TV-Tipp für den 31. März: Friedhof der Kuscheltiere

März 31, 2019

Weil die Neuverfilmung am Donnerstag in unseren Kinos startet

RTL II, 22.30

Friedhof der Kuscheltiere (Pet Sematary, USA 1989)

Regie: Mary Lambert

Drehbuch: Stephen King

LV: Stephen King: Pet Sematary, 1983 (Friedhof der Kuscheltiere)

Zuerst vergräbt der Familienvater die tote Hauskatze auf einer indianischen Grabstätte. Sie kehrt lebendig, aber leicht verändert zurück. Danach vergräbt er seinen bei einem Autounfall verstorbenen Sohn.

An der Kinokasse erfolgreicher Horrorfilm, der inzwischen allgemein zu den besten King-Verfilmungen gezählt wird.

Zwei Jahre später drehte Lambert eine ziemlich überflüssige Fortsetzung.

Zeitgenössische Kritiker waren vom „Friedhof der Kuscheltiere“ nicht so begeistert: „Grelle Effekte und schockende Grausamkeiten, statt psychologisch stimmigen Schreckens.“ (Fischer Film Almanach 1990) „enttäuschend, weil sie nach der behäbig-sorgfältige gestalteten Exposition den eher sanften Schrecken der Vorlage mit den genre-üblichen grellen Effekten überzeichnet.“ (Lexikon des internationalen Films) „ein weiterer Beweis dafür, dass die Verfilmungen der King-Romane immer ein ganzes Stück der Qualität des literarischen Originals hinterherhinken.“ (

mit Dale Midkiff, Fred Gwynne, Denise Crosby, Brad Greenquist, Michael Lombard, Stephen King

Wiederholung: Montag, 1. April, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Friedhof der Kuscheltiere

Rotten Tomatoes über „Friedhof der Kuscheltiere“

Wikipedia über „Friedhof der Kuscheltiere“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Die Vorlage

Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere

(übersetzt von Christel Wiemken)

Heyne, 2019 (Filmausgabe)

608 Seiten

10,99 Euro

Die sehenswerte Neuverfilmung, ab Donnerstag im Kino

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Neu im Kino/Filmkritik: „Annabelle 2“ erzählt wie alles begann; – naja, fast

August 24, 2017

Vor einer Woche überschritten mit „Annabelle 2“ die Filme des „The Conjuring“-Cinematic-Universe die Schwelle von einer Milliarde Dollar weltweitem Einspiel. Dieser Erfolg war vor vier Jahren, als James Wans angenehm altmodischer Horrorfilm „The Conjuring“ in den Kinos anlief, nicht absehbar. Am Ende des Films zeigte Wan, eingesperrt in einer Glasvitrine im Keller des Hauses der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren, erstmals die besonders böse Puppe Annabelle. In „Annabelle“ wurde dann ein Teil ihrer Geschichte erzählt. In „Annabelle 2“ (bzw. im Original „Annabelle: Creation“) geht es noch weiter zurück in die Vergangenheit der Puppe und das Prequel ist deutlicher gelungener als „Annabelle“.

Annabelle wurde in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von dem Puppenmacher Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) in Handarbeit hergestellt. Er lebt glücklich mit seiner Frau Esther (Miranda Otto) und ihrer Tochter Bee in einem einsam gelegenem Farmhaus. Durch einen tragischen Unfall stirbt ihre Tochter und, nun, sagen wir es mal etwas pathetisch, die Freude zieht aus ihrem Haus aus.

Zwölf Jahre später laden sie, auf Bestreben von Samuels zurückgezogen in ihrem Schlafzimmer vor sich hin dämmernder Frau, sechs Waisenmädchen ein. Die Mädchen sollen fortan, beaufsichtigt von Schwester Charlotte (Stepanie Sigman), in dem Haus leben und eine glückliche Jugend haben.

Aber schnell geschehen seltsame Dinge und Janice (Talitha Bateman) entdeckt in Bees Kinderzimmer, eingesperrt in einem Wandschrank, Annabelle, die unbedingt ihr Kabuff verlassen will.

Wie die vorherigen Filme aus dem „Conjuring“-Universum ist auch „Annabelle 2“ unblutig, liebevoll ausgestattet, altmodisch inszeniert und gut gemacht. Jedenfalls wenn man Geisterhorrorfilme mag und sich nicht daran stört, den x-ten Aufguss einer vertrauten Geschichte zu sehen, in dem pubertierende Mädchen gegen angsteinflößende Geister kämpfen müssen. „Lights out“-Regisseur David F. Sandberg lässt hier, abgesehen von episch eingestreuten christlichen Kreuzen, weitgehend jeden Subtext weg. Er konzentriert sich auf die edel gestalteten Thrills und, weil er, wenn der oder die Geister auftauchen, bei jedem einzelnen Mädchen bleibt, bis die Gefahr vorüber ist, kann man in diesen Momenten mühelos ihre Angst mitfühlen. Die Mädchen, bis auf Janice und ihre Freundin Linda (Lulu Wilson), bleiben dabei zwar austauschbar, aber immerhin fühlt man in diesen Momenten mit ihnen. Für das Zielpublikum – in den USA war das Publikum bis jetzt überwiegend weiblich und fast die Hälfte unter 25 Jahren – ist das wahrscheinlich genau die richtige Art Film.

Für ältere Horrorfilmfans ist „Annabelle 2“ nur ein Horrorfilm, der eine vertraute Geschichte mit den vertrauten Effekten erzählt. Das ist, wie gesagt, gut gemacht, aber wenn gegen Ende Bees Eltern uns erzählen, was zwischen dem tragischen Autounfall, bei dem ihre Tochter starb und der Einladung der Waisenmädchen geschah und warum Annabelle eingesperrt wurde, dann wünscht man sich, dass die Macher genau diese Geschichte erzählt hätten. Eine solche Geschichte über den Verlust eines über alles geliebten Kindes und den Versuch damit klarzukommen im Rahmen eines Genrefilms wäre natürlich eher eine Geschichte für ein älteres Publikum. Aber es wäre auch eine Geschichte abseits der in jeder Beziehung sicheren Bahnen einer Geschichte über Mädchen, die von einem Dämon gejagt werde, geworden.

Bei „Annebelle 2“ gingen die Macher dagegen auf Nummer sicher und erzählen uns eigentlich schon mehr über Annabelle, als wir wissen wollten.

Ein dritter „The Conjuring“-Film und zwei weitere Spinoffs, „The Nun“ und „The Crooked Man“ sind bereits geplant.

Annabelle 2 (Annabelle: Creation, USA 2017)

Regie: David F. Sandberg

Drehbuch: Gary Dauberman

mit Anthony LaPaglia, Samara Lee, Miranda Otto, Brad Greenquist, Lulu Wilson, Talitha Bateman, Stephanie Sigman, Mark Bramhall, Grace Fulton, Philippa Coulthard, Tayler Buck, Lou Lou Safran, Joseph Bishara, Alicia Vela-Bailey

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Annabelle 2“

Metacritic über „Annabelle 2“

Rotten Tomatoes über „Annabelle 2“

Wikipedia über „Annabelle 2“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Annabelle 2“

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von John R. Leonettis „Annabelle“ (Annabelle, USA 2014)

Meine Besprechung von David F. Sandbergs „Lights out“ (Lights out,USA 2016)


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