Neu im Kino/Filmkritik: „Dem Horizont so nah“, wo Kitsch auf Kitsch trifft

Oktober 12, 2019

1999 lernt die achtzehnjährige Jessica den etwas älteren Danny kennen. Es ist, jedenfalls von ihr, die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick. Das liegt auch daran, dass Danny der in jeder Beziehung den Dorfjungen, die sie seit ihrer Kindheit kennt, überlegene Traumprinz ist. Er sieht gut aus, ist witzig, vernünftig, wenn nötig auch wehrhaft und er fährt einen tollen Sportwagen. Gut, dieser Punkt ist für Jessica eher ein Minuspunkt. Später erfährt sie, dass er keine Eltern mehr hat, eine sehr problematische Kindheit hatte, als Fotomodell gut Geld verdient und als Kickboxer Meister werden könnte. Oh, und er ist HIV-positiv.

Tim Trachtes Schnulze „Dem Horizont so nah“ basiert auf Jessica Kochs gleichnamigem, auf einer wahren Geschichte basierenden Bestseller. Wie nah an der wahren Geschichte die Filmgeschichte jetzt ist, weiß ich nicht. Aber es ist auch egal. Denn der Film erzählt, ohne irgendeinen weitergehenden Anspruch oder den Versuch einer zweiten Ebene, eine typische Kitsch-Geschichte für pubertierende Mädchen.

Alle anderen können getrost auf die nächste Nicholas-Sparks-Verfilmung warten. Da sind auch die schlechten Verfilmungen besser, interessanter und vielschichtiger als „Dem Horizont so nah“.

Dem Horizont so nah (Deutschland 2019)

Regie: Tim Trachte

Drehbuch: Ariane Schröder

LV: Jessica Koch: Dem Horizont so nah, 2016

mit Luna Wedler, Jannik Schümann, Luise Befort, Victoria Mayer, Stephan Kampwirth, Denis Moschitto, Frederick Lau

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Dem Horizont so nah“

Moviepilot über „Dem Horizont so nah“

Wikipedia über „Dem Horizont so nah“


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