzeugt durch die souveräne Kombination widersprüchlicher Elemente, wobei vor allem der gelassene Umgang mit dem Tod angenehm überrascht.“ (Lexikon des internationalen Films)

Und danach, um 22.10 Uhr, gibt es die fünfzigminütige Doku „Pedro Almodóvar und die Frauen“ (Frankreich/Spanien 2015).

mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Duenas, Blanca Portillo, Chus Lampreave

Wiederholung: Montag, 26. September, 13.50 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Volver“

Wikipedia über „Volver“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Julieta“ – Pedro Almodóvars Hommage an Alice Munro

August 4, 2016

Nachdem „Fliegende Liebende“ eine Entspannungsübung war, ist Pedro Almodóvar mit seinem zwanzigsten Spielfilm wieder zurück in gewohnt dramatischen Gefilden und die Welt der Kritiker ist wieder in Ordnung. Außerdem stellt Almodóvar, wie schon der Titel „Julieta“ verrät, wieder eine Frau in den Mittelpunkt seines gewohnt stilvoll erzählten Dramas.

Im heutigen Madrid trifft die fünfzigjährige Julieta (Emma Suárez) zufällig Beatriz, eine alte Freundin ihrer Tochter. Beatriz erzählt ihr, dass sie Antia mit ihren drei Kindern vor kurzem am Comer See gesehen habe.

Für Julieta ist diese Begegnung der Grund, ihre Umzugspläne mit ihrem neuen Freund nach Portugal über den Haufen zu werfen. Denn vor zwölf Jahren hat Antia sie ohne ein Abschiedswort verlassen. Seitdem hat Julieta nichts mehr von ihr gehört.

Julieta zieht wieder zurück in die Wohnung, in der sie zuletzt mit ihrer Tochter lebte und beginnt einen langen Brief an sie zu schreiben. Ein Brief, in dem sie ihre Sicht der Dinge erklären will. Auch wenn ihre Tochter den Brief vielleicht niemals lesen wird.

Ihr Brief beginnt Mitte der Achtziger. Während einer Zugfahrt begegnet die Aushilfslehrerin für Klassische Literatur (jetzt gespielt von Adriana Ugarte) Xoan (Daniel Grao), einem Fischer aus Galizien, dessen Frau im Koma liegt. Sie haben Sex, verlieben sich ineinander und Antia ist ihre Tochter.

Diese Beichte, die auf den Erzählungen „Entscheidung“, „Bald“ und „Schweigen“ von Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro basiert, ist dann eine Mischung aus Selbstrechtfertigung und Selbstanklage, die genau deshalb kunstvoll die Balance zwischen Leichtigkeit und Düsternis hält. Denn Julietas Leben ist auf der einen Seite eine von Toten geprägte Verlustgeschichte einer Mutter, der es noch nicht einmal gelingt, Kontakt zu ihrer Tochter zu halten. Im Gegenteil: ihre Tochter, die wir als Erwachsene nie sehen, will so wenig von ihr wissen, dass sie ihrer Mutter noch nicht einmal sagt, wo sie jetzt lebt. Was muss eine Mutter getan haben, um so eine Reaktion zu provozieren?

Auf der anderen Seite ist es die Selbstbehauptungsgeschichte einer passiven, introvertierten Frau, der es gelingt, im katholischen Spanien mit seinen engen Familienbindungen ihr Leben zu leben und, weil es die klassische Biographie nicht mehr gibt, immer wieder, teilweise radikal neu anzufangen. Wobei ein Neuanfang immer auch einen Ortswechsel bedeutet.

Zwischen diesen beiden Polen, sein Leben zu betrachten (immerhin sehen wir die Vergangenheit aus Julietas Sicht), fragt Almodóvars Film, ob Julieta die richtigen Entscheidungen getroffen hat oder ob ihr Leben, wenn sie sich an einem Punkt anders entschieden hätte, nicht ganz anders verlaufen wäre. Almodóvar formuliert diese Frage so, dass sie vollkommen in der Geschichte aufgeht, die gerade durch ihre südländische Reichhaltigkeit und die elegant zurückgenommene Inszenierung beeindruckt. Er liefert in jeder Beziehung und durchgehend stärkere Bilder als Alice Munro in ihren drei Erzählungen, die die Vorlage für „Julieta“ sind. Dabei folgt Almodóvar erstaunlich genau den Vorlagen. Eigentlich brachte er im Drehbuch nur die Ereignisse in eine chronologische Reihenfolge und verlegte die Geschichte nach Spanien.

Bei Munro spricht die Frage, ob man ein anderes Leben hätte leben können, eher den Intellekt an. Ihre Charaktere sind skizzierte Figuren auf einem Spielbrett, das nie seine Konstruktion verleugnen kann. Das liegt auch daran, dass Munro ihre Figuren nicht näher beschreibt. Ein Name, eine dürftige Ortsangabe (manchmal auch nicht), eine ebenso dürftige Zeitangabe (falls überhaupt) müssen genügen, bevor sie in ihren Erzählungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt. Dabei, jedenfalls in den acht Erzählungen von „Tricks“, in denen auch die lose miteinander verbundenen „Julieta“-Geschichten sind, wechselt sie oft auch die grammatische Zeit. Das behindert den Lesefluss und hält einen so zusätzlich auf Distanz zu den Figuren.

Diese Distanz ist bei Almodóvar, der „Julieta“ bescheiden eine Hommage an Munro nennt, nicht vorhanden. Seine Julieta ist eine Frau in einer klar erkennbaren Welt mit Freunden und Bekannten, die ebenso klare Eigenschaften haben.

Und er hat, wieder einmal, Rossy de Palma, die als Xoans strenge Haushälterin wirklich furchteinflößend sein kann.

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Julieta (Julieta, Spanien 2016)

Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

LV: Alice Munro: Runaway, 2004 (Tricks)

mit Emma Suárez, Adriana Ugarte, Daniel Grao, Inma Cuesta, Darío Grandinetti, Rossy de Palma, Michelle Jenner, Pilar Castro

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Die Vorlage

Munro - Tricks - Taschenbuch

Alice Munro: Tricks – Acht Erzählungen

(übersetzt von Heidi Zerning)

Fischer Taschenbuch Verlag

384 Seiten

9,95 Euro (Taschenbuch)

21,99 Euro (gebundene Ausgabe)

Deutsche Erstausgabe

Fischer, 2006

Originalausgabe

Runaway

Alfred A. Knopf, 2004

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Spanische Homepage zum Film

Moviepilot über „Julieta“

Metacritic über „Julieta“

Rotten Tomatoes über „Julieta“

Wikipedia über „Julieta“ (englisch, spanisch) und Alice Munro (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte

Die Cannes-Pressekonferenz (die englische Fassung, weil die Originalfassung für die meisten wohl kaum verständlich sein wird)

 


TV-Tipp für den 1. Juni: Das Gesetz der Begierde

Mai 31, 2016

3sat, 22.25

Das Gesetz der Begierde (Spanien 1986, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Pablo liebt Juan. Antonio liebt Pablo und Pablos Schwester Tina, die früher ein Mann war. Und schon dreht sich das Liebes- und Eifersuchtskarussell.

„Der Showdown ist schlichtweg genial, und zwar gerade weil er unüberbietbar kitschig ist. (…) Der Rest stellt sich als banale Eifersuchtsgeschichte unter Schwulen dar“, urteilte der Fischer Film Almanach damals über Almodóvars Frühwerk, das auch international Kasse machte.

mit Eusebio Poncela, Carmen Maura, Antonio Banderas, Miguel Molina

Hinweise

Wikipedia über „Das Gesetz der Begierde” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


TV-Tipp für den 16. März: Fliegende Liebende

März 16, 2016

Arte, 20.15
Fliegende Liebende (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Pedro Almodóvars Version von „Airport“ (USA 1970) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!, USA 1980) ist nach „Die Haut, in der ich wohne“, „Zerrissene Umarmungen“, „Volver – Zurückkehren“, „La Mala Educación – Schlechte Erziehung“ und „Sprich mit ihr“ keine künstlerische Weiterentwicklung, kein neues Meisterwerk, sondern eine leichte Sommerkomödie, eine Rückkehr zu seinen überdrehten ersten Filmen, allerdings mit der lässigen Professionalität eines Altmeisters inszeniert.
Das gefällt. Mit und ohne einen Cocktail.
Danach, um 21.40 Uhr, zeigt Arte mit „Labyrinth der Leidenschaften“ (Spanien 1982) ein Frühwerk des Meisters.
mit Antonio de la Torre, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévale, José Maria Yazpik, Guillermo Toledo, José Louis Torrijo, Lola Duenas, Cecilia Roth, Blanca Suárez, Antonio Banderas, Penélope Cruz

Hinweise

Spanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fliegende Liebende“

Metacritic über „Fliegende Liebende“

Rotten Tomatoes über „Fliegende Liebende“

Wikipedia über „Fliegende Liebende“ (deutsch, englisch, spanisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Hail, Caesar!“ Hail, Joel Coen! Hail, Ethan Coen!

Februar 20, 2016

Nach „A serious Man“, „True Grit“ und „Inside Llewyn Davis“ gönnen sich Joel und Ethan Coen mit „Hail, Caesar!“ eine Auszeit von den schweren und ernsten Stoffen. Ihr neuer Film ist eine leichte Komödie bar jeglichen gesellschaftlichen und auch weitergehenden künstlerischen Anspruchs, der weiter oder tiefer als die glänzende Oberfläche geht. Genau wie für Pedro Almodóvar „Fliegende Liebende“ nach mehreren ernsten Filmen auch nur ein Intermezzo, ein Spaß, eine Entspannungsübung war, in dem er seine altbekannten Themen in altbekannter Weise hübsch aufbereitete, ist auch „Hail, Caesar!“ für die Coens nicht mehr als eine Fingerübung voller Stars und Zitate, die glaubt, auf eine Geschichte verzichten zu können.
Der neue Film der Coen-Brüder entführt in das Hollywood der frühen fünfziger Jahre und erzählt einige Stunden aus dem Leben von Eddie Mannix (Josh Brolin), dem Problemlöser von Capitol Pictures. Nach seiner Beichte, in der der reuige Sünder erzählt, dass er, obwohl er mit dem Rauchen aufgehört hat, geraucht hat, kümmert er sich mitten in der Nacht um ein Starlet, das für verfängliche Fotos posiert. In diesem Moment erscheint Mannix als Bruder von Phil Marlowe. Aber er ist nur der allzuständige Manager, der sich auch um den täglichen Kleinkram kümmert, dabei von den Zwillingsschwestern Thora und Thessaly Thacker (Tilda Swinton in einer Doppelrolle und damit auch mit der doppelten Leinwandpräsenz) als aasige Gesellschaftsreporterinnen (mit realem Vorbild) wegen exklusiver Informationen belästigt wird und die verschiedenen Sets besucht, an denen gerade Filme gedreht werden: ein großes Bibelepos mit Christen und Römern als die Prestigeproduktion des Studios, ein Musical mit einer singenden Wassernixe (keine badende Venus), ein Musical mit stepptanzenden Matrosen, ein Serial-Western mit einem sehr akrobatischen Cowboy und einem Drama, das wie eine missglückte Screwball-Comedy aussieht.
Da verschwindet Baird Whitlock (George Clooney), der Star des Bibelfilms, plötzlich, in einer kurzen Drehpause, spurlos. Mannix glaubt zuerst, dass Whitlock einfach nur eine weitere seiner Kneipentouren unternimmt. Als er die Lösegeldforderung von einer sich „Die Zukunft“ nennenden Gruppe erhält, die behauptet, Whitlock entführt zu haben, beginnt er Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um das Problem zu lösen. Natürlich ohne dass irgendjemand etwas davon erfährt und ohne dass ein Drehtag verloren geht.
Whitlocks Entführer, eine Gruppe kommunistischer Drehbuchautoren und Statisten, sind allerdings gar nicht so schlimm. Sie parlieren mit Whitlock, der ein wahrer Trottel ist und der seine römische Uniform mit unverkennbarem Glauben an seine eigene Herrlichkeit trägt, über den ausbeuterischen Kapitalismus und die kommunistischen Ideen und reichen Häppchen.
„Hail, Caesar!“ ist eine Aneinanderreihung von Episoden, Anekdoten, Liebeserklärungen an Stars, Filme und Genres und eine einzige große Hommage an das Hollywood-Kino der fünfziger Jahre. Das Kino, das die Coen-Brüder in ihrer Kindheit gerade noch genießen konnten und das während ihrer Jugendjahre endgültig aus den Kinos verschwand und in dem sie jetzt wie in einem Bilderbuch blättern. Für jede Szene, jede Figur, jedes Bild kann mindestens eine filmische oder reale Referenz genannt werden. Was allerdings fehlt, ist eine Geschichte, die dieser Nummernrevue pompös eingeführter und oft lieblos fallengelassener Figuren irgendeine Tiefe oder Bedeutung verleihen könnte.
Denn die fünfziger Jahre waren auch die Jahre des Kommunistenhassers McCarthy und der Berufsverbote für echte und vermeintliche Kommunisten. In „Trumbo“, der am 10. März bei uns anläuft, erzählt Jay Roach, ausgehend von der Biographie des erfolgreichen Drehbuchautoren Dalton Trumbo, davon. Sein sehenswerter Film ist der ernste Gegenentwurf zum eskapistischen „Hail, Caesar!“. Dieser Unterschied fällt besonders bei den Figuren auf, die in beiden Filmen auftreten. In „Hail, Caesar!“ unter falschen Namen. In „Trumbo“ unter ihrem echten Namen, als Kolumnistin Hedda Hopper, Drehbuchautor Dalton Trumbo und seine Freunde, die anderen Autoren und Schauspieler, die sich in ihren Häusern trafen und über sozialistische Ideen und den real existierenden Kapitalismus sprachen, während John Wayne und Ronald Reagan die amerikanischen Werte hochhielten.
Aber diese düstere Realität interessiert die Coen-Brüder überhaupt nicht. „Hail, Caesar!“ ist kein zweiter „Barton Fink“ oder „The Big Lebowski“, sondern eher ein zweites „Burn after Reading“, das dieses Mal in einer Traumwelt spielt, die sich Traumfabrik nennt und in der alles nach einer einzigen großen Inszenierung aussieht und nichts von wirklich existenzieller Bedeutung ist.
Auch wenn die Drehbuchautoren philosophisch über den Kapitalismus und die Religionsgelehrten über die Darstellung von Jesus in „Hail, Caesar!“ parlieren dürfen.

Hail Caesar - Plakat

Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
mit Josh Brolin, Alden Ehrenreich, George Clooney, Max Baker, Ralph Fiennes, Heather Goldenhersh, Ian Blackman, Veronica Osorio, Tom Musgrave, David Krumholtz, Tilda Swinton, Fisher Stevens, Patrick Fischler, Fred Melamed, Channing Tatum, Jonah Hill, Frances McDormand, Michael Gambon (Erzähler im Original; in der deutschen Fassung ist Christian Rode der mit pathetischem Ernst die Anekdoten einordnende Erzähler)
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Hail, Caesar!“
Metacritic über „Hail, Caesar!“
Rotten Tomatoes über „Hail, Caesar!“
Wikipedia über „Hail, Caesar!“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Januar: Fliegende Liebende

Januar 13, 2016

Arte, 20.15
Fliegende Liebende (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Pedro Almodóvars Version von „Airport“ (USA 1970) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!, USA 1980) ist nach „Die Haut, in der ich wohne“, „Zerrissene Umarmungen“, „Volver – Zurückkehren“, „La Mala Educación – Schlechte Erziehung“ und „Sprich mit ihr“ keine künstlerische Weiterentwicklung, kein neues Meisterwerk, sondern eine leichte Sommerkomödie, eine Rückkehr zu seinen überdrehten ersten Filmen, allerdings mit der lässigen Professionalität eines Altmeisters inszeniert.
Das gefällt. Mit und ohne einen Cocktail.
Danach, um 21.40 Uhr, zeigt Arte mit „Labyrinth der Leidenschaften“ (Spanien 1982) ein Frühwerk des Meisters.
mit Antonio de la Torre, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévale, José Maria Yazpik, Guillermo Toledo, José Louis Torrijo, Lola Duenas, Cecilia Roth, Blanca Suárez, Antonio Banderas, Penélope Cruz
Wiederholung: Samstag, 16. Januar, 00.40 Uhr (VPS 00.35, Taggenau!)

Hinweise

Spanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fliegende Liebende“

Metacritic über „Fliegende Liebende“

Rotten Tomatoes über „Fliegende Liebende“

Wikipedia über „Fliegende Liebende“ (deutsch, englisch, spanisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 25. August: Das Gesetz der Begierde

August 25, 2015

Eins Festival, 23.40

Das Gesetz der Begierde (Spanien 1986, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Pablo liebt Juan. Antonio liebt Pablo und Pablos Schwester Tina, die früher ein Mann war. Und schon dreht sich das Liebes- und Eifersuchtskarussell.

„Der Showdown ist schlichtweg genial, und zwar gerade weil er unüberbietbar kitschig ist. (…) Der Rest stellt sich als banale Eifersuchtsgeschichte unter Schwulen dar“, urteilte der Fischer Film Almanach damals über Almodóvars Frühwerk, das auch international Kasse machte.

mit Eusebio Poncela, Carmen Maura, Antonio Banderas, Miguel Molina

Hinweise

Wikipedia über „Das Gesetz der Begierde” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


TV-Tipp für den 22. Oktober: Kika

Oktober 22, 2014

HR, 00.40
Kika (Spanien/Frankreich 1993, Regie: Pedro Almodóvar)
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Die redselige, immer optimistische Kosmetikerin Kika erlebt haarsträubende Abenteuer.
Classic Almodóvar, der unglaublich Spaß macht, auch wenn die Geschichte nicht nacherzählar ist.
„Ein ironisches Festival fröhlicher Perversitäten und Geschmacklosigkeiten (…) Eine Collage der Stile und Genres, die drch die Abenteuer eines weiblichen Simplizissimus im Zerrspiegel des Spaniens unserer Tage zusammengehalten wird. Die Maßlosigkeit der Inszenierung präsentiert ein Irrenhaus, das nur noch von der sogenannten Realität übertroffen wird.“ (Fischer Film Almanach 1995)
Bereits um 23.15 Uhr zeigt der HR den Almodóvar-Film „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“.
mit Veronique Forqué, Victoria Abril, Peter Coyote, Alex Casanovas, Rossy De Palma Anabel Alonso
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Kika“
Wikipedia über „Kika“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


TV-Tipp für den 13. August: Zerrissene Umarmungen

August 12, 2014

Eins Plus, 22.15

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, Regie: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodóvar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Wiederholung: Donnerstag, 14. August, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutschenglisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


TV-Tipp für den 19. Mai: Die Haut, in der ich wohne

Mai 19, 2014

Arte, 22.00
Die Haut, in der ich wohne (La Piel que habito, Spanien 2011)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
LV: Thierry Jonquet: Mygale, 1984 (Die Haut, in der ich wohne)
Doktor Robert Ledgard, ein begnadeter plastischer Chirurg, forscht an einer künstlichen Haut, die er offiziell an Mäusen testet. Aber in seinem Anwesen hat er ein Hich-Tech-Labor und er hält eine junge Frau in einem Ganzkörperanzug gefangen.
Schon schnell vermuten wir, dass Ledgard an ihr seine künstliche Haut ausprobiert. Aber warum? Und wer ist diese Person?
Ein grandioser, düsterer Almodóvar mit etlichen gemeinen Überraschungen. Dass er dabei sehr freizügig mit Thierry Jonquets lesenswertem Roman umgeht, sei ihm verziehen.
mit Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Blanca Suárez, Jan Cornet, Edard Fernández, Ana Mena, Roberto Alamo
Wiederholung: Freitag, 23. Mai, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Thierry Jonquet

Wikipedia über Thierry Jonquet (englisch, französisch)

Krimi-Couch über Thierry Jonquet

Film-Zeit über “Die Haut, in der ich wohne”

Rotten Tomatoes über „Die Haut, in der ich wohne“
Wikipedia über „Die Haut, in der ich wohne“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Thierry Jonquets Roman „Die Haut, in der ich wohne“ (Mygale, 1984)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


Die Gewinner des Europäischen Filmpreises

Dezember 8, 2013

Die European Film Academy hat die diesjährigen Europäischen Filmpreise an folgende Filme und Künstler vergeben:  

Europäischer Film 2013

LA GRANDE BELLEZZA

Italien/Frankreich, 140 Min.

REGIE: Paolo Sorrentino

DREHBUCH: Paolo Sorrentino & Umberto Contarello

PRODUKTION: Nicola Giuliano & Francesca Cima

 

Europäische Komödie 2013

DEN SKALDEDE FRISØR (LOVE IS ALL YOU NEED)

Dänemark, 111 Min.

REGIE: Susanne Bier

DREHBUCH: Anders Thomas Jensen & Susanne Bier

PRODUKTION: Sisse Graum & Jørgensen, Vibeke Windeløv

 

EUROPÄISCHER REGISSEUR 2013

Paolo Sorrentino für LA GRANDE BELLEZZA

 

EUROPÄISCHE SCHAUSPIELERIN 2013

Veerle Baetens in THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN (THE BROKEN CIRCLE)

 

EUROPÄISCHER SCHAUSPIELER 2013

Toni Servillo in LA GRANDE BELLEZZA

 

EUROPÄISCHES DREHBUCH 2013

François Ozon für DANS LA MAISON (IN IHREM HAUS)

 

CARLO DI PALMA EUROPÄISCHER KAMERAPREIS 2013
Asaf Sudry für LEMALE ET HA’HALAL (An ihrer Stelle)

 

EUROPÄISCHER SCHNITT 2013
Cristiano Travaglioli für LA GRANDE BELLEZZA

 

EUROPÄISCHES SZENENBILD 2013
Sarah Greenwood
für ANNA KARENINA

 

EUROPÄISCHES Kostümbild 2013

Paco Delgado für BLANCANIEVES (Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß)

 

EUROPÄISCHE FILMMUSIK 2013

Ennio Morricone für THE BEST OFFER (The Best Offer – Das höchste Gebot)

 

EUROPÄISCHES SOUNDDESIGN 2013

Matz Müller & Erik Mischijew für PARADIES: GLAUBE

 

EUROPÄISCHER DOKUMENTARFILM 2013

THE ACT OF KILLING

Dänemark/Norwegen/Großbritannien, 159 Min.

REGIE: Joshua Oppenheimer

PRODUKTION: Signe Byrge Sørensen

 

EUROPÄISCHE ENTDECKUNG 2013

OH BOY

Deutschland, 83 Min.

DREHBUCH & REGIE:  Jan Ole Gerster

PRODUKTION: Marcos Kantis & Alexander Wadouh

 

EUROPÄISCHER ANIMATIONSFILM 2013

THE CONGRESS

Israel/Deutschland/Polen/Luxemburg/Frankreich/Belgien, 120 Min.

REGIE & DREHBUCH: Ari Folman

ANIMATION: Yoni Goodman

 

EUROPEAN FILM ACADEMY KURZFILM 2013

DOOD VAN EEN SCHADUW (Death of a Shadow)

Belgien/Frankreich 2012, Fiktion, 20 Min.

REGIE: Tom Van Avermaet

 

Koproduktionspreis Prix EURIMAGES 2013

Ada Solomon

 

PREIS FÜR EIN LEBENSWERK 2013

Catherine Deneuve

 

EUROPÄISCHER BEITRAG ZUM WELTKINO 2013

Pedro Almodóvar

 

PUBLIKUMSPREIS – BESTER EUROPÄISCHER FILM 2013

Portugal Mon Amour (La cage dorée)

Portugal/Frankreich, 90 Min.

Regie: Ruben Alves

Drehbuch: Ruben Alves, Jean-André Yerlès, Hugo Gélin

Mit: Rita Blanco, Joaquim de Almeida, Roland Giraud, Chantal Lauby, Barbara Cabrita, Lannick Gautry

 


TV-Tipp für den 29. November: Das Gesetz der Begierde

November 29, 2013

3sat, 22.35

Das Gesetz der Begierde (Spanien 1986, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Pablo liebt Juan. Antonio liebt Pablo und Pablos Schwester Tina, die früher ein Mann war. Und schon dreht sich das Liebes- und Eifersuchtskarussell.

Der Showdown ist schlichtweg genial, und zwar gerade weil er unüberbietbar kitschig ist. (…) Der Rest stellt sich als banale Eifersuchtsgeschichte unter Schwulen dar“, urteilte der Fischer Film Almanach damals über Almodóvars Frühwerk, das auch international Kasse machte.

mit Eusebio Poncela, Carmen Maura, Antonio Banderas, Miguel Molina

Hinweise

Wikipedia über „Das Gesetz der Begierde“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


TV-Tipp für den 28. November: Zerrissene Umarmungen

November 28, 2013

3sat, 22.25

Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, R.: Pedro Almodóvar)

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodóvar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.

Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.

mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas

Hinweise

Film-Zeit über „Zerrissene Umarmungen“

Rotten Tomatoes über „Zerrissene Umarmungen“

Wikipedia über „Zerrissene Umarmungen“ (deutschenglisch)

Noir of the Week über „Zerrisse Umarmungen“

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)


Die Nominierungen für den 26. Europäischen Filmpreis

November 9, 2013

Vor wenigen Minuten wurden auf dem Europäischen Filmfestival in Sevilla die Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2013 von der European Film Academy und EFA Productions verkündet. Die fast 3000 Mitglieder der European Film Academy stimmen nun über die Gewinner ab. Die Preisverleihung ist am 7. Dezember im Haus der Berliner Festspiele und es wird auch einen Livestream geben.

Bis dahin kann man sich ja noch einige der nominierten und (soweit bekannt) sehenswerten Werke ansehen:

 

EUROPÄISCHER FILM 2013

 

THE BEST OFFER

THE BEST OFFER – DAS HÖCHSTE GEBOT
Italien, 130 Min.
REGIE & DREHBUCH: Giuseppe Tornatore
PRODUKTION: Isabella Cocuzza & Arturo Paglia

 

BLANCANIEVES
Spanien/Frankreich, 104 Min.
REGIE & DREHBUCH: Pablo Berger
PRODUKTION: Ibon Cormenzana, Jérôme Vidal & Pablo Berger

 

THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN

THE BROKEN CIRCLE
Belgien, 100 Min.
REGIE: Felix van Groeningen
DREHBUCH: Carl Joos & Felix van Groeningen
PRODUKTION: Dirk Impens

 

LA GRANDE BELLEZZA

Italien/Frankreich, 140 Min.
REGIE: Paolo Sorrentino
DREHBUCH: Paolo Sorrentino & Umberto Contarello
PRODUKTION: Nicola Giuliano & Francesca Cima

 

OH BOY
Deutschland, 83 Min.
REGIE & DREHBUCH: Jan Ole Gerster
PRODUKTION: Marcos Kantis & Alexander Wadouh

 

LA VIE D’ADELE: CHAPITRES 1 & 2

BLAU IST EINE WARME FARBE
Frankreich, 179 Min.
REGIE: Abdellatif Kechiche

DREHBUCH: Abdellatif Kechiche & Ghalia Lacroix
PRODUKTION: Brahim Chioua, Vincent Maraval & Abdellatif Kechiche

 

 

EUROPÄISCHE KOMÖDIE 2013

 

LOS AMANTES PASAJEROS
FLIEGENDE LIEBENDE
Spanien, 90 Min.
REGIE & DREHBUCH: Pedro Almodóvar
PRODUKTION: Agustín Almodóvar & Esther García

 

BENVENUTO PRESIDENTE!
WELCOME MR. PRESIDENT!
Italien
, 100 Min.
REGIE: Riccardo Milani

DREHBUCH: Fabio Bonifacci
PRODUKTION: Nicola Guiliano & Francesca Cima

 

DEN SKALDEDE FRISØR

LOVE IS ALL YOU NEED
Dänemark, 111 Min.
REGIE: Susanne Bier
DREHBUCH: Anders Thomas Jensen & Susanne Bier
PRODUKTION: Sisse Graum &
Jørgensen, Vibeke Windeløv

 

SVECENIKOVA DJECA

THE PRIEST’S CHILDREN
Kroatien/Serbien, 93 Min.
REGIE: Vinko Brešan

DREHBUCH: Mate Matišić & Vinko Brešan

PRODUKTION: Ivan Maloča

 

 

EUROPÄISCHER REGISSEUR 2013

 

Pablo Berger für BLANCANIEVES

Felix van Groeningen für THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN (THE BROKEN CIRCLE)

Abdellatif Kechiche für LA VIE D’ADELE (BLAU IST EINE WARME FARBE)

François Ozon für DANS LA MAISON (IN IHREM HAUS)

Paolo Sorrentino für LA GRANDE BELLEZZA

Giuseppe Tornatore für THE BEST OFFER (THE BEST OFFER – DAS HÖCHSTE GEBOT)

 

 

EUROPÄISCHE SCHAUSPIELERIN 2013

 

Keira Knightley in ANNA KARENINA 

Veerle Baetens in THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN (THE BROKEN CIRCLE)

Barbara Sukowa in HANNAH ARENDT

Naomi Watts in LO IMPOSIBLE (THE IMPOSSIBLE)

Luminita Gheorghiu in POZITIA COPILULUI (MUTTER & SOHN)

 

 

EUROPÄISCHER SCHAUSPIELER 2013

 

Jude Law in ANNA KARENINA

Johan Heldenbergh in THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN (THE BROKEN CIRCLE)

Fabrice Luchini in DANS LA MAISON (IN IHREM HAUS)

Toni Servillo in LA GRANDE BELLEZZA

Tom Schilling in OH BOY

 

 

EUROPÄISCHES DREHBUCH 2013

 

Tom Stoppard für ANNA KARENINA

Giuseppe Tornatore für THE BEST OFFER (THE BEST OFFER – DAS HÖCHSTE GEBOT)

Carl Joos & Felix van Groeningen für THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN (THE BROKEN CIRCLE)

François Ozon für DANS LA MAISON (IN IHREM HAUS)

Paolo Sorrentino & Umberto Contarello für LA GRANDE BELLEZZA


Das waren die Hauptpreise. Die komplette Liste aller Nominierungen des 26. Europäischen Filmpreises gibt es hier.


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