TV-Tipp für den 5. Juni: Wackersdorf

Juni 4, 2020

Arte, 20.15

Wackersdorf (Deutschland 2018)

Regie: Oliver Haffner

Drehbuch: Gernot Krää, Oliver Haffner

1981 hat die in Bayern dauerregierende CSU die geniale Idee, in Wackersdorf eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zu bauen. Die Bewohner der strukturschwachen Region sollen sich über die versprochenen Arbeitsplätze freuen und still sein. Nicht gerechnet haben sie mit dem Protest von Atomkraftgegnern und dem SPD-Landrat Hans Schuierer, der sich und seine Region nicht für dumm verkaufen lässt.

TV-Premiere. „Wackersdorf“ ist ein ruhig und nah an den Fakten erzähltes Drama in gedeckten Brauntönen über einen Landrat, der zum Widerstandskämpfer wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der gelungenen Geschichtsstunde..

Danach einfach dranbleiben und die Doku „QT8: Quentin Tarantino – The first eight“ (USA 2019) ansehen.

mit Johannes Zeiler, Peter Jordan, Florian Brückner, Anna Maria Sturm, Andreas Bittl, Fabian Hinrichs, Johannes Herrschmann, Frederic Linkemann, Ines Honsel, Sigi Zimmerschied, August Zirner

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Wackersdorf“

Moviepilot über „Wackersdorf“

Wikipedia über „Wackersdorf“

Meine Besprechung von Oliver Haffners „Ein Geschenk der Götter“ (Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Oliver Haffners „Wackersdorf“ (Deutschland 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Wackersdorf“ – ein Spielfilm über den Kampf eines Landrats gegen eine Zukunftstechnologie

September 20, 2018

Prolog: Die Geschichte des Kampfes um die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf könnt ihr hier nachlesen

Oder einfach den Film „Wackersdorf“ von „Ein Geschenk der Götter“-Regisseur Oliver Haffner ansehen. Denn er zeichnet die Geschichte ziemlich genau nach.

In den frühen achtziger Jahren steckt der oberpfälzische Landkreis Schwandorf in einer tiefen Strukturkrise. Arbeitsplätze sind Mangelware. Die Lage, direkt am damals noch bestehenden Eisernen Vorhang, ist unattraktiv. Landrat Hans Schuierer (SPD) (Johannes Zeiler) kämpft daher verzweifelt um jede mögliche Neuansiedlung.

Mit dem überraschenden Angebot des bayerischen Umweltministers und damit der CSU-Regierung scheint sich das Blatt für die Region zu wenden: eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage soll in Wackersdorf gebaut werden. Etliche Bürger sind begeistert über die Arbeitsplätze, die mit der WAA entstehen sollen.

Aber Schuierer ist schon in diesem Moment skeptisch. Denn die Versprechen aus München und von der Deutschen Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) über die saubere, moderne Hochtechnologie sind zu schön um wahr zu sein. Er informiert sich über die Gefahren der Atomkraft. Er wird zunehmend zum Kritiker des Projekts und zu einem wichtigen Teil des Widerstands gegen die WAA, die damals heiß umkämpft war und in Bayern für bürgerkriegsähnliche Zustände sorgte. In diesem Moment blendet Haffners Film sich langsam aus der Geschichte aus.

Bis dahin ist „Wackersdorf“ eine oft träge erzählte Eloge auf den tapferen Landrat, der sich mit der allmächtigen CSU anlegt. Er stellt Fragen. Er ist nicht ihr williger Erfüllungsgehilfe. Wegen ihm wird, als er sich im September 1984 weigert, den WAA-Bebauungsplan öffentlich auszulegen, sogar ein Gesetz verändert. Durch die „Lex Schuierer“ können Fachminister die Leiter von Aufsichtsbehörden ermächtigen, anstelle der Landräte zu handeln. Diese Änderung im Verwaltungsverfahrensgesetz ist letztendlich die Entmachtung eines von der Bevölkerung gewählten Landrats.

Durch den Fokus auf den durch und durch bürgerlichen, oft miesepetrig in die Welt starrenden Landrat und Dickschädel konzentriert sich der Film auf Konflikte innerhalb der Verwaltung und zwischen bürgerlichen Parteien. Der gesamte zivilgesellschaftliche Widerstand, der von normalen Bürgern, Geistlichen und der gesamten Anti-AKW-Bewegung getragen wurde, wird dagegen an den Rand gedrängt.

Ein anderes Problem des Films ist, dass Schuierer im Film von Anfang an sehr skeptisch ist. Seine Entwicklung vom Skeptiker zum Gegner der WAA ist eine sehr minimale Entwicklung. Und es ist unklar, auf welches Ende das Drama zusteuert. Daher gibt es keine auf eine finale Konfrontation hin ausgelegte Spannungskurve. Letztendlich plätschert der Film vor sich hin.

Wackersdorf“ ist, obwohl das bei der Geschichte um die WAA Wackersdorf einfach möglich gewesen, kein Polit-Thriller. Haffner inszenierte stattdessen ein ruhig erzähltes Drama in gedeckten Brauntönen über einen Landrat, der zum Widerstandskämpfer wird. Es ist ein Film aus einer Zeit und einem Land, in dem die CSU mit ihrem Landesvater Franz Josef Strauß und seinen willigen Vasallen, die es alle gewohnt sind, ihren Willen zu bekommen, wie Mehltau über dem Land liegt. Widerstand, Protest und Zivilcourage kennen sie nicht.

Epilog: Hambacher Forst, Bayerisches Polizeigesetz,…

Wackersdorf (Deutschland 2018)

Regie: Oliver Haffner

Drehbuch: Gernot Krää, Oliver Haffner

mit Johannes Zeiler, Peter Jordan, Florian Brückner, Anna Maria Sturm, Andreas Bittl, Fabian Hinrichs, Johannes Herrschmann, Frederic Linkemann, Ines Honsel, Sigi Zimmerschied, August Zirner

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Wackersdorf“

Moviepilot über „Wackersdorf“

Wikipedia über „Wackersdorf“

Meine Besprechung von Oliver Haffners „Ein Geschenk der Götter“ (Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 13. Dezember: Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück

Dezember 13, 2017

Pro7, 20.15

Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück (Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015)

Regie: Florian Gallenberger

Drehbuch: Torsten Wenzel, Florian Gallenberger

Chile, 1973: Als ihr Freund während des Militärputschs verschwindet, macht Lena sich auf die Suche nach ihm. Sie glaubt, dass er in der Colonia Dignidad festgehalten wird. Als unlängst zum Christentum Bekehrte schleust sie sich in die von dem Deutschen Paul Schäfer geleitete, abgeschottet im Süden Chiles residierende Sekte ein. Dort entdeckt sie ein Terrorregime, das eine äußerst genaue Beschreibung des Lebens in der Colonia Dignidad ist. Sie wurde 1961 von dem ehemaligen evangelischen Jugendpfleger, Laienprediger und Pädophilen Paul Schäfer gegründet. In ihr sollte ein urchristliches Leben geführt werden. Seine Jünger, alles Deutsche, verehrten ihn.

Insgesamt sehenswerter Polit-Thriller, der zum Kinostart mit einer erfundenen Geschichte (Lena und ihr Freund Daniel sind erfundene Charaktere) ein unrühmliches Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte wieder ins öffentliche Bewusstsein zurückholte: die Colonia Dignidad, ihre Unterstützung durch die deutsche Politik (vor allem CSUler) und ihre Beziehungen zum chilenischen Pinochet-Folterregime.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Es kann sein, dass um 20.15 Uhr eine gekürzte Fassung gezeigt wird. Die Nachtwiederholung müsste dann die ungekürzte Kinofassung sein.

mit Emma Watson, Daniel Brühl, Michael Nyqvist, Richenda Carey, Vicky Krieps, Jeanne Werner, Julian Ovenden, August Zirner, Martin Wuttke

Wiederholung: Donnerstag, 14. Dezember, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Colonia Dignidad“
Moviepilot über „Colonia Dignidad“
Rotten Tomatoes über „Colonia Dignidad“
Wikipedia über „Colonia Dignidad“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Florian Gallenbergers „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ (Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015)


TV-Tipp für den 4. Oktober: Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat

Oktober 4, 2016

3sat, 20.15
Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat (Deutschland 2013, Regie: Daniel Harrich)
Drehbuch: Ulrich Chaussy, Daniel Harrich
Oktoberfest 1980: Bei einem Anschlag sterben 13 Menschen. 211 werden verletzt. Als Einzeltäter wird Gundolf Köhler, der bei dem Attentat starb, identifiziert. Dass der Student auch Mitglied der Wiking-Jugend und der rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann war, ist egal. Aber Radioreporter Ulrich Chaussy stellt Fragen.
Das passiert selten: dem durchwachsenen Politthriller gelang es, das Oktoberfestattentat wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen und auch neue Ermittlungen zu initiieren. Denn die Einzeltäterthese war schon immer umstritten.

Im Anschluß, um 21.45 Uhr, läuft die einstündige Doku „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktoberfestattentat“. In ihr wird erzählt, was nach der Premiere des Films geschah und welche neuen Fakten seitdem bekannt wurden. Denn der Film stieß neue Ermittlungen über das Oktoberfestattentat durch den Generalbundesanwalt an.

Außerdem gibt es eine aktuelle Homepage der Filmemacher zum Thema.

Mit Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, August Zirner, Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec

Wiederholung: Mittwoch, 5. Oktober, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Filmportal über „Der blinde Fleck“
Film-Zeit über „Der blinde Fleck“
Moviepilot über „Der blinde Fleck“
Wikipedia über „Der blinde Fleck“


TV-Tipp für den 9. April: Homo Faber

April 9, 2016

3sat, 20.15

Homo Faber (Deutschland/Frankreich/Griechenland 1991, Regie: Volker Schlöndorff)

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Rudy Wurlitzer

LV: Max Frisch: Homo Faber, 1957

Der Ingenieur Faber, der nur an Zahlen und Statistiken, aber nicht an den Zufall glaubt, begegnet der zwanzigjährigen Sabeth und er verliebt sich in die junge Frau, die ihn an seine Ex Hanna erinnert.

„‘Homo Faber’ ist einer der leisesten und subtilsten Filme Volker Schlöndorffs. Ganz ohne Zweifel ist es sein persönlichster, womöglich gar der einzige, in dem er der Emotionalität des Personals und deren Geschichte kompromisslos nachgeht, ohne Wenn und Aber.“ (Thilo Wydra: Volker Schlöndorff und seine Filme, 1998)

In Deutschland sahen 1,5 Millionen Menschen den Film im Kino.

Eine echte Begeisterung für den kühlen Zahlenmenschen und seine Probleme kam bei mir damals im Kino nicht auf.

mit Sam Shepard, Julie Delpy, Barbara Sukowa, Dieter Kirchlechner, Tracy Lind, Deborah-Lee Furness, August Zirner, Thomas Heinze

Hinweise

Homepage von Volker Schlöndorff

Rotten Tomatoes über „Homo Faber“

Wikipedia über „Homo Faber“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über den Thriller „Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück“

Februar 22, 2016

Chile, 11. September 1973: General Augusto Pinochet putscht sich gegen den demokratisch gewählten, sozialistischen Präsident Salvador Allende an die Macht und errichtet eine Militärdiktatur, die erst 1990 endet. Der junge, deutsche, linksgerichtete Fotograf und Politkünstler Daniel (Daniel Brühl) wird verhaftet. Er verschwindet, wie unzählige andere Menschen, spurlos. Seine Freundin, die unpolitische Stewardess Lena (Emma Watson), will ihn finden. Er soll in der Colonia Dignidad, einer von dem deutschen Paul Schäfer (Michael Nyqvist) geleiteten, abgeschottet im Süden Chiles residierenden Sekte, sein. Lena schleust sich als unlängst zum Christentum Bekehrte ein und was sie dort entdeckt, ist eine äußerst genaue Beschreibung des Lebens in der Colonia Dignidad, die 1961 von dem ehemaligen evangelischen Jugendpfleger, Laienprediger und Pädophilen Paul Schäfer gegründet wurde und in der ein urchristliches Leben geführt werden sollte. Seine Jünger, alles Deutsche, verehrten ihn. Seine guten Verbindungen zur Pinochet-Diktatur und zu wichtigen CDU- und vor allem CSU-Mitgliedern schützen ihn und die weitgehend autark lebende ‚Kolonie der Würde‘ vor staatlichen Eingriffen. Gleichzeitig wurde sie zu einem Foltergefängnis, in dem Regimekritiker illegal gefangen gehalten und ermordet wurden. Schon seit den siebziger Jahren gab es zahlreiche Berichte und Bücher über die Sekte, ihre Verflechtungen mit dem Staat und ihrer absolut unchristlichen Umtriebe. Am 24. Mai 2006 wurde der am 24. April 2010 verstorbene Paul Schäfer wegen Kindesmissbrauchs in 25 Fällen zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Heute nennt sich die Colonia Dignidad „Villa Baviera“ (Dorf Bayern – kein Kommentar) und sie ist fast vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden.
Das kann sich durch Florian Gallenbergers Film ändern, der zwar den Pfaden des Polit-Thrillers folgt, über die Sekte und die Pinochet-Diktatur aufklärt und auch die damalige revolutionäre Zeit wieder ins Bewusstsein ruft, aber die faschistische Seite der Colonia Dignidad, die Verbindungen der Sekte nach Deutschland, ihre Menschenversuche und auch ihre Giftgas- und Waffengeschäfte weitgehend ignoriert. Das wäre zwar ein anderer Film, aber so ist „Colonia Dignidad“ vor allem ein Einblick in eine etwas skurrile Sekte, die schon damals in der Vergangenheit lebt und einen Führerkult pflegt, der es dem Führer ermöglicht, Herr über Leben und Tod zu sein. Das ist in seiner Beschreibung eines totalitären Systems, das seine Absichten mit hehren Absichten kaum verhüllt, auch gelungen.
Allerdings bleibt man als Zuschauer immer auf der sicheren Seite. Sympathien und Antipathien sind in Gallenbergers Film eindeutig verteilt. Die beiden Protagonisten Lena und Daniel geraten daher nie auch nur ansatzweise in Versuchung ein Mitglied der Sekte zu werden. Denn die Sekte und ihr Anführer wirken von der ersten Sekunde an so abstoßend, dass niemand dort freiwillig Mitglied werden möchte. Entsprechend rätselhaft ist, weil der historische Hintergrund letztendlich mit bekannten Bildern operierendes Zeitkolorit bleibt, dann auch warum jemals irgendjemand dort Mitglied werden möchte und was die Mitglieder so an ihrem Oberhaupt, das sie eiskalt manipulierte, faszinierte. Immerhin verließen die Sektengründer und die ersten Gemeindemitglieder 1961 Deutschland, weil sie eine kommunistische Invasion befürchteten und der Hitler-Faschismus war in Deutschland noch nicht einmal im Ansatz verarbeitet.
Weniger gelungen ist im Rahmen der einfachen Gut-Böse-Zuschreibung und der historisch verbürgten Beschreibung des Sektenlebens, dann die Filmgeschichte. Also Lenas Versuche ihren Freund Daniel zu befreien und auch Daniels Versuche, aus der Sekte zu fliehen. Beide Erzählstränge plätschern eher so vor sich hin. Anstatt aktiv nach einer Fluchtmöglichkeit zu suchen (wie die Gefangenen in „Gesprengte Ketten“, die schon beim Betreten des Lagers versuchen, aus ihm zu flüchten), warten sie geduldig ab, ob sich gerade eine günstige Gelegenheit ergibt. Damit wird der Konflikt zwischen Freiheit und Unfreiheit weit unter seinen erzählerischen Möglichkeiten verkauft.

Colonia Dignidad - Plakat 4

Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück (Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015)
Regie: Florian Gallenberger
Drehbuch: Torsten Wenzel, Florian Gallenberger
mit Emma Watson, Daniel Brühl, Michael Nyqvist, Richenda Carey, Vicky Krieps, Jeanne Werner, Julian Ovenden, August Zirner, Martin Wuttke
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Colonia Dignidad“
Moviepilot über „Colonia Dignidad“
Rotten Tomatoes über „Colonia Dignidad“
Wikipedia über „Colonia Dignidad“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 4. Februar: Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat

Februar 4, 2015

ARD, 20.15
Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat (Deutschland 2013, Regie: Daniel Harrich)
Drehbuch: Ulrich Chaussy, Daniel Harrich
Oktoberfest 1980: Bei einem Anschlag sterben 13 Menschen. 211 werden verletzt. Als Einzeltäter wird Gundolf Köhler, der bei dem Attentat starb, identifiziert. Dass der Student auch Mitglied der Wiking-Jugend und der rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann war, ist egal. Aber Radioreporter Ulrich Chaussy stellt Fragen.
Das passiert selten: dem durchwachsenen Politthriller gelang es, das Oktoberfestattentat wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen und auch neue Ermittlungen zu initiieren. Denn die Einzeltäterthese war schon immer umstritten.

Im Anschluß, um 21.45 Uhr, läuft die spielfilmlange Doku „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktoberfestattentat“ von Daniel Harrich. In ihr erzählt er, was nach der Premiere des Films geschah und welche neuen Fakten seitdem bekannt wurden. Denn der Film stieß neue Ermittlungen über das Oktoberfestattentat durch den Generalbundesanwalt an.

Außerdem gibt es eine aktuelle Homepage der Filmemacher zum Thema.

Mit Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, August Zirner, Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec

Wiederholung: Donnerstag, 5. Februar, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Filmportal über „Der blinde Fleck“
Film-Zeit über „Der blinde Fleck“
Moviepilot über „Der blinde Fleck“
Wikipedia über „Der blinde Fleck“


TV-Tipp für den 10. Oktober: Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat

Oktober 10, 2014

Arte, 20.15
Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat (Deutschland 2013, Regie: Daniel Harrich)
Drehbuch: Ulrich Chaussy, Daniel Harrich
Oktoberfest 1980: Bei einem Anschlag sterben 13 Menschen. 211 werden verletzt. Als Einzeltäter wird Gundolf Köhler, der bei dem Attentat starb, identifiziert. Dass der Student auch Mitglied der Wiking-Jugend und der rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann war, ist egal. Aber Radioreporter Ulrich Chaussy stellt Fragen.
Das passiert selten: dem Politthriller gelang es, das Oktoberfestattentat wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen und auch neue Ermittlungen zu initiieren. Denn die Einzeltäterthese war schon immer umstritten.
Mit Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, August Zirner, Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec
Hinweise
Filmportal über „Der blinde Fleck“
Film-Zeit über „Der blinde Fleck“
Moviepilot über „Der blinde Fleck“
Wikipedia über „Der blinde Fleck“


TV-Tipp für den 11. August: Amigo – Bei Ankunft Tod

August 10, 2014

ZDF, 20.15

Amigo – Bei Ankunft Tod (Deutschland/Italien 2010, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

LV: Lars Becker: Amigo, 1991

Zwei BKA-Ermittler sollen in Neapel einen vor zwanzig Jahren untergetauchten RAFler verhaften. Die Verhaftung geht schief und der RAFler macht sich auf den Weg nach Hamburg. Dort will er den Mann, der ihn an die Polizei verriet, zur Strecke bringen.

Seltsam, seltsam, dass Lars Becker seinen zwanzig Jahre alten Krimi, bei dem das Zeitkolorit sehr wichtig war, erst 2010 verfilmt. Entsprechend aus der Zeit gefallen und anachronistisch wirkt “Amigo” dann auch über weite Strecken.

mit Tobias Moretti, Jürgen Prochnow, Florian David Fitz, Luca Ward, August Zirner, Ina Weisse, Uwe Ochsenknecht

Hinweise

Arte über “Amigo – Bei Ankunft Tod”

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte

Und danach (also um 21.45 Uhr) umschalten zu Arte und dort „Der König von Bastoy/King of Devil’s Island“ ansehen.


TV-Tipp für den 23. Oktober: Homo Faber

Oktober 23, 2013

 

3sat, 22.25

Homo Faber (Deutschland/Frankreich/Griechenland 1991, R.: Volker Schlöndorff)

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Rudy Wurlitzer

LV: Max Frisch: Homo Faber, 1957

Der Ingenieur Faber, der nur an Zahlen und Statistiken, aber nicht an den Zufall glaubt, begegnet der zwanzigjährigen Sabeth und er verliebt sich in die junge Frau, die ihn an seine Ex Hanna erinnert.

‚Homo Faber‘ ist einer der leisesten und subtilsten Filme Volker Schlöndorffs. Ganz ohne Zweifel ist es sein persönlichster, womöglich gar der einzige, in dem er der Emotionalität des Personals und deren Geschichte kompromisslos nachgeht, ohne Wenn und Aber.“ (Thilo Wydra: Volker Schlöndorff und seine Filme, 1998)

In Deutschland sahen 1,5 Millionen Menschen den Film im Kino.

Eine echte Begeisterung für den kühlen Zahlenmenschen und seine Probleme kam bei mir damals im Kino nicht auf.

mit Sam Shepard, Julie Delpy, Barbara Sukowa, Dieter Kirchlechner, Tracy Lind, Deborah-Lee Furness, August Zirner, Thomas Heinze

Hinweise

Homepage von Volker Schlöndorff

Wikipedia über „Homo Faber“ (deutsch, englisch)

 

 


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