TV-Tipp für den 18. Mai: Aliens – Die Rückkehr

Mai 18, 2017

Kabel 1, 20.15

Aliens – Die Rückkehr (USA 1986, Regie: James Cameron)

Drehbuch: James Cameron (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

Ripley soll einige Marines auf einen Alien-verseuchten Planeten begleiten und beim Kampf gegen die ihr bekannten Aliens helfen.

Inzwischen ein SF-Klassiker, der als Kriegsfilm die harten Soldaten fröhlich als Kanonenfutter verheizt.

Kabel 1 zeigt den längeren Director’s Cut. Um 20.15 Uhr in einer gekürzten Version, in der Nachtwiederholung um 01.50 Uhr wahrscheinlich ungekürzt. Dazwischen, ab 23.25 Uhr, läuft „Prometheus – Dunkle Zeichen“, der ab heute vorletzte „Alien“-Film.

‚Aliens‘ (und das leistet eine Fortsetzung selten) entwickelt den Spukhaus-im-Weltraum-Plot von ‚Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt‘ (Alien, 1979) weiter, indem er sämtliche monströsen Highlights des Vorgängers aufgreift und in den Kontext eines anderen, in den Weltraum verlagerten Genres stellt. (…) Cameron (…) kocht hier sein eigenes Süppchen mit hartgesottenen Heldinnen, Biomechanoiden, politischer Paranoia und atemloser Spannung, wobei er die Prämisse des ersten Filmes beibehält.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie, 1998)

Zum Kinostart urteilte der Fischer Film Almanach anders: „Mit ‚Alien‘ von Ridley Scott (…), mit der phantastischen Welt und den Kreaturen von H. R. Giger hat dieser Film nichts mehr gemein. (…) Fortsetzung folgt – hoffentlich nicht.“ und über Ripley wurde gesagt „eine zu allem entschlossene Amazone, eine Art Über-Mutter im Rambo-Look“

Auch „Zoom“ war ungnädig: „War der erste ‚Alien‘-Film (…) noch durchaus raffiniert, so wird in der Fortsetzung ganz auf drastische Schockeffekte und die üblichen Technik-Spielereien gesetzt.“

Tja, damals regierte Ronald Reagan die USA, im Kino sorgten Rambo, „Missing in Action“ Chuck Norris und Konsorten im Kampf gegen „Die rote Flut“ für volle Kassen und die Filmkritik beurteilte Filme auch vor dem politischen Klima der USA, der Rambo-Ideologie.

mit Sigourney Weaver, Carrie Henn, Michael Biehn, Paul Reiser, Lance Henricksen, Bill Paxton, William Hope

Wiederholung: Freitag, 19. Mai, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Aliens“ (98 % Frischegrad)

Wikipedia über „Aliens“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 4. Dezember: Edge of Tomorrow

Dezember 4, 2016

Pro7, 20.15

Edge of Tomorrow (Edge of Tomorrow, USA 2014)

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth

LV: Hiroshi Sakurazaka: All you need is Kill, 2004

Nachdem Major Bill Cage (Tom Cruise) von den außerirdischen, scheinbar unbesiegbaren Mimics ermordet wird, hat er danach ein Erlebnis der besonderen Art. Er erlebt seine letzten Stunden vor dem Tod noch einmal – und mit der bekannten Kämpferin Rita Vrataski (Emily Blunt), die ihn zu einem Kämpfer ausbildetet, nehmen sie den Kampf auf.

Unglaublich flotter, dicht erzählter Action-Science-Fiction-Thriller mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors und einem klugen Umgang mit den Paradoxien der Zeitreise (was hier eigentlich nur eine kleine Zeitschleife ist), der etwas zu unpolitisch geraten ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, Brendan Gleeson, Jonas Armstorng, Tony Way, Kick Gurry, Franz Drameh, Dragomir Mrsic, Charlotte Riley

auch bekannt als „Live.Die.Repeat.“ (mehr oder weniger der DVD-Titel)

Wiederholung: Montag, 5. Dezember, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Edge of Tomorrow“
Moviepilot über „Edge of Tomorrow“
Metacritic über „Edge of Tomorrow“
Rotten Tomatoes über „Edge of Tomorrow“
Wikipedia über „Edge of Tomorrow“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014) und der DVD


TV-Tipp für den 9. Oktober: Ein einfacher Plan

Oktober 8, 2016

Tele 5, 22.15

Ein einfacher Plan (USA 1998, Regie: Sam Raimi)

Drehbuch: Scott B. Smith

LV: Scott B. Smith: A simple plan, 1993 (Ein ganz einfacher Plan, Ein einfacher Plan)

Im verschneiten Minnesota finden drei Freunde in einem abgestürzten Flugzeug einen Koffer mit vier Millionen Dollar. Sie wollen das Geld behalten, aber Eifersucht, Paranoia und Dummheit führen zu einem anderen Ergebnis.

Temporeiche, schwarze Komödie, die natürlich an „Fargo“ erinnert, aber über eigene Qualitäten verfügt und von Raimi erstaunlich unblutig und psychologisch glaubwürdig inszeniert wurde. Denn damals war Raimi in erster Linie als der „Tanz der Teufel“-Macher bekannt, heute ist er selbstverständlich der Mann, der Spiderman inszenierte.

Mit Bill Paxton, Bridget Fonda, Billy Bob Thornton, Jack Walsh

Wiederholung: Mittwoch, 12. Oktober, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein einfacher Plan“

Wikipedia über „Ein einfacher Plan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Smiths „Dickicht“ (The Ruins, 2006)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ und ihre Verbrechen

November 14, 2014

Schon in den ersten Minuten von „Nightcrawler“ beunruhigt weniger, dass Lou Bloom einen Menschen wegen einer Armbanduhr ermordete, sondern wie er sich um eine kleine Stelle, einen schlecht bezahlten Aushilfsjob auf einem Schrottplatz, bewirbt. Mit starrem Blick rattert er Sätze herunter, die in einem Motivationsseminar gegeben werden und in einem Ratgeber für die Suche nach dem Traumjob und der Erfüllung in der Arbeit als Angestellter stehen. Aber da ist dann nicht der Aufseher eines Schrottplatzes, sondern der Chef eines multinationalen Unternehmens als Adressat der Bewerbungsrede gemeint.
Dan Gilroy von dem man, nach seinen Drehbüchern für „Das schnelle Geld“, „The Fall“, „Real Steel“ und „Das Bourne-Vermächtnis“, so einen bitterbösen Film nicht erwartet hätte, taucht in seinem Regiedebüt „Nightcrawler“ die Szene in ein kränkliches Licht, das sie noch unangenehmer erscheinen lässt. Mit diesem Soziopathen möchte man keine fünf Minuten im gleichen Zimmer verbringen. In diesem Moment hat Bloom seine Bestimmung noch nicht gefunden. Noch sucht er seinen Lebensinhalt.
Kurz darauf beobachtet er, mitten in der Nacht, auf einem Highway in Los Angeles, wie einige TV-Reporter einen Unfall und die Rettungsmaßnahmen aufnehmen. Bloom erfährt, dass man mit diesen Bildern, die im Morgenfernsehen gezeigt werden, Geld verdienen kann. Mit einigen Ratgebern bereitet er sich autodidaktisch auf seinen Traumjob vor. Er lernt den Polizeicode und er fährt, mit einer schlechten Kamera ausgerüstet, zu seinem ersten Unfall, wo er noch weniger Respekt vor den Opfern hat als die anderen Nightcrawler.
Deshalb kann er die blutigen, die Grenzen jeder Journalistenethik auslotenden Bilder an Nina Romina (Rene Russo), der Produzentin einer Frühstücksfernsehsendung bei einem Lokalsender, verkaufen. Von ihr erhält er noch einige weitere Tipps. Vor allem erfährt er, welche Bilder gesucht werden, weshalb er kurz darauf auch keine Skrupel hat, einen Unfallort fotogen zu verändern oder einen Tatort zu betreten und mehrere Leichen zu filmen. Die Bilder über die Verbrechen sind halt wichtiger, als die Aufklärung der Verbrechen. An die Opfer denkt er, abseits von ihrem Nutzen als Bildmotiv, nicht.
Schnell expandiert er – und das erschreckendste an Gilroys messerscharfer Mediensatire ist der von Jake Gyllenhaal grandios gespielte Lou Bloom, der nur die Sprechblasen aus den Selbsthilfe- und Management-Seminaren nachbetet, inbrünstig daran glaubt und sie eins zu eins umsetzt. Einen irgendwie gearteten moralischen Kompass hat er nicht.
In diesem Punkt unterscheidet er sich von Daniel Lugo (Mark Wahlberg), dem Protagonisten in Michael Bays Gangsterkomödie „Pain & Gain“. Er und seine Mitverbrecher waren, ebenfalls von Selbsthilfeseminaren mental gestärkte, an den amerikanischen Traum glaubende Trottel, die ihr Stück vom Kuchen abhaben wollten und auch wussten, dass sie etwas verbotenes taten. Lou Bloom geht dieses Gefühl vollkommen ab. Er tut, was die Gesellschaft will und er bemüht sich, die Erwartungen der Gesellschaft möglichst perfekt zu erfüllen. Damit unterscheidet er sich nicht von irgendwelchen Bankern, die mit windigen Investitionen kleine Anleger ruinieren, weil die Anlagen nicht explizit gegen das Gesetz verstoßen.
Bloom ist ein Geistesverwandter von Vincent (Tom Cruise), dem eiskalten Profikiller in Michael Manns in einer Nacht spielendem L.-A.-Großstadtthriller „Collateral“.
Aber während „Collateral“ einen am Ende mit der Gewissheit entlässt, dass die Guten und die Werte der Menschlichkeit und des Humanismus gegen den nackten Manchester-Kapitalismus gewinnen, verweigert Dan Gilroy am Ende seiner Charakterstudie „Nightcrawler“ diese beruhigende Gewissheit. Denn Lou Bloom ist kein Verbrecher. Auch wenn am Ende einige Menschen tot sind, er etwas damit zu tun hat und er die Ermittlungen der Polizei sabotierte, hat er gegen kein Gesetz verstoßen. Er darf expandieren.

Nightcrawler - Plakat
Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis (Nightcrawler, USA 2014)
Regie: Dan Gilroy
Drehbuch: Dan Gilroy
mit Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Riz Ahmed, Bill Paxton
Länge: 119 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Film-Zeit über „Nightcrawler“
Moviepilot über „Nightcrawler“
Metacritic über „Nightcrawler“
Rotten Tomatoes über „Nightcrawler“
Wikipedia über „Nightcrawler“
Meine Besprechung von Dan Gilroys „Real Steel“ (Real Steel, USA 2011, Regie: Shawn Levy)
Meine Besprechung von Dan Gilroys „Das Bourne-Vermächtnis“ (The Bourne Legacy, USA 2012, Regie: Tony Gilroy)

Jake Gyllenhaal beim TIFF

und bei Q on CBC, beide Male im Gespräch über „Nightcrawler“

Dan Gilroy spricht auch über „Nightcrawler“ und den ganzen Rest

 


DVD-Kritik: „Edge of Tomorrow“ ist jetzt „Live.Die.Repeat./Edge of Tomorrow“. Irgendwie

Oktober 12, 2014

Ich halte es zwar für eine doofe Idee, aber die Jungs in Hollywood wissen sicher, was sie tun, wenn sie den neuen Tom-Cruise-Film „Edge of Tomorrow“ (so war der Kinotitel) jetzt als „Live.Die.Repeat./Edge of Tomorrow“ veröffentlichen. Jedenfalls findet man den Film jetzt als „Live.Die.Repeat.“, „Live.Die.Repeat/Edge of Tomorrow“, „Live.Die.Repat.: Edge of Tomorrow“ oder „Edge of Tomorrow: Live.Die.Repeat.“ (manchmal auch ohne die Punkte) gelistet. „Live.Die.Repeat.“ war der US-Werbespruch, der in den USA auch prominent herausgestellt wurde.
Auf dem normalen DVD-Cover (es gibt auch ein „Edge of Tomorrow“-Steelbook bei Amazon) jedenfalls ist „Live Die Repeat“ jetzt so groß gedruckt, dass das offensichtlich der offizielle Titel ist, während der Originaltitel und die Stars im Kleingedruckten des beeindruckend lieblosen Covers verschwinden. Denn das Cover sieht nicht aus, als sei es das Cover für einen neuen Tom-Cruise-Film, sondern für einen drittklassigen Rip-Off mit einem Hauptdarsteller der eine entfernte Ähnlichkeit mit Tom Cruise hat und Spontankäufer zu einem Fehlkauf verleiten soll.
Dabei lief der Film im Kino ganz ordentlich und die Kritiken waren positiv. Bei Rotten Tomatoes hat der Film einen Frischegrad von neunzig Prozent bei den Kritikern und den Zuschauern. Auch mir gefiel der Film. Zum Filmstart schrieb ich:

Was ist schlimmer? Ohne Ausbildung bei einem Militäreinsatz als Kanonenfutter innerhalb der ersten Minuten des Angriffs zu sterben oder gleich danach wieder aufzuwachen und die letzten Stunden seines Lebens wieder zu durchleben, wissen, dass man stirbt und nichts dagegen tun können, weil alle anderen einem kein Wort glauben?
Major Bill Cage (Tom Cruise) versucht jedenfalls die Geschichte zu verändern. Immerhin hat er einen Vorteil im Kampf gegen die außerirdischen, scheinbar unbesiegbaren Mimics. Er weiß, was geschehen wird, er hat jetzt mehr als einen Versuch und er kann Rita Vrataski (Emily Blunt), eine bekannte Kämpferin, die die Außerirdischen bereits in einem Gefecht besiegte, überzeugen, ihn auszubilden.
Und wie „Die Bourne-Identität“-Regisseur Doug Liman dann die Ausbildung und die Siege von Cage und Vrataski inszeniert, ist ein großer Spaß. Denn er wiederholt nur soviel wie nötig von der vorherigen Zeitschleife, was dazu führt, dass Cage (beziehungsweise Tom Cruise) innerhalb einer Minute mehrmals von Vrataski erschossen wird oder er Gespräche führt, die er bereits mehrmals geführt hat, was wir aber erst während des Gesprächs erfahren. Und so bewegt sich der Science-Fiction-Film in schlanken zwei Stunden auf den letzten Kampf zwischen Cage und den Außerirdischen zu.
Diese bleiben allerdings vollkommen gesichtslos. Es sind einfach computergenerierte Tentakelwesen ohne irgendeine individuellen Eigenschaften, Ziele oder tiefere Bedeutung. Sie vernichten die Menschen. Das muss als Motivation genügen. Aber gerade wegen der überdeutlichen historischen Anspielungen fällt diese arg spartanische Zeichnung der Invasoren unangenehm auf. Die Schlacht, bei der Cage zum ersten Mal stirbt, ist an einem Strand in der Normandie. Die Außerirdischen haben, wie die Nazis, Europa besetzt. Deren Zentrale vermutet Cage in den Alpen, wo auch Hitlers Alpenfestung gewesen sein sollte. Aber diese offensichtlich politischen Anspielungen verpuffen im Nichts, weil die Außerirdischen keine irgendwie erkennbare metaphorische Bedeutung haben. Weil Regisseur Doug Liman und die Drehbuchautoren Christopher McQuarrie, Jez Butterworth und John-Henry Butterworth bereits für einige explizit politische Thriller, wie „Operation Walküre“ und „Fair Game“, verantwortlich sind, verwundert diese Leerstelle, die dem Film einiges von seiner potentiellen Kraft raubt.
Jedenfalls als politischer Kommentar – und gute Science-Fiction ist immer ein Kommentar zur Gegenwart. Der Krieg gegen Nazi-Deutschland ist dagegen schon lange Vergangenheit.
Abgesehen von diesen beiden Punkten ist „Edge of Tomorrow“ ein flotter Action-Science-Fiction-Thriller mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors und, im Gegensatz zu „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, einem klugen Umgang mit den Paradoxien der Zeitreise (was hier eigentlich nur eine kleine Zeitschleife ist), die – wenn man die Erklärung akzeptiert – auch durchaus schlüssig erklärt werden.

Beim zweiten Ansehen fiel mir noch mehr auf, wie dicht und facettenreich Doug Liman die Geschichte erzählt und was für ein atemberaubendes Tempo er vorlegt. Ohne eine Sekunde zu zögern beginnt er mit der Geschichte, nach acht Minuten ist Major William Cage als einfacher Soldat in der Militärbasis, die Invasion in Frankreich beginnt mit einer epischen Schlacht und nach dreiundzwanzig Minuten erwacht er zum ersten Mal von den Toten. Nach neunundzwanzig Minuten zum zweiten Mal. Außerdem ist der Film durchgehend umwerfend komisch, wenn Tom Cruise verzweifelt durch den Krieg stolpert, im Sekundentakt getötet wird und es herrlich absurde Gespräche gibt, weil Cage dieses Gespräch nicht zum ersten Mal führt.
Die fehlende politische Dimension störte mich jetzt weniger, aber die digitalen Wischmop-Monster gehören immer noch zu den unglaubwürdigsten Alien-Kreaturen. Sie sind zwar, wenn ihre Tentakel durch die Luft schießen, furchterregend, aber auch nicht besonders erinnerungswürdig oder „Alien“-sexy.
Das Bonusmaterial der DVD besteht aus zwei Featurettes, die sich mit dem Kampfanzug (8 Minuten) und den Aliens (5 Minuten) beschäftigen. Sie sind informativ, aber auch arg kurz geraten.

Edge of Tomorrow - DVD-Cover
Live.Die.Repeat./Edge of Tomorrow (Edge of Tomorrow, USA 2014)
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
LV: Hiroshi Sakurazaka: All you need is Kill, 2004
mit Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, Brendan Gleeson, Jonas Armstorng, Tony Way, Kick Gurry, Franz Drameh, Dragomir Mrsic, Charlotte Riley

DVD
Warner
Bild: 2.40:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch (5.1)
Untertitel: Französisch, Niederländisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch, Italienisch
Bonusmaterial: Waffen der Zukunft, Kreaturen aus einer anderen Welt
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Edge of Tomorrow“
Moviepilot über „Edge of Tomorrow“
Metacritic über „Edge of Tomorrow“
Rotten Tomatoes über „Edge of Tomorrow“
Wikipedia über „Edge of Tomorrow“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014)

Hier noch das Filmplakat und das Teaserplakat, die beide gelungener als das DVD-Cover sind.

Edge of Tomorrow - Plakat

Edge of Tomorrow - Teaser


Neu im Kino/Filmkritik: Der Science-Fiction-Kriegsfilm „Edge of Tomorrow“

Mai 30, 2014

Was ist schlimmer? Ohne Ausbildung bei einem Militäreinsatz als Kanonenfutter innerhalb der ersten Minuten des Angriffs zu sterben oder gleich danach wieder aufzuwachen und die letzten Stunden seines Lebens wieder zu durchleben, wissen, dass man stirbt und nichts dagegen tun können, weil alle anderen einem kein Wort glauben?
Major Bill Cage (Tom Cruise) versucht jedenfalls die Geschichte zu verändern. Immerhin hat er einen Vorteil im Kampf gegen die außerirdischen, scheinbar unbesiegbaren Mimics. Er weiß, was geschehen wird, er hat jetzt mehr als einen Versuch und er kann Rita Vrataski (Emily Blunt), eine bekannte Kämpferin, die die Außerirdischen bereits in einem Gefecht besiegte, überzeugen, ihn auszubilden.
Und wie „Die Bourne-Identität“-Regisseur Doug Liman dann die Ausbildung und die Siege von Cage und Vrataski inszeniert, ist ein großer Spaß. Denn er wiederholt nur soviel wie nötig von der vorherigen Zeitschleife, was dazu führt, dass Cage (beziehungsweise Tom Cruise) innerhalb einer Minute mehrmals von Vrataski erschossen wird oder er Gespräche führt, die er bereits mehrmals geführt hat, was wir aber erst während des Gesprächs erfahren. Und so bewegt sich der Science-Fiction-Film in schlanken zwei Stunden auf den letzten Kampf zwischen Cage und den Außerirdischen zu.
Diese bleiben allerdings vollkommen gesichtslos. Es sind einfach computergenerierte Tentakelwesen ohne irgendeine individuellen Eigenschaften, Ziele oder tiefere Bedeutung. Sie vernichten die Menschen. Das muss als Motivation genügen. Aber gerade wegen der überdeutlichen historischen Anspielungen fällt diese arg spartanische Zeichnung der Invasoren unangenehm auf. Die Schlacht, bei der Cage zum ersten Mal stirbt, ist an einem Strand in der Normandie. Die Außerirdischen haben, wie die Nazis, Europa besetzt. Deren Zentrale vermutet Cage in den Alpen, wo auch Hitlers Alpenfestung gewesen sein sollte. Aber diese offensichtlich politischen Anspielungen verpuffen im Nichts, weil die Außerirdischen keine irgendwie erkennbare metaphorische Bedeutung haben. Weil Regisseur Doug Liman und die Drehbuchautoren Christopher McQuarrie, Jez Butterworth und John-Henry Butterworth bereits für einige explizit politische Thriller, wie „Operation Walküre“ und „Fair Game“, verantwortlich sind, verwundert diese Leerstelle, die dem Film einiges von seiner potentiellen Kraft raubt.
Jedenfalls als politischer Kommentar – und gute Science-Fiction ist immer ein Kommentar zur Gegenwart. Der Krieg gegen Nazi-Deutschland ist dagegen schon lange Vergangenheit.
Abgesehen von diesen beiden Punkten ist „Edge of Tomorrow“ ein flotter Action-Science-Fiction-Thriller mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors und, im Gegensatz zu „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, einem klugen Umgang mit den Paradoxien der Zeitreise (was hier eigentlich nur eine kleine Zeitschleife ist), die – wenn man die Erklärung akzeptiert – auch durchaus schlüssig erklärt werden.

Edge of Tomorrow - Plakat

Edge of Tomorrow (Edge of Tomorrow, USA 2014)
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
LV: Hiroshi Sakurazaka: All you need is Kill, 2004
mit Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, Brendan Gleeson, Jonas Armstorng, Tony Way, Kick Gurry, Franz Drameh, Dragomir Mrsic, Charlotte Riley
Länge: 113 Minuten
FSK: ?

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Edge of Tomorrow“
Moviepilot über „Edge of Tomorrow“
Metacritic über „Edge of Tomorrow“
Rotten Tomatoes über „Edge of Tomorrow“
Wikipedia über „Edge of Tomorrow“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012 – mit Tom Cruise)


TV-Tipp für den 12. Mai: Haywire – Ein mörderischer Auftrag

Mai 12, 2014

ZDF, 22.15

Haywire (Haywire, USA 2011)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Lem Dobbs

Eine Geheimagentin will herausfinden, warum ihr Chef sie umbringen will.

Klasse besetzter, grandios-kurzweiliger Old-School-Agententhriller, bei dem Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano auch als Schauspielerin (Drehbuch und Regie halfen) überzeugt.

mit Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Bill Paxton, Channing Tatum, Antonio Banderas, Michael Douglas, Michael Angarano, Mathieu Kassovitz, Anthony Wong

Wiederholung: Mittwoch, 14. Mai, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Haywire“

Rotten Tomatoes über „Haywire“

Wikipedia über „Haywire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


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