„Zyankali vom Weihnachtsmann“, Mördersuche für Nero Wolfe und Archie Goodwin

Dezember 2, 2019

Ein Roman ist „Zyankali vom Weihnachtsmann“ nicht. Aber es ist ein neuer Fall für Nero Wolfe und wir haben bald Weihnachten; was heißt, dass es die jährliche Runde von Weihnachtskrimis gibt. Und egal was man von Weihnachtskrimis hält, sie sind in jedem Fall angenehmer als ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt zwischen billigem Glühwein, schlechtem Essen und gruseliger Musik.

Obwohl Archie Goodwin das nach der Weihnachtsfeier im Büro von Kurt Bottweill vielleicht etwas anders sieht. Goodwin ist, wie allgemein bekannt, ein echter Hardboiled-Privatdetektiv der Sam-Spade-Schule und der Gehilfe von Nero Wolfe. Wolfe ist ein übergewichtiger, in einem Backsteinhaus in der Fünfunddreißigsten Straße West in Manhattan, New York, lebender Privatdetektiv. Er ist ein wahres Genie, dass Fälle löst, an denen ein Hercule Poirot scheitern würde. Er ist auch ein Gourmet (für sein leibliches Wohl beschäftigt er einen Sterne-Koch) und Orchideenzüchter. Sein Haus verlässt er fast nie. Außer vielleicht um sich mit dem besten Orchideenzüchter Englands zu treffen.

Goodwin, der ihn zu dem Treffen hätte fahren sollen, lehnt ab. Er muss zur Weihnachtsfeier von Kurt Bottweill. Dort trifft er sich, so sagt er seinem Chef, mit seiner zukünftigen Frau Margot Dickey, die während der Feier den Gästen die Neuigkeit verraten will.

Schon vor dem ersten Umtrunk eröffnet Margot ihm, dass sie ihren Chef Bottweill heiraten werde. Der Zettel auf dem das Hochzeitsaufgebot von ihr und Goodwin angekündigt wird, liegt inzwischen zerrissen in einem Papierkorb in Bottweills Büro. Er hat seinen Zweck erfüllt, den heiratsunwilligen Bottweill endlich zur Heirat zu bewegen. Goodwin hatte sich aus Freundschaft zu Margot bereit erklärt, bei dem kleinen Schwindel mitzumachen.

Bei dem Umtrunk stirbt Bottweill an einer Zyankali-Vergiftung.

Weil Bottweill kurz vor dem allgemeinen Umtrunk aus der Flasche getrunken hat, muss einer der Gäste der Täter sein. Und wenn die Polizei von Goodwins fehlgeschlagenem Heiratsplan erfahren würde, würde er zum Hauptverdächtigen.

Als erstes will sie allerdings mit dem sofort nach dem Mord spurlos verschwundenem Weihnachtsmann reden. Er hatte die Flasche mit dem Zyankali in seiner Hand. Auch wenn sein Motiv unbekannt ist, hat er die Gelegenheit gehabt. Folgerichtig ist er der Hauptverdächtige.

Als Goodwin Wolfe von der Weihnachtsfeier erzählt, verrät Wolfe ihm, dass er der gesuchte Weihnachtsmann ist. Er hatte sich, ohne Goodwin etwas zu sagen, als Weihnachtsmann verkleidet. Nur so konnte er einen Blick auf Goodwins Braut werfen.

Wenn die Polizei das erfahren würde, wären Wolfe und Goodwin die Hauptverdächtigen, die Motiv und Gelegenheit hatten.

Zyankali vom Weihnachtsmann“ ist eine längere Kurzgeschichte mit dem von Rex Stout erfundenem, legendären Detektiv-Duo. Sie erschien erstmals 1957, einige Tage nach Weihnachten, im Januar-Heft des Magazins „Collier’s“.

Für die aktuelle Veröffentlichung spendierte Klett-Cotta eine neue Übersetzung von Gunter Blank (die sich bei einer flüchtigen Überprüfung nicht so wahnsinnig von Barbara Röhls Übersetzung unterscheidet), ein 24-seitiges Nachwort von Franz Dobler und ein großzügiges Layout, das die Geschichte auf über hundert Seiten aufpimpt. So fällt Stouts Weihnachtsgeschichte im Buchregal neben den bereits bei Klett-Cotta erschienenen Nero-Wolfe-Romanen nicht negativ auf.

Die Geschichte selbst folgt zwar der Whodunit-Formel, aber weil es eine kurze Geschichte ist, gibt es wenige Verdächtige und nur ein überschaubar komplexes Rätsel.

Das macht „The Christmas-Party Murder“ zu einem schnellen Happen für Zwischendurch. Die nächste Hauptmahlzeit ist für den 14. März 2020 angekündigt. Dann veröffentlicht Klett-Cotta in seiner uneingeschränkt lobenswerten Nero-Wolfe-Neuausgabe „Die goldenen Spinnen“.

Rex Stout: Zyankali vom Weihnachtsmann – Ein Fall für Nero Wolfe

(neu übersetzt von Gunter Blank, mit einem Nachwort von Franz Dobler)

Klett-Cotta, 2019

144 Seiten

12 Euro

Originalausgabe

The Christmas-Party Murder (in Collier’s, Januar 1957)

Erste Buchausgabe (Sammelband mit Kurzgeschichten)

And four to go

Viking Press, New York 1958

Mehr Weihnachten

Die oben erwähnte Übersetzung von Barbara Röhl ist in dem von Otto Penzler herausgegebenen Sammelband „Eine Leiche zum Advent“ (ausführliche Besprechung) enthalten. Neben gut fünfzig weiteren Weihnachtsgeschichte von, u. a. Ellery Queen, Colin Dexter, Donald E. Westlake, Arthur Conan Doyle, John D. MacDonald, Peter Robinson, Ed McBain, Sara Paretsky, Mary Higgins Clark, G. K. Chesterton, H. R. F. Keating, Robert Louis Stevenson und Edgar Wallace.

Otto Penzler (Herausgeber): Eine Leiche zum Advent – Das große Buch der Weihnachtskrimis

(übersetzt von Stefan Bauer, Winfried Czech, Axel Franken, Stefanie Heinen, Daniela Jarzynka, Helmut W. Pesch, Barbara Röhl, Anna-Lena Römisch, Thomas Schichtel, Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher)

Lübbe, 2016

708 Seiten

12 Euro

Originalausgabe

The Big Book of Chistmas Mysteries

Vintage Books, 2013

Hinweise

Krimi-Couch über Rex Stout

Kaliber 38 über Rex Stout

Wikipedia über Rex Stout (deutsch, englisch) und Nero Wolfe (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Rex Stout und Nero Wolfe

Meine Besprechung von Rex Stouts „Es klingelte an der Tür“ (The Doorbell rang, 1965)

Meine Besprechung von Rex Stouts „Der rote Stier – Ein Fall für Nero Wolfe“ (Some Buried Caesar, 1939)


Privatdetektive: Nero Wolfe und „Der rote Stier“

Dezember 5, 2018

Nero Wolfe steht auf einer Wiese. Ihm gegenüber steht ein kampfeslustiger Stier. Weil diese Situation in der Welt von Nero Wolfe vollkommen ungewöhnlich ist, erinnern sich alle, die den Kriminalroman irgendwann gelesen haben, an diese Szene. Denn Nero Wolfe ist ein übergewichtiger, in New York lebender Privatdetektiv, Orchideenzüchter, Genießer (er beschäftigt einen Koch, der locker in jedem Sterne-Restaurant reüssieren könnte) und er verlässt so ungern sein Brownstone-Haus, dass man auch sagen kann, er verlässt es nie. Das tut sein Assistent Archie Goodwin, der Erzähler der Nero-Wolfe-Geschichten.

In „Der rote Stier“ hat Wolfe seine Wohnung verlassen, um an einem Wettbewerb von Orchideenzüchtern teilzunehmen. Und er musste das von Goodwin gefahrene Auto verlassen und über eine Wiese gehen und vor dem Stier, den er und Goodwin zu spät entdecken, auf einen Felsen flüchten, der mitten auf der Wiese liegt. Jetzt ist Nero Wolfe an dem Ort, an dem man ihn am wenigsten erwarten würde.

Gegenüber diesem Bild verblast die restliche Geschichte.

Dabei ist „Der rote Stier“, der sechste von Rex Stout geschriebene Nero-Wolfe-Roman, ein wundervoller Privatdetektivkrimi. Im Original erschien der Krimi 1938 in einer gekürzten Ausgabe in „The American Magazine“. 1939 erschien er ungekürzt als Buch. Seitdem gab es mehrere deutsche Veröffentlichungen. Die jüngste ist von Conny Lösch und ihre vollständige Neuübersetzung ist ein Lesevergnügen. Sprachlich wirkt ist da nichts verstaubt oder altmodisch. Das gilt auch für den Krimiplot, den man mit einigen kleinen Änderungen mühelos in die Gegenwart verlegen könnte.

Denn selbstverständlich ermitteln Nero Wolfe und Archie Goodwin schnell in einem Mordfall. Der titelgebende, preisgekrönte Zuchtbulle Hickory Caesar Grindon gehört Thomas Pratt. Der Besitzer einer gut laufenden Fastfood-Restaurantkette hat ihn Monte McMillan für eine erkleckliche Summe abgekauft. Er will ihn in einigen Tagen, mit geladenen Gästen und begleitet von einem großen Presserummel, verspeisen.

Für die örtlichen Züchter ist das ein Sakrileg. Und Clyde Osgood wettet mit Pratt, dass er Caesar nicht verspeisen werden. Noch in der Nacht stirbt Osgood. Offensichtlich wollte er Caesar von der Wiese entführen und wurde dabei von Caesar getötet.

Als Nero Wolfe einen Blick auf den Toten und den blutbefleckten Stier wirft, weiß er, dass Osgood ermordet wurde und dass Caesar nicht der Täter ist.

Die Ermittlungen, also die Befragungen all der möglichen und unmöglichen Täter, werden von Rex Stout etwas hinausgezögert, weil Wolfe zuerst einen Klienten finden muss, der sein unverschämt hohes Honorar bezahlen will.

Anschließend entwickelt sich das übliche, aus Ratekrimis bekannte Spiel, in dem alle Menschen befragt werden, die etwas über die Hintergründe des Mordes wissen könnten, und es gibt selbstverständlich deutlich mehr Verdächtige als Täter. Diesen Rätselplot erzählt Stout, mit leichtem Humor, so flott, dass „Der rote Stier“ echte Pageturner-Qualitäten hat.

Unter Fans gilt „Der rote Stier“ als einer der besten Nero-Wolfe-Romane. Das hat mehrere Gründe. Alle wichtigen Punkte von Nero Wolfes Welt sind bereits etabliert, aber sie sind noch nicht so fest zementiert wie in den späteren Romanen. Innerhalb der bekannten Formel gibt es noch viel Raum für unangestrengte Experimente, wie Nero Wolfe für einen gesamten Roman aus seiner New Yorker Wohnung zu holen und so dem Leser schon von der ersten Seite an ein besonderes Abenteuer zu bieten. Aber vor allem ist die Erzählfreude von Rex Stout auf jeder Seite spürbar und der Plot ist glänzend konstruiert.

Das nennt man dann: einen auch heute noch lesenswerten Klassiker.

Rex Stout: Der rote Stier – Ein Fall für Nero Wolfe

(vollständig neu übersetzt von Conny Lösch)

Klett-Cotta, 2018

352 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

Some Buried Caesar

Farrar & Rineheart, 1939

Ursprünglich, in gekürzter Form 1938 in The American Magazine als „The Red Bull“.

Hinweise

Krimi-Couch über Rex Stout

Kaliber 38 über Rex Stout

Wikipedia über Rex Stout (deutsch, englisch) und Nero Wolfe (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Rex Stout und Nero Wolfe

Meine Besprechung von Rex Stouts „Es klingelte an der Tür“ (The Doorbell rang, 1965)

 


Cover der Woche

November 21, 2017

Das kann man tagespolitisch sehen, muss man aber nicht: das Cover der gerade erschienenen Neuausgabe von „Zu viele Köche“; einem der ersten Fälle von Privatdetektiv Nero Wolfe.

Während einer Tagung von fünfzehn  Meisterköchen wird ein Koch ermordet. Nero Wolfe und Archie Goodwin, sein Dr. Watson,  suchen den Mörder, der wahrscheinlich einer der anderen Köche ist.

Rex Stout: Zu viele Köche – Ein Fall für Nero Wolfe

(vollständig neu übersetzt von Simone Salitter und Gunter Blank, mit einem Nachwort von Tobias Gohlis)

Klett-Cotta, 2017

352 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Too many Cooks

Farrar & Rinehart, New York, 1938

Hinweise

Krimi-Couch über Rex Stout

Kaliber 38 über Rex Stout

Wikipedia über Rex Stout (deutsch, englisch) und Nero Wolfe (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Rex Stout und Nero Wolfe

Meine Besprechung von Rex Stouts „Es klingelte an der Tür“ (The Doorbell rang, 1965)

 


„Es klingelte an der Tür“ und Nero Wolfe öffnet nicht

April 5, 2017

Früher stolperte man in jeder Buchhandlung, auch der kleinsten, und jedem Antiquariat über die Nero-Wolfe-Romane von Rex Stout. Mit dem Tod von Rex Stout 1975 hörte die Wolfe-Begeisterung nicht auf. Es gab zwei, zugegeben kurzlebige, US-TV-Serien. Seit 1986 schreibt Robert Goldsborough neue Nero-Wolfe-Romane.

Und seit 1979 gibt es den Nero Wolfe Award (bzw. Nero Award), der von The Wolfe Pack im Gedenken und im Geist von Nero Wolfe (wem sonst?) verliehen wird.

Dabei wirkt Rex Stouts Nero Wolfe wie die Parodie auf den aus englischen Landhauskrimis bekannten genialen Ermittler. Nero Wolfe ist dick, unbeweglich, er verlässt aus beruflichen Gründen niemals sein Brownstone in der West 35th Street. Er züchtet Orchideen und lässt sich von Fritz fürstlich bekochen. Gut dotierte Aufträge übernimmt er nur, um seinen Lebensstandard zu sichern. Die Laufarbeit erledigt dann sein Assistent Archie Goodwin, der die Geschichten in der ersten Person erzählt. Er entspricht schon eher dem bekannten Bild des Hardboiled-PI.

Ihren ersten Auftritt hatten Nero Wolfe und Archie Goodwin 1934 in „Fer-de-Lance“ (Die Lanzenschlange). Bis 1975 veröffentlichte Stout 33 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten und Novellen mit ihnen.

Es klingelte an der Tür“, der jetzt in einer von Conny Lösch neu übersetzten Ausgabe bei Klett-Cotta erschienen ist, ist einer der späten Wolfe-Romane. Er erschien im Original 1965. Die deutsche Übersetzung von Brigitte Weitbrecht erschien kurz darauf als „Per Adresse Mörder X“.

Die vermögende Rachel Bruner verschickte zehntausend Exemplare des FBI-kritischen Enthüllungsbuches „Das unbekannte FBI“ an Angehörige des Kabinetts, Senatoren, Staatsgouverneure, Polizeipräsidenten, Staatsanwälte, Firmenchefs und Zeitungsherausgeber.

Seitdem wird sie und ihre Familie verfolgt. Ihre Telefone werden abgehört. Sie glaubt vom FBI. Und sie möchte, dass das FBI aufhört, sie zu beobachten. Also beauftragt sie Nero Wolfe für ein mehr als erkleckliches Honorar, das zu tun.

Wolfe übernimmt den ziemlich unmöglichen Auftrag und er hat auch eine Idee, wie er, ein kleiner Privatdetektiv, das mächtige FBI besiegen kann. Damals war J. Edgar Hoover der unangefochtene FBI-Chef, der in den Jahrzehnten, in denen er das Amt inne hatte, einen Staat neben dem Staat errichtete. Er war damals von allen respektiert und gefürchtet. Seine FBI-Agenten waren, so das für die Öffentlichkeit gepflegte Bild, tadellose Agenten, die niemals gegen ein Gesetz verstoßen würden.

Anstatt das FBI direkt anzugreifen, beginnen Nero Wolfe und Archie Goodwin in einem anderen Mordfall zu ermitteln, bei dem die Polizei nicht weiterkommt. Ihr langjähriger Freund/Feind Inspector Cramer vom Morddezernat Süd glaubt, dass drei FBI-Agenten den Journalisten Moris Althaus ermordeten und seine Recherchen für einen Artikel über das FBI mitgenommen haben. Er kann es allerdings nicht beweisen.

Goodwin beginnt sich umzuhören. Er und Wolfe haben auch schnell eine Idee, wer der Täter sein könnte. Wenn Althaus nicht vom FBI ermordet wurde.

Es klingelte an der Tür“ gehört nicht zu den besten Nero-Wolfe-Romanen. Er hat auch erstaunlich viel Patina angesetzt, was vor allem an der aus heutiger Sicht unglaubwürdigen Prämisse liegt. Es klingt einfach unglaubwürdig, dass J. Edgar Hoover die Beobachtung einer harmlosen Bücherversenderin und ihrer Verwandtschaft befiehlt. Dabei stand „Es klingelte an der Tür“ auf der Liste der dem FBI nicht genehmen Schriften (heute ziemlich unvorstellbar), Rex Stouts Schwester wurde von FBI-Agenten über ihre politischen und religiösen Ansichten befragt (dito; ohne die Schwester zu kennen), Stout selbst stand seit dem Beginn seiner Karriere als Schriftsteller unter FBI-Beobachtung (wie Herbert Mitgang 1988 für sein Buch „Dangerous Dossiers: Exposing the Secret War Against America’s Greatest Authors“ herausfand) und wer sich in die Geschichte des FBI unter J. Edgar Hoover vertieft, wird da noch einige weitere unglaubliche Geschichten finden. Aber für einen Privatdetektiv-Roman der Teil einer Serie ist, ist dann zunächst die Prämisse unglaubwürdig. Sie wird von Rex Stout, abgesehen von einigen anekdotenhaften Episoden, in denen das FBI zu einer Konkurrenz für die Keystone Cops wird, nicht weiter verfolgt. Denn hätte er das getan, hätte er sich auch mit der Frage beschäftigen müssen, wie Wolfe und Goodwin das Abenteuer unbeschadet überstehen können.

Der Mordfall, den Wolfe und Goodwin aufklären, um den Auftrag ihrer Klientin zu erfüllen, ist ein Mordfall, den Inspector Cramer auch gut und gerne ohne die Hilfe des Meisterdetektivs hätte aufklären können.

Und dann gibt es einfach zu viele Zufälle und Unglaubwürdigkeiten, wie der Fundort der Tatwaffe, um als Rätselkrimi zu überzeugen.

Dabei sind die Nero-Wolfe-Krimis altmodische Rätselkrimis, in denen es viel mehr auf die kleinen grauen Zellen als auf schlagkräftige Fäuste ankommt.

Rex Stout: Es klingelte an der Tür – Ein Fall für Nero Wolfe

(übersetzt von Conny Lösch, mit einem Nachwort von Jürgen Knabe)

Klett-Cotta, 2017

248 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

The Doorbell rang

Viking Press, New York, 1965

Frühere deutsche Veröffentlichung als „Per Adresse Mörder X“ bei Ullstein und Goldmann.

Hinweise

Krimi-Couch über Rex Stout

Kaliber 38 über Rex Stout

Wikipedia über Rex Stout (deutsch, englisch) und Nero Wolfe (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Rex Stout und Nero Wolfe

Wer nicht lesen will, kann sich die auf den ersten Blick werkgetreue Verfilmung ansehen


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