TV-Tipp für den 21. September: Burn after reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?

September 21, 2017

SWR/SR, 23.45

Burn after reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? (USA 2008, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Nach dem düsteren “No Country for old Men” lieferten die Coen-Brüder wieder eine ihrer schwarzhumorigen Komödie à la “Fargo” und “The Big Lebowski” ab. Wenn auch nicht so gelungen kultig.

In „Burn after reading“ will ein CIA-Agent sich für seine Entlassung rächen. Er schreibt seine unverhüllten Memoiren und verliert das sich auf einer CD befindende Manuskript. Es fällt, wenig überraschend, in die Hände eines Fitness-Trainers, der endlich das große Geld machen will. Einige andere Trottel versuchen ebenfalls ihren Schnitt zu machen.

Mit George Clooney, Brad Pitt, Frances McDormand, John Malkovich, Tilda Swinton, Richard Jenkins, David Rasche, J. K. Simmons, Olek Krupa

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über “Burn after reading”

Moviepilot über „Burn after reading“

Metacritic über „Burn after reading“

Rotten Tomatoes über „Burn after reading“

Wikipedia über „Burn after reading“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte

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Über Ray Bradburys Kurzgeschichtensammlung „S is for Space“

September 20, 2017

Ob wirklich alle Kurzgeschichten „meisterhaft“ (Untertitel) sind, weiß ich nicht. Das impliziert ja, dass sie die besten der besten Geschichten sind. Jedenfalls sind sie alle lesenswert. Und ob „S is for Space“ wirklich „Der Klassiker“ (Sticker auf dem Cover) ist, bezweifle ich. Denn „S is for Space“ ist eine 1966 von Ray Bradbury für die „Young Adult“-Abteilung der Bibliotheken zusammengestellte Sammlung von sechzehn seiner fantastischen Kurzgeschichten. Etliche erschienen bereits auf Deutsch in verschiedenen mehr oder weniger nur noch antiquarisch erhältlichen Sammelbänden.. Aber der gesamte Sammelband wurde noch nicht übersetzt. Für die aktuelle Veröffentlichung wurden die Geschichten neu übersetzt. Und die Geschichten sind auch nicht speziell für ein jugendliches Publikum geschrieben. Ehrlich gesagt, fällt mir kein großer Unterschied zwischen diesen und anderen Kurzgeschichten von Ray Bradbury auf. Außer vielleicht, dass mehrere Protagonisten Kinder oder Jugendliche sind.

Ray Bradbury (1920 – 2012) ist einer der großen Science-Fiction-Autoren, der vor allem unzählige Kurzgeschichte schrieb, die mal mehr, mal weniger utopisch waren und selbstverständlich auch immer wieder die Grenzen zur Horror- und Kriminalgeschichte überschritten. Zu seinen wenigen Romanen gehören die SF-Klassiker „Die Mars-Chroniken“ und „Fahrenheit 451“. Hollywood verfilmte viele seiner Geschichten und, was jetzt schon Spezialwissen ist, Bradbury schrieb, mit John Huston, das Drehbuch für Hustons Herman-Melville-Verfilmung „Moby Dick“. 2007 erhielt er den Pulitzer-Preis für sein Lebenswerk. Er ist ein Grand Master der Science Fiction Writers of America. Die zahlreichen anderen Ehrungen lasse ich mal weg.

Die meisten der sechzehn in „S is for Space“ enthaltenen Kurzgeschichten sind SF-Geschichten, meistens mit einer überraschenden Pointe. Zweimal geht es zum Mars („Das Millionen-Jahre-Picknick“, „Dunkel waren sie und goldäugig“), und die Begegnung mit den Marsianern fällt beide Male anders aus, als die Menschen es erwarteten. Auch in „Der Mann“ verläuft die Begegnung der Raumfahrer mit einer fremden Rasse anders als geplant, weil kurz vor ihnen bereits ein anderer Reisender den Planeten besuchte. In „Hallo und Lebwohl“ begegnen wir dem Jungen Willie, der körperlich nicht älter wird; was ein Problem ist. Und in „Feuersäule“ (mit 56 Seiten die längste Geschichte des Buches) begegnen wir William Lantry, gestorben und beerdigt 1933, wiederauferstanden und voller Hass 2349. Er lernt eine vollkommen veränderte Welt kennen.

Die schreiende Frau“ ist dann eine Krimi-Geschichte, in der ein Mädchen in der Erde eine schreiende Frau hört. Selbstverständlich will ihr niemand glauben.

Insgesamt zeigen die Geschichten, wie vor über einem halben Jahrhundert, zwischen Weltraumfahrt, Alien-Invasion und selbstgemachter atomarer Zerstörung der Erde über die Zukunft gedacht wurde. Oft spielen die Geschichten in US-amerikanischen Vorstädten und dem menschenleeren Hinterland; – also in den Gebieten, in denen das Publikum, der von Bradbury (und vieler anderer Kurzgeschichtenautoren) geschriebenen Geschichten lebte. Es ist ein Blick in eine unschuldige, der Zukunft zugewandten Zeit. Auch wenn gerade eine Alien-Invasion stattfindet und die Aliens sehr menschlich aussehen. Einmal wird die Invasion sogar von Kindern angeführt.

Ein anderes Mal hat sie etwas mit Pilzen aus New Orleans zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ray Bradbury: S is for Space

(übersetzt von Oliver Plaschka)

Knaur, 2017

288 Seiten

10,99 Euro

Originalausgabe

S is for Space

Doubleday & Company, New York 1966

Hinweise

Homepage von Ray Bradbury

Phantastik-Couch über Ray Bradbury

Wikipedia über Ray Bradbury (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 20. September: Scientology: Ein Glaubensgefängnis

September 20, 2017

SWR/SR, 23.45

Scientology: Ein Glaubensgefängnis (USA 2015, Regie: Alex Gibney)

Drehbuch: Alex Gibney

LV: Lawrence Wright: Going Clear, 2013

Spielfilmlange Doku über Scientology, die drei Emmys erhielt. Als beste Doku, für die Regie und das Drehbuch.

Scientology war nicht begeistert – und das ist doch eine gute Empfehlung.

Mit Paul Haggis, Jason Beghe, Spanky Taylor, David Miscavige, John Travolta, Tom Cruise, Lawrence Wright, L. Ron Hubbard

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“

Wikipedia über „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“

Meine Besprechung von Alex Gibneys „We steal Secrets: Die Wikileaks-Geschichte“ (We steal Secrets: The Story of Wikileaks, USA 2013)


Cover der Woche

September 19, 2017


TV-Tipp für den 19. September: Tatort: Schimanskis Waffe

September 18, 2017

WDR, 23.35

Tatort: Schimanskis Waffe (Deutschland 1990)

Regie: Hans Noever

Drehbuch: Hans Noever, Wolfgang Hesse, Uwe Erichsen

Als Horst Schimanski bei einem Überfall auf Giovannis Restaurant den Dirty Harry gibt, erschießt er seine Freundin. Einer der Verbrecher hat sie in die Schusslinie gestoßen. Erschüttert gibt Schimanski seine Dienstwaffe ab. Erst als sein Kollege Thanner bei der Jagd nach den Verbrechern schwer verletzt wird, beginnt Schimanski die Täter zu suchen.

Ein Schimanski-Tatort. Muss ich noch mehr sagen?

mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Klaus Behrendt, Nina Petri, Remo Remotti, Martin Halm

Hinweise

Tatort-Fundus Kommissar Schimanski 

Horst-Schimanski-Fanseite

Wikipedia über „Moltke“

Meine Besprechung von Martin Schüllers „Moltke“ (2010)

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Uwe Erichson


„Deadpool Pulp“ ist immer noch Deadpool

September 18, 2017

Das ist noch nicht „Der Söldner mit der großen Klappe“, den wir aus zahlreichen Comics in verschiedenen Uni- und Multiversen und einem Kinofilm in mehr oder weniger verschiedenen Inkarnationen kennen, sondern ein Deadpool, der in den fünfziger Jahren als schon ziemlich durchgeknallter CIA-Agent eine abtrünnige Agentin und einen von ihr gestohlenen Atomkoffer finden soll. Die Agentin ist Inez Temple, Codename „Outlaw“, und „Deadpool“ Wade Wilsons große Liebe.

Während er sie sucht, fragt er sich, was bei der ganzen Sache faul ist. Denn als erstes soll er Dr. Jackson, den seit einem Jahr untergetauchten, von den Geheimdiensten kaum beschützten Erfinder der Taschenbombe finden.

Die in sich abgeschlossene Miniserie „Deadpool Pulp“ von den Autoren Mike Benson und Adam Glass (sie schrieben auch „Marvel Noir: Luke Cage“) und Zeichner Laurence Campbell ist mehr Pulp als ein normales Deadpool-Abenteuer mit den direkten Ansprachen des Publikums, den popkulturellen Anspielungen und dem latent unzurechnungsfähigen Verhalten des an mehr oder weniger ausufernden Gedächtnisverlusten leidenden Protagonisten. In „Deadpool Pulp“ kann er zwar auch nicht unbedingt seinem Gedächtnis trauen – und das ist wichtig für das Ende der Geschichte -, aber er agiert ziemlich normal als Geheimagent, der verhindern muss, dass während des Kalten Krieges Gegner der USA in den Besitz einer koffergroßen Atombombe kommen.

Das macht Spaß. Als Noir. Als Pulp-Geschichte.

Mike Benson/Adam Glass/Laurence Campbell: Deadpool Pulp

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Panini Comics, 2017

100 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Deadpool Pulp 1 – 4

Marvel, 2010/2011

Hinweise

 

Wikipedia über Deadpool

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe: Kopfsprung (Band 1 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 1 – 6: Headtrip, 2009/2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Bong Dazo (Zeichner)/Kyle Baker (Zeichner): Deadpool – Der Söldner mit der großen Klappe (Band 2 von 2) (Deadpool: Merc with a Mouth 7: Are you there? It’s me, Deadpool; Deadpool: Marc with a Mouth 8 – 15: Next Stop: Zombieville, 2010)

Meine Besprechung von Daniel Way (Autor)/ Shawn Crystal (Zeichner)/Paco Medina (Zeichner): Deadpool 1 (Deadpool 13/14: Wave of Mutilation; Deadpool 15: Want you to want me, Part 1: The complete idiot’s guide to metaphers, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Jason Pearson (Zeichner): Deadpool: Weiber, Wummen & Wade Wilson! (Sonderband 1) (Deadpool: Wade Wilson’s War, Vol. 1 – 4, 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Rob Liefeld/Whilce Portacio/Philip Bond/Paco Medina/Kyle Baker (Zeichner) „Deadpool Corps (Deadpool Sonderband 2)“(Prelude to Deadpool Corps, Vol. 1 – 5, März 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)/Rob Liefeld/Marat Mychaels (Zeichner) “Deadpool Corps 2 (Deadpool Sonderband 3)” (Deadpool Corps 1 – 6, Juni 2010 – November 2010)

Meine Besprechung von Victor Gischler (Autor)Rob Liefeld/Marat Mychaels (Zeichner) “Deadpool Corps 3: You say you want a Revolution (Deadpool Sonderband 4)” (Deadpool Corps 7 – 12: You say you want a Revolution (Part 1 – Part 6), Dezember 2010 – Mai 2011)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner): Deadpool: Das Film-Special (X-Men Origins: Deadpool: The Major Motion Picture, 2010)

Meine Besprechung von Cullen Bunn/Ramon Rosanas „Night of the Living Deadpool“ (Night of the Living Deadpool # 1 – 4, März 2014 – Mai 2014)

Meine Besprechung von Cullen Bunn/Nik Virellas „Return of the Living Deadpool“ (Return of the Living Deadpool # 1 – 4, April 2015 – Juli 2015)

Meine Besprechung von „Deadpool: Greatest Hits – Die Deadpool-Anthologie“ (2016, Sammelband mit vielen Deadpool-Geschichten)

Meine Besprechung von Tim Millers „Deadpool“ (Deadpool, USA 2016)

Meine Besprechung von Mike Benson (Autor)/Adam Glass (Autor)/Shawn Martinbrough (Zeichner): Marvel Noir: Luke Cage (Luke Cage Noir, Vol. 1 – 4, 2009)

 

 

 


TV-Tipp für den 18. September: Tatort: Berlin – Beste Lage

September 17, 2017

RBB, 22.15

Tatort: Berlin – Beste Lage (Deutschland 1993, Regie: Matti Geschonneck)

Drehbuch: Rainer Berg, Matti Geschonneck

Musik: Ulrich Gumpert

Auf einem Laster, der Schrott nach Polen transportieren soll, wird die Leiche eines Tischlers gefunden, der im Scheunenviertel lebte. Das Wohn- und Gewerbegebiet in Berlin-Mitte soll luxussaniert werden. Deshalb wollen der Besitzer des Hauses und ein Makler die alten Mieter aus dem Wohnblock vertreiben. Kommissar Markowitz glaubt, dass der Tote etwas gegen sie in der Hand hatte.

Dichte Milieustudie, die die Veränderungen im Nachwendeberlin reflektiert. Denn schon damals wurde gnadenlos gentrifiziert.

Die acht Markowitz-“Tatorte“ sind immer noch ein Rätsel. Denn der SFB (heute RBB) produzierte von 1991 bis 1995 eine Reihe hochkarätiger „Tatorte“, die die damaligen Veränderungen in Berlin reflektierten. Und das in einer Qualität, die davor und danach nicht erreicht wurde. Denn davor ermittelte Heinz Drache als Kommissar Bülow (Gähn!), danach Winfried Glatzeder als Kommissar Roiter (Grusel! Zwei Giftschrankfolgen und „Ein Hauch von Hollywood“, der so schlecht war, dass er an einem Montag um 23.00 Uhr versendet wurde).

mit Günther Lamprecht, Hans Nitschke, Claudia Balko, Thomas Schendel, Renate Küster

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Franz Markowitz

Berliner Morgenpost: Interview mit Günther Lamprecht über Kommissar Markowitz


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