Neu im Kino/Filmkritik: „Coco – Lebendiger als das Leben“ ist der 19. Pixar-Film

Dezember 1, 2017

Miguel Rivera ist ein musikbegeisterter Junge. Der Zwölfjährige will, wie sein verstorbenes Vorbild Ernesto de la Cruz, der bekannteste Sohn des Dorfes Santa Cecilia, ein Mariachi werden. Dummerweise hasst seine Familie als einzige Familie in Mexiko die Musik und sie ist, seit Generationen, im ganzen Haus verboten. Außerdem soll Miguel den erfolgreichen Familienbetrieb, ein Schuhmachergeschäft, übernehmen.

Am Dia de los Muertos, dem Tag der Toten, dem Fest, an dem in Mexiko den Toten gedacht wird, beschließt Miguel sein Glück als Sänger zu versuchen. Weil er keine Gitarre hat, schleicht er sich in das für Ernesto de la Cruz errichtete Mausoleum. Dort will er sich für seinen großen Auftritt auf dem Dorffestplatz die Gitarre seines Idols ausleihen.

Als er sie ergreift, öffnet sich für ihn ein Tor in die Welt der Toten. Dort will er seinem großen Vorbild, das auch irgendwie mit ihm verwandt ist, begegnen. Aber er weiß nicht, wie er ihn treffen kann, seine Familie sucht ihn und wenn er nicht bei Tagesanbruch über die Blumenbrücke in das Reich der Lebenden zurückkehren kann, muss er für im Reich der Toten bleiben.

Coco“ ist der neue Pixar-Film und viel mehr muss man eigentlich nicht sagen. Außer vielleicht, dass „Coco“ mit gut zwei Stunden für einen Kinderfilm erstaunlich lang ist (und dann kommen noch der zwanzigminütige Vorfilm „Die Eiskönigin: Olaf taut auf“ und die Werbung dazu) und dass es keine Komödie ist. Die Lacher sind rar – Keine Panik, es gibt genug witzige Szenen – und die angesprochenen Themen sind dieses Mal eher düster und existenziell. Es geht um Tod, Vergessen, Erinnerungen, den Umgang mit den Alten und den Wert der Familie. Aber auch, und hier verrate ich kein großes Geheimnis, um den Umgang mit traumatischen Ereignissen innerhalb einer Familie und Alzheimer. Denn Miguels Großmutter vergisst immer mehr.

Das ist harter Stoff, den die langjährigen Pixar-Mitarbeiter Lee Unkrich und Adrian Molina selbstverständlich kindgerecht aufbereiten und zu einem harmonischen Ende führen. Aber die Themen sind ernst, auch traurig (daran ändert das fröhliche Fest der Toten nichts) und sie konfrontieren uns mit unerfreulichen Erkenntnissen. Erkenntnissen, bei denen gerne gesagt wird, dass sie noch nichts für Kinder seien. Dass sie erst älter werden müssten.

Außerdem erfahren wir einiges über die reichhaltige mexikanische Kultur und hören gute Songs. Teils extra für den Film komponiert, teils traditionelle mexikanische Songs.

Coco – Lebendiger als das Leben (Coco, USA 2017)

Regie: Lee Unkrich, Adrian Molina (Ko-Regie)

Drehbuch: Adrian Molina, Matthew Aldrich (nach einer Geschichte von Lee Unkrich, Jason Katz, Matthew Aldrich und Adrian Molina)

mit (im Original den Stimmen von) Anthony Gonzalez, Gael García Bernal, Benjamin Bratt, Alanna Ubach, Renée Victor, Jaime Camil, Alfonso Arau, Herbert Siguenza, Ana Ofelia Murguía, Edward James Olmos, Cheech Marin

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Coco“

Metacritic über „Coco“

Rotten Tomatoes über „Coco“

Wikipedia über „Coco“ (deutsch, englisch)

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