Neu im Kino/Filmkritik: Zurück ist der „Terminator: Dark Fate“ für die Menscheit?

Oktober 24, 2019

Ein schnelles „Was bisher geschah“ für alle, die die vergangenen Monate mit Comicverflmungen beschäftigt waren und das Internet nach digitalen Brotkrumen über den neuen „Star Wars“-Film absuchen:

Nachdem der fünfte „Terminator“-Film „Genysis“ mit seiner verschwurbelten Story nicht so wahnsinnig gut ankam, der vierte „Terminator“-Film „Salvation“ (Die Erlösung) ganz schlecht ankam, der dritte „Terminator“-Film „Rise of the Machines“ (Rebellion der Maschinen) immer noch weitgehend mit Nichtachtung bestraft wird (wobei ich den ganz okay fand und mit ihm als Abschluss der „Terminator“-Reihe gut hätte leben können) und die „Terminator“-TV-Serie vor zehn Jahren sehr kurzlebig war (aber immerhin gut für zwei Staffeln war), ist jetzt „Terminator“-Erfinder James Cameron wieder an Bord und er verkündete sofort, dass all die eben erwähnten „Terminator“-Werke nicht zum Kanon gehören. Der Kanon sind die ersten beiden „Terminator“-Filme, die allgemein beliebt sind und die James Cameron inszenierte.

Es hieß außerdem, dass der neue „Terminator“-Film den Abschluss einer Trilogie bilden soll, weil inzwischen halt alles zu einer Trilogie gemacht wird. Sarah Connors Geschichte solle in diesem Film zu Ende erzählt werden. Zuletzt sagte Cameron, dass „Dark Fate“ auch der Auftakt für eine neue Trilogie sein könne. In dem gleichen Interview sagte er, dass sie vor dem Dreh schon Ideen für die nächsten Filme skizziert hätten. Damit wäre „Dark Fate“ dann, wenn wir das Denken in Trilogien mal links liegen lassen, eine Staffelübergabe von den alten „Terminator“-Helden zu neuen „Terminator“-Heldinnen. Doch auch wenn „Dark Fate“ der letzte „Terminator“-Film wäre, ist er ein in sich abgeschlossener Film, der ohne Probleme für sich allein stehen kann.

Weil Cameron mit seinen „Avatar“-Filmen beschäftigt ist, übergab er die Regie an Tim Miller. Der hatte es mit „Deadpool“ ja ordentlich krachen gelassen.

Außerdem sind, und das ist auch dank des Plakats kein Spoiler, Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton wieder dabei. Während der Dreharbeiten wurde auch bekannt, dass Edward Furlong dabei ist. Er ist John Connor, der Sohn von Sarah Connor (Linda Hamilton). Er wird in der Zukunft zum Anführer des Widerstands gegen die Roboter, die die Welt beherrschen und alle Menschen töten wollen. In „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ wird er vom Terminator T-800 (Arnold Schwarzenegger), der nach einer Neuprogrammierung nicht mehr der böse, sondern der gute Terminator ist, beschützt.

Über die Geschichte von „Terminator: Dark Fate“ wurde vorher nicht viel verraten.

Die offizielle Synopsis liest sich so:

Über zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit Sarah Connor den Tag der Abrechnung verhindert, die Zukunft verändert und das Schicksal der Menschheit neu geschrieben hat. Dani Ramos (Natalia Reyes) lebt zusammen mit ihrem Bruder (Diego Boneta) und ihrem Vater ein einfaches Leben in Mexiko City, als ein hochentwickelter, tödlicher neuer Terminator – ein Rev-9 (Gabriel Luna) – zurück durch die Zeit reist, um sie aufzuspüren und zu töten. Danis Leben liegt nun in den Händen von zwei Kämpferinnen, mit denen sie sich verbündet: Grace (Mackenzie Davis), eine weiterentwickelte Super-Soldatin aus der Zukunft, und die kampferprobte Sarah Connor (Linda Hamilton). Als der Rev-9 auf der Jagd nach Dani alles und jeden vernichtet, der ihm in die Quere kommt, werden die drei Frauen zu einem T-800 (Arnold Schwarzenegger) aus Sarahs Vergangenheit geführt, der ihre letzte Hoffnung sein könnte.“

Dem kann noch hinzugefügt werden, dass die in der Gegenwart spielende Geschichte innerhalb von 36 Stunden spielt und unsere Heldinnen erst mühsam über die schwer bewachte Grenze in die USA müssen, wo sie den friedlich im Wald lebenden T-800 treffen.

Die Story selbst ist letztendlich ein kaum kaschiertes Remake von „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ mit einigen Bildern aus dem ersten „Terminator“-Film. Neu ist nur der Handlungsort, zuerst Mexiko, später Texas, und die stärkere Rolle der Frauen.

Die Action ist immer ein etwas zu hektisch geschnittenes CGI-Gewitter. Mehr über sie zu sagen, würde dann schon wichtige Teile der Handlung verraten. Der Humor ist teils beabsichtigt (den ersten richtigen Lacher gab es, als Arnold Schwarzenegger mit ausdrucksloser Stimme sagt, er habe viel Humor), teils unbeabsichtigt (wenn es die „Superheldenlandung“ [Deadpool] gibt) und teils peinlich. Das gilt für jeden von Linda Hamilton mit heiligem Ernst gesprochenem Harter-Mann-Satz. Das sind Sätze, die schon in den Achtzigern bei den muskelbepackten Actionhelden idiotisch waren. Inzwischen taugen sie noch nicht einmal zur Selbstparodie. Wobei sie in „Terminator: Dark Fate“ teilweise ein Selbstzitat sind.

Aber im Gegensatz zu den ersten beiden „Terminator“-Filmen beeindruckt hier nichts nachhaltig und nichts überrascht.

Der Actionthriller ist letztendlich weder gut, noch schlecht, sondern einfach nur belangloser Fanservice, der keine Trilogie abschließt (das hat „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ besser getan), sondern nur das „Terminator“-Franchise in die nächsten Filme bringen soll. Das gelingt ihm, indem er noch einmal die bekannte Geschichte erzählt.

Terminator: Dark Fate (Terminator: Dark Fate, USA 2019)

Regie: Tim Miller

Drehbuch: David Goyer, Justin Rhodes, Billy Ray (nach einer Geschichte von James Cameron, Charles Eglee, Josh Friedman, David Goyer und Justin Rhodes)

mit Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Mackenzie Davis, Natalia Reyes, Gabriel Luna, Diego Boneta, Edward Furlong

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Terminator: Dark Fate“

Metacritic über „Terminator: Dark Fate“

Rotten Tomatoes über „Terminator: Dark Fate“

Wikipedia über „Terminator: Dark Fate“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters Filmroman „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Meine Besprechung von Alan Taylors „Terminator: Genisys“ (Terminator: Genisys, USA 2015)

Meine Besprechung von Tim Millers „Deadpool“ (Deadpool, USA 2016)


Einige Werbeclips mit Spoilern, Filmschnipsel und Statements von den Schauspielern, Tim Miller und James Cameron

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Gemini Man“ – Will Smith trifft sein jüngeres Ebenbild

Oktober 3, 2019

Seit der ersten Idee für den Film bis zum Film vergingen über zwanzig Jahre, weil die Tricktechnik damals noch nicht weit genug war. Jetzt können wir gleichzeitig einen alten und einen fast dreißig Jahre jüngeren Will Smith sehen, ohne dass der Jüngere vollkommen unnatürlich aussieht.

Die Story entwickelte sich allerdings nicht weiter. Henry Brogan (Will Smith) ist ein 51-jähriger Profikiller für einen US-Geheimdienst, der scheinbar unmögliche Morde begeht. Zum Beispiel erschießt der Scharfschütze bei seinem 72. Auftragsmord aus großer Entfernung einen in einem schnell fahrendem Zug sitzenden Passagier. Nach diesem Mord will er sich zur Ruhe setzen. Denn wenn er nur einen kleinen Fehler gemacht hätte, hätte ein Kind sterben können.

Da erfährt er durch einen Freund, dass sein letztes Opfer kein gefährlicher Bio-Terrorist, sondern ein harmloser Wissenschaftler war. Er will jetzt herausfinden, warum er von seinen Vorgesetzten belogen wurde.

Zur gleichen Zeit setzen seine Vorgesetzten einen Killer auf ihn an. Und dieser Killer ist – Überraschung! – sein dreiundzwanzigjähriges Ebenbild.

Während die nun folgende Hatz überraschungsfrei innerhalb der bekannten Genrekonventionen über den halben Globus geht, kann man die Bildqualität bewundern. Ang Lee drehte seinen neuen Film „Gemini Man“ wie seinen vorherigen Film „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ in 3D mit 120 Bildern pro Sekunde. Üblich sind 24 Bilder pro Sekunde. In den Kinos läuft der Film mit 60 Bilder pro Sekunde als HFR 3D („High Frame Rate 3D“, bzw. „3D+“).

Das Bild ist atemberaubend scharf und klar. Sogar bei den Nachtaufnahmen ist alles zu erkennen. Letztendlich sehen die Nachtaufnahmen, die immer an besonders helle Vollmondnächte erinnern, wie alte Day-for-Night-Aufnahmen aus. Und das sieht dann halt oft auch etwas unnatürlich aus.

Gleichzeitig hat man als Zuschauer genug Zeit, über die verschiedenen Plotlöcher, Unwahrscheinlichkeiten und Implausibilitäten nachzudenken. So soll der Mord an einem geachtetem Wissenschaftler, der in Belgien in einem fahrenden Zug aus großer Entfernung erschossen werden, nicht für weltweite Schlagzeilen gesorgt haben? So soll ein Profikiller plötzlich sein Gewissen entdecken? Als habe er in den vergangenen Jahren immer nur sehr, sehr böse Menschen getötet. Um nur zwei zu nennen.

Sowieso ist der Plot nur eine Wiederholung altbekannter Action-Politthrillertopoi, die hier lieblos globetrottend abgehandelt werden.

Die Actionszenen sind erschreckend langweilig inszeniert. Fast so als seien sie eine lästige Pflichtübung, die man halt erledigen muss, während man an etwas vollkommen anderem interessiert ist. Nur an was bleibt in „Gemini Man“ unklar. Denn die Verschwörung, also die Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten und privaten Firmen, wie hier der Gemini-Firma, was deren Ziele sind und warum sie Brogan umbringen wollen, ist unklar gezeichnet.

Die für die Filmgeschichte zentrale Idee, dass Klone sich in jeder Beziehung exakt gleichen, die exakt gleichen Fähigkeiten haben und das exakt gleiche tun, wirkt heute nicht mehr überzeugend. Als Darren Lemke 1997 die Story verkaufte, war er sicher von den Meldungen über das erfolgreiche Klonexperiment an dem Hausschaf Dolly und den damit zusammenhängenden Ängste und Hoffnungen beeinflusst. Damals dachte man, dass ein Klon in jeder Beziehung eine hundertprozentige Kopie sei. Heute weiß man, dass das so nicht stimmt. Unterschiede in der Zellteilung, Erziehung und dem Umfeld spielen, wie bei Zwillingen, auch eine Rolle.

Und dass eine Privatfirma für das Militär/Geheimdienst einen (oder mehrere) Kampfklone entwickelt, ist denkbar unglaubwürdig, wenn sie gleichzeitig etwas in Richtung ‚Universal Soldier‘ oder ‚Robocop‘ oder Drohnen und explodierender Smartphones entwickeln können. Wobei sie das, siehe den Kampf am Ende des Films, auch in Teilen getan haben.

Bei der Darstellung der Verbindung zwischen militärischer Macht und privaten Firmen, dem Militärisch-industriellem Komplex, und den daraus folgenden Gefahren für die Gesellschaft war zuletzt, um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen, „Angel has fallen“ deutlich weiter. Und das ist ein B-Actionfilm, der nicht mehr sein will, während „Gemini Man“ immer behauptet, mehr zu sein als ein 08/15-Actionfilm, der ohne Ang Lee und Will Smith sofort auf DVD veröffentlicht worden wäre.

Am Ende von „Gemini Man“ bleibt eine Frage: Was hat Ang Lee an dieser lahmen Geschichte interessiert?

Gemini Man (Gemini Man, USA 2019)

Regie: Ang Lee

Drehbuch: David Benioff, Billy Ray, Darren Lemke

mit Will Smith, Mary Elizabeth Winstead, Clive Owen, Benedict Wong, Douglas Hodge, Ralph Brown, Linda Emond

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Gemini Man“

Metacritic über „Gemini Man“

Rotten Tomatoes über „Gemini Man“

Wikipedia über „Gemini Man“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ang Lees „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ (Billy Lynn’s long Halftime Walk, USA/Volksrepublik China/Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 22. Juni: Captain Phillips

Juni 22, 2019

RTL II, 20.15

Captain Phillips (Captain Phillips, USA 2013)

Regie: Paul Greengrass

Drehbuch: Billy Ray

Vorlage: Captain Richard Phillips/Stephan Talty: A Captain’s Duty: Somali Pirates, Navy SEALS, and Dangerous Days at Sea, 2010 (Höllentage auf See – In den Händen von somalischen Piraten – gerettet von Navy Seals)

Am 8. April 2009 entern somalische Piraten die „Maersk Alabama“ und schnell beginnt ein Psychoduell zwischen Captain Richard Phillips und Muse, dem Anführer der Piraten.

Spannendes, auf Tatsachen basierendes Geiseldrama, das auch die Seite der Piraten zeigt.

mit Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Abdi, Barkhad Abdirahman, Faysal Ahmed, Mahat M. Ali, Michael Chernus, David Warshofsky, Corey Johnson, Max Martini

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Captain Phillips“

Metacritic über „Captain Phillips“

Rotten Tomatoes über „Captain Phillips“

Wikipedia über „Captain Phllips“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Captain Phillips“

Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)


TV-Tipp für den 11. Mai: State of Play – Stand der Dinge

Mai 10, 2019

Servus TV, 20.15

State of Play – Der Stand der Dinge (State of Play, USA/Großbritannien 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Wiederholung: Sonntag, 12. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Meine Besprechung von David Yates‘ TV-Serie „State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003, nach einem Buch von Paul Abbott)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Operation: Overlord“: tapfere US-Soldaten, ein verrückter Nazi-Wissenschaflter und ganz viele Nazi-Zombiesoldaten

November 9, 2018

Zweiter Weltkrieg, wenige Stunden vor dem D-Day: eine Einheit von US-Soldaten soll in einem französischen Dorf eine in einer Festung liegende Funkanlage zerstören. Dieser schon schwierige Auftrag wird zu einer Selbstmordmission, als sie feststellen, dass die Nazis in der Festung mit Menschen experimentieren. SS-Offizier Wafner will unzerstörbare, hemmungslose und kampfgierigie Soldaten für das tausendjährige Reich züchten.

Die tapferen US-Soldaten beschließen, obwohl sie zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen sind, ihren Auftrag etwas zu erweitern. Zusammen mit einer Dorfbewohnerin stürmen sie die Festung.

Und weil die Besetzung aus unbekannten Schauspielern besteht, ist auch etwas unklar, wer das Schlachtfest mit viel Blut, Gore und Splatter überlebt.

Es ist allerdings auch ein Schlachtfest, das nur aus diesen Oberflächenreizen besteht. Jedenfalls in der zweiten Hälfte, wenn aus dem Kriegsfilm ein Horrorfilm wird. Bis dahin nimmt sich Regisseur Julius Avery („Son of a Gun“) viel Zeit, die Charaktere vorzustellen. Aber über sattsam bekannte Klischees kommen sie nicht heraus. Das gilt für die Soldaten, die Dorfbevölkerung (die eigentlich nur aus einer Französin, ihrem Sohn und ihrer röchelnden Mutter besteht), die Nazi-Soldaten und Wafner, der seinen großen Auftritt erst später hat. Durch einen Selbstversuch mutiert er endgültig zum Mad Scientist.

Letztendlich ist „Operation: Overlord“ ein sich zu ernst nehmendes Exploitation-B-Picture, das munter in Kriegsfilmklischees und Klischees über böse Nazis badet und die Idee der von den Nazis durchgeführten Menschenexperimente munter zu einer Zombie-Armee weiterspinnt. Das ist dann ziemlich blutig, aber auch ziemlich sinnfrei.

Operation: Overlord (Overlord, USA 2018)

Regie: Julius Avery

Drehbuch: Billy Ray, Mark L. Smith (nach einer Geschichte von Billy Ray)

mit Jovan Adepo, Wyatt Russell, Pilou Asbaek, Mathilde Ollivier, John Magaro, Iain de Caestrecker, Dominic Applewhite

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

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Moviepilot über „Operation: Overlord“

Metacritic über „Operation: Overlord“

Rotten Tomatoes über „Operation: Overlord“

Wikipedia über „Operation: Overlord


TV-Tipp für den 27. Januar: State of Play – Der Stand der Dinge

Januar 27, 2018

ZDFneo, 21.45

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 17. Juni: State of Play – Der Stand der Dinge

Juni 17, 2017

ZDF, 23.30

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


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