Cover der Woche

August 1, 2017

Sternchenhimmel von Carl Hiaasen

Werbeanzeigen

TV-Tipp für den 12. Juni: Striptease

Juni 11, 2016

Sixx, 20.15

Striptease (USA 1996, R.: Andrew Bergman)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Carl Hiaasen: Striptease, 1993 (Striptease)

Erin Grant verdient das Geld für einen Sorgerechtsprozeß in einer Striptease-Bar. Dort verliebt sich Senator Dilbeck in sie und verteidigt sie mit einer Champagnerflasche gegen einen Verehrer. Jerry fotografiert dies und erpresst Dilbeck. Kurz darauf ist er tot und Erin sieht das Sorgerecht gefährdet.

Bis auf die Hauptrolle (Demi Moore, die auch beim Striptease nicht sonderlich erregend wirkt) gelungene Verfilmung eines satirischen Hiaasen-Buches, mit einer grandios aufspielenden Schar Nebendarsteller: Ving Rhames, Burt Reynolds, Armant Assante, Paul Guilfoyle, Robert Patrick, Rumer Willis

Wenn der Film zum Lesen des Buches (und der anderen Hiaasen-Werke!) führt, dann kann der Film gar nicht genug gelobt werden.

Wiederholung: Montag, 13. Juni, 00.50 Uhr (Taggenau!“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Striptease“

Wikipedia über „Striptease“ (deutsch, englisch)

Homepage von Carl Hiaasen

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Affentheater“ (Bad Monkey, 2013)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Sumpfblüten“ (Nature Girl, 2006)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Der Reinfall“ (Skinny Dip, 2004)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Krumme Hunde“ (Sick Puppy, 1999)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Unter die Haut“ (Skin Tight, 1989)


Zwei Enttäuschungen: „Affentheater“ von Carl Hiaasen und „In Almas Augen“ von Daniel Woodrell

Juli 13, 2014

Hiaasen - Affentheater - 2Woodrell - In Almas Augen - 2

Regelmäßige Leser der „Kriminalakte“ wissen, dass ich ein großer Fan von Carl Hiaasen und Daniel Woodrell bin. Aber die neuen Romane der beiden Schriftsteller sind nicht gut. Da helfen auch nicht ein, zwei, drei zugedrückte Augen und blindes Fantum.
Beginnen wir mit Carl Hiaasen. Er ist Kolumnist der „Miami Herald“, seine Romane sind grandiose, schwarzhumorige Abrechnungen mit dem Florida Style of Life voller skuriller Charaktere und absurder Situationen, von denen sich viele sogar tatsächlich ereigneten. Auch sein neuester Roman „Affentheater“ liest sich zunächst wie ein weiterer Hiaasen-Roman.
Während einer Angeltour angelt ein Touristenpärchen einen von einem Hai abgebissenen Arm (mit ausgestrecktem Mittelfinger) aus den Florida Keys. Polizist Andrew Yancy soll sich um den Fall kümmern, was im Wesentlichen heißt: er soll den Arm zur Obduktion nach Miami bringen und den dortigen Kollegen den Fall aufbürden. Das geht schief und nach seiner Rückkehr erfährt Yancy, dass er ab jetzt beim Gesundheitsamt als Restaurantprüfer arbeiten soll. Die Versetzung zur Schabenpatrouille war nötig, weil er dem vermögendem und einflussreichem Ehemann seiner Freundin vor laufenden Kameras sehr handgreiflich die Meinung sagte.
Schnell vermutet Yancy, dass Nick Stripling (so heißt der Besitzer des Armes) von seiner Frau umgebracht wurde. Yancy beginnt zu ermitteln. In seiner Freizeit. Wenn er nicht gerade den Bau seines Nachbarn, der ihm die Aussicht versperrt und höher als erlaubt ist, sabotiert.
Das klingt jetzt zwar nach einem typischen Hiaasen-Set-Up, aber schon schnell stellt sich lähmende Langeweile ein. Die Geschichte bewegt sich im Schneckentempo und sehr vorhersehbar fort. Die Gags sind rar gesät. Und die absurden Situationen, die teilweise überhaupt nichts mit dem Hauptplot zu tun haben, aber den Wahnsinn Floridas reflektieren und in anderen Hiaasen-Romanen wie Unkraut sprießen, sind kaum vorhanden. In „Affentheater“ ist eigentlich nichts zu finden, was man von einem typischen Hiaasen-Roman erwartet. Sein neuester Roman erinnert an „Letztes Vermächtnis“ (Basket Case, 2002), sein Einblick in das Journalisten- und Musikerleben, der durch konsequente Humorlosigkeit beeindruckte. Aber während bei „Letztes Vermächtnis“ der humorfreie Ton gewollt war, scheint „Affentheater“ durchaus als Comic-Crime-Novel geplant gewesen zu sein. Umso schmerzlicher fallen der für einen richtigen Hiaasen fehlende bizarre Schwarze Humor und die erinnerungswürdigen Charaktere auf.
In seinem neuen Roman „In Almas Augen“ erzählt Daniel Woodrell eine weitere Geschichte aus den Ozarks und wie in seinen vorherigen Romanen braucht er nicht viele Worte. Mehr als zweihundert Seiten hat nur sein historischer Roman „Zum Leben verdammt“ (Woe to live on/Ride with the devil, 1987). Oft erzählte er seine geradlinigen, chronologisch und schnörkellos erzählten Noirs in der ersten Person oder nah an einem Charakter.
In „In Almas Augen“ bedient er sich dagegen einer komplizierten Struktur. Als Quasi-Rahmenhandlung verbringt der Ich-Erzähler als Zwölfjähriger in den Sechzigern einen Sommer bei seiner Großmutter Alma. Während der Sommerferien erzählt sie ihm von der großen Katastrophe von 1929. Damals kam es während eines Tanzabends zu einer Explosion in der Ann Arbor Tanzhalle, bei der 42 Menschen starben. Diese Rückblende splittert Woodrell jetzt in zahllose Episoden auf, die mal vor, teilweise sogar Jahrzehnte vor der Katastrophe, mal nach, mal während der Katastrophe spielen. Manchmal ist auch unklar, wann sie spielen. Und die Erzählperspektive wechselt immer wieder. Oft ist sie auch vollkommen unklar, aber Alma, was man nach dem deutschen und dem Originaltitel vermuten könnte, ist nicht die Erzählerin. Es ist eher ein allwissender Erzähler, der nichts mit Alma und dem Erzähler der in den Sechzigern spielenden Rahmengeschichte, die beide groß eingeführt werden, zu tun hat.
Dieser Kunstgriff führt jetzt allerdings nicht zu einer multiperspektivisch erzählten Geschichte, in der sich die verschiedenen Perspektiven und Geschichten gegenseitig befruchten, sondern wirkt wie ein Griff in den Zettelkasten. Denn auch wenn einige Episoden oder Kurzgeschichten gelungen sind, ist der Gesamteindruck verheerend. Nie macht die Lektüre Spaß. Nie kommt ein Interesse an den Charakteren auf. Nie wird es interessant. Stattdessen schwankt man zwischen Ratlosigkeit und emsigem Zusammensetzen der Einzelteile. Aber ein Puzzle ist kein Roman.
Es ist zwar erfreulich, dass Carl Hiaasen und Daniel Woodrell nicht einfach noch einmal das gleiche Buch schreiben wollten, dass sie nicht das nächste „Striptease“ oder „Winters Knochen“ (beide verfilmt) abliefern und etwas neues wagen. Nur gelungen sind die Werke nicht. Auch nicht empfehlenswert oder wenigstens interessant gescheitert.

Carl Hiaasen: Affentheater
(übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger)
Manhattan, 2014
400 Seiten
17,99 Euro

Originalausgabe
Bad Monkey
Alfred A. Knopf, 2013

Daniel Woodrell: In Almas Augen
(übersetzt von Peter Torberg)
Liebeskind, 2014
192 Seiten
16,90 Euro

Originalausgabe
The Maid’s Version
Little, Brown and Company, 2013

Hinweise

Homepage von Carl Hiaasen

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Sumpfblüten“ (Nature Girl, 2006)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Der Reinfall“ (Skinny Dip, 2004)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Krumme Hunde“ (Sick Puppy, 1999)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Unter die Haut“ (Skin Tight, 1989)

Kaliber.38 über Daniel Woodrell

Mordlust über Daniel Woodrell

Wikipedia über Daniel Woodrell

The Independent: John Williams über Daniel Woodrell (16. Juni 2006)

The Southeast Review interviewt Daniel Woodrell (1. April 2009)

River Cities’ Reader über Daniel Woodrell (8. April 2010)

The Wall Street Journal/Speakeasy (Steven Kurutz) unterhält sich mit Daniel Woodrell über “Winter’s Bone” (27. Februar 2011)

Daniel Woodrell bei Mulholand Books

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Winters Knochen“ (Winter’s Bone, 2006)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Der Tod von Sweet Mister“ (The Death of Sweet Mister, 2001)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Im Süden – Die Bayou-Trilogie“ (The Bayou Trilogy, 2011)

Daniel Woodrell in der Kriminalakte

 


Cover der Woche

Februar 4, 2014

Hiaasen - Krumme Hunde - 4


TV-Tipp für den 21. Dezember: Striptease

Dezember 21, 2013

RTL II, 22.30

Striptease (USA 1996, R.: Andrew Bergman)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Carl Hiaasen: Striptease, 1993 (Striptease)

Erin Grant verdient das Geld für einen Sorgerechtsprozeß in einer Striptease-Bar. Dort verliebt sich Senator Dilbeck in sie und verteidigt sie mit einer Champagnerflasche gegen einen Verehrer. Jerry fotografiert dies und erpresst Dilbeck. Kurz darauf ist er tot und Erin sieht das Sorgerecht gefährdet.

Bis auf die Hauptrolle (Demi Moore, die auch beim Striptease nicht sonderlich erregend wirkt) gelungene Verfilmung eines satirischen Hiaasen-Buches, mit einer grandios aufspielenden Schar Nebendarsteller: Ving Rhames, Burt Reynolds, Armant Assante, Paul Guilfoyle, Robert Patrick, Rumer Willis

Wenn der Film zum Lesen des Buches (und der anderen Hiaasen-Werke!) führt, dann kann der Film gar nicht genug gelobt werden

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Striptease“

Wikipedia über „Striptease“ (deutsch, englisch)

Homepage von Carl Hiaasen

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Sumpfblüten“ (Nature Girl, 2006)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Der Reinfall“ (Skinny Dip, 2004)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Krumme Hunde“ (Sick Puppy, 1999)

Meine Besprechung von Carl Hiaasens „Unter die Haut“ (Skin Tight, 1989)


%d Bloggern gefällt das: