DVD-Kritik: „Leverage – Die finale Staffel“ ist erschienen

September 2, 2014

Nachdem am Ende der vierten Staffel das „Leverage“-Team seine Zentrale in Boston aufgeben musste, trennten sich ihre Wege. Jeder nahm, auf seine eigene Art, eine Auszeit in fremden Städten und füllte sie auch mit einigen nicht ganz legale Tätigkeiten. Jetzt kommen Nathan Ford (Timothy Hutton), Ex-Versicherungsdetektiv und Kopf des „Leverage“-Teams, Sophie Deveraux (Gina Bellman), Schwindlerin und gar nicht so verhinderte Schauspielerin, die in dieser Staffel auch Leiterin eines Theaters wird, Eliot Spencer (Christian Kane), Schläger, Alec Hardison (Aldis Hodge), Hacker, und Parker (Beth Riesgraf), artistische Einbrecherin, in Portland, Oregon, wieder zusammen. In einem neuen Quartier. Sie firmieren wieder als „Leverage Consulting & Associates“, aber das vernachlässigbar-nichtssagende Firmenschild ändert nichts daran, dass sie pro bono immer noch Menschen helfen, die von Konzernen, Wirtschaftsbossen, Politikern und anderen Weiße-Kragen-Kriminellen hereingelegt wurden und denen das Recht nicht hilft. Dann sorgt das „Leverage“-Team für ausgleichende Gerechtigkeit, indem sie die Betrüger betrügen und bloßstellen. Unblutig, clever und mit Stil.

Außerdem betreiben sie das im Erdgeschoss liegende Lokal, wo sie sich mit den Hilfesuchenden treffen und Alec als Brauer verschiedene Biersorten von anscheinend zweifelhafter Qualität ausprobiert, während Eliot, der ein begnadeter Koch ist (wie „Trüffeljagd“ beweist), nicht in der Küche steht, aber eine auf Biersorten abgestimmte Speisekarte für fast unmöglich hält.

Die Fälle der fünften und leider auch letzten Staffel, die im Original immer „Jobs“ heißen und ebenso anspielungsreiche wie witzige Titel haben (Wer denkt beim „The Long Good-bye Job“ nicht sofort an den gleichnamigen Roman von Raymond Chandler? Wer denkt bei „The French Connection Job“ nicht an den Drogenschmuggelthriller „The French Connection“?), sind, im Gegensatz zu den vorherigen „Leverage“-Jobs formal offener, obwohl „Leverage“ nie eine so starre Struktur wie beispielsweise „Law & Order“ oder „CSI“ hatte.

Neben den üblichen und immer witzigen Gauner-legen-Gauner-Geschichten gibt es dieses Mal auch einen „24“-Thriller, eine „Das Fenster zum Hof“-Variante, einen Agatha-Christie-Rätselkrimi und einen Ausflug in die siebziger Jahre, der eigentlich ebenfalls ein Rätselkrimi ist. Denn in „Die wilden Siebziger“ (The D. B. Cooper Job) sollen Nathan und die „Leverage“-Mitglieder herausfinden, was mit D. B. Cooper, dem legendären Flugzeugentführer, der 1971 mit seiner Beute aus einem Flugzeug in ein Waldgebiet sprang und spurlos verschwand, geschah. In den Rückblenden spielen die „Leverage“-Mitglieder die damaligen Charaktere, stilecht angezogen und frisiert. Es gelingt ihnen sogar, D. B. Cooper zu finden.

Es gibt auch wieder zwei Folgen, in denen das „Leverage“-Team getrennt ist. In „Der Anschlag“ (The Rundown Job) sind Eliot, Alec und Parker in Washington, D. C., wo sie innerhalb weniger Stunden einen Terroranschlag verhindern müssen. Das ist dann hemmungsloses wildern in „24“-Gefilden und als Thriller entsprechend humorfrei. Zur gleichen Zeit besuchen Sophie und Nathan eine Auktion, auf der ein besonders wertvolles Gemälde verschwindet. In „Echt gefälscht“ (The Frame-Up Job) müssen sie einerseits ihren alten Bekannten, den Interpol-Agenten Jim Sterling, der sie natürlich verhaften will, überzeugen, dass Sophie das Bild nicht klaute. Gleichzeitig müssen sie den Mord an dem reichen Besitzer der Bilder aufklären und den Urheber etlicher Kunstfälschungen finden.

In „Parker allein zu Haus“ (The Broken Wing Job) erhält Parker, die sich mit einem gebrochenen Bein in der Wohnung langweilt, eine ganze Episode. Als sie zufällig hört, dass zwei Lokalbesucher ein Verbrechen planen, will sie den Überfall auf ein benachbartes Geschäft verhindern; was mit einem Gipsbein gar nicht so einfach ist.

Selbstverständlich kämpfen Nate Ford, Sophie Deveraux, Eliot Spencer, Alec Hardinson und Parker (was für ein schöner Name!) auch gegen Großverbrecher und miese Kapitalisten, die hemmungslos ihre Mitarbeiter ausbeuten und für den Profit über Leichen gehen. Manchmal inszenieren sie dafür eine große Charade, wie in der Auftaktepisode „Bruchlandung“ (The Very Big Bird Job) mit einem Flug in Howard Hughes‘ legendärem Flugzeug „Spruce Goose“ oder in „Wir sind nicht allein“ (The First Contact Job) mit einem Besuch von Außerirdischen. Da ist dann „Die Oldtimer-Show“ (The Real Fake Car Job) mit vielen Oldtimern schon eine leichte Übung.

Eine besonders witzige Variante von diesem Kampf gegen skrupellose Profiteure ist „Sport ist Mord“ (Gimme a K Street Job). Um gegen gefährliche Machenschaften bei Cheerleader-Wettbewerben vorzugehen, gehen sie nach Washington, D. C.. Sie wollen wichtige Kongressmitglieder überzeugen, einem Gesetz zuzustimmen, das aus den Cheerleader-Wettbewerben einen Sport mit höheren Sicherheitserfordernissen machen würde. Das müsste doch, immerhin ist Washington für seine korrupten Politiker bekannt, ganz einfach sein. Aber dann erhalten die „Leverage“-Mitglieder einige Lektionen im politischen Geschäft.

Auch der Kampf gegen eine neu eröffnete Billigkette in einer Provinzstadt, die alle alteingessenen Geschäfte innerhalb weniger Monate vernichtet, in „Kaufrausch“ (The Low Low Price Job), nimmt einen vollkommen anderen Verlauf, als geplant. Denn die Filialleiterin schmettert alle Angriffe ab. Diese sind allerdings auch eher auf dem Niveau einer Sponti-Gruppe. Durchaus spaßig, aber nicht so gut wie die Weihnachtsfolge „Kein Kinderspiel“ (The Toy Job), in dem sie gegen den Besitzer eine Firma vorgehen, der gefährliche Kuscheltiere an Kinder verkaufen möchte. Das wäre legal, weil der frühere Waffenhändler die freiwilligen Produkttests entsprechend manipulierte.

Auch mit gepanschtem Wein, Ausbeutung der Arbeiter und der chemischen Keule kann man einen erklecklichen Profit machen. Als auf dem Weingut ein Arbeiter stirbt, macht das „Leverage“-Team in „Edler Tropfen“ (The Corkscrew Job) sich auf den Weg zum Weingut und dem neuen Besitzer, dem die Qualität seines Weins egal ist, solange der Profit stimmt.

Während sie auf dem Weingut allen Erntearbeitern helfen, müssen sie in „Auf dünnem Eis“ (The Blue Line Job), auf Wunsch seines minderjährigen Sohnes, nur einen Eishockey-Spieler, der unbedingt weiterspielen will, vor einer weiteren Kopfverletzung retten. Eine Verletzung, die der Besitzer des Teams herbeisehnt und dafür auch Spiele manipuliert.

In „Charlie und die Traumfabrik“ (The White Rabbit Job) müssen sie dann – entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten – einen Firmenerben so manipulieren, dass er wieder zu seinen ursprünglichen Werten zurückkehrt. Wie in „Inception“ manipulieren sie sein Unterbewußtsein.

Das Serienfinale „Das schwarze Buch“ (The Long Good-bye Job) ist dann eine eher zwiespältige Angelegenheit. Sie wollen das titelgebende Buch, in dem die Namen der Profiteure der Finanzkrise von 2007/2008 stehen, aus einem bestens gesichertem Gebäude klauen. Auf den ersten Blick geht der Job schief. Für meinen Geschmack wirkte dieser letzte Job, nach 76 erfolgreichen Jobs, wie eine hastig zum Abschluss erklärte Folge. Dieser Eindruck verstärkt sich auch, weil in den vorherigen Jobs der fünften „Leverage“-Staffel keine folgenübergreifenden Geschichte erzählt wird und so auch nichts das große Finale andeutet.

Das ändert aber nichts daran, dass auch in der fünften und leider letzten Staffel „Leverage“ immer noch eine vergnügliche, witzige und sehr kurzweilige Robin-Hood-Serie ist. Und insgesamt 77 Episoden und drei Romanen („The Con Job“ von Matt Forbeck, „The Zoo Job“ von Keith R. A. Decandido und „The Bestseller Job“ von Greg Cox), die nach dem Ende der Serie veröffentlicht wurden, sind keine schlechte Bilanz.

Leverage - Staffel 5 - DVD-Cover

 

Leverage – Staffel 5 (Leverage, USA 2012)

Erfinder: John Rogers, Chris Downey

mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Deveraux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardinson)

Gäste (Yeah, es waren wieder einige bekannte Gesichter dabei): Gary Elwes, Adam Baldwin, Treat Williams, Thure Riefenstahl, Fred Ward, Monte Markham, Gregg Henry, Catherine Dent, Mark Sheppard

DVD

Edel

Bild: 16:9

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Geschnittene Szenen, Hinter den Kulissen (naja, ein Gag Reel) (insgesamt 13 Minuten)

Länge: 609 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Die finalen Jobs des „Leverage“-Teams

Bruchlandung (The (Very) Big Bird Job)

Regie: John Rogers

Drehbuch: John Rogers

Auf dünnem Eis (The Blue Line Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: M. Scott Veach, Paul Guyot

Wir sind nicht allein (The First Contact Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Aaron Denius Garcia

Trüffeljagd (The French Connection Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Paul Guyot

Sport ist Mord (The Gimme a K Street Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Jeremy Bernstein

Die wilden Siebziger (The D. B. Cooper Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Chris Downey

Die Oldtimer-Show (The Real Fake Car Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Josh Schaer

Parker allein zu Haus (The Broken Wing Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Rebecca Kirsch, M. Scott Veach

Der Anschlag (The Rundown Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: Chris Downey, John Rogers, Josh Schaer

Echt gefälscht (The Frame-Up Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: John Rogers, Geoffrey Thorne, Jeremy Bernstein

Kaufrausch (The Low Low Price Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Rebecca Kirsch

Charlie und die Traumfabrik (The White Rabbit Job)

Regie: PJ Pesce

Drehbuch: Geoffrey Thorne

Edler Tropfen (The Corkscrew Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Jenn Kao

Kein Kinderspiel (The Toy Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Joe Hortua

Das schwarze Buch (The Long Good-bye Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers, Chris Downey

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über “Leverage”

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

“Leverage”-Wiki

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel III” (Leverage – Season III, USA 2011)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel IV” (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)

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TV-Tipp für den 27. Juni: Leverage: Bruchlandung/Auf dünnem Eis

Juni 27, 2014

Vox, 22.10
Leverage: Bruchlandung/Auf dünnem Eis (USA 2012, Regie: John Rogers, Marc Roskin)
Drehbuch: John Rogers, M. Scott Veach, Paul Guyot
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
Das wurde aber auch Zeit: arg lieblos strahlt Vox die fünfte und letzte Staffel der witzigen Gaunerserie „Leverage“ aus. In den USA lief sie bereits vor zwei Jahren. In fünfzehn Folgen helfen Nathan Ford und sein aus Verbrechern bestehendes Team Menschen, denen sonst niemand hilft, gegen die ganz großen Gauner.
Wer mehr „Leverage“ will: In den USA erschienen nach dem Serienende die von der Serie inspierierten „Leverage“-Romane „The Zoo Job“ von Keith R. A. DeCandido, „The Con Job“ von Matt Forbeck und „The Bestseller Job“ von Greg Cox.
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison)

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über “Leverage”

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

“Leverage”-Wiki

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel III“ (Leverage – Season III, USA 2011)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel IV“ (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)

 


DVD-Kritik: „Leverage – Staffel IV“: gewohnt gut, mit einigen Überraschungen

Mai 27, 2013

 

Wann endlich die fünfte und – leider – auch letzte „Leverage“-Staffel im TV gezeigt wird, ist noch unklar, aber in jedem Fall bleibt genug Zeit, um die jetzt auf DVD erschienene vierte Staffel der gelungenen Crime-Comedy-Serie zu genießen. Am bewährten Rezept wurde nichts geändert: Nathan Ford (Timothy Hutton) und sein aus den ehemaligen Verbrechern Sophie Deveraux, Trickdiebin (Gina Bellman), Parker, Einbrecherin (Beth Riesgraf), Eliot Spencer, Schläger (Christian Kane) und Alec Hardison, Computerspezialist (Aldis Hodge) bestehendes „Leverage“-Team, das fast auf Zuruf unmögliche Aufträge übernimmt, kämpft immer noch gewitzt und weitgehend gewaltfrei gegen reiche Bösewichter, die ihre Macht ausnutzen, um den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit mehr oder weniger legalen Methoden, aber immer ohne Skrupel und gegen die guten Sitten.

 

So will in „Heiße Kartoffeln“ eine Firma mit einer genetisch verbesserten Kartoffelsorte, die sie einer Wissenschaftlerin stahl, viel Geld verdienen und die Entdeckerin noch nicht einmal mit einer Kartoffelschale abspeisen. Das „Leverage“-Team hilft der Frau.

 

In „Lebendig begraben“ wollen sie eine Betrügerin, die mit ihren beiden Söhnen Hinterbliebene abzockt und das Beerdigungsinstitut als Tarnung für einen schwunghaften Handel mit gestohlenen Identitäten betreibt, überführen. Allerdings sind die Betrüger besonders skrupellos und kurz darauf liegt Hardison lebendig begraben in einem Sarg unter der Erde.

 

In „Der Ehe-Ring“ (schön doppeldeutiger Titel) sollen Ford und sein Team zuerst, im Auftrag eines reichen Klienten, seine verschwundene Geliebte und künftige Frau suchen. Als sie sich näher mit ihr beschäftigen stoßen sie in den Hamptons auf mehrere junge Frauen, die reiche Männer nur wegen ihres Geldes heiraten. Aber wer ist die Anführerin des Ehe-Rings?

 

Für Krimifans ist „Mord ist sein Hobby“, wie der Originaltitel „The 10 Li’l Grifters Job“ verrät, die „Leverage“-Variante eines Whodunits ein Spaß: denn während eines Mörderwochenendes in einem abgelegenen Hotel geschieht wirklich ein Mord – und Nate Ford ist der Hauptverdächtige.

 

In „Die Schoko-Falle“ kämpfen sie gegen einen Trickdieb, der jeden Betrug kennt – und damit auch immun gegen die Tricksereien des „Leverage“-Teams ist. Dieser Wettstreit der Trickdiebe ist natürlich äußerst amüsant. Für uns. Für das „Leverage“-Team nicht unbedingt.

 

In „Schatzsuche“ darf Alec Hardison die Führung bei der Überführung von einigen korrupten Goldhändlern, die mit ihrer Geld-für-Gold-Werbung massenhaft kleine Leute ausnehmen, übernehmen. Er will alles wirklich perfekt machen und entwirft einen elaborierten Plan, der deshalb auch sehr anfällig für Fehler ist.

 

Im Staffelfinale „Gemeinsame Sache“ bitten Nate Ford und sein Team etliche alte Bekannte und teilweise auch Feinde (was zu einem Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern führt) um Hilfe. Nur so können sie gegen Latimer und Dubenich, zwei Gegner, die ihnen schon seit längerer Zeit ans Leder wollen und die die Arbeitsweise des „Leverage“-Teams in- und auswendig kennen, bestehen. Hoffen sie jedenfalls.

 

In „Umzingelt“ trifft Nathan Ford wieder seinen Vater Jimmy Ford (Tom Skerritt), der einen ziemlich unmöglichen Einbruch im amerikanischen Patentamt durchziehen will, der eigentlich von Jimmys Auftraggeber Latimer als Falle für Nathan gedacht ist. Tom Skerritt erhielt für diesen Auftritt den Saturn Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films als bester Gastschauspieler. Die Serie selbst war immer in der Kategorie Best Syndicated/Cable Television Series für den Saturn Award (gegen Serien wie „Breaking Bad“ und „Dexter“) und die Hauptdarsteller, vor allem Timothy Hutton und Beth Riesgraf, als beste Darsteller nominiert.

 

In dieser Staffel gibt es auch mehrere Episoden, die radikal und sehr vergnüglich mit der vertrauten „Leverage“-Formel spielen und so, wenn da nicht auch die anderen Jobs wären, zu den Höhepunkten der vierten Staffel gehören. In „Unter Beobachtung“ wird die Folge wie eine „The Office“-Reality-TV-Folge inszeniert. Und selbstverständlich ist es witzig, wenn die Teammitglieder, die sich sichtlich unwohl dabei fühlen, dem Regisseur ihre Pläne und Befindlichkeiten schildern müssen und alles im wackeligen Pseudo-Doku-Stil aufgenommen wird. Außerdem spielt Peter Stormare den russischen Dokumentarfilmer, der sehr russisch ist.

 

In „Blind Date“ und „Heilige Maria!“ wird einmal ein Frauenabend, einmal ein Männerabend geschildert. Denn an diesem Abend wollen die Frauen und die Männer, getrennt, einen ruhigen Abend verbringen. Dann müssen sie allerdings ganz schnell jemandem helfen und selbstverständlich fragen sie die anderen nicht um Hilfe.

 

Die achtzehn abwechslungsreichen Jobs der vierten „Leverage“-Staffel halten das Niveau der vorherigen Staffeln, die Schauspieler dürfen, weil sie immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen müssen, ihr Können zeigen, die Geschichten sind witzig und, auch ohne Mord und Totschlag, spannend.

 

Das Bonusmaterial ist vor allem witzig (wie die „Office Job Parody“ oder der Einblick in den Writers‘ Room), aber auch arg kurz geraten und nicht sonderlich informativ. Es ist einfach rätselhaft, warum sich die Macher nicht einmal hinsetzen, um einige Audiokommentare aufzunehmen oder ein ausführliches Hintergrund-Feature machen.

 

Vollkommen überflüssiger Hinweis: In den USA erschienen bis jetzt drei „Leverage“-Romane, die natürlich ins Deutsche übersetzt werden sollten. Die Autoren Keith R. A. DeCandido, Greg Cox und Matt Forbeck haben in der Vergangenheit schon einige gute Romane, vor allem für das „Star Trek“-Universum, geschrieben. Außerdem freue ich mich über jeden Kriminalroman, der nicht der (Serien-)Mörder-such-Formel folgt.

 

Leverage - Staffel 4 - DVD-Cover

 

Leverage – Staffel IV (Leverage, USA 2011/2012)

 

Erfinder: John Rogers, Chris Downey

 

mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison)

 

Gaststars: Tom Skerritt, Peter Stormare, Richard Chamberlain, Saul Rubinek, Jeri Ryan, Leon Rippy, Michael Paré, Thom Bray, David Rees Snell, Eric Stoltz

 

 

DVD

 

Edel

 

Bild: 1,78:1 (16:9 PAL)

 

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 & 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: –

 

Bonusmaterial: Hinter den Kulissen, Unveröffentlichte Szenen, Autoren: Der ganz normale Wahnsinn (The Writers‘ Room Job), Unter Beobachtung – Eine Parodie (The Office Job Parody), Outtakes (insgesamt 25 Minuten)

 

Länge: 730 Minuten (5 DVDs)

 

FSK: ab 16 Jahre

 

 

Die Jobs der vierten Staffel

 

Gipfelstürmer (The Long Way Down Job)

 

Regie: Dean Devlin

 

Drehbuch: Joe Hortua, John Rogers

 

 

Mord ist sein Hobby (The 10 Li’l Grifters Job)

 

Regie: Arvin Brown

 

Drehbuch: Geoffrey Thorne

 

 

Schweigegeld (The 15 Minutes Job)

 

Regie: Marc Roskin

 

Drehbuch: Josh Schaer

 

 

Kunstraub (The Van Gogh Job)

 

Regie: John Rogers

 

Drehbuch: Chris Downey

 

 

Heiße Kartoffeln (The Hot Potato Job)

 

Regie: John Harrison

 

Drehbuch: Jenn Kao

 

 

Spieglein, Spieglein (The Carnival Job)

 

Regie: Frank Oz

 

Drehbuch: M. Scott Veach, Paul Guyot

 

 

Lebendig begraben (The Grave Danger Job)

 

Regie: John Harrison

 

Drehbuch: Rebecca Kirsch

 

 

Die Schoko-Falle (The Boiler Room Job)

 

Regie: Arvin Brown

 

Drehbuch: Paul Guyot

 

 

Kaltes Herz (The Cross My Heart Job)

 

Regie: P. J. Pesce

 

Drehbuch: Jeremy Bernstein (nach einer Geschichte von Ben Fast und Scott Wolman)

 

 

Schachmatt ( The Queen’s Gambit Job)

 

Regie: Jonathan Frakes

 

Drehbuch: M. Scott Veach, Rebecca Kirsch

 

 

Das Experiment (The Experimental Job)

 

Regie: Marc Roskin

 

Drehbuch: M. Scott Veach

 

 

Unter Beobachtung (The Office Job)

 

Regie: Jonathan Frakes

 

Drehbuch: Jeremy Bernstein, Josh Schaer

 

 

Blind Date (The Girl’s Night Out Job)

 

Regie: Marc Roskin

 

Drehbuch: Chris Downey, Jenn Kao

 

 

Heilige Maria! (The Boy’s Night Out Job)

 

Regie: John Rogers

 

Drehbuch: John Rogers

 

 

Der Ehe-Ring (The Lonely Hearts Job)

 

Regie: Jonathan Frakes

 

Drehbuch: Kerry Glover

 

 

Schatzsuche (The Gold Job)

 

Regie: Marc Roskin

 

Drehbuch: Joe Hortua

 

 

Umzingelt (The Radio Job)

 

Regie: Dean Devlin

 

Drehbuch: Chris Downey, Paul Guyot

 

 

Gemeinsame Sache (The Last Dam Job)

 

Regie: Dean Devlin

 

Drehbuch: John Rogers

 

 

Hinweise

 

TNT über „Leverage“

 

Vox über „Leverage“

 

Serienjunkies über “Leverage”

 

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

 

“Leverage”-Wiki

 

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

 

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II“ (Leverage – Seaxon II, USA 2009/2010)

 

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel III“ (Leverage – Season III, USA 2010)

 


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