Batman trifft den Joker, „Der Mann, der lacht“

Oktober 16, 2019

Während im Kino gerade eine Herkunftsgeschichte des Jokers erzählt wird, ist Noir-Comicautor Ed Brubaker schon einen Schritt weiter. In „Der Mann, der lacht“ erzählt er vom ersten Aufeinandertreffen zwischen dem Joker und Batman.

Diese im Original bereits 2005 erschienene Geschichte ist jetzt, zusammen mit „Ganz aus Holz“, neu aufgelegt worden.

In „Der Mann, der lacht“, geschrieben von Brubaker, gezeichnet von Doug Mahnke, betritt der Joker erstmals die mit skurrilen Bösewichtern gut gefüllte Verbrechensbühne von Gotham City. Als erstes droht er, Henry Claridge um Mitternacht zu töten. So geschieht es.

Danach kündigt der Joker weitere Morde an und er befreit sechzehn im Williams Medical Center für geisteskranke Straftäter inhaftierte Mörder. Gemeinsam marodieren und morden sie durch die Stadt, während Batman versucht, den Joker zu stellen.

In „Ganz aus Holz“, ebenfalls geschrieben von Brubaker, gezeichnet von Patrick Zircher, wird am Sockel des historischen Green-Lantern-Heldendenkmals eine Leiche gefunden. Auf ihren nackten Oberkörper hat der Täter den rätselhaften Spruch „Ganz aus Holz“ geschrieben.

Alan Scott, die erste, inzwischen in New York lebende Green Lantern, deutet den Spruch als Hinweis auf seine Achillesferse. Er verfügt über kosmische Kräfte, kann aber mit Holz verwundet werden. Er reist nach Gotham City und, gemeinsam mit Batman, sucht er den Täter.

Außerdem ist der inzwischen pensionierte Commissioner Jim Gordon, der die Leiche bei einem Spaziergang entdeckte und sich ebenfalls umhört, spurlos verschwunden.

Beide „Batman“-Geschichten liefern das, was man von Ed Brubaker erwartet. Es sind spannende Noir-Geschichten, die sich hier nahtlos in den letztendlich sehr flexiblen Batman-Kosmos einfügen.

Ed Brubaker/Doug Mahnke: Batman/Joker: Der Mann, der lacht

(übersetzt von Ralph Kruhm)

Panini, 2019

144 Seiten

16,99 Euro

enthält

Der Mann, der lacht (Batman: The Man who laughs, DC Comics, April 2005)

Ganz aus Holz (Made of Wood, Detective Comics 784 – 786, DC Comics, September – November 2003)

Hinweise

Homepage von Ed Brubaker

Wikipedia über Ed Brubaker (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips” “Criminal 1 – Feigling” (Criminal 1: Coward, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Criminal 2 – Blutsbande” (Criminal 2: Lawless, 2007)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Criminal 3 – Grabgesang“ (Criminal 3: The Dead and the Dying, 2008)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Criminal 4 – Obsession“ (Criminal Vol. 4: Bad Night, 2009)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Criminal 5 – Sünder“ (Criminal: The Sinners, 2010)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Criminal 6 – Unschuld“ (Criminal: The Last of the Innocent, Vol. 1 – 4, 2011)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Colin Wilsons “Point Blank” (Point Blank, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 1 – Das Schaf im Wolfspelz” (Sleeper: Out in the cold, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ “Sleeper 2 – Die Schlinge zieht sich zu” (Sleeper: All false moves, 2004)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Sleeper 3 – Die Gretchenfrage“ (Sleeper 3: A crooked line, 2005)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips’ „Sleeper 4 – Das lange Erwachen“ (Sleeper 4: The long walk home, 2005)

Meine Besprechung von Ed BrubakerSean Phillips’ „Incognito 1 – Stunde der Wahrheit“ (Incognito, 2008/2009)

Meine Besprechung von Ed Brubaker (Autor)/Sean Phillips (Zeichner) „Incognito 2: Schlechter Einfluss“ (Incognito: Bad Influences, Vol. 1 – 5, 2010/2011)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Fatale: Den Tod im Nacken (Band 1)“ (Fatale # 1 – 5, 2012)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Greg Ruckas „Gotham Central: In Erfüllung der Pflicht (Band 1)“ (Gotham Central # 1 – 5, 2003)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Fatale: Hollywood Babylon (Band 2)“ (Fatale # 6 – 10, 2012)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Sean Phillips‘ „Fatale: Westlich der Hölle (Band 3)“ (Fatale # 11 – 15, 2013)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Steve Epting/Butch Guice/Mike Perkins‘ „Der Tod von Captain America (Band 2)“ (Captain America: The Burden of Dreams, Part 1 – 6 (# 31 – 36), 2007/2008)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Steve Epting/Roberte De La Torre/Luke Ross“ „Der Tod von Captain America (Band 3)“ (Captain America: The Man who bought America, Part 1 – 6 (# 37 – 42), 2008)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Greg Ruckas „Gotham Central: In Erfüllung der Pflicht (Band 1)“ (Gotham Central # 1 – 5 , 2003)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Ed Brubakers „Gotham Central: Im Fadenkreuz des Jokers (Band 3)“ (Gotham Central # 11 – 15)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Ed Brubakers „Gotham Central: Bullocks letzter Fall (Band 4)“ (Gotham Central # 16 – 22)

Ed Brubaker in der Kriminalakte

 


Batman sieht „Der schwarze Spiegel“ und „Die Pforten von Gotham“

Juli 29, 2019

2011 begann „American Vampire“-Erfinder Scott Snyder „Batman“-Geschichten zu erzählen. „Der schwarze Spiegel“ und „Die Pforten von Gotham“ hießen seine ersten beiden in sich abgeschlossenen „Batman“-Geschichten, die jetzt wieder auf Deutsch erhältlich sind.

Der schwarze Spiegel“ spielt nach den Ereignissen von „Final Crisis“. Batman wird für tot gehalten. Dick Grayson, Batmans originaler Sidekick Robin, lebt jetzt in Bruce Waynes riesigem Anwesen und beschützt als Batman die in Gotham lebenden Menschen. Waynes Sohn Damian ist jetzt Robin und Tim Drake, der zu einer anderen Zeit Robin war, ist jetzt Red Robin – und alle, die nicht ständig „Batman“-Heft lesen, dürften jetzt etwas verwirrt sein. Dabei ist der wichtigste Unterschied zwischen Bruce Wayne, dem originalen Batman, und Dick Grayson, dem neuen Batman, dass ihre Motivation für die Verbrechensbekämpfung unterschiedlich ist. Wayne wurde, nachdem er als Kind den Mord an seinen Eltern beobachtete, zu einer von Hass getriebenen Person. Er will das Verbrechen vernichten. Je nachdem, wer gerade Batman-Geschichten erzählt, wird deutlich, wie sehr sich sein fanatischer und auch paranoider Rachefeldzug von einem normalen, zur Not auch mit harten Bandagen geführtem Kampf für Gerechtigkeit unterscheidet.

Das will der ehemalige Zirkusartist Grayson, der in der zehn Hefte umspannenden Saga „Der schwarze Spiegel“ die Maske von Batman überstreift. Er will die Menschen von Gotham zu beschützen ohne zu einem Fanatiker zu werden.

Sein erster, zunächst unbekannter Gegner hat einem Zwölfjährigem ein gefährliches Mutagen verabreicht, das das Opfer zuerst aggressiv macht und schnell zu seinem Tod führt. Das Mutagen befand sich vorher anscheinend in den Händen des „Dealers“. In dem von ihm geleitetem „Spiegelhaus“ verkauft er bei illegalen Auktionen Dinge, die vorher Gothams bekanntesten Schurken gehörten. Batman schleicht sich maskiert in die nächste Auktion.

Mit dem Auftauchen von James Gordon Jr., dem verbrecherischen und psychopathischen Sohn von Commissioner Jim Gordon, rückt die Familie Gordon in den Mittelpunkt. Ihre Geschichte und wie Commissioner Gordon und seine Tochter mit dem Auftauchen von James Gordon umgehen, wird zu einem heftübergreifendem Subplot, während Batman gegen verschiedene Gegner kämpft und manchmal fast aus der Geschichte verschwindet. Erst am Ende fügen Autor Scott Snyder und die Zeichner Jock („The Losers“) und Francesco Francavilla Batmans Kampf gegen verschiedene Bösewichter und die Geschichte von Commissioner Gordon und seinen Kindern zusammen.

In „Die Pforten der Gotham“ muss Batman Bruce Wayne sich mit seiner Familiengeschichte und der damit verbundenen Geschichte der Großstadt Gotham auseinandersetzen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts errichteten die damals einflussreichen Familien Wayne, Kane, Cobblepot und Elliot (deren Nachkommen nicht alle Kämpfer für die Gerechtigkeit sind) mehrere für die Entwicklung von Gotham City wichtige Brücken. Es sind die titelgebenden Pforten von Gotham. Ihre Errichtung forderte viele Opfer. Nicht nur bei den Arbeitern.

Jetzt gibt es Anschläge auf diese Brücken und der Täter scheint es wegen damaliger Ereignisse auf die Erbauerfamilien abgesehen zu haben.

Die Pforten von Gotham“ ist eine in sich abgeschlossene Miniserie, die zwei Zeitebenen miteinander verbindet und viele bekannte „Batman“-Charaktere auftreten. Dabei wirft der in der Vergangenheit spielende Erzählstrang auch einen Blick auf den damals ungezähmten Kapitalismus.

Scott Snyder/Jock/Francesco Francavilla: Batman: Der schwarze Spiegel

(übersetzt von Steve Kups und Jürgen Zahn)

Panini, 2019

300 Seiten

29 Euro

enthält

Detective Comics # 871 – 881

DC Comics, 2011

Scott Snyder/Kyle Higgins/Trvor McCarthy: Batman: Die Pforten von Gotham

(übersetzt von Steve Kups und Jürgen Zahn)

Panini, 2019

156 Seiten

15,99 Euro

enthält

Batman: Gates of Gotham # 1 – 5

DC Comics, 2011 (Sammelband 2012)

Hinweise

Wikipedia über Scott Snyder (deutsch, englisch) und Batman (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos “American Vampire – Band 2″ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs “American Vampire – Band 3″ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Sean Murphys “American Vampire – Das Überleben des Stärkeren, Band 4″ (American Vampire: The Survival of the Fittest, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Jahr Null – Die geheime Stadt (Band 4)“ (Zero Year – Secret City: Part 1 – 3; Zero Year – Dark City: Part 1 (Batman # 21 – 24), August – Dezember 2013)

Meine Besprechung von Scott Snyder/JamesTynion IV/Greg Capllo/Andy Clarkes „Batman: Jahr Null – Die dunkle Stadt (Band 5)“ (Batman # 25 – # 33, 2014)


Alte und neue Batman-Geschichten von Brian Azzarello

Juli 24, 2019

Mit der überragenden und auch überragend langen Noir-Crime-Serie „100 Bullets“ entwarfen Autor Brian Azzarello und Zeichner Eduardo Risso zwischen 1999 und 2009 in hundert Heften eine alternative und sehr verwickelte Geschichte der USA. In ihren Batman-Geschichten, die jetzt vollständig in dem Sammelband „Kaputte Stadt und weitere Geschichten“ vorliegen und wenigstens teilweise schon auf Deutsch veröffentlicht wurden, zeigen sie, dass ihre düstere „100 Bullets“-Weltsicht gut in den Batman-Kosmos passt. Aber das hatte spätestens seitdem „Sin City“-Erfinder Frank Miller Batman-Geschichten schrieb, niemand mehr bezweifelt.

In „Kaputte Stadt und weitere Geschichten“ sind die beiden langen Geschichten „Kaputte Stadt“ (sechs Hefte) und „Ritter der Rache“ (drei Hefte) und zwei kurze Geschichten enthalten.

In „Kaputte Stadt“ sucht ‚Batman‘ Bruce Wayne den Mörder von Elizabeth, der jungen Schwester des halbseidenen Autohändlers Angel Lupos. Er glaubt, dass „Killer Croc“ Waylon Jones das Mädchen in Lupos‘ Auftrag ermordete. In dieser Geschichte wird Batman, kurz nach 9/11, zu einem humorlosen Folterer, der Beweise nach eigenem Gutdünken verwendet.

Die „Flashpoint“-Crossover-Story „Ritter der Rache“ spielt in einer Parallelwelt, in der in der dunklen Gasse in Gotham City nicht die Eltern von Bruce Wayne, sondern Bruce Wayne starb. Danach wurde Bruces Vater zu Batman, der auch in dieser Welt gegen den Joker kämpfen muss. Wenn es denn der Joker ist.

Azzarello und Risso erzählen in „Kaputte Stadt und weitere Geschichten“ düstere Noir-Geschichten, in denen Batman kein Strahlemann ist.

Batman: Damned“ ist Brian Azzarellos neueste Batman-Geschichte. Gezeichnet wird sie von Lee Bermejo. Mit ihm arbeitete er bereits bei „Batman/Deathblow“, Batman: Joker“, „Lex Luthor: Mann aus Stahl“ und „Before Watchmen: Rorschach“ zusammen.

Ihre neueste Zusammenarbeit ist der Start der neuen Reihe „DC Black Label“. Die Geschichten spielen außerhalb der bekannten Batman-Chronologie und es sollen explizit erwachsene Geschichten erzählen werden. Das tun Azzarello und Bermejo. Für einen Einstieg in den Batman-Kosmos eignet sich Azzarello/Bermejos Batman-Geschichte allerdings nur bedingt. Denn ohne wenigstens rudimentäre Kenntnisse der Welt von Batman ist sie verwirrend und undurchschaubar.

In „Damned“ trifft Batman Bruce Wayne auf Hellblazer John Constantine, der die Geschichte erzählt und der von sich behauptet, der unzuverlässigste Erzähler von allen zu sein. Nachdem Batman bei einem Kampf mit verletzt wird, kann er kurz vor seiner Enttarnung aus einem Krankenwagen fliehen. Später erfährt er aus den Nachrichten, dass sein Erzfeind, der Joker, tot ist. Er möchte herausfinden, ob er ihn getötet hat.

Aber „Batman: Damned“ ist keine einfach nacherzählbare Ermittlergeschichte, sondern ein Fiebertraum, in dem er auf alte Gegner und Dämonen trifft. Lee Bermejos wild über die Seiten angeordneten Zeichnungen visualisieren sofort, wie sehr Wayne die Kontrolle über die Ereignisse und Gotham verliert. Aber John Constantine ist da.

Damned“ ist ein in sich abgeschlossenes auf drei Bücher aufgeteiltes Batman-Abenteuer. Die ersten beiden großformatigen Bände liegen inzwischen auf Deutsch vor. Der dritte und die Miniserie abschließende Band ist für den 3. Dezember angekündigt.

Demnächst: Meine Besprechung von Brian Azzarello und Eduardo Rissos neuester Zusammenarbeit: der während der Prohibition in den Appalachen spielenden Krimiserie „Moonshine“.

Brian Azzarello/Eduardo Risso: Batman: Kaputte Stadt und weitere Abenteuer

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2019

260 Seiten

26 Euro

enthält

Batman: Gotham Knights #8, 2000

Batman # 620 – 625, 2003/2004

Flashpoint: Batman – Knight of Vengeance # 1 – 3, 2011

Wednesday Comics # 1 – 12, 2009

Brian Azzarello/Lee Bermejo: Batman: Damned – Band 1

(übersetzt von Josef Rother)

Panini, 2019

60 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Batman: Damned # 1

DC Black Label, 2018

Brian Azzarello/Lee Bermejo: Batman: Damned – Band 2

(übersetzt von Josef Rother)

Panini, 2019

60 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Batman: Damned # 2

DC Black Label, 2018

Hinweise

DC Comics über Batman

Wikipedia über Batman (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Before Watchmen: Rorschach“ (Before Watchmen: Rorschach – Damntown (Part One – Four), 2012/2013)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Matteo Casalis „Batman: Europa (Batman: Europa, 2016)

Meine Besprechung von Frank Miller/Brian Azzarello/Andy Kubert/Klaus Janson/Brad Anderson/Alex Sinclairs „Batman – Die Übermenschen“ (Dark Knight III: The Master Race # 1 – 9, 2018 )


„Das erste Jahr“, „Die Übermenschen“ – alte und neue Batman-Geschichten von Frank Miller

September 12, 2018

Früher war Frank Miller einer der Neuerer in der Comic-Welt. Er schrieb und zeichnete sich durch die verschiedenen Superheldencomics. Legendär sind seine Batman-Neuinterpretation „Die Rückkehr des dunklen Ritters“, „300“ und selbstverständlich „Sin City“.

In den letzten Jahre fiel er vor allem durch, höflich formuliert, sehr grenzwertige Formulierungen auf. Seine Comics spiegelten diese reaktionären, islamophoben und auch verschwörungstheoretischen Verirrungen in Geschichten, die arm an Dialog waren und deren Bildsprache die Ideologie spiegelten. Wobei einige seiner problematischen Ansichten auch zur Noir-Ursuppe gehören und daher auch zur Ursuppe von Batman und „Sin City“. Aber in dem Kontext haben sie eine andere Bedeutung, wie ein Blick auf seinen jetzt wieder veröffentlichten frühen Batman-Comic „Das erste Jahr“ und seinen neuesten Batman-Comic „Die Übermenschen“ (auch „Dark Knight III“), geschrieben mit „100 Bullets“ Brian Azzarello, zeigt.

Das erste Jahr“ erschien 1987, ein Jahr nach Frank Millers stilbildendem „Batman: Die Rückkehr des dunklen Ritters“. In der vierteiligen Geschichte schildert Miller die Anfänge von Bruce Wayne als Batman. Wayne kehrt nach einer jahrelangen Abwesenheit in seinen Geburtsort zurück und sich fragt, was er mit seinem künftigem Leben anstellen soll.

Die Geschichte ist eher eine Zusammenstellung mehrere unabhängiger Kurzgeschichten über Verbrechen in Gotham City, die lose miteinander verknüpft sind durch zwei durchgehende Geschichten. Einmal geht es darum, wie Batman Batman wird und einmal, wie ‚Batman‘ Bruce Wayne und Lieutenant James Gordon Vertrauen zueinander fassen. David Mazzucchelli zeichnete Millers Geschichte in einem heute doch sehr altmodischen Stil. Das erinnert alles an die später entstandenen von Ed Brubaker und Greg Rucka geschriebene Serie „Gotham Central“.

Die Übermenschen“ ist mit 376 Seiten deutlich umfangreicher und liegt im Trend der neuen Miller-Werke, in denen die Bilder eindeutig über den Text dominieren. Und während „Das erste Jahr“ Geschichten aus Gotham City erzählte, die sich zwischen der Polizei und Batman abspielen, wird in „Die Übermenschen“ gleich der ganze DC-Kosmos ins Bild gebracht. Neben der Hauptgeschichte gibt es in dem Sammelband auch die dazu gehörenden Minicomics mit Atom, Wonder Woman, Green Lantern, Batgirl, Lara und Commissioner Yindel, die die Hauptgeschichte vertiefen.

Diese in neun Heften zwischen November 2015 und Juni 2017 erschienene Geschichte dreht sich um den Kryptonier Quar, der von der Menschheit verlangt, dass sie ihn als Gott anerkennen. Sonst werden er und seine Getreuen die Erde vernichten.

Auf der ideologischen Ebene – immerhin lässt, nach Millers letzten Werken, der Titel „Die Übermenschen“ Schlimmes befürchten – kann eine Entwarnung gegeben werden. Das kann an Co-Autor Brian Azzarello liegen. Das kann auch daran liegen, dass Miller nach eigenem Bekunden die schlimme Phase, die er vor einigen Jahren hatte, überstanden hat.

Dafür hat „Die Übermenschen“ andere Probleme. So glänzt Batman in einer Batman-Geschichte weitgehend durch Abwesenheit. Stattdessen dürften Superman, Wonder Woman, Batgirl und die Polizei von Gotham City sich mit Quar auseinandersetzen. Und die Story ist für den Umfang, den sie hat, arg gestreckt und oft kaum nachvollziehbar. Immerhin dürfen Hauptzeichner Andy Kubert, Frank Miller und Eduardo Risso (bei den Zwischenspielen) sich in oft großformatigen, teils experimentellen Panels austoben. Das sieht dann gut aus, während die erzählerische Stringenz über die Länge des Buches nicht mehr erkennbar ist.

Frank Miller/David Mazzucchelli/Richmond Lewis: Batman – Das erste Jahr

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2018

100 Seiten

9.99 Euro

Originalausgabe

Batman # 404 – 407

DC Comics, 1987

Frank Miller/Brian Azzarello/Andy Kubert/Klaus Janson/Brad Anderson/Alex Sinclair: Batman – Die Übermenschen

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2018

376 Seiten

34 Euro

Originalausgabe

Dark Knight III: The Master Race # 1 – 9

DC Comics, 2018

Hinweise

DC Comics über Batman

Wikipedia über Batman (deutsch, englisch)

Blog/Homepage von Frank Miller

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons’ “Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)” (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams’ “All-Star Batman” (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers “Holy Terror” (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Before Watchmen: Rorschach“ (Before Watchmen: Rorschach – Damntown (Part One – Four), 2012/2013)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Matteo Casalis „Batman: Europa (Batman: Europa, 2016)

 


Neu im Kino/Filmkritik: Nach dem Tod von Superman muss die „Justice League“ ran

November 16, 2017

Am Anfang von „Justice League“, dem neuen Film aus dem DC Extended Universe, ist Superman immer noch tot. ‚Batman‘ Bruce Wayne und „Wonder Woman“ Diana Prince bekämpfen weiterhin Bösewichter. Insofern läuft alles seinen gewohnten Gang. Seltsam ist nur die auch für Batman-Verhältnisse Häufung seltsamer Bösewichter, die in letzter Zeit vermehrt auftauchen. Wayne glaubt, dass sie die Vorboten einer irgendwo aus dem Weltall kommenden großen Attacke auf die Menschheit sind.

Deshalb will er ein Team talentierter Personen (also Männer) zusammenstellen. Die titelgebende „Justice League“. Am Ende besteht das Team aus Aquaman (der mit den Fischen reden kann), Flash (der unglaublich schnell ist, weniger schnell ißt und für den Humor zuständig ist), Cyborg (der im Zweifelsfall irgendwie alles kann), Wonder Woman, Batman und einem Überraschungsgast, der dann doch nicht so super überraschend ist. Sie müssen gegen Steppenwolf kämpfen, der die drei Mother Boxes zusammenfügen will. Das wäre der Untergang der Welt, wie wir sie kennen. Deshalb wurden die Mother Boxes vor Ewigkeiten, nach einer großen Schlacht, an verschiedenen Orten versteckt. Eine in der Welt von Wonder Woman, eine in der von Aquaman und eine an einem unbekannten Ort.

Das ist die mühsam über den halben Film entwickelte Prämisse, die dann schnell in dem unvermeidlichen Finale mündet, bei dem höchstens überrascht, dass nichts überrascht. Bis dahin ist der Film voller Exposition, in der zwei Charaktere, meistens bewegungslos, sich erklären, was sie gerade fühlen und dabei den Plot zum nächsten Plot Point schieben. Das ist dann ungefähr emotional so involvierend wie das Studium eines Bauplans.

Entsprechend zäh gestalten sich die zwei Filmstunden, in denen die Mitglieder der Justice League blasse Gesellen bleiben. Im Gegensatz zu den Avengers von der deutlich unterhaltsameren Marvel-Konkurrenz.

Davon abgesehen erzählt „Justice League“ die Geschichte von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ fort und baut darauf, dass man auch die DCEU-Filme „Man of Steel“ und „Wonder Woman“ (jau, der war gut) gesehen hat. Dann versteht man einige Anspielungen und Szenen besser und man weiß, warum so viele bekannte und großartige Schauspieler, wie Amy Adams, Jeremy Irons, Diane Lane und J. K. Simmons (in seinem Debüt als Commissioner Gordon), teilweise in Minirollen dabei sind.

Ben Affleck schaut als Bruce Wayne so missmutig in die Kamera, dass man förmlich hört, wie er sich die ganze Zeit fragt, was er in dem Scheiss sucht. Vielleicht weil der Ärger mit seinem Batman-Film sich während dem Dreh von „Justice League“ kontinuierlich steigerte. Der Hauptdreh für „Justice League“ war von April bis Oktober 2016. Im Frühjahr gab es, nachdem Zack Snyder im März wegen dem Suizid seiner Tochter die Arbeit niederlegte, zwei Monate Nachdrehs. Joss Whedon hatte die Regie übernommen und auch das Drehbuch überarbeitet. Es hieß auch, dass nach dem überragenden Erfolg von „Wonder Woman“ die Tonalität des Film geändert werden sollte.

Affleck, der den nächsten Batman-Film nach seinem Drehbuch inszenieren sollte, trat zwischen diesen beiden Drehs von der Regie für den geplanten Batman-Film zurück. Matt Reeves übernahm die Regie. Ihm gefiel Afflecks Drehbuch (Hey, gibt es das irgendwo im Netz?) nicht und anscheinend wird jetzt ein vollkommen neues Drehbuch geschrieben. Es gab auch Gerüchte, dass Warner überlegte, Afflecks Batman aus dem DCEU herauszuschreiben. Das alles ist bei einem Big-Budget-Film, vor allem vor Drehbeginn, nicht unbedingt ungewöhnlich, aber dass Affleck nach dem ganzen Ärger nach einem Weg aus dem Franchise sucht, ist nachvollziehbar. In aktuellen Interviews spricht er, ohne irgendetwas genaues zu sagen, über ein mögliches Ende seines Batmans. Es würde auch sein lustlos-verbissenes Spiel erklären.

Gal Gadot stahl in „Batman v Superman“ in ihren wenigen Szenen als Wonder Woman den Superhelden-Jungs mühelos die Show. In ihrem Solofilm „Wonder Woman“ war sie eine in jeder Beziehung willkommene Überraschung. In „Justice League“ wird sie hoffnungslos unter Wert verkauft.

Die anderen, ähem, Charaktere sind dann nur noch Staffage. Henry Cavill als Superman hat letztendlich nur eine Nebenrolle. Auch weil er die meiste Filmzeit tot ist. Und wenn er dann wiederbelebt wird, liefert er sich erst einmal eine Klopperei mit der Justice League, ehe er tiefsinnig über riesige Maisfelder blicken darf. Jason Momoa als Aquaman Arthur Curry und Ray Fisher als Cyborg Victor Stone sind blass. Ezra Miller als The Flash Barry Allen ist für den in Richtung des letzten Spider-Man-Films „Homecoming“ gehenden stubenreinen Pennäler-Humor zuständig. Schnell nervt dieser Humor und man wünscht sich noch langen vor dem Abspann Jesse Eisenberg zurück. In „Batman v Superman“ spielte er den bekannten Superman-Antagonisten Lex Luthor. Seine Spiel war zwar in Fankreisen umstritten, aber auch absolut bizarr und kurzweilig.

Dieses Mal ist der Bösewicht Steppenwolf, ein zweieinhalb Meter großer Krieger von der Alptraumwelt Apokolips. Viel mehr gibt es über ihn nicht zu sagen. Es ist eine CGI-Gestalt, die im Original von Ciarán Hinds gesprochen und wohl auch etwas gespielt wurde.

Und damit kommen wir zu Zack Snyder, dem Mastermind im DCEU-Filmkosmos. Wieder hat er die Regie übernommen und wieder gibt es Michael Bay für griesgrämige Comic-Nerds. Daran ändert der Wechsel des Regisseurs nichts. Whedon drückte dem Film nicht seinen Stempel auf, sondern er ergänzte in Snyders Sinn. Auch wenn man sich nach dem Erfolg von „Wonder Woman“ um eine andere Tonalität bemüht und alles bunter ist, ist der Grundton immer noch düster und schwermütig. Wie eine missglückte Pseudo-Doom-Metal-Version eines Beatles-Songs. – – Hm, im Abspann gibt es mit dem Beatles-Cover „Come together“ von Junkie XL, feat. Gary Clark Jr., so etwas ähnliches.

Die Bilder erinnern, wie man es von Zack Snyder gewohnt ist, an Comic-Panels. Das sieht unbestritten gut aus. Aber der gesamte Film sieht, abgesehen von einem kurzen „Watchmen“-Selbstzitat in den ersten Minuten, wie eine Abfolge von Panels aus. Nur ergibt eine Abfolge von Standbildern keinen Film. Das zeigt sich in den Actionszenen, die alle wenig dynamisch sind. Dialoge sind banale Schuss-Gegenschuss-Montagen, die mit einer Bräsigkeit zelebriert werden, die ihnen jedes Leben aussagen bis sie zu einem Standbild gefrieren. Da hat sogar ein Dialog in einer 08/15-TV-Serie oder einer TV-Show mehr Dynamik. Alles in „Justice League“ ist statisch. Nichts hat einen eigenständigen Rhythmus.

Das Drehbuch ist nur eine Abfolge von Plot Points, die eine niemals überraschende Geschichte erzählen. Im Gegensatz zu „Batman v Superman“ ist die Geschichte wenigstens immer nachvollziehbar und in sich schlüssig. Die Charaktere sind durchgehend eindimensional. Ihre Dialoge banal. Für keinen Schauspieler gibt es etwas, mit dem er arbeiten könnte. Sie müssen nur die Stichworte für den nächsten Plot Point geben. Entsprechend blass bleiben sie.

Wie bei Marvel gibt es im Abspann zwei Szenen, wobei die zweite die gelungenere ist. Sie teast auch den nächsten Film an, der – die Hoffnung stirbt zuletzt – besser als „Justice League“ sein könnte. Wenn sie bei DC endlich einmal Geld für ein schlüssiges, überraschendes, wendungs- und facettenreiches Drehbuch ausgeben. Bis dahin wird man diesen Langweiler, der nichts aus seinem Budget von dreihundert Millionen US-Dollar macht, vergessen haben.

Justice League (Justice League, USA 2016)

Regie: Zack Snyder, Joss Whedon (ungenannt)

Drehbuch: Chris Terrio, Joss Whedon (nach einer Geschichte von Chris Terrio und Zack Snyder)

mit Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Gal Gadot, Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fisher, Jeremy Irons, Diane Lane, Connie Nielsen, J. K. Simmons, Ciarán Hinds, Amber Heard, Joe Morton, Lisa Loven Kongsli, Ingvar Sigurdsson, David Thewlis, Sergi Constance

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Warner/DC-Facebook-Seite

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Justice League“

Metacritic über „Justice League“

Rotten Tomatoes über „Justice League“

Wikipedia über „Justice League“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Zack Snyders „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (Batman v Superman: Dawn of Justice, USA 2016)


75 Jahre Batman – und Bruce Wayne darf sich immer noch nicht ausruhen

Dezember 10, 2014

Batman Anthologie - 2

Nein, wie ein 75-jähriger sieht Bruce Wayne wirklich nicht aus. Auch körperlich ist der reiche Playboy und Wohltäter für einen so alten Mann erstaunlich fit. Aber Batman ist ja nur ein Comic-Charakter, der vor 75 Jahren sein erstes Abenteuer erlebte.
Seinen ersten Auftritt hatte der von Bob Kane erfundene Verbrechensbekämpfer als Bat-Man im Mai 1939 in „Detective Comics 27“ in der sechseitigen Geschichten „Der Fall des Chemiesyndikats“, einer typischen Kriminalgeschichte, in der ein maskierter Verbrechensbekämpfer handfest für Recht und Ordnung sorgt nachdem ein Chemiefabrikant ermordet wird und sein Sohn der Mörder sein soll. Die bekannte Ursprungsgeschichte von Batman, die Ermordung seiner Eltern in einer Gasse mit ihm als Zeugen, wurde dann erstmals im November 1939 in „Detective Comics 33“ als Zweiseiter erzählt.
Diese beiden Geschichten sind, neben achtzehn weiteren Batman-Geschichten, in der „Batman Anthologie“ enthalten, die für Neueinsteiger und langjährige Fans gleichermaßen lesenswert ist. Immerhin spannen die Herausgeber der Anthologie den Bogen von den ersten Auftritten des Helden bis in die Gegenwart mit wichtigen Geschichten, in denen teilweise legendäre Freunde und Gegner zum ersten Mal auftraten und es neue Entwicklungen und interessante Abwege im „Batman“-Kosmos gab. So schrieb „Captain Future“-Autor Edmond Hamilton 1955 eine Geschichte über einen Batman aus dem Jahr 3055, der zusammen mit dem Gegenwart-Batman gegen Bösewichter kämpft, und 1958 ließ er Batman, Robin und Superman gemeinsam gegen Bösewichter kämpfen. Außerdem zeigen die Geschichten, wie sehr sich der Comic in den vergangenen Jahrzehnten veränderte. So hat der Zeichenstil der ersten „Batman“-Geschichten nichts mehr mit dem heutigen Stil zu tun und die Geschichten wurden länger und komplexer, was die Auswahl bei den neuen Geschichten schwierig macht. Denn aus achtseitigen, nicht miteinander zusammenhängenden Geschichten wurden teilweise sich über mehrere Hefte erstreckende Geschichten und auch mal mehrere hundert Seiten lange Epen.
Zu den zwanzig Comics gibt es kurze Texte, die die Bedeutung der Geschichte und die Wandlungen bestimmter Charaktere im „Batman“-Kosmos erläutern. Die „Batman Anthologie“ vereint gelungen Information mit Entertainment mit dem Entdecken alter Geschichten, die sonst kaum erhältlich sind.
Mehr in die Gegenwart geht es mit David Laphams „Stadt der Sünde“ (City of Crime), ursprünglich erschienen 2005/2006 in Detective Comics # 800 – 814. In dieser langen Geschichte kämpft Bruce Wayne gegen „Die Körper“; – etwas, das aus Menschen willenlose Kreaturen aus Dreck und Erde macht.
Als eigenständige Geschichte überzeugt Laphams Werk nicht wirklich, weil der Gegner zu gesichtslos bleibt und die meisten Bösewichter (auch altbekannte Batman-Gegner) zu grotesk sind, während in anderen Teilen ein Noir-Porträt einer Großstadt gezeichnet wird. Ein großer Teil der Geschichte spielt Crown Point, einem Hafenarbeiterviertel, das direkt aus den vierziger Jahren zu stammen scheint.
Nach dem bislang letzten Neustart aller DC-Serien 2011 wurden und werden noch einmal die Ursprungsgeschichten von Batman, seiner Freunde und Gegner, erzählt. Natürlich mit anderen Schwerpunkten und Akzenten.
In dem Sammelband „Der Herrscher von Gotham“ übernahmen Autor John Layman und Zeichner Jason Fabok das Ruder bei den Detective Comics. In dem Comicbuch erzählen sie den Anfang der Geschichte von Ignatius Ogilvy, der rechten Hand des Pinguins, der als Kaiser Pinguin die Macht in Gotham übernehmen will und Oswald Chesterfield Cobblepot, der sich als Gangsterboss Pinguin nennt, vernichten will. Außerdem bereitet er Batman etliche Probleme.
Mit „Liebe und Wahn“ setzt Thriller-Autor Gregg Hurwitz in „Batman – The Dark Knight“ seine Batman-Geschichten fort. In „Liebe und Wahn“ wird die Ursprungsgeschichte von Jervis Tetch, dem Mad Hatter, neu erzählt. Gleichzeitig kämpft Batman in der Gegenwart gegen ihn. Denn als Chef einer Gangsterbande entführt der Mad Hatter wahllos Menschen und tötet sie, wenn sie sich nicht seinen Wünschen beugen. Auch Bruce Waynes neue Freundin Natalya Trusevich ist eines seiner Opfer.
„Der Herrscher von Gotham“ und „Liebe und Wahn“ sind willkommene Ergänzungen im Batman-Kosmos.
Ausgehend von Batmans Kampf gegen den Rat der Eulen (erzählt von Scott Snyder und Greg Capullo in den „Batman“-Sammelbänden „Der Rat der Eulen“ und „Die Stadt der Eulen“), eine seit Jahrhunderten in Gotham bestehenden Geheimloge, erzählt der hauptsächlich von Scott Snyder und James Tynion IV geschriebene vierhundertseitige „Talon“-Megaband „Der Geheimbund von Gotham“ die Geschichte von Calvin Ross, einem Talon. Der vom Rat der Eulen ausgebildete Killer kehrt nach dem Ende der Loge nach Gotham zurück und muss erfahren, dass der Rat der Eulen immer noch existiert. In dieser in Gotham spielenden Geschichte hat Batman nur eine Nebenrolle.

Batman Anthologie – 20 legendäre Geschichten über den Dunklen Ritter
(übersetzt von Michael Bregel, Jörg Fassbender, Monja Reichert)
Panini Comics, 2014
372 Seiten
29,99 Euro

Lapham - Batman - Stadt der Sünde - Hardcover - 2Lapham - Batman - Stadt der Sünde - Softcover - 2

David Lapham/Ramon Bachs/Nathan Massengill: Batman: Stadt der Sünde
(übersetzt von Steve Kups)
Panini Comics, 2014
292 Seiten
24,99 Euro

Originalausgabe/enthält
Detective Comics 800 – 814
DC Comics, Januar 2005 – Februar 2006

Layman -Batman Detective Comics - Der Herrscher von Gotham - 2

John Layman/Jason Fabok/Andy Clarke: Batman Detective Comics: Der Herrscher von Gotham (Band 3)
(übersetzt von Steve Kups)
Panini Comics, 2014
284 Seiten
19,99 Euro

Originalausgabe/enthält
Detective Comics 13 – 20
DC Comics, Dezember 2012 – Juli 2013

Hurwitz - Batman - Liebe und Wahn - 2Hurwitz - Batman - Liebe und Wahn - Hardcover - 2
Gregg Hurwitz/Ethan van Sciver/Szymon Kudranski: Batman – The Dark Knight: Liebe und Wahn (Band 3)
(übersetzt von Steve Kups)
Panini Comics, 2014
180 Seiten
14,99 Euro

Originalausgabe/enthält
Batman: The Dark Knight 16 – 21, Batman: The Dark Knight Annual 1
DC Comics, März 2013 – August 2013

Snyder - Talon - Der Geheimbund von Gotham - 2
Scott Snyder/James Tynion IV/Marguerite Bennett/Tim Seeley/Christy Marx: Talon: Der Geheimbund von Gotham
(übersetzt von Alexander Rösch)
Panini Comics, 2014
404 Seiten
30 Euro

Originalausgabe/enthält
Talon 0 – 17, Detective Comics 19 (III), Birds of Prey 21
DC Comics, November 2012 – Mai 2014

Hinweise

DC Comics über Batman

Wikipedia über Batman (deutsch, englisch)

Homepage von Gregg Hurwitz

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos “American Vampire – Band 2″ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs “American Vampire – Band 3″ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Sean Murphys “American Vampire – Das Überleben des Stärkeren, Band 4″ (American Vampire: The Survival of the Fittest, 2011)
Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams’ “All-Star Batman” (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)
Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Batman: Kaputte Stadt” (Batman: Broken City, 2003/2004)

Meine Besprechung von Gregg Hurwitz/David Finchs „Batman – The Dark Knight: Angst über Gotham (Band 2)“ (Batman: The Dark Knight # 10 – 15, August 2012 – Februar 2013)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Der Rat der Eulen (Band 1)“ (Batman # 1 – 7, November 2011 – Mai 2012)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Die Stadt der Eulen (Band 2)“ (Batman # 8 – 12, Juni 2012 – Oktober 2012)

Homepage von Chew/John Layman

Comicgate: Interview mit John Layman (5. März 2011)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss: Leichenschmaus (Band 1)“ (Chew Vol. 1: Taster’s Choice, 2009)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss: Reif für die Insel (Band 2)“ (Chew: International Flavor, 2010)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss: Eiskalt serviert (Band 3)“ (Chew Vol. 3: Just Desserts, 2010)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss!: Flambiert (Band 4)“ (Chew, Vol. 4: Flambé, 2011)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss!: Erste Liga“ (Band 5) (Chew Vol. 5: Major Legue Chew, 2012)

Meine Besprechung von John Layman/Rob Guillorys „Chew – Bulle mit Biss!: Space Kekse (Band 6)“ (Chew Vol. 6: Space Cakes, 2013)

Meine Besprechung von David Lapham (Autor)/Kyle Bakers (Zeichner) “Deadpool MAX: Lang lebe Hydra!” (Deadpool MAX 7 – 12, 2011)


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