Fred Dewilde erzählt in „Bataclan – Wie ich überlebte“

November 13, 2017

Vor zwei Jahren erlebte Fred Dewilde eine Nacht, die er bis zu seinem Tod nicht vergessen wird. Er besuchte am 13. November 2015 das Konzert der Garagenrockband „Eagles of Death Metal“ in Paris im Bataclan. In „Bataclan – Wie ich überlebte“ erzählt er seine Erlebnisse in dieser Nacht und wie er danach damit umging. Denn in dieser Nacht schlugen Islamisten gleichzeitig an mehreren Orten in Paris brutal zu. In der Konzerthalle ermordeten französischstämmige Islamisten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren und Handgranaten neunzig Konzertbesucher. Viele der 1500 Konzertbesucher wurden teilweise schwer verletzt.

Dewilde, ein auf medizinische Illustrationen spezialisierter Grafiker und verheirateter Vater mehrerer Kinder, teilt sein Erinnerungsbuch, in dem er die Ereignisse der Nacht künstlerisch verarbeitet in zwei Hälften. In der ersten, kürzeren Hälfte erzählt er als SW-Comic seine Erlebnisse in der Nacht. In der zweiten Hälfte schreibt er darüber, was er nach der Nacht fühlte, welche (Schuld)gefühle er hatte und wie er versuchte, das Erlebte zu verarbeiten. Wie er sich auf nichts konzentrieren konnte, wie er krank geschrieben wurde, von seiner Psychotherapie und wie er als Therapie begann, seine Erlebnisse aufzuzeichnen. Er sagt, warum er die Täter als die vier apokalyptischen Reiter als Skelette zeichnete: „Sie waren bereits gestorben, hatten jede Verbindung zum Leben, zu anderen Menschen verloren.“ Er erzählt auch vom Zusammengehörigkeitsgefühl der Überlebenden, von seiner Kindheit in einem Problemviertel, seiner Frau und seiner dreieinhalbjährigen Tochter. Am Ende meint er: „Ich habe gesehen, was der Hass anrichtet. Deshalb bitte ich euch: Lasst uns einmal wenigstens schlauer sein…lasst uns dieses Mal das Leben wählen.“

Fred Dewilde: Bataclan – Wie ich überlebte

(übersetzt von Bettina Frank)

Panini Comics, 2017

48 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

Mon Bataclan

Lemieux Éditeur, 2016

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