TV-Tipp für den 6. Juni: Das Versprechen

Juni 5, 2020

ZDFneo, 20.15

Das Versprechen (The Pledge, USA 2000)

Regie: Sean Penn

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrematt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrematts Buch „Das Versprechen“. Dürrematt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (Deutschland 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Wiederholung: Sonntag, 7. Juni, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Das Versprechen”

Wikipedia über „Das Versprechen“ (deutsch, englisch) und über Friedrich Dürrematt

Meine Besprechung von Friedrich Dürrematts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


Vorbereitende Lektüre: James Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“

Dezember 11, 2019

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, dem abschließenden Film der aktuellen „Star Wars“-Trilogie und auch, so wird gesagt, dem Abschluss der Skywalker-Geschichte, die 1977 mit „Krieg der Sterne“ begann, sollte man sich schnell auf den aktuellen Stand bringen. Zum Beispiel mit der Lektüre von Jason Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“, der an einigen Stellen über Rian Johnsons Film hinausgeht und auch einige kleine, sehr kleine, vielfältig interpretierbare Hinweise auf die Geschichte von „Der Aufstieg Skywalkers“ liefert.

Die Geschichte von „Die letzten Jedi“ dürfte inzwischen ja bekannt sein. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Nach den Ereignissen von „Das Erwachen der Macht“ ist Rey, ein Waisenkind mit unbekannter Herkunft und einer ungewöhnlich starken Verbindung zur Macht, auf dem Planeten Ahch-To. Dort versucht sie den als Eremiten lebenden Luke Skywalker zu überreden, wieder für den Widerstand zu kämpfen.

Währenddessen kämpft der von Lukes Schwester Leia Organa angeführte Widerstand gegen das diktatorische Regime der Ersten Ordnung. Sie stehen kurz davor, endgültig vernichtet zu werden.

Deshalb werden Finn, ein Ex-Sturmtruppler, und Rose, eine herzensgute Wartungsarbeiterin, die im Roman noch mehr Raum einnimmt als im Film, nach Canto Bight geschickt. Sie sollen den Meister-Codeknacker DJ finden. Er kann ihnen helfen, ein Ortungsgerät, das sich auf einem Raumschiff der Ersten Ordnung befindet und das die Rebellenschiffe jederzeit orten kann, zu zerstören.

Irgendwann sind Rey, Kylo Ren und Snoke, der Oberste Anführer der Ersten Ordnung, gemeinsam in einem Raumschiff der Ersten Ordnung, wo sie sich duellieren. Kylo Ren tötet Snoke. Rey gelingt die Flucht.

Auf dem Planeten Crait kommt es dann zur großen Schlacht zwischen der Ersten Ordnung und dem Widerstand. Luke Skywalker erscheint Kraft seiner Gedanken als eine für alle sichtbare Vision im Schlachtgetümmel. Er verwickelt Kylo Ren in einen Lichtschwertkampf. Damit kann er die Bösewichter so lange ablenken, bis den Guten die Flucht gelingt.

Danach sehen wir, wie auf einem anderen Planeten Lukes Umhang in sich zusammenfällt und uns wird, auch im Roman, nahe gelegt, dass er gestorben sei.

Als Filmroman folgt Jason Fry notgedrungen der Filmgeschichte. Aber er kann immer wieder Szenen vertiefen, Erklärungen einfügen und auch einige Erweiterungen vornehmen, die auf Rian Johnsons verschiedenen Entwürfen beruhen und die selbstverständlich alle von Disney abgesegnet sind. Denn jedes Wort, das Fry schreibt, hat Auswirkungen auf den nächsten Film. Insofern ist er hier noch stärker an den Film gebunden als die Autoren anderer Filmromane, die sich, wenn sie eine Szene einfügen, über die Auswirkungen für künftige Filme keine Gedanken machen müssen. Umgekehrt kann hier davon ausgegangen werden, dass jedes Informationskrümmelchen eine Bedeutung hat.

Das ändert aber nichts an den großen Problemen der Geschichte von „Die letzten Jedi“ als Verbindungsstück zwischen dem ersten und letzten Teil einer Trilogie und an den Problemen, die die Trilogie selbst hat. In meiner Filmbesprechung schrieb ich, dass Rian Johnson viele Angebote und Ideen für den dritten Teil liefere, aber der Regisseur des dritten Teil nach Belieben jedes Angebot und jede Idee umstandslos verwerfen könne. Der Grund dafür ist die Jump-the-Shark-Szene, in der Prinzessin Leia Organa nach einem Torpedoangriff aus dem Raumschiff in den Weltraum geschleudert wird und diesen Raumausflug ohne Hilfsmittel überlebt. Erklärt wird das mit ihrer Beziehung zur Macht. Weil eben diese Beziehung bislang unwichtig war, überzeugt diese Erklärung nicht. Es ist ein billiger Taschenspielertrick, der in diesem Moment benutzt wird. Einmal. Denn auch als Leia Organa sich später wieder am Kampf gegen die Erste Ordnung beteiligt, hat sie keine nennenswerte Beziehung zur Macht. Sie hat nur die sattsam bekannte starke geistige Beziehung zu ihrem Bruder Luke Skywalker.

In dem Moment war mir klar, dass ab jetzt wirklich alles möglich ist. Die Autoren des dritten Teils können alles was vorher geschehen ist, nach eigenem Gutdünken benutzen. Daher gibt es auch keinen Grund, warum Luke Skywalker am Ende von „Die letzten Jedi“ gestorben sein soll.

Ein anderes großes Problem ist, dass auch am Ende des zweiten Teils der Trilogie immer noch unklar ist, was der Hauptkonflikt ist. Also wer der Protagonist und wer der Antagonist ist und worum sie kämpfen.

In der originalen Trilogie war das der Kampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader, seinem Vater.

In der aktuellen Trilogie ist das nicht so klar. Auch wenn immer gesagt wird, dass Rey und Kylo Ren im Mittelpunkt stehen. Immer noch ist unklar, in welcher Beziehung sie genau zueinander stehen und Kylo Ren ist ein wenig charismatischer Bösewicht. Er ist ein Bösewicht, der wenig Macht hat, der von ständigen Selbstzweifeln geplagt ist und der wie ein ungeliebtes, nach Liebe suchendes Kind durch die Raumstation wandelt. Furchterregend ist das nicht.

Aber dieses Dilemma eröffnet die Möglichkeit, wie man die Geschichte abschließen kann. Dann, auch wenn es in „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“ nicht so aussieht, wäre Kylo Ren die Hauptfigur der Trilogie. Er hat, im Gegensatz zu Rey und fast allen anderen Figuren, einen Konflikt, der die gesamte Trilogie hätte tragen können, wenn die Macher von Anfang an nicht an einer Nacherzählung der originalen „Star Wars“-Trilogie interessiert gewesen wären. Jason Fry deutet diese Möglichkeit in seinem Filmroman mehrmals an.

Danach ginge es in der aktuellen Trilogie nicht um Rey, sondern um Kylo Ren, einen jungen Mann, der sich von seinen als übermächtig empfundenen Eltern – Prinzessin Leia Organa und Han Solo – und seinem Onkel – dem edlen Luke Skywalker – emanzipieren will. Daher versucht er in die Fußstapfen seines Großvater Darth Vader zu treten. Aber er hadert mit seinem Weg. Er fragt sich, ob er weiter den Weg des Bösen beschreiten soll. Er fragt sich, welcher Mann er sein will. Er versucht seinen eigenen Weg zwischen den übermächtigen Eltern und Großeltern zu wählen. „Der Aufstieg Skywalker“ würde dann die Frage beantworten, welchen Weg Kylo Ren einschlägt.

Wahrscheinlich wird Kylo Ren auch in einer Nebengeschichte geläutert, während Rey und ihre Verbündeten im Mittelpunkt stehen, den Kampf gegen die Erste Ordnung gewinnen, Rey zur Herrscherin über das Universum ausrufen und sie, weil sie viel lieber auf irgendwelchen Wüstenplaneten voller Weltraumschrott herumturnt, wird ihre Macht sofort an das Volk abgeben. Die ersten freien Wahlen erfolgen in der weit, weit entfernten Galaxis ein halbes Jahr nach dem Abspann.

Welche Version dann näher an der Wahrheit liegt, kann ich dann in meiner Filmbesprechung andeuten. Dann habe ich auch den Film gesehen.

Jason Fry: Star Wars: Die letzten Jedi

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2019

448 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Penhaligon, 2018

Originalausgabe

Star Wars: The Last Jedi

DelRey, 2018

Die Vorlage

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


TV-Tipp für den 17. August: Traffic – Macht des Kartells

August 16, 2019

ARD, 23.45

Traffic – Macht des Kartells (Traffic, USA 2000)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Stephen Gaghan (basierend auf der Miniserie „Traffik“ [GB 1989] von Simon Moore)

Der Kampf der USA gegen die aus Südamerika hereinkommenden Drogen, erzählt in drei parallelen Handlungssträngen.

Ein fantastischer, nah an der Realität entlang erzählter Drogenthriller

mit Michael Douglas, Benicio Del Toro, Catherine Zeta-Jones, Don Cheadle, Luis Guzman, Dennis Quaid, Stephen Bauer, Miguel Ferrer, Topher Grace, Rena Sofer, Albert Finney, Steven Bauer, James Brolin, Viola Davis, Benjamin Bratt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Traffic – Macht des Kartells“

Wikipedia über „Traffic – Macht des Kartells“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Mai: Die üblichen Verdächtigen

Mai 3, 2019

Servus TV, 22.05

Die üblichen Verdächtigen (The usual Suspects, USA 1995)

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Christopher McQuarrie

„Wer ist Keyser Soze?“ fragen sich einige nur scheinbar zufällig in eine Gefängniszelle eingesperrte Verbrecher und, nach einem Massaker im Hafen von San Pedro, auch ein Zollinspektor. Er lässt sich von dem einzigen Überleben erzählen, wie es zu dem Blutbad im Hafen kam.

Nach zwei Stunden gibt es die überraschende Enthüllung. Heute dürfte das Ende bekannt sein.

„Einer der intelligentesten Thriller des Jahres.“ (Fischer Film Almanach 1997)

McQuarries Drehbuch erhielt unter anderem den Edgar und den Oscar.

Mit Kevin Spacey, Chazz Palminteri, Stephen Baldwin, Gabriel Byrne, Benicio Del Toro, Kevin Pollak, Pete Postlethwaite, Suzy Amis, Giancarlo Esposito, Dan Hedaya, Paul Bartel, Louis Lombardi

Wiederholung: Sonntag, 5. Mai, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die üblichen Verdächtigen“

Wikipedia über “Die üblichen Verdächtigen” (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Usual Suspects“ von Christopher McQuarrie

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (X-Men: Days of Future Past, USA 2014)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)

Meine Besprechung von Bryan Singer/Dexter Fletchers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)


TV-Tipp für den 6. April (und ein Hinweis auf Don Winslows „Jahre des Jägers“): Savages – Im Auge des Kartells

April 5, 2019

Drogenkrieg wie wir ihn kennen

ZDFneo, 22.00
Savages – Im Auge des Kartells (Savages, USA 2012)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Shane Salerno, Don Winslow, Oliver Stone
LV: Don Winslow: Savages, 2010 (Zeit des Zorns)
Chon und Ben stellen Super-Heroin her und mit Ophelia leben sie in Laguna Beach in einer offenen Dreierbeziehung. Alles ist in bester Ordnung, bis ein mexikanisches Drogenkartell (angeführt von einer Frau) bei Chon und Ben einsteigen möchte und die beiden Jungs das Angebot nicht annehmen, sondern aus dem Drogengeschäft aussteigen wollen.
Don-Winslow-Verfilmung, die nicht als Ersatz, sondern als Anreiz zur Romanlektüre dienen sollte. Denn „Savages“ ist zwar kein wirklich schlechter Film, aber eine letztendlich enttäuschende Don-Winslow-Verfilmung.
Warum habe ich hier ausführlicher begründet (und dort gibt es auch noch einige Clips).
mit Aaron Taylor-Johnson, Blake Lively, Taylor Kitsch, Benicio Del Toro, Salma Hayek, John Travolta, Demián Bichir, Shea Whigham, Sandra Echeverria, Emile Hirsch

Wiederholung: Sonntag, 7. April, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Buchhinweis

Neu erschienen, ziemlich dick und in keiner Beziehung eine Gute-Nacht-Lektüre, aber mit ziemlicher Sicherheit ein verdammt gutes Buch: das neue Opus von Don Winslow. In „Jahre des Jägers“ erzählt er die Geschichte von „Tage der Toten“ und „Das Kartell“ weiter. Es geht also wieder um den schon seit Jahrzehnten währenden amerikanisch-mexikanischen Drogenkrieg. Mit seinem neuen Roman, der der Abschluss einer Trilogie sein soll, hat er diesen Krieg in all seinen Verästelungen von 1975 bis in die Gegenwart nacherzählt. Der Abschluss der Trilogie spielt zwischen 2012 und April 2017, mit einem Epilog im Mai 2018. Viel näher an die Gegenwart kann ein Roman wohl kaum kommen. Vor allem weil Winslows Art-Keller-Trilogie immer nah an der Wirklichkeit geschrieben wurde. Teilweise las sie sich wie eine kaum verhüllte Serie von Zeitungsreportagen und Kurzmeldungen.

In „Jahre des Jägers“ kämpft der US-Drogenfahnder Art Keller wieder gegen den mexikanischen Kartell-Boss Adán Barrera.

Don Winslow: Jahre des Jägers

(übersetzt von Conny Lösch)

Droemer, 2019

992 Seiten

26 Euro

Originalausgabe

The Border

William Morrow, New York, 2019

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über „Savages“

Rotten Tomatoes über „Savages“

Wikipedia über „Savages“

Hollywood & Fine: Interview mit Don Winslow (11. Juli 2012)

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow (von Suhrkamp)

Don Winslow twittert ziemlich oft

Meine Besprechung von Don Winslows “London Undercover” (A cool Breeze on the Underground, 1991)

Meine Besprechung von Don Winslows “China Girl” (The Trail to Buddha’s Mirror, 1992)

Meine Besprechung von Don Winslows „Way Down on the High Lonely – Neal Careys dritter Fall“ (neue Übersetzung von „Das Schlangenmaul“; Way Down on the High Lonely, 1993)

Meine Besprechung von Don Winslows „A long Walk up the Water Slide – Neal Careys vierter Fall“ (A long Walk up the Water Slide, 1994)

Meine Besprechung von Don Winslows „Palm Desert“ (While Drowning in the Desert, 1996)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Meine Besprechung von Don Winslows “Savages – Zeit des Zorns” (Savages, 2010)

Meine Besprechung von Don Winslows “Kings of Cool” (The Kings of Cool, 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Vergeltung“ (Vengeance, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Don Winslows „Missing. New York“ (Missing. New York, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Das Kartell“ (The Cartel, 2015)

Meine Besprechung von Don Winslows „Germany“ (Germany, 2016 – noch nicht erschienen)

Mein Hinweis auf Don Winslows „London Undercover – Neal Careys erster Fall“ (A Cool Breeze on the Underground, 1991)

Don Winslow in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Oliver Stones „Snowden“ (Snowden, USA/Deutschland 2016)


TV-Tipp für den 27. September: Guardians of the Galaxy

September 27, 2018

Vox, 20.15

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman

LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. April zeigt RTL, als TV-Premiere, den ersten Auftritt der wenig vertrauenserweckenden Rettern der Galaxie.

Ein schöner Spaß für den SF-Fan, der genug von all den Dystopien hat.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

Wiederholung: Freitag, 28. September, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (Guardians of the Galaxy Vol. 2, USA 2017)

Meine Besprechung von mehreren „Guardians of the Galaxy“-Comics


Neu im Kino/Filmkritik: Kreative Titelwahl, nächste Folge: „Sicario 2“

Juli 20, 2018

Manche Filme schreien nach einer Fortsetzung. Bei anderen ist nichts dagegen einzuwenden, wie bei dem neuen James-Bond-, Jack-Reacher- oder Equalizer-Film. Es ist halt eine weiteres Abenteuer mit einem bekannten Charakter. Bei anderen fragt man sich, warum eine Fortsetzung gedreht wird. Andrew Davis‘ „Auf der Flucht“ ist so ein Fall. Oder Denis Villeneuves‘ „Sicario“. Am Ende des grandiosen Drogenthrillers war die Geschichte auserzählt. Dass der Drogenkrieg zwischen den USA und Südamerika weitergeht, geschenkt. Dass die Protagonisten des Films weiter an der amerikanisch-mexikanischen Grenze gegen Drogenschmuggler und andere Verbrecher kämpfen, ist auch klar. Einen weiteren Film mit ihnen muss man deshalb nicht machen.

Aber „Sicario“ war so unglaublich erfolgreich, dass Hollywood schnell an eine Fortsetzung dachte. Denn man kann mühelos weitere Kriminalgeschichten aus dem Grenzgebiet erzählen. Taylor Sheridan, der Autor von „Sicario“, „Hell or High Water“ und „Wind River“ (gleichzeitig sein Regiedebüt), setzte sich wieder an den Schreibtisch. Die beiden Hauptdarsteller Benicio del Toro und Josh Brolin kehrten zurück. Ebenso Jeffrey Donovan, der wieder den für die Geschichte doch eher nebensächlichen CIA-Auftragnehmer Steve Forsing spielt. Emily Blunt, das moralische Zentrum des Films, verzichtete. Und die Story ist ein, zwei Nummern größer angelegt.

Dieses Mal beginnt die Geschichte mit einem von mehreren Islamisten durchgeführten Selbstmordanschlag in einem US-Ladengeschäft. Weil die Täter anscheinend über die mexikanisch-amerikanische Grenze gekommen sind, wird CIA-Mann Matt Graver (Josh Brolin) beauftragt, einen Krieg zwischen den Drogenkartellen, die sich auch als Menschenschmuggler betätigen, zu initiieren. So soll eine weitere Infiltration der USA durch Selbstmordattentäter verhindert werden. Alejandro (Benicio del Toro), der Anwalt, der nachdem seine Familie ermordet wurde, zum Killer wurde, soll ihm bei der Mission helfen. Zusammen entführen sie in Mexico City am helllichten Tag die zwölfjährige Tochter des Kartellbosses Reyes. Sie wollen die Tat einem anderen Kartellboss in die Schuhe schieben und so einen Krieg zwischen den Kartellen lostreten. Schnell läuft die Mission hoffnungslos aus dem Ruder.

Für „Sicario 2“ übernahm der Italiener Stefano Sollima die Regie. Der Italiener erarbeitete sich in den vergangenen Jahren mit den Gangsterserien „Romanzo Criminale“ und „Gomorrah“ und den Spielfilmen „ACAB: All Cops are Bastards“ und „Suburra“ einen glänzenden Ruf bei Thrillerfans. Und an ihm liegt es nicht, dass sein US-Debüt so enttäuscht. Er inszenierte effizient das zerfaserte Drehbuch von Taylor Sheridan. Denn wo „Sicario“ eine kluge Analyse des „war on drugs“ lieferte, verheddert sich „Sicario 2“ hoffnungslos zwischen Organisierter Kriminalität, Internationalem Terrorismus und dem US-Kampf dagegen. Da fehlt die analytische Schärfe von Sheridans früheren Arbeiten. Und die Story wirkt mit all ihren Wendungen niemals besonders glaubwürdig. Das beginnt schon mit der bescheuerten und unglaubwürdigen Idee, durch eine Entführung eines Kindes einen Krieg zwischen den Kartellen zu initiieren (als ob es nicht auch einfacher ginge) und so auch den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen (als ob das so funktionieren würde). Und findet seine Fortsetzung in den verschiedenen Plotwendungen, die sich nicht aus der Geschichte ergeben (oder ich habe etwas verpasst), sondern vom Autor so gewollt sind. Um davon abzulenken, gibt es effizient inszenierte Action und Gewalt. Im Universum von „Sicario 2“ ist ein Mord ein probates Mittel, um ein Problem zu beseitigen oder eine Mutprobe zu überstehen.

Das klingt jetzt unglaublich negativ. Dabei ist „Sicario 2“ kein wirklich schlechter Film, aber angesichts des Inputs von Taylor Sheridan und Stefano Sollima ein enttäuschender Film, der mit einem überragenden Vorgänger zu kämpfen hat und der niemals zum Nachdenken anregt.

Sicario 2 (Sicario: Day of the Soldado, USA/Italien 2018)

Regie: Stefano Sollima

Drehbuch: Taylor Sheridan

mit Benicio del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Jeffrey Donovan, Catherine Keener, Manuel Garcia-Rulfo, Matthew Modine, Elijah Rodriguez

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sicario 2“

Metacritic über „Sicario 2“

Rotten Tomatoes über „Sicario 2“

Wikipedia über „Sicario 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von David Mackenzies „Hell or High Water“ (Hell or High Water, USA 2016) (nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan)

Meine Besprechung von Taylor Sheridans „Wind River (Wind River, USA 2017)

Meine Besprechung von Stefano Sollimas  „Romanzo Criminale – Staffel 1“

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Romanzo Criminale – Staffel 2“

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Suburra“ (Suburra, Frankreich/Italien 2015) (und der DVD)


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Wars: Die letzten Jedi“ kämpfen gegen die dunkle Seite der Macht – ziemlich Spoilerfrei

Dezember 13, 2017

Schon vor dem Kinostart ist klar, dass der neue „Star Wars“-Film „Die letzten Jedi“ an der Kinokasse ein sehr, sehr erfolgreicher Film werden wird. Aktuell wird mit einem globalen Einspiel von über 425 Millionen US-Dollar am Startwochenende gerechnet. Die ersten Statements zum Film nach der Premiere waren auch sehr, sehr positiv. Die ausführlichen Kritiken folgen dem Trend.

Ich fand den Film sehr, sehr enttäuschend. Nicht schlecht. Denn dafür gibt es zu viele positive Punkte. Aber niemals wirklich packend und niemals sein Potential ausschöpfend. Denn „Die letzten Jedi“ erzählt nicht wirklich die in „Das Erwachen der Macht“ begonnene Geschichte weiter und als Vorbereitung für das große Finale der aktuellen „Star Wars“-Trilogie in zwei Jahren taugt der Film nur bedingt. Er ist eher vergleichbar mit einer Folge einer TV-Serie, in der die Macher Zeit schinden, weil sie gerade nicht wissen, wie es weitergehen soll. Also wird halt einfach etwas erzählt. Wie Rey, eine junge Frau unbekannter Herkunft, die auf eine unbekannte Art mit der Macht, den Jedis und Luke Skywalker verbunden ist, auf dem Planeten Ahch-To den vor Ewigkeiten untergetauchten Jedi-Ritter Luke Skywalker findet (am Ende des vorherigen „Star Wars“-Films „Das Erwachen der Macht“). Der letzte Jedi soll sie in die Geheimnisse des Jeditums einführen. Und sie will ihn überzeugen, wieder auf der Seite der Rebellen gegen die Erste Ordnung (die Bösewichter) zu kämpfen.

Gleichzeitig verfolgt die Erste Ordnung die letzten Rebellen. Mit einer Art Peilsender können sie immer sofort herausfinden, wo die Rebellen auf ihrer Flucht durch den Hyperraum gerade hingesprungen sind. Bei den Bösewichtern sind vor allem Supreme Leader Snoke, der Kommandant der Ersten Ordnung, General Armitage Hux und Kylo Ren wichtig. Er ist der abtrünnige Sohn von Leia Organa und Han Solo (verstorben), großer Darth-Vader-Bewunderer, inzwischen von Selbstzweifeln geplagt und telepathisch mit Rey verbunden.

Währenddessen versuchen Finn, ein ehemaliger Sturmtruppler, der zu den Rebellen übergelaufen ist, und die Technikerin Rose Tico auf Cantonica in der Casinostadt Canto Bight einen Mann zu finden, der den Peilsender ausschalten kann.

Und dazwischen laufen viele aus dem vorherigen Film und teilweise der ersten Trilogie („Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) bekannte und etliche neue Charaktere durch das Bild. Gespielt werden sie von oft sehr bekannten Schauspielern. Es gibt viele mehr oder weniger putzige Tiere (soweit erkennbar: aus dem Computer) und einige Konflikte bei den Rebellen und der Ersten Ordnung. Meistens geht es um das Missachten von Befehlen (oft von dem Rebellen-Piloten Poe Dameron) und Streitigkeiten über die richtige Kampfstrategie.

Es passiert also ständig etwas, aber „Looper“-Regisseur Rian Johnson gelingt es nie, eine sinnvolle Struktur von Haupt- und Nebenplots zu etablieren. Er weiß nicht, wessen Geschichte im Zentrum des Films steht. Daher ist unklar wer der Protagonist dieses Films ist (Luke? Rey? Jemand anderes?) und was der zentrale Konflikt dieses Films ist. Entsprechend zäh gestaltet sich der Film, der immer so wirkt, als habe man die Geschichte gerade beim Erzählen erfunden. Das fällt vor allem beim Finale auf. Denn hätten die Macher von Anfang an auf dieses Ende hinarbeiten wollen, hätten sie große Teile des Films anders strukturieren müssen. So ist es überraschend, aber nicht befriedigend.

Es wird auch nichts wirklich für den Abschluss der Trilogie vorbereitet. Oder anders gesagt: vieles kann J. J. Abrams, der den Abschluss der dritten „Star Wars“-Trilogie inszeniert, verwenden. Oder ignorieren. Zum Beispiel den von Benicio Del Toro gespielten DJ, der in „Die letzten Jedi“ nur eine austauschbare Nebenrolle spielt. Ob er im dritten Teil mitspielt und ob er dann eine wichtige Rolle hat oder ob er sich sang- und klanglos aus dem „Star Wars“-Universum verabschiedet, weiß niemand.

Auf weitere Beispiele, auch eine Diskussion des Endes und was es für den nächsten Film bedeuten kann, verzichte ich, weil sie nur mit mehr oder weniger massiven Spoilern des mit hundertfünfzig Minuten zu lang geratenen Films besprochen werden können.

Die letzten Jedi“ ist das filmische Äquivalent zu einer dieser Füllerepisoden bei einer TV-Serie, in denen nichts entscheidendes geschieht, nichts erkennbar für irgendetwas vorbereitet wird und auch die neuen Charaktere primär eine öffentliche Probe haben. In, je nach Wunsch, 2D, 3D oder IMAX.

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von „Looper“ (Looper, USA 2012 – mit weiteren Bildern, Links und einem 35-minütigem Interview mit Rian Johnson und Joseph Gordon-Levitt) und der DVD


TV-Tipp für den 25. November: Das Versprechen

November 25, 2017

ZDFneo, 21.50

Das Versprechen (USA 2000, Regie: Sean Penn)

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrematt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrematts Buch „Das Versprechen“. Dürrematt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (Deutschland 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Wiederholung: Sonntag, 26. November, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Friedrich Dürrematt

Deutsche Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über “Das Versprechen”

Wikipedia über „Das Versprechen“ (deutsch, englisch)

Schweizer Fernsehen: Interviews mit Sean Penn, Robin Wright Penn und Aaron Eckhart zu „Das Versprechen“ (Cannes 2001)

Meine Besprechung von Friedrich Dürrematts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


TV-Tipp für den 16. Juni: Savages – Im Auge des Kartells

Juni 16, 2017

ZDFneo, 23.25
Savages – Im Auge des Kartells (Savages, USA 2012)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Shane Salerno, Don Winslow, Oliver Stone
LV: Don Winslow: Savages, 2010 (Zeit des Zorns)
Chon und Ben stellen Super-Heroin her und mit Ophelia leben sie in Laguna Beach in einer offenen Dreierbeziehung. Alles ist in bester Ordnung, bis ein mexikanisches Drogenkartell (angeführt von einer Frau) bei Chon und Ben einsteigen möchte und die beiden Jungs das Angebot nicht annehmen, sondern aus dem Drogengeschäft aussteigen wollen.
Don-Winslow-Verfilmung, die nicht als Ersatz, sondern als Anreiz zur Romanlektüre dienen sollte. Denn „Savages“ ist zwar kein wirklich schlechter Film, aber eine letztendlich enttäuschende Don-Winslow-Verfilmung.
Warum habe ich hier ausführlicher begründet (und dort gibt es auch noch einige Clips).
mit Aaron Taylor-Johnson, Blake Lively, Taylor Kitsch, Benicio Del Toro, Salma Hayek, John Travolta, Demián Bichir, Shea Whigham, Sandra Echeverria, Emile Hirsch
Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Savages“

Metacritic über „Savages“

Rotten Tomatoes über „Savages“

Wikipedia über „Savages“

Hollywood & Fine: Interview mit Don Winslow (11. Juli 2012)

Homepage von Don Winslow (etwas veraltet, weil eigentlich eine Verlagsseite)

Deutsche Homepage von Don Winslow (von Suhrkamp)

Don Winslow twittert ziemlich oft

Meine Besprechung von Don Winslows “London Undercover” (A cool Breeze on the Underground, 1991)

Meine Besprechung von Don Winslows “China Girl” (The Trail to Buddha’s Mirror, 1992)

Meine Besprechung von Don Winslows „Way Down on the High Lonely – Neal Careys dritter Fall“ (neue Übersetzung von „Das Schlangenmaul“; Way Down on the High Lonely, 1993)

Meine Besprechung von Don Winslows „A long Walk up the Water Slide – Neal Careys vierter Fall“ (A long Walk up the Water Slide, 1994)

Meine Besprechung von Don Winslows „Palm Desert“ (While Drowning in the Desert, 1996)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Meine Besprechung von Don Winslows “Savages – Zeit des Zorns” (Savages, 2010)

Meine Besprechung von Don Winslows “Kings of Cool” (The Kings of Cool, 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Vergeltung“ (Vengeance, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Don Winslows „Missing. New York“ (Missing. New York, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Das Kartell“ (The Cartel, 2015)

Meine Besprechung von Don Winslows „Germany“ (Germany, 2016 – noch nicht erschienen)

Mein Hinweis auf Don Winslows „London Undercover – Neal Careys erster Fall“ (A Cool Breeze on the Underground, 1991)

Don Winslow in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Oliver Stones „Snowden“ (Snowden, USA/Deutschland 2016)


TV-Tipp für den 16. April: Guardians of the Galaxy

April 15, 2017

RTL, 20.15

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman

LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. April zeigt RTL, als TV-Premiere, den ersten Auftritt der wenig vertrauenserweckenden Rettern der Galaxie.

Ein schöner Spaß für den SF-Fan, der genug von all den Dystopien hat.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

Wiederholung: Montag, 17. April, 16.45 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von mehreren „Guardians of the Galaxy“-Comics


TV-Tipp für den 13. Mai: 21 Gramm

Mai 13, 2016

3sat, 23.00

21 Gramm (USA 2003, Regie: Alejandro González Iñárritu)

Drehbuch: Guillermo Arriaga

Ein Autounfall verbindet drei verschiedene Geschichten.

Wie bereits in ihrem Debüt „Amores Perros – Was ist Liebe?“ verbinden Iñárritu und Arriaga mehrere kleine Geschichten miteinander und erzählen sie nicht chronologisch. Weil man die meiste Zeit mit dem Zusammensetzen der mit hektischer Handkamera gefilmten Geschichten beschäftigt ist, fällt nicht auf, dass sie doch sehr banal sind.

„Und doch bleibt am Ende nur der Eindruck einer virtuosen Stilübung, weil die kolportagehafte Story zu dünn ist für ihre inszenatorische Aufquirlung.“ (Rainer Gansera, SZ, 6. September 2003)

Mit Sean Penn, Naomi Watts, Danny Huston, Benicio Del Toro, Charlotte Gainsbourg

Hinweise

Film-Zeit über „21 Gramm“

Metacritic über „21 Gramm“

Rotten Tomatoes über „21 Gramm“

Wikipedia über „21 Gramm“ (deutsch, englisch)

Verlieren wir wirklich „21 Gramm“, wenn wir sterben?

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Biutiful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (Birdman, USA 2014)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)


DVD-Kritik: „Sicario“ schlägt jetzt im Heimkino zu

Februar 9, 2016

Zum Kinostart von „Sicario“ (spanisch für Auftragskiller), einem der besten, vielleicht sogar dem besten Thriller des letzten Jahres, der jetzt bei den ganzen Preisnominierungen etwas unterging, schrieb ich:

Das, wofür Don Winslow zuletzt in „Das Kartell“ über achthundert Seiten und eine sich über ein Jahrzehnt mäandernde Geschichte brauchte, erzählt Denis Villeneuve in seinem hochspannenden Action-Thriller „Sicario“ innerhalb von zwei Stunden anhand einer auf den ersten Blick eher kleinen Episode im mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg.
Kate Macer (Emily Blunt), FBI-Expertin für Geiselbefreiungen, stößt bei einem Einsatz zufällig auf ein Kartellhaus. In den Wänden stapeln sich die Leichen. Eine Sprengfalle tötet mehrere ihrer Kollegen.
Danach erhält sie das Angebot, in dem Team von Matt Graver (Josh Brolin) mitzuarbeiten. Graver versichert ihr, dass sie mit seiner Hilfe gegen die Hintermänner, die für den Tod ihrer Kollegen verantwortlich sind, vorgehen kann. Sie könne das Drogenübel an der Wurzel packen. Macer ist einverstanden – und sie betritt eine Welt, in der die normalen Regeln der Polizeiarbeit nicht mehr gelten.
Ihren ersten Einblick in Gravers Welt erhält sie bei einer Gefangenenüberstellung von Juárez in die benachbarte USA. In dem Autokonvoi ist neben Graver und etlichen schwer bewaffneten Männern, die auf den ersten Blick mehr Erfahrung im Kampf in Kriegsgebieten als mit der regulären Polizeiarbeit haben, auch Alejandro (Benicio Del Toro), ein südamerikanischer Ex-Staatsanwalt mit dunkler Vergangenheit. Genau wie Graver sagt er ihr nur das Nötigste und es ist immer unklar, ob sie ihr die Wahrheit sagen, Wichtiges verschweigen oder sie einfach belügen.
Schockiert beobachtet sie bei der Rückfahrt in die USA, wie einige Drogen-Killer, während sie im Stau vor der Grenze stehen, sie überfallen wollen. Aber Gravers Männer sind schneller. Skrupellos töten sie am helllichten Tag auf offener Straße alle, die sie bedrohen oder ihre Mission gefährden könnten. Danach verlassen sie, entgegen allen Regeln der Polizeiarbeit, die von Macer bislang akribisch befolgt wurden, den Tatort.
Diese Überstellung des mexikanischen Gefangenen ist nur der erste Schritt auf Macers Weg in die Finsternis, in das Land der Wölfe, wie es mal halbpoetisch genannt wird. Denn Graver, der mal sagt, er arbeite für die CIA, und seine Männer kümmern sich, im Gegensatz zu Macer, herzlich wenig um Recht und Gesetz. Bei ihnen zählt nur die Effektivität bei ihrer Jagd nach einem Drogenboss.
Denis Villeneuve, zuletzt „Enemy“, zeigt wieder einmal, dass er keine Lust hat, den gleichen Film zweimal zu drehen. Dieses Mal inszenierte er einen knallharten Thriller, der eine kleine Episode aus dem schon seit Jahrzehnten andauernden, erfolglosen Drogenkrieg erzählt. Die nur auf den ersten Blick geradlinige und einfache Geschichte wird schnell zu einem breiten Panorama des Krieges an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, bei dem alle moralischen Gewissheiten verschwinden und der genau deshalb zum Nachdenken anregt.
Das macht „Sicario“ zum Action-Polit-Thriller für den denkenden Menschen, der sich über die gelungene Verknüpfung von grandiosen, hochspannenden Action-Szenen, auch dank der Kamera von Veteran Roger Deakins und der effektiven Musik von Jóhann Jóhannsson, treffender politischer Analyse, genauem Einblick in eine für uns fremde Welt und dem Aufwerfen vielfältiger moralischer Fragen freut. Denn in dem Film hat jeder gute Gründe für seine Taten. Ob wir am Ende in Macers oder Alejandros Welt leben wollen, müssen wir selbst beantworten. All das sichert „Sicario“ einen Platz in meiner Jahresbestenliste; – wenn ich dazu komme, eine solche zu erstellen.
„Sicario“ kann, auch weil Benicio Del Toro eine ähnliche Rolle spielt (jedenfalls können wir uns mit einigen kleineren gedanklichen Verrenkungen vorstellen, dass der „Traffic“-Polizist Javier Rodríguez heute Alejandro ist), als Fortsetzung von „Traffic – Macht des Kartells“ (USA 2000, Regie: Steven Soderbergh) gesehen werden. So wie Soderberghs Film vor fünfzehn Jahren eine Bestandsaufnahme des Scheiterns des US-amerikanischen „war on drugs“ war, ist „Sicario“ eine aktualisierte Bestandsaufnahme dieses inzwischen grandiosen Scheiterns, die zeigt, wie sehr sich, im Schatten des „wars on terror“, die Lage verschlimmerte und der Drogenkrieg jegliches Maß verlor.
Als Ergänzung zu „Sicario“ empfehle ich die ab 6. Oktober als VoD erhältliche (ansehbare?) und in einigen Kinos laufende Doku „Cartel Land“ von Matthew Heineman. Er porträtiert den Ex-Soldaten Tim ‘Nailer’ Foley, Anführer einer Bürgerwehr gegen mexikanische Einwanderer und Drogenkuriere in Arizona, und Doktor José ‘El Doctor’ Mireles, Anführer der Autodefensas, einer Gruppe Bürger, die sich im mexikanischen Bundesstaat Michoacan gegen die Macht der dortigen Drogenkartelle wehren. Mit einem überraschendem Ergebnis.

Jetzt liegt die DVD und Blu-ray mit fünfzig Minuten informativem Bonusmaterial, das auf vier Featurettes aufgeteilt wurde, vor. Sie behandeln die realen Hintergründen des Films, die Filmgeschichte und die Dreharbeiten (auch dem Schusswechsel an der Grenze im Stau), die drei Hauptfiguren und die Filmmusik mit, neben den Schauspielern und dem Regisseur auch dem Drehbuchautor, dem Komponisten und Betroffenen des Drogenkrieges.
Die zum Filmstart geäußerten Pläne für eine Fortsetzung, die sich dann auf den von Benicio Del Toro gespielten Ex-Staatsanwalt und Killer Alejandro konzentriert, sind inzwischen wohl ad acta gelegt worden. Was ich für eine gute Idee halte. Denn der Thriller „Sicario“ mit seinen grandiosen Actionszenen lebt gerade von dem Konflikt zwischen den verschiedenen Charakteren und der damit verbundenen vielschichtigen Betrachtung des Problems. Da ist eine Fortsetzung, die eben diese Qualität hat, schwierig. Auch weil „Sicario“ eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt. Die gestellten Fragen, vor allem natürlich ob der Zweck die Mittel heiligt, beschäftigen einen noch nach dem Abspann und sie dürften für einige Diskussionen sorgen.

Sicario - DVD-CoverSicario - BluRay-Blechdose

Sicario (Sicario, USA 2015)
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Taylor Sheridan
mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Victor Garber, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Jeffrey Donovan, Raoul Trujillo, Julio Cedillo, Hank Rogerson, Bernardo P. Saracino, Maximiliano Hernández

DVD
Studiocanal
Bild: 2,40:1 anamorph
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: In die Finsternis eintreten: Das visuelle Design; Blunt, Brolin, & Benicio: Die Darstellung der Charaktere; Kampfzone: Der Hintergrund von „Sicario“; Takte aus der Wüste: Die Filmmusik
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Sicario“
Moviepilot über „Sicario“
Metacritic über „Sicario“
Rotten Tomatoes über „Sicario“
Wikipedia über „Sicario“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015)

Zum Kinostart gab es die Cannes-Pressekonferenz, zum DVD-Start gibt es die immer informativen DP/30-Gespräche zum Film

mit Regisseur Denis Villeneuve

Kameramann Roger Deakins

Editor Joe Walker

Hauptdarstellerin Emily Blunt

und Hauptdarsteller Benicio Del Toro

und als Bonusinterview gibt es eines mit Drehbuchautor Taylor Sheridan

 


Neu im Kino/Filmkritik: Der grandiose Drogenthriller „Sicario“

Oktober 1, 2015

Das, wofür Don Winslow zuletzt in „Das Kartell“ über achthundert Seiten und eine sich über ein Jahrzehnt mäandernde Geschichte brauchte, erzählt Denis Villeneuve in seinem hochspannenden Action-Thriller „Sicario“ innerhalb von zwei Stunden anhand einer auf den ersten Blick eher kleinen Episode im mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg.
Kate Macer (Emily Blunt), FBI-Expertin für Geiselbefreiungen, stößt bei einem Einsatz zufällig auf ein Kartellhaus. In den Wänden stapeln sich die Leichen. Eine Sprengfalle tötet mehrere ihrer Kollegen.
Danach erhält sie das Angebot, in dem Team von Matt Graver (Josh Brolin) mitzuarbeiten. Graver versichert ihr, dass sie mit seiner Hilfe gegen die Hintermänner, die für den Tod ihrer Kollegen verantwortlich sind, vorgehen kann. Sie könne das Drogenübel an der Wurzel packen. Macer ist einverstanden – und sie betritt eine Welt, in der die normalen Regeln der Polizeiarbeit nicht mehr gelten.
Ihren ersten Einblick in Gravers Welt erhält sie bei einer Gefangenenüberstellung von Juárez in die benachbarte USA. In dem Autokonvoi ist neben Graver und etlichen schwer bewaffneten Männern, die auf den ersten Blick mehr Erfahrung im Kampf in Kriegsgebieten als mit der regulären Polizeiarbeit haben, auch Alejandro (Benicio Del Toro), ein südamerikanischer Ex-Staatsanwalt mit dunkler Vergangenheit. Genau wie Graver sagt er ihr nur das Nötigste und es ist immer unklar, ob sie ihr die Wahrheit sagen, Wichtiges verschweigen oder sie einfach belügen.
Schockiert beobachtet sie bei der Rückfahrt in die USA, wie einige Drogen-Killer, während sie im Stau vor der Grenze stehen, sie überfallen wollen. Aber Gravers Männer sind schneller. Skrupellos töten sie am helllichten Tag auf offener Straße alle, die sie bedrohen oder ihre Mission gefährden könnten. Danach verlassen sie, entgegen allen Regeln der Polizeiarbeit, die von Macer bislang akribisch befolgt wurden, den Tatort.
Diese Überstellung des mexikanischen Gefangenen ist nur der erste Schritt auf Macers Weg in die Finsternis, in das Land der Wölfe, wie es mal halbpoetisch genannt wird. Denn Graver, der mal sagt, er arbeite für die CIA, und seine Männer kümmern sich, im Gegensatz zu Macer, herzlich wenig um Recht und Gesetz. Bei ihnen zählt nur die Effektivität bei ihrer Jagd nach einem Drogenboss.
Denis Villeneuve, zuletzt „Enemy“, zeigt wieder einmal, dass er keine Lust hat, den gleichen Film zweimal zu drehen. Dieses Mal inszenierte er einen knallharten Thriller, der eine kleine Episode aus dem schon seit Jahrzehnten andauernden, erfolglosen Drogenkrieg erzählt. Die nur auf den ersten Blick geradlinige und einfache Geschichte wird schnell zu einem breiten Panorama des Krieges an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, bei dem alle moralischen Gewissheiten verschwinden und der genau deshalb zum Nachdenken anregt.
Das macht „Sicario“ zum Action-Polit-Thriller für den denkenden Menschen, der sich über die gelungene Verknüpfung von grandiosen, hochspannenden Action-Szenen, auch dank der Kamera von Veteran Roger Deakins und der effektiven Musik von Jóhann Jóhannsson, treffender politischer Analyse, genauem Einblick in eine für uns fremde Welt und dem Aufwerfen vielfältiger moralischer Fragen freut. Denn in dem Film hat jeder gute Gründe für seine Taten. Ob wir am Ende in Macers oder Alejandros Welt leben wollen, müssen wir selbst beantworten. All das sichert „Sicario“ einen Platz in meiner Jahresbestenliste; – wenn ich dazu komme, eine solche zu erstellen.
„Sicario“ kann, auch weil Benicio Del Toro eine ähnliche Rolle spielt (jedenfalls können wir uns mit einigen kleineren gedanklichen Verrenkungen vorstellen, dass der „Traffic“-Polizist Javier Rodríguez heute Alejandro ist), als Fortsetzung von „Traffic – Macht des Kartells“ (USA 2000, Regie: Steven Soderbergh) gesehen werden. So wie Soderberghs Film vor fünfzehn Jahren eine Bestandsaufnahme des Scheiterns des US-amerikanischen „war on drugs“ war, ist „Sicario“ eine aktualisierte Bestandsaufnahme dieses inzwischen grandiosen Scheiterns, die zeigt, wie sehr sich, im Schatten des „wars on terror“, die Lage verschlimmerte und der Drogenkrieg jegliches Maß verlor.
Als Ergänzung zu „Sicario“ empfehle ich die ab 6. Oktober als VoD erhältliche (ansehbare?) und in einigen Kinos laufende Doku „Cartel Land“ von Matthew Heineman. Er porträtiert den Ex-Soldaten Tim ‚Nailer‘ Foley, Anführer einer Bürgerwehr gegen mexikanische Einwanderer und Drogenkuriere in Arizona, und Doktor José ‚El Doctor‘ Mireles, Anführer der Autodefensas, einer Gruppe Bürger, die sich im mexikanischen Bundesstaat Michoacan gegen die Macht der dortigen Drogenkartelle wehren. Mit einem überraschendem Ergebnis.

Sicario - Plakat

Sicario (Sicario, USA 2015)
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Taylor Sheridan
mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Victor Garber, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Jeffrey Donovan, Raoul Trujillo, Julio Cedillo, Hank Rogerson, Bernardo P. Saracino, Maximiliano Hernández
Länge: 122 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
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Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Sicario“
Moviepilot über „Sicario“
Metacritic über „Sicario“
Rotten Tomatoes über „Sicario“
Wikipedia über „Sicario“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Die Cannes-Pressekonferenz


Neu im Kino/Filmkritik: „Escobar – Paradise Lost“ verheddert sich

Juli 10, 2015

„Escobar – Paradise Lost“.
Das klingt nach einem Titel. Aber Andrea di Stefanos Film hat in Wirklichkeit zwei Titel.
Als „Escobar“ ist er ziemlich gescheitert.
Als „Paradise Lost“ ist er gar nicht so schlecht, weil hier, auch wenn sich auf ein Mitglied der Gruppe konzentriert wird, die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher erzählt wird, die glaubt, das Paradies gefunden zu haben und dann alles verliert. Auch den Einheimischen geht es nicht viel besser. Aber der Film hadert halt mit seinem im Titel und der Werbung gegebenem Versprechen, ein Biopic über Pablo Escobar (1949 – 1993) zu sein. Das ist er nicht. Auch wenn Benicio Del Toro als Pablo Escobar dem echten Drogenbaron sehr ähnelt und viele Elemente seiner Biographie verwandt wurden.
Escobar ist nur ein Nebendarsteller in einer erfundenen, mit Zeitsprüngen unnötig komplex erzählten Geschichte. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen einem naiven kanadischen Jungen, der sich in Kolumbien in den Achtzigern in ein Mädchen verliebt und von ihrem Onkel, den er als vermögenden Politiker, Wohltäter und Gastgeber einer lockeren Familienfeier kennenlernt, und in dessen Familienunternehmen er aufgenommen wird.
Weil der Onkel ein Verbrecher ist, gibt es dann auch noch einen halben Gangsterthriller. Nachdem Escobar 1991 im Dschungel untertaucht und einen Deal mit der Regierung aushandelt, beauftragt er mehrere Vertraute, in verschiedenen LKWs Teile seines Vermögens zu verschiedenen Verstecken zu befördern. Einer der Fahrer ist Nick Brady, der sich fragt, ob er den Auftrag ausführen kann und der danach von Escobars Helfern und der Polizei verfolgt wird.
In seinem Spielfilmdebüt pendelt Andrea di Stefano zwischen diesen drei Plots, die sich, auch wegen der zahlreichen Zeitsprünge, letztendlich gegenseitig behindern. Vor allem das erwartete Escobar-Biopic besteht aus so wenigen Szenen, dass di Stefano Escobars Namen besser durch einen erfundenen Drogenbaron ersetzt hätte. Dann hätte man eine Liebesgeschichte, die – etwas plötzlich – zu einem Gangsterthriller wird, gesehen. Denn nachdem Nick sich in Maria verliebt hat und sie ihn ihrem Onkel vorstellt, ist er plötzlich Teil von Escobars Gangsterfamilie. Warum der sympathische Surfer Nick, der uns als gesetzestreuer, etwas naiver junger Mann vorgestellt wurde, ein Teil von Escobars Familie werden will, erfahren wir allerdings nicht.
Gerade der Gangsterthriller leidet an seinen langen Szenen und dem mangelndem Tempo. Hier entwickelt sich die Geschichte zu langsam und die Fakten stehen ihr immer wieder im Weg. Denn egal was Nick unternehmen wird, es wird nichts an den wahren Ereignissen und dem Tod Escobars ändern.
So ist „Escobar – Paradise Lost“ ein Film, der sich, trotz etlicher gelungener Szenen und einem grandiosen Benicio Del Toro, selbst immer wieder sabotiert.

Escobar - Paradise Lost - Plakat

Escobar – Paradise Lost (Escobar: Paradise Lost, Frankreich/Spanien/Belgien/Panama 2014)
Regie: Andrea di Stefano
Drehbuch: Andrea di Stefano (adaptiert von Andrea di Stefano und Francesca Marciano)
mit Josh Hutcherson, Benicio Del Toro, Brady Corbet, Claudia Traisac, Ana Girardot, Carlos Bardem, Laura Londono
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Escobar – Paradise Lost“
Moviepilot über „Escobar – Paradise Lost“
Metacritic über „Escobar – Paradise Lost“
Rotten Tomatoes über „Escobar – Paradise Lost“
Wikipedia über „Escobar – Paradise Lost“ und Pablo Escobar (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von James Mollisons (mit Rainbow Nelson) „Escobar – Der Drogenbaron“ (The Memory of Pablo Escobar, 2007)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Die Thomas-Pynchon-Verfilmung „Inherent Vice – Natürliche Mängel“

Februar 13, 2015

Die Banknoten mit dem Konterfei von Richard Nixon haben es leider nicht von Thomas Pynchons Roman „Natürliche Mängel“ in Paul Thomas Andersons Verfilmung „Inherent Vice – Natürliche Mängel“ geschafft. Abgesehen von dieser Kleinigkeit folgt Anderson dem 480-seitigen Roman erstaunlich genau, verstärkt – vor allem am Anfang – etwas den erkennbaren Plot und suhlt sich ansonsten im Früh-Siebziger-Jahre-Feeling, während er Larry ‚Doc‘ Sportello (Joaquin Phoenix) als dauerbekifften Privatdetektiv durch einen labyrinthischen Plot schlurfen lässt, der nie auf eine irgendwie erkennbare Lösung angelegt ist.
Doc soll, beauftragt von einer Ex-Freundin Shasta, ihren Liebhaber, den spurlos verschwundenen Baumogul Mickey Wolfmann, der halb Los Angeles gentrifiziert, suchen. In Wolfmans Verschwinden sind auch seine Leibwächter und eine im Gefängnis entstandene Verbindung zwischen der Arischen Bruderschaft und der Black Guerilla Family, die im Gefängnis entdeckten, dass sie einen gemeinsamen Feind haben, involviert.
Doc soll auch Coy Harlington, einen Saxophonisten einer Surf-Rock-Band, finden. Seine Frau glaubt nicht, dass er an einer Überdosis gestorben ist.
Und alle sind irgendwie mit der „Golden Fang“ verbunden.
Bei seinen zahlreichen Ermittlungen trifft Doc mehr als einmal auf LAPD-Detective Christian F. ‚Bigfoot‘ Bjornsen mit dem ihn eine wahre Haßliebe verbindet. Bigfoot ist ein überlebensgroßer Fünfziger-Jahre-Polizist, ein John-Wayne-Möchtegern und die archetypische Verkörperung des faschistoiden Polizisten, der auch im Fernsehen (Hey, wir sind in Hollywood!) nach Serienruhm giert und wenn er Doc besucht, normalerweise seine Tür eintritt.
Das klingt nicht nur, das ist im Buch und im Film, ein Megacut des bekannten Hardboiled- und Noir-Kanons: Raymond Chandlers Philip-Marlowe-Geschichten, James Ellroy, vor allem „L. A. Confidential“, die Verfilmungen dieser Romane, Roman Polanskis „Chinatown“, Joel und Ethan Coens „The Big Lebowski“ (aber nicht so witzig), gekreuzt mit der „Illuminatus!“-Trilogie von Robert Shea und Robert A. Wilson. Wobei gerade der erste Band „Illuminatus! – Das Auge in der Pyramide“ als absolut durchgeknallt Satire auf alle Verschwörungstheorien eigentlich das Ende aller Verschwörungstheorien ist.
Diese Vorbilder sind immer deutlich erkennbar. Im Buch noch mehr als im Film, der durch seine gute Besetzung und seine oft gewitzte Inszenierung punktet und die eben genannten Vorbilder in den Hintergrund rückt, während der Roman immer eine Pastiche bleibt, die vor allem die Filmbilder aus den bekannten Noirs heraufbeschwört. Auch weil Pynchon immer wieder filmische Vorbilder anspricht und Doc ein Fan des Schauspielers John Garfield ist.
Und beide Male ist die Geschichte viel zu lang geraten. Der Roman umfasst fast 480 Seiten. Der Film dauert gut 150 Minuten. Denn beide Male folgen wir einer weitgehend plotlosen Erzählung, die einfach so, wie ein Drogentraum, vor sich hin mäandert, bis Doc über die Lösungen seiner Fälle stolpert oder sich der Fall, in einem Nebensatz, in Luft auflöst. Und im Hintergrund gibt es eine große Verschwörung, die etwas mit der oder dem „Golden Fang“ zu tun hat und die alles und nichts sein kann. Also auch eine zufällige Namensgleichheit oder eine paranoide Hippie-Fantasie, die alles mit allem verknüpft.
Paul Thomas Anderson erzählt hier seine Geschichte Kaliforniens weiter. „There will be blood“ (über den Ölboom kurz nach der Jahrhundertwende) und „The Master“ (über einen Sektenführer in den Nachkriegsjahren) spielten vor und „Boogie Nights (über die Porno-Filmindustrie in den Siebzigern und Achtzigern) nach „Inherent Vice“. Jetzt geht es um die Flower-Power-Jahre und das damalige Geflecht von freier Liebe, Drogenexzessen, Kulten und der Wirtschaft. Das ist, auch dank der grandiosen Schauspieler, des Lokalkolorits, der pointierten Inszenierungen und archetypischer Bilder immer unterhaltsam und eine deutliche Einladung, sich noch einmal die Klassiker anzusehen.
Denn Anderson sagt hier nichts, was nicht schon Robert Altman in seiner grandiosen Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ (The long Goodbye, USA 1972) gesagt hat. Oder die Coens, einige Jahre später, in „The Big Lebowski“.

Inherent Vice - Plakat

Inherent Vice – Natürliche Mängel (Inherent Vice, USA 2015)
Regie: Paul Thomas Anderson
Drehbuch: Paul Thomas Anderson
LV: Thomas Pynchon: Inherent Vice, 2009 (Natürliche Mängel)
mit Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Owen Wilson, Katherine Waterston, Reese Witherspoon, Benicio Del Toro, Martin Short, Jena Malone, Joanna Newson, Eric Roberts, Hong Chau, Michael Kenneth Williams, Martin Donovan, Sasha Pieterse
Länge: 149 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Pynchon - Natürliche Mängel - 4

Thomas Pynchon: Natürliche Mängel
(übersetzt von Nikolaus Stingl)
rororo, 2012
480 Seiten
11,99 Euro

Deutsche Erstausgabe/Gebundene Ausgabe
Rowohlt, 2010

Originalausgabe
Inherent Vice
The Penguin Press, 2009

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Inherent Vice – Natürliche Mängel“
Moviepilot über „Inherent Vice – Natürliche Mängel“
Metacritic über „Inherent Vice – Natürliche Mängel“
Rotten Tomatoes über „Inherent Vice – Natürliche Mängel“
Wikipedia über „Inherent Vice – Natürliche Mängel“ (deutsch, englisch) und über Thomas Pynchon
Perlentaucher über Thomas Pynchons „Natürliche Mängel“

Ein Gespräch mit Paul Thomas Anderson über „Inherent Vice“

und die Pressekonferenz/Q&A beim NYFF

 


TV-Tipp für den 2. Februar: Savages – Im Auge des Kartells

Februar 2, 2015

ZDF, 22.15
Savages – Im Auge des Kartells (Savages, USA 2012)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Shane Salerno, Don Winslow, Oliver Stone
LV: Don Winslow: Savages, 2010 (Zeit des Zorns)
Chon und Ben stellen Super-Heroin her und mit Ophelia leben sie in Laguna Beach in einer offenen Dreierbeziehung. Alles ist in bester Ordnung, bis ein mexikanisches Drogenkartell (angeführt von einer Frau) bei Chon und Ben einsteigen möchte und die beiden Jungs das Angebot nicht annehmen, sondern aus dem Drogengeschäft aussteigen wollen.
Don-Winslow-Verfilmung, die nicht als Ersatz, sondern als Anreiz zur Romanlektüre dienen sollte. Denn „Savages“ ist zwar kein wirklich schlechter Film, aber eine letztendlich enttäuschende Don-Winslow-Verfilmung.
Warum habe ich hier ausführlicher begründet (und dort gibt es auch noch einige Clips).
mit Aaron Taylor-Johnson, Blake Lively, Taylor Kitsch, Benicio Del Toro, Salma Hayek, John Travolta, Demián Bichir, Shea Whigham, Sandra Echeverria, Emile Hirsch
Wiederholung: Mittwoch, 4. Februar, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Savages“

Metacritic über „Savages“

Rotten Tomatoes über „Savages“

Wikipedia über „Savages“

Hollywood & Fine: Interview mit Don Winslow (11. Juli 2012)

Homepage von Don Winslow (etwas veraltet, weil eigentlich eine Verlagsseite)

Deutsche Homepage von Don Winslow (von Suhrkamp)

Don Winslow twittert ziemlich oft

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Meine Besprechung von Don Winslows “Savages – Zeit des Zorns” (Savages, 2010)

Meine Besprechung von Don Winslows “Kings of Cool” (The Kings of Cool, 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Vergeltung“ (Vengeance, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Don Winslows „Missing. New York“ (Missing. New York, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Don Winslow in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Überzeugen die „Guardians of the Galaxy“ auch im Puschenkino?

Januar 11, 2015

Im Kino war die neueste Marvel-Verfilmung „Guardians of the Galaxy“ überraschend erfolgreich und natürlich soll sich der Erfolg jetzt auch im heimischen Kino fortsetzen. Zum Kinostart schrieb ich:

Schon die ersten Bilder und Trailer weckten vor Ewigkeiten freudige Erwartungen. Wir sahen eine Gruppe seltsamer Wesen. Denn neben einem Mensch, einer an ihrer Hautfarbe erkennbaren außerirdischen Schönheit, einem Muskelprotz (auch, erkennbar an seiner Hautfarbe, nicht-irdischen Ursprungs), starrten uns ein Waschbär (mit einem beeindruckendem Sündenregister) und ein Baumwesen an. Diese Gruppe Misfits sollten die Beschützer der Galaxis sein? Naja, immerhin nur selbsternannt. Und dann gab es noch bunte Bilder von fremden Planeten, Weltraumschlachten, Witze und gut abgehangene Siebziger-Jahre-Musik. Yeah, da konnte man schon „Hooked on a Feeling“ sein, ein episches Weltraumabenteuer erwarten, wie es seit „Krieg der Sterne“ (die Originaltrilogie!) nicht mehr im Kino lief, und, man hat ja schon tausende Trailer gesehen, die besser als der Film waren, befürchten, dass sich die ersten Bilder beim Ansehen des Films als heiße Luft entpuppen.
Nun, sie tun es nicht. „Guardians of the Galaxy“ ist ein zünftiges, von James Gunn („Slither – Voll auf den Schleim gegangen“, „Super“) flott und über etwaige Logiklöcher lässig hinweggehendes Weltraumabenteuer, bei dem man die fast schon Marvel-üblichen Story-Schwächen gerne verzeiht. Denn der Gegner der Guardians of the Galaxy ist schwach, austauschbar und langweilig. Eine ziemliche Nullnummer. Aber immerhin will Ronan (Lee Pace) den Orb (so ein Ding, mit dem man Herrscher über den gesamten Kosmos wird) haben und den Planeten Xandar vernichten.
Gegen ihn bringen sich die Guardians in Stellung und sie sind ein so herrlich abgedrehter Haufen von Außenseitern, dass da schon fast egal ist, um was es geht, solange es genug Action und flotte Sprüche gibt. Beides gibt es in rauhen Mengen. Immerhin müssen Peter Quill (Chris Pratt), intergalaktischer Vagabund, der sich selbst Star-Lord nennt, als Kind von der Erde entführt wurde (was die Musik erklärt) und jetzt das aktuelle „Han Solo“-Update ist, Gamorra (Zoe Saldana), hübsche Killerin mit einer Mission, Rocket Racoon (im Original: Bradley Cooper), genetisch veränderter, kybernetisch manipulierter Waschbär, Kopfgeldjäger, Söldner und waffenverliebt (vor allem wenn die Waffe seine Körpergröße toppt), sein Kumpel Groot (im Original: Vin Diesel), eine humanoide Baumkreatur mit besonderen Fähigkeiten und eingeschränktem Vokabular, und Drax the Destroyer (Dave Bautista), der den Tod seiner Familie rächen will und dafür Leichenberge hinterlässt, sich in diesem Abenteuer zusammenraufen. Trotz unterschiedlicher Interessen haben sie, wie sie nach einigen Kämpfen gegeneinander und Verhandlungen miteinander erkennen, immerhin ein gemeinsames Ziel: Ronan.
Und das verfolgen sie über mehrere Planeten, inclusive einem Gefängnisausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis, und Begegnungen mit mehr oder weniger menschlichen Wesen, die oft höchst egoistische Interessen haben und nicht vor Gewalt zurückschrecken.
„Guardians of the Galaxy“ ist, endlich wieder, ein witziges Weltraumabenteuer – und das ist gut so.

Auch beim zweiten Ansehen gefällt „Guardians of the Galaxy“ wegen der Helden, ihren Sprüchen und ihren Konflikten. Untereinander und mit anderen Wesen. Nur der Bösewicht bleibt – in jeder Beziehung – arg blass.
Das Bonusmaterial bei der DVD befindet sich ungefähr an der Wahrnehmungsschwelle. Es gibt nämlich nur ein zweiminütiges Werbefeaturette über die Dreharbeiten zum nächsten Marvel-Film „Avengers: Age of Ultron“ und die allseits bekannte Szene mit dem lachenden Rocket, die sich so in einer späteren Version auch im Film befindet.
Auf der Blu-ray soll es dann mehr Bonusmaterial geben.

Guardians of the Galaxy - DVD-Cover

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman
LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning
mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

DVD
Marvel/Walt Disney Company
Bild: 2,40:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch, italienisch, Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch
Bonusmaterial: Featurette, Zusätzliche Szene
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Meine Besprechung von mehreren „Guardians of the Galaxy“-Comics

Und hier noch einige Clips, die es so oder in einer längeren Version wohl auf die Blu-ray geschafft haben


TV-Tipp für den 30. November: Das Versprechen

November 30, 2014

Pro7 Maxx, 20.15

Das Versprechen (USA 2000, Regie: Sean Penn)

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrematt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrematts Buch „Das Versprechen“. Dürrematt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (D 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Hinweise

Wikipedia über Friedrich Dürrematt

Deutsche Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über “Das Versprechen”

Schweizer Fernsehen: Interviews mit Sean Penn, Robin Wright Penn und Aaron Eckhart zu „Das Versprechen“ (Cannes 2001)

Meine Besprechung von Friedrich Dürrematts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


TV-Tipp für den 29. Oktober: Snatch – Schweine und Diamanten

Oktober 29, 2014

Kabel 1, 22.35

Snatch – Schweine und Diamanten (Großbritannien/USA 2000, Regie: Guy Ritchie)

Drehbuch: Guy Ritchie

Franky Four Fingers klaut in Antwerpen einen wertvollen Diamanten. Zurück in London kriegt er Ärger mit einem Russengangster, alle wollen den Stein haben, Gangster werden verletzt und sterben, die Gypsies spielen mit und dann gibt es noch einen Boxkampf, bei dem jeder jeden betrügt.

Wie schon in seinem Debüt „Bube, Dame, König, GrAs“ und seinem neuesten Werk „RocknRolla“ ist die Handlung ein einziges Chaos aus größeren und kleineren Katastrophen, die meisten Gangster sind geistig eher minderbemittelt und latschen, zu unserem Vergnügen, von einem Missgeschick in das nächste, meist ebenso blutige, Missgeschick.

Mit Benicio Del Toro, Dennis Farina, Vinnie Jones, Brad Pitt, Rade Sherbedzija, Jason Statham, Alan Ford, Goldie

Wiederholung: Donnerstag, 30. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Snatch – Schweine und Diamanten”

Wikipedia über „Snatch – Schweine und Diamanten“

IGN: Interview mit Guy Ritchie und Vinnie Jones zu “Snatch”

Meine Besprechung von Guy Ritchies “Sherlock Holmes: Spiel im Schatten” (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Guy Ritchie in der Kriminalakte


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