Richard Castle lässt Derrick Storm in die „Storm Front – Sturmfront“ ziehen

Januar 3, 2014

Nachdem Bestsellerautor Richard Castle in den vergangenen Jahren sich auf seine Serie mit der NYPD-Polizistin Nicki Heat als Heldin (inspiriert von der NYPD-Polizistin Kate Beckett, die er bei der Arbeit beobachtete und mit der er inzwischen zusammen lebt), konzentrierte, kehrte er mit „Storm Front – Sturmfront“ zu seinem vorherigen Seriencharakter Derrick Storm zurück. Storm ist ein Privatdetektiv, der auch und vor allem als Geheimagent für eine supergeheime CIA-Unterabteilung arbeitet und er ist salopp gesagt eine gelungene Mischung aus James Bond und McGyver.

Deshalb muss er auch den Tod von mehreren hochrangigen Bankern, die auf verschiedenen Kontinenten bestialisch ermordet wurden, untersuchen. Sie wurden von Gregor Volkov ermordet, einem Folterknecht, den Storm vor Jahren – so hat er geglaubt – tötete. Volkov will von seinen Opfern ihren Code für den Computer MonEx 4000 haben, mit dem man unglaublich große Verkäufe an der Börse tätigen kann, haben.

Wie Storm mit der gutaussehenden chinesischen Agentin Ling Xi Bang herausfindet, besagt eine Theorie, dass man mit sechs rund um den Globus verteilten Großverkäufern den Wert der US-Währung ins Bodenlose fallen lassen kann.

Aber wer sind die letzten beiden Opfer von Volkov und wer ist Volkovs größenwahnsinniger Auftraggeber, der die Welt in ein ökonomisches Chaos stürzen will?

Storm Front – Sturmfront“ ist ein flotter Agententhriller, bei dem fast die gesamte zweite Hälfte ein einziges atemberaubendes Action-Finale ist, mit allem, was das Herz des Action-Fans begehrt. Gleichzeitig werden die vorher gelegten Spuren, Informationen und Charaktere (kleiner Hinweis: kein Charakter ist unwichtig) fein zusammengefügt. Da zeigt sich die gute alte Autorenschule, dass ein Gewehr, das am Anfang unter dem Bett versteckt wird, später wichtig wird. Und es gibt einige köstliche Szenen, zum Beispiel wenn Derrick Storm in New York an einem Tatort Nicki Heat und Jameson Rook trifft und Rook nach einem Blick auf Storm meint: „Er sieht zu gut aus für einen Verdächtigen.“.

Das ist gut gemachte, effiziente Flughafenlektüre oder Sommerlektüre, die einen auch im Winter zuverlässig eine Stunden aus der tristen Wirklichkeit entführt, ohne dass man sich im nachhinein dafür schämen muss. „Storm Front“ steht halt in der Stephen-J.Cannell-Schule, in der Entertainment mit ernsten Grundierungen und einer ordentlichen Portion Humor an erster Stelle steht; siehe unter anderem „Detektiv Rockford – Anruf genügt“, „Trio mit vier Fäusten“, „The A-Team“ und „Kampf gegen die Mafia“. Naja, der zu früh verstorbene Cannell war ja auch ein Pokerpartner von Richard Castle.

Und als Nachfolger von James Bond schlägt Derrick Storm sich ausgezeichnet, wie ein Blick auf die Bond-Checkliste zeigt: größenwahnsinniger Schurke (vorhanden), schöne Frauen (vorhanden), Opfertod (vorhanden), Jet-Set-Leben (vorhanden), Gadgets (vorhanden), Action (vorhanden).

Vielleicht sollten die Ian-Fleming-Nachlassverwalter mal Richard Castle fragen, ob er einige James-Bond-Romane schreiben will.

Castle - Storm Front

Richard Castle: Storm Front – Sturmfront

(übersetzt von Sabine Elbers)

Cross Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

Storm Front

Hyperion, 2013

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)

Meine Besprechung von Richard Castles „Heat Wave – Hitzewelle“ (Heat Wave, 2009)


Michael Connelly – mit George Pelecanos und Richard Castle

Juni 6, 2012

Schon etwas älter, aber eben bei meiner George-Pelecanos-„Ein schmutziges Geschäft„-Recherche entdeckt:

Michael Connelly und George Pelecanos beantworten einige Fragen zu ihren damals neuen Büchern:

Michael Connelly beantwortet einige Publikumsfragen, die ihm Richard Castle vorliest:

Das erinnert mich daran, dass ich unbedingt wieder ein Buch von Michael Connelly lesen muss.

 

 

 


Sebastian Fitzek erstellt „Das Joshua-Profil“, Max Rhode besucht „Die Blutschule“ und das hat etwas miteinander zu tun

Dezember 12, 2015

Dass Sebastian Fitzek produktiv ist, wissen wir. Seit seinem Debüt „Die Therapie“ veröffentlichte er jedes Jahr mindestens einen Roman, der sofort zum Bestseller wird.
Dass er einfallsreich ist, wissen wir von seinen Lesungen und Buchpräsentationen, die immer ein Event sind (ich war bei mehreren). Oder er probiert, vor der Veröffentlichung, einmal ein Alternate-Reality-Game aus und ist von der überaus positiven Reaktion überrascht. Auch sein neuer Thriller „Das Joshua-Profil“ hat eine besondere Beigabe.
In „Das Joshua-Profil“ erhält Max Rhode, dessen erster Roman „Die Blutschule“ ein kleiner Bestseller war, einen seltsamen Anruf aus dem Krankenhaus. Er fährt hin und trifft auf einen aufgrund seiner Verbrennungen im Sterben liegenden Unbekannten, der ihm sagt, dass er von Joshua auserwählt sei und sich unter keinen Umständen strafbar machen dürfe.
Zwei Monate später besucht die Frau vom Jugendamt Rhode. Sie will Rhode und seiner Frau Kim ihre von ihm über alles geliebte Pflegetochter Jola wegnehmen, weil Jolas leiblichen Eltern, ein Junkiepärchen, sie wieder haben wollen und deren Antrag nach mehreren vergeblichen Versuchen jetzt bewilligt wurde. Außerdem habe Rhode die letzten Wochen auf keinen ihrer Anrufe und Anschreiben reagiert. Rhode flüchtet mit Jola, wird kurz darauf in einen Unfall verwickelt und wacht im Krankenhaus in einem waschechten Fitzek-Alptraum auf. Denn die Polizei und seine Frau glauben, dass er Jola entführt hat. Da hört er eine Stimme in seinem Kopf (es ist ein Ohrstöpsel), die ihm befiehlt, eine Handgranate aus dem Nachttisch zu holen und aus dem Krankenhaus zu flüchten. Sonst werde Jola sterben. Rhode tut es und fügt seinen bisherigen Straftaten noch eine weitere hinzu.
Es wird nicht die letzte sein. Denn wie man es von Sebastian Fitzek kennt, folgt auch „Das Joshua-Profil“ der Methode, dass die Geschichte für den Protagonisten immer die unglaublichste Wendung nimmt. Und als Leser folgt man ihm, während man durch die Seiten rast, gerne, weil es am Ende eine durchaus plausible Erklärung für den ganzen Wahnsinn gibt. Auch in „Das Joshua-Profil“ gibt es eine rationale Erklärung. Wobei Fitzek sich hier auch mit Predictive Policing beschäftigt. Diese computerbasierten Vorhersage künftiger Verbrechensorte, die bislang noch nicht unabhängig untersucht wurde, ist derzeit bei Sicherheitsfirmen und der Polizei, die diese Computerprogramme schon an einigen Orten ausprobiert, das nächste große Ding und damit ein potentiell großes Geschäft. Denn die Verkäufer versprechen Wunderdinge.
Allerdings beschäftigt Fitzek sich im Rahmen einer Thriller-Geschichte nur sehr oberflächlich mit diesem Thema. Seine Geschichte soll vor allem Pageturner-Qualitäten haben. Die hat sie auch unbestreitbar, auch wenn dieses Mal die Schlußpointe schon früh absehbar ist.

Der erste Roman von Max Rhode hieß „Die Blutschule“ und wer mehr lesen möchte als nur die wenigen Ausschnitte und Andeutungen über den Roman, die in „Das Joshua-Profil“ abgedruckt sind, kann sogar den ganzen Roman, der jetzt ebenfalls bei Lübbe erschien, lesen. Damit ist „Die Blutschule“, der natürlich von Sebastian Fitzek unter einem Pseudonym geschrieben wurde, das mit der Veröffentlichung von „Das Joshua-Profil“ enttarnt wurde, in erster Linie ein kleiner Spaß für Fitzek. Für seine Fans ist es als Buch zum Buch eine nette Ergänzung. So wie es auch in Comic- und Romanform verschiedene Vorgeschichten zu erfolgreichen Filmen gibt und die oft etwas überflüssig sind, weil sie im schlechtesten Fall nur Informationen liefern, die zum Verständnis der eigentlichen Geschichte überflüssig sind. Es gibt Ausnahmen, wie Greg Keyes‘ „Planet der Affen – Revolution: Feuersturm“, der eine eigenständige Geschichte erzählt, die zwischen den beiden neuen „Planet der Affen“-Filmen spielt. Oder die Romane von Richard Castle.
Auch Max Rhode/Sebastian Fitzek erzählt in „Die Blutschule“ eine eigenständige Geschichte, die nichts mit „Das Joshua-Profil“ zu tun hat. Obwohl die Bemerkungen von Rhodes Bruder in „Das Joshua-Profil“ über den Wahrheitsgehalt von „Die Blutschule“ und wie Rhode in dem Roman wahre Ereignisse, die er jahrelang verdrängte, in seinem Roman verarbeitete, spaßig sind.
In „Die Blutschule“ kehrt die Familie Zambrowski im Sommer 1993 von Berlin nach Wendisch Rietz am Storkower See zurück in das halb verfallene elterliche Haus des liebevollen Vaters Vitus. Dessen Baufirma ging vor einem halben Jahr pleite. Der dreizehnjährige Simon, der jetzt in der Psychiatrie in Sicherungsverwahrung sitzende Erzähler der Geschichte, und sein ein Jahr älterer Bruder Mark beginnen durch die Gegend zu streunen. Sie begegnen Stotter-Peter, einem stadtbekanntem Kinderschänder, der sich als eigentlich netter Kerl entpuppt, und den Dorfjugendlichen, die sich als nicht so nett entpuppen. Vor allem Sandy ist ein wahres Luder. Und sie hören die Geschichte vom Storkower Seelenspiegel. Wer in ihn hineinblickt, wird unsterblich und er verändert sich. Aus einem guten Menschen wird ein Biest. Und umgekehrt. Der durch den Spiegel Verfluchte kann nur durch einen Suizid sein leben beenden. Und Simon hat Visionen, die aus einem unappetitlichen Horrorfilm stammen könnten.
Als Sandy einen tödlichen Unfall hat, kann Simons Vater sie wieder beleben. Während Vitus das tut, sieht Simon in einer weiteren Vision, wie ein Schwarm Spinnen aus Sandys Körper in den seines Vaters hinübergeht.
Kurz darauf fordert Vitus seine beiden Söhne auf, mit ihm einen Ausflug auf eine einsame Insel zu unternehmen. In der Blutschule will er ihnen das beibringen, was sie nicht in der Schule lernen, wozu auch das Töten von Menschen gehört.
Die beiden Kinder haben keine Ahnung, wie sie vor ihrem durchgeknallten Vater flüchten können.
Bislang gab es in den Thrillern von Sebastian Fitzek keine übernatürlichen Elemente. Für den Horrorroman „Die Blutschule“ sind sie mit seiner alptraumhaften Stimmung und der Geschichte des Seelenspiegels konstitutiv, weshalb der Roman dann auch eher an die Werke von Stephen King erinnert. Spontan fällt einem Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ ein. In dem Horrorroman können auf einem einsam im Wald gelegenem Friedhof tote Tiere wieder zum Leben erweckt werden. Sie kehrten verändert zurück.
In der zweiten Hälfte der „Blutschule“, wenn Simon und Mark mit ihrem Vater auf der Insel sind, bewegt sich die Geschichte in Richtung Torture Porn, weshalb diese Hälfte dann auch eher spekulativ als spannend ist und nie stellt sich das typische Fitzek-Lesegefühl ein. – Was auch daran liegen kann, dass „Die Blutschule“ von Max Rhode geschrieben wurde und, wie wir aus „Das Joshua-Profil“ wissen, waren die Romane, die Rhode nach seinem Debüt schrieb, keine Bestseller.

Fitzek - Das Joshua-Profil - 2Rhode - Die Blutschule - 2

Sebastian Fitzek: Das Joshua-Profil
Lübbe Hardcover, 2015
432 Seiten
19,99 Euro

Max Rhode: Die Blutschule
Lübbe, 2015
256 Seiten
12,99 Euro

Hinweise

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Splitter“ (2009)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augensammler” (2010)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augenjäger” (2011)

Meine Besprechung der Sebastian-Fitzek-Verfilmung “Das Kind” (D 2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzek/Michael Tsokos‘ „Abgeschnitten“ (2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Nachtwandler“ (2013)


Vorbereitende Lektüre mit den „Guardians of the Galaxy“

August 26, 2014

Bendis - Guardians of the Galaxy - CollectionBendis - Guardians of the Galaxy - 3

Am Donnerstag startet James Gunns kurzweiliger Science-Fiction-Abenteurfilm „Guardians of the Galaxy“, der in den USA seit einem Monat sehr erfolgreich im Kino läuft, endlich auch in Deutschland. Das ist wenig, aber noch genug Zeit, um einen Blick in die gezeichnete Vorlage zu werfen.

Gunns Film basiert auf der von Dan Abnett und Andy Lanning erfundenen Inkarnation der „Guardians of the Galaxy“. In „Guardians of the Galaxy – Collection“ und „Guardians of the Galaxy – Kampf um die Erde“ erzält Brian Michael Bendis, der die Serie 2013 übernahm, eine Geschichte mit den Rettern der Galaxis, die sich in zwei Punkten vom Film unterscheidet: sie ist ernster und Peter Quill, der Anführer der Guardians, nennt sich nicht wegen irgendwelcher größenwahnsinniger Anwandlungen Star-Lord, sondern der Erdling (mütterlicherseits) ist der Sohn des Herrschers von Spartax und in dem Comic „Guardians of the Galaxy – Collection“ (enthält „Guardians of the Galaxy – Vol. 1 – 7“) und „Guardians of the Galaxy – Kampf um die Erde (Band 3)“ (enthält „Guardians of the Galaxy – Vol. 8 – 10“) sind die Guardians, also ‚Star-Lord‘ Peter Quill, Kriegerin Gamora (sie ist auch die Adoptivtochter von Thanos), Waschbär Rocket Raccoon, Baumwesen Groot und Kämpfer Drax schon länger zusammen. Im Film finden sie sich erst.

In dem Comic müssen sie die Erde beschützen. Denn der Tyrann Thanos will die Erde vernichten, weil dieser Planet nur Probleme verursacht und so die verschiedenen Herrscherfamilien des Weltalls munter, wie wir es schon von den griechischen Göttern kennen, gegeneinander intrigieren können.

Die Guardians und Iron-Man Tony Stark (uh, ja, der spielt im Film nicht mit; – außer er hat in der Abspann-Sequenz, die ich nicht kenne, einen Auftritt) versuchen die Erde zu retten.

Später, in „Kampf um die Erde“, hilft ihnen auch noch Angela. Die Kriegerin gelangte durch einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge in die Welt von Star-Lord und sie hilft den Guardians bei ihrem Kampf gegen Thanos.

Das liest sich flott und vergnüglich weg, wird aber zunehmend auf eine episodische Endlosigkeit angelegt, was sich besonders deutlich daran zeigt, dass der „Kampf um die Erde“ mal schnell in den erdnahen Orbit und auf andere Welten verlagert wird und nicht endet, weil erst der für den vierten „Guardians of the Galaxy“-Sammelband angekündigte „Prozess gegen Jean Grey“ durchgeführt werden muss. Das wäre dann schon das nächste Crossover, dieses Mal mit den X-Men, und es setzt die beliebte Marvel-Strategie fort, verschiedene Serien miteinander zu verknüpfen. Denn dieses „Guardians of the Galaxy“-Abenteuer von Bendis ist auch mit dem großen „Infinity“-Crossover verknüpft. Das Verknüpfen verschiedener Serien erfreut natürlich das Herz des Fanboys und des Alles-Sammlers, aber wer neu einsteigt oder nur eine Serie verfolgen will, fühlt sich doch, wieder einmal, etwas außen vor gelassen.

Und dann gibt es noch Probleme mit dem Raum-Zeit-Kontinuum, was leider auch zu einer Anything-can-happen-Einstellung führt.

Abnett-Lanning - Guardians of the Galaxy - Vorgeschichte

 

Ergänzend zum Film gibt es „Guardians of the Galaxy – Die offizielle Vorgeschichte zum Film“, die von Dan Abnett und Andy Lanning, den Erfindern der aktuellen „Guardians of the Galaxy“-Inkarnation, geschrieben wurde. In dem Heft werden zwei kurze Geschichten erzählt. In der ersten kämpfen die beiden Killerinnen und Töchter von Thanos, Gamora und Nebula, mit- und gegeneinander bei verschiedenen Killer-Trainings. Auf Praxius kämpfen sie gegeneinander um den Orb.

Witziger und deutlich gelungener ist die zweite Geschichte, in der es Söldner-Action mit Rocket Racoon und Groot auf der Raumstation Hub gibt. Weil sie mal wieder Pleite sind, übernehmen sie für den Verbrecherboss Zade Scraggot den Auftrag, aus der gut gesicherten Zollstation eine Kiste zu klauen. Als sie erfahren, was in der Kiste ist, verändert sich alles.

Aber eine Vorgeschichte zum Film, die wichtige Informationen zur Filmhandlung liefert, konnte ich nicht erkennen.

Brian M. Bendis/Steve McNiven/Sara Pichelli: Guardians of the Galaxy – Collection (Marvel Now)

(übersetzt von Alexander Rösch)

Panini, 2014

188 Seiten

16,99 Euro

enthält

Guardians of the Galaxy 0, 1 – 7

Marvel, 2013

Brian M. Bendis/Francesco Francavilla/Kevin Maguire: Guardians of the Galaxy – Kampf um die Erde (Band 3) (Marvel Now)

(übersetzt von Alexander Rösch)

Panini, 2014

100 Seiten

12,99 Euro

enthält

Guardians of the Galaxy 8 – 10

Guardians of the Galaxy: Tomorrow’s Avengers (2013) 1

Marvel 2013/2014

Dan Abnett/Andy Lanning/Wellinton Alves: Guardians of the Galaxy – Die offizielle Vorgeschichte zum Film

(übersetzt von Alexander Rösch)

Panini, 2014

52 Seiten

4,99 Euro

enthält

Guardians of the Galaxy – Prelude

Marvel, 2014

Die Verfilmung

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman

LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brian Michael Bendis (Autor)/Michael Avon Oemings (Zeichner) „Powers: Wer ermordete Retro Girl? (Band 1)“ (Powers: Who killed Retro Girl?, 2000/2012)

Meine Besprechung von Brian Michael Bendis (Autor)/Alex Maleevs (Zeichner) „Scarlet: Kinder der Revolution (Band 1)“ (Scarlet 1 – 5, Juli 2010 – März 2011)

Meine Besprechung von Brian Michael Bendis (Autor)/Kelly Sue Deconnick (Autor)/Lan Medinas (Zeichner) „Richard Castles Deadly Storm – Tödlicher Sturm: Ein Fall für Derrick Storm“ (Castle: Richard Castle’s Deadly Storm, 2011)


Ein „Deadly Storm – Tödlicher Sturm“ wird kommen

März 5, 2014
Richard Castle stellt seinen neuen Thriller vor. (Foto: Cross Cult)

Richard Castle stellt seinen neuen Thriller vor. (Foto: Cross Cult)

Ich kenne den Roman nicht, aber wenn Richard Castle, wie er in der Einführung der Comic-Adaption von „Deadly Storm – Tödlicher Sturm“ schreibt, begeistert ist, dann muss ich das glauben. Immerhin ist er für seine gnadenlose Ehrlichkeit und sein scharfes Urteil bekannt.

Wir begegnen Derrick Storm (der Richard Castle verdächtig ähnlich sieht) in einem Trailerpark im Gebüsch. Er fotografiert den untreuen Ehemann Jefferson Grout, der gerade mit einer Frau im Bett liegt. Nicht gerade ein grandioser Auftrag, aber der beste, den Privatdetektiv Derrick Storm seit einem Jahr hat. Er wird entdeckt; kann im Getümmel entkommen. Grout ebenso. Und als Derrick am nächsten Tag sein Büro (etwas zu pompös für meinen Geschmack) betritt, wurde es durchsucht und zwei muskelbepackte Anzugträger stehen vor seiner Tür, die Clara Strike begleiten. Strike (yep, Derrick verliebt sich in die taffe Schönheit) ist CIA-Agentin und Grout heißt, so sagt sie, eigentlich Daniel Sanchez. Er ist ein abtrümmiger CIA-Agent, der in den USA untergetaucht ist und sein Wissen verkaufen will. Weil die CIA in den USA keine Befugnisse hat, beauftragt Strike Derrick den wieder spurlos verschwundenen Grout zu suchen.

Nur: Hat sie ihm alles gesagt?

Deadly Storm – Tödlicher Sturm“ hat den typischen Richard-Castle-Tonfall: locker, humorvoll und mit einem amüsantem Spiel mit den bekannten Krimiklischees, die Castle in- und auswendig kennt und immer genug modifiziert, um sie als willkommene Reminiszenzen oder Witze in seine Geschichte einzuflechten. Dieses Mal bedienen er und die Autoren des Comics, Brian Michael Bendis und Kelly Sue Deconnick, sich vor allem beim Privatdetektiv- und Agentenkrimi.

Insgesamt unterhält das erste Derrick-Storm-Comicabenteuer kurzweilig, auch wenn das Ende etwas abrupt ist und Derrick auf all die schönen James-Bond-Agentenspielzeuge, die er gerne hätte, verzichten muss.

Castle - Deadly Storm - Comic 1

Brian Michael Bendis (Autor)/Kelly Sue Deconnick (Autor)/Lan Medina (Zeichner): Richard Castles Deadly Storm – Tödlicher Sturm: Ein Fall für Derrick Storm

(übersetzt von Anika Klüver)

Cross Cult, 2013

112 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

Castle: Richard Castle’s Deadly Storm

Marvel, 2011

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)

Meine Besprechung von Richard Castles „Heat Wave – Hitzewelle“ (Heat Wave, 2009)

Meine Besprechung von Richard Castles „Storm Front – Sturmfront“ (Storm Front, 2013)

Dieses schöne Plakat will ich euch nicht vorenthalten

Castle - The Final Frontier - 100


TV-Tipp für den 3. Januar: Castle: Für Höheres bestimmt/Walküre

Januar 3, 2014

 

Kabel 1, 20.15/21.15

Castle: Für Höheres bestimmt/Walküre (USA 2013, R.: John Terlesky)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe, Rob Hanning

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Nach einer Pause zeigt Kabel 1 heute als TV-Premiere den Abschluss der fünften Staffel und den Auftakt der sechsten Staffel. Um 22.15 gibt es dann noch „Helden und Bösewichter“ aus der vierten Staffel. An den kommenden Freitagen gibt es dann um 20.15 Uhr weitere neue Folgen und danach Doppelfolgen aus der vierten Staffel.

In „Für Höheres bestimmt“ löst NYPD-Cop Kate Beckett, mit der Hilfe von easy going Thrillerautor Richard Castle, den Mord an einer Haward-Studentin, die anscheinend als Prostituierte arbeitete und sich in den Computer einer Kanzlei hackte. Außerdem erhält Beckett ein Jobangebot vom FBI in Washington, D. C.

Dieses Angebot hat sie in „Walküre“ angenommen – und Castle besucht sie an ihrer neuen Wirkungsstätte und mischt sich – Überraschung! – gleich in ihren Fall ein.

Überflüssig zu sagen, dass ihr Gastspiel in der Hauptstadt nur kurz ist und die Fälle der sechsten Staffel (nachdem die fünfte Staffel ja etwas schwächelte) bislang sehr gelungen sind.

mit Nathan Fillion, Stana Katic, Susan Sullivan, Jon Huertas , Seamus Dever, Molly Quinn, Penny Johnson Jerald, Lisa Edelstein

Wiederholung: Samstag, 4. Januar, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)

Meine Besprechung von Richard Castles „Heat Wave – Hitzewelle“ (Heat Wave, 2009)


Neu im Kino/Filmkritik: „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ und auf der Jagd nach dem Goldenen Vlies

August 15, 2013

 

Beginnen wir mit den für einen echten Krimifan interessanten und wichtigen Punkten bei „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“:

Percy Jackson wurde von Rick Riordan erfunden. Riordan erfand auch Privatdetektiv Tres Navarre und seine sieben Bücher mit ihm wurden für den Edgar-, Anthony- und Shamus-Award nominiert. Also ein echter Krimiautor, dessen Krimis nie ins Deutsche übersetzt wurden und der „Rowling umgekehrt“ machte. Denn er wurde vom Krimiautor zum Fantasy- und Jugendbuchautor. Einem sehr erfolgreichen. Immerhin sollen über zwanzig Millionen Exemplare seiner Percy-Jackson-Bücher weltweit verkauft worden sein. In den USA haben die Abenteuer von Percy Jackson viele Fans und die fünf Romane gehören zu den sich am besten verkauften Kinder- und Jugendbüchern, die sich vor allem an Zwölfjährige richten.

Richard Castle spielt mit. Also nicht der Krimi-Bestsellerautor, sondern Nathan Fillion, der Schauspieler, der den Bestsellerautor in der wöchentlichen TV-Krimiserie „Castle“ spielen darf. Aber während der echte Richard Castle das Licht der Öffentlichkeit meidet (Mr. Fillion macht das ja für ihn), muss ein Schauspieler halt auch Geld verdienen – und wenn es als griechischer Gott Hermes ist, der in der Gegenwart ein beeindruckendes Lagerhaus hat. Für uns Menschen sieht Hermes allerdings wie ein stinknormaler UPS-Zweigstellenleiter einer wirklich kleinen, leicht renovierungsbedürftigen Zweigstelle in Washington, D. C., aus.

Und da wären wir auch bei Rick Riordans Kniff: in seinen Percy-Jackson-Büchern versetzt er die griechische Götterwelt in die Gegenwart. In die USA. Und lässt Menschen (die die Götter nicht erkennen), Halbgötter und Götter gegeneinander kämpfen, lieben und leiden. Halt wie damals im alten Griechenland, aber mit Autos, Computern und Smartphones.

In dem zweiten „Percy Jackson“-Abenteuer müssen Percy Jackson, der halb menschliche Sohn von Poseidon, und seine Freunde, die im Wald in einem lauschigen Lager für Halbgötter, dem Camp Half-Blood, leben, nach einem Angriff von einem mechanischen Monster, das ihr unsichtbares Schutzschild durchbrach, aufbrechen und das Goldene Vlies, das sie retten kann, suchen. Die Spur führt zum Bermuda-Dreieck, dem Meer der Monster, und die Zeit drängt.

Denn Luke, der Sohn von Hermes, will ebenfalls das Goldene Vlies haben. Allerdings will er nicht das Lager der Halbgötter beschützen, sondern vernichten.

Das könnte ein vergnügliches Fantasy-Abenteuer sein, bei dem Kinder sich an den farbenprächtigen Abenteuern und Ältere an dem Spiel mit der griechischen Mythologie erfreuen. Aber es ist ein Film für ADHS-geschädigte Zehnjährige, die von einem Film einfach nur in kurzen Abständen Action, beeindruckende Sets und einige Witzeleien wollen. Dummerweise ist der Film-Percy vier Jahre älter als der Buch-Percy und deshalb gibt es auch etwas Liebesgeplänkel, was Zehnjährige nicht sonderlich interessiert.

Für andere ist der Film ein erzählerisches Desaster, das wieder einmal alle meine Vorurteile gegenüber Fantasy-Geschichten bestätigte. Denn während in normalen Geschichten (wozu auch Science-Fiction und Horror gehören) die Autoren an die Realität und die Regeln der von ihnen geschaffenen Welt gebunden sind, kann in einer Fantasy-Geschichte alles mit einem Zauberspruch, einem aus dem Nichts auftauchendem Monster oder einem mit einem Pfiff herbeigerufenem Seemonster, wenn man es gerade benötigt, alles gelöst werden.

Und wenn das alles nicht hilft, gibt es noch das Goldene Vlies, das enorme heilende Kräfte hat – und damit Tote wieder lebendig machen kann.

Damit schrumpfen dann die Probleme und Gefahren für die Protagonisten zunächst auf den richtigen Gebrauch von Zaubersprüchen und, weil alles möglich ist und nichts wirklich folgenreich für die Charaktere und die Welt ist, verflüchtigen sich die Probleme und Gefahren ins Nichts.

Außerdem nimmt sich der Film nie Zeit, an einem Ort zu bleiben. Nur in dem Lager der Halbgötter, das mit seinen Holzhütten wie ein Ferienlager wirkt, verbringen wir am Filmanfang etwas mehr Zeit. Aber danach geht es Hopplahopp von einem Ort zum Nächsten.

Und wahrscheinlich alle Kämpfe wurden vor einem Green Screen getrickst. Jedenfalls sind die zahlreichen Monster nie bedrohlich und die Schauspieler wirken immer so, als ob sie gegen einen nicht vorhandenen Gegner kämpfen müssen. Sowieso wirken die meisten CGI-Effekte erstaunlich billig.

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ ist eine ziemlich langweilige Angelegenheit – für alle, die keine zehn Jahre mehr sind.

Percy Jackson 2 - Plakat

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen (Percy Jackson: Sea of Monsters, USA 2013)

Regie: Thor Freudenthal

Drehbuch: Marc Guggenheim

LV: Rick Riordan: Percy Jackson and the Olympians: The Sea of Monsters, 2006 (Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen)

mit Logan Lerman, Alexandra Daddario, Douglas Smith, Leven Rambin, Brandon T. Jackson, Jake Abel, Anthony Head, Stanley Tucci, Connor Dunn, Nathan Fillion, Robert Knepper, Ron Perlman (im Original die Stimme von Polyphemus)

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Ach ja: 3D

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Metacritic über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Rotten Tomatoes über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Wikipedia über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ (deutsch, englisch)

Homepage von Rick Riordan


TV-Tipp für den 1. Februar: Castle: Nach dem Sturm

Februar 1, 2013

Kabel Eins, 20.15

Castle: Nach dem Sturm (USA 2012, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: David Amann

LV: Andrew W. Marlowe

Heute startet die fünfte Staffel von „Castle“, die am Morgen nach dem Ende der vierten Staffel (als NYPD-Detective Kate Beckett, die gerade ihren Job quittiert hatte, verzweifelt an die Tür des Thrillerautors Richard Castle anklopfte) beginnt. Kate will immer noch herausfinden, wer ihre Mutter vor Jahren ermordete. Ihre Kollegen und Richard helfen ihr bei der Suche nach den mächtigen Hintermännern des Mordes.

Die Auftaktfolge der neuen Staffel der Crime-Comedy ist, weil ein persönlicher Fall im Mittelpunkt steht, eher enttäuschend. Aber immerhin gibt es ein gewisses Ende von Kates Jagd nach dem Mörder ihrer Mutter und ab nächster Woche wird wieder Dienst nach Vorschrift geleistet.

mit Nathan Fillion, Stana Katic, Susan Sullivan, Jon Huertas , Seamus Dever, Molly Quinn, Penny Johnson Jerald, Jack Coleman, Geoff Pierson, Tahmoh Penikett

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)

Meine Besprechung von Richard Castles „Heat Wave – Hitzewelle“ (Heat Wave, 2009)

Bonushinweis

Heat Rises – Kaltgestellt“, der dritte Nikki-Heat-Roman von Richard Castle ist bei Cross Cult erschienen. Kate Beckett ist das Vorbild für Nikki Heat.

Castle - Heat Rises

Richard Castle: Heat Rises – Kaltgestellt

(übersetzt von Anika Klüver)

Cross Cult, 2012

400 Seiten

12,80 Euro


Eine Hitzewelle mit NYPD-Detective Nikki Heat

Mai 4, 2012

Seit Jahren dürfen wir in der TV-Serie „Castle“ den Krimi-Bestsellerautor Richard Castle bei seinen Recherchen für seine Nikki-Heat-Romane begleiten. Das Vorbild für Nikki Heat ist die New Yorker Polizistin Kate Beckett, die er bei einem Mordfall kennen lernte. Der Herzensbrecher war sofort von der taffen Polizistin fasziniert und, nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister, durfte er sie und ihr Team bei ihren Ermittlungen begleiten.

Der erste Nikki-Heat-Thriller „Heat Wave“ war in den USA auch ein großer Erfolg, stand mehrere Wochen auf der „New York Times“-Bestsellerliste und liegt jetzt endlich auf Deutsch vor. Dabei ist Richard Castle, wie die Zuschauer von „Castle“ wissen, bei seinen Schriftstellerkollegen und Pokerkumpels James Patterson, Michael Connelly, Dennis Lehane und dem 2010 verstorbenen Stephen C. Cannell (der vor allem für seine TV-Serien, wie das „A-Team“ und „21 Jump Street“, bekannt ist) ein hoch geschätzter Kollege, der schon, wie Michael Crichton, während dem College seinen ersten Roman „In a Hail of Bullets“ veröffentlichte und dafür den selten verliehenen und entsprechend begehrten Tom-Straw-Preis der Nom-DePlume-Gesellschaft erhielt. Ein Preis, den Donald E. Westlake sicher gerne erhalten hätte, aber nie erhielt. Naja, Westlake sagte auch über J. Morgan Cunninghams „Comfort Station“: „I wish I had written this book.“

Vor allem mit seinen Derrick-Storm-Thrillern, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden, wurde Richard Castle dann zu einem Bestsellerautor.

Mit „Heat Wave – Hitzewelle“ startet er, nachdem er Derrick Storm spektakulär sterben ließ, eine neue Serie und es ist nicht sein stärkster Roman.

Dabei ist der Mordfall gar nicht so schlecht. Immobilienmogul Matthew Starr stürzt aus dem sechsten Stock des noblen Apartmenthauses The Guilford. Bei ihren Ermittlungen stoßen Detective Nikki Heat, ihre Kollegen Ochoa und Raley, begleitet von dem vorlauten Journalisten Jameson Rook, schnell auf einige Menschen, die alle ein verdammt gutes Mordmotiv und ein noch besseres Alibi haben.

Aber die von Richard Castle erfundenen Charaktere sind zu nah an den echten Polizisten Kate Beckett, Javier Esposito und Kevin Ryan, und dass er sich als Journalist und Pulitzer-Preisträger Jameson Rook als Möchtegernpolizist und Begleiter von Nikki Heat in das Buch hineinschreibt (und dabei ein Ego hat, das locker mit dem von G. M. Ford erfundenem True-Crime-Journalisten Frank Corso konkurrieren kann) zeugt von einer mangelnden Distanz Richard Castles zu seiner Muse und ihrem Team.

Ich habe keine Ahnung, ob es die normalen Anlaufschwierigkeiten bei einer neuen Serie sind oder eine verunglückte Übersetzung ist, aber der zweite Nikki-Heat-Roman „Naked Heat – In der Hitze der Nacht“ erscheint demnächst und der soll besser sein.

Richard Castle: Heat Wave – Hitzewelle

(übersetzt von Anika Klüver)

Cross Cult 2012

288 Seiten

11,80 Euro

Originalausgabe

Heat Wave

Hyperion, 2009

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)


„Castle“ beim PaleyFest 2012

März 12, 2012

Dass ich ein großer „Castle“-Fan bin, dürfte ja bekannt sein. Entsprechend gut hat mir mir das „Castle“-Panel beim diesjährigen PaleyFest am 9. März mit den Schauspielern und Andrew W. Marlowe, dem Erfinder von „Castle“ gefallen, die alle gut gelaunt auf dem Podium sitzen.

Auf die Mitte März bei Cross-Cult erscheinende Übersetzung von „Heat Wave – Hitzewelle“, dem ersten Roman mit Nikki Heat, freue ich mich auch. Das Vorbild für Nikki Heat ist, wie wir wissen, die New Yorker Polizistin Kate Beckett, die Bestsellerautor Richard Castle, nach dem Ende der erfolgreichen Derrick-Storm-Agentenserie, bei den Recherchen für seine neue Serie kennen lernte.

Inzwischen hat Richard Castle auch einen weiteren Derrick-Storm-Roman geschrieben.


Kleinkram

September 14, 2011

Dann mal einige Leseempfehlungen für die Englischsprachigen und Links zu bewegten Bildern:

Bei Crime Element gibt es

– einiges über die neue John-le-Carré-Verfilmung „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ (auf die ich mich sehr freue)

– Tony Hays stellt die aus seiner Sicht fünf besten besten und die fünf schlechtesten Bücher über Verschwörungen vor (Ich zögere, diese Bücher Sachbücher zu nennen):

Humans love conspiracy theories. I admit that I do. All I ask is that we exercise a little common sense in the process.

– Richard Z. Santos schreibt über Michael Caine und über Jim Thompson (Teil 1, Teil 2)

– Peggy Ehrhart über „Ernest Hemingway: Crime Writer – with a little help from Hollywood“

– Jake Hinkson warnt vor unglaublich schlechten Noirs (Das Dumme bei solchen Warnungen ist, dass ich danach wissen will, ob die Filme wirklich so schlecht sind.)

Dirk Robertson schreibt über die Polizeiserien „The Sweeney“ (könnten einige noch als „Die Füchse“ kennen) und „NYPD Blue“; zwei bei uns viel zu unbekannte Serien.

Bei Mulholland Books

– feiert Brian Greene George V. Higgins (den hier wohl niemand mehr kennt) ab

– Marie Hansen hat sich mit Nick Tosches unterhalten

– Tony Black denkt über „Tartan Noir“ nach

– George Pelecanos schreibt über den Western „The big Gundown“ (der Italo-Western ist bei uns als „Der Gehetzte der Sierre Madre“ bekannt)

– Wallace Stroby hat sich mit George Pelecanos unterhalten. Auch über sein neues Buch „The Cut“ (Teil 1, Teil 2)

Bei The Rap Sheet gibt es ein Interview mit Linwood Barclay.

Denise Hamilton schreibt über „Surf Noir“ und was das alles mit Los Angeles und Kalifornien zu tun hat.

Filme, die wir als Zehnjähre unbedingt sehen wollten, aber heute noch nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde.

Und dafür wollten wir als Zehnjährige unbedingt einen Führerschein (naja, nicht so wichtig) und ein Auto (sehr wichtig) haben.

Der „Noir of the Week“ ist „Chicago Calling“ (USA 1951).

Trailers from Hell veranstaltet eine Sam-Peckinpah-Woche mit „The Ballad of Cable Hogue“ (Abgerechnet wird zum Schluß, vorgestellt von Joe Dante), „Cross of Iron“ (Steiner – Das eiserne Kreuz, vorgestellt von Josh Olson) und „Straw Dogs“ (Wer Gewalt sät; wird am Freitag von Rod Lurie, der auch das Remake inszenierte, vorgestellt).

Und dann gibt es noch die Homepage von Richard Castle.


TV-Tipp für den 9. September: Castle: Johanna Beckett/Todsicheres Glück

September 8, 2011

Kabel 1, 20.15

Castle: Johanna Beckett/Todsicheres Glück (USA 2010, R.: Tom Wright [Johanna Beckett], Emile Levisetti [Todsicheres Glück])

Drehbuch: Will Beall, Shalisha Francis (beide „Johanna Beckett“), Alexi Hawley, Shalisha Francis (beide „Todsicheres Glück“)

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Heute gibt’s endlich neue Folgen mit dem sympathisch-egozentrisch-kindsköpfigem Bestsellerautor Richard Castle, der zusammen mit seiner zwangsverpflichteten Muse, Detective Kate Beckett, die ihm das nötige Hintergrundwissen für seine Krimis liefern soll, Mordfälle in New York aufklärt.

Kabel 1 zeigt die neuen Folgen „Johanna Beckett“ und „Todsicheres Glück“ und, direkt im Anschluss ab 22.10 Uhr, die alten Folgen „Gefrorenes Blut“ und „Voodoo“ – und dann, um 00.05 Uhr, als Wiederholung wieder „Johanna Beckett“ und „Todsicheres Glück“ (um 01.00 Uhr).

Das wird ein kurzweiliger Abend. Kabel 1 will in den kommenden Wochen die letzten zwölf Folgen der dritten „Castle“-Staffel zeigen. In den USA startet demnächst die vierte Staffel der erfolgreichen Crimi-Comedy.

In Deutschland erscheint der erste Nikki-Heat-Roman „Heat Wave“ von Richard Castle im März 2012 bei Cross Cult. Für den Mai ist „Naked Heat“ angekündigt. Wie Richard Castle in Interviews zugibt, ist Nikki Heat die fiktionalisierte Version von Kate Beckett.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

„Castle“ in der Kriminalakte (eins, zwei, drei)

 


Kleinkram

November 10, 2010

Dinge, die es nach der Schulphysik nicht geben dürfte: Filmcharaktere schreiben Bücher.

Es gibt sie trotzdem. Hier eine aktuelle Liste: angefangen bei Roger Sterling („Mad Men“) über Richard Castle („Castle“) bis hin zu Jessica Fletcher („Murder, she wrote“).

Lee Child nennt fünf Krimis, in denen das Wort „Child“ im Titel enthalten ist:

Robert B. Parker: God Save the Child

John Hart: The Last Child

Laurie R. King: With Child

Andrew Vachss: Only Child: A Burke Novel

Tom Rob Smith: Child 44

Very childish!

Thriller-Autor Brett Battles erzählt, wie er dieses Jahr in seiner Heimatstadt Los Angeles gerufen wurde, um seine bürgerlichen Pflichten als Geschworener zu erledigen.


TV-Tipp für den 10. September: Castle – Tödliche Schulden

September 10, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Nach der Sommerpause geht’s mit zweiten Staffel der witzigen Krimiserie „Castle“ auf einem neuen Sendeplatz und mit einer Wiederholung des natürlich äußerst gelungenem und für Krimifans sehr prominent besetztem Staffelauftakt weiter.

Alle weiteren Informationen hier oder hier.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Samstag, 11. September, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


TV-Tipp für den 17. April: Castle: Tödliche Schulden

April 17, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Heute startet die zweite Staffel von einer meiner derzeitigen Lieblingsserien. „Castle“ ist eine in den USA sehr erfolgreiche und amüsante Crime-Comedy über den leicht überheblichen, kindischen, sehr erfolgreichen Krimiautor Rick Castle und Kate Beckett, einer New Yorker Polizistin, die er als Vorbild für seinen neuen Seriencharakter Nikki Heat auserwählt hat. Aufgrund seiner guten Freundschaft zum Bürgermeister durfte er sie in der ersten Staffel (die in den vergangenen Wochen auf Kabel 1 lief) begleiten und sie wurden Freunde (obwohl Castle…).

Dank guter und zuletzt steigender Quoten (teils sogar vor CSI) wurde in den USA die zweite Staffel mehrfach auf inzwischen 24 Folgen verlängert und die dritte Staffel ist auch schon bestellt.

Aber nur die Meldung, dass bei uns die zweite Staffel unmittelbar nach der Ersten gezeigt wird, wäre kein „Tipp des Tages“.

Auch nicht, dass Rick Castle wieder Poker spielt. Das tat er auch in der Pilotfolge mit Stephen J. Cannell und James Patterson. Jetzt spielt er wieder mit seinen Schriftstellerkollegen Poker. Stephen J. Cannell (Detektiv Rockford – Anruf genügt, Das A-Team, Hunter, 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer, Renegade – Gnadenlose Jagd) ist wieder dabei; und dieser Autor, der in Deutschland zuletzt „So wahr uns Gott helfe“ (doofer Titel) veröffentlichte.

Als ich die Szene sah, blieb mir die Spucke weg. Denn der Name wird in den Credits nicht verraten.

Der Grund für das Pokerspiel mit seinen Schriftstellerkollegen ist, dass Rick Castle Kate Beckett bei einem schwierigen Mordfall helfen will und so hofft, sie wieder zu besänftigen. Denn Kate Beckett ist stinkig, weil er auf eigene Faust in ihrer Vergangenheit herumwühlte und neue Fakten über den Mord an ihrer Mutter herausgefunden hat, und genervt, weil Castles neuer Krimi „Heat Wave“ in ihrem Büro mit einer pompös-klischeebehafteten Werbekampagne beworben wird.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Sonntag, 18. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


TV-Tipp für den 6. Februar: Castle – Blumen für Dein Grab

Februar 6, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Blumen für Dein Grab (USA 2009, R.: Rob Bowman)
Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Als ein Mörder die von dem erfolgreichen New Yorker Krimiautor Richard Castle erfundenen Morde in die Tat umsetzt, lernt Castle Detective Kate Beckett kennen. Er beschließt, dass sie das Vorbild für seine neue Heldin sein soll und dafür muss er sie, zu ihrem Missfallen, bei der Arbeit begleiten.

Lässige Krimikomödie, die einfach nur gut unterhalten will.

Inzwischen habe ich einige Folgen aus der zweiten Staffel gesehen und die Mischung aus witzige Sprüchen und ziemlich vertrackten Fällen gefällt mir. „Castle“ ist nichts revolutionäres, sondern einfach nur gute Unterhaltung mit einer Handvoll ziemlich normaler Charaktere. Das sieht einfacher aus als es dann geschrieben und gespielt ist. – Und wer von uns Jungs wäre nicht gerne Rick Castle?

mit Nathan Fillion, Stana Katic, Susan Sullivan, Ruben Santiago-Hudson, Molly C. Quinn, Jon Huertas, Seamus Dever, Tamala Jones, Stephen J. Cannell, James Patterson, Keir Dullea

Wiederholung: Sonntag, 7. Februar, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über „Castle“

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)



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