Sachdienlicher Hinweis auf eine Diskussion: Was bleibt nach dem Untersuchungsausschuss des Bundestages vom NSA-Skandal?

September 4, 2017

Als Organisator bin ich da vielleicht etwas subjektiv, aber das ist ein tolles Podium und ich erhoffe mir einen sehr informativen Abend:

Diskussion: Was bleibt nach dem Untersuchungsausschuss des Bundestages vom NSA-Skandal?

Mittwoch, 6. September, 19.00 Uhr, Robert-Havemann-Saal (Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, Berlin)

Am 5. Juni 2013 veröffentlichte die britische Tageszeitung The Guardian“ den ersten Artikel über die weltweite Datenerfassung der NSA (National Security Agency). Die Informationen in dieser und etlichen weiteren Reportagen stammen aus dem Archiv des Whistleblowers Edward Snowden. Er lieferte erstmals Beweise für eine weltweite Überwachung. Auch Deutsche waren davon betroffen.

Noch vor der Bundestagswahl 2013 wollte die damalige Regierung die Überwachungsaffäre für beendet erklären.

Danach beschäftigte sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestages mit der Überwachung der Bevölkerung durch die NSA und der Involvierung der deutschen Nachrichtendienste in den Skandal. Wir lernten Worte wie Five Eyes, Selektoren, Prism, Eikonal und Glo*** (bzw. Glotaic) kennen und erfuhren, was in Bad Aibling geschieht.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Untersuchungsausschuss seinen in der Vorabfassung 1822-seitigen Abschlussbericht, der auch einen tiefen Einblick in die Arbeit der Dienste ermöglicht.

Am Mittwoch, den 6. September, um 19.00 Uhr im Robert-Havemann-Saal wollen wir, unter anderem, mit

Stephan Martin (Rechtsanwalt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei MdB Martina Renner, Die Linke, für den NSA-Untersuchungsausschuss)

Prof. Dr. Kurt Graulich (Richter am Bundesverwaltungsgericht a. D., Honorarprofessor an der Humboldt-Universität, wissenschaftlicher Schwerpunkt im Sicherheitsrecht)

Dr. Peter Wolff (Gesprächskreis Nachrichtendienste in Deutschland, Sprecher der Arbeitsgruppe Recht und Ethik)

David Crawford (Senior Reporter, Correctiv)

über die Erkenntnisse des Ausschusses, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden, welche Maßnahmen von den Bundestagsabgeordneten gefordert werden, wie die Zusammenarbeit zwischen den Diensten aussehen soll und mit welchen Entwicklungen die deutschen und westlichen Nachrichtendienste in den kommenden Jahren konfrontiert werden, diskutieren.

Veranstalter: Humanistische Union Berlin-Brandenburg

Weiterführende Informationen

Untersuchungsausschuss des Bundestages

Bericht des Untersuchungsausschusses

Netzpolitik: der Bericht ohne die Schwärzungen

Wikipedia über den Untersuchungsausschuss

Humanistische Union: vorgänge Nr. 215: Geheimdienste vor Gericht

Das Parlament Nr. 30-31 (24. Juli 2017): Tiefe Einblicke in das Innenleben des Bundesnachrichtendienstes

Deutscher Bundestag: Bilanz der Obleute des NSA-Untersuchungsausschusses

Der Abend kann auch als Vorbereitung für die „Freiheit 4.0 – Rettet die Grundrechte“-Demonstration am Samstag, den 9. September, ab 12.00 Uhr auf dem Gendarmenmarkt in Berlin dienen. Alle Infos hier – und jetzt zum Mobilisierungsvideo

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Die Krimibestenliste September 2017

September 3, 2017

Sodele, die Krimibestenliste für den September (präsentiert von F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur) ist draußen und diese literarischen Mordstaten empfehlen die Damen und Herren Kritiker:

1. Simone Buchholz – Beton Rouge (Platzierung im Vormonat: 5)

2. Ottessa Moshfegh: Eileen (Platzierung im Vormonat: /)

3. Zoë Beck – Die Lieferantin (Platzierung im Vormonat: 1)

4. Antonin Varenne – Die Treibjagd (Platzierung im Vormonat: 2)

5. Sven Heuchert – Dunkels Gesetz (Platzierung im Vormonat: /)

6. Graeme Macrae Burnet – Das Verschwinden der Adèle Bedeau (Platzierung im Vormonat: 8)

7. Lisa Sandlin: Ein Fall für Delpha (Platzierung im Vormonat: /)

8. Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand (Platzierung im Vormonat: 10)

9. Monika Geier – Alles so hell da vorn (Platzierung im Vormonat: 6)

10. Christian v. Ditfurth: Giftflut (Platzierung im Vormonat: /)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik – und ein Hinweis auf eine Lesung: „Der Block“ behauptet „Das ist unser Land!“

August 25, 2017

Vor wenigen Wochen, während der Präsidentschaftswahl in Frankreich, in der es Marine Le Pen (Front National) gelang, in die Stichwahl zu kommen, war Jérôme Leroys gerade auf Deutsch erschienener Roman „Der Block“ der Roman, der die gesellschaftlichen Hintergründe der Wahl im Rahmen einer fiktiven Geschichte erklären konnte. Leroy ist auch einer der Drehbuchautoren von „Das ist unser Land!“ und die Parteichefin Agnès Dorgelle und der Problemlöser Stanko, tauchen auch im Film auf. Das verwundert nicht. Auch in dem Film geht es um Rechtspopulisten, die an Macht wollen und der von Leroy erfundene „Patriotische Block“ (im Film Rassemblement National Populaire [RNP]) ist selbstverständlich die fiktionale Version der Front National.

In dem Film steht Pauline Dunez (Émilie Dequenne) im Mittelpunkt. Die alleinerziehende Mutter lebt in der Kleinstadt Hénart im strukturschwachen Norden Frankreichs. Als Krankenschwester kommt sie bei ihren Hausbesuchen herum. Sie sieht, wie die Stadt zunehmend zerfällt. Sie hört die Geschichten der Leute und sie kümmert sich nicht um die Politik. Das hat ihr Vater, ein stramm kommunistischer Gewerkschaftler, getan und er konnte den ökonomischen Abstieg der Region nicht verhindern.

Eines Tages wird sie während der Arbeit von Dr. Philippe Berthier (André Dussollier) angesprochen. Denn Pauline ist nicht nur in der Stadt bekannt, sondern auch beliebt. Die Leute vertrauen der Krankenschwester. Sie ist als Mittdreißigerin noch jung und sie sieht gut aus. Sie ist, kurz gesagt, die etwas ältere Ausgabe des Mädchens, mit dem man Pferde stehlen möchte. Sie wäre bei der anstehenden Bürgermeisterwahl das perfekte Gesicht für den „Patriotischen Block“.

Nach einem kurzen Zögern, in dem sie vom „Patriotischen Block“ umworben wurde, die Hand von Marine-Le-Pen-Lookalike Agnès Dorgelle (Catherine Jacob), der RNP-Vorsitzenden, schütteln durfte und ihr gesagt wurde, sie könne etwas verändern, erklärt sie sich bereit, zu kandidieren. Obwohl sie bislang keinerlei politische Erfahrung hat, wird sie das Gesicht der Rassisten für den anstehenden Wahlkampf.

In „Das ist unser Land!“ erzählen Leroy und Regisseur Lucas Belvaux (auch Drehbuch) anhand der Geschichte einer jungen Frau, wie Rechtspopulisten Stimmungen ausnutzen und befördern und wie sie versuchen, an die Macht zu gelangen. Da ist eine beliebte Krankenschwester das perfekte Gesicht, das nur das hübsche Gesicht für den Stimmenfang sein soll. Alles weitere erledigt die Partei, die überhaupt nicht an wirklichen Lösungen für die Betroffenen, die sie gewählt haben, interessiert ist. Aber die Partei hat genaue Vorstellungen über Paulines öffentliches Auftreten, ihre Kleiderwahl, ihre Frisur (sie soll sich die Haare blond färben) und ihren Freund. Sie hat nämlich zufällig Stanko (Guillame Gouix) getroffen. Er war (und hier sollten wir uns nicht mit Vergleichen zwischen Buch- und Film-Stanko belasten) ein Schläger für den „Patriotischen Block“, der jetzt behauptet, mit seiner Vergangenheit gebrochen zu haben. Aber die Partei betrachtet Stankos Vergangenheit für ihren Wahlkampf und hätte gerne, dass er aus Paulines Leben verschwindet.

Gleichzeitig verändert Pauline, die durchaus gefallen an ihrer neuen Rolle findet, sich und die Umwelt reagiert anders auf sie. Schließlich ist sie nicht mehr die patente Krankenschwester, sondern die Vertreterin einer rassistischen Partei.

Das ist viel Stoff für einen Spielfilm. In knapp zwei Stunden werden auch, in einem tiefen Blick in das Parteileben der Führungsschicht des Blocks, die Hintergründe der Rekrutierung und der Wahlkampagne um Pauline gezeigt. Durch die so notwendigen Pointierungen wirkt der glänzend strukturierte und durchkomponierte, niemals gehetzt wirkende Film stellenweise etwas lehrbuchhaft und überdeutlich. Trotzdem fällt Belvaux keine Urteile über seine Figuren oder missbraucht sie als politische Pappkameraden. Er erzählt seine Geschichte mit einem analytischen Blick, der nie seine Sympathie für die Menschen (aber nicht unbedingt für ihre Meinung) verhehlt. Und genau das macht seinen Film so sehenswert.

Das ist unser Land!“ ist politisch engagiertes Kino, das aufklärt und das zum Nachdenken auffordert. Denn das was in Frankreich mit dem Aufstieg der Front National passierte, kann auch in Deutschland passieren und die Methoden der Rattenfänger gleichen sich.

Das ist unser Land! (Chez nous, Frankreich/Belgien 2017)

Regie: Lucas Belvaux

Drehbuch: Lucas Belvaux, Jérôme Leroy

mit Émilie Dequenne, André Dussollier, Guillaume Gouix, Catherine Jacob, Anne Marivin, Patrick Descamps, Charlotte Talpaert, Stéphane Caillard

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Der Roman

Bereits 2011 veröffentlichte Jérôme Leroy in Frankreich seinen mit dem Prix Michel Lebrun ausgezeichneten Roman „Der Block“. Im März erschien die deutsche Ausgabe, die auch sofort auf den ersten Platz der Krimibestenliste kam. In Besprechungen wurde ohne mit der Wimper zu Zucken eine Verbindung zwischen dem Roman und der aktuellen Wahl in Frankreich hergestellt. So als sei das Buch der Kommentar zur Wahl.

In dem Roman will der Patriotische Block Stanko, den Chef des paramilitärischen Ordnungsdienstes der Partei, ausschalten. Er könnte verhindern, dass der Block Teil der neuen Regierung wird. Stanko muss untertauchen.

In einer Nacht erinnern er und sein Freund Antoine Maynard, Ehemann der Parteivorsitzenden Agnes Dorgelle, sich in getrennten Zimmern an ihre gemeinsame Vergangenheit, die bis in die siebziger Jahre zurückreicht, und an die mit ihrem Leben untrennbar verbundene Geschichte des Patriotischen Blocks, der in den vergangenen Jahrzehnten immer einflussreicher wurde.

Der Block“ ist die literarisch kaum getarnte Biographie und Analyse der Front National. Und genau auf dieser Ebene funktioniert Leroys Noir prächtig. Als handelsüblicher Kriminalroman oder Thriller weniger.

Jérôme Leroy: Der Block

(übersetzt von Cornelia Wend, mit einem Nachwort von Jérôme Leroy zur deutschen Ausgabe)

Edition Nautilus, 2017

320 Seiten

19,90 Euro

Originalausgabe

Le bloc

Éditions Gallimard, Paris, 2011

Die Lesung

Jérôme Leroy liest am Mittwoch, den 6. September, ab 20.00 Uhr, im DTK-Wasserturm (Kopischstraße 7, Ecke Fidicinstraße, 10965 Berlin) aus „Der Block“.

Der Autor spricht und liest auf Französisch. Der deutsche Part der Lesung wird von Milton Welsh übernommen. Barbara Wahlster (Deutschlandradio Kultur) moderiert.

Karten können gekauft und reserviert werden bei der Krimibuchhandlung Hammett: info@hammett-krimis.de.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Das ist unser Land!“

AlloCiné über „Das ist unser Land!“

Rotten Tomatoes über „Das ist unser Land!“

Wikipedia über „Das ist unser Land!“ (englisch, französisch) und Jérôme Leroy

Blog von Jérôme Leroy

Edition Nautilus über „Der Block“ (mit den restlichen Terminen seiner Lesereise)

Perlentaucher über „Der Block“

 


Der Polar-Verlag sucht per Crowdfunding den deutschen Noir

August 14, 2017

In den vergangenen vier Jahren erarbeitete der Polar Verlag sich unter Krimifans mit neuen Autoren (wie Christian Roux, Matthew F. Jones, Benjamin Whitmer, Gene Kerrigan und Ray Banks) und alten Bekannten (wie Ken Bruen, Nathan Larson, Bill Moody und Newton Thornburg) schnell einen sehr guten Namen. Es sind Autoren, die in der Tradition des Polar und des Noirs stehen und ihn fortentwickeln. Es sind Autoren, die Bücher für Leser schreiben, die auf den nächsten lauschigen Landhauskrimi oder formelhaften Serienmörderthriller getrost verzichten können.

Jetzt will der Polar Verlag auch deutschsprachige Autoren herausbringen. Und hoffentlich, denn das Polar-Programm ist doch arg männerlastig, sind dann auch einige Autorinnen dabei. Dafür hat der Verlag jetzt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Sie endet am 6. September.

 

Dort schreibt der Polar-Verlag über das Projekt:

Ab Herbst 2017 beabsichtigen wir, jedes Jahr vier deutsche Autoren/Innen zu veröffentlichen. Zum Aufbau unserer neuen Reihe «Deutscher Polar» benötigen wir eure Unterstützung. (…)

Die Welt des Polars hat Dreck am Stecken. Lasst uns deutsche Polar-Autoren veröffentlichen.

Wofür wir eure Unterstützung brauchen

Stufe 1 26.000,- Euro: Gerade bei der Einführung deutscher Polar-Autoren/Innen ist es wichtig, ihnen dieselbe intensive Aufmerksamkeit zu widmen, die unsere internationalen Autoren bereits genießen. Dazu müssen wir Kräfte freisetzen, die einen behutsamen Aufbau und eine Betreuung über Jahre hinweg ermöglichen. Dank eurer Unterstützung helft ihr uns, hier eine seriöse Planung zu ermöglichen.

Stufe 2 25.000,- Euro: Mit der Einführung des Deutschen Polars begeben wir uns auf die Suche nach neuen deutschen Autoren/Innen, mit denen wir zusammen an ihren Texten arbeiten wollen. Nicht jeder besitzt genug eigene Mittel, um sich die Teilnahme an unserer Textwerkstatt zu ermöglichen. Mit eurer Unterstützung verschaffen wir diesen Autoren den Zugang zur Polar Masterclass, die als Talentwerkstatt für Geschichten gedacht ist.

Belohnungen

Neben den Autoren und unserer Faszination für gute Geschichten verstehen wir uns als offener Verlag, der seine Leser kennenlernen und sich ihnen stellen will. Deswegen bestehen viele unserer Belohnungen aus der Möglichkeit, uns kennenzulernen. Sei es als Fotoshooting mit Kerstin Petermann, sei es ein Blick hinter die Verlagskulissen, ein Kinobesuch und vieles mehr.


Die Krimibestenliste August 2017

August 7, 2017

Für den Ferienmonat August lempfiehlt die Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und des Deutschlandfunk Kultur folgende Krimis für den Strandkorb:

1. Zoe Beck: Die Lieferantin (Suhrkamp, 326 Seiten 14,95 Euro)

2. Antonin Varenne: Die Treibjagd (Penguin, 304 Seiten, 10 Euro)

3. Larry Brown: Fay (Heyne, 656 Seiten, 24 Euro)

4. George Pelecanos: Hard Revolution (ars vivendi, 400 Seiten, 24 Euro)

5. Simone Buchholz: Beton Rouge (Suhrkamp, 230 Seiten, 14,95 Euro)

6. Monika Geier: Alles so hell da vorn (Ariadne im Argumentverlag, 416 Seiten, 13 Euro)

7. Carsten Jensen: Der erste Stein (Knaus, 640 Seiten, 26 Euro)

8. Graeme Macrae Burnet: Das Verschwinden der Adèle Bedeau (Europaverlag, 288 Seiten, 17,90 Euro)

9. Donato Carrisi: Der Nebelmann (Atrium, 336 Seiten, 20 Euro)

10. Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand (btb, 384 Seiten, 20 Euro)

Hach, und ich bin Verfilmungsbedingt mit Stephen King (Der dunkle Turm: Schwarz), Deborah Moggach (Tulpenfieber), Dave Eggers (The Circle), Ödön von Horváth (Jugend ohne Gott, „eine spannende Kriminalgeschichte“), Jérôme Leroy (Der Block) und Anthony Johnston (The coldest City, die Vorlage für „Atomic Blonde“) beschäftigt.

Und den neuen Lee Child (Der letzte Befehl – Warum ist der nicht auf der Liste?) und den neuen Don Winslow (Corruption – Warum ist der schon wieder weg von dr Liste?) will ich auch noch lesen. Die haben auch die richtige Mehr-als-400-Seiten-Strandkorblänge.


Wieder im Kino – und dann auf DVD und Blu-ray: Vorverkauf für „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ in der restaurierten 4K-3D-Fassung hat begonnen

August 1, 2017

Am 29. August, dem „Judgment Day“, ist es soweit: die unter der strengen Aufsicht von James Cameron restaurierte und auf 3D aufgepimpte Fassung von „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991) wird im Kino gezeigt. Anscheinend nur einen Tag. Und, um die drängende Fan-Frage zu beantworten: die Fassung lohnt sich.

Die Bilder wirken wie neu; – wenn man sich noch an die damalige Kinofassung erinnert. Und eigentlich würde mir eine so restaurierte 4K-Fassung ausreichen. Cameron fertigte allerdings, wie schon bei seinem Film „Titanic“, eine 3D-Fassung des Films an. Die 3D-Effekte sind zum Glück so sparsam eingesetzt, dass sie kaum auffallen. Eigentlich werden im aktuellen Trailer schon alle 3D-relevanten Bilder gezeigt. Die Tricks überzeugen immer noch. Cameron war damals einer der ersten Regisseure, der mit digitalen Effekten in einem so großen Maßstab arbeitete. Insgesamt sind es 42 computeranimierte Aufnahmen. Damals viel, heute für solche Filme wenig. Der Rest sind altbekannte praktische Effekte und Stuntmen, die ihr Leben riskieren.

Cameron sagt zu dieser Fassung: „’Terminator 2 – Tag der Abrechnung 3D‘ sieht absolut fantastisch aus, besser als jemals zuvor. Um Längen besser als 1991, aber nicht nur, weil er in 3D ist, sondern auch wegen der Farbpalette. 4K holt viel mehr aus dem Negativ heraus, als es zu damaliger Zeit bei einer normalen Kopie möglich war. Wer ein Fan des Films ist, kommt an dieser Fassung nicht vorbei.“

Die Story – immerhin war der Film ein Kassenhit und er läuft regelmäßig im TV – dürfte bekannt sein.

In der Zukunft haben die Maschinen die Macht übernommen. Einige Menschen kämpfen, angeführt von John Connor, einen zunehmend aussichtslosen Kampf gegen sie.

Um den Anführer der Widerstandsbewegung auszuschalten, schicken die Maschinen einen T-1000-Androiden (Robert Patrick) in die Vergangenheit (also die Gegenwart) zurück. Er soll den Teenager Connor (Edward Furlong; sein Debüt) töten.

Connor erfährt davon und schickt einen T-800-Androiden (Arnold Schwarzenegger) zurück. Den kennen wir noch aus dem ersten „Terminator“-Film, als er Connors Mutter töten sollte. Connor programmierte ihn um. Jetzt kämpft der T-800 als Connors Beschützer im Team der Guten und er befolgt Connors Befehle.

Zusammen mit Connors Mutter Sarah Connor (Linda Hamilton), die aus einer Irrenanstalt ausbricht, machen die drei sich auf den Weg zu Skynet, um den für den 29. August 1997 festgelegten „Judgment Day“ zu verhindern.

Terminator 2“ gehört zu den wenigen Spielfilmen, in denen der zweite Teil nicht einfach nur eine Wiederholung des erfolgreichen ersten Teils mit einem höheren Budget ist. Cameron erzählt die Geschichte weiter, geht davon aus, dass die Zuschauer den ersten „Terminator“-Film kennen (bzw. mit der Prämisse und Geschichte des Films vertraut sind) und ein zünftiges Actionabenteuer erleben wollen. Dafür hatte er damals ein utopisches Budget von ungefähr hundert Millionen Dollar zur Verfügung und das Geld wurde gut investiert für zahlreiche immer noch beeindruckende Actionszenen. Vor allem auf einer großen Leinwand.

Seitdem gab es weitere „Terminator“-Filme, die alle schlechter sind, und eine nach zwei Staffeln eingestellte TV-Serie. Arnold Schwarzenegger kehrte 2015 für „Terminator: Genisys“ zurück und dank des guten Einspiels wird es weitere „Terminator“-Filme geben. Mit Arnold Schwarzenegger und James Cameron, der gerade sehr mit „Avatar“ beschäftigt ist. Er soll vor allem die Grundzüge der nächsten „Terminator“-Trilogie entwickeln und die Oberaufsicht über die Filme führen. So ist jedenfalls der Plan.

Am 26. Oktober veröffentlicht Studiocanal die 4K-restaurierte Kinofassung von „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ auf DVD und Blu-ray in verschiedenen Ausgaben.

Angekündigt sind: „DVD, Blu-ray inklusive Director’s Cut und Extended Special Edition, 4K Ultra HD Blu-ray in HDR-Technologie und in einer neuen 2 Disc Steelbook Edition mit 3D Blu-ray und 2D Blu-ray, alle Versionen enthalten als Extra die brandneue Dokumentation „T2 Reprogramming the Terminator“ mit nie zuvor gesehenem Material und aktuellen Interviews mit James Cameron und Arnold Schwarzenegger. Die Blu-ray enthält zusätzlich weitere umfangreiche Bonusmaterialien.Sowohl in der UHD als auch im Steelbook ist die 2D Blu-ray enthalten.

Als ultimatives Sammlerstück für alle Terminator-Fans erscheint außerdem die limitierte TERMINATOR 2 -ENDO-ARM SPECIAL EDITION. Diese einzigartige Sonderedition beinhaltet eine detailgetreue Replik des legendären T-800 Endo Arms in Originalgröße, die 4K UHD Blu-ray, 3D Blu-ray, 2D Blu-ray und den Original-Soundtrack als CD. Die limitierte TERMINATOR 2 – ENDO-ARM SPECIAL EDITION ist exklusiv auf http://www.terminator2-endoarm.de erhältlich.“

Terminator 2 – Tag der Abrechnung (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron, William Wisher Jr.

mit Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong, Robert Patrick, Earl Boen, Joe Morton, S. Epatha Merkerson, Xander Berkeley

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Brandaktuelle deutsche Homepage zum Film (in der 3D-Fassung, mit Kinofinder)

Moviepilot über „Terminator 2“

Metacritic über „Terminator 2“

Rotten Tomatoes über „Terminator 2“ und die 3D-Fassung

Wikipedia über „Terminator 2“ (deutsch, englisch)

Ein Interview mit James Cameron während der Berlinale, wo die 3D-Fassung ihre Premiere hatte


Arnie-Festspiele im TV

Juli 25, 2017

Am 30. Juli feiert Arnold Schwarzenegger seinen siebzigsten Geburtstag und, nun, als er seinen ersten Pups ließ, hätte niemand gedacht, dass er als Bodybuilder fünfmal Mr. Universe und siebenmal Mr. Olympia wird, in Hollywood eine lange Karriere als Action-Star in Big-Budget-Filmen und Kassenschlagern hat (obwohl oder weil er kein guter Schauspieler ist und er einen unüberhörbaren Akzent hat), von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien wird. Seitdem legt er ein interessantes, wenn auch kommerziell nicht so erfolgreiches Alterswerk vor und der Republikaner mischt sich wieder in die Politik ein.

Nur Präsident der USA kann er nicht werden, weil er kein gebürtiger US-Amerikaner ist.

Gezeigt werden, neben zwei TV-Premieren, vor allem seine bekannten Werke, die vor seinem Ausflug in die Politik entstanden:

Donnerstag, 27. Juli

Kabel 1, 20.15: Red Heat (USA 1988, Regie: Walter Hill) (Wiederholung um 00.30 Uhr)

Kabel 1, 22.20: Predator (USA 1987, Regie: John McTiernan) (Wiederholung um 02.25 Uhr)

Freitag, 28. Juli

RTL II, 20.15: Terminator 2 – Tag der Abrechnung (USA 1991, Regie: James Cameron) (Wiederholung um 01.10 Uhr) (Achtung: Am 29. August läuft die restaurierte 3D-Fassung im Kino und sie sieht prächtig aus. Die 3D-Effekte sind eher marginal. Am 5. Oktober erscheint diese Fassung in verschiedenen Ausgaben auf DVD und Blu-ray.)

RTL II, 23.05: Sabotage (USA 2014, Regie: David Ayer) (Wiederholung um 03.35 Uhr)

Samstag, 29. Juli

RTL II, 08.05: Conan, der Barbar (USA 1982, Regie: John Milius)

RTL II, 10.10: Conan, der Zerstörer (USA 1984, Regie: Richard Fleischer)

ZDFneo, 20.15: Kindergarten Cop (USA 1990, Regie: Ivan Reitman)

RTL II, 20.15: Last Action Hero (USA 1993, Regie: John McTiernan)

ZDFneo, 22.00: Junior (USA 1994, Regie: Ivan Reitman)

RTL II, 22.55: Maggie (USA 2015, Regie: Henry Hobson) (TV-Premiere, lief in Deutschland auf dem Fantasy Filmfest und kam dann auf DVD raus) (Wiederholung um 04.05 Uhr)

ZDFneo, 23.40: Twins – Zwillinge (USA 1988, Regie: Ivan Reitman)

Sonntag, 30. Juli

RBB, 01.20: Red Sonja (USA/Niederlande 1985, Regie: Richard Fleischer)

RTL II, 05.40: Conan, der Barbar (USA 1982, Regie: John Milius)

RTL II, 07.20: Conan, der Zerstörer (USA 1984, Regie: Richard Fleischer)

RTL II, 20.15: Terminator 3 – Rebellion der Maschinen (USA/Deutschland/Großbritannien 2003, Regie: Jonathan Mostow) (Wiederholung um 03.10 Uhr)

RTL II, 22.20: Total Recall (USA 1990, Regie: Paul Verhoeven)

Montag, 31. Juli

RTL II, 00.40 Uhr: The 6th Day (USA 2000, Regie: Roger Spottiswoode)

Kabel 1, 20.15: Eraser (USA 1996, Regie: Charles Russell) (Wiederholung um 00.15 Uhr)

Kabel 1, 22.30: Pumping Iron (USA 1977, Regie: Robert Fiore, George Butler) (TV-Premiere der Semi-Doku über die Welt der Bodybuilder und die 1975er Wettbewerbe für Mr. Olympia und Mr. Universe.)

Mittwoch, 2. August

Kabel 1, 20.15: Terminator (USA 1984, Regie: James Cameron) (Wiederholung um 23.20 Uhr)

Kabel 1, 22.20: Die Arnold Schwarzenegger Story (Deutschland 2017, einstündige Doku über Arnie) (Wiederholung um 03.10 Uhr)

Donnerstag, 3. August

Kabel 1, 01.35: Pumping Iron (USA 1977, Regie: Robert Fiore, George Butler)

Freitag, 4. August

BR, 23.45: Red Sonja (USA/Niederlande 1985, Regie: Richard Fleischer)

 


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