TV-Tipp für den 25. September: 700 Meilen westwärts

September 25, 2015

ServusTV, 22.25

700 Meilen westwärts (USA 1975, Regie: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

Selten gezeigter, 1906 spielender Spätwestern über ein Pferderennen: dem Sieger des 700 Meilen langen Rennens quer durch die Pampa winkt ein erkleckliches Preisgeld. Richard Brooks konzentriert sich, vor einer traumhaften Landschaft, vor allem auf die Motive der Charaktere und ihren Kampf gegeneinander.

„Ein fetter Brocken Americana, gut gewürzt mit einem Optimismus und Positivismus, wie sie im heutigen Film selten geworden ist. Brooks’ Drehbuch ist ein Wunder an Kompression und Humor. Wenn Coburn eine Dame von immensen Proportionen tätschelt und wie zu sich selber sagt ‘Ich hatte fast vergessen, wie gut sich eine schlechte Frau anfühlt’, sagt er in einem einzigen Satz sehr viel über sich selbst.“ (Arthur Knight, The Hollywood Reporter)

mit Gene Hackman, Candice Bergen, James Coburn, Ben Johnson, Ian Bannen, Jan-Michael Vincent, Robert Donner, Mario Arteaga, Paul Stewart

Hinweise

Rotten Tomatoes über „700 Meilen westwärts“

Turner Classic Movies über „700 Meilen westwärts“

Wikipedia über „700 Meilen westwärts“ (deutsch, englisch)

Richard Brooks in der Kriminalakte

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DVD-Kritik: Vier Noirs, gut abgehangen und immer noch sehenswert

Juli 20, 2015

Die Filme habe ich schon vor einiger Zeit gesehen, aber aus Gründen, die ausschließlich bei mir lagen (Planung, Planung und 5-Jahres-Pläne) komme ich erst jetzt dazu, „Unter Verdacht“, „Der unheimliche Gast“, „Ministerium der Angst“ und „Die Killer“ abzufeiern. Sie sind alle in der uneingeschränkt lobenswerten „Film Noir“-Collection von Koch Media erschienen und sie sind, auch wenn nicht jeder Film ein Klassiker ist, einen Blick wert. Bild und Ton sind, immerhin sind die Filme schon etwas älter, gewohnt gut. Die Zusatzinformationen sind, wie bei den vorherigen Veröffentlichungen, informativ und gut gewählt. Es gibt immer ein 16-seitiges Booklet mit einem Essay von Thomas Willmann über den Film, den Trailer, eine Bildergalerie und, manchmal noch mehr, wie ein parallel zum Film entstandenes Radiohörspiel.
Und es ist eine der Gelegenheiten, einige fast schon vergessene Filme von Größen wie Fritz Lang und Robert Siodmak (mehr über den inzwischen wieder fast vergessenen Regisseur könnt ihr in „Robert Siodmak“ lesen) wieder oder erstmals zu entdecken.

Robert Siodmak ist vor allem bei Noir-Fans hochgeschätzt und mit „Unter Verdacht“ und „Die Killer“ liegen jetzt zwei seiner großen Noirs vor.
„Die Killer“ ist die erste Verfilmung von Ernest Hemingways gleichnamiger Kurzgeschichte, die eigentlich nur aus einer Situation besteht: ein Mann wartet in einem Hotelzimmer auf seine Killer. Warum erfahren wir nicht in Hemingways Geschichte, aber Robert Siodmak und später Don Siegel (der die Geschichte 1964 verfilmte) bieten eine Erklärung an.
In dem Dorf Brentwood tauchen zwei Killer auf. Sie suchen einen Mann, finden und töten ihn. Während die Polizei den Fall als Auseinandersetzung zwischen auswärtigen Verbrechern zu den Akten legt, beginnt Versicherungsdetektiv Reardon mit seinen Ermittlungen. Dabei entdeckt er eine Versicherungspolice des Toten Pete Lunn, genannt „der Schwede“, den dieser auf ein Zimmermädchen ausgestellt hatte. Als Reardon weiter in Lunns Vergangenheit stöbert, erfährt er, wie der Boxer in kriminelle Gesellschaft geriet. Wegen einer Frau anderen Frau.
Siodmaks Film ist ein unumstrittener Noir-Klassiker voll grandioser Szenen und verzweifelter Menschen. Das mit dem Edgar-Allan-Poe-Award ausgezeichnete Werk war damals in den USA ein Kassenhit, der Robert Siodmaks Marktwert in Hollywood ungemein steigerte. Burt Lancaster, der in „Die Killer“ sein Leinwanddebüt als der Schwede gab, hätte keinen besseren Einstand haben können. Ava Gardner, die davor kleine, unwichtige Rollen spielte und hier die Femme Fatale war, wurde ebenfalls zum Star.
Ernest Hemingway, der die meisten Verfilmungen seiner Werke hasste, war begeistert von Siodmaks Verfilmung. Sie nennt zwar einen Grund für Lunns regloses Warten auf seinen Tod, nimmt aber nichts vom Fatalismus der Vorlage weg.


„Unter Verdacht“ ist vor allem eine Paraderolle für Charles Laughton, der Philip Marshall, einen reichen, unglücklich verheirateten Geschäftsmann spielt, der 1902 in London eine andere Frau kennenlernt. Kurz darauf stirbt Marshalls Frau bei einem Unfall. Scotland-Yard-Inspektor Huxley glaubt zwar an einen Mord, aber er hat gegen Marshall keine Beweise. Kurz darauf heiratet Marshall Mary Grey – und spätestens wenn Marshall seinen Nachbarn, der ihn erpressen wollte, vergiftet, wissen wir, dass hinter der jovialen Maske des Geschäftsmannes ein kaltblütiger Mörder ist.
Ein mit der Atmosphäre des viktorianischen Londons, in dem wenige Jahre früher Jack the Ripper mordete, badender Noir, der vor allem Dank Charles Laughton sehenswert ist.

Fritz Lang ist natürlich allgemein bekannt. „Metropolis“, „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ und die ersten„Dr. Mabuse“-Filme sind einflussreiche Filme, die jeder Filmfan gesehen hat (oder es behauptet und schnellstens nachholen sollte).
„Ministerium der Angst“ gehört zu seinen unbekannteren Werken. Er drehte den Thriller 1944 nach einem Roman von Graham Greene und Buch und Film sind natürlich eine unmittelbare Reaktion auf den 2. Weltkrieg und den London und halb England verwüstenden Bombenkrieg.
Stephen Neale (Ray Milland) wird aus einer ländlich gelegenen Irrenanstalt entlassen. Schon auf dem Weg nach London wird er von seltsamen Männern verfolgt. Dass er nicht an einer paranoiden Wahnvorstellung leidet, beweisen die Leichen, die plötzlich seinen Weg pflastern und die ihn als Mörder verfolgende Polizei, die noch gar nicht mitbekommen hat, dass ein Nazi-Agentenring in London arbeitet.
Die actionreiche Jagd mit einem von allen verfolgten, unschuldigen Normalbürger ist inzwischen immer noch als typischer Alfred-Hitchcock-Stoff bekannt. Schon Jahrzehnte vor „Der unsichtbare Dritte“ drehte Hitchcock, noch in England mehrere Filme mit einer ähnlichen Geschichte. Am bekanntesten dürfte seine John-Buchan-Verfilmung „Die 39 Stufen“ sein. Dicht gefolgt von „Der Mann, der zu viel wusste“ (wobei hier das Remake mit James Stewart bekannter ist). Diese Hitchcock-Filme sind dann auch das größte Problem für Langs Film, weil Hitchcock schon in den Dreißigern deutlich flottere Thriller inszenierte.
Dennoch, oder gerade deswegen und weil es hier nicht um Thriller, sondern um Noirs geht: empfehlenswert, wenn auch nicht so gut wie „Die Killer“.
„Obwohl Fritz Lang den Film nicht besonders mochte, gehört er zu den besten seiner Films noirs. Die Orientierungslosigkeit des Helden, der als Spielball unbekannter Mächte in einer Welt verborgener Identitäten seine eigene Identität sucht, stellt Lang mit äußerster formaler Geschlossenheit dar.“ (Paul Werner: Film noir)


Im Gegensatz zu Fritz Lang und Robert Siodmak ist Lewis Allen deutlich unbekannter. Nach einigen Spielfilmen, u. a. „Desert Fury – Liebe gewinnt“ (der ebenfalls in der Film Noir Collection erschien), die alle keine große Aufmerksamkeit erregten, arbeitete er seit den Fünfzigern vor allem für das Fernsehen, wo er zahlreiche TV-Episoden inszenierte, unter anderem für die Serien „Auf der Flucht“, „Kobra, übernehmen Sie“ und „Bonanza“.
Sein Spielfilmdebüt „Der unheimliche Gast“ ist eigentlich kein Noir. Da helfen auch einige Noir-Einstellungen, wenn die Kerzen im Haus große Schatten werfen, nicht. Es ist ein Geisterfilm und ein Liebesfilm, der nie wirklich gruselt. Über weite Strecken ist der Geist einfach ein Hausgeist, ein weiterer Bewohner, den man halt akzeptiert. Also wie „Beetlejuice“, nur ohne den Tim-Burton-Humor und ohne die Verbrüderung der Bewohner mit den Geistern.
1937 kaufen Komponist Patrick Fitzgerald (Ray Milland) und seine Schwester Pamela (Ruth Hussey) das einsam an der Küste in Cornwall gelegene, erstaunlich günstige Windward House. Schon bald bemerken sie, ihr Schoßhund und die Hauskatze, dass sie einen nicht eingeladenen Hausgast haben, der sie aus dem Haus verjagen will.
Trotz allem hat der doch inzwischen arg altmodische Grusler seine Fans. Martin Scorsese und Guillermo Del Toro nahmen den Film in ihre Listen der schaurigsten Horrorfilme auf – und allein das rechtfertigt schon einen Blick.

Unter Verdacht - DVD-Cover
Unter Verdacht (The Suspect, USA 1944)
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Bertram Millhauser, Arthur T. Horman (Adaptation)
LV: James Ronald: This Way Out, 1939
mit Charles Laughton, Ella Raines, Dean Harens, Stanlec C. Ridges

DVD
Koch Media (Film Noir Collection 16)
Bild: 1.37:1
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Bildergalerie, Booklet, Einstündiges Hörspiel mit Charles Laughton und Ella Raines
Länge: 82 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Unter Verdacht“
Turner Classic Movies über „Unter Verdacht“
Wikipedia über „Unter Verdacht“ (deutsch, englisch)

Filmportal über Robert Siodmak

Senses of Cinema über Robert Siodmak

Noir of the Week über Robert Siodmak

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Zeuge gesucht” (Phantom Lady, USA 1943)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Der schwarze Spiegel” (The dark mirror, USA 1946)

Meine Besprechung von Deutsches Historisches Museum (Hrsg.) „Robert Siodmak“ (2015)

Der unheimliche Gast - DVD-Cover

Der unheimliche Gast (The Uninvited, USA 1944)
Regie: Lewis Allen
Drehbuch: Dodie Smith, Frank Partos
LV: Dorothy Macardle: Uneasy Freehold, 1941 (US-Titel „The Uninvited“)
mit Ray Milland, Ruth Hussey, Gail Russel, Alan Napier, Cornelia Otis Skinner

DVD
Koch Media (Film Noir Collection 17)
Bild: 1.37:1 (4:3)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet, Zwei jeweils halbstündige Radio-Hörspiele zum Film mit Ray Milland von 1944 und 1949
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Der unheimliche Gast“
Turner Classic Movies über „Der unheimliche Gast“
Wikipedia über „Der unheimliche Gast“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Lewis Allens „Desert Fury – Liebe gewinnt“ (Desert Fury, USA 1947)
Ministerium der Angst - DVD-Cover

Ministerium der Angst (Ministry of Fear, USA 1944)
Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Seton I. Miller
LV: Graham Greene: Ministry of Fear, 1943 (Zentrum des Schreckens)
mit Ray Milland, Marjorie Reynolds, Dan Duryea, Percy Waram, Erskine Sanford, Alan Napier

DVD
Koch Media (Film Noir Collection 18)
Bild: 1.37:1 (4:3)
Ton: Deutch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet
Länge: 83 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Ministerium der Angst“
Turner Classic Movies über „Ministerium der Angst“
Wikipedia über „Ministerium der Angst“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Auch Henker sterben” (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte

Wikipedia über Graham Greene (deutsch, englisch)

Kirjasto über Graham Greene

Greeneland – The World of Graham Greene (Fanseite)

Meine Besprechung von Graham Greenes “Am Abgrund des Lebens” (Brighton Rock, 1938) und den englischen Verfilmungen von 1947 und 2010

Die Killer - DVD-Cover
Die Killer (The Killers, USA 1946)
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Anthony Veiller, John Huston (ungenannt), Richard Brooks (ungenannt)
LV: Ernest Hemingway: The Killers, 1927 (Die Killer, Kurzgeschichte)
mit Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O’Brien, Albert Dekker, Sam Levene, William Conrad
auch bekannt als „Rächer der Unterwelt“

DVD
Koch Media (Film Noir Collection 19)
Bild: 1.37:1 (4:3)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch
Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet, Radioadaption von 1949 mit Burt Lancaster, Shelley Winters und William Conrad
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Die Killer“
Turner Classic Movies über „Die Killer“
Wikipedia über „Die Killer“ (deutsch, englisch)
Noir of the Week über „Die Killer“


TV-Tipp für den 3. April: 700 Meilen westwärts

April 3, 2015

ServusTV, 22.15

700 Meilen westwärts (USA 1975, Regie: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

Selten gezeigter, 1906 spielender Spätwestern über ein Pferderennen: dem Sieger des 700 Meilen langen Rennens quer durch die Pampa winkt ein erkleckliches Preisgeld. Richard Brooks konzentriert sich, vor einer traumhaften Landschaft, vor allem auf die Motive der Charaktere und ihren Kampf gegeneinander.

„Ein fetter Brocken Americana, gut gewürzt mit einem Optimismus und Positivismus, wie sie im heutigen Film selten geworden ist. Brooks’ Drehbuch ist ein Wunder an Kompression und Humor. Wenn Coburn eine Dame von immensen Proportionen tätschelt und wie zu sich selber sagt ‘Ich hatte fast vergessen, wie gut sich eine schlechte Frau anfühlt’, sagt er in einem einzigen Satz sehr viel über sich selbst.“ (Arthur Knight, The Hollywood Reporter)

mit Gene Hackman, Candice Bergen, James Coburn, Ben Johnson, Ian Bannen, Jan-Michael Vincent, Robert Donner, Mario Arteaga, Paul Stewart

Hinweise

Rotten Tomatoes über „700 Meilen westwärts“

Turner Classic Movies über „700 Meilen westwärts“

Wikipedia über „700 Meilen westwärts“ (deutsch, englisch)

Richard Brooks in der Kriminalakte


„Capote in Kansas“ erzählt das Making-of zu „Kaltblütig“

Juli 27, 2014

Parks - Capote in Kansas - 2

1959 fährt Truman Capote nach Kansas. Er hat in der Zeitung von dem bestialischen Mord an der Farmerfamilie Clutter in Holcomb am 15. November 1959 gelesen. Er, der in New York gefeierte, homosexuelle Bestsellerautor von Werken wie „Frühstück bei Tiffany“, wollte ein Buch über das wahre Leben und die Auswirkungen eines Verbrechens auf die Gemeinschaft schreiben. Seine Recherchen, bei der er von seiner Kollegin Harper Lee („Wer die Nachtigall stört“) begleitet wird, gestalten sich zunächst schwierig. Denn die Landbewohner wollen nichts mit dem Paradiesvogel aus der Großstadt zu tun haben. Dennoch erlangt er ihr Vertauen und als die beiden Täter Perry Edward Smith und Richard Eugene Hickock sechs Wochen nach ihrer Tat verhaftet werden, kann er sich auch mit ihnen unterhalten. Sie werden zum Tod verurteilt. Am 14. April 1965 wird das Urteil vollstreckt.

1966 veröffentlicht Capote den Tatsachenroman „Kaltblütig“ (In cold blood), der zum Bestseller und Sachbuch-Klassiker wird. Es war sein letztes längeres Werk.

Das Buch wird zweimal verfilmt. Die Richard Brooks‘ Verfilmung von 1967 ist ein Klassiker. Jonathan Kaplans TV-Zweiteiler von 1996 ist dagegen wesentlich unbekannter, soll aber auch gelungen sein.

Die Entstehungsgeschichte des Buches wurde 2005 fast zeitgleich von Bennett Miller und Douglas McGrath in zwei Spielfilmen behandelt. Millers „Capote“ mit Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle überzeugte Kritik und Publikum. McGraths „Kaltes Blut“ (Infamous), immerhin mit Toby Jones und Sandra Bullock in den Hauptrollen, wurde dagegen als zweites Werk zum gleichen Thema innerhalb weniger Wochen weitgehend ignoriert.

Mit seiner zeitgleich entstandenen Graphic Novel „Capote in Kansas“, die erst jetzt auf Deutsch erschien, erzählt Autor Ande Parks seine Version der Recherchen von Truman Capote in Kansas, die sich natürlich an den inzwischen weithin bekannten Fakten orientiert. Aber auch er nimmt sich einige Freiheiten,

Bei der Geschichte setzte Parks das Wissen über das Verbrechen, die Aufklärung und das Gerichtsverfahren voraus. Denn im Mittelpunkt steht, wie der Titel verrät, Truman „Capote in Kansas“ und seine Versuche, das Material in den Griff zu bekommen. Dabei hilft ihm auch der Geist von Nancy Clutter, was die größte und entscheidende Veränderung gegenüber den anderen Annäherungen an die Geschichte ist.

Stilistisch orientieren Parks und Zeichner Chris Samnee in seinen SW-Panels sich an alten Zeitungscomics und Noir- und Kriminalgeschichten, was dann auch wieder an die eindrückliche SW-Fotografie von Brooks‘ Film erinnert.

Capote in Kansas“ ist ein spannender Einblick in die Entstehungsgeschichte von „Kaltblütig“ und eine konzentrierte Auseinandersetzung mit einem Thema. Im Nachwort sagt Parks dazu: „Die allumfassende Thematik von ‚Capote in Kansas‘ ist, dass große Kunst dem Künstler große Mengen Blut kosten kann. Um es einfacher auszudrücken: Genialität verbrennt.“ Dieses Thema formulierte Parks schon im ersten Vorschlag für den Comic, der im umfangreichen Anhang von „Capote in Kansas“ abgedruckt ist. Dort findet man auch eine gestrichene Szene und mehrere Seiten mit Skizzen von Chris Samnee.

Dieser informative Anhang rundet das rundum gelungene Buch und Parks‘ interessante Interpretation der Arbeit von Truman Capote an seinem bekanntesten Buch (neben „Frühstück bei Tiffany“) ab.

Ande Parks/Chris Samnee: Capote in Kansas

(übersetzt von Monja Reichert)

Panini, 2014

164 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Capote in Kansas

Oni Press, 2005

Für die Übersetzung wurde die Neuauflage von 2014 genommen.

Hinweise

Blog von Ande Parks

Wikipedia über Ande Parks, Truman Capote (deutsch, englisch) und „Kaltblütig“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 12. Juli: 700 Meilen westwärts

Juli 12, 2014

Ein dickes Dankeschön nach Bayern für die heutige Westernnacht. Nach dem selten gezeigten „700 Meilen westwärts“ (sogar zu einer guten Uhrzeit) gibt es um 22.35 Uhr „Über den Todespass“ (mit James Stewart“, um 00.10 Uhr „Zwei Companeros“ (mit Franco Nero und Tomas Milan) und um 02.05 Uhr „Sam Whiskey (das ist Burt Reynolds).

BR, 20.15

700 Meilen westwärts (USA 1975, Regie: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

Selten gezeigter, 1906 spielender Spätwestern über ein Pferderennen: dem Sieger des 700 Meilen langen Rennens quer durch die Pampa winkt ein erkleckliches Preisgeld. Richard Brooks konzentriert sich, vor einer traumhaften Landschaft, vor allem auf die Motive der Charaktere und ihren Kampf gegeneinander.

Ein fetter Brocken Americana, gut gewürzt mit einem Optimismus und Positivismus, wie sie im heutigen Film selten geworden ist. Brooks’ Drehbuch ist ein Wunder an Kompression und Humor. Wenn Coburn eine Dame von immensen Proportionen tätschelt und wie zu sich selber sagt ‘Ich hatte fast vergessen, wie gut sich eine schlechte Frau anfühlt’, sagt er in einem einzigen Satz sehr viel über sich selbst.“ (Arthur Knight, The Hollywood Reporter)

mit Gene Hackman, Candice Bergen, James Coburn, Ben Johnson, Ian Bannen, Jan-Michael Vincent, Robert Donner, Mario Arteaga, Paul Stewart

Hinweise

Rotten Tomatoes über „700 Meilen westwärts“

Turner Classic Movies über „700 Meilen westwärts“

Wikipedia über „700 Meilen westwärts“ (deutsch, englisch)

Richard Brooks in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Januar: 700 Meilen westwärts

Januar 2, 2014

 

SWR, 23.00

700 Meilen westwärts (USA 1975, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

Selten gezeigter, 1906 spielender Spätwestern über ein Pferderennen: dem Sieger des 700 Meilen langen Rennens quer durch die Pampa winkt ein erkleckliches Preisgeld. Richard Brooks konzentriert sich, vor einer traumhaften Landschaft, vor allem auf die Motive der Charaktere und ihren Kampf gegeneinander.

Ein fetter Brocken Americana, gut gewürzt mit einem Optimismus und Positivismus, wie sie im heutigen Film selten geworden ist. Brooks‘ Drehbuch ist ein Wunder an Kompression und Humor. Wenn Coburn eine Dame von immensen Proportionen tätschelt und wie zu sich selber sagt ‚Ich hatte fast vergessen, wie gut sich eine schlechte Frau anfühlt‘, sagt er in einem einzigen Satz sehr viel über sich selbst.“ (Arthur Knight, The Hollywood Reporter)

mit Gene Hackman, Candice Bergen, James Coburn, Ben Johnson, Ian Bannen, Jan-Michael Vincent, Robert Donner, Mario Arteaga, Paul Stewart

Hinweise

Rotten Tomatoes über „700 Meilen westwärts“

Turner Classic Movies über „700 Meilen westwärts“

Wikipedia über „700 Meilen westwärts“ (deutsch, englisch)

Richard Brooks in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Juni: Der Millionenraub

Juni 23, 2013

BR, 22.30

Der Millionenraub (USA 1971, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

Hamburg: Einbruchsspezialist Joe Collins will die Bank ausrauben, die ein von ihm konstruiertes todsicheres Sicherheitssystem hat.

Unterhaltsames Caper-Movie, das nicht mit den Klassikern mithalten kann, aber Hamburg, eine gute Besetzung und die Musik von Quincy Jones auf der Habenseite hat.

Für die Planung des Einbruchs setzte Richard Brooks sich mit einem Ingenieur, der für eine Panzerschrankfirma arbeitete zusammen, ließ ihn eine uneinnehmbare Bank entwerfen und gemeinsam überlegten sie, wie sie diese Bank ausrauben könnten.

mit Warren Beatty, Goldie Hawn, Gert Fröbe, Robert Webber, Scott Brady, Artur Brauss, Wolfgang Kieling

Hinweise

Wikipedia über „Der Millionenraub“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Der Millionenraub“

Richard Brooks in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. November: Die Saat der Gewalt

November 13, 2011

SWR, 23.25

Die Saat der Gewalt (USA 1955, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Evan Hunter: The blackboard jungle, 1954

Hochgelobtes, damals heiß diskutiertes und immer noch sehenswertes Jugenddrama über einen idealistischen Lehrer, der seine Schüler in New York vor einer Laufbahn als Verbrecher bewahren will. Bill Haleys „Rock around the clock“ wurde zum Welthit.

Das Drehbuch war für einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America nominiert und der Regisseur für den Preis der Directors Guild of America.

Hunter ist unter seinem Pseudonym Ed McBain als Autor der 1957 begonnenen Serie über das 87. Polizeirevier viel bekannter.

Mit Glenn Ford, Sidney Poitier, Anne Francis, Louis Calhern, Paul Mazursky (Nebenrolle)

Hinweise

Wikipedia über „Die Saat der Gewalt“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2006)

Meine Besprechung von Ed McBains “Die Gosse und das Grab” (The Gutter and the Grave, 2005, Erstausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

Meine Besprechung der Evan-Hunter-Verfilmung „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)


TV-Tipp für den 4. Oktober: Die Saat der Gewalt

Oktober 4, 2011

RBB, 22.45

Die Saat der Gewalt (USA 1955, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Evan Hunter: The blackboard jungle, 1954

Hochgelobtes, damals heiß diskutiertes und immer noch sehenswertes Jugenddrama über einen idealistischen Lehrer, der seine Schüler in New York vor einer Laufbahn als Verbrecher bewahren will. Bill Haleys „Rock around the clock“ wurde zum Welthit.

Das Drehbuch war für einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America nominiert und der Regisseur für den Preis der Directors Guild of America.

Hunter ist unter seinem Pseudonym Ed McBain als Autor der 1957 begonnenen Serie über das 87. Polizeirevier viel bekannter.

Mit Glenn Ford, Sidney Poitier, Anne Francis, Louis Calhern, Paul Mazursky (Nebenrolle)

Hinweise

Wikipedia über „Die Saat der Gewalt“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2006)

Meine Besprechung von Ed McBains “Die Gosse und das Grab” (The Gutter and the Grave, 2005, Erstausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

Meine Besprechung der Evan-Hunter-Verfilmung „Die jungen Wilden“ (The Young Savages, USA 1960)


TV-Tipp für den 18. Juni: Gangster in Key Largo

Juni 18, 2011

RBB, 23.15

Gangster in Key Largo (USA 1948, R.: John Huston)

Drehbuch: Richard Brooks, John Huston

LV: Maxwell Anderson: Key Largo, 1939 (Theaterstück)

Ex-Major McCloud will in Key Largo nur die Eltern eines gefallenen Kriegskameraden besuchen. Dummerweise haben sich Gangster Johnny Rocco und seine Verbündeten im Hotel wohnlich eingerichtet. McCloud muss wieder zur Waffe greifen.

Im Rahmen eines Gangsterfilms wird das Unbehagen am Nachkriegs-Amerika präsentiert. Das Hotel wird zu einem Mikrokosmos von Verrat und Rache in der amerikanischen Ausprägung.

„Gangster in Key Largo“ ist der vierte und letzte Bogart/Bacall Film und das letzte Zusammentreffen von Bogart und Robinson vor der Kamera. Dieses Mal stirbt Bogart nicht vor Robinson, der hier seine letzte große Gangsterrolle hatte.

Weiter geht’s in der „langen Filmnacht: Humphrey Bogart“ um 00.50 Uhr mit der „Fahrkarte nach Marseille“ (USA 1944) und endet um 02.35 Uhr im „Konflikt“ (USA 1945). Wachbleiben oder aufnehmen lohnt sich.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Edward G. Robinson, Lionel Barrymore, Claire Trevor

Auch bekannt als “Hafen des Lasters” (Kinotitel), „Gangster von Key Largo“

Hinweise

Wikipedia über „Gangster in Key Largo“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Key Largo“

Old School Reviews über „Key Largo“

Follow me now über „Gangster in Key Largo“


TV-Tipp für den 10. Juni: Kaltblütig

Juni 10, 2011

Kabel 1, 02.00

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Wikipedia über „Kaltblütig (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 22, 2011

Wegen des Karfreitags hat Alligator-Alfred meine TV-Krimi-Buch-Tipps bereits einen Tag früher veröffentlicht. Welche Krimiverfilmungen laufen die nächten Tage im TV?

Hier meine Einleitung:

Wer die nächsten Tage nicht mit dem Verstecken und Suchen von Ostereiern beschäftigt ist, findet einige Perlen im TV-Programm. Es beginnt mit Steven Soderberghs Elmore-Leonard-Verfilmung „Out of sight“ und geht mit „Kommissarin Lucas: Am Ende muss Glück sein“ (nach einem Drehbuch von Friedrich Ani), Francis Ford Coppolas Mario-Puzo-Verfilmungen „Der Pate II“ und „Der Pate III“, Sidney Lumets Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orient-Express“, Jacques Derays Derek-Raymond-Verfilmung „Mörderischer Engel“, Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“, Roger Spottiswoodes Patricia-Highsmith-Verfilmung „Mr. Ripley und die Kunst des Tötens“ (nach einem Drehbuch von Donald Westlake), Oliver Stones John-Ridley-Verfilmung „U-Turn – Kein Weg zurück“, Richard Brooks Evan-Hunter-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ und, als TV-Premiere, Béla Tarrs Georges-Simenon-Verfilmung „Der Mann aus London“ weiter.


TV-Tipp für den 3. Januar: Gangster in Key Largo

Januar 3, 2011

SWR, 23.15

Gangster in Key Largo (USA 1948, R.: John Huston)

Drehbuch: Richard Brooks, John Huston

LV: Maxwell Anderson: Key Largo, 1939 (Theaterstück)

Ex-Major McCloud will in Key Largo nur die Eltern eines gefallenen Kriegskameraden besuchen. Dummerweise haben sich Gangster Johnny Rocco und seine Verbündeten im Hotel wohnlich eingerichtet. McCloud muss wieder zur Waffe greifen.

Im Rahmen eines Gangsterfilms wird das Unbehagen am Nachkriegs-Amerika präsentiert. Das Hotel wird zu einem Mikrokosmos von Verrat und Rache in der amerikanischen Ausprägung.

Gangster in Key Largo“ ist der vierte und letzte Bogart/Bacall Film und das letzte Zusammentreffen von Bogart und Robinson vor der Kamera. Dieses Mal stirbt Bogart nicht vor Robinson, der hier seine letzte große Gangsterrolle hatte.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Edward G. Robinson, Lionel Barrymore, Claire Trevor

Auch bekannt als “Hafen des Lasters” (Kinotitel), „Gangster von Key Largo“

Hinweise

Wikipedia über „Gangster in Key Largo“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Key Largo“

Old School Reviews über „Key Largo“

Follow me now über „Gangster in Key Largo“


Happy Birthday, Sean Connery!

August 25, 2010

Den großen Durchbruch hatte der am 25. August 1930 in ärmlichen Verhältnissen in Edinburgh geborene Sean Connery nach einigen unbedeutenden Nebenrollen als James Bond in „007 jagt Dr. No“ (1962). Bereits während seiner Bond-Jahre probierte er, allerdings mäßig erfolgreich, andere Rollen aus und arbeitete mit bekannten Regisseuren, wie Alfred Hitchcock („Marnie“, 1964), Sidney Lumet („Ein Haufen toller Hunde“, 1965, „Der Anderson-Clan“, 1971, „Sein Leben in meiner Gewalt“, 1972, „Mord im Orient-Express“, 1974, „Family Business“, 1990), Edward Dmytryk („Shalako“, 1968) und Martin Ritt („Verflucht bis zum jüngsten Tag“, 1969) zusammen. Auch danach versuchte er immer wieder, mit wechselndem Erfolg, sein Repertoire zu erweitern. Dazu gehören vor allem John Boormans Science-Fiction-Film „Zardoz“ (1974), John Milius‘ Abenteuerfilm „Der Wind und der Löwe“ (1975), John Hustons Rudyard-Kipling-Verfilmung „Der Mann, der König sein wollte“ (1975), Richard Lesters Robin-Hood-Abgesang „Robin und Marian“ (1976) und sein Politthriller „Explosion in Cuba“ (1979), Michael Crichtons Gangsterfilm „Der erste große Eisenbahnraub“ (1978), Peter Hyams High-Noon-im-Weltraum-Thriller „Outland – Planet der Verdammten“ (Einer der ersten Connery-Filme, die ich im Kino sah. Denn damals gab es in meinem Provinzkino auch eine Wiederholung der Connery-Bond-Filme.), Terry Gilliams Fantasyfilm „Time Bandits“ (hier hatte Connery nur eine Nebenrolle), Richard Brooks prophetische Satire „Flammen am Horizont“ (1982) und Fred Zinnemanns in den Bergen spielendes Eifersuchtsdrama „Am Rande des Abgrunds“ (1982; es war Zinnemanns letzter Film). Dann spielte er für viel Geld noch einmal James Bond: „Sag niemals nie“ (1983).

In Russel Mulcahys „Highlander – Es kann nur einen geben“ (1985) spielte er erstmals die Rolle des väterlichen Freundes und Vorbildes für einen jüngeren Charakter. In Jean-Jacques Annauds Umberto-Eco-Verfilmung „Der Name der Rose“ (1986) hatte er dann damit einen überwältigenden Erfolg und seine zweite Karriere als Schauspieler, in der er nicht mehr nur an James Bond gemessen wurde, begann. Brian De Palmas Prohibitions-Krimi „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ (1986, wofür er einen Oscar als bester Nebendarsteller erhielt), Steven Spielbergs „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989), John McTiernans Tom-Clancy-Verfilmung „Jagd auf Roter Oktober“ (1990), Fred Schepisis John-Le-Carré-Verfilmung „Das Russland-Haus“ (1990), ein Kurzauftritt in Kevin Reynolds „Robin Hood – König der Diebe“ (1991, Heute kann sich wahrscheinlich niemand mehr vorstellen, welche Wirkung Connerys Cameo am Filmende hatte.), Philip Kaufmans Michael-Crichton-Verfilmung „Die Wiege der Sonne“ (1993), Bruce Beresfords dank Sean Connery halbwegs sehenswerter Satire „A Good Man in Africa“ (1994), Arne Glimchers okaye John-Katzenbach-Verfilmung „Im Sumpf des Verbrechens“ (1995), Michael Bays „The Rock – Fels der Entscheidung“ (1996, laut, lauter, am lautesten, Jerry Bruckheimer), Jeremiah Chechiks Desaster „Mit Schirm, Charme und Melone“ (1998), Willard Carrolls hochkarätig besetzter Ensemblefilm „Leben und Lieben in L. A.“ (1998), Jon Amiels Caper „Verlockende Falle“ (1999, gleichzeitig eine Abkehr von seinen Väter-Rollen), Gus van Sants „Forrester – Gefunden“ (2000) und, sein bislang letzter Film, Stephen Norringtons desaströse Alan-Moore-Verfilmung „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (2003).

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mr. Connery!

Hinweise

Homepage von Sean Connery

Wikipedia über Sean Connery (deutsch, englisch)

Sean Connery in der Kriminalakte


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 4, 2009

Die letzten vorweihnachtlichen TV-Krimi-Buch-Tipps sind, wie immer von Alligator-Alfred schön bebildert, online bei den Alligatorpapieren:

In den turbulenten Vorweihnachtstagen gibt es auch die Gelegenheit für einige ent(?)spannende Stunden vor dem Fernseher. Für uns Krimifans bieten sich da vor allem Michael Curtiz‘ selten gezeigte Charlotte-Armstrong-Verfilmung „Der Unverdächtige“, Friedemann Fromms Friedrich-Ani-Verfilmung „Und dahinter liegt New York“, René Clements Day-Keene-Verfilmung „Wie Raubkatzen“ (läuft immer noch in der Wiederholungsschleife), Howard Hawks‘ Ernest-Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“, Otto Premingers Graham-Greene-Verfilmung „Der menschliche Faktor“ (nach einem Drehbuch von Tom Stoppard), Philip Noyces Graham-Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Atom Egoyans Rupert-Holmes-Verfilmung „Wahre Lügen“, Yves Boissets Jean-Vautrin-Verfilmung „Dog Day – Ein Mann rennt um sein Leben“ (mit Lee Marvin), Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, Don Siegels Clive-Egleton-Verfilmung „Die schwarze Windmühle“, Barry Sonnenfelds Elmore-Leonard-Verfilmung „Schnappt Shorty“, Dominik Grafs „Eine Stadt wird erpresst“, Richard Brooks‘ Evan-Hunter-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ und „Django“ zeigt eine Methode, sich im Vorweihnachtrouble Respekt zu verschaffen. Wilsberg mit „Oh du tödliche…“ eine andere. Als TV-Premiere gibt es für die zahlreichen Henning-Mankell-Fans „Die Rache des Tanzlehers


TV-Tipp für den 7. November: Die gefürchteten Vier

November 7, 2009

Nach Sam Peckinpahs „Sierra Charriba“ (um 22.55 Uhr in einer restaurierten Fassung) geht’s mit einem weiteren Western weiter:


BR, 00.50

Die gefürchteten Vier (USA 1966, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Frank O’Rourke: A mule for the Marquesa, 1964 (später “The Professionals”)

Mexiko 1917: ein texanische Öl- und Viehmillionär engagiert vier Söldner seine von einem mexikanischen Revolutionär und Banditenführer entführte Frau zu befreien. Die vier Profis machen sich auf den Weg.

Richard Brooks Western-Klassiker „The Professionals“ ist gleichzeitig eine Heroisierung und zynische Demontage des professionellen Kriegshandwerks. Einer von Brooks besten, vielleicht sogar sein bester, Film.

Mit Burt Lancaster, Lee Marvin, Robert Ryan, Woody Strode, Claudia Cardinale, Jack Palance, Ralph Bellamy

 


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 6, 2009

Bei den Alligatoren gibt es die neuen, von Alfred wunderschön bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps, mit subjektiven Einschätzen von mir zu diesen und vielen anderen Werken:

In den kommenden beiden Wochen gibt es einige TV-Premieren. Nämlich Astrid Paprottas ersten „Tatort“ (sie schreibt schon am Zweiten), Martin Asphaugs Unni-Lindell-Verfilmung „Kommissar Isaksen – Das 13. Sternbild“, Paul Greengrass‘ Robert-Ludlum-Verfilmung „Das Bourne Ultimatum“ („Die Bourne Verschwörung“ läuft auch), Antoine Fuquas Stephen-Hunter-Verfilmung „Shooter“, Peter Keglevics Batya-Gur-Verfilmung „Die Seele eines Mörders“ und Marcel Wehns „Von einem der auszog – Wim Wenders‘ frühe Jahre“.
Es gibt einige weitere selten gezeigte Hitchcock-Filme: seine Daphne-du-Maurier-Verfilmung „Riff-Piraten“, seine Joseph-Conradt-Verfilmung „Sabotage“, seine John-Buchan-Verfilmung „Die 39 Stufen“ und, öfter laufend, seine Frederick-Knott-Verfilmung „Bei Anruf Mord“.
Außerdem sehenswert sind Richard Brooks‘ Frank-O’Rourke-Verfilmung „Die gefürchteten Vier“, Stanley Kubricks Humphrey-Cobb-Verfilmung „Wege zum Ruhm“, die „Nachtschicht“-Filme „Tod im Supermarkt“ und „Der Ausbruch“ von Lars Becker, Robert Altmans John-Grisham-Verfilmung „Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre“ und Richard Fleischers Elmore-Leonard-Verfilmung „Das Gesetz bin ich“.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Oktober 13, 2009

Etwas später als gewohnt (der Alligator musste gegen einige niederträchtige Viren kämpfen) gibt es die aktuellen TV-Krimi-Buch-Tipps:

Die kommenden zwei TV-Wochen beginnen mit Richard Brooks‘ selten gezeigter Judith-Rosner-Verfilmung „Auf der Suche nach Mr. Goodbar“ (mit einem jungen Richard Gere). Weiter geht’s mit Irwin Winklers Gerald-Kersh-Verfilmung „Die Nacht von Soho“ (Vor wenigen Tagen erschien Gerald Kershs „Ouvertüre um Mitternacht“ endlich auf Deutsch.), Billy Wilders „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Clint Eastwoods David-Baldacci-Verfilmung „Absolute Power“, Claude Millers Marc-Behm-Verfilmung „Das Auge“, Vincent McEveetys Ed-McBain-Verfilmung „Columbo: Undercover“ (Hey, es ist Columbo.), Otto Premingers Robert-Traver-Verfilmung „Anatomie eines Mordes“, Alfred Hitchcocks Francis-Iles-Verfilmung „Verdacht“, Gary Fleders John-Grisham-Verfilmung „Das Urteil – Jeder ist käuflich“ und einer satte Portion James Bond (verkörpert von Pierce Brosnan).
Außerdem laufen, als TV-Premieren, die Val-McDermid-Verfilmung „Ein Ort für die Ewigkeit“ und Adrian Caetanos hochgelobte, auf Tatsachen basierende Claudio-Tamburrini-Verfilmung „Bunes Aires 1977“ (Die Sendezeit ist eine Frechheit).


TV-Tipp für den 10. Oktober: Auf der Suche nach Mr. Goodbar

Oktober 10, 2009

WDR, 23.10

Auf der Suche nach Mr. Goodbar (USA 1976, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Judith Rosner: Looking for mr. Goodbar, 1975

Eine katholische Taubstummenlehrerin will in der Großstadt ihre sexuellen Sehnsüchte ausleben. Dabei gerät sie an einen gewalttätigen Psychopathen.

Rosner Bestseller basiert auf dem Mord an der Lehrerin Roseann Quinn 1973 in New York.

Eine filmisch weitgehend faszinierende, am Ende schockierende, jedoch von Spekulationen nicht freie Studie über Scheinemanzipation und die Verhaltensweisen von der Gesellschaft enttäuschter Menschen.“ (Lexikon des internationalen Films)

In Looking for Mr Goodbar, writer-director Richard Brooks manifests his ability to catch accurately both the tone and subtlety of characters in the most repellant environments – in this case the desperate search for personal identity in the dreary and self-defeating world of compulsive sex and dope. Diane Keaton’s performance as the good/bad girl is excellent.“ (Variety, 1977)

very much worth seeing“ (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 1977)

Keaton war für einen Golden Globe, Weld für einen Oscar und das Drehbuch für den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Mit Diane Keaton, Tuesday Weld, William Atherton, Richard Gere, Tom Berenger

Hinweis

Wikipedia über den Mordfall Roseann Quinn

Wikipedia über Judith Rosner

EFilmCritic über „Looking for Mr. Goodbar“


TV-Tipp für den 15. August: Kaltblütig

August 15, 2009

Kabel 1, 02.30

Kaltblütig (USA 1967, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Truman Capote: In cold blood, 1965 (Kaltblütig)

Semidokumentarischer Film über den sinnlosen Mord an einer Familie in Holcomb, Kansas, im November 1959.

Richard Brooks kongeniale Verfilmung von Capotes True-Crime-Klassiker über einen Mord, der die USA erschütterte.

Mit Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart

Hinweise

Wikipedia über „Kaltblütig (deutsch, englisch)



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