TV-Tipp für den 31. Oktober: Mein Freund Harvey

Oktober 31, 2016

Arte, 21.50 (VPS 20.15)

Mein Freund Harvey (USA 1950, Regie: Henry Koster)

Drehbuch: Mary Chase, Oscar Brodney

LV: Mary Chase: Harvey, 1944 (Theaterstück)

Der beste Freund des netten, dem Alkohol zugeneigten, vermögenden Junggesellen Elwood P. Dowd (James Stewart) ist Harvey. Ein mannsgroßer, weißer Hase, den nur Elwood sehen kann. Irgendwann wird es seiner resoluten Schwester (Josephine Hull) zu bunt. Sie weist Elwood in eine Heilanstalt ein – und sorgt damit für ein veritables Chaos.

Mein Freund Harvey“ war einer der großen Erfolge für James Stewart, der hierfür für den Oscar und Golden Globe nominiert wurde. Die heute ziemlich vergessene Theaterschauspielerin Josephine Hull erhielt für ihr Spiel den Oscar und den Golden Globe.

Das erfolgreiche Broadway-Stück war davor bereits mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden.

Der Film selbst ist dank der Schauspieler und seinem freundlichen Blick auf die Welt und die Menschen eine vergnügliche, harmlose Komödie, die in einem heute nicht mehr existierendem Kleinstadt-Amerika spielt, das es in seiner allumfassenden Nettigkeit und Liebenswürdigkeit so wahrscheinlich nie gab. Und in dem Alkoholismus und die Folgeerscheinungen wie eine Schnapslaune erscheinen.

mit James Stewart, Josephine Hull, Peggy Dow, Charles Drake, Cecil Kellaway, Victoria Horn

Wiederholung: Montag, 7. November, 13.40 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mein Freund Harvey“

Wikipedia über „Mein Freund Harvey“ (deutsch, englisch)

Werbeanzeigen

DVD-Kritik: „Auf verlorenem Posten“ in „California“ im Wilden Westen

September 21, 2016

Mit zwei weiteren „Western Legenden“ erfreut Koch Media das Herz des Western-Fans, auch wenn „Auf verlorenem Posten“ (USA 1953) und „California“ (USA 1946) weitgehend unauffällige, aber gut gemachte und unterhaltsame Standardwestern sind.

California“ beginnt wie ein klassischer „Der große Treck“-Western, ehe er über den Goldrausch in Kalifornien in politischen Gewässern landet, indem er den Wahlkampf über die Frage, ob Kalifornien ein Teil der Vereinigten Staaten von Amerika werden soll, in den Mittelpunkt stellt. Wenn Kalifornien ein Teil der USA würde, würde der herrlich gesetzlose Zustand enden, der auch seine Verfechter hat.

Im Mittelpunkt dieser eher lose zusammengeknüpften Geschichte stehen Johnny Trumbo (Ray Milland), ein Deserteur, der den Siedlertreck in Richtung Kalifornien führen sollte, Michael Fabian (Barry Fitzgerald), der schon während des Trecks der weiße alte Mann war und danach zunächst widerwillig für den Anschluss Kaliforniens an die USA kämpft, Pharaoh Coffin (George Coulouris), der Bösewicht des Films, der sein gesetzloses Imperium gerne weiter aufrecht erhalten möchte, und Lily Bishop (Barbara Stanwyck), eine professionelle Pokerspielerin und Dame aus dem Vergnügungsmilieu, in die Trumbo und Coffin verliebt sind. Insofern ist die eher mühsam mitgeschleppte Liebesgeschichte der rote Faden des bunten Western, der, abgesehen von Indianern, von allem etwas bietet. John Farrow („Spiel mit dem Tode“, „Man nennt mich Hondo“) inszenierte ihn, abgesehen von einigen Einstellungen, ohne große Ambitionen, aber gerade am Anfang, wenn man den großen Siedlertreck langsam durch das Bild ziehen sieht, freut man sich über den betriebenen Aufwand.

 

Auf verlorenem Posten“ von George Sherman („Gegen alle Flaggen“, „Big Jake“) ist eine schamlose „Mein großer Freund Shane“-Kopie für Kinder, erzählt aus der Sicht von Joshua (Jimmy Hunt), dem Sohn von Zachary Hallock (Joel McCrea), der als Farmer nach Timberline kommt. Die Gegend wird seit Längerem von den Varden-Brüdern terrorisiert und alle Pinkerton-Detektive, die etwas dagegen tun wollten, wurden schnell erschossen.

Hallock will sich nicht einmischen, sondern nur seinen gerade erworbenen Acker bestellen und für Joshua ein guter Vater sein. Aber die Zeiten sind nicht so. Die Ersparnisse sind schnell aufgebraucht und Zachary will die schöne Nachbarin Sarah (Barbara Hale) heiraten. Allerdings erst, wenn er genug Geld für den Unterhalt hat. Also nimmt er das Angebot der Varden-Brüder an, bei einem Überfall mitzumachen. Weil Shane das niemals getan hätte und Zachary über das ehrlose Treiben seines Vaters todunglücklich ist, sorgt dieser plötzliche Wandel des edlen Vaters zum gemeinen Verbrecher für kurzzeitige Irritationen.

Nach dem Überfall hat Zachary zwar viel Geld, aber den großen, im Hintergrund agierenden Planer der Überfälle kennt er nicht.

Als schmissig erzählter Kinderfilm mit einem Hund (niedlich), einem Kind (niedlich), Pferden (weil Western) und ohne einen tiefer gehenden Anspruch unterhält „Auf verlorenem Posten“ gut über seine kurze Laufzeit von 76 Minuten. Denn man muss wirklich kein Genie sein, um die beiden großen Enttarnungen am Filmende zu erahnen.

Und James Arness, der kurz darauf als Marshal Matt Dillon in der äußerst langlebigen TV-Serie „Rauchende Colts“ (1955 – 1975; und danach noch einige TV-Specials) weltbekannt wurde, spielt hier beeindruckend einen der Varden-Brüder.

california-dvd-cover

California (California, USA 1946)

Regie: John Farrow

Drehbuch: Frank Butler, Theodore Strauss (nach einer Geschichte von Boris Ingster)

mit Ray Milland, Barbara Stanwyck, Barry Fitzgerald, George Coulouris, Albert Dekker, Anthony Quinn

DVD

Koch Media – Edition Western-Legenden # 41

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (würde bei einer Neuprüfung sicher deutlich geringer ausfallen)

Hinweise

TCM über „California“

Rotten Tomatoes über „California“

Wikipedia über „California“

Meine Besprechung von John Farrows „Spiel mit dem Tode“ (The Big Clock, USA 1947)

auf-verlorenem-posten-plakat

Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)

Regie: George Sherman

Drehbuch: Joseph Hoffman

mit Joel McCrea, Jimmy Hunt, Barbara Hale, Alex Nicol, Charles Drake, James Arness (als Jim Arness)

DVD

Koch Media – Edition Western-Legenden # 40

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie, Booklet

Länge: 76 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (auch hier würde eine Neuprüfung mindestens bei FSK-6 enden)

Hinweise

TCM über „Auf verlorenem Posten“

Wikipedia über „Auf verlorenem Posten“

Meine Besprechung von George Shermans „Die schwarze Maske“ (Black Bart, USA 1948)

Meine Besprechung von George Shermans „Verschwörung auf Fort Clark“ (War Arrow, USA 1953)


TV-Tipp für den 20. Juni: Winchester ’73

Juni 20, 2016

Arte, 20.15

Winchester ’73 (USA 1950, Regie: Anthony Mann)

Drehbuch: Robert L. Richards, Borden Chase (nach einer Geschichte von Stuart N. Lake)

Lin will seine Winchester zurück haben. Aber dieses Gewehr geht durch viele Hände, die Anthony Mann liebevoll zeigt.

Einer der unumstrittenen Western-Klassiker und die erste Zusammenarbeit von Regisseur Anthony Mann und James Stewart.

mit James Stewart, Shelley Winters, Dan Duryea, Stephen McNally, Millard Mitchell, Charles Drake, Will Geer, Jay C. Flippen, Rock Hudson, Tony Curtis

Wiederholung: Dienstag, 21. Juni, 13.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Winchester ’73“

Turner Classic Movies über „Winchester ’73“

Wikipedia über „Winchester ’73“ (deutsch, englisch)


%d Bloggern gefällt das: