TV-Tipp für den 15. September: Der Siebente ist dran

September 14, 2019

Tele 5, 20.15

Der Siebente ist dran (Seven Men from Now, USA 1956)

Regie: Budd Boetticher

Drehbuch: Burt Kennedy

Ex-Sheriff Ben Stride (Randolph Scott) will die sieben Männer, die seine Frau töteten, ermorden.

Erster von insgesamt sieben Western von Budd Boetticher und Randolph Scott, die allesamt unter Western-Fans und Cineasten ein hohes Ansehen genießen. Weil „Der Siebente ist dran“ schon seit Ewigkeiten nicht mehr im TV lief, ist er inzwischen fast unbekannt. Trotz des legendären Lob des legendären Kritikers André Bazin in der Cahiers du Cinema: „Meine Bewunderung für Budd Boetticher veranlasst mich nicht zu der Annahme, Budd Boetticher sei der größte Western-Regisseur – obwohl ich diese Möglichkeit nicht ausschließen will -, sondern schlicht zu der Feststellung, dass dieser Film wohl der beste Western ist, den ich seit dem Krieg gesehen habe.“

Boettichers Film ist von der gleichen Bedeutung, wie ein paar Jahre früher Becketts ‚Warten auf Godot‘ es war im Nachkriegseuropa.“ (Fritz Göttler, in Bernd Kiefer/Norbert Grob, Hrsg.: Filmgenres Western)

Boetticher drehte mit Scott Western für Erwachsene, die nur auf den ersten Blick simple Rachegeschichten sind.

mir Randolph Scott, Gail Russell, Lee Marvin, Walter Reed, John Larch

Wiederholung: Montag, 16. September, 04.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Siebente ist dran“

TCM über „Der Siebente ist dran“

Wikipedia über „Der Siebente ist dran“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Budd Boettichers „Flucht vor dem Tode“ (The Cimarron Kid, USA 1952)


DVD-Kritik: Audie Murphy ist auf der „Flucht vor dem Tode“

Mai 22, 2017

Der gerade aus der Haft entlassene „The Cimarron Kid“ Bill Doolin (Audie Murphy) will sich bessern. Auf der Zugfahrt nach Cimarron County, Oklahoma, gerät er in einen Überfall der Dalton-Bande. Weil er ein Mitglied der Bande war, glaubt der Eisenbahndetektiv, dass Doolin an dem Überfall beteiligt war.

Notgedrungen nimmt Doolin sein altes Verbrecherleben wieder auf – und Budd Boetticher liefert einen flotten Western ab, in dem bis zum Abspann etliche Banken und Züge überfallen werden und bei den zahlreichen Schusswechseln zwischen den Banditen und der Staatsgewalt etliche Menschen sterben.

Das hat nicht die psychologische Tiefe seiner später mit Randolph Scott gedrehten, inzwischen legendären sieben Western, für die Burt Kennedy öfter das Drehbuch schrieb und die auch, nach der Produktionsfirma, als „Ranown-Zyklus“ bekannt sind.

Sein erster Western „Flucht vor dem Tode“ ist dagegen ein höchst konventionelles Werk, in dem der Protagonist zwar durch widrige Umstände wieder zum Verbrecherleben gedrängt wird, während er sich nur nach einem ruhigen Leben sehnt. Auf einer Ranch in Südamerika mit einer patenten Rancherstochter, die ihm im Film immer wieder hilft. Das mündet in einer moralisch so eindeutigen Botschaft, die heute aus einem Pilcher-Film stammen könnte. Aber mehr war 1952 halt nicht möglich.

Flucht vor dem Tode“ ist ein sehr unterhaltsames, wenn auch historisch nicht sehr akkurates Werk; – was auch Budd Boetticher unumwunden zugibt und was echte Western-Fans nie störte. Die werden hier vorzüglich bedient.

Flucht vor dem Tode (The Cimarron Kid, USA 1952)

Regie: Budd Boetticher

Drehbuch: Louis Stevens

mit Audie Murphy, Beverly Tyler, John Hudson, James Best, Leif Erickson, Noah Beery jr.

Blu-ray

Koch Media (Edition Western-Legenden # 46)

Bild: 1,33:1 (43)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Booklet, Bildergalerie

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Flucht vor dem Tode“

Rotten Tomatoes über „Flucht vor dem Tode“

TCM über „Flucht vor dem Tode“

Wikipedia über „Flucht vor dem Tode“


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