Das Finale von George A. Romeros „Empire of the Dead – Dritter Akt“

Juli 13, 2016

Romero - Empire of the Dead - Dritter Akt - 2

Jetzt liegt das Finale von George A. Romeros Zombie-Comic „Empire of the Dead“ vor. Jetzt werden all die Konflikte, die er in den vorherigen beiden Akten (die aus jeweils fünf Heften bestanden, die dann in Bücher zusammengefasst wurden) etablierte, zu Ende erzählt. Wieder besteht der Akt aus fünf Heften und weil „Empire of the Dead“ von Anfang an auf fünfzehn Hefte geplant war, konnte George A. Romero, wie bei einem Spielfilm, alles auf ein von Anfang an geplantes Finale hin schreiben. Da gab es während des Schreibens keine Überraschungen mit einem frühzeitigem Ende (wegen mangelndem Publikum) oder einem hinausgeschobenem Ende (wegen nicht mangelndem Publikum).

Und Konflikte, die auf eine Lösung warten, gibt es genug in dieser Zombie-Welt.

In New York leben Menschen in einer schwer bewachten Festung. Bürgermeister Chandrake befindet sich gerade im Wahlkampf. Er und seine Vertrauten sind Vampire, was die Menschen nicht wissen und auch nicht wissen sollen.

Die Wissenschaftlerin Penny Jones sucht weiter nach Anzeichen von Intelligenz bei den Zombies. Der ehemalige Polizistin Xavier zeigt dabei als Zombie erstaunlich viele menschliche Regungen. Xavier will ihre menschliche Freundin Jo finden, die am Ende des zweiten Akts entführt wurde.

Das Mädchen Jo wird auf einer von Chandrake betriebenen Farm gefangenen gehalten. Jo soll, wie die anderen Kinder, als Nahrung für die Vampire dienen.

Währenddessen nähern sich, was die New Yorker nicht wissen, aus den Südstaaten Rebellen, die die Stadt angreifen wollen.

Das sind die wichtigsten Erzählstränge der ersten beiden „Empire of the Dead“-Sammelbänden, die jetzt zu einem Ende kommen müssen. Und, immerhin sind auch Romeros Zombie-Filme nichts für zartbesaitete Gemüter, es dürfte blutig werden. So wie in seinem Film „Land of the Dead“ (USA 2005), der, bis auf die Vampire, ein ähnliches Setting hatte.

Trotzdem hat man bei „Empire of the Dead – Dritter Akt“ nie das Gefühl, dass die Geschichte demnächst endet. Wie schon im „Zweiten Akt“, den man als Vorbereitung für das Finale las, plätschern die verschiedenen Plots vor sich hin bis zum enttäuschenden Finale, das eigentlich kein Ende ist. Höchstens, wie wir es aus inzwischen fast jeder TV-Serie kennen, ein Staffelfinale, das uns zum Einschalten der nächsten Staffel animieren soll.

George A. Romero/Andrea Mutti: Empire of the Dead – Dritter Akt

(übersetzt von Joachim Körber)

Panini, 2016

116 Seiten

14,99 Euro

Originalausgabe

Empire of the Dead – Act Three # 1 – 5

Marvel, Juni 2015 – November 2015

Hinweise

Marvel über „Empire of the Dead“

Wikipedia über „Empire of the Dead“ und George A. Romero (deutsch, englisch)

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

Arte über George A. Romero (mit bewegten Bildern zum Start von “Diary of the Dead”)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

Meine Besprechung von George A. Romero/Alex Maleevs „Empire of the Dead – Erster Akt“ (Empire of the Dead – Act One, 2014)

Meine Besprechung von George A. Romero/Dalibor Talajics „Empire of the Dead – Zweiter Akt“ (Empire of the Dead: Act Two, 2014/2015)

George A. Romero in der Kriminalakte

 

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Zum Abschluss von Denise Minas Comic-Adaption von Stieg Larssons „Verblendung“

November 7, 2013

Mina - Stieg Larssons Verblendung 2 - Softcover

Für alle, die die die letzten Jahre weltweit grassierende Stieg-Larsson-Manie, inclusive zwei Verfilmungen von seinem Debütroman „Verblendung“, ignorieren konnten, gibt es jetzt eine kurze Zusammenfassung von „Verblendung“. Denn inzwischen ist auch der zweite und abschließende Teil von Denise Minas Comic-Adaption des Bestsellers auf Deutsch erschienen.

Der alte Firmenchef Henrik Vanger beauftragt den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist, der gerade wegen einer vollkommen verpatzten Enthüllungsgeschichte mächtig Ärger hat, Womanizer und exzessiver Kaffeetrinker ist (Hat schon irgendjemand eruiert, wie viel Kaffee in Larssons „Millennium“-Romanen getrunken wird?), herauszufinden, wer 1966 seine Nichte Harriet auf der der Familie gehörenden Insel ermordete. Blomkvist beginnt mit dem Aktenstudium.

Für die Comic-Adaption hat die mit dem John-Creasey-Dagger ausgezeichnete Krimi-Autorin Denise Mina das Dickicht des Romans etwas gelichtet und einige Kleinigkeiten geändert. Aber in weiten Teilen folgt sie, wie von den Fans gewünscht, fast schon sklavisch, Stieg Larssons Roman.

Jedenfalls endete der erste Teil der Comic-Adaption mit Lisbeth Salander, die ihren Vormund tätowiert, und Mikael Blomkvist, der – früher als im Roman – seine Haftstrafe für die missglückte Enthüllungsgeschichte antritt.

Der zweite Teil beginnt nach Blomkvists Haft. Er ist wieder zurück auf der Insel, lernt Lisbeth Salander, die geniale, beziehungsgestörte Hackerin, die schon seinen gesamten Computer hackte, kennen und gemeinsam beginnen sie Harriet Vangers mysteriöses Verschwinden aufzuklären. Dabei stoßen sie auf eine Mordserie, die nach dem 2. Weltkrieg begann und sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Sie glauben, dass die Frauenmorde von einem Vater-Sohn-Paar begangen werden, das zur Familie Vanger oder ihrem engsten Umfeld gehört, und dass Harriet die Mörder kannte.

Auch der zweite und abschließende Teil von „Verblendung“ folgt dem Roman ziemlich genau, wobei die Nazi-Geschichte vollkommen fehlt und die Recherchen von Blomkvist und Salander auf wenigen Seiten eingedampft werden, während die Folterung Blomkvists durch den Mörder und Salanders Reaktion darauf (es könnte ja noch zwei Menschen auf dem Planeten geben, die das Ende nicht kennen) viele Seiten einnehmen und es danach – wie in dem Roman – ein elend langes Nachspiel gibt, in dem alle offenen Fragen und einige Fragen, die man nicht stellte, beantwortet werden.

Insgesamt gelang Mina eine gelungene, aber nicht besonders eigenständige Adaption, die – wie die Verfilmungen – weitgehend dem von Stieg Larsson erfundenem Handlungsgerüst folgt.

Die Comic-Adaption von Stieg Larssons zweitem Roman „Verdammnis“ ist schon angekündigt.

Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner): Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 2

(übersetzt von Joachim Körber)

Panini, 2013

164 Seiten

16,99 Euro (Softcover)

24,99 Euro (Hardcover)

Originalausgabe

The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two

Vertigo/DC Comics, 2013

Vorlage

Larsson - Verblendung Movie-Tie-In-Fincher

Stieg Larsson: Verblendung

(übersetzt von Wibke Kuhn)

Heyne, 2011 (Movie-Tie-In zur Fincher-Version)

704 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Män son hatar kvinnor

Norsteds Förlag, Stockholm 2005

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2006

Verfilmungen

Verblendung (Män som hatar kvinnor, Schweden/Deutschland/Dänemark 2009)

Regie: Niels Arden Oplev

Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Haber, Sven-Bertil Taube, Peter Andersson, Ingvar Hirdwall, Marika Lagercrantz, Björn Granath

Verblendung (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)

Regie: David Fincher

Drehbuch: Steve Zaillian

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Steven Berkoff, Robin Wright, Yorick van Wageningen, Joely Richardson, Geraldine James, Goran Visnjic, Julian Sands

Hinweise

Homepage von Denise Mina

Mullholland Books: Interview mit Denise Mina über “Verblendung” (12. November 2012)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch/Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )


Denise Mina überzeugt mit der Comic-Version von Stieg Larssons „Verblendung“

April 1, 2013

Mina - Stieg Larssons Verblendung 1 - HardcoverMina - Stieg Larssons Verblendung 1 - Softcover

Nachdem die „Millenniums“-Trilogie, also die drei Romane „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ von Stieg Larsson sich wie geschnitten Brot verkauft, die schwedische Verfilmung sehr erfolgreich war und aus der bis dahin unbekannten Noomi Rapace einen Star machte, der seitdem in etlichen Blockbustern mitspielen durfte, und für das US-Remake von „Verblendung“ David Fincher als Regisseur und Daniel Craig als Hauptdarsteller gewonnen werden konnten, ist die Graphic Novel (neben den Parodien) wahrscheinlich der folgerichtig nächste Schritt in der Verwertungskette.

Mit der Edgar-nominierten Krimiautorin Denise Mina, deren Romane den John Creasey Dagger for Best First Crime Novel 1998 und den Theakstons Crime Novel of the Year 2012 erhielten und die auch schon einige „Hellblazer“-Geschichten schrieb, und den Zeichnern Leanardo Manco (u. a. „Deathlok“ und „Hellblazer“) und Andrea Mutti (u. a. „DMZ“ und „The Executor“) wurde auch ein hochkarätiges Team engagiert.

Die Story von „Verblendung“ dürfte inzwischen ja bekannt sein: der renommierte Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist hat gerade eine Story so in den Sand gesetzt, dass er dafür demnächst eine Haftstrafe verbüßen muss. Bis dahin soll er im Auftrag von Henrik Vanger herausfinden, wer 1966 seine Nichte Harriet Vanger ermordete. Denn sie verschwand damals spurlos von der Insel, auf der die Familie ein Familientreffen hatte und damit kann der Täter nur jemand aus der Familie sein. Blomkvist übernimmt den gut dotierten Recherecheauftrag. Auch weil Henrik Vanger ihm Informationen anbietet, die seinen Ruf wieder herstellen können. Bei seinen Recherchen hilft ihm Lisbeth Salander; – aber noch nicht im ersten Band von „Verblendung“.

Denn Larssons umfangreiche und auch längliche Geschichte wird in zwei Teilen auf insgesamt 288 Seiten erzählt und „Tartan Noir“-Autorin Denise Mina folgt der bekannten Geschichte auch weitgehend, allerdings mit einigen kleineren Umstellungen und, schließlich ist in einem Comic die Textmenge begrenzt, gelungenen dramaturgischen Verdichtungen. So betont sie am Anfang stärker die Verbindung zwischen Blomkvists misslungener Enthüllungsgeschichte und dem Angebot von Vanger. Außerdem gibt es ziemlich früh Hinweise auf die Mordserie, die mit Harriet Vangers Verschwinden zusammen hängt, und sie deutet an, dass auf den Fotografien, die an dem Tag auf der Insel gemacht wurden, etwas Wichtiges zu sehen ist. Lisbeth Salanders Geschichte ist hier noch vollkommen getrennt von Mikael Blomkvists Recherchen. Dafür darf sie sich aber schon an ihrem neuen Vormund Nils Bjurman eindrucksvoll rächen. Gerade in ihrer Geschichte liegt das Hauptgewicht auf den Bildern und die düsteren Panels von Leonardo Manco und Andrea Mutti lassen ein echtes Noir-Gefühl aufkommen.

Da freue ich mich, obwohl wahrlich kein großer Stieg-Larsson-Fan, schon auf den zweiten und abschließenden Teil von „Verblendung“ und die folgenden Teile der „Millennium“-Trilogie, die auch von Denise Mina als insgesamt sechsteilige Comic-Serie geschrieben werden.

Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner): Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1

(übersetzt von Joachim Körber)

Panini, 2013

144 Seiten

16,95 Euro (Softcover)

24,95 Euro (Hardcover)

Originalausgabe

The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One

Vertigo/DC Comics, 2012

Vorlage

Larsson - Verblendung Movie-Tie-In-Fincher

Stieg Larsson: Verblendung

(übersetzt von Wibke Kuhn)

Heyne, 2011 (Movie-Tie-In zur Fincher-Version)

704 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Män son hatar kvinnor

Norsteds Förlag, Stockholm 2005

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2006

Verfilmungen

Verblendung (Män som hatar kvinnor, Schweden/Deutschland/Dänemark 2009)

Regie: Niels Arden Oplev

Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Haber, Sven-Bertil Taube, Peter Andersson, Ingvar Hirdwall, Marika Lagercrantz, Björn Granath

Verblendung (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)

Regie: David Fincher

Drehbuch: Steve Zaillian

LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)

mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Steven Berkoff, Robin Wright, Yorick van Wageningen, Joely Richardson, Geraldine James, Goran Visnjic, Julian Sands

Hinweise

Homepage von Denise Mina

Mullholland Books: Interview mit Denise Mina über „Verblendung“ (12. November 2012)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch/Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung „Verblendung“ (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)


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