R. i. P. Larry Cohen

März 25, 2019

R. i. P. Larry Cohen (15. Juli 1941, Manhattan, New York – 23. März 2019, Los Angeles, Kalifornien)

Der 1941 geborene Larry Cohen war spätestens seit den frühen siebziger Jahren als Drehbuchautor und Regisseur eine feste Größe im Genrekino. Vor allem von Thrillern, Kriminal- und Horrorfilmen. In seinen B-Pictures benutzte er das geringe Budget für teils ätzende Gesellschaftskritik und er spielte mit kollektiven Ängsten, ohne jemals im Verdacht zu stehen, Kino für das elitäre Bildungsbürgertum zu machen. Er machte keine Arthouse-Fime, sondern Genrefilme. Es sind Filme von einem Genreliebhaber für Genreliebhaber und immer intelligent genug für einige weitergehende Gedanken. Auch wenn nicht jeder Film gelungen ist.

Zu seinen Werken zählen, als Regisseur, „Black Caesar“ (die afroamerikanische Version des Gangsterfilms „Little Caesar“), „Hell up in Harlem“ und „It’s alive“ (ein Horrorfilm mit mehreren Fortsetzungen), und, nur als Drehbuchautor, „I, the Jury“ („Ich, der Richter“, eine Mike-Hammer-Verfilmung), „Maniac Cop“ (und die Fortsetzungen), „Guilty as Sin“ („Jenseits der Unschuld“, verfilmt von Sidney Lumet), „Phone Booth“ (Nicht auflegen!“, ein Mann in einer Telefonzelle) und „Cellular“ („Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben“).

Am Samstag starb der 77-jährige in Los Angeles im Kreis seiner Freunde.

Nachrufe gibt es im The Hollywood Reporter, Variety, IndieWire, Slashfilm, Rolling Stone (US), A. V. Club, Roger Ebert, Filmstarts und Spiegel.

Mehr

Homepage von Larry Cohen

Wikipedia über Larry Cohen (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Larry Cohens „Ambulance“ (The Ambulance, USA 1989)

Werbeanzeigen

R. i. P. Brian Garfield

Januar 5, 2019

R. i. P. Brian Garfield (26. Januar 1939, New York City, New York – 29. Dezember 2018, Pasadena, Kalifornien)

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Der Thriller wurde einmal mit Charles Bronson (die sehr erfolgreiche, einflussreiche, umstrittene und auch ‚gute‘ Verfilmung von 1974), einmal mit Bruce Willis (die grottige Verfilmung von 2018) als Vigilant verfilmt.

Garfield schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, hauptsächlich zwischen 1960 und 1990, zahlreiche weitere Western und Thriller. Für „Hopscotch“ erhielt er den Edgar. In die Verfilmung „Agenten-Poker“ war er als Produzent und Drehbuchautor involviert. Dabei wurde aus dem Thriller eine Komödie mit Walther Matthau in der Hauptrolle. Die weiteren Verfilmungen seiner Romane sind unbekannter.

Weil er mit der Perzeption und der Aussage des Films „Ein Mann sieht rot“, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft und dass normale Bürger Selbstjustiz üben sollen, nicht einverstanden war, schrieb er zu „Death Wish“ die Fortsetzung „Death Sentence“. In dem Thriller schildert er die Folgen von Selbstjustiz für den Täter und sein Umfeld. James Wans gleichnamige Verfilmung zeigt das ebenfalls. In mehreren Romane erzählt er, wie die Protagonisten sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Nachrufe erschienen in Mysterious Press, The Rap Sheet, The Hollywood Reporter, Variety und der Washington Post.

In deutschen Medien habe ich keinen Nachruf gefunden.

Hier ein sehr schönes, im August 2013 geführtes Gespräch mit ihm (nur Ton):


R. i. P. Stan Lee

November 12, 2018

R. i. P. Stan Lee (geb. 28. Dezember 1922 als Stanley Martin Lieber in New York – gest. 12. November 2018 in Los Angeles, Kalifornien)

Er spielte in mehr Blockbuster mit als jeder andere Schauspieler (behaupte ich mal bis zum Beweis des Gegenteils) und er schuf, mit einigen talentierten Zeichnern und Autoren, Marvel Comics mit unzähligen oft schon seit Jahrzehnten bekannten und beliebten Superhelden.


R. i. P. Horst Bosetzky (-ky)

September 18, 2018

Horst Bosetzky (1. Februar 1938, Berlin – 16. September 2018, Berlin)

Seine ersten Kriminalromane veröffentlichte er ab 1971 als -ky. Er wollte seine bürgerliche Karriere als Hochschulprofessor nicht gefährden. Die Krimis waren Bestseller. Er begründete den einflussreichen Soziokrimi. Einige seiner Bücher wurden auch verfilmt. Der enorm produktive Autor war von 1991 bis 2001 Sprecher des Syndikats. Von 2000 bis 2014 war er Vorsitzender des Landesverband Berlin des Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und manchmal hatte ich in den letzten Jahren den Eindruck, dass jede zweite Lesung in seiner Heimatstadt eine Bosetzky-Lesung war.

Mit ihm starb einer der wichtigen deutschen Krimiautoren; – das muss man, auch wenn man kein Fan von ihm ist, uneingeschränkt sagen.

Hinweise

Homepage von Horst Bosetzky

Lexikon der deutschen Kriminal-Autoren über Horst Bosetzky

Wikipedia über Horst Bosetzky


R. i. P. Philip Kerr

März 24, 2018

R. i. P. Philip Kerr (22. Febraur 1956 – 23. März 2018)

Eben erfahren: Philip Kerr ist mit 62 Jahren viel zu jung verstorben.

Bekannt wurde er als Erfinder von Bernie Gunther, einem Polizisten, der in Berlin während der Nazi-Zeitund danach ermittelte. Später schrieb er mehrere Einzelwerke, die alle das Prädikat „Pageturner“ (positiv gemeint) verdienen, Kinderbücher und drei Romane mit Scott Manson, die in der Welt des Fußballs spielen. Lesenswert sind alle seine Bücher.

Hier gibt es einen kleinen Überblick über die ersten Beileidsbekundungen. Weitere, auch ausführliche Nachrufe werden folgen. Auch hier.

Hinweise
Homepage von Philip Kerr
Krimi-Couch über Philip Kerr
Wikipedia über Philip Kerr (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Philip Kerrs „Der Wintertransfer“ (January Window, 2014)

Meine Besprechung von Philip Kerrs „Die Hand Gottes“ (Hand of God, 2015)

 

 

 


R. i. P. Tom Petty

Oktober 3, 2017

R. i. P. Tom Petty (20. Oktober 1950 in Gainesville, Florida – 2. Oktober 2017 in Santa Monica, Kalifornien)

Seit den Siebzigern einer der großen amerikanischen Songwriter.

Hier seine Super Bowl Halftime Show von 2008. Mit seinen großen Hits

Hier sein letztes Konzert am 25. September 2017 im Hollywood Bowl (nur Sound in Bootleg-Qualität)

Vor zehn Jahren spielten Tom Petty & The Heartbreakers in Pettys Geburtsort Gainesville, Florida – und das Konzert gibt es in guter Bild- und Tonqualität

Ein ausführliches Gespräch mit Tom Petty (von 2014)

Mehr über in bei Wikipedia (deutsch, englisch), AllMusic und auf seiner Homepage.


R. i. P. George A. Romero

Juli 16, 2017

R. i. P. George A. Romero (4. Februar 1940 – 16. Juli 2017)

Eben via The Hollywood Reporter erfahren: George A. Romero ist tot. Er hatte Lungenkrebs. Er starb im Schlaf.

Mit seinem Spielfilmdebüt „The Night of the Living Dead“ (Die Nacht der lebenden Toten; Die lebenden Toten) erfand er 1968 das Genre des Zombie-Horrorfilms und seitdem wissen wir, wie Zombies sich bewegen.

Danach drehte er auch einige andere Filme, wie „The Crazies“ (Crazies, 1973) und „The Dark Half“ (Stark – The Dark Half; Stephen Kings Stark, 1993). Sie alle standen und stehen im Schatten seiner Zombie-Filme. Denn er kehrte immer wieder zu ihnen zurück und er benutzte seine Filme für ätzende Gesellschaftskritik. Das unterscheidet seine Filme von denen seiner zahlreichen Nachahmer, die sich in ihren Zombiefilmen die Gesellschaftskritik sparten und sich nur auf die „Kotztüten-Szenen“ konzentrierten.

Romeros letzter Spielfilm war 2009 „Survival of the Dead“.

 

Demnächst werden die Nachrufe explodieren.

Wikipedia (deutsch, englisch) dient gut als erster Überblick.

 

Außerdem

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von George A. Romero/Alex Maleevs „Empire of the Dead – Erster Akt“ (Empire of the Dead – Act One, 2014)

Meine Besprechung von George A. Romero/Dalibor Talajics „Empire of the Dead – Zweiter Akt“ (Empire of the Dead: Act Two, 2014/2015)

Meine Besprechung von George A. Romero/Andrea Muttis „Empire of the Dead – Dritter Akt“ (Empire of the Dead – Act Three # 1 – 5, 2015)

George A. Romero in der Kriminalakte

 


%d Bloggern gefällt das: