TV-Tipp für den 20. Oktober: Wilsberg: Todesengel (und Jürgen Kehrer liest)

Oktober 20, 2010

ZDFneo, 21.00

Wilsberg: Todesengel (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Jürgen Kehrer

LV: Jürgen Kehrer: Wilsberg isst vietnamesisch, 2001

Ermordet die gewissenhafte Frau Kentrup Rentner? Wilsberg ermittelt, während Freund Manni den Bau einer Seniorenresidenz überwacht und Kommissarin Springer am liebsten eine ruhige Kugel schieben möchte.

Witzig-ironischer Wilsberg-Krimi mit etlichen gelungenen Szenen und einer nicht sonderlich überraschenden Auflösung.

Störend ist das hölzerne Spiel von Caroline Peters (sie spielt Wilsbergs Auftraggeberin Susanne Diepenbrock).

Vollkommen unverständlich ist, weshalb „Wilsberg isst vietnamesisch“ im Abspann als Vorlage genannt wird. Denn die Story des Buches hat nichts mit dem Film zu tun und auch der Titel des Romans hat keinen Bezug zum Film.

„Todesengel“ ist der letzte Wilsberg-Krimi mit Heinrich Schafmeister als Manni. Sein Nachfolger ist Oliver Korittke. Er spielt einen Steuerprüfer.

Dieser Wilsberg knüpft nahtlos an den äußerst gelungenen vorherigen, etwas besseren Wilsberg „Schuld und Sühne“ an.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Rita Russek, Helmut Zierl, Bela B. Felsenheimer

Hinweise

ZDF über „Wilsberg“

Wikipedia über „Wilsberg“

Homepage von Jürgen Kehrer

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Wilsberg und die dritte Generation“

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Independent Filmfestival im „Filmkunst 66“ (Berlin)

Juli 22, 2010

Einmal im Jahr präsentiert Franz Stadler, der Betreiber des „Filmkunst 66“ (Berlin-Charlottenburg, Nähe S-Bahnhof Savignyplatz), das „Independent Filmfestival – Festival des unabhängigen Films“. Die meisten Filme sind bei uns, trotz bekannter Namen, nur auf DVD erschienen. Jetzt gibt es eine der ganz seltenen Gelegenheiten, diese Filme im Kino zu sehen. Dieses Jahr sind unter anderem dabei:

Nichts als die Wahrheit: ein auf einem wahren Fall basierender Politthriller über eine US-Journalistin, die, um den Namen ihres Informanten zu verraten, in Beugehaft genommen wird. Regie führte Rod Lurie (Die letzte Festung, Rufmord). Kate Beckinsale, Matt Dillon und Alan Alda spielen mit.

Synecdoche, New York: das mit zwei Independent Spirit Awards ausgezeichnete Regiedebüt von Charlie Kaufmann. Er schrieb die Drehbücher für „Being John Malkovich“, „Adaptation“, „Human Nature – Die Krone der Schöpfung“, „Vergiss mein nicht“, „Geständnisse – Confessions of a dangerous mind“. Philip Seymour Hoffman, Catherine Keeler, Emily Watson, Jennifer Jason-Leigh spielen mit.

Jeder stirbt – The Unscarred: ein zehn Jahre alter Film von Buddy Giovinazzo mit James Russo, Heino Ferch und Ornella Muti, der damals wegen der Pleite des Produzenten im Archiv verschwand.

Gangster

36 – Quai des Orfevres

MR 73: die Polizeifilm-Trilogie von Olivier Marchal, den Zitty den „Nachfolger von Jean-Pierre Melville“ nennt. Die drei Noirs erschienen bei uns nur auf DVD. Auch „Diamond 13“, für das Marchal das Drehbuch schrieb und eine Hauptrolle übernahm, erschien bei uns nur auf DVD.

1974

1980

1983: die grandiose Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Es ist zwar eine Fernsehproduktion, aber die Bilder schreien nach der großen Leinwand.

Insgesamt laufen im „Filmkunst 66“ vom Donnerstag, den 22. Juli, bis zum Mittwoch, den 4. August, 24 Filmpremieren von unabhängigen Filmen, die nicht nur Futter für die Augen, sondern auch für die kleinen grauen Zellen liefern.


TV-Tipp für den 1. Juli: Polizeiruf 110: Mit anderen Augen

Juli 1, 2010

WDR, 20.15

Polizeiruf 110: Mit anderen Augen (D 2006, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Christian Limmer

Ein Serienkiller geht in München um. Ein Profiler aus den Vereinigten Staaten soll den Kommissaren Tauber und Obermaier helfen.

Mit anderen Augen“ ist eine ziemlich durchgeknallte Thriller-Groteske. Die bayerischen Polizeirufe gehören zu den besten deutschen TV-Krimis.

Mit Edgar Selge, Michaela May, Udo Kier, Tayfun Bademsoy

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juni 18, 2010

Auch während der WM gibt es bei den Alligatorpapieren meine TV-Krimi-Buch-Tipps:

Wegen diesem Ereignis in Südafrika, gibt es die kommenden Tagen nur kriminalfilmische Schonkost und zwei „Ausgrabungen“: einmal den von Buddy Giovinazzo inszenierten „Polizeiruf 110: Mit anderen Augen“; einmal den Kommissar-Brinkmann-Tatort „Frankfurt-Miami“, nach einem Drehbuch von Frédéric Fajardie.
Etwas öfters läuft Felix Hubys Schimanski-Tatort „Grenzgänger“.
Außerdem gibt es Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“, Don Siegels Glendon-Swarthout-Verilmung „Der letzte Scharfschütze“, Ridley Scotts Philip-K.-Dick-Verfilmung „Blade Runner“ (im Final Cut), Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ (nach einem Drehbuch von David Mamet) und von Geburtstagskind Claude Chabrol unter anderem „Der Frauenmörder von Paris“, „Das Biest muß sterben“, „Blutsverwandte“, „Der Schrei der Eule“ und „Betty“.


Spinnen die?

April 9, 2010

Als ich diese Überschrift las, war ich begeistert:

Javier Bardem, Jason Statham, and Mickey Rourke may star in upcoming Tony Scott Film POTZDAMER PLATZ

Endlich schien die schon seit Ewigkeiten angekündigte und sich in Entwicklung befindende Verfilmung von Buddy Giovinazzos gleichnamigem Roman in die Gänge zu kommen.

Dann las ich in dem Artikel, dass die Geschichte von Berlin nach Puerto Rico verlegt werden soll und ich dachte: „Spinnen die?“

Giovinazzos Geschichte lebt doch gerade von dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Gangsterkulturen und Mentalitäten im Berlin der Nachwendezeit, als verschiedene Baufirmen sich um die Bebauung des damals noch brach liegenden Potsdamer Platzes kabbelten.

Und jetzt soll die Geschichte nach Südamerika verlegt werden? Ihr soll also genau das, was die Geschichte so einzigartig macht, genommen werden?

Das kann ein guter Film werden, aber mit Buddy Giovinazzos Roman hat das dann nichts mehr zu tun.


TV-Tipp für den 19. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 19, 2009

ZDF, 20.15

Einsatz in Hamburg: Tödliches Vertrauen (D 2009, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter

Ein neuer Fall für Kommissarin Jenny Berlin: sie soll herausfinden, wer die alleinerziehende Mutter eines achtjährigen, schweigsamen Schlüsselkindes erstach.

Zwölfter Einsatz der Kommissarin und weil Cantz, Hinter und Giovinazzo normalerweise überzeugende Arbeiten abliefern, dürfte dieser “Einsatz in Hamburg” für einen spannenden Abend sorgen.

Mit Aglaia Szyszkowitz, Rainer Strecker, Hannes Hellmann, Victoria Trauttmansdorff, Bruno Schubert, Florian Lukas, Anja Kling, Oliver Stokowski

Pro 7, 22.20

Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod (USA 2007, R.: John Herzfeld)

Drehbuch: Bob Krakower, Allen Lawrence

LV: Don Winslow: The Death and Life of Bobby Z, 1997 (Die Wiederauferstehung des Bobby Z)

Knacki Tim Kearney ist ein echter Pechvogel. Aber da erhält er von dem Drogenpolizisen Tad Gruzsa ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: er soll freikommen, wenn er bei einem Gefangenenaustausch den legendären Drogendealer Bobby Z. spielt. Natürlich geht der Austausch schief und Kearney hat jetzt wirkliche Probleme.

Unterhaltsame, weitgehend unterschätzter Actionthriller, der sich an das Buch hält.

Mit Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Flemyng, Keith Carradine, Joaquim de Almeida, J.R. Villarreal, Jason Lewis, Jacob Vargas, Michael Bowen

Wiederholung: Sonntag, 20. September, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von “Pacific Private” (The Dawn Patrol, 2008)

Kabel 1, 00.05

Wehrlos – Die Tochter des Generals (USA 1999, R.: Simon West)

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson De Mille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, mal wieder vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Der Film ist FSK-16 und für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung wird normalerweise auf eine sinnentstellend beschnittene Version (im Wesentlichen wurde das Motiv herausgeschnitten) zurückgegriffen. Die heutige Nachtwiederholung dürfte dagegen ungekürzt sein.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Homepage von Nelson De Mille

Schnittberichte über die Kürzungen


TV-Tipp für den 19. Januar: Tatort: Dreimal schwarzer Kater

Januar 19, 2009

NDR, 21.00

TATORT: Dreimal schwarzer Kater (D 2003, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stephan Cantz, Jan Hinter

In einem Heim stirbt die gelähmte Lisa. Kommisar Thiel (Axel Prahl) und Pathologe Boerne (Jan Josef Liefers) beginnen zu ermitteln.

Nach zwei äußert unterhaltsamen Fällen inszenierte Buddy Giovinazzo den dritten Fall: New York in Münster? Das nicht, aber gewohnt respektlos und witzig.

Inzwischen hat Giovinazzo sein Debüt „Cracktown“ unter dem Originaltitel „Life is hot in Cracktown“ verfilmt. Der Kinostart ist noch unklar. Im Frühjahr soll bei Pulp Master sein neuer Roman „Piss in den Wind“ erscheinen.

Mit Axel Prahl, Jan Josef Liefers, Friederike Kempter, Christine Urspruch, Mechthild Großmann, Oliver Bokern, Claus D. Clausnitzer

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

IMDB über Buddy Giovinazzo


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Wir können auch Krimis

Februar 15, 2008

Im zweiten Teil unserer kleinen Verlagsschau sehen wir uns das Frühjahrprogramm einiger kleiner Verlage, die regelmäßig gute Krimis veröffentlichen, an. Der Alexander Verlag, die Edition Nautilus, Pendragon, der Unionsverlag, Pulp Master und vgs veröffentlichen nicht nur Kritikerlieblinge, sondern sie haben auch einige die Bestsellerlisten stürmende  Publikumslieblinge im Angebot.

 

 

Alexander Verlag

setzt seine Ross-Thomas-Neuausgabe fort:

Ross Thomas: Teufels Küche (Überarbeitete Neuausgabe von „Mördermission“ [Missionary Stew, 1983]; erhielt 1986 den Deutschen Krimi Preis und Stephen King meint: „Dieses Buch ist definitiv das beste, das ich von Ross Thomas gelesen habe.“)

David Mamet: Bambi vs. Godzilla (Arbeitstitel; David Mamet meckert über Hollywood; das ist zwar kein Krimi, aber David Mamet hat mit seinen Drehbüchern und Filmen auch im Genre seine Spuren hinterlassen.)

Die Bücher erscheinen im Frühjahr.

 

 

Edition Nautilus

setzt die „Kaliber .64“-Reihe (64 Seiten und Schluss – schöne Reihe mit inzwischen schon einigen Entdeckungen) mit drei Geschichten fort:

Bernhard Jaumann: Geiers Mahlzeit

Roman Rausch: Meet the Monster

Friedrich Ani: Der verschwundene Gast

Die Bücher erscheinen Ende Februar.

 

 

Pendragon

Herausgeber Günther Butkus verspricht mir immer wieder, dass im nächsten Programm weniger Kriminalromane seien – und bricht dieses regelmäßig dieses Versprechen. Aber bei diesen angekündigten Romanen will ich wirklich nicht böse sein:

Februar

Frank Göhre: MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser (Nachdem Göhre vor Jahren bereits die Werke von Friedrich Glauser herausgegeben hat, legt er jetzt eine literarische Annäherung an Glauser vor.)

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag (Neuveröffentlichung von „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“, dem auch verfilmten „Schnelles Geld“ und den bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten „Verrückte Schritte“ und „Keine Chance“)

Renate Niemann: Der Graumacher (Psychothriller über eine Journalistin, die den Graumacher jagt.)

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis (Nach einer langen Pause endlich wieder ein neuer Schweiger. Dieses Mal erzählt er eine Familien- und Rachegeschichte.)

Jürgen Siegmann: Am Abgrund (In Bielefeld verschwinden zwei Schülerinnen. Kommissar Lippe ermittelt.)

März

Die Schweizer gestalten den Pendragon-März

Mitra Devi: Stumme Schuld (Eine Privatdetektivin sucht einen Mörder und findet zunächst viele Verdächtige.)

Roger Graf: Die Frau am Fenster (Yep, der Mann, der uns die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney bescherte scheint dieses Mal wesentlich ernsthafter zu erzählen. Jedenfalls sucht die Polizei nach einem Mörder, der bei seinen Opfern immer eine Plastikuhr mit der Uhrzeit 11.15 Uhr zurücklässt.)

Daniel Himmelberger/Saro Marretta: Die letzte Reise nach Palermo (Ein Berner Schriftsteller wird ermordet. Seine Kollegen fragen sich, ob’s die Mafia war. Die Polizei ermittelt.)

Roger Strub: Kalter Abschied (Vor dreißig Jahren brachte eine Mutter zuerst ihre Kinder und dann sich um. Heute untersucht die Polizei den Fall wieder und fragt sich, ob die Tote wirklich die Mutter war.)

 

 

Unionsverlag

Bleiben wir in der Schweiz. Der Unionsverlag legt sein erstes Krimiprogramm nach dem Ausscheiden von Thomas Wörtche als Herausgeber vor. Aber für die meisten Bücher dürfte Wörtche noch irgendwie verantwortlich sein. Jedenfalls liest sich das Programm so:

Fester Einband

Leonardo Padura: Das Havanna-Quartett (Sammelband mit „Ein perfektes Leben“, „Handel der Gefühle“, Labyrinth der Masken“ und „Das Meer der Illusionen“)

Claudia Pineiro: Ganz die Deine (Tuya, 2003 – Inés wird von ihrem Mann betrogen. Irgendwann reicht es ihr und sie beginnt einen Rachefeldzug. Die ersten Zeilen gefallen mir sehr gut.)

Tran-Nhut: Das schwarze Pulver von Meister Hou – Ein Kriminalfall für Mandarin Tan (La pudre noire de Maitre Hou, 2002 – eine im Vietnam des 17. Jahrhunderts spielende Mischung aus historischem Roman, Spannung und Fantasy)

Taschenbuch

Februar

Friedrich Glauser: Die Wachtmeister-Studer-Romane (alle sechs Krimis in einer Kassette und damit die ideale Ergänzung zu Frank Göhres Glauser-Roman)

Celil Oker: Dunkle Geschäfte am Bosporus (Son Ceset, 2004 – Nach einer vierjährigen Pause und nachdem ich bereits die Hoffnung auf eine weitere Übersetzung eines Krimis mit Privatdetektiv Remzi Ünal aufgegeben hatte, erscheint jetzt sein vierter Fall. Guter Hardboiled aus der Türkei.)

Leonardo Padura: Adiós Hemingway (Adios Hemingway, 2006 – hab ich bereits abgefeiert)

Manfred Wieninger: Kalte Morde (Erstausgabe 2006 im Haymon-Verlag – Privatdetektiv Marek Miert glaubt nicht an die Mär von den blutrünstigen Ausländern. Er sucht den wahren Mörder.)

April

Garry Disher: Schnappschuss (Snapshot, 2005 – hab ich bereits abgefeiert)

Bill Moody: Solo Hand (Solo Hand, 1994 – Neuausgabe des ersten Evan-Horne-Krimis. Moodys Evan-Horne-Serie hab ich hier abgefeiert.)

Gabriel Trujillo Munoz: Tijuana Blus (El festín de los cuervos, 2002 – hab ich bereits abgefeiert)

 

Pulp Master

will mit zwei Werken den Sommer lebenswert gestalten:

Buddy Giovinazzo: Piss in den Wind (College-Dozent James Gianelli bringt in einem Wutanfall seine Freundin um und entsorgt die Leiche. Kurz darauf trifft er Dominique und jetzt hat er wirkliche Probleme, „denn sie ist nicht nur ultra-cool, sondern irgendwie auch ultra-tot…“ – Ah, das klingt angenehm abgedreht.)

Thor Kunkel: Kuhls Kosmos (Silvester 1979: Raubmörder Kuhl hat sich von Frankfurt nach Miami verabschiedet und, weil er gerne auf großem Fuß lebt, muss er sich schnell um neue Einkünfte kümmern. „Neo-Pulp für Fortgeschrittene“ schreibt der Verlag über dieses Comin-of-Age-Werk. Bin sehr gespannt.)

 

VGS

Die meisten VGS-Bücher sind für Krimifans nicht sonderlich interessant. Aber mit den „CSI“-Romanen gibt es spannendes Futter für die Buch-zum-Film-Fraktion (obwohl es sich hier um neue Fälle mit den bekannten Seriencharakteren handelt) und auch die Freunde einer gut geplotteten Geschichte dürfen zugreifen:

März

Max Allan Collins: CSI: Crime Scence Investigation – Die Last der Beweise (Ich bin halt ein Collins-Fan.)

April

Donn Cortez: CSI: Miami – Todsicheres Alibi

Donn Cortez: CSI: Miami – Im freien Fall

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

Hier geht’s zu Teil 1: Emons, Gmeiner Grafit


TV-Tipp für den 14. Juli

Juli 14, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Todesengel (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Jürgen Kehrer

LV: Jürgen Kehrer: Wilsberg isst vietnamesisch, 2001

Ermordet die gewissenhafte Frau Kentrup Rentner? Wilsberg ermittelt, während Freund Manni den Bau einer Seniorenresidenz überwacht und Kommissarin Springer am liebsten eine ruhige Kugel schieben möchte.

Witzig-ironischer Wilsberg-Krimi mit etlichen gelungenen Szenen und einer nicht sonderlich überraschenden Auflösung.

Störend ist das hölzerne Spiel von Caroline Peters (sie spielt Wilsbergs Auftraggeberin Susanne Diepenbrock).

Vollkommen unverständlich ist, weshalb „Wilsberg isst vietnamesisch“ im Abspann als Vorlage genannt wird. Denn die Story des Buches hat nichts mit dem Film zu tun und auch der Titel des Romans keinen Bezug zum Film.

„Todesengel“ ist der letzte Wilsberg-Krimi mit Heinrich Schafmeister als Manni. Sein Nachfolger ist Oliver Korittke. Er spielt einen Steuerprüfer.

Dieser Wilsberg knüpft nahtlos an den äußerst gelungenen vorherigen, etwas besseren Wilsberg  „Schuld und Sühne“ an.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Rita Russek, Helmut Zierl, Bela B. Felsenheimer

 

 Hinweis:

Am Montag, den 23. Juli, zeigt der NDR um 21.00 den von Buddy Giovinazzo inszenierten, mit hübschen Landschaftaufnahmen garnierten, zähen Borowski-Tatort „Das Ende des Schweigens“.

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Tipp für den 7. Juli

Juli 7, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Schuld und Sühne (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Ulli Stephan

LV: Figur von Jürgen Kehrer

Hat Matthias, Ehemann von Wilsbergs Jugendliebe Katharina, die Edelhure Lilly umgebracht? Wilsberg sucht den Täter.

Inzwischen verdient der us-amerikanische Regisseur und Krimiautor Buddy Giovinazzo seine Brötchen mit deutschen Serien und inszenierte für den Tatort („Dreimal schwarzer Kater“ mit den Münsteranern Thiel und Börne) und Polizeiruf 110 („Tiefe Wunden“ mit den Münchnern Tauber und Obermaier) gute Folgen. Auch für den doch eher betulichen Wilsberg drehte er zwei sehr gute Episoden. „Schuld und Sühne“, die erste und bessere, ist ein Krimidrama über Schuld, Sühne und die eigene Vergangenheit.

Giovinazzos neuester Film „Life is Hot in Cracktown”, eine Verfilmung seiner Kurzgeschichtensammlung “Cracktown” mit Lara Flyn Boyle und RZA, befindet sich inzwischen in der Postproduktion. Die Verfilmung seines Krimis „Potsdamer Platz“ von den Scott-Brüdern ist dagegen wahrscheinlich auf Eis gelegt worden.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Ina Paule Klink, Rita Russek

 

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 6, 2007

Bei den Alligatorpapieren sind meine bunt bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps für die kommenden beiden Wochen online.

Vor dem Klick gibt’s hier die ersten Zeilen:

Hallo liebe Krimifreunde,
in den kommenden beiden Wochen werden die beiden von Buddy Giovinazzo inszenierten Wilfsberg-Filme „Schuld und Sühne“ und „Todesengel“ wiederholt. Außerdem empfehlenswert sind Charles Laughtons Davis Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, Jonathan Demmes Richard Condon-Verfilmung „Der Manchurian Kandidat“, das auf der Biographie von Joseph Pistone beruhende Mafiadrama „Donnie Brasco“, Philip Noyces Graham Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Wolfgang Murnbergers Wolf Haas-Verfilmung „Komm, süßer Tod“ (die Austro-Version eines Action-Thrillers), Bertrand Taverniers Georges Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“ und die weiteren Abenteuer von Jane Tennison in der von Lynda La Plante erfundenen Serie „Heißer Verdacht“.
Gespannt bin ich auf die Brian Moore-Verfilmung „Am Ende einer Flucht – The Statement“ (verschwand viel zu schnell aus dem Kino) und den sehr selten gezeigten Noir „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“. Der Noir ist gleichzeitig das Filmdebüt von Kirk Douglas. Die beiden Nesser-Verfilmungen „Das vierte Opfer“ und „Münsters Fall“ dürften dagegen für meinen Geschmack zu betulich sein.
Kabel 1 beginnt mit seinem alljährlichen Edgar Wallace-Festival. Immer samstags im Doppelpack.
 


Die kriminelle Herbst-Winter-Kollektion – Teil 3

Juni 13, 2007

Im dritten Teil bleiben wir bis auf eine Ausnahme bei den kleineren Verlagen. In den vergangenen Jahren erfreuten sie uns Krimifans mit Neuentdeckungen, überfälligen Neuauflagen (oft wurde dafür die Übersetzung bearbeitet) und verlegten wieder einige zu Unrecht vom deutschen Buchmarkt verbannte Autoren.

Fettgedruckt sind die Bücher, auf die ich mich besonders freue.

Alexander Verlag

Der Berliner Verlag ist vor allem für seine Theater- und Filmbücher bekannt. Aber mit der Jörg Fauser-Werkausgabe, Charles Willeford, Ross Thomas und Martin Compart ist auch einiges für Krimifans dabei. Im Herbst wird ein weiteres Buch von Ross Thomas wiederveröffentlicht und die Fauser-Werkausgabe abgeschlossen.

August

Jörg Fauser: Die Tournee – Romanfragment (erste Veröffentlichung seines letzten Manuskriptes)

September:

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg (The Cold War Swap, 1966; Das mit dem Edgar-Allen-Poe-Preis ausgezeichnete Debüt von Ross Thomas erschien bereits unter dem Titel „Der Ein-Weg-Mensch“. Die alte Übersetzung wurde für die Neuausgabe bearbeitet.)

Oktober

Jörg Fauser: Der Strand der Städte – Gesammelte journalistische Arbeiten (1959-1987)

Über Jörg Fauser habe ich hier, über Ross Thomas hier geschrieben.

Liebeskind

Klein, edel, fein. In den vergangenen Jahren gab’s David Peace und Pete Dexter. Diesen Herbst werden bereits im August folgende krimiaffinene Titel ausgeliefert:

Bruno Preisendörfer: Die Vergeltung („Ein literarischer Thriller über Schuld und tödliche Rache“ sagt der Verlag.)

James Sallis: Driver (Drive, 2005; Dank der kurzlebigen Dumont Noir-Reihe kam James Sallis auf den deutschen Markt. Jetzt hat Sallis endlich eine neue Heimat gefunden.)

Nick Tosches: Muddy Waters isst selten Fisch – Artikel, Reportagen, Interviews (Wenn aus Reportagen Literatur wird.)

Pulp Master

Der Berliner Verlag mit den schönen Covers von 4000 und diesen guten Autoren: Joe R. Lansdale, Derek Raymond, Garry Disher (die Wyatt-Gangsterserie), Charles Willeford, Buddy Giovinazzo undsoweiter.

Für Spätsommer/Herbst ist die Veröffentlichung von

Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso (Sky full of sand, 2003)

geplant. In dem Noir-Thriller glaubt Uriah Walkinghorse, dass er seinen persönlichen Tiefpunkt bereits erreicht hat, als er in einem SM-Studio als maskierter Henker anheuert. Ist natürlich ein Irrtum.

Shayol

Noch ein Verlag aus Berlin. Zuerst publizierte er Science-Fiction. Unter anderem die Neuausgabe der Werke von Rainer Erler. Vergangenes Jahr startete er die Reihe „Funny Crimes“.

Als fünfter Band ist für August/September „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998) von Joe R. Lansdale geplant. Es ist ein weiteres Hap Collins-Leonard Pine-Abenteuer.

Im Januar soll „Everybody dies“ (1998) von Lawrence Block erscheinen. Damit würde nach einer jahrelangen Pause die Matthew Scudder-Serie endlich auch in Deutschland fortgesetzt.

Zwei Bücher, die Sie sich vormerken sollten. Die Gründe? Nun hier, hier, hier und deswegen.

VGS/Egmont

Die Ausnahme ist vor allem für seine Filmbücher und „Die Chronik der Unsterblichen“ von Wolfgang Hohlbein bekannt. Aber das ist Fantasy.

Für die CSI-Fans gibt es im Oktober/November Nachschub:

Max Allan Collins: CSI – In Extremis

Stuart M. Kaminsky: CSI:NY – Sintflut (Deluge, 2007)

Donn Cortez: CSI: Miami – Mörderisches Fest

Auf die neuen Werke von Max Allan Collins und Stuart M. Kaminsky freue ich mich schon. Den CSI-Roman „Im Profil des Todes“ von Max Allan Collins habe ich hier, die ersten beiden CSI:NY-Romane „Der Tote ohne Gesicht“ und „Blutige Spur“ von Stuart M. Kaminsky habe ich hier gelobt. Von Donn Cortez lasse ich mich überraschen.


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