TV-Tipp für den 29. November: Stephen Kings Es

November 29, 2017

Kabel 1, 20.15

Stephen Kings Es (It, USA 1990)

Regie: Tommy Lee Wallace

Drehbuch: Lawrence D. Cohen, Tommy Lee Wallace

LV: Stephen King: It, 1986 (Es)

Nach Ewigkeiten wird die erste Verfilmung von Stephen Kings „Es“ wieder im TV gezeigt und Kabel 1 ist so nett, den TV-Zweiteiler in einem Stück zu zeigen. Die äußerst gelungene Neuverfilmung (bzw. die Verfilmung eines Teils des Buches) läuft seit einigen Wochen sehr erfolgreich im Kino.

Daher muss über die Geschichte wohl wenig gesagt werden: Schon als Kinder kämpften die sieben Freunde gegen den Clown Pennywise, der alle dreißig Jahre aus der Kanalisation von Derry, Maine, auftaucht, und die Kinder des Ortes töten will. Jetzt müssen wie wieder gegen ihn kämpfen. Können sie ihn jetzt endgültig besiegen?

Tommy Lee Wallaces TV-Verfilmung hat heute vor allem wegen dem von Tim Curry gespieltem Clown Pennywise Kultstatus.

Unter den zahlreichen King-Verfilmungen ist die aufwendige, dreistündige TV-Produktion ‚Es‘ eine der gelungensten. Nicht so sehr Blut und Leichen sind ihre Mittel, sondern das raffinierte Spiel mit den Erwartungen und Ängsten der Zuschauer. (stern-tv-magazin)“ (Fischer Film Almanach 1992)

mit Tim Curry, Harry Anderson, Dennis Christopher, Richard Masur, Annette O’Toole, Tim Reid, John Ritter, Richard Thomas, Seth Green

Wiederholung: Donnerstag, 30. November, 22.30 Uhr (wieder beide Teile)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stephen King’s It“

Wikipedia über „Stephen King’s It“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Die Vorlage

Es von Stephen King

in der ungekürzten Übersetzung und daher bestens geeignet für lange Flüge, lange Winterabende ohne die doofe Verwandtschaft, ausgedehnte Strandurlaube ohne die Liebsten und Zugfahrten mit den üblichen, niemals angekündigten, mental fest eingeplanten Verspätungen.

Zum Filmstart spendiert der Verlag ein neues Titelbild.

Stephen King: Es

(übersetzt von Alexandra von Reinhardt und Joachim Körber, bearbeitet und teilweise neu übersetzt von Anja Heppelmann)

Heyne, 2017 (Movie Tie-In)

1536 Seiten

14,99 Euro

Erstausgabe der ungekürzten Übersetzung: 2011

Ältere Ausgaben enthalten eine gekürzte Übersetzung.

Originalausgabe

It

Viking, 1986

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Neu im Kino/Filmkritik: Stephen Kings „Es“ – die Horrorversion von „Stand by me“

September 28, 2017

In den USA wird die neue Stephen-King-Verfilmung seit dem Kinostart von der Kritik abgefeiert, die Fans jubeln und an der Kinokasse ist „Es“ ein richtiger Blockbuster. Er hat an der US-Kinokasse das beste Einspielergebnis, das jemals eine Stephen-King-Verfilmung hatte. Weltweit ist „Es“ schon jetzt der nach seinem Einspiel erfolgreichste Horrorfilm. „Es“ hat bereits über 480 Millionen US-Dollar eingespielt und das ist, schon jetzt, mehr als ein verdammt gutes Ergebnis. Denn ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Dabei ist die Geschichte auf den ersten Blick eine 08/15-Horrorgeschichte, die man schon hunderttausendmal gesehen hat: ein Dämon sucht eine Stadt heim und nur eine handvoll Menschen, denen niemand glaubt, können etwas dagegen tun.

Und die Vorlage, der Klassiker „Es“ von Stephen King, ist mit tausendfünfhundert Seiten so umfangreich geraten, dass man sofort Mitleid mit den Machern bekommt, die dieses Opus in zwei Kinostunden pressen sollen. Zuletzt, bei „Der dunkle Turm“, gelang das ja nicht so gut. Aber „Der dunkle Turm“ ist auch eine aus acht Romane bestehende, entsprechend umfangreiche Fantasy-Saga von Stephen King. „Es“ ist dagegen ein fast schon handlicher, auf zwei Zeitebenen (1958 und 1985) spielender Roman und die Macher entschlossen sich, einfach nur das halbe Buch zu verfilmen (ohne jetzt genau auf die Seiten zu achten). Das heißt: der Film spielt nur auf einer Zeitebene.

Außerdem verlegten sie die Geschichte von 1958 in das Jahr 1989. Das ist allerdings fast egal. Einerseits weil die Geschichte in einer dieser typischen, lauschigen Stephen-King-Kleinstädte spielt, die sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum veränderten, andererseits weil die Welt für Elfjährige doch ziemlich gleich aussieht. Vor allem wenn sie gegen das Böse, verkörpert durch den Clown Pennywise, kämpfen müssen.

Und jetzt bin ich faul und zitiere die offizielle Synopse:

Im Mittelpunkt stehen sieben junge Außenseiter, die in dem Städtchen Derry in Maine aufwachsen – sie bezeichnen sich als Club der Loser. Aus dem einen oder anderen Grund sind sie alle ausgegrenzt worden, die Rowdys des Ortes haben sie ins Visier genommen…und alle haben erlebt, wie ihre innere Angst plötzlich real wurde als uralter, aggressiver Gestaltwandler, den sie einfach nur „Es“ nennen.

Seit es den Ort gibt, ist Derry immer schon das Jagdrevier dieses Monsters gewesen: Alle 27 Jahre steigt es aus der Kanalisation herauf, um sich vom Schrecken seiner bevorzugten Beute zu ernähren: nämlich den Kindern von Derry. Innerhalb eines ebenso grauenhaften wie mitreißenden Sommers tun sich die Loser zusammen und bilden eine unverbrüchliche Gemeinschaft, um so ihre eigene Angst zu überwinden und den mörderischen Amoklauf zu beenden, der an einem Regentag begonnen hat: Ein kleiner Junge rannte seinem Papierschiffchen hinterher, das in einen Gully gespült wurde, … und geriet so in die Fänge des Clowns Pennywise.“

Dieser Junge ist der jüngere Bruder von Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), der so etwas wie der Anführer dieses Clubs der Verlierer ist und der Monate später immer noch hofft, seinen verschwundenen Bruder George zu finden, während weitere Kinder verschwinden. Den Erwachsenen, die in „Es“ nur eine Nebenrolle, irgendwo zwischen Cameo und Minirolle, haben, ist das Verschwinden der Kinder egal. Sie sind passive Nebenfiguren oder, mehr oder weniger unwissentliche Helfer von dem Bösen, das bevorzugt in der Gestalt eines Clowns auftaucht.

Im Mittelpunkt des Films stehen nämlich die Kinder, gespielt von Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Finn Wolfhard, Chosen Jacobs, Jack Dylan Grazer, Wyatt Oleff und Sophia Lillis (die Entdeckung des Films, obwohl auch die anderen Kinderdarsteller überzeugen), ihre Probleme, Gefühle und Sehnsüchte. Diese Konzentration auf sie ist eine der großen Stärken des Films.

Regisseur Andy Muschietti („Mama“) erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive, während der langen Sommerferien, in denen sie in Derry, dem Dorf, das ihre Welt ist, festsitzen und noch Kinder sind. Mehr vor der Pubertät als an der Schwelle zur Pubertät. Sie sind in dem Alter, in dem sie nicht mehr an das Monster unter dem Bett glauben, aber in der Kanalisation könnte eines seines.

Von seiner Stimmung und seinen Bildern erinnert „Es“ immer wieder, vor allem weil der halbstarke, sie herumstoßende Henry Bowers (Nicholas Hamilton) wie ein Wiedergänger von John ‚Ace‘ Merrill (Kiefer Sutherland) aussieht, an „Stand by me“. In dieser, ebenfalls sehr gelungenen Stephen-King-Verfilmung, sucht eine Gruppe Zwölfjähriger im Sommer 1959 die Leiche eines spurlos verschwundenen Gleichaltrigen.

Eine andere Stärke des Horrofilms ist natürlich der von Bill Skarsgård gespielte Pennywise, ein überhaupt nicht netter Clown, der in der Kanalisation lebt, alle 27 Jahre auftaucht und Kinder tötet.

Ohne die makellose, elegante Inszenierung von Andy Muschietti, der gekonnt an der Spannungsschraube dreht und uns in die Welt des selbsternannten Clubs der Verlierer (Hey, das sind wir Leseratten!) eintauchen lässt, wäre das alles höchstens ein laues Sommerlüftchen.

Diese Beschränkung auf den Kampf des Clubs der Verlierer gegen das Böse Es führt dann dazu, dass „Es“ wunderbar als in sich abgeschlossener Einzelfilm funktioniert.

Die Fortsetzung, die 27 Jahre später spielen wird und die andere Hälfte des Romans enthält, spielt dann in der Gegenwart und sie läuft am 6. September 2019 in den US-Kinos an. In einem Interview meinte Muschietti, dass sie auch einige Rückblenden enthalten solle, die natürlich gedreht werden müssen, bevor die Kinder zu alt werden.

Bis dahin kann man dann auch den Roman nochmal (?) lesen.

Es (It, USA 2017)

Regie: Andy Muschietti (eigentlich Andres Muschietti)

Drehbuch: Chase Palmer, Cary Fukunaga, Gary Dauberman

LV: Stephen King: It, 1986 (Es)

mit Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Sophia Lillis, Finn Wolfhard, Chosen Jacobs, Jack Dylan Grazer, Wyatt Oleff, Bill Skarsgård, Nicholas Hamilton, Jake Sim, Logan Thompson, Owen Teague, Jackson Robert Scott, Stephen Bogaert, Stuart Hughes

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Es von Stephen King

in der ungekürzten Übersetzung und daher bestens geeignet für lange Flüge, lange Winterabende ohne die doofe Verwandtschaft, ausgedehnte Strandurlaube ohne die Liebsten und Zugfahrten mit den üblichen, niemals angekündigten, mental fest eingeplanten Verspätungen.

Zum Filmstart spendiert der Verlag ein neues Titelbild.

Stephen King: Es

(übersetzt von Alexandra von Reinhardt und Joachim Körber, bearbeitet und teilweise neu übersetzt von Anja Heppelmann)

Heyne, 2017 (Movie Tie-In)

1536 Seiten

14,99 Euro

Erstausgabe der ungekürzten Übersetzung: 2011

Ältere Ausgaben enthalten eine gekürzte Übersetzung.

Originalausgabe

It

Viking, 1986

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film (dein Kinoticket)

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Es“

Metacritic über „Es“

Rotten Tomatoes über „Es“

Wikipedia über „Es“ (deutsch, englisch) und Stephen King (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Mama“ (Mama, Spanien/Kanada 2012)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwar“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)


TV-Tipp für den 21. August: Meister des Grauens – Thomas Gottschalk präsentiert Stephen King

August 21, 2014

Vox, 20.15

Meister des Grauens – Thomas Gottschalk präsentiert Stephen King

Wenn es in den zwei Stunden (mit Werbung) nicht nur „Thomas Gottschalk präsentiert Stephen King“, sondern auch Interviews mit King und Weggefährten und Ausschnitte aus den Verfilmungen gibt, dann dürfte das mindestens eine okaye Sendung sein.

Im Anschluss läuft die grandiose King-Verfilmung „Misery“.

Wiederholung: Freitag, 22. August, 00.50 Uhr (Taggenau! – Und mit weniger Werbung.)

Hinweise

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour


Neu im Kino/Filmkritik: Stephen Kings „Carrie“ – die neue Verfilmung

Dezember 5, 2013

 

Und noch ein Remake von einem Klassiker, das allein schon deshalb besonders genau seziert wird. Und weil Kimberly Peirce die Geschichte von Carrie White wiedererzählt, muss sie gegen Stephen Kings Roman „Carrie“ und Brian de Palmas legendäre Verfilmung ankämpfen. Denn während unserer Pubertät lasen oder sahen wir erstmals diese Geschichte eines von allen unterdrückten Mädchens und sie jagte uns einen höllischen Schrecken ein. Denn Carrie ist die Außenseiterin an der Schule, die von allen verspottet wird. Vor allem, nachdem sie in der Schuldusche ihre erste Blutung und eine Panikattacke hat. Ihre religiös-fanatische Mutter drangsaliert sie mit Gebetsstunden, ständigen Warnungen vor der bösen Welt, hält sie für vom Teufel besessen und möchte sie am liebsten Tag und Nacht einsperren.

Nach dem Ereignis in der Schuldusche hat eine ihrer Mitschülerinnen Mitleid mit ihr. Sie überredet ihren Freund, Carrie auf den Schulball zu begleiten. Er tut es und mitten während der Feierlichkeiten wird ein Eimer mit Schweineblut über ihr ausgeschüttet. Carrie dreht durch und bringt mit ihren telekinetischen Fähigkeiten alle, die in der Schulaula sind, um. Danach macht sie sich auf den Heimweg – und wir hatten Angst, dass es auch in unserer Klasse eine Carrie gibt.

Diesen Eindruck, den damals De Palmas Film auf uns Teenager machte, macht Peirces Film nicht. Immerhin sind wir keine Teenager mehr. Dabei ist Peirces Film auch im direkten Vergleich gar nicht so schlecht.

Peirce hält sich an die aus Buch und Film bekannte Geschichte und auch an die Struktur von De Palmas Film. Es gibt zwar noch eine 2002er-TV-Verfilmung von David Carson, die der Pilotfilm für eine TV-Serie sein sollte. Aber weil die fast niemand kennt und man auch nichts Gutes über sie hört, können wir sie ignorieren. Julianne Moore als Fanatikerin und Carries Mutter ist grandios. Sie strahlt wirklich diese beängstigende Ruhe von religiös überzeugten Menschen aus, die sich durch nichts in ihrem Irrglauben beirren lassen und jede Bestrafung für angemessen halten. Chloë Grace Moretz ist zwar im richtigen Alter (Sissy Spacek war bereits 27 Jahre alt, als sie Carrie spielte), aber als Hit-Girl hinterließ sie in den beiden „Kick-Ass“-Filmen einen so starken Eindruck, dass ich nie daran zweifelte, dass sie ihren vergnügungssüchtigen Mitschülern kräftig in den Arsch treten wird.

Die Ausstattung, vor allem Carries Wohnhaus, ist zeitlos, hat oft sogar ein Siebziger-Jahre-Retro-Feeling, das den Film, auch weil er insgesamt kaum aktualisiert wurde, etwas aus der Zeit herausgefallen sein lässt. Computer und Handys kommen kaum vor.

Er ist aber deutlich prüder geraten: während bei De Palma in der legendären Duschszene nackte Mädchen durch das Bild laufen und Carrie, als sie von ihren Mitschülern mit Tampons beworfen wird, nackt in einer Ecke der Dusche kauert, verhüllt sie in dem Remake züchtig mit einem weißen Handtuch ihren Körper, während sie von einer Mitschülerin gefilmt und von den anderen mit Tampons beworfen wird.

Carrie“ hat mich zwar nie wirklich gepackt oder in Angst und Schrecken versetzt. Dafür gab es dann doch zu viele Computereffekte bei Carries Zerstörungsorgie in der Kleinstadt und ich bin schon zu lange aus der Schule. Aber ich habe mich auch nicht, obwohl ich die Geschichte kenne, gelangweilt. Es ist ein ordentlicher, brav gefilmter Horrorfilm, der das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter weniger hysterisch gestaltet als Brian De Palma, aber es nicht wagte, die Geschichte konsequent in die Gegenwart zu übertragen.

Carrie - Plakat

Carrie (Carrie, USA 2013)

Regie: Kimberly Peirce

Drehbuch: Lawrence D. Cohen, Roberto Aguirre-Sacasa

LV: Stephen King: Carrie, 1974 (Carrie)

mit Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Gabriella Wilde, Portia Doubleday, Alex Russell, Zoë Belkin, Ansel Elgort, Samantha Weinstein, Karissa Strain, Judy Greer, Katie Strain, Barry Shabaka Henley

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

King - Carrie - Neuausgabe 2013 - 4

Stephen King: Carrie

(übersetzt von Wolfgang Neuhaus)

Bastei-Lübbe, 2013

320 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Carrie

Doubleday, 1974

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Carrie“

Moviepilot übe „Carrie“

Metacritic über „Carrie“

Rotten Tomatoes über „Carrie“

Wikipedia über „Carrie“ 

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

 

 


Stephen King unterwegs in Europa – die ersten Dokumentationen

November 22, 2013

 

Von Stephen Kings erster offizieller Frankreich- und Deutschland-Lesereise (wenn man das bei einer Drei-Städte-Tour so sagen kann) gibt es online die ersten Fanmitschnitte aus Frankreich. Das Bild ist – nun, da sagen wir besser nichts dazu, aber der Ton ist, immerhin verharrt bei Lesungen das Publikum immer in andächtiger Stille, anhörbar. Vielleicht gibt es noch eine richtig professionelle Dokumentation.

Bis dahin: beide Male die Lesung vom 16. November in Paris, aus verschiedenen Blickwinkeln:

Die Pressekonferenz in Paris vom 12. November:

Bei Markus Lanz ist dann das Bild zwar deutlich besser, aber…

Stephen King beehrt die Runde nach der 37. Minute.

Der aktuelle Grund (als bräuchten die Stephen-King-Fans einen aktuellen Anlass) ist natürlich die Veröffentlichung seines neuen Romans „Doctor Sleep“, in dem er die Geschichte von „Shining“ weitererzählt.

King - Doctor Sleep - 4

Stephen King: Doctor Sleep

(übersetzt von Bernhard Kleinschmidt)

Heyne, 2013

704 Seiten

22,99 Euro

Originalausgabe

Doctor Sleep

Scribner, 2013

Im Gepäck hat er natürlich noch sein davor erschienenes Buch „Joyland“, das mehr in Richtung Kriminalroman tendiert, im Original bei Hard Case Crime erschien und deshalb im Original schön pulpige Cover von Glen Orbik und Robert McGinnis hat.

King - Joyland - 4

Stephen King: Joyland

(übersetzt von Hannes Riffel)

Heyne, 2013

352 Seiten

19,99 Euro

King - Joyland - HardCaseCrime

Originalausgabe

Joyland

Hard Case Crime, 2013

Und das ist noch nicht alles!

Am 5. Dezember startet bei uns die Neuverfilmung von seinem Debütroman „Carrie“. Kimberly Peirce („Boys don’t cry“) verfilmte mit Chloë Grace Moretz als Carrie und Julianne Moore als ihrer Mutter den Roman durchaus gelungen.

Deshalb gibt es jetzt auch eine Neuauflage von „Carrie“ mit einem Nachwort von Willy Loderhose über den Roman und Brian de Palmas Verfilmung, die wir alle als Teenager gesehen haben und uns damals natürlich unglaublich beeindruckt hat.

Leider geht Loderhose nicht auf die jüngste Verfilmung des Romans ein und Filmbilder fehlen auch. Diese Bilder waren für mich früher, neben dem an das Filmplakat angelehntem Cover, der Grund, Filmausgaben wie besessen zu kaufen.

King - Carrie - Neuausgabe 2013 - 4

Stephen King: Carrie

(übersetzt von Wolfgang Neuhaus)

Bastei-Lübbe, 2013

320 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Carrie

Doubleday, 1974

Die aktuelle Verfilmung

Carrie - Teaser

Carrie - Plakat

Carrie (Carrie, USA 2013)

Regie: Kimberly Peirce

Drehbuch: Lawrence D. Cohen, Roberto Aguirre-Sacasa

LV: Stephen King: Carrie, 1974 (Carrie)

mit Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Gabriella Wilde, Portia Doubleday, Alex Russell, Zoë Belkin, Ansel Elgort, Samantha Weinstein, Karissa Strain, Judy Greer, Katie Strain, Barry Shabaka Henley

Hinweise

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte und in seinem Trailer-Park

 


„Road Rage“: Die Herren Joe Hill, Stephen King und Richard Matheson sagen uns, warum man bestimmte Leute nicht ärgern sollte

September 24, 2012

Ein Mann wird in der Einöde von einem Truck verfolgt. Er hat keine Ahnung, warum. Er hat nur Angst um sein Leben.

Richard Matheson schrieb diese Kurzgeschichte. Später schrieb er ein auf ihr basierendes Drehbuch, das von dem damaligen Jungregisseur Steven Spielberg verfilmt wurde. Der TV-Film war so gut, dass er sogar im Kino lief.

Noch heute gehört „Duell“ zu den archetypischen und klassischen Suspense-Geschichten, die auch als Comic ein wahrer Pageturner ist, wie die Adaption von Chris Ryall in „Road Rage“ zeigt.

Richard Mathesons Geschichte inspirierte auch Stephen King und seinen Sohn Joe Hill zu „Throttle“, einer Version von „Duell“, die in dem Richard Matheson gewidmeten Kurzgeschichten-Band „He is Legend“ erschien, und gerade im direkten Vergleich wird die Genialität von Mathesons Geschichte überdeutlich.

King und Hill erzählen von einer Outlaw-Bikergang, die gerade bei einem illegalen Geschäft einen empfindlichen finanziellen Verlust erlitt und jetzt überlegt, wie sie wieder an ihr Geld kommt. Da beginnt plötzlich und ohne einen ersichtlichen Grund, ein Trucker sie durch die Einöde zu verfolgen. Der Reihe nach bringt er die Biker um – und am Ende gibt es sogar eine Erklärung für seine Taten.

Matheson verzichtet in seiner Geschichte auf eine solche Erklärung. Der Trucker kommt einfach wie der Zorn Gottes über den Autofahrer: einen Vertreter, der den absolut nichtssagenden Namen „Mann“ hat.

In dem Comicsammelband „Road Rage“ sind diese beiden Geschichten, die beide von Chris Ryall adaptiert wurden, enthalten. Nelson Daniel bebilderte die King/Hill-Geschichte „Vollgas“. Rafa Gares die Matheson-Geschichte „Duell“, die sich optisch ziemlich weit von Spielbergs Film absetzt. Stephen King, Joe Hill und Chris Ryall schrieben einige lesenswerte Worte über die Bedeutung von Richard Matheson, wie sein Werk sie inspirierte und warum die Geschichte „Duell“ so wirkungsvoll ist.

Aber allein schon wegen „Duell“ gehört dieser Comic in jede gut sortierte Sammlung.

Joe Hill/Stephen King/Richard Matheson: Road Rage

(übersetzt von S. C. Kuschneros)

Panini Comics, 2012

120 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Road Rage

IDW, 2012

(enthält „Road Rage: Throttle Issues # 1 – 2“ und „Road Rage: Duel Issues ‚ 3- 4“)

Verfilmung

Duell (Duel, USA 1971)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Richard Matheson

LV: Richard Matheson: Duel (Kurzgeschichte, Playboy, April 1971)

mit Dennis Weaver, Eddie Firestone, Charles Seel, Lucille Benson

Hinweise

Homepage von Joe Hill

Joe Hill in der Kriminalakte

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte und in seinem Trailer-Park

Kriminalakte: Ein episch langes Interview mit Richard Matheson

Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung „Real Steel“ (Real Steel, USA 2011)

Meine Besprechung der Richard-Matheson-Verfilmung „Tanz der Totenköpfe“ (The Legend of Hell House, GB 1973)

Richard Matheson in der Kriminalakte


Im Trailerpark des Herrn Stephen King

November 16, 2010

Stephen Kings neues Buch heißt „Zwischen Nacht und Dunkel“ (Full Dark, No Stars, 2010), die deutsche Ausgabe ist jetzt bei Heyne erschienen und sie enthält vier neue Kurzromane des Grandmasters. „Kurz“ für Kingsche Verhältnisse, denn das Inhaltsverzeichnis liest sich so:

1922 – 11

Big Driver – 199

Faire Verlängerung – 357

Eine gute Ehe – 403

Nachwort – 523

Bis auf die knapp fünfzigseitige „Faire Verlängerung“ würden die Geschichten (die natürlich alles Horror- oder Kriminalgeschichten sind) bei anderen Autoren als eigenständige Romane durchgehen.

Um das Buch zu promoten, gibt es natürlich einen Trailer von seinem US-Verlag

Ziemlich öde, aber die Trailer von Future Shorts für die vier Geschichten (gemacht in Kooperation mit Kings englischem Verlag) sind wirklich gut

Am besten gefällt mir der Trailer für „A good marriage“ (Eine gute Ehe). Der könnte von David Lynch sein. Aber auch die anderen machen neugierig auf die Geschichten.

Stephen King: Zwischen Nacht und Dunkel

(übersetzt von Wulf Berger)

Heyne, 2010

528 Seiten

19,99 Euro

P. S.: Wenn ich mir die verschiedenen Covers für „Zwischen Nacht und Dunkel“ ansehe, gefällt mir das deutsche Cover von David Hauptmann (Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich) am besten.


Stephen Kings Ausflug zu Hard Case Crime

Mai 21, 2009

King - Colorado KidKing - The Colorado Kid

Vor- und Nachworte werden meist als uninteressantes Geblubber überblättert. Manchmal, wie bei Stephen Kings „Colorado Kid“, werden sie nicht übersetzt. Dabei sind Kings Erklärungen zu seinen Geschichten immer lesenswert und auch bei „Colorado Kid“ verrät King einiges über die Hintergründe der Geschichte und dass sie seine Leser spalten werde. Denn er löst das Rätsel um die Leiche nicht, aber das haben die beiden alten Provinzjournalisten Vince Teague und Dave Bowie vom Weekly Islander auf Moose-Lookit Island, Maine, ihrer jungen Kollegin Stephanie McCann immer wieder gesagt. Denn sie versuchen bereits seit einem viertel Jahrhundert herauszufinden, wie das Colorado Kid auf ihre Insel kam. Lange ist seine Identität unbekannt und als er, dank eines hartnäckigen, jungen Gerichtsmediziners endlich einen Namen und einen Wohnort hat, wird es richtig rätselhaft. Denn wie kam er auf die Insel? Wie starb er? Wer ermordete ihn? Und warum? Stephanie schlägt ihren beiden Mentoren mehrere Lösungen vor. Diese beantworten geduldig ihre Fragen und verführen sie so langsam.

In der kurzen Geschichte „Colorado Kid“ geht es letztendlich darum, der aus Cincinnatti, Ohio, kommenden Studentin an einem langen Nachmittag das Inselleben schmackhaft zu machen. Entsprechend gemütlich ist das Erzähltempo, wenn die beiden alten Knacker der jungen Frau auf der Veranda der Zeitung die Geschichte mit Pausen und Abschweifungen erzählen und dabei immer wieder betonten, dass es eigentlich überhaupt keine Geschichte sei.

Und King wechselt im plaudernden Tonfall der beiden alten, rüstigen Landeier (der eine ist Mitte Sechzig, der andere Anfang Neunzig) immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit, an die sie sich noch sehr gut erinnern.

In Amerika erschien „Colorado Kid“ als dreizehnter Band der „Hard Case Crime“-Reihe. King war, als er von dem Konzept der Reihe erfuhr, sofort begeistert, lehnte die Anfrage für einige lobende Worte über die Reihe ab und bot eine neue Geschichte an. Herausgeber Charles Ardai griff natürlich sofort zu. Dank des bekannten Autors (es war auch das erste ins Deutsche übersetzte Hard-Case-Crime-Buch) verkaufte sich die, nach Kings Einschätzung, Softboiled-Geschichte ausgezeichnet und machte die Reihe außerhalb der Krimiszene bekannt.

Allerdings wurde „Colorado Kid“, vor allem wegen des offenen Endes, von vielen Lesern heftig kritisiert. King schreibt in seinem Nachwort, dass er kein Ende wollte, sondern beim Schreiben vor allem an dem Rätsel interessiert gewesen sei. Das macht die Lektüre allerdings auch etwas unbefriedigend. Deshalb wäre es vielleicht besser, wenn „Colorado Kid“ in künftigen Auflagen zusammen mit anderen Geschichten publiziert würde. Immerhin hat „Colorado Kid“ für King-Verhältnisse kaum die Länge einer Novelle. Aber einer sehr unterhaltsamen.

Die aktuelle Ausgabe hat als Bonusmaterial eine kommentierte Bibliographie der im Heyne-Verlag erschienenen Stephen-King-Bücher. Zwei Dinge fallen bei der Bibliographie auf: erstens fehlen die Erscheinungsjahre und zweitens hat Heyne nie „Carrie“ veröffentlicht.

Stephen King: Colorado Kid

(übersetzt von Andrea Fischer)

Heyne, 2009

176 Seiten

7,95 Euro

Originalausgabe

The Colorado Kid

Hard Case Crime, 2005

Deutsche Erstveröffentlichung

Ullstein, 2006

Hinweise

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)


Kurzmeldungen: Ken Bruen, Stephen King, John Carpenter, Ian Rankin

September 26, 2008

Ken Bruen hat den vierten Roman der Serie um Detective Sergeant Brant, „Blitz“ (2002), nach Hollywood verkauft. Hoffentlich verlegen die die Handlung nicht von London nach L. A. (obwohl es bei Sjöwall/Wahlöö auch geklappt hat).

Ein Ratschlag von Stephen King:

Ein Ratschlag von John Carpenter:

Und, zum Abschluss, als Vorbereitung für die deutsche Veröffentlichung von „Exit Music“ (Ein Rest von Schuld), lassen wir Ian Rankin zu Wort kommen:


Fundsachen: Das Syndikat, „Final Call“, „Rosemary’s Baby“, Lee Goldberg, Stephen King, Tatort Eifel

Oktober 2, 2007

„Das Syndikat“, die Vereinigung der deutschen Krimi-Autoren, hat eine neue Webseite. Das Layout ist etwas gewöhungsbedürftig und die Textmenge noch sehr überschaubar (einige alte Texte habens nicht geschafft), aber wenn die ehrenwerten Herren demnächst genug Stoff hineinstellen, dürften wir uns auch an das neue Layout gewöhnen.

Bis dahin können wir eine frühe Version von Larry Cohens Drehbuch „Cellular“ mit einer späteren, von Chris Morgan bearbeiteten, Fassung und dem Spielfilm „Final Call“ (USA 2004, Regie: David R. Ellis, Drehbuch: Chris Morgan, mit Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy) vergleichen.  In dem ziemlich unterschätzten, kleinen, spannenden Thriller wird ein junger Mann auf seinem Handy von einer unbekannten Frau angerufen. Sie sagt, man habe sie entführt und er sei ihre einzige Chance auf eine Befreiung. Deshalb dürfe er unter keinen Umständen die Verbindung unterbrechen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Wer mehr auf die anerkannten Klassiker steht, dürfte sich über die endgültige Drehbuchfassung von Roman Polanski zu seinem Horrorfilm „Rosemary’s Baby“ (USA 1968) freuen. Ira Levin schrieb die Romanvorlage.

Auf der Cologne Conference versuchte Lee Goldberg (unter anderem die Monk-Romane) deutschen Fernsehmachern zu erklären, warum die US-amerikanische Ware weltweit so erfolgreich ist. Er sagte, es liege am Franchise. Die Deutschen meinten, man müsse „wieder Themen finden, die speziell auf Deutschland zugeschnitten seien und die somit auch nur deutsche Produktionen erzählen können. “ (DWDL) Warum habe ich den Eindruck, dass hier von verschiedenen Dingen gesprochen wird?

(Danach besuchte Goldberg die Verleihung des deutschen Fernsehpreises. Er fand, sie sei wie die Emmy-Verleihung, nur noch langweiliger. Sagt er jedenfalls in seinem Blog. Dort fasst er auch seinen Vortrag zusammen: Why no one is watching german TV. – Ich denke er hat Recht. Aber das dürfte niemand verwundern, der zu diesem Thema meine doch sehr ähnlichen Gedanken im „Krimijahrbuch 2007“ gelesen hat.)

In der New York Times schreibt Stephen King über die Kurzgeschichte: „What ails the Short Story“.

Und der „Tatort Eifel“ bereitet langsam seine Tagung nach. Die Gewinner des Kurzkrimi-Wettbewerb gibt es hier.  Einige Pressemitteilungen gibt es hier.


Stephen King und Ich

September 20, 2007

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„Im Hetton House begann John, Geschichten zu schreiben. Es waren holprige Sachen, mit starken Anleihen bei den Filmen, die er sich mit Blaze ansah, aber allmählich verschaffte er sich mit ihnen eine gewisse Popularität unter den Gleichaltrigen. Die anderen Jungs fanden es nicht gut, wenn man klug war, aber sie bewunderten eine gewisse Art von Cleverness. Und sie liebten Geschichten. Sie sehnten sich nach Geschichten.

Bei einem ihrer Ausflüge sahen sie sich einen Vampirfilm mit dem Titel Messias des Bösen an. John Cheltzmanns Version gipfelte darin, dass Graf Igor Yorga einer halb nackten jungen Schönheit ‚mit bebenden Brüsten, so groß wie Wassermelonen’, den Kopf abriss und dann mit dem Kopf unter dem Arm in den Fluss Yorba sprang. Der Titel dieses seltsamen Underground-Klassikers lautete Yorga beobachtet dich.“

Wenn wir Stephen Kings unterhaltsamer Mischung aus Schreibratgeber und Memoiren „Das Leben und das Schreiben“ (On Writing – A Memoir of the Craft) glauben dürfen, war King genau wie der in seinem gerade erschienenen Schubladenroman „Qual“ beschriebene John Cheltzmann. Ein Junge, der Geschichten aufsog, schrieb und bereits auf dem Schulhof verkaufte. Seitdem hat sich nur sein Schulhof vergrößert.

Meine erste Begegnung mit Stephen King war „Carrie“. Ich fand sein Debüt, diese Mischung aus Carries Geschichte und den Zeitungsartikeln, grauenhaft und schwor mir nie wieder ein Buch von King zu lesen. Denn damals wurde der neue König des Horrorromans bereits exzessiv abgefeiert und ich dachte mir, wenn seine anderen Bücher genauso sind, kann ich meine Lesezeit besser investieren. Später las ich dann „Dead Zone“ und „Feuerkind“. Beide Bücher – irgendwie King-untypisch mehr Thriller als Horrorroman – gefielen mir viel besser und seitdem las ich immer wieder Romane, Novellen (dazu gehört bei King alles zwischen dreißig und zweihundert Seiten) und Kurzgeschichten von ihm.

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts schien auch kein Monat ohne eine neue Stephen-King-Verfilmung zu vergehen. „Carrie“ (von 1976), „Shining“, „Christine“, „Dead Zone“, „Stand by me“ und “Misery” waren die guten. Etliche andere Verfilmungen von Romanen und Kurzgeschichten des produktiven Horrorautors sind inzwischen ziemlich vergessen. Eine kleine Ausnahme bildet die verfilmte Kurzgeschichte „Kindes des Korns“. Kritiker ließen kein gutes Haar an dem Film. Aber es gingen genug Menschen ins Kino, um fünf Fortsetzungen zu rechtfertigen, die oft die schon nicht herausragende Qualität des Originals unterboten. Bei „Rhea M. – Es begann ohne Warnung“ (Maximum Overdrive) führte King Regie und wurde als schlechtester Regisseur für einen Razzie nominiert. Prince gewann.

King schrieb in diesen Jahren „Cujo“ (anscheinend im Vollrausch), „Friedhof der Kuscheltiere“, „Christine“, „Sie“ (Misery) und „Stark – The Dark Half“. In letzterem bereitet ein lebendig werdendes Pseudonym einem Autor massive Probleme. „Stark“ war natürlich auch eine Abrechnung mit Richard Bachman. King hatte unter diesem Pseudonym einige Romane veröffentlicht, weil sein Verlag meinte, die Leser würden nicht so viele King-Bücher kaufen, wie er schrieb. Außerdem wollte King wissen, ob seine Bücher wegen seinem Namen oder dem Inhalt gekauft würden. Nachdem das Pseudonym enthüllt war, verkauften sich auch die Richart-Bachman-Romane prächtig.

Das Jahrzehnt schloss mit der Uncut-Edition des schon im Original unglaublich dicken „The Stand – Das letzte Gefecht“ ab. Bereits die kurze Version von um die 900 Seiten legte ich nach etwa einem Drittel weg. Die Schicksale der verschiedenen Charaktere, die auf getrennten Wegen durch ein entvölkertes Amerika gehen und sich am Ende zu dem titelgebenden letzten Gefecht treffen, faszinierten mich nicht so sehr. Außerdem lagen damals sicher einige Bücher von Jim Thompson auf meinem Nachttisch.

Die Neunziger Jahre begann Stephen King mit einem „Dark Tower“-Wälzer.

Das war für mich dann entschieden zuviel Fantasy (mit einer Portion Horror) und zu wenig Krimi. Aber ich griff trotzdem immer wieder zu einer Kurzgeschichte oder einem Roman von Stephen King und sie gefiel mir jedes Mal.

Inzwischen ebbte hier die große mediale King-Euphorie ab. Denn er war nicht mehr die neue Sensation, sondern ein etablierter Autor. Die ersten Bücher über das Phänomen King landeten bereits auf den Ramschtischen. Die Verfilmungen wurden seltener. Jedenfalls die Verfilmungen, die im Kino liefen. Denn auf Video erschienen zahlreiche weitere Verfilmungen. Außerdem gab es im Fernsehen Miniserien, die selten wiederholt werden; falls sie in Deutschland gezeigt wurden.

Die beste King-Verfilmung der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts basierte auf einem Kurzroman, war ein Krimi und wurde im Kino nicht als King-Verfilmung beworben. Denn „Die Verurteilten“ hat einfach nichts mit übernatürlichem Horror zu tun.

Zwei weitere „Dark Tower“-Romane folgten. Er schrieb 1996 den Fortsetzungsroman „The Green Mile“. Und er gründete mit anderen Schriftstellern die Rockband „Rock Bottom Remainders“.

In den vergangenen Jahren zog Stephen King (der allerdings noch nie einen Ruf als Partylöwe zu verlieren hatte) sich aus der Öffentlichkeit etwas zurück. Schuld daran war im Juni 1999 ein schwerer Autounfall. Während eines Spaziergangs wurde er von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Bis er wieder in seinem normalen Tempo Schreiben konnte, verging viel Zeit. In „Das Leben und das Schreiben“ erzählte er von dem Unfall und seiner Genesung.

Die Zahl der Verfilmungen ebbte nicht ab. In Deutschland bekamen wir davon allerdings wenig mit, weil nur wenige Verfilmungen im Kino starteten und viele weder auf DVD noch im Fernsehen gezeigt wurden. In den USA startete die erfolgreiche TV-Serie „Dead Zone“. In Deutschland wurde nur etwas mehr als die Hälfte der Episoden ausgestrahlt.

Ich begann wieder mehr von Stephen King zu lesen. Es begann mit “Das Leben und das Schreiben”. In dem Buch erzählt King viel von sich und gibt nützliche Tipps zum Schreiben von Geschichten. Danach gab es bei Hard Case Crime seine sehr umstrittene Novelle „The Colorado Kid“ (Bei King gelten immer noch andere Maßstäbe für die Seitenzahl.). Denn „Colorado Kid“ ist eine Kriminalgeschichte. King sagt „Softboiled“. Sie hat keine richtige Auflösung. Aber mir gefiel es, den beiden alten Journalisten zuzuhören, wie es ihnen so gelingt, die junge Frau letztendlich von dem Job in der Provinzzeitung zu überzeugen. Da schrieb ein Erzähler auf der Höhe seines Könnens.

Zuletzt veröffentlichte Stephen King „Blaze“ (hat hier den unpassenden Titel „Qual“). Diesen Kriminalroman schrieb Stephen King als Richard Bachmann bereits vor ungefähr 35 Jahren und, auch nach den Überarbeitungen, gibt er immer noch einen Blick in die Anfangstage des Königs des Horrorromans.

Heute feiert Stephen King seinen sechzigsten Geburtstag. Er lebt immer noch in Maine. Er ist immer noch mit Tabitha King verheiratet. Seine Söhne Joe Hill und Owen King schreiben ebenfalls.

Herzlichen Glückwunsch!

Hinweise:

Homepage von Stephen King

Fantastic Fiction listet die Werke von Stephen King, die wichtigsten Nominierungen und Preise und die Bücher über Stephen King auf (dürfte ziemlich vollständig sein)

Meine Besprechung von „Qual“

Meine Besprechung der in „Die hohe Kunst des Mordens (herausgegeben von Ed McBain) enthaltenen Kurzgeschichte „Nachgelassene Dinge“


Cover der Woche

November 29, 2017

Das Leben und das Schreiben von Stephen King


Die Krimibestenliste November 2017

November 7, 2017

Die Zeit, die man auf der Kuschelcouch unter dem Licht einer Lampe mit einem dicken Buch verbringen kann, wird länger und die November-Krimibestenliste (präsentiert von F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur) hat da einige Lesetipps:

1. (-) John le Carré – Das Vermächtnis der Spione

2. (3) Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha

3. (2) Friedrich Ani – Ermordung des Glücks

4. (-) Iori Fujiwara – Der Sonnenschirm des Terroristen

5. (-) Norbert Horst – Kaltes Land

6. (-) Dave Zeltserman – Small Crimes

7. (-) Andreas Pflüger – Niemals

8. (9) David Whish-Wilson – Die Ratten von Perth

9. (-) Tanguy Viel – Selbstjustiz

10. (-) Liza Cody – Krokodile und edle Ziele

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Einiges, vor allem aus dem Hardboiled-Bereich, wie Lisa Sandlin und Dave Zeltserman, liegen bei mir rum. Iori Fujiwara in Japan bereits 1998 erschienener Roman über einen japanischen Terroristen, der nach zwei Jahrzehnten im Untergrund in einen Terroranschlag in Tokio verwickelt wird und seine Unschuld beweisen will, liegt auch auf meinem Zu-lesen-Stapel.

Zuletzt habe ich Tom Franklins wüstes Werk „Smonk“ (pulp master) gelesen. Besprechung demnächst. Craig Johnsons Neowestern „Longmire: Bittere Wahrheiten“ lese ich gerade. Die „Longmire“-TV-Serie basiert auf Johnsons Romanen.

Und dazwischen werden die Kurzgeschichten aus „Paris Noir“ (unter anderem von Didier Daeninckx, Jérôme Leroy, Chantal Pelletier und Jean-Bernard Pouy) genossen. Auch dazu demnächst mehr begeisterte Worte. Wenn’s klappt in einer Doppelbesprechung mit „Nighthawks: Stories nach Gemälden von Edgar Hopper“ (von, u. a., Lee Child, Michael Connelly, Jeffery Deaver, Stephen King, Joyce Carol Oates, Joe R. Lansdale und Lawrence Block – herrje, das Buch kann gar nicht schlecht sein).


Horrorautor Joe Hill erzählt „Tales from the Darkside – Geschichten aus der Schattenwelt“

August 30, 2017

Die TV-Anthologieserie „Tales from the Darkside“ lief von 1983 (Pilotfilm, regulär ab 1984) bis 1988 im US-TV und ab 1989 auch bei uns, bei Pro7. Sie war, wie alle Anthologiserien, die das weite Feld zwischen Horror, Unheimlichem, Übernatürlichem, Science-Fiction (selten) und Krimi (noch seltener) bespielen, von „The Twilight Zone“ (Unglaubliche Geschichten/Unwahrscheinliche Geschichten/Geschichten, die nicht zu erklären sind) beeinflusst. In einer halben Stunde (mit Werbung) wird eine kurze Geschichten mit einem überraschendem Ende erzählt.

Vor ein paar Jahren gab es Pläne, das Konzept unter dem altbekannten Titel wieder zu beleben. Horrorautor Joe Hill erarbeitete 2014/2015 Vorschläge, die drei Staffeln und eine Darkside-Mythologie beinhalteten. Das Projekt zerschlug sich und jetzt hat er seine damaligen Ideen als Comic veröffentlicht. Michael Benedetto ist für die Adaption, Gabriel Rodriguez für die Zeichnungen verantwortlich. In dem Sammelband „Tales from the Darkside“ sind drei Geschichten (zwei kurze, eine lange), die damals verfilmt werden sollten, enthalten.

In „Schlafwandler“ döst der junge Bademeister Ziggy, nach einer weiteren durchfeierten Nacht, bei der Arbeit ein und eine Frau ertrinkt. Geplagt von Schuldgefühlen kann Ziggy nicht mehr einschlafen. Die Menschen in seiner Umgebung schon.

In „Black Box“ (der langen Geschichte) steht Brian Newman, der auch in den beiden anderen Geschichten Kurzauftritte hat, im Mittelpunkt. Er hat einen boshaften Schattenzwilling, den er Großer Gewinner nennt, und er kann die Realität verändern. Zum Beispiel indem ein Pelz lebendig wird und seine Trägerin attackiert.

Jetzt bietet ihm der Konzern Briterside die Implantation eines Chips an, der ihn heilen kann. Durch die Operation soll sein Schattenzwilling verschwinden. Aber was ist, wenn der sich gegen die Folgen der Operation wehrt?

In „Ein offenes Fenster“ weicht die junge Joss einem plötzlich auf der Straße auftauchendem Mann (es ist Brian Newman) aus und fährt auf einem Grundstück einen Briefkasten um. Sie will sich bei den Hausbesitzern entschuldigen und wird von ihnen gleich als Babysitter engagiert. Die beiden Kinder starren nur auf ihr Tablet und wollen es unter keinen Umständen aus der Hand geben. Und das ist noch der harmlose Teil des Jobs.

Das sind drei hübsche kleine Horrorgeschichten. Auch wenn, für meinen Geschmack, vor allem bei der zweiten Geschichte schon zu sehr auf einen größeren zusammenhängenden Kosmos spekuliert wird, anstatt die Geschichten einfach für sich stehen zu lassen. Denn ob es eine Fortsetzung der ursprünglich auf vier Hefte, die in „Tales from the Darkside“ zusammengefasst sind, angelegten Mini-Serie gibt, ist ungewiss.

Joe Hill/Gabriel Rodriguez: Tales from the Darkside – Geschichten aus der Schattenwelt

(übersetzt von Gerlinde Althoff)

Panini, 2017

108 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

Tales from the Darkside # 1 – 4

IDW, 2016

Buchtipp

Eigentlich ist Joe Hill ein Romanautor und bei Heyne ist kürzlich sein neuer Roman „Fireman“ erschienen. Mit gut tausend Seiten Seiten, eng bedruckt und ohne Bilder, dürfte das genug Lesestoff für einige lange Tage sein.

Der titelgebende Fireman ist, so sagen die Gerüchte, ein Mann, der eine Seuche, die schon unzählige Menschen in Flammen aufgehen ließ, kontrollieren kann. Als die schwangere Harper Grayson infiziert wird, beschließt sie den Fireman in einer postapokalyptischen Welt zu suchen. Er soll ihr helfen. Aber gibt es ihn überhaupt?

Joe Hill: Fireman

(übersetzt von Ronald Gutberlet)

Heyne, 2017

960 Seiten

17,99 Euro

Originalausgabe

The Fireman

William Morrow, 2016

Hinweise

Homepage von Joe Hill

Joe Hill in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik (und ein Hinweis): Über die Stephen-King-Verfilmung „Der dunkle Turm“

August 10, 2017

Jetzt, endlich, nachdem schon seit Jahren, darüber gesprochen wurde, wahrscheinlich alle wichtigen Menschen in Hollywood, außer Clint Eastwood, irgendwann, mehr oder weniger ernsthaft, mit einer Verfilmung assoziiert wurden, Stephen King vor zehn Jahren die Verfilmungsrechte verkaufte und der Film dann mit verschiedenen Machern assoziiert wurde, ist die Verfilmung von „Der dunkle Turm“, Kings epischer, über Jahrzehnte geschriebener Fantasy-Saga, fertig.

Eine TV-Serie, die in einer noch unklaren Verbindung zum Film steht, – wahrscheinlich wird die Origin-Geschichte von Roland erzählt -, und ein weiterer Spielfilm, der sich irgendwie auch auf die TV-Serie beziehen soll, sind geplant. Ob den derzeit noch sehr schwammigen offiziellen Ankündigungen Taten folgen, wird die Zukunft zeigen.

In den USA ist der Film letzte Woche angelaufen. Aktuell steht er, was vor allem an der schwachen Konkurrenz liegt, auf dem ersten Platz der Kinocharts. Von der Kritik wurde er mit einem Furor verrissen, den zuletzt „Die Mumie“ erleben durfte.

Dabei ist „Der dunkle Turm“ nicht so schlecht, wie die Kritiken befürchten lassen. Ein guter Film ist er auch nicht. Sondern nur ein zutiefst durchschnittlicher, weit unter seinem Potential bleibender Film, der sich etliche Freiheiten gegenüber Kings Fantasy-Saga nimmt. Der Film ist nämlich eine einführende Interpretation in die von King über inzwischen acht Romane entworfene Welt,

Der vierzehnjährige Jake Chambers (Tom Taylor) lebt in New York. Seine Mutter hat einen neuen Freund und er ist in psychiatrischer Behandlung, weil er den Verlust seines Vaters noch nicht überwunden hat und Alpträume hat. Er träumt von einem dunklen Turm, einem Mann in Schwarz, einem Revolverhelden und einer untergehenden Welt. Er zeichnet seine Träume auf. Als er auf den Straßen von Manhattan und in seiner Wohnung Gestalten aus seinen Träumen begegnet, glaubt er, endgültig wahnsinnig zu werden.

Durch ein Portal betritt er Mittwelt, eine archaische Steampunk-Westernlandschaft. Dort erhofft er sich Antworten auf seine Alpträume, die doch keine Alpträume, sondern Bilder einer ihm unbekannten Realität sind. Er trifft den Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba), der den Mann in Schwarz (Matthew McConaughey) verfolgt. Walter O’Dim hat übernatürliche Kräfte und eine große Gefolgschaft. Er will den dunklen Turm, der im Zentrum vieler verschiedener Welten steht, zum Einsturz bringen und so gleichzeitig alle Welten vernichten.

Roland will das verhindern und die Zeichnungen von Jake können ihm den Weg zum Mann in Schwarz und zum dunklen Turm weisen.

Ein klarer Konflikt, gute Schauspieler, beeindruckende Locations (gedreht wurde in Südafrika und New York) und trotzdem kann „Der dunkle Turm“ nicht wirklich begeistern. Die Tricks und die Actionszenen sind zwar gut, aber nicht grandios. Kein Dialoge bleibt im Gedächtnis. Alles wirkt etwas lieblos hingeschludert und fahrig. Deshalb hat man immer das Gefühl, dass mit etwas mehr Zeit beim Dreh und einer ruhigeren und konzentrierteren Erzählweise beim Erzählen der Filmgeschichte ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen wäre.

Für einen Kinofilm wirkt alles immer eine Nummer zu klein. So als habe man den neunzigminütigen Pilotfilm für eine TV-Serie inszeniert.

Die Geschichte hat zwar ein klares Ende und keinen irgendwie gearteten Cliffhanger zum nächsten Film, aber trotzdem wirkt „Der dunkle Turm“ immer wieder wie ein Set-up, wie eine erste Begegnung mit einer Welt, in der noch viele Geschichten spielen können.

Idris Elba und Matthew McConaughey spielen weit unter ihrem Niveau. In Nikolaj Arcels Film haben sie nie die Präsenz, die sie in anderen Filmen und TV-Serien (ich sage nur „Luther“ und „True Detective“) haben. Das ist vor allem bei Idris Elba bedauerlich. Schon wieder hat er eine Rolle in einem Hollywood-Big-Budget-Film (auch wenn bei „Der dunkle Turm“ das Budget mit sechzig Millionen Dollar erstaunlich gering ist), schon wieder wird er unter Wert verkauft und schon wieder ärgert man sich darüber, dass Hollywood nicht die richtigen Rollen für Elba findet.

Insofern ist „Der dunkle Turm“ weit ab von dem Desaster, das man nach den ersten Kritiken befürchten konnte. Es ist aber auch nie ein Film, der unbedingt auf die große Leinwand drängt und der an irgendeinem Punkt beeindruckt. Er ist einfach in jeder Beziehung gewöhnlich und vorhersehbar.

Der dunkle Turm (The dark Tower, USA 2017)

Regie: Nikolaj Arcel

Drehbuch: Akiva Goldsman, Jeff Pinkner, Anders Thomas Jensen, Nikolaj Arcel

LV: basierend auf den „Der dunkle Turm“-Romanen von Stephen King

mit Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor, Katheryn Winnick, Nicholas Hamilton, Jackie Earle Haley, Abbey Lee, Dennis Haysbert, José Zúñiga

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“

Mit diesen Worten beginnt „Der dunkle Turm: Schwarz“. Der Roman erschien ursprünglich zwischen 1978 und 1981 im „The Magazine of Fantasy and Science Fiction“ als fünfteiliger Fortsetzungsroman. Er bildet der Auftakt zu Stephen Kings langlebigster Serie, die Fantasy munter mit allen möglichen Genres verknüpft. Neben den acht Romanen, Kurzgeschichten, zahlreichen Querverweisen zu und von seinen anderen Büchern und einer Comicserie ist „Der dunkle Turm“ vor allem ein sich in alle Richtungen ausdehnendes Werk.

In „Schwarz“ verfolgt der Revolvermann Roland, mit etlichen Zeitsprüngen (oder Erinnerungen), den Mann in Schwarz durch eine an einen Italo-Western erinnernde Steampunk-Wüstenlandschaft. Er erzählt einem Grenzbewohner, wie er eine ganze Stadt auslöschte. Er trifft Jake Chambers, ein aus unserer Gegenwart kommender Junge, der sich nur an Bruchstücke seines früheren Lebens erinnert. Jake lebt allein in einem verlassenen Gasthaus. Roland nimmt ihn mit und nach einigen gefährlichen Begegnungen mit mehr übernatürlichen als natürlichen Wesen steht er dem Mann in Schwarz gegenüber. Und diese Begegnung verläuft anders als im Film. Das liegt auch daran, dass Roland im Roman noch nicht weiß, was der dunkle Turm ist und was der Mann in Schwarz will.

Schwarz“ ist eine Sammlung von lose zusammenhängenden Impressionen und Episoden, die in einer prä-/postapokalyptischen Westernlandschaft spielen. Manche dieser Impressionen spielen in einer anderen Zeit. Oft ist der Zusammenhang zwischen diesen Episoden und der Hauptgeschichte nur erahnbar. Das liegt auch daran, dass sie für die aktuelle Geschichte bedeutungslos sind, und dass die Hauptgeschichte eine Ansammlung fast beliebig austauschbarer, folgenloser Begegnungen ist.

Schwarz“ ist ein wirklich schwer verständlicher, fast schon unverständlicher und damit unnötig konfuser Einstieg in die Welt des dunklen Turms.

Bei meiner grundsätzlichen Abneigung gegen Fantasy gehört der Roman zu den Büchern, mit denen ich absolut nichts anfangen kann.

Zum Kinostart veröffentlichte der Heyne-Verlag den ersten Band der „Der dunkle Turm“-Saga mit einem neuen Cover.

Stephen King: Der dunkle Turm: Schwarz

(Erweiterte und überarbeitete Neuausgabe)

(übersetzt von Joachim Körber)

Heyne, 2017 (Filmausgabe)

352 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe der ursprünglichen Fassung

The Dark Tower: The Gunslinger

Donald M. Grant Publisher, Inc., 1982

2003 erstellte Stephen King eine überarbeitete und leicht erweiterte Fassung, in der er einige Details an die weiteren Ereignisse seiner „Der dunkle Turm“-Serie anpasste, die er damals mit „Savannah“ (Song of Savannah) und „Der Turm“ (The Dark Tower) abschloss. Für den Moment. Denn 2012 erschient mit „Wind“ (The Wind through the Keyhole) ein achter Roman, der zwischen den „Der dunkle Turm“-Romanen „Glas“ und „Wolfsmond“ spielt.

Die Neuausgabe folgt der 2003er-Ausgabe des Romans.

Bonushinweis

Vor wenigen Wochen erschien die Taschenbuchausgabe von „Basar der bösen Träume“, der sechsten Sammlung von Kurzgeschichten von Stephen King. Zusätzlich zur gebundenen Ausgabe enthält das Taschenbuch die neue Geschichte „Die Keksdose“ (knapp vierzig Seiten). Insgesamt enthält die Taschenbuchausgabe 21 Geschichten, die in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen Orten erschienen und für die Buchausgabe von King überarbeitet wurden.

Stephen King: Basar der bösen Träume

(übersetzt von vielen, sehr vielen,unglaublich vielen Übersetzern)

Heyne, 2017

816 Seiten

12,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2016

Originalausgabe

The Bazar of Bad Dreams

Scribner, New York, 2015

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Der dunkle Turm“

Metacritic über „Der dunkle Turm“

Rotten Tomatoes über „Der dunkle Turm“

Wikipedia über „Der dunkle Turm“ (Film: deutsch, englisch; Romanserie: deutsch, englisch) und Stephen King (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)


Die Krimibestenliste August 2017

August 7, 2017

Für den Ferienmonat August lempfiehlt die Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und des Deutschlandfunk Kultur folgende Krimis für den Strandkorb:

1. Zoe Beck: Die Lieferantin (Suhrkamp, 326 Seiten 14,95 Euro)

2. Antonin Varenne: Die Treibjagd (Penguin, 304 Seiten, 10 Euro)

3. Larry Brown: Fay (Heyne, 656 Seiten, 24 Euro)

4. George Pelecanos: Hard Revolution (ars vivendi, 400 Seiten, 24 Euro)

5. Simone Buchholz: Beton Rouge (Suhrkamp, 230 Seiten, 14,95 Euro)

6. Monika Geier: Alles so hell da vorn (Ariadne im Argumentverlag, 416 Seiten, 13 Euro)

7. Carsten Jensen: Der erste Stein (Knaus, 640 Seiten, 26 Euro)

8. Graeme Macrae Burnet: Das Verschwinden der Adèle Bedeau (Europaverlag, 288 Seiten, 17,90 Euro)

9. Donato Carrisi: Der Nebelmann (Atrium, 336 Seiten, 20 Euro)

10. Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand (btb, 384 Seiten, 20 Euro)

Hach, und ich bin Verfilmungsbedingt mit Stephen King (Der dunkle Turm: Schwarz), Deborah Moggach (Tulpenfieber), Dave Eggers (The Circle), Ödön von Horváth (Jugend ohne Gott, „eine spannende Kriminalgeschichte“), Jérôme Leroy (Der Block) und Anthony Johnston (The coldest City, die Vorlage für „Atomic Blonde“) beschäftigt.

Und den neuen Lee Child (Der letzte Befehl – Warum ist der nicht auf der Liste?) und den neuen Don Winslow (Corruption – Warum ist der schon wieder weg von dr Liste?) will ich auch noch lesen. Die haben auch die richtige Mehr-als-400-Seiten-Strandkorblänge.


R. i. P. George A. Romero

Juli 16, 2017

R. i. P. George A. Romero (4. Februar 1940 – 16. Juli 2017)

Eben via The Hollywood Reporter erfahren: George A. Romero ist tot. Er hatte Lungenkrebs. Er starb im Schlaf.

Mit seinem Spielfilmdebüt „The Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten; Die lebenden Toten) erfand er 1968 das Genre des Zombie-Horrorfilms und seitdem wissen wir, wie Zombies sich bewegen.

Danach drehte er auch einige andere Filme, wie „The Crazies“ (Crazies, 1973) und „The Dark Half“ (Stark – The Dark Half; Stephen Kings Stark, 1993). Sie alle standen und stehen im Schatten seiner Zombie-Filme. Denn er kehrte immer wieder zu ihnen zurück und er benutzte seine Filme für ätzende Gesellschaftskritik. Das unterscheidet seine Filme von denen seiner zahlreichen Nachahmer, die sich in ihren Zombiefilmen die Gesellschaftskritik sparten und sich nur auf die „Kotztüten-Szenen“ konzentrierten.

Romeros letzter Spielfilm war 2009 „Survival of the Dead“.

 

Demnächst werden die Nachrufe explodieren.

Wikipedia (deutsch, englisch) dient gut als erster Überblick.

 

Außerdem

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von George A. Romero/Alex Maleevs „Empire of the Dead – Erster Akt“ (Empire of the Dead – Act One, 2014)

Meine Besprechung von George A. Romero/Dalibor Talajics „Empire of the Dead – Zweiter Akt“ (Empire of the Dead: Act Two, 2014/2015)

Meine Besprechung von George A. Romero/Andrea Muttis „Empire of the Dead – Dritter Akt“ (Empire of the Dead – Act Three # 1 – 5, 2015)

George A. Romero in der Kriminalakte

 


Die Edgar-Gewinner 2017

April 29, 2017

Die Mystery Writers of America (MWA) haben in New York City die diesjährigen Edgars verliehen. Die glücklichen Gewinner sind (wobei sich, wie immer, auch ein Blick auf die nominierten, teils schon übersetzten Krimis lohnt):

Best Novel

Before the Fall, von Noah Hawley (Grand Central)

nominiert

The Ex, von Alafair Burke (Harper)

Where It Hurts, von Reed Farrel Coleman (Putnam)

Jane Steele, von Lyndsay Faye (Putnam)

What Remains of Me, von Alison Gaylin (Morrow)

Best First Novel by an American Author

Under the Harrow, von Flynn Berry (Penguin)

nominiert

Dodgers, von Bill Beverly (Crown)

IQ, von Joe Ide (Mulholland)

The Drifter, von Nicholas Petrie (Putnam)

Dancing with the Tiger, von Lili Wright (Marian Wood Book/Putnam)

The Lost Girls, von Heather Young (Morrow)

Best Paperback Original

Rain Dogs, von Adrian McKinty (Seventh Street)

nominiert

Shot in Detroit, von Patricia Abbott (Polis)

Come Twilight, von Tyler Dilts (Thomas & Mercer)

The 7th Canon, von Robert Dugoni (Thomas & Mercer)

A Brilliant Death, von Robin Yocum (Seventh Street)

Heart of Stone, von James W. Ziskin (Seventh Street)

Best Fact Crime

The Wicked Boy: The Mystery of a Victorian Child Murderer, von Kate Summerscale (Penguin Press)

nominiert

Morgue: A Life in Death, von Dr. Vincent DiMaio and Ron Franscell (St. Martin’s Press)

The Lynching: The Epic Courtroom Battle that Brought Down the Klan, von Laurence Leamer (Morrow)

Pretty Jane and the Viper of Kidbrooke Lane: A True Story of Victorian Law and Disorder: The Unsolved Murder that Shocked Victorian England, von Paul Thomas Murphy (Pegasus)

While the City Slept: A Love Lost to Violence and a Young Man’s Descent into Madness, von Eli Sanders (Viking)

Best Critical/Biographical

Shirley Jackson: A Rather Haunted Life, von Ruth Franklin (Liveright)

nominiert

Alfred Hitchcock: A Brief Life, von Peter Ackroyd (Nan A. Talese)

Encyclopedia of Nordic Crime: Works and Authors of Denmark, Finland, Iceland, Norway, and Sweden Since 1967, von Mitzi M. Brunsdale (McFarland & Company)

Something in the Blood: The Untold Story of Bram Stoker, the Man Who Wrote Dracula, von David J. Skal (Liveright)

Best Short Story

Autumn at the Automat,” von Lawrence Block (aus In Sunlight or in Shadow, herausgegeben von Lawrence Block; Pegasus)

nominiert

Oxford Girl,” von Megan Abbott (aus Mississippi Noir, herausgegeben von Tom Franklin; Akashic)

A Paler Shade of Death,” von Laura Benedict (aus St. Louis Noir, herausgegeben von Scott Phillips; Akashic)

The Music Room” von Stephen King (aus In Sunlight or in Shadow)

The Crawl Space,” von Joyce Carol Oates (Ellery Queen Mystery Magazine, September-October 2016)

Best Juvenile

OCDaniel, von Wesley King (Paula Wiseman)

nominiert

Summerlost, von Ally Condie (Dutton Books for Young Readers)

The Bad Kid, von Sarah Lariviere (Simon & Schuster Books for Young Readers)

Some Kind of Happiness, von Claire Legrand (Simon & Schuster Books for Young Readers)

Framed! von James Ponti (Aladdin)

Things Too Huge to Fix, von Saying Sorry von Susan Vaught (Paula Wiseman)

Best Young Adult

Girl in the Blue Coat, von Monica Hesse (Little, Brown Books for Young Readers)

nominiert

Three Truths and a Lie, von Brent Hartinger (Simon Pulse)

The Girl I Used to Be, von April Henry (Henry Holt)

My Sister Rosa, von Justine Larbalestier (Soho Teen)

Thieving Weasels, von Billy Taylor (Dial)

Best Television Episode Teleplay

A Blade of Grass,” Penny Dreadful, Drehbuch von John Logan (Showtime)

nominiert

Episode 1: “From the Ashes of Tragedy,” The People vs. O.J. Simpson: American Crime Story, Drehbuch von Scott Alexander und Larry Karaszewski (FX Network)

The Abominable Bride,” Sherlock, Drehbuch von Mark Gatiss und Steven Moffat (Hartswood Films/Masterpiece)

Episode 1: “Dark Road,” Vera, Drehbuch von Martha Hillier (Acorn TV)

Return 0,” Person of Interest, Drehbuch von Jonathan Nolan und Denise The (CBS/Warner Bros.)

The Bicameral Mind,” Westworld, Drehbuch von Jonathan Nolan und Lisa Joy

(HBO/Warner Bros.)

Robert L. Fish Memorial Award

The Truth of the Moment,” von E. Gabriel Flores (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2016)

Grand Master

Max Allan Collins

Ellen Hart

Raven Award

Dru Ann Love

Ellery Queen Award

Neil Nyren

The Simon & Schuster–Mary Higgins Clark Award

The Shattered Tree, von Charles Todd (Morrow)

nominiert

The Other Sister, von Dianne Dixon (Sourcebooks Landmark)

Quiet Neighbors, von Catriona McPherson (Midnight Ink)

Say No More, von Hank Phillippi Ryan (Forge)

Blue Moon, von Wendy Corsi Staub (Morrow)

(via The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 5. März: Carrie – Des Satans jüngste Tochter

März 5, 2017

Tele 5, 22.25

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (Carrie, USA 1976)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Lawrence D. Cohen

LV: Stephen King: Carrie, 1974 (Carrie)

In der Schule wird Carrie von ihren Klassenkameradinnen gemobbt. Zu Hause wird sie von ihrer fanatisch-religiösen Mutter zum Gebet gezwungen. Als sie vom Schulschönling zur Abschlussfeier eingeladen wird, reagiert die telekinetisch begabte Carrie etwas übertrieben.

Horrorfilmklassiker und die erste Verfilmung einer Geschichte von Stephen King.

Brian De Palma demonstriert in dieser ultimativen Rachefantasie mit elaborierten Kamerafahrten, exzessivem Zeitlupeneinsatz und farblichen Manipulationen sein filmisches Repertoire. Unterstützt wird er dabei von großartigen Jungdarstellern, von denen viele eine erfolgreiche Hollywood-Karriere schafften.“ (Frank Schnelle/Andreas Thiemann: Die 50 besten Horrorfilme, 2010 – in dem Metaranking kommt „Carrie“ auf den zehnten Platz)

mit Sissy Spacek, Piper Laurie, Amy Irving, William Katt, John Travolta

Wiederholung: Dienstag, 7. März, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Carrie“

Wikipedia über „Carrie“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)


TV-Tipp für den 25. Februar: Die Verurteilten

Februar 25, 2017

Vox, 20.15
Die Verurteilten (USA 1994, Regie: Frank Darabont)
Drehbuch: Frank Darabont
LV: Stephen King: Rita Hayworth and the Shawshank Redemption, in Different Seasons, 1982 (Pin up; Die Verurteilten in „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“; einer Sammlung von vier Novellen)
Ein unschuldig verurteilter Bankmanager flüchtet nach jahrelanger Kleinarbeit aus dem Gefängnis.
Eindrucksvolles Gefängnisdrama, das beim Kinostart nicht als „Stephen-King-Film“ beworben wurde. Zu Recht, denn damals stand Kings Name fast ausschließlich für minderwertige Horrorfilme.
„Die Verurteilten“ ist inzwischen ein äußerst beliebter und erfolgreicher Film. In dem All-Time-Great-Ranking der Internet Movie Database steht er derzeit auf Platz 1; – was einen dann doch etwas an dieser Liste zweifeln lassen kanne. Auch wenn der zweite und dritte Platz von „Der Pate“ und „Der Pate 2“ belegt werden.
Mit Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton, William Sadler, Clancy Brown, Gil Bellows, Mark Rolston, James Whitmore, Jude Ciccolella

Wiederholung: Sonntag, 26. Februar, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Verurteilten“

Wikipedia über „Die Verurteilten“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)


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