TV-Tipp für den 20. Oktober: Lohn der Angst

Oktober 19, 2019

Arte, 20.15

Lohn der Angst (Le salaire de la peur, Frankreich/Italien 1953)

Regie: Henri-Georges Clouzot

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi

LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)

Vier Männer fahren mit einer Ladung Nitro durch den lateinamerikanischen Dschungel.

Klingt langweilig? Ist aber ein Klassiker, der Anfangs das Leben gestrandeter Abenteuerer in den Kolonien extrem genau zeigt, später extrem spannend ist und einen tiefen, illusionslosen Einblick in die menschliche Seele bietet. Eine existentialistische Parabel im Gewand eines Action-Films. – Seine volle Wirkung entfaltet „Lohn der Angst“ allerdings nur auf der großen Leinwand.

Hellmuth Karasek in „Mein Kino – Die 100 schönsten Filme“: „Clouzots Meisterwerk, wahrscheinlich der vollkommenste und geradlinigste Thriller der Filmgeschichte…Clouzot hat hier (gemeint ist der Filmanfang, A. d. V.) als erster gnadenlose Bilder aus der Dritten Welt, ihren kolonialen Strukturen, der vorherrschenden Desperado-Mentalität, der latent homoerotischen Männerbünde, deren letzter Stolz die Frauen- und Eingeborenen-Verachtung ist, eingefangen – lange vor Taverniers Saustall.“

Gezeigt wird vielleicht eine leicht gekürzte Version des 150-minütigen Films.

Im Anschluss, um 22.35 Uhr, zeigt Arte die einstündige Doku „Clouzot – Meister des psychologischen Thrillers“ (Frankreich 2017).

Mit Yves Montand, Peter van Eyck, Charles Vanel, Folco Lulli

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lohn der Angst“

Wikipedia über “Lohn der Angst” (deutsch, englisch, französisch) und über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Juli: Über den Dächern von Nizza

Juni 30, 2018

Tele 5, 20.15

Über den Dächern von Nizza (To catch a Thief, USA 1955)

Regie.: Alfred Hitchcock

Drehbuch: John Michael Hayes

LV: David Dodge: To catch a thief, 1952

John Robie hat sich zur Ruhe gesetzt. Als ein anderer Einbrecher Robies Stil nachahmt, will er im wohlverstandenen Eigeninteresse den Nachahmer fangen.

Lockere Krimikomödie von Hitchcock, die zur Blaupause für künftige kultivierte Thriller-Romanzen werden sollte. Hitchcock war besonders an dem Aspekt der fetischistischen Liebe (To catch a thief) interessiert und pfiff – wie so oft – auf die Logik.

Mit Cary Grant, Grace Kelly (die danach den Fürst von Monaco heiratete), Charles Vanel, Jessie Royce Landis, Brigitte Auber, René Blancard

Wiederholung: Montag, 2. Juli, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Über den Dächern von Nizza“

Wikipedia über „Über den Dächern von Nizza“ (deutsch, englisch) und über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Robert Blochs “Psycho” (Psycho, 1959)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis auf Stephen Rebellos Buch basierendem Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

 


TV-Tipp für den 28. Mai: Quartett Bestial

Mai 27, 2017

Arte, 20.15

Quartett Bestial (Sept morts sur ordonannce, Frankreich/Deutschland/Spanien 1975)

Regie: Jacques Rouffio

Drehbuch: Georges Concon, Jacques Rouffio, Jean-Louis Chevriér

Dr. Brézé möchte, dass seine vier Söhne, alles lausige Quacksalber, in der Provinz in der von ihm gebauten Klinik gut Geld verdienen. Dafür müssen alle anderen Ärzte aus der Gegend vertrieben werden. Nur Dr. Losseray leistet Widerstand.

Der Film wurde begeistert aufgenommen, und Depardieu erhielt seine erste Nominierung für einen César. (…) Vor dem düsteren Hintergrund eines einsamen Kampfes gegen die Medizinermafia erinnert das Sujet des Films an Geschichten von Balzac. Depardieu und Piccoli wurden von der angesehenen Les Nouvelles Littéraires als beste Schauspieler ihrer jeweiligen Generation bejubelt. Laut Le Figaro hatte Regisseur Jacques Rouffio ‚einen Volltreffer gelandet, indem er uns in den vollklimatisierten Alptraum einer Klinik führt‘. Alle schätzten diesen Film, besonders weil er das korrupte Gesundheitssystem in Frankreich attackierte.“ (Marianne Gray: Gérard Depardieu – Der europäische Superstar, 1992)

Die andere Meinung: „Verworrenes Psychodrama; oberflächlich, langatmig und blutrünstig.“ (Lexikon des internationalen Films)

Rouffio inszenierte auch „Violette und Francois“ und „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“.

Arte zeigt die neue, digital restaurierte Fassung.

mit Michel Piccoli, Gérard Depardieu, Jane Birkin, Marina Vlady, Charles Vanel

Wiederholung: Dienstag, 30. Mai, 13.40 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Quartett Bestial“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 13. September: Die Teuflischen

September 12, 2015

Arte, 20.15

Die Teuflischen (Frankreich 1955, Regie: Henri-Georges Clouzot)

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Geronimi, René Masson (Mitarbeit), Frédéric Grendel (Mitarbeit)

LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: Les diaboliques: Celle qui n´etait pas, 1952 (Die Teuflischen; Tote sollen schweigen)

Privatschullehrer Delasse quält mit sadistischer Freude seine herzkranke Frau und seine Geliebte. Da beschließen die beiden Frauen, das Ekelpaket umzubringen.

Eher selten gezeigter Klassiker, der einem auch heute noch den Atem raubt.

Das Drehbuch gewann einen Special Edgar.

Anschließend, um 22.05 Uhr, läuft Chris Markers einstündige Doku „Erinnerungen an Simone – Eine Hommage an Simone Signoret“ von 1986.

mit Simone Signoret, Véra Clouzot, Paul Meurisse, Charles Vanel, Michel Serrault

Wiederholung: Montag, 14. September, 14.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Teuflischen“

Arte über die Henri-Georges-Clouzot-Reihe und die heutige Hommage an Simone Signoret

Wikipedia über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 18. Januar: Lohn der Angst

Januar 18, 2015

Arte, 20.15

Lohn der Angst (Frankreich/Italien 1953, Regie: Henri-Georges Clouzot)

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi

LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)

Vier Männer fahren mit einer Ladung Nitro durch den lateinamerikanischen Dschungel.

Klingt langweilig? Ist aber ein Klassiker, der Anfangs das Leben gestrandeter Abenteuerer in den Kolonien extrem genau zeigt, später extrem spannend ist und einen tiefen, illusionslosen Einblick in die menschliche Seele bietet. Eine existentialistische Parabel im Gewand eines Action-Films. – Seine volle Wirkung entfaltet „Lohn der Angst“ allerdings nur auf der großen Leinwand.

Hellmuth Karasek in „Mein Kino – Die 100 schönsten Filme“: „Clouzots Meisterwerk, wahrscheinlich der vollkommenste und geradlinigste Thriller der Filmgeschichte…Clouzot hat hier (gemeint ist der Filmanfang, A. d. V.) als erster gnadenlose Bilder aus der Dritten Welt, ihren kolonialen Strukturen, der vorherrschenden Desperado-Mentalität, der latent homoerotischen Männerbünde, deren letzter Stolz die Frauen- und Eingeborenen-Verachtung ist, eingefangen – lange vor Taverniers Saustall.“

Gezeigt wird vielleicht eine leicht gekürzte Version des 150-minütigen Films.

Am Montag läuft, als Premiere, die restaurierte und remasterte Version von „Atemlos vor Angst“, das immer noch sträflich unterschätzte Remake von William Friedkin. Im Gegensatz zu der bei uns bekannten, rabiat gekürzten Fassung des Films zeigt Arte die US-Fassung, die bislang nur in US-Kinos lief und bei uns nicht erhältlich ist. Sie ist  vierzig Minuten länger und entspricht Friedkins Wünschen.

Mit Yves Montand, Peter van Eyck, Charles Vanel, Folco Lulli

Wiederholungen

Mittwoch, 21. Januar, 13.45 Uhr

Freitag, 6. Februar, 14.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lohn der Angst“

Wikipedia über “Lohn der Angst” (deutsch, englisch, französisch)

Arte über die Henri-Georges-Clouzot-Reihe und „Lohn der Angst“ und „Atemlos vor Angst“

Wikipedia über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. März: Die Wahrheit

März 24, 2014

Arte, 20.15

Die Wahrheit (F/I 1960, R.: Henri-Georges Clouzot)

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Véra Clouzot, Simone Drieu, Jérôme Géronimi, Michèle Perrein, Christiane Rochefort

Dominique Marceau ist angeklagt ihren Liebhaber, einen Musikstudenten, ermordet zu haben. Der Staatsanwalt will sie vor allem wegen ihres unmoralischen Lebenswandels ins Gefängnis schicken. Ihr Verteidiger versucht dagegen das Bild einer lebenshungrigen jungen Frau zu zeichnen.

Selten gezeigtes Werk von Henri-Georges Clouzot.Seine weitaus bekannteren Krimis sind „Lohn der Angst“ und „Die Teuflischen“.

In „Die Wahrheit“ benutzt Clouzot den Gerichtssaal, um über die damalige Moral zu urteilen. Brigitte Bardot überzeugte hier auch als Schauspielerin. Der Film war für einen Oscar nominiert und erhielt einen Golden Globe (natürlich in der Kategorie „Bester ausländischer Film“). Clouzot erhielt beim Mar del Plata Film Festival den Preis als bester Regisseur.

Ein intensiv gestalteter, schauspielerisch eindrucksvoller Film, der freilich bei der Aufdeckung der psychologisch-geistigen Ursachen für gesellschaftliche und individuelle Verirrungen auf eine eigene Grundhaltung verzichtet.“ (Lexikon des internationalen Films)

Clouzots Film ist eine Anklage gegen ein Justizsystem, in dem der Bourgeoisie entstammende, zumeist ältere Richter über Fälle zu entscheiden hatten, zu deren Umfeld und sozialen Ursprüngen sie keinerlei Bezug hatten. (…) Der Film (…) war ein Riesenerfolg.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

mit Brigitte Bardot, Charles Vanel, Marie-José Nat, Sami Frey, Louis Seigner, Claude Berri

Wiederholung: Freitag 4. April, 13.45 Uhr (und das bei einem Film, der FSK-18 ist)

Hinweise

Arte über eine Henri-Georges-Clouzot-Reihe

Wikipedia über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)

und „Die Wahrheit“ (deutsch, englisch, französisch)


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