Neu im Kino/Filmkritik: Idris Elba vollbringt „Keine gute Tat“

November 20, 2014

Wer sich bis jetzt fragte, wie bekannt Idris Elba und Taraji P. Henson sind, erhält mit „Keine gute Tat“ die Antwort: ziemlich. In den USA war der Thriller in der Startwoche sogar auf dem ersten Platz und sein Budget hat er inzwischen locker eingespielt.
Idris Elba spielte in „The Wire“ mit. Er ist DCI John „Luther“ („Luther“-Erfinder Neil Cross arbeitet gerade für Fox an einem US-Remake und Ende 2015 spielt Idris Elba wieder John Luther in der gleichnamigen BBC-Serie). Er war Nelson „Mandela“ und er übernahm prägnante Nebenrollen in „Prometheus“, „Pacific Rim“ und den beiden „Thor“-Filmen. Sein Gesicht ist inzwischen auch Filmfans vertraut.
Taraji P. Henson erhielt eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin für „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und gehört zur Stammbesetzung von „Person of Interest“, einer in den USA erfolgreiche TV-Serie von Jonathan Nolan („Interstellar“), die bei uns eher unter ‚ferner liefen‘ läuft.
In „Keine gute Tat“ spielt sie Terry, eine ehemalige Staatsanwältin und jetzt glücklich verheiratete Mutter von zwei Kindern, die in einem noblen Vorstadthaus lebt. Ihr Mann besucht gerade seinen Vater über das Wochenende zu einen gemeinsamen Geburtstag-Angelausflug.
Als es klingelt und Colin (Idris Elba) vor der Tür steht, will sie den Fremden, dessen Auto einige Meter weiter verunglückte, zuerst nicht in ihr Haus lassen. Aber draußen stürmt es, er ist platschnaß und höflich.
Dabei ist das nur eine Fassade. Colin ist ein ausgebrochener Sträfling, der auf seiner Flucht eine Spur von Leichen hinterlässt und natürlich auch in Terrys Haus wüten wird.
Die Geschichte von „Keine gute Tat“ ist altbekannt und sie wird auch ohne nennenswerte Variationen abgespult. Erst gegen Ende gibt es eine Überraschung, die den vorherigen Ereignissen eine neue Bedeutung verleiht. Es ist allerdings auch nur eine Überraschung, ein Aha-Moment, der ziemlich folgenlos verpufft. Hätten die Macher diese Überraschung schon früher enthüllt, hätten alle Handlungen von Colin und Terry noch ein weiteres Motiv gehabt und dann wäre „Keine gute Tat“ mehr als nur ein weiterer formelhafter Home-Invasion-Thriller, bei dem der interessanteste Aspekt die Hautfarbe der beiden Hauptdarsteller ist.
Davon abgesehen wissen wir jetzt, dass Idris Elba einen Film tragen kann, wie er auch TV-Serie „Luther“ trägt.
Sowieso heben die spielfreudigen Schauspieler und „Luther“-Regisseur Sam Miller die altbekannte Geschichte auf ein höheres Level, als der Film es verdient hat. Denn es ist ein klassischer TV-Film, der ohne Nebengeschichten und ohne besondere Höhen und Tiefen in unter neunzig Minuten geradlinig seine Geschichte erzählt.

Keine gute Tat - Plakat

Keine gute Tat (No good deed, USA 2014)
Regie: Sam Miller
Drehbuch: Aimee Lagos
mit Idris Elba, Taraji P. Henson, Leslie Bibb, Kate del Castillo, Henry Simmons, Mirage Spann, Kenny Alfonso, Dan Caudill
Länge: 84 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Keine gute Tat“
Moviepilot über „Keine gute Tat“
Metacritic über „Keine gute Tat“
Rotten Tomatoes über „Keine gute Tat“
Wikipedia über „Keine gute Tat“


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