TV-Tipp für den 18. Mai: John Wick

Mai 17, 2019

Wenige Tage bevor John Wick wieder im Kino kämpft (Jubelarie zum Filmstart), gibt es heute und morgen die ersten beiden John-Wick-Filme. So als Vorbereitung.

Pro7, 22.30

John Wick (John Wick, USA 2014)

Regie: Chad Stahelski, David Leitch (ungenannt)

Drehbuch: Derek Kolstad

Als der missratene Sohn eines Mafiosos den Hund von John Wick tötet, packt der Ex-Killer John Wick seine eingelagerten Waffen wieder aus.

Actionfilm der wegen seines Stils und seiner furiosen Actionszenen begeistert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe, Dean Winters, Adrianne Palicki, Omer Barnea, Toby Leonard Moore, Daniel Bernhardt, Bridget Moynahan, John Leguizamo, Ian McShane

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Moviepilot über „John Wick“

Metacritic über „John Wick“

Rotten Tomatoes über „John Wick“

Wikipedia über „John Wick“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick“ (John Wick, USA 2014)

Meine Besprechung von Chad Stahelskis „John Wick: Kapitel 2“ (John Wick: Chapter 2, USA 2017)

Der Trailer für den dritten John-Wick-Film

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Neu im Kino/Filmkritik: „John Wick“ ist stinkig

Januar 29, 2015

John Wick ist ein Rentner. Er lebt in einem großen Haus, hat einen Hund und trauert.
Er war verheiratet – und ein Killer. Nicht im Auftrag einer Regierung, sondern für die andere Seite.
Als Iosef Tarasov, der nichtsnutzige Sproß eines russischen Oligarchen, Johns 1969er Boss Mustang klaut und Johns Beagle Daisy, ein Geschenk seiner verstorbenen Frau, tötet, hat der junge Tarasov die Büchse der Pandora geöffnet. Denn John Wick wird seinen Hund rächen und dabei keine Gefangenen machen, weshalb die Mordrate in New York ungeahnte Höhen erreicht.
Das klingt jetzt nach dem nächsten, billig heruntergekurbeltem B-Actionfilm mit einer sattsam bekannten Rachegeschichte nach Schema F und so ganz falsch ist dieser Verdacht auch nicht. Denn letztendlich ist „John Wick“ ein wortkarger Actionfilm, der nie mehr als ein schlanker Actionfilm sein will. Nach hundert Minuten hat das Morden ein Ende. Allerdings ist der Film mit Keanu Reeves als John Wick und Michael Nyqvist, Willem Dafoe, John Leguizamo, Ian McShane, Adrianne Palicki und Bridget Moynahan verdammt gut besetzt und von Regiedebütant Chad Stahelski stilbewusst inszeniert.
Dabei ist Stahelski schon lange im Geschäft. Mit David Leitch, der auch mitproduzierte und der der nicht genannte Co-Regisseur ist (halt wie bei den Coen-Brüdern), gründete er die Stuntmen-Firma 87Eleven und sie übernahmen Stunts und die Second-Unit-Regie bei Filmen wie „Safe – Todsicher“, „Escape Plan“, „Das Bourne Vermächtnis“, „Wolverine: Weg des Kriegers“, „Teenage Mutant Ninja Turtles“ und den „Expendables“-Filmen. Mit Keanu Reeves arbeitete Stahelski, oft auch als sein Stunt-Double, unter anderem bei den „Matrix“-Filmen, „Constantine“ und Reeves‘ Regiedebüt „Man of Tai Chi“ zusammen.
Da wundert es nicht, dass die Macher sich vor allem auf die Stunts und Actionszenen konzentrierten. Es ist eine Leistungsschau der Stuntmänner, die sie endlich wieder einmal so bei der Arbeit zeigt, dass man die Actionszenen wirklich nachverfolgen kann und man einen Eindruck von den körperlichen Leistungen der Stuntmänner erhält. Deshalb wird bei den zahlreichen Stunts angenehm selten geschnitten wird. Das war auch möglich, weil Keanu Reeves die meisten Stunts selbst ausführte.
Der Film selbst spielt in einer überhöhten „Sin City“-Welt, die stilistisch deutlich vom Film Noir und modernen Noir-Graphic-Novels beeinflusst ist, was zu einer eleganten, wenn auch etwas monochromen Optik beiträgt und gut für einige mythologische Überhöhungen und Einzeiler ist. So ist das Hotel Continental, eine Nobelherberge, in der Killer in Manhattan absteigen und sich nicht gegenseitig umbringen (naja, normalerweise), eine reine Comic-Fantasie, die aber durch das allwissende und immer zurückhaltende Hotelpersonal eine besondere humoristische Note erhält.
„John Wick“ ist ein feiner Actionfilm für den Genrejunkie, der sich seiner Stärken und Schwächen bewusst ist und der als Leistungsschau der Stuntmänner rundum überzeugt.

John Wick - Plakat

John Wick (John Wick, USA 2014)
Regie: Chad Stahelski, David Leitch (ungenannt)
Drehbuch: Derek Kolstad
mit Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe, Dean Winters, Adrianne Palicki, Omer Barnea, Toby Leonard Moore, Daniel Bernhardt, Bridget Moynahan, John Leguizamo, Ian McShane
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „John Wick“
Moviepilot über „John Wick“
Metacritic über „John Wick“
Rotten Tomatoes über „John Wick“
Wikipedia über „John Wick“ (deutsch, englisch)

Ein Publikumsgespräch mit Keanu Reeves, Alfie Allen, Chad Stahelski, David Leitch und Basil Iwanyk (Produzent) über „John Wick“


Neu im Kino/Filmkritik: „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ ist kein guter Film

März 28, 2013

Action ist Handlung.

Ja. Echt. Action ist Handlung.

Und in „Handlung“ erfahren wir etwas über die Charaktere. Wie sie kämpfen und wem sie helfen, sagt etwas über sie aus. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn wir wissen, wer warum gegen wen kämpft. Dann können wir auch mitfiebern, hoffen und bangen. Wenn wir das nicht wissen, dann sind es nur Menschen, die etwas tun und wir sind emotional in den Kampf ungefähr so involviert, wie wenn wir ein Karten- oder Ballspiel beobachten, dessen Regeln wir nicht kennen. Kurz: wir langweilen uns.

Eigentlich ist das eine Binsenweisheit, aber die Macher von „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ dachten wohl, es genügt, wenn man die verschiedenen Charaktere genügend bunt anzieht, damit wir sie farblich unterscheiden können und dann sind wir begeistert über die halsbrecherische Action. Zum Beispiel dieser Kampf irgendwo im Himalaya in dem zuerst im Kloster sich die Klingen kreuzen, dann irgendwelche Ninjas einen anderen Ninja entführen und von anderen, im Gegensatz zu ihnen rot angezogenen Ninjas verfolgt werden und sie sich dabei an den Bergen entlangschwingen, abseilen an Seilen zu anderen Bergen gleiten. Wow, das sieht gut aus. Aber warum war der eine Ninja dort? Warum wird er entführt? Und von wem?

Viele Fragen, auf die der Film zunächst keine, später eine höchst rudimentäre Antwort gibt.

Und, nein, der gut gemeinte Hinweis, dass doch die wahren Fans der Hasbro-Spielfiguren die Charaktere in und auswendig kennen und sie deshalb keine Einführung benötigen, hilft nicht. Im Gegenteil. Das ist eine Verachtung des breiten Publikums, das ja erreicht werden soll. „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ (das „3D“ in dem sperrigen Titel bedeutet, dass der Film in 3D ist) ist ja als Popcorn-Actionkino gedacht und auch wenn er manchmal an den ersten „G. I. Joe“-Film „Geheimauftrag Cobra“ (USA 2009) anknüpft, sollte er erstens als eigenständiger Film genießbar und verständlich sein und zweitens spielt „Die Abrechnung“ in weiten Teilen in einer anderen Welt als der erste Film, in dem die G. I. Joes eine internationale Truppe und alles sehr Science-Fiction war, spielt „Die Abrechnung“ in der Gegenwart und die G. I. Joes sind eine stinknormale US-amerikanische Spezialeinheit mit Hang zu möglichst großen Waffen. Insofern betrachtet man, auch wenn in „Geheimauftrag Cobra“ einige Informationen geliefert werden, die beim Verstehen von „Die Abrechnung“ helfen, „Die Abrechnung“ besser als einen vollständig eigenständigen Film, der nichts mit „Geheimauftrag Cobra“ zu tun hat.

Außerdem wurde fast die gesamte Besetzung ausgetauscht.

Channing Tatum ist zwar wieder als Duke dabei, aber er verabschiedet sich schnell und ziemlich unspektakulär aus dem Film, weil er bei dem nächtlichen Angriff auf die G. I. Joes im Kampfgetümmel zwischen zwei Explosionen stirbt. Wer in dem Moment gerade zwinkert, verpasst seinen Heldentod.

Byung-hun Lee ist wieder Storm Shadow. Ray Park wieder Snake Eyes. Arnold Vosloo als Bösewicht Zartan ist wohl weniger als eine Minute im Film, weil Zartan meistens von Jonathan Pryce gespielt wird, der gleichzeitig der Präsident der USA und der Bösewicht ist.

Die anderen Schauspieler sind neu dabei. Vor allem „The Rock“ Dwayne Johnson und Bruce Willis stehen im Mittelpunkt der Werbung und senden die Botschaft aus, dass ein knackiger Action-Film für ein breites Publikum geboten wird. Ein solcher Film muss die Charaktere und ihre Beziehungen ordentlich einführen. Über Handlung, nicht über eine hastig hingerotzte Titelsequenz, die wahrscheinlich kurz vor dem Filmstart entstand, schnell die wichtigen Informationen vermitteln soll und damit ein exzellentes Beispiel für einem massivem Information-Dump ist, in der in einer Minute mehr Namen auf einen niederprasseln, als man verdauen kann.

Und wenn schon keine Zeit ist, die Charaktere ordentlich einzuführen, ist auch die Handlung reichlich wirr und ziemlich egal. Denn der Plan des Bösewichts ist, soweit erkennbar, noch absurder als die Pläne der Bösewichter in den Austin-Powers-Filmen, die ja liebevolle Parodien der James-Bond-Filme sind. Jedenfalls will der Bösewicht irgendwie die Weltherrschaft, die G. I. Joes könnten das verhindern, also sollen sie unmittelbar nachdem sie den Pakistanis ihre Nuklearwaffen geklaut haben, in der Einöde sterben. Roadblock (Dwayne Johnson), Lady Jaye (Adrianne Palicki) und Flint (D. J. Cotrona) überleben – und sie wollen jetzt den Mann finden, der ihre Vernichtung autorisierte. Das ist der Präsident der USA. Allerdings wird der echte Präsident gefangen gehalten und Zartan ist in die Rolle des Präsidenten geschlüpft. Roadblock, Lady Jaye und Flint tun sich mit Joe Colton (Bruce Willis), dem Gründer der G. I. Joes, zusammen, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Ach ja, und dann mischen die schwertschwingenden Asiaten auch noch mit, aber in dem absolut erinnerungsunwürdigem Chaos ist das auch egal.

Immerhin hat Walton Goggins einen kurzen, aber sehr prägnanten Auftritt als Gefängniswärter Nigel James. Das ultra-geheime Gefängnis steht in einem Parallel-Deutschland, in dem am Tor auf dem Schild statt „Halt“ „Hält“ steht.

Jonathan Pryce (der schon in dem James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ die Welt erobern wollte) ist auch gut in seiner Doppelrolle.

Der heftig beworbene Bruce Willis ist für die Katz. Vielleicht wollte er einfach am Wochenende nicht auf seine Kinder aufpassen. Denn er hatte wahrscheinlich weniger Drehtage als Walton Goggins – und er hinterlässt auch einen deutlich schwächeren Eindruck.

Und Channing Tatum stirbt schon, wie gesagt, am Anfang des Films.

Kommen wir noch zur Action: viel, aber auch unglaublich langweilig, weil sie niemals als Teil der Handlung verstanden wird. Da ist dann die Kraxelei auf den Bergen (keine Ahnung, in welchen Bergen das gedreht wurde; der restliche Film entstand in New Orleans, Louisiana) noch das spektakulärste Set-Piece, das allerdings auch alle Probleme des erschreckend humorlosen Films augenfällig zeigt.

Denn mit einem Hauch von Humor, den es ja in „Geheimauftrag Cobra“ noch gab, wäre dieser Langweiler gerade noch erträglich.

Aber so ist „G. I. Joe 3D: Die Abrechnung“ eine Beleidigung der Intelligenz, die durch ihre penetrante Humorlosigkeit noch ärgerlicher ist und „Battleship“ als durchdachtes Werk erscheinen lässt.

Herrje, es kann doch nicht so schwer sein, einen knackigen Actionfilm zu machen.

G.I._JOE_3D_Die_Abrechnung - Plakat

G.I. Joe 3D: Die Abrechnung (G.I. Joe: Retaliation, USA/Kanada 2013)

Regie: Jon M. Chu

Drehbuch: Rhett Reese, Paul Wernick

mit Dwayne Johnson, Bruce Willis, Channing Tatum, Adrianne Palicki, D. J. Cotrona, Byung-Hun Lee, Ray Park, Jonathan Pryce, RZA, Ray Stevenson, Elodie Yung, Walton Goggins, Arnold Vosloo

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Metacritic über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Rotten Tomatoes über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Wikipedia über „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“

Während das Filmplakat eher langweilig ist, sehen die Charakterplakate ziemlich gut aus

GI_JOE_Banner_Roadblock

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GI_JOE_Banner_General_Joe_Colton

GI_JOE_Banner_Jinx

GI_JOE_Banner_Storm_Shadow

 

 


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