Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2020

März 11, 2020

Vor einigen Minuten die Nominierungen für den diesjährigen Deutschen Filmpreis wurden bekannt gegeben. Die 70. Verleihung des Deutschen Filmpreises wird von Edin Hasanovic moderiert und am Freitag, den 24. April, um 22.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Nominiert sind:

BESTER SPIELFILM

Berlin Alexanderplatz (Besprechung zum Filmstart)

Es gilt das gesprochene Wort

Lara

Lindenberg! Mach dein Ding

Systemsprenger

Undine (Besprechung zum Filmstart)

BESTER DOKUMENTARFILM

Born in Evin

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

BESTER KINDERFILM

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

BESTE REGIE

Ilker Çatak (Es gilt das gesprochene Wort)

Nora Fingscheidt (Systemsprenger)

Burhan Qurbani (Berlin Alexanderplatz)

BESTES DREHBUCH

Martin Behnke, Burhan Qurbani (Berlin Alexanderlatz)

Nora Fingscheidt (Systemsprenger)

Nils Mohl, Ilker Çatak (Es gilt das gesprochene Wort)

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE

Anne Ratte-Polle (Es gilt das gesprochene Wort)

Alina Serban (Gipsy Queen)

Helena Zengel (Systemsprenger)

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE

Jella Haase (Berlin Alexanderplatz)

Lisa Hagmeister (Systemsprenger)

Gabriela Maria Schmeide (Systemsprenger)

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE

Jan Bülow (Lindenberg! Mach dein Ding)

Welket Bungué (Berlin Alexanderplatz)

Albrecht Schuch (Systemsprenger)

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE

Pasquale Aleardi (Ich war noch niemals in New York)

Godehard Giese (Es gilt das gesprochene Wort)

Albrecht Schuch (Berlin Alexanderplatz)

BESTE KAMERA/BILDGESTALTUNG

Yoshi Heimrath (Berlin Alexanderplatz)

Frank Lamm (Deutschstunde)

Jieun Yi (O Beautiful Night)

BESTER SCHNITT

Stephan Bechinger, Julia Kovalenko (Systemsprenger)

Bettina Böhler (Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien)

Heike Gnida (Pelikanblut)

Andreas Menn (Mein Ende. Dein Anfang.)

BESTES SZENENBILD

Silke Buhr (Berlin Alexanderplatz)

Matthias Müsse (Ich war noch niemals in New York)

Sebastian Soukup (Narziss und Goldmund) (Besprechung zum Filmstart)

Tim Tamke (Freies Land)

BESTES KOSTÜMBILD

Ingken Benesch (Freies Land)

Sabine Böbbis (Lindenberg! Mach dein Ding)

Thomas Oláh, Nora Bates (Ich war noch niemals in New York)

BESTES MASKENBILD

Helene Lang (Narziss und Goldmund)

Astrid Weber, Hannah Fischleder (Lindenberg! Mach dein Ding)

Gerhard Zeiss (Ich war noch niemals in New York)

BESTE FILMMUSIK

Lorenz Dangel (Deutschstunde)

Dascha Dauenhauer (Berlin Alexanderplatz)

John Gürtler (Systemsprenger)

BESTE TONGESTALTUNG

Simone Galavazi, Michel Schöpping (Berlin Alexanderplatz)

Andreas Mücke-Niesytka, Martin Steyer, Dominik Schleier, Benjamin Hörbe, Bettina Böhler (Undine)

Corinna Zink, Jonathan Schorr, Dominik Leube, Oscar Stieblitz, Gregor Bonse (Systemsprenger)

BESTE VISUELLE EFFEKTE UND ANIMATION

Frank Kaminski (Berlin Alexanderplatz)

Sven Martin (Ich war noch niemals in New York)

Jan Stoltz, Claudius Urban (Die Känguru-Chroniken)

EHRENPREIS DES DEUTSCHEN FILMPREISES

Edgar Reitz

BESUCHERSTÄRKSTER FILM

Das perfekte Geheimnis (Regie: Bora Dagtekin)

Wie immer sind auch etliche Filme für den Deutschen Filmpreis nominiert, die noch nicht im Kino angelaufen sind. Wie „Undine“ und „Berlin Alexanderplatz“, der mit Nominierungen überschüttet wurde. Da ich den Film schon gesehen habe und ich nicht sonderlich begeistert von dem Drei-Stunden-Opus bin, verstehe ich diesen Nominierungsregen nicht. Systemsprenger“ hat vielleicht ein, zwei Nominierungen zu viel erhalten und „Lara“ viel zu wenige. „Nur eine Frau“ (Kinostart 9. Mai 2019 und damit nach der Verleihung des letztjährigen Filmpreises) war ja schon letztes Jahr im Rennen um den Deutschen Filmpreis. .


One World Berlin – Menschenrechte aktuell: „Sandmädchen“ – ein Blick in die Welt von Veronika Raila – am Mittwoch im Lichtblick-Kino

März 9, 2020

Weil ich den Abend moderiere, enthalte ich mich selbstverständlich jeglicher unverhältnismäßig positiven Bewertung des grandiosen Abends und poste nur die Ankündigung für diese unvergessliche Veranstaltung:

Am Mittwoch, den 11. März, präsentieren wir um 20.00 Uhr im Lichtblick-Kino (Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg/Berlin) den beeindruckenden Dokumentarfilm „Sandmädchen“ (Deutschland 2017, Regie: Mark Michel). Für den MDR gehört der Film zu den zehn besten deutschen Filmen des letzten Jahrzehnts.

Anschließend Gespräch mit Laura Löppert, Psychologin (M.A), Förderzentrum Autismus e.V

Was heißt es, im eigenen Körper gefangen zu sein und nicht gesehen zu werden? Der Film „Sandmädchen“ entführt uns in die einzigartige Erfahrungs- und Lebenswelt von Veronika Raila, einer jungen Autistin, hypersensibel und von Geburt an schwer behindert.

Raila hat schmerzhaft erlebt, was es heißt, als Person nicht wahrgenommen zu werden. Als Kind wurde ihr ein IQ von 0 attestiert. Nur ihre Eltern glaubten an sie. Heute veröffentlicht sie, mittels gestützter Kommunikation, Prosa und Lyrik und studiert Literatur und Theologie.

Mit diesem Film nimmt Veronika gemeinsam mit Regisseur Mark Michel ihr eigenes Leben in den Blick. Der Film kombiniert ihre Texte und Gedanken mit behutsam ins Bild gesetzten Alltagsbeobachtungen, poetischen Naturaufnahmen und den eindrücklichen Sand-Animationen der Künstlerin Anne Loeper zu einem Essay über die Vielfältigkeit von Wahrnehmung und der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Teilhabe.

Selten wird so eindrucksvoll wie in diesem Dokumentarfilm die Diskrepanz zwischen der äußeren Erscheinung und dem Innenleben eines Menschen verdeutlicht. (..) ‚Sandmädchen‘ ist das einfühlsam inszenierte Porträt einer Frau, die in ihrem Körper gefangen zu sein scheint, sich aber eine erstaunliche geistige Freiheit erkämpft hat.“ (FBW, Prädikat wertvoll)

Ein auf vielen Ebenen aufwühlender Film.“ (MDR)

Hinweise zum Film

Homepage zum Film

Filmportal über „Sandmädchen“

Homepage von Veronika Raila

Zur Reihe:

One World Berlin – Menschenrechte aktuell – eine monatliche Filmreihe mit Dokumentarfilmen über Bürger- und Menschenrechte wird organisiert von der Humanistischen Union, Deutschlands ältester Bürgerrechts-Organisation (mitbegründet von Fritz Bauer), One World Berlin Human Rights Film Festival, das sich seit 2004 durch Menschenrechts-Filmarbeit engagiert, und dem Lichtblick-Kino. Filmemacher*innen und Expert*innen diskutieren mit dem Publikum über Fragen, die Menschen in der Stadt bewegen, lokal und global: Recht auf Wohnraum, gegen Überwachung und Datenspeicherung, für Menschsein und Menschenrechte in der digitalen Welt.

»One World Berlin – Menschenrechte aktuell« versteht sich auch als Plattform für Berliner Bürger- und Menschenrechtsinitiativen, die zu den in den Filmen verhandelten Fragen arbeiten.

Ort & Kinokarten

Lichtblick-Kino (Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg)

Kartenvorverkauf im Lichtblick-Kino oder unter www.kinoheld.de


Kurzmeldung: „James Bond: Keine Zeit zu Sterben“ hat einen neuen Starttermin: ab dem 12. November 2020 in deutschen Kinos

März 5, 2020

Der 25. James-Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ (No Time to Die) wird nicht, wie geplant, Anfang April, sondern erst im November, wahrscheinlich Mitte November, in unseren Kinos anlaufen. Damit ist der Bond-Film der erste Blockbuster, der wegen des Coronavirus seinen Starttermin verschiebt.

Nachtrag (einige Stunden später): der deutsche Kinostart ist am 12. November.

Der Titelsong

Ein brandneues Interview mit Daniel Craig über den neuen Bond-Film (soweit er schon über den Inhalt reden darf)


Die Krimibestenliste März 2020

März 2, 2020

Folgende Kriminalromane sind nach Ansicht der von der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren Krimibestenliste im Moment besonders lesenswert:

1. Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht (Platzierung im Vormonat: /)

Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

2. Attica Locke – Heaven, My Home (Platzierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

3. David Longo – Die jungen Bestien (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Rowohlt, 412 Seiten, 22 Euro.

4. Nicci French – Was sie nicht wusste (Platzierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller. C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 Euro.

5. Liz Moore – Long Bright River (Platzierung im Vormonat: 10)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. C.H. Beck, 414 Seiten, 24 Euro.

6. Frank Göhre – Verdammte Liebe Amsterdam (Platzierung im Vormonat: /)

Culturbooks, 158 Seiten, 15 Euro.

7. Xavier-Marie Bonnot – Der erste Mensch (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Gerhard Meier. Unionsverlag, 348 Seiten, 19 Euro.

8. Robert E. Dunn – Dead Man’s Badge (Platzierung im Vormonat: 6)

Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

9. Sarah Schulman – Trüb (Platzierung im Vormonat: 1)

Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

10. Richard Lorenz – Hinter den Gesichtern (Platzierung im Vormonat: /)

Luzifer, 294 Seiten, 13,95 Euro.

Frank Göhre wird demnächst abgefeiert. Versprochen. Und der neue Roman von Horst Eckert. „Im Namen der Lüge“ erscheint am 9. März 2020 bei Heyne und es soll der Auftakt einer neuen Serie sein. Hauptfigur Melia Khalid, deutsche Verfassungsschützerin mit somalischen Wurzeln, ist einem den Staat bedrohendem Komplott auf der Spur und ihre Vorgesetzten haben kein Interesse an der Wahrheit. Das dürfte gewohnt spannend werden und, wieder einmal, nicht in der Krimibestenliste empfohlen werden.

Zuletzt war ich, verfilmungsbedingt, mit Hermann Hesse und dem Känguru beschäftigt.


Ex-Mafiosi Michael Franzese über Mafiafilme

Februar 17, 2020

Die Bewertung der Glaubwürdigkeit der einzelnen Szenen aus Mafiafilmklassikern (Der Pate, Donnie Brasco, Die Unbestechlichen, viel Scorsese), den Sopranos und einer Animationsserie verstehe ich nicht.

Aber die Erklärungen von Michael Franzese sind sehr interessant. Er war in New York Capo der Colombo-Mafiafamilie. 1995, nach einer Haftstrafe, verabschiedete er sich vom Verbrecherleben. Seitdem publiziert er Bücher und hält Reden.


Die Krimibestenliste Februar 2020

Februar 3, 2020

Alaaf und Helau! schallt es nicht aus der von der Frankfurter Allgemeinen und Deutschlandfunk Kultur präsentierten Krimibestenliste. Statt karnevalesker Lustigkeit gibt es mörderische Sozialkritik. Also genau das richtige für trübe, verregnete Tage:

1. Sarah Schulman – Trüb (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

2. Attica Locke – Heaven My Home (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

3. Nicci French – Was sie nicht wusste (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller. C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 Euro.

4. Ahmed Saadawi – Frankenstein in Bagdad (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Assoziation A, 296 Seiten, 22 Euro.

5. Melba Escobar – Die Kosmetikerin (Plazierung im Vormonat: 2)

Aus dem Spanischen von Sybille Martin. Heyne, 320 Seiten, 9,99 Euro.

6. Robert E. Dunn – Dead Man’s Badge (Plazierung im Vormonat: 10)

Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

7. John le Carré – Federball (Plazierung im Vormonat: 5)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 352 Seiten, 24 Euro.

8. Hannelore Cayre – Die Alte (Plazierung im Vormonat: 1)

Aus dem Französischen von Iris Konopik.Ariadne im Argument-Verlag, 203 Seiten, 18 Euro.

9. Regina Nössler: Die Putzhilfe (Plazierung im Vormonat: 4)

Konkursbuch, 402 Seiten, 12,90 Euro.

10. Liz Moore – Long Bright River (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. C.H. Beck, 414 Seiten, 24 Euro.

 


„The Burnt Orange Heresy“, der Trailer

Januar 24, 2020

Nachdem jahrelang immer wieder über eine Verfilmung von Charles Willefords grandiosem Noir „Ketzerei in Orange“ (The Burnt Orange Heresy, 1971, ältere deutsche Ausgabe als „Die Kunst des Tötens“) gesprochen wurde und es Gerüchte über Dreharbeiten gab, hatte die Willeford-Verfilmung letztes Jahr im September auf den Filmfestspielen von Venedig seine Premiere. Viel hörte man nicht über den Film. Jetzt ist endlich ein Trailer online:

In den USA soll der Film am 6. März starten. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht und nach dem Trailer bin ich auch skeptisch, ob wir hier von einem Kinostart reden können.

Die Regie übernahm Giuseppe Capotondi. Das Drehbuch schrieb Roman- und Drehbuchautor Scott B. Smith (Ein einfacher Plan [A simple plan], Ruinen [The Ruins]). Die Besetzung verrät der Trailer. Der Trailer verrät auch, dass die Geschichte über den Diebstahl eines Gemälde aus dem Haus eines legendären Malers nicht in Florida, sondern in Europa am Comer See spielt.


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