Das wird teuer: Am Samstag ist der Gratis-Comic-Tag

Mai 12, 2017

Für alle die neu bei dieser Veranstaltung sind: seit 2010 gibt es in Deutschland den Gratis-Comic-Tag. An einem Samstag im Mai verschenken mehrere Comic-Verlage und Händler Comics. Nicht irgendwelche, sondern ein Bündel extra für diesen Tag produzierter Hefte. Inzwischen dürften einige der in den letzten Jahren verteilten Hefte Sammlerstücke sein. Mit dem Tag soll gezeigt werden, wie vielfältig die Comic-Welt ist. Also dass es nicht nur Bildergeschichten für Kinder und Bildergeschichten mit Superhelden gibt. Es soll Interesse an neuen Serien und Geschichten geweckt werden. Es gibt auch Geschichten, die extra für diesen Tag geschrieben wurden. Und natürlich soll damit der Verkauf von Comics gefördert werden.

Die Idee dafür kommt aus den USA. Dort gibt es den Tag seit 2002.

Der nächste Gratis-Comic-Tag ist am Samstag, den 13. Mai, und diese 320 Geschäfte beteiligen sich an dem Tag. Einige haben sich auch besondere Aktionen für den Tag überlegt.

Und welche Comics werden verteilt? Hier ist die vollständige Übersicht der dreißig für den Tag produzierten Hefte.

Ich habe mir einige schon vorher angesehen und bei den von mir gesichteten Comics überwogen eindeutig die Hefte, die eindeutig als Appetitanreger dienen sollen. Denn es wurden keine eigenständigen Geschichten, sondern die ersten Seiten oder das erste Heft der deutlich längeren Geschichte abgedruckt. ‚Anfüttern‘ wird das, glaube ich, genannt. Bei einigen Titeln mit viel Erfolg. Bei anderen nicht so, weil die abgedruckten Seiten einfach zu wenig über die Geschichte und ihre weitere Entwicklung verraten. Als ob man von einem „Tatort“ nur die Minuten bis zu dem Mord, vielleicht noch den Mord, aber nicht mehr die ersten Ermittlungsschritte der Kommissare, sieht.

In diese Kategorie fällt das erste Kapitel von Stephan Francks „Silver“ (Schreiber & Leser) über den Meisterdieb James Finnegan, der 1931 in New York einen gewagten Diebstahl durchführt. Später soll er auch Vampiren begegnen. Der Verlag nennt das Heft den „Prolog“ für „eine witzige Hommage an das Original ‚Dracula‘ und eine Reise ins Reich der Vampirlegenden“. Die ersten Seiten sind jedenfalls nicht schlecht, aber zu wenig um auch nur ein halbwegs kundiges Urteil zu fällen.

Das gilt auch für Joe Benitez und Peter Steigerweilds „Lady Mechanika“ (Splitter), eine Steampunk-Geschichte, deren erster von zwei Bänden im Juli erscheint.

Noch ein Prolog ist „Seneca-Akte1: Die Ustica-Verschwörung“ (The NextArt) von Michael Feldmann, das auch ein Kickstarter-Projekt ist. Er verknüpft den Absturz von Itavia-Flug 870 in der Nähe der Mitelmeer-Insel Ustica im Juni 1980, das Gladbecker-Geiseldrama von 1988 und, eine Woche später, die Flugkatastrophe von Ramstein mit der Geschichte der jungen Fotografin Melissa Frattini, deren Bruder bei dem Flugzeugabsturz starb. Und weil Feldmann einen Verschwörungsthriller schreibt, dürfen wir gespannt sein, wie er das alles miteinander verknüpft. In dem Heft für den Gratis-Comic-Tag gibt es nur das Set-Up der Verschwörung.

Eigentlich noch nicht einmal das Set-Up gibt es in John Laymans „Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens“ (Cross Cult), die irgendwo im unbekannten Territorium, bei einem Wissenschaftler, der Genexperimente macht, aufeinander treffen. Das Heft des Gratis-Comic-Tages funktioniert gerade so als Appetitanreger.

Über „Sláine“ (Dantes Verlag) kann das nicht gesagt werden. Pat Mills‘ „Sláine“ hatte, wie „Judge Dredd“, seinen ersten Auftritt in den frühen Achtzigern in dem legendären britischen Comicmagazin „2000 AD“. Für den Gratis-Comic-Tag wurde die zweite „Sláine“-Geschichte „Das Biest im Broch“ abgedruckt. Sláine ist ein keltischer Krieger, der mit seinem treuen Zwerg Ugo Abenteuer erlebt. Zum Beispiel das, in dem er einen Broch, einen wertvollen Gefängnisturm mit Gefangenen, erwirbt und feststellen muss, dass er einen grauenvollen Mitbewohner hat.

Eine SW-Geschichte für die Fans von Conan und anderer Fantasy-Barbaren-Geschichten. Der Dantes Verlag will alle Sláine-Geschichten auf Deutsch veröffentlichen.

Zurück aus den Zeiten, in denen es noch keine Toiletten gab, in das Jahr 1988 in eine US-amerikanische Vorstadt. In Brian K. Vaughans „Paper Girls“ (Cross Cult) trägt eine Gruppe Mädchen an Halloween, mitten in der Nacht, Zeitungen aus. Sie haben Ärger mit den Jungs, von denen einer sich als Freddy Krueger verkleidet hat, und der Polizei und entdecken im Keller eines verlassenen Hauses ein UFO. Kurz darauf begegnen sie Außerirdischen, finden eine Puderdose mit einem Apfel-Symbol und schon ist das Heft gelesen. Die Fortsetzung gibt es dann in dem schon erhältlichen ersten „Paper Girls“-Band.

In Jean-Charles Kraehns „Gil St. Andre: Eine seltsame Entführung“ (All Verlag) verschwindet die Frau von Gil St. Andre spurlos. Weil die Polizei nicht ermittelt, beginnt er sie auf eigene Faust zu suchen. Er erfährt, dass vor seiner Frau schon andere Frauen verschwanden. In dem Heft für den Gratis-Comic-Tag ist – „Gil St. Andre“ ist ein französischer Comic, der im Original zwischen 1996 und 2001 erschien – das erste Album enthalten. Es ist Teil des bereits erhältlichen ersten Sammelbandes (betitelt als „Zyklus 1“) der dreibändigen Gesamtausgabe der Serie. Der erste Band enthält die erste, aus fünf Alben bestehende „Gil St. Andre“-Geschichte. Das erste Album ist ein verdammt guter, wendungsreicher Krimi.

Machen wir jetzt einen Sprung über den Kanal zu James Bond und Sherlock Holmes. Obwohl James Bond nur eine Neben-Nebenrolle in James Robinsons „ James Bond 007 – Felix Leiter“ (Splitter Verlag) hat. Felix Leiter ist, wie Bond-Fans wissen, der teilamputierte CIA-Kumpel von James Bond. In dem Comic fehlen ihm sein rechter Arm und sein linkes Bein. Er ist Tokio. Er soll für die Japaner herausfinden, warum die russische Agentin Alena Davoff, die er von früher kennt, in Japan ist. Das Heft endet mit den Bildern von einem Giftgasanschlag auf das Regierungsgebäude der Präfektur Tokio in West-Shinjuku; – und damit dem Beginn der eigentlichen Geschichte, die ab September beim Dealer ihres Vertrauens erhältlich sein wird.

Auch Sherlock Holmes begegnen wir in Sylvain Corduriés „Sherlock Holmes: Die Chroniken des Moriarty“ (Splitter Verlag) nicht. Denn im ersten Teil (von zwei, die als Sammelband im Mai erscheinen) dreht sich alles um Professor James Moriarty. Er hat, wie Sherlock Holmes, den Sturz in die Reichenbachfälle überlebt und nach längeren Kämpfen mit Monstern im Reich der Toten, ist er zurück in London. Er will jetzt alle Bände des legendären Necronomicon haben.

Das ist spannend; – aber das habe ich auch letztes Jahr über die Sherlock-Holmes-Geschichte „Sherlock Holmes und die Zeitreisenden“ von Sylvain Cordurié geschrieben.

Sherlock Holmes hat, als einzige Figur, beim diesjährigen Gratis-Comic-Tag zwei Auftritte. In Jays Manga „Sherlock – Ein Fall von Pink“ (Carlsen Verlag). Jetzt sieht er, siehe Cover, wie Sherlock aus und die Vorlage für den Manga ist der gleichnamige BBC-Film.

Walter Königs „Herbst in der Hose“ (Rowohlt) fällt da aus dem Rahmen. Einerseits sind es die ersten Seiten von seinem neuen Buch, das Ende Juni erscheint. Andererseits erzählt er Szenen aus dem Leben von Schwulen nach der Midlife-Crisis, wenn die Zipperlein keine Zipperlein mehr sind. Das hat, auch wenn das Personal aus „Der bewegte Mann“ auftritt, nicht mehr den Neuigkeitswert des vor dreißig Jahren erschienen Kultcomics „Der bewegte Mann“. Aber wer hätte wirklich geglaubt, dass Homos von den Beschwerden des Alters verschont bleiben und dass Handy-Verkäufer sich bei ihnen anders als bei Heteros verhalten?

Ergänzt werden die „Herbst in der Hose“-Seiten von den dazu passenden, kurzen Geschichten „Sex-Date 2036“ und „Backstage“, die König im Männerschwarm Verlag veröffentlichte.

Einzelgeschichten liefert, wie schon letztes Jahr Weissblech Comics mit „Horrorschocker“. Der Verleger wählte vier Horrorgeschichten aus, die bereits in verschiedenen „Horrorschocker“-Heften erschienen sind und die nur wenige Seiten benötigen, um zu einem überraschenden und schockierenden Ende zu kommen. Äußerst empfehlenswert!

Ebenfalls empfehlenswert ist „Doctor Who“ (Panini) das auf dem Titelbild mit „Drei Doktoren! Drei Abenteuer“ und „Drei abgeschlossene Short-Storys!“ wirbt. Der zehnte Doktor (Äh, ist er bekannt? Der Doktor ist ein Timelord vom Planeten Galifrey, der durch Raum und Zeit reist, Abenteuer erlebt und, immer wenn ein ‚Doktor‘-Schauspieler die langlebige BBC-Serie verlässt, ändert er seine Gestalt) schlägt sich in der Tardis (seinem Raumschiff) mit der „Waschmaschine des Todes“ herum, der zwölfte Doktor hat in der Quartzwüste von Asmoray Ärger mit einem elektrischen Körper und der elfte Doktor trifft im heutigen London auf eine Comic-Manie. Alle wollen unbedingt die Geschichte von Zzangnar lesen – und warum muss ich bei dieser Geschichte an den Gratis-Comic-Tag denken?

Vielleicht weil ein älterer Mann im Anzug mit Aktentasche sagt: „Heute werden hier Comics, Bücher und Hörbücher der besten Story der Welt verteilt…“


Die KrimiBestenliste Mai 2017

Mai 8, 2017

Der sonnige Sonntag ist rum, der Wonnemonat Mai meldet sich wieder mit Pfui-Bäh-Temperaturen zurück und die F.A.S. und der Deutschlandfunk Kultur präsentieren ihre monatliche Bestenliste:

1. Gary Victor – Suff und Sühne (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Peter Trier. Litradukt, 160 Seiten, 11,90 Euro.

2. Jérôme Leroy – Der Block (Platzierung im Vormonat: 1)

Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Edition Nautilus, 320 Seiten, 19,90 Euro.

3. Candice Fox – Fall (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Suhrkamp, 470 Seiten, 15,95 Euro.

4. Wallace Stroby – Geld ist nicht genug (Platzierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Alf Mayer. Pendragon, 352 Seiten, 17 Euro.

5. James Rayburn – Sie werden dich finden (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Klett-Cotta, 400 Seiten, 14,95 Euro.

6. Carol O´Connell – Es geschah im Dunklen (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Judith Schwaab. btb, 480 Seiten, 9,99 Euro.

7. Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Platzierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Guntrud Argo u. a. Heyne, 864 Seiten, 27,99 Euro.

8. Marina Heib – Drei Meter unter Null (Platzierung im Vormonat: /)

Heyne Encore, 256 Seiten, 19,99 Euro.

9. Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer (Platzierung im Vormonat: 10)

Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Rowohlt, 271 Seiten, 22,95 Euro.

10. Reginald Hill – Die letzte Stunde naht (Platzierung im Vormonat: 5)

Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet. Droemer, 448 Seiten, 22,99 Euro.

 


Die Glauser-Preisträger 2017

Mai 6, 2017

Das Syndikat hat die diesjährigen Glauser-Preise vergeben:

Gewinner in der Sparte „Kriminalroman“

Bernhard Aichner mit Interview mit einem Mörder, Haymon

nominiert

Simone Buchholz: Blaue Nacht, Suhrkamp Nova

Christian v. Ditfurth: Zwei Sekunden, carl’s books

Sunil Mann: Schattenschnitt, Grafit

Sven Stricker: Sörensen hat Angst, rororo

Gewinner in der Sparte „Debüt-Kriminalroman“

Frank Schlößer mit Der letzte Pfeil, Emons

nominiert

Peter Gallert und Jörg Reiter: Kopfjagd, Emons

Ule Hansen: Neuntöter, Heyne

Gerhard Jäger: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod, Blessing Verlag

Sofie Rathjens: Aschenkind, Aufbau Verlag

Gewinner in der Sparte „Kurzkrimi“

Thomas Kastura mit Genug ist genug, in: Plätzchen, Punsch und Psychokiller, Knaur

nominiert

Raoul Biltgen: Helden – ein Wiener Mosaik, in: Tatort Hofburg, Falter Verlag

Peter Godazgar: Sicherheit ist planbar, in: Handwerk hat blutigen Boden, KBV

Petra Ivanov: Das Geständnis, in: Mord in Switzerland, Band 2, Appenzeller Verlag

Ella Theiss: Sehnsucht, in: Suche Trödel, finde Leiche, KBV

Gewinner des Hansjörg-Martin-Preises

Alexandra Fischer-Hunold mit Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission, Ravensburger

nominiert

Anja von Kampen: Knietzsche und das Hosentaschen-Orakel, Mixtvision

Manuela Martini: Kristallträne, Arena

Ursula Poznanski: Elanus, Loewe

Susanne Schmidt: Merjem, Jacoby Stuart

Ehrenglauser

Sigrun Krauß

Herbert Knorr

(via der ehrenwerten Gesellschaft)


Die Edgar-Gewinner 2017

April 29, 2017

Die Mystery Writers of America (MWA) haben in New York City die diesjährigen Edgars verliehen. Die glücklichen Gewinner sind (wobei sich, wie immer, auch ein Blick auf die nominierten, teils schon übersetzten Krimis lohnt):

Best Novel

Before the Fall, von Noah Hawley (Grand Central)

nominiert

The Ex, von Alafair Burke (Harper)

Where It Hurts, von Reed Farrel Coleman (Putnam)

Jane Steele, von Lyndsay Faye (Putnam)

What Remains of Me, von Alison Gaylin (Morrow)

Best First Novel by an American Author

Under the Harrow, von Flynn Berry (Penguin)

nominiert

Dodgers, von Bill Beverly (Crown)

IQ, von Joe Ide (Mulholland)

The Drifter, von Nicholas Petrie (Putnam)

Dancing with the Tiger, von Lili Wright (Marian Wood Book/Putnam)

The Lost Girls, von Heather Young (Morrow)

Best Paperback Original

Rain Dogs, von Adrian McKinty (Seventh Street)

nominiert

Shot in Detroit, von Patricia Abbott (Polis)

Come Twilight, von Tyler Dilts (Thomas & Mercer)

The 7th Canon, von Robert Dugoni (Thomas & Mercer)

A Brilliant Death, von Robin Yocum (Seventh Street)

Heart of Stone, von James W. Ziskin (Seventh Street)

Best Fact Crime

The Wicked Boy: The Mystery of a Victorian Child Murderer, von Kate Summerscale (Penguin Press)

nominiert

Morgue: A Life in Death, von Dr. Vincent DiMaio and Ron Franscell (St. Martin’s Press)

The Lynching: The Epic Courtroom Battle that Brought Down the Klan, von Laurence Leamer (Morrow)

Pretty Jane and the Viper of Kidbrooke Lane: A True Story of Victorian Law and Disorder: The Unsolved Murder that Shocked Victorian England, von Paul Thomas Murphy (Pegasus)

While the City Slept: A Love Lost to Violence and a Young Man’s Descent into Madness, von Eli Sanders (Viking)

Best Critical/Biographical

Shirley Jackson: A Rather Haunted Life, von Ruth Franklin (Liveright)

nominiert

Alfred Hitchcock: A Brief Life, von Peter Ackroyd (Nan A. Talese)

Encyclopedia of Nordic Crime: Works and Authors of Denmark, Finland, Iceland, Norway, and Sweden Since 1967, von Mitzi M. Brunsdale (McFarland & Company)

Something in the Blood: The Untold Story of Bram Stoker, the Man Who Wrote Dracula, von David J. Skal (Liveright)

Best Short Story

Autumn at the Automat,” von Lawrence Block (aus In Sunlight or in Shadow, herausgegeben von Lawrence Block; Pegasus)

nominiert

Oxford Girl,” von Megan Abbott (aus Mississippi Noir, herausgegeben von Tom Franklin; Akashic)

A Paler Shade of Death,” von Laura Benedict (aus St. Louis Noir, herausgegeben von Scott Phillips; Akashic)

The Music Room” von Stephen King (aus In Sunlight or in Shadow)

The Crawl Space,” von Joyce Carol Oates (Ellery Queen Mystery Magazine, September-October 2016)

Best Juvenile

OCDaniel, von Wesley King (Paula Wiseman)

nominiert

Summerlost, von Ally Condie (Dutton Books for Young Readers)

The Bad Kid, von Sarah Lariviere (Simon & Schuster Books for Young Readers)

Some Kind of Happiness, von Claire Legrand (Simon & Schuster Books for Young Readers)

Framed! von James Ponti (Aladdin)

Things Too Huge to Fix, von Saying Sorry von Susan Vaught (Paula Wiseman)

Best Young Adult

Girl in the Blue Coat, von Monica Hesse (Little, Brown Books for Young Readers)

nominiert

Three Truths and a Lie, von Brent Hartinger (Simon Pulse)

The Girl I Used to Be, von April Henry (Henry Holt)

My Sister Rosa, von Justine Larbalestier (Soho Teen)

Thieving Weasels, von Billy Taylor (Dial)

Best Television Episode Teleplay

A Blade of Grass,” Penny Dreadful, Drehbuch von John Logan (Showtime)

nominiert

Episode 1: “From the Ashes of Tragedy,” The People vs. O.J. Simpson: American Crime Story, Drehbuch von Scott Alexander und Larry Karaszewski (FX Network)

The Abominable Bride,” Sherlock, Drehbuch von Mark Gatiss und Steven Moffat (Hartswood Films/Masterpiece)

Episode 1: “Dark Road,” Vera, Drehbuch von Martha Hillier (Acorn TV)

Return 0,” Person of Interest, Drehbuch von Jonathan Nolan und Denise The (CBS/Warner Bros.)

The Bicameral Mind,” Westworld, Drehbuch von Jonathan Nolan und Lisa Joy

(HBO/Warner Bros.)

Robert L. Fish Memorial Award

The Truth of the Moment,” von E. Gabriel Flores (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2016)

Grand Master

Max Allan Collins

Ellen Hart

Raven Award

Dru Ann Love

Ellery Queen Award

Neil Nyren

The Simon & Schuster–Mary Higgins Clark Award

The Shattered Tree, von Charles Todd (Morrow)

nominiert

The Other Sister, von Dianne Dixon (Sourcebooks Landmark)

Quiet Neighbors, von Catriona McPherson (Midnight Ink)

Say No More, von Hank Phillippi Ryan (Forge)

Blue Moon, von Wendy Corsi Staub (Morrow)

(via The Rap Sheet)


Matthias Glasner erzählt seine ZDF-Krimiserie „Blochin“ doch zu Ende

April 11, 2017

Das ist eine Nachricht, mit der ich schon nicht mehr rechnete und die dann doch nur ein schnelles Zusammenkehren der Scherben ist. Matthias Glasner inszeniert jetzt, nach seinem Drehbuch, das Ende der sechsstündigen Serie „Blochin – Die Lebenden und die Toten“, in der Jürgen Vogel einen korrupten Polizisten spielt und die im Herbst 2015 im ZDF lief. Die Serie ist ein ziemliches Komplettdesaster mit einem Ende, das unverhohlen auf eine zweite Staffel spekulierte. Weil die Zuschauerzahlen und die Kritiken (auch ich) eine mehr als überschaubaren Begeisterung dokumentierten, wurde nach der Ausstrahlung nicht mehr über eine Fortsetzung und damit einer Antwort auf all die offenen Fragen gesprochen.

Jetzt hat sich das ZDF entschlossen mit einem 105-minütigen Film die losen Fäden zu Ende zu erzählen. Das ist schon mal etwas; – wobei es besser gewesen wäre, schon bei der originalen Miniserie ein Ende zu inszenieren, das ein Ende ist. Gerne mit der Option auf eine Fortsetzung. Aber ein Ende und kein Coitus interruptus.

 

Hier ist die vollständige Pressemitteilung des ZDFs:

Blochins Tochter Grille wird kaltblütig erschossen – damit endete die letzte Folge der ZDF-Thrillerserie „Blochin – die Lebenden und die Toten“ im Herbst 2015. Derzeit wird in Berlin der dramatische Staffelabschluss der Cop-Serie mit dem Arbeitstitel „Blochin – Black Hole Sun“ gedreht. Blochin (Jürgen Vogel) und sein Schwager Dominik Stötzner (Thomas Heinze) haben für Grilles Tod Rache geschworen. Nach jahrelanger Verfolgung gelingt es Blochin, Kyrill, den Mörder seiner Tochter, nach Berlin zu locken. In weiteren Rollen spielen Maja Schöne, Jördis Triebel, Agnieszka Piwowarska, Christoph Letkowski, Peri Baumeister, Rainer Bock, Alexander Scheer, Jasna Fritzi Bauer, Natalia Belitski und viele andere. Das Drehbuch stammt wieder von Matthias Glasner, der auch Regie führt.

Eine nächtliche Schießerei in einem Berliner Hinterhof. Blochin und Dominik rennen in die Dunkelheit davon. Im Hof liegt eine tote Frau. Kurz darauf werden Blochin und Dominik festgenommen. Sie stehen unter Mordverdacht, denn die Tote ist Pheline (Jasna Fritzi Bauer), die Geliebte von Grilles Mörder Kyrill (Alexander Scheer). Von Kyrill selbst fehlt jede Spur. In wechselnden Verhören wird Stück für Stück deutlich, dass Blochin Pheline als Köder benutzt hatte, um Kyrill eine Falle zu stellen. Die Jagd nach dem Mörder seiner Tochter rührt dabei zunehmend an Blochins Kindheitstrauma. Erinnerungsfetzen bedrängen ihn. Bevor Blochin seinen Rachefeldzug zu Ende führen kann, muss er herausfinden, warum er im Alter von 15 Jahren sein Gedächtnis verloren hat. Dominik deckt Blochins Alleingang und muss gleichzeitig verhindern, dass seine früheren Machenschaften ans Tageslicht kommen.

Gedreht wird der Thriller mit 105 Minuten Länge bis Mitte Mai 2017 in Berlin und Brandenburg. Produzentin ist Lisa Blumenberg, Producerin Sibylle Stellbrink, beide REAL Film Berlin. Die Redaktion im ZDF haben Caroline von Senden und Solveig Cornelisen. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.


Die Krimibestenliste April 2017

April 3, 2017

Ostergeschenke? Mordsgeschenke? Jedenfalls empfiehlt die April-Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Deutschlandradio Kultur zur Lektüre (nicht zur Nachahmung):

1. Jérôme Leroy – Der Block (Platzierung im Vormonat: 4)

2. Wallace Stroby – Geld ist nicht genug (Platzierung im Vormonat: /)

3. Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Platzierung im Vormonat: /)

4. Jerome Charyn – Winterwarnung (Platzierung im Vormonat: 2)

5. Reginald Hill – Die letzte Stunde naht (Platzierung im Vormonat: /)

6. Graeme Macrae Burnet – Sein blutiges Projekt (Platzierung im Vormonat: 3)

7. Peter May – Moorbruch (Platzierung im Vormonat: 9)

8. Max Annas – Illegal (Platzierung im Vormonat: 7)

9. Kanae Minato – Geständnisse (Platzierung im Vormonat: /)

10. Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer (Platzierung im Vormonat: 1)

Eine ziemlich männerlastige Liste. Ein deutscher Autor, eine Übersetzung aus dem Französischen und der Rest aus dem Englischen.

Soviel zur Statistik.

Meine Jubelarie zu „Geld ist nicht genug“ von Wallace Stroby erscheint demnächst. Ist ein Buch, das so hundertprozentig in meinem Beuteschema (Hardboiled! Noir! Profidieb!) ist, dass ich es nicht lesen muss, um zu wissen, dass es mir gefällt. Und das genau deshalb gelesen wird.

Danach vielleicht der neue Kristof-Kryszinski-Krimi „Tauchstation“ (Rotbuch Krimi) von Jörg Juretzka. Der kommt nie auf die Bestenliste. Keine Ahnung, was er den Bestenlistenmachern angetan hat.


Lisbeth Salander kehrt auf die große Leinwand zurück – aber mit einigen Änderungen

März 13, 2017

Für die fanatischen Fans von Stieg Larsson, Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist gibt es eine erfreuliche, brandaktuelle Nachricht:

es wird einen neuen Spielfilm mit den bekannten Charakteren geben. Allerdings werden sie wieder von neuen Schauspielern gespielt. Wer wen spielt, ist noch unklar. Rooney Mara und Daniel Craig von David Finchers 2011er Verfilmung von „Verblendung“ sind nicht mehr dabei. Michael Nyqvist und Noomi Rapace von den drei skandinavischen Verfilmungen sowieso nicht.

Die Vorlage für den neuen Salander/Blomkvist-Film ist „Verschwörung“, der von David Lagercrantz geschriebene vierte Band der Serie.

Die Regie übernimmt „Don’t Breathe“-Regisseur Fede Alvarez. Das Drehbuch ist von Steven Knight, Fede Alvarez und Jay Basu – und ich hoffe, dass sie sich die nötigen Freiheiten bei der Adaption des ziemlich misslungenen Romans nehmen.

Und David Lagercrantz hat inzwischen einen neuen Salander/Blomkvist-Roman geschrieben. Einen deutschen Erscheinungstermin gibt es noch nicht.

Hier die vollständige PM aus dem Hause Sony:

LISBETH SALANDER KEHRT IM OKTOBER 2018
IN SONY PICTURES’ “THE GIRL IN THE SPIDER’S WEB” („VERSCHWÖRUNG“)
ZURÜCK AUF DIE KINOLEINWAND

FEDE ALVAREZ ÜBERNIMMT DIE REGIE
BEI DER ADAPTION DES WELTWEITEN BESTSELLERS

Dreharbeiten beginnen im September

Der Film wird eine neue Besetzung haben – Alvarez castet Schauspielerinnen,
die Lisbeth Salander spielen sollen

CULVER CITY, Kalifornien, 13. März 2017 – Lisbeth Salander, die Kultfigur und titelgebende Heldin der gefeierten Millennium-Bestseller-Reihe von Stieg Larsson, wird in The Girl in the Spider’s Web (Verschwörung) auf die Kinoleinwand zurückkehren. Der von David Lagercrantz geschriebene globale Bestseller wird zum ersten Mal für einen Film adaptiert. Fede Alvarez, der 2016 bei dem Erfolgsthriller Don’t Breathe Regie geführt hat, wird das Projekt leiten, basierend auf einem Drehbuch von Steven Knight und Fede Alvarez & Jay Basu. Scott Rudin, Søren Stærmose, Ole Søndberg, Amy Pascal, Elizabeth Cantillon, Eli Bush und Berna Levin fungieren als Produzenten; Executive Producers sind Anni Faurbye Fernandez, Line Winther Skyum Funch, Johannes Jensen und David Fincher.

Der neue Film wird eine völlig neue Besetzung aufweisen. Die Ankündigung der Dreharbeiten markiert den Kickoff einer weltweiten Suche nach einer Schauspielerin, die die ikonische Rolle der Lisbeth Salander übernehmen kann. Die Dreharbeiten des Films werden im September dieses Jahres beginnen und der Kinostart wird im Oktober 2018 sein.

The Girl in the Spider’s Web wird der erste Teil der Bestseller-Reihe sein, der gleich bei seiner ersten Filmadaption in englischer Sprache produziert wird. Die vorhergehenden Bücher der Reihe wurden zu Filmen in Schwedisch adaptiert. The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung) war ein Remake des schwedischen Films, wurde ein weltweiter Erfolg für Columbia Pictures und hat insgesamt über 230 Million Dollar eingespielt.

Die Neuigkeit wurde heute auf der London Book Fair verkündet, während einer Feier rund um den Launch des fünften Buchs der Millennium-Reihe, das ebenfalls von Lagercrantz verfasst wurde. Sonys Columbia Pictures hält die Rechte an allen künftigen Büchern der Millennium-Reihe.

Sanford Panitch, President of Columbia Pictures, sagte: “In der gesamten Gegenwartsliteratur ist Lisbeth Salander vollkommen sui generis – und meiner Meinung nach wahrscheinlich eine der großartigsten literarischen Frauenfiguren aller Zeiten. Sie personifiziert einen trotzigen, modernen Punk und ist in jeder Verkörperung unvergesslich. Sie ist wirklich eine der fesselndsten Figuren, die es in den letzten Jahren zu sehen gab. David Lagercrantzs brillante Arbeit führt diese bemerkenswerte Reihe fort und ehrt gleichzeitig Stieg Larssons Meisterwerk. Auch wir bei Sony fühlen uns sehr geehrt, zusammen mit Yellowbird Teil dieser Reihe zu sein und freuen uns sehr darauf, The Girl in the Spider’s Web erstmals auf die Leinwand zu bringen. Fede Alvarez ist die perfekte Wahl, um die Regie zu übernehmen. Fede ist ein großartiger Regisseur mit einem einzigartigen Blick auf die Welt. Besonders sein Talent und seine Fähigkeit, psychologische Intensität zu erzeugen, werden Lisbeth Salander mit einem großen Knall zurück in die filmische Popkultur bringen.“

Alvarez fügte hinzu: “Ich bin wahnsinnig aufgeregt und dankbar für diese Gelegenheit. Sony ist für mich zu einer Familie geworden und ich kann mir kein tolleres Projekt vorstellen, um unsere Beziehung zu feiern. Lisbeth Salander ist genau die Art von Figur, die jeder Regisseur in seinen Träumen gerne zum Leben erwecken würde. Wir haben ein großartiges Drehbuch und jetzt kommt der Teil, der am meisten Spaß macht – unsere Lisbeth zu finden.“

Die Millennium Reihe ist ein weltweiter Bestseller. Von den vier Büchern wurden bislang über 86 Millionen Exemplare verkauft.


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