TV-Tipp für den 28. Oktober: Jack Reacher: Kein Weg zurück

Oktober 28, 2018

Pro 7, 20.15

Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

Als Ex-Militärpolizist Jack Reacher in einer Kaserne eine Bekannte besuchen will, wird er gleich in den Dienst zurückversetzt und mit etlichen Anklagen, unter anderem einer Vaterschaftsklage, konfrontiert. Reacher wittert eine große Verschwörung gegen ihn und seine unter falschen Anschuldigungen inhaftierte Bekannte. Er befreit sie und gemeinsam schlagen sie zurück.

Zweite Jack-Reacher-Verfilmung. Wieder ein gelungener, angenehm altmodischer Krimi. In diesem Fall ist der Film, der viele Details des Romans verändert, erstaunlicherweise näher an der Formel der Jack-Reacher-Romane als die Romanvorlage. Spannende Unterhaltung gibt es dann in Buch und Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Wiederholung: Montag, 29. Oktober, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Noch ziemlich Druckfrisch: die Übersetzung des 19. Jack-Reacher-Romans „Im Visier“. Dieses Mal soll Jack Reacher den Militärscharfschützen John Kott, der beim G8-Gipfel in London ein Attentat verüben will, aufhalten.

Spannende Unterhaltung, dieses Mal in der ersten Person erzählt.

Lee Child: Im Visier

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2018

416 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Personal

Bantam Press, 2014

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

 

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TV-Tipp für den 2. September: Straight Outta Compton

September 2, 2018

RTL II, 20.15

Straight Outta Compton (Straight Outta Compton, USA 2015)

Regie: F. Gary Gray

Drehbuch: Jonathan Herman, Andrea Berloff

Band-Biopic über N. W. A..

Fulminantes zweieinhalbstündiges HipHop-Feuerwerk, das einen auch daran erinnert, wie wichtig diese Musik damals war.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Corey Hawkins, Jason Mitchell, Paul Giamatti, O’Shea Jackson Jr., Neil Brown Jr., Aldis Hodge, R. Marcos Taylor, Tate Ellington, Carra Patterson, Marlon Yates Jr., Keit Powers

Wiederholung: Montag, 3. September, 03.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Straight Outta Compton“
Moviepilot über „Straight Outta Compton“
Metacritic über „Straight Outta Compton“
Rotten Tomatoes über „Straight Outta Compton“
Wikipedia über „Straight Outta Compton“ (deutsch, englisch) und N. W. A. (deutsch, englisch)
AllMusic über N. W. A.

Meine Besprechung von F. Gary Grays „Straight Outta Compton“ (Straight Outta Compton, USA 2015)

Meine Besprechung von F. Gary Grays „Fast & Furious 8“ (The Fate of the Furious, USA 2017)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ schicken Jungs ins All

Februar 7, 2017

Wenn man auch nur kurz nachdenkt, sagt man sich „Ja, klar“ und fragt sich dann, warum diese Geschichte noch nicht erzählt wurde. Denn dass John Glenn, der erste Amerikaner im Weltall, und, Jahre später, die Männer der Apollo 11, – Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins -, die als erste zum Mond und zurück flogen, die ganzen Berechnungen für Start und Landung, für den Flug und für alle Eventualitäten nicht allein programmierten, ist offensichtlich. Sie waren dazu gar nicht in der Lage. Ihre allseits bekannten Taten (eigentlich saßen sie nur mehr oder weniger lang auf ihrem Platz und taten nichts) gelangen ihnen nur, weil andere Menschen die Arbeit fehlerfrei erledigt hatten.

Die wichtigste Arbeit war dabei natürlich die Grundlagenforschung für die Flüge. Die wurde von Mathematikern erledigt und weil es damals noch keine Computer gab – also nicht in den heutigen Dimensionen, eher so Rechenschieber – mussten natürlich alle Rechnungen von vielen Menschen berechnet werden. Als es in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren die ersten Computer gab, wurden alle Berechnungen noch einmal von Menschen überprüft. Diese aus Sicht eines Mathematikers einfachen Tätigkeiten (wir Normalos, die schon beim Zusammenzählen von einem Bier und einem weiteren Bier verzweifeln, sehen das etwas anders) wurden von unzähligen Frauen erledigt, die damals aus männlicher Sicht nicht für Forschungstätigkeiten qualifiziert waren. Unter diesen Frauen waren auch etliche Afroamerikanerinnen.

Und hier beginnt die Geschichte von „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“. In dem Sachbuch, auf dem Theodore Melfis Film basiert, schildert Margot Lee Shetterly diese Geschichte von ihren Anfängen, als die NASA-Vorläuferorganisation NACA 1943 erstmals Afroamerikanerinnen als „Menschliche Computer“ einstellte, bis zur Mondlandung. In dem Film wird die Geschichte dann auf einen Ausschnitt von wenigen Jahren und drei Frauen – Katherine G. Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) – verdichtet. Mit einigen erzählerischen Freiheiten, die Faktennerds vielleicht stören. Vor allem die von Kevin Costner, Jim Parsons und Kirsten Dunst gespielten Charaktere basieren nicht auf einer, sondern auf mehreren realen Personen. Aber keine dieser Änderungen und Zuspitzungen (vor allem in der Toilettenfrage) ändert etwas an der emotionalen Wahrheit und der zutreffenden Schilderung der damaligen Zustände, in der die Rassen dank der Jim-Crow-Gesetze sauber getrennt waren und Schwarze in jeder Beziehung diskriminiert wurden. In der NASA dabei weniger als in der restlichen Gesellschaft, weil es hier um klar messbare Leistungen ging. Entweder konnte man rechnen. Oder man konnte es nicht.

Nachdem die Russen im November 1957 die Hündin Laika in den Weltraum schickten, hatten sie den Amerikanern die zweite Schlappe im Kampf um die Eroberung des Weltraums beschert. Als nächstes sollte ein Mensch ins All befördert werden und dieses Mal wollten die Amerikaner die ersten sein. Katherine G. Johnson arbeitete damals in der Abteilung von Dorothy Vaughan. Auch wenn Vaughan formal nicht den Posten einer Abteilungsleiterin hatte, war sie die Leiterin der Abteilung, in der die afroamerikanischen Frauen Teile von größeren Rechnungen berechneten. Die „Mädchen“, die „menschlichen Computer“ (wie sie genannt wurde), waren Hilfskräfte, die ad hoc immer wieder in andere Abteilungen versetzt wurden. Aufgrund einer der zahlreichen Anfragen für temporäre Versetzungen schickte sie Katherine G. Johnson zur Space Task Group. Dort sollte sie bei den Berechnungen für die ersten Flüge ins All helfen. Dass sie eine ausgezeichnete Mathematikerin war, bemerken ihre Kollegen – alles weiße Männer – erst später.

Währenddessen versucht Vaughan endlich auch formal als Abteilungsleiterin eingestuft zu werden und, weil sie im Computer die Zukunft sieht, die die Jobs ihrer Mädchen bedrohen könnte, lernt sie autodidaktisch die Computersprache Fortran und bringt sie ihren Mädchen bei. Damit sind sie, als Fachkräfte für die Computer benötigt werden, die Personen, die die IBM-Computer bedienen können.

Dritte Protagonistin des Films ist Mary Jackson, die von einer Mathematikerin zu einer Ingenieurin befördert werden will. Weil die Einstellungsvoraussetzungen für eine Beförderung immer wieder geändert werden, muss sie sich zuerst zu den für die Beförderung notwendigen College-Kursen (die natürlich nur an einer weißen Universität gehalten wurden) einklagen.

Diese drei Frauen kämpfen um Anerkennung und wir fühlen und leiden mit diesen gewitzten Frauen, die mit weiblichem Charme und viel Kompetenz um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Jackson wurde die erste afroamerikanische Raumfahrtingenieurin der NASA und, später, Managerin des Gleichberechtigungsprogramms.

Vaughan berechnete die Flugbahnen der frühen Mercury-Flüge und John Glenns Friendship-7-Mission, die der Höhepunkt des Films ist. Später wirkte sie bei bei den Berechnungen für die Apollo-11-Mission und das Space-Shuttle-Programm mit. 2015 wurde sie von Präsident Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung in den USA, ausgezeichnet.

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ ist ein punktgenau inszenierter Feelgood-Film über weibliche Selbstermächtigung und Selbstbewusstsein und wie es ihnen gelingt, die Männer auf den Mond zu schicken.

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Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen (Hidden Figures, USA 2016)

Regie: Theodore Melfi

Drehbuch: Allison Schroeder, Theodore Melfi

LV: Margot Lee Shetterly: Hidden Figures, 2016 (Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen)

mit Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Aldis Hodge, Glen Powell, Kimberly Quinn, Olek Krupa

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Die Inspiration

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Schon vor der Buchveröffentlichung kaufte Hollywood die Geschichte und begann, ausgehend von einem 55-seitigen Exposé, mit dem Schreiben des Drehbuchs, das letztendlich nur einige Absätze, Sätze und Figuren aus dem Buch übernimmt. Auch weil das Sachbuch sich mehr auf die Anfänge, die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre, konzentriert.

Margot Lee Shetterly erzählt in „Hidden Figures“ die Geschichte von mehreren Afroamerikanerinnen, die bei der NACA und NASA arbeiteten. Die NASA war ein verlässlicher Arbeitgeber, der über viele Jahre viele gut ausgebildete Menschen brauchte. So waren 1984 8,4 Prozent der NASA-Ingenieure und 2 Prozent aller amerikanischen Ingenieure schwarz. Bei ihren Recherchen stieß sie auf fast fünfzig Afroamerikanerinnen, die zwischen 1943 und 1980 als Rechenspezialistinnen, Mathematikerinnen, Ingenieurinnen oder Forscherinnen im Langley Memorial Aeronautical Laboratory arbeiteten. Bei einer weiteren Recherche, so Shetterly, könnten noch zwanzig weitere Namen entdeckt werden.

Über ihre Bedeutung schreibt sie: „vor allem verhalfen die schwarzen Rechnerinnen von Langley den USA zu einer Vormachtstellung in Luftfahrt, Raumforschung und Computertechnologie und erkämpften sich dabei einen Platz als Mathematikerinnen, die außerdem schwarz waren, und als schwarze Mathematiker, die außerdem weiblich waren. Für eine Gruppe intelligenter und ehrgeiziger Afroamerikanerinnen, sorgfältig ausgebildet für eine mathematische Karriere und bereit für den Sprung in die obere Liga, muss sich Hampton, Virginia, wie das Zentrum des Universums angefühlt haben.“

Besser bezahlt als eine Tätigkeit als Lehrerin an wechselnden Provinzschulen mit unklarer Perspektive war es sowieso.

Shetterly ergänzt die Biographien um Informationen zur NACA und NASA, die damals beide an der Speerspitze des Fortschritts waren. Was heute Silicon Valley ist, war damals die NASA. Ingenieure, Mathematiker und Physiker wollten in die Weltraumforschung und zeigen, dass Menschen mit Überschallgeschwindigkeit fliegen können, dass Menschen ins All und zum Mond fliegen können. Sie schreibt auch viel über den Alltag der Afroamerikaner, die durch die Rassentrennungsgesetze überall in ihrem Leben behindert wurden.

Das alles erzählt sie allerdings in einer biederen, teilweise geschwätzigen Prosa, die nie die Brillanz eines Tom Wolfe hat. Der erzählte in „The Right Stuff“ die Geschichte der Piloten, die in ihren Düsenjets die Schallmauer durchbrachen und nicht zur NASA gehen wollten, weil echte Helden nicht zu Laborratten werden. Aber das ist eine andere Geschichte, die schon vor Jahren erzählt wurde.

Margot Lee Shetterly: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

(übersetzt von Michael Windgassen und Sandra Ritters)

HarperCollins, 2017

416 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Hidden Figures

William Morrow, 2016

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Hidden Figures“

Metacritic über „Hidden Figures“

Rotten Tomatoes über „Hidden Figures“

Wikipedia über „Hidden Figures“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Hidden Figures“

Meine Besprechung von Theodore Melfis „St. Vincent“ (St. Vincent, 2014)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Lee Childs „Die Gejagten“ und die Verfilmung „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

November 10, 2016

Lange stand ein zweiter Jack-Reacher-Film auf der Kippe.

Obwohl der erste Jack-Reacher-Film „Jack Reacher“ vor vier Jahren sein Geld mehr als einspielte. Im Presseheft wird ein weltweites Einspielergebnis von über 200 Millionen Dollar genannt und in den USA lag das Kinoeinspielergebnis auf dem Niveau der anderen Cruise-Einzelfime. Die „Mission: Impossible“-Filme spielen mehr ein und im Sommer 2018 gibt es einen sechsten „Mission: Impossible“-Film.

Obwohl Tom Cruise einen weiteren Reacher-Film drehen wollte.

Und obwohl es noch genug Jack-Reacher-Romane gibt, die man verfilmen könnte. Der 21. Jack-Reacher-Roman „Night School“ erschien in den USA am 7. November.

Der von Lee Child erfundene Charakter ist, für alle, die sonst nur Harry Potter lesen, ein Ex-Militärpolizist, der seit seinem Ausscheiden aus dem Militär durch die USA driftet, immer wieder Menschen, die er zufällig trifft, hilft und dabei einigen Bösewichtern das Handwerk legt. Er sucht zwar keinen Ärger, aber er hilft, wo es nötig ist. Die Romane sind Action-Thriller, die auch als politische Statements gelesen werden können. Aufgrund des Helden, der der archetypische Retter und edle Ritter im modernen Gewand ist, kann Lee Child sehr flexibel und frei entscheiden, welche Geschichten er wie erzählt. Und wo. Und, wie seine Romane aus Reachers Militärzeit zeigen, wie zuletzt „Night School“, auch wann. Solange Jack Reacher dabei ist, ist es ein Jack-Reacher-Roman.

Jack Reacher: Kein Weg zurück“, die Verfilmung des 18. Reacher-Romans „Die Gejagten“ (Never go back, 2013), spielt in der Gegenwart.

Jack Reacher (Tom Cruise) besucht seinen ehemaligen Stützpunkt, um dort Major Susan Turner (Cobie Smulders), seine Nachfolgerin, die er bislang nur telefonisch kennt, zu treffen. In der Kaserne wird er von Colonel Morgan (Holt McCallany) wieder zurück in den aktiven Dienst versetzt und gleich mit mehreren Anklagen konfrontiert. So soll er der Vater einer pubertierenden Tochter sein.

Turner wurde einige Stunden vor seinem Auftauchen inhaftiert. Reacher ist überzeugt, dass die Anklage gegen sie falsch ist. Als auch Reacher mit einer ebenso falschen Mordanschuldigung in einem Militärgefängnis inhaftiert wird, ergreift er die Gelegenheit und befreit Turner. Gemeinsam flüchten sie vor den Männern, die sie tot sehen wollen, weil Turner während ihrer Arbeit auf illegale Geschäfte stieß, die von Teilen des Militärs und einer privaten Firma in Afghanistan getätigt werden.

Der Roman ist, wie man es von Lee Child kennt, ein echter Pageturner, in dem Jack Reacher und Susan Turner quer durch die USA reisen, versuchen Beweise für ihre Unschuld zu finden und, was das gute Recht eines Angeklagten ist, ihre Militäranwälte für ihre Zwecke ausnutzen.

Der Film nimmt sich bei der Romanhandlung im Detail und im Großen und Ganzen etliche Freiheiten. Dennoch unterscheidet sich letztendlich die Filmgeschichte gar nicht so sehr von der Romangeschichte und diese Interpretation der Geschichte ist eine schöne alternative Version der Romangeschichte. In jedem Fall gibt es, egal ob man zuerst das Buch liest oder den Film sieht, einige Überraschungen.

Im Film überwiegen allerdings die Action-Elemente, die angenehm altmodisch mit Fäusten, Schusswaffen und Autos erledigt werden. Vor allem Faustkämpfe, die dem Film eine angenehm realistische Atmosphäre verpassen. Denn Reacher, Turner und Reachers Vielleicht-Tochter Samantha (Danika Yarosh), die im Film wesentlich wichtiger als im Roman ist, sind auf der Flucht auf sich allein gestellt und sie müssen mit dem Arbeiten, was sie haben. Da gibt es keine Hightech-Gadgets, wie wir sie aus den „Mission: Impossible“ oder James-Bond-Filmen kennen, und auch keine perfekt funktionierende, weltweite Überwachung à la Jason Bourne.

Und, im Gegensatz zum Roman, gibt es im Film keine Liebesszene zwischen Reacher und Turner. Um nur noch einen weiteren Unterschied zu nennen, den ich äußerst gelungen finde.

Edward Zwick, der bislang noch keinen reinrassigen Action-Krimi erzählte, aber mit Action seine Erfahrung hat, inszenierte „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ stilistisch zwar etwas konservativer als Christopher McQuarrie „Jack Reacher“, aber flott, kurzweilig und mit viel vergnüglicher Old-School-Action sind beide Filme.

Da sollte es doch noch mindestens einen weiteren Jack-Reacher-Film geben. Auch weil das weltweite Einspiel für „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ bereits bei deutlich über 100 Millionen Dollar liegt.

Bis dahin gibt es ja die Romane von Lee Child, der im Film als Sicherheitsbeamter am Flughafen einen Miniauftritt hat.

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Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Die Gejagten von Lee Child

Lee Child: Die Gejagten – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Berger)

Blanvalet, 2016

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Never go back

Bantam Press, 2013

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


Neu im Kino/Filmkritik: „Straight Outta Compton“ in die Charts

August 30, 2015

In „Straight Outta Compton“ erzählt F. Gary Gray („Friday“ [mit Ice Cube], „Set It Off“, „Verhandlungssache“, „The Italian Job“) die Geschichte der Rap-Band „N. W. A.“ von ihren Anfängen Mitte der Achtziger bis zum Tod von Eazy-E am 26. März 1995 durch AIDS, kurz vor einer geplanten Reunion der 1991 aufgelösten Band, in einer mitreisenden Mischung aus Einblicken in das Leben in Compton, der Dynamik innerhalb der Band, ihren Konflikten mit dem Gesetz und dem großen Erfolg mit Songs wie „Fuck tha Police“, die auch live dargeboten werden. Jedenfalls solange, bis dank der Polizei das Konzert im Chaos mündet.
Das ist gut gemacht, kurzweilig und ein Teil der afroamerikanischen Geschichtsschreibung, der in den USA an der Kinokasse überraschend erfolgreich ist. Es ist allerdings auch ein Film, der von den Bandmitgliedern mitproduziert wurde und sie und ihre Angehörigen halfen in jeder Beziehung tatkräftig mit. Daher sollte man auch keinen übermäßig kritischen Blick auf „N. W. A.“, ihre Bedeutung und ihr Erbe erwarten. Es ist auch keine Auseinandersetzung darüber, wie sehr der Gangsta Rap, der letztendlich von „N. W. A.“ erfunden wurde und zu einem der populärsten HipHop-Stile wurde, wirklich authentische Botschaften aus dem Ghetto vermittelte. Es wird auch nicht auf die Ironie eingegangen, dass die Mitglieder von „N. W. A.“, – „Eazy-E“ Eric Wright, „Dr. Dre“ Andre Romell Young, „Ice Cube“ O’Shea Jackson, „DJ Yella“ Antoine Carraby und „MC Ren“ Lorenzo Patterson -, zwar mit Songs über den Alltag in Compton bekannt werden, aber sie schnell vor einem weißen Publikum sangen und dass ihre Texte zwar vom Leben in Compton erzählten, sie aber nie – wie „Public Enemy“ – einen sozialkritischen und politischen Blick auf die Realität in den USA hatten und sie daher auch nie verändern wollten. Sie wollten Geld verdienen – und das taten die Niggaz wit Attidudes als Musterknaben des Kapitalismus. Das wird schon in den ersten Minuten deutlich. Die Jungs, die oft gerade alt genug sind, um Auto zu fahren, wollen nur Musik machen und sind von dem gesamten Gangwesen in ihrem Viertel gänzlich unbeeindruckt, moralisch integer und gewaltfrei. Erst als sie Erfolg haben und durch die USA durch die Stadien touren, gibt es Drogenmissbrauch, Schlägereien und Streitereien. Vor allem mit ihrem Manager Jerry Heller (Paul Giamatti, gewohnt grandios) und um das liebe Geld.
Diesen kritischen Diskurs über ihre Musik und ihr Wirken muss man in anderen Medien, in Dokumentarfilmen, in Büchern, in Artikeln, suchen. Dort kann man sich auch in die Geschichte des HipHop vertiefen.
In dem Film gibt es ein fulminantes zweieinhalbstündiges HipHop-Feuerwerk, das einen auch daran erinnert, wie wichtig diese Musik damals war.

Straight Outta Compton - Plakat

Straight Outta Compton (Straight Outta Compton, USA 2015)
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Jonathan Herman, Andrea Berloff
mit Corey Hawkins, Jason Mitchell, Paul Giamatti, O’Shea Jackson Jr., Neil Brown Jr., Aldis Hodge, R. Marcos Taylor, Tate Ellington, Carra Patterson, Marlon Yates Jr., Keit Powers
Länge: 147 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Straight Outta Compton“
Moviepilot über „Straight Outta Compton“
Metacritic über „Straight Outta Compton“
Rotten Tomatoes über „Straight Outta Compton“
Wikipedia über „Straight Outta Compton“ (deutsch, englisch) und N. W. A. (deutsch, englisch)
AllMusic über N. W. A.

Zwei Fragerunden mit Cast und Crew

DP/30 unterhält sich mit F. Gary Gray über den Film und sein Leben


DVD-Kritik: Kein Schwindel: „Leverage: Die komplette Serie“ in einer Box

Mai 4, 2015

Das ist jetzt eine kleine Sensation. Denn nach der ersten Staffel der Crime-Comedy „Leverage“ wechselte der deutsche Anbieter von Universum Film (die erste Staffel) zu Edel (die restlichen vier Staffeln) und damit verschwand eine Komplettbox in das Reich der schönen Träume.
Aber irgendjemand in den Firmenbüros und den Rechteabteilungen hatte Erbarmen und jetzt veröffentlichte Edel die gesamte Serie in einer hübschen, platzsparenden Box; was Serienjunkies natürlich nur die Möglichkeit eröffnet, die freiwerdenden Regalzentimeter mit einer anderen Serie zu füllen.
Die Serie habe ich ja schon ausführlich abgefeiert (Staffel 2, Staffel 3, Staffel 4, Staffel 5). Daher dürfte die Prämisse bekannt sein: Ex-Versicherungsagent Nathan Ford (Timothy Hutton) versammelt eine kleine Gruppe Verbrecher, – die Schwindlerin und Kunstexpertin Sophie Devereaux (Gina Bellman), die Einbrecherin und Fassadenkletterin Parker (Beth Riesgraf – allen schon der Name hat mein Stark-Herz gewonnen), den Hacker Alec Hardison (Aldis Hodge) und den Nahkampfexperte Eliot Spencer (Christian Kane) -, um sich und bildet mit ihnen das „Leverage“-Team. Gemeinsam wollen sie Menschen helfen, die von den Reichen und Mächtigen betrogen wurden, weil sie Gesetze manipulieren können, Gesetzeslücken ausnutzen, die besseren Anwälte haben oder einfach skrupelloser als die Ehrlichen sind.
Diese Robin-Hood-Prämisse eröffnet den Machern natürlich unzählige Möglichkeiten. Solange es um den Kampf gegen eine mächtige Person oder ein Unternehmen geht, ist alles möglich. Die Idee für einen Schwindel, der die niederen Triebe des Bösewichts ausnutzt, findet man dann auch und es macht dann immer Spaß, wie das „Leverage“-Team seine Fähigkeiten einsetzt, um ans Ziel zu kommen. Denn selbstverständlich müssen sie irgendwann improvisieren. Und uns Zuschauern gefällt dieser Klassenkampf immer gut. Bei den 77 „Leverage“-Folgen gibt es keine wirklich schwache Folge und die Sonderfolgen, die mehr oder weniger von der sehr flexiblen „Leverage“-Formel abweichen, sind ebenfalls höchst vergnüglich.
Insgesamt ist „Leverage“ eine witzige Krimiserie voller Anspielungen auf die Geschichte der Kriminalliteratur und des Kriminalfilms (allein schon die Originaltitel der einzelnen Episoden) und, weil die Schauspieler immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen müssen, auch ein Spaß für die Schauspieler, die hier alle Facetten ihres Könnens zeigen können.
Das Bonusmaterial der Komplettbox unterscheidet sich nicht von dem bereits bei den einzelnen Staffeln veröffentlichtem Material. Das Layout der einzelnen DVD-Boxen ist jetzt einheitlich.
Also für alle, die diese amüsante Serie noch nicht haben, eine gute Gelegenheit zum Kompletteinstieg.

Leverage - Komplettbox

Leverage – Die komplette Serie: Staffel I – V (USA 2008 – 2012)
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison)

DVD
Edel
Bild: 16:9 (1,78:1)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1, 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: insgesamt gut drei Stunden, identisch mit den einzelnen Staffelausgaben
Länge: 3161 Minuten (20 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über “Leverage”

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

“Leverage”-Wiki

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel III” (Leverage – Season III, USA 2011)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel IV” (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)

Meine Besprechung von „Leverge – Staffel V“ (Leverage – Season V, USA 2012)


DVD-Kritik: „Leverage – Die finale Staffel“ ist erschienen

September 2, 2014

Nachdem am Ende der vierten Staffel das „Leverage“-Team seine Zentrale in Boston aufgeben musste, trennten sich ihre Wege. Jeder nahm, auf seine eigene Art, eine Auszeit in fremden Städten und füllte sie auch mit einigen nicht ganz legale Tätigkeiten. Jetzt kommen Nathan Ford (Timothy Hutton), Ex-Versicherungsdetektiv und Kopf des „Leverage“-Teams, Sophie Deveraux (Gina Bellman), Schwindlerin und gar nicht so verhinderte Schauspielerin, die in dieser Staffel auch Leiterin eines Theaters wird, Eliot Spencer (Christian Kane), Schläger, Alec Hardison (Aldis Hodge), Hacker, und Parker (Beth Riesgraf), artistische Einbrecherin, in Portland, Oregon, wieder zusammen. In einem neuen Quartier. Sie firmieren wieder als „Leverage Consulting & Associates“, aber das vernachlässigbar-nichtssagende Firmenschild ändert nichts daran, dass sie pro bono immer noch Menschen helfen, die von Konzernen, Wirtschaftsbossen, Politikern und anderen Weiße-Kragen-Kriminellen hereingelegt wurden und denen das Recht nicht hilft. Dann sorgt das „Leverage“-Team für ausgleichende Gerechtigkeit, indem sie die Betrüger betrügen und bloßstellen. Unblutig, clever und mit Stil.

Außerdem betreiben sie das im Erdgeschoss liegende Lokal, wo sie sich mit den Hilfesuchenden treffen und Alec als Brauer verschiedene Biersorten von anscheinend zweifelhafter Qualität ausprobiert, während Eliot, der ein begnadeter Koch ist (wie „Trüffeljagd“ beweist), nicht in der Küche steht, aber eine auf Biersorten abgestimmte Speisekarte für fast unmöglich hält.

Die Fälle der fünften und leider auch letzten Staffel, die im Original immer „Jobs“ heißen und ebenso anspielungsreiche wie witzige Titel haben (Wer denkt beim „The Long Good-bye Job“ nicht sofort an den gleichnamigen Roman von Raymond Chandler? Wer denkt bei „The French Connection Job“ nicht an den Drogenschmuggelthriller „The French Connection“?), sind, im Gegensatz zu den vorherigen „Leverage“-Jobs formal offener, obwohl „Leverage“ nie eine so starre Struktur wie beispielsweise „Law & Order“ oder „CSI“ hatte.

Neben den üblichen und immer witzigen Gauner-legen-Gauner-Geschichten gibt es dieses Mal auch einen „24“-Thriller, eine „Das Fenster zum Hof“-Variante, einen Agatha-Christie-Rätselkrimi und einen Ausflug in die siebziger Jahre, der eigentlich ebenfalls ein Rätselkrimi ist. Denn in „Die wilden Siebziger“ (The D. B. Cooper Job) sollen Nathan und die „Leverage“-Mitglieder herausfinden, was mit D. B. Cooper, dem legendären Flugzeugentführer, der 1971 mit seiner Beute aus einem Flugzeug in ein Waldgebiet sprang und spurlos verschwand, geschah. In den Rückblenden spielen die „Leverage“-Mitglieder die damaligen Charaktere, stilecht angezogen und frisiert. Es gelingt ihnen sogar, D. B. Cooper zu finden.

Es gibt auch wieder zwei Folgen, in denen das „Leverage“-Team getrennt ist. In „Der Anschlag“ (The Rundown Job) sind Eliot, Alec und Parker in Washington, D. C., wo sie innerhalb weniger Stunden einen Terroranschlag verhindern müssen. Das ist dann hemmungsloses wildern in „24“-Gefilden und als Thriller entsprechend humorfrei. Zur gleichen Zeit besuchen Sophie und Nathan eine Auktion, auf der ein besonders wertvolles Gemälde verschwindet. In „Echt gefälscht“ (The Frame-Up Job) müssen sie einerseits ihren alten Bekannten, den Interpol-Agenten Jim Sterling, der sie natürlich verhaften will, überzeugen, dass Sophie das Bild nicht klaute. Gleichzeitig müssen sie den Mord an dem reichen Besitzer der Bilder aufklären und den Urheber etlicher Kunstfälschungen finden.

In „Parker allein zu Haus“ (The Broken Wing Job) erhält Parker, die sich mit einem gebrochenen Bein in der Wohnung langweilt, eine ganze Episode. Als sie zufällig hört, dass zwei Lokalbesucher ein Verbrechen planen, will sie den Überfall auf ein benachbartes Geschäft verhindern; was mit einem Gipsbein gar nicht so einfach ist.

Selbstverständlich kämpfen Nate Ford, Sophie Deveraux, Eliot Spencer, Alec Hardinson und Parker (was für ein schöner Name!) auch gegen Großverbrecher und miese Kapitalisten, die hemmungslos ihre Mitarbeiter ausbeuten und für den Profit über Leichen gehen. Manchmal inszenieren sie dafür eine große Charade, wie in der Auftaktepisode „Bruchlandung“ (The Very Big Bird Job) mit einem Flug in Howard Hughes‘ legendärem Flugzeug „Spruce Goose“ oder in „Wir sind nicht allein“ (The First Contact Job) mit einem Besuch von Außerirdischen. Da ist dann „Die Oldtimer-Show“ (The Real Fake Car Job) mit vielen Oldtimern schon eine leichte Übung.

Eine besonders witzige Variante von diesem Kampf gegen skrupellose Profiteure ist „Sport ist Mord“ (Gimme a K Street Job). Um gegen gefährliche Machenschaften bei Cheerleader-Wettbewerben vorzugehen, gehen sie nach Washington, D. C.. Sie wollen wichtige Kongressmitglieder überzeugen, einem Gesetz zuzustimmen, das aus den Cheerleader-Wettbewerben einen Sport mit höheren Sicherheitserfordernissen machen würde. Das müsste doch, immerhin ist Washington für seine korrupten Politiker bekannt, ganz einfach sein. Aber dann erhalten die „Leverage“-Mitglieder einige Lektionen im politischen Geschäft.

Auch der Kampf gegen eine neu eröffnete Billigkette in einer Provinzstadt, die alle alteingessenen Geschäfte innerhalb weniger Monate vernichtet, in „Kaufrausch“ (The Low Low Price Job), nimmt einen vollkommen anderen Verlauf, als geplant. Denn die Filialleiterin schmettert alle Angriffe ab. Diese sind allerdings auch eher auf dem Niveau einer Sponti-Gruppe. Durchaus spaßig, aber nicht so gut wie die Weihnachtsfolge „Kein Kinderspiel“ (The Toy Job), in dem sie gegen den Besitzer eine Firma vorgehen, der gefährliche Kuscheltiere an Kinder verkaufen möchte. Das wäre legal, weil der frühere Waffenhändler die freiwilligen Produkttests entsprechend manipulierte.

Auch mit gepanschtem Wein, Ausbeutung der Arbeiter und der chemischen Keule kann man einen erklecklichen Profit machen. Als auf dem Weingut ein Arbeiter stirbt, macht das „Leverage“-Team in „Edler Tropfen“ (The Corkscrew Job) sich auf den Weg zum Weingut und dem neuen Besitzer, dem die Qualität seines Weins egal ist, solange der Profit stimmt.

Während sie auf dem Weingut allen Erntearbeitern helfen, müssen sie in „Auf dünnem Eis“ (The Blue Line Job), auf Wunsch seines minderjährigen Sohnes, nur einen Eishockey-Spieler, der unbedingt weiterspielen will, vor einer weiteren Kopfverletzung retten. Eine Verletzung, die der Besitzer des Teams herbeisehnt und dafür auch Spiele manipuliert.

In „Charlie und die Traumfabrik“ (The White Rabbit Job) müssen sie dann – entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten – einen Firmenerben so manipulieren, dass er wieder zu seinen ursprünglichen Werten zurückkehrt. Wie in „Inception“ manipulieren sie sein Unterbewußtsein.

Das Serienfinale „Das schwarze Buch“ (The Long Good-bye Job) ist dann eine eher zwiespältige Angelegenheit. Sie wollen das titelgebende Buch, in dem die Namen der Profiteure der Finanzkrise von 2007/2008 stehen, aus einem bestens gesichertem Gebäude klauen. Auf den ersten Blick geht der Job schief. Für meinen Geschmack wirkte dieser letzte Job, nach 76 erfolgreichen Jobs, wie eine hastig zum Abschluss erklärte Folge. Dieser Eindruck verstärkt sich auch, weil in den vorherigen Jobs der fünften „Leverage“-Staffel keine folgenübergreifenden Geschichte erzählt wird und so auch nichts das große Finale andeutet.

Das ändert aber nichts daran, dass auch in der fünften und leider letzten Staffel „Leverage“ immer noch eine vergnügliche, witzige und sehr kurzweilige Robin-Hood-Serie ist. Und insgesamt 77 Episoden und drei Romanen („The Con Job“ von Matt Forbeck, „The Zoo Job“ von Keith R. A. Decandido und „The Bestseller Job“ von Greg Cox), die nach dem Ende der Serie veröffentlicht wurden, sind keine schlechte Bilanz.

Leverage - Staffel 5 - DVD-Cover

 

Leverage – Staffel 5 (Leverage, USA 2012)

Erfinder: John Rogers, Chris Downey

mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Deveraux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardinson)

Gäste (Yeah, es waren wieder einige bekannte Gesichter dabei): Gary Elwes, Adam Baldwin, Treat Williams, Thure Riefenstahl, Fred Ward, Monte Markham, Gregg Henry, Catherine Dent, Mark Sheppard

DVD

Edel

Bild: 16:9

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Geschnittene Szenen, Hinter den Kulissen (naja, ein Gag Reel) (insgesamt 13 Minuten)

Länge: 609 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Die finalen Jobs des „Leverage“-Teams

Bruchlandung (The (Very) Big Bird Job)

Regie: John Rogers

Drehbuch: John Rogers

Auf dünnem Eis (The Blue Line Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: M. Scott Veach, Paul Guyot

Wir sind nicht allein (The First Contact Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Aaron Denius Garcia

Trüffeljagd (The French Connection Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Paul Guyot

Sport ist Mord (The Gimme a K Street Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Jeremy Bernstein

Die wilden Siebziger (The D. B. Cooper Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Chris Downey

Die Oldtimer-Show (The Real Fake Car Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Josh Schaer

Parker allein zu Haus (The Broken Wing Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Rebecca Kirsch, M. Scott Veach

Der Anschlag (The Rundown Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: Chris Downey, John Rogers, Josh Schaer

Echt gefälscht (The Frame-Up Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: John Rogers, Geoffrey Thorne, Jeremy Bernstein

Kaufrausch (The Low Low Price Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Rebecca Kirsch

Charlie und die Traumfabrik (The White Rabbit Job)

Regie: PJ Pesce

Drehbuch: Geoffrey Thorne

Edler Tropfen (The Corkscrew Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Jenn Kao

Kein Kinderspiel (The Toy Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Joe Hortua

Das schwarze Buch (The Long Good-bye Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers, Chris Downey

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über “Leverage”

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

“Leverage”-Wiki

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel III” (Leverage – Season III, USA 2011)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel IV” (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)


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