Neu im Kino/Filmkritik: Ein Haus weitergezogen zur „22 Jump Street“

Juli 31, 2014

In „21 Jump Street“ wurden vor zwei Jahren einige Meta-Witze über das ideenlose Recycling von Ideen aus den Achtzigern gemacht und damit war nicht nur gemeint, dass in der Polizei ein Programm aus den Achtzigern wieder aufgelegt wird, sondern auch dass eine alte TV-Serie fit fürs Kino gemacht wird. Aber während die vorherigen Wiederbelebungen von mehr oder weniger kultigen und legendären TV-Serien für das Kino (wie „Starsky & Hutch“, „The A-Team“ und „Miami Vice“ [obwohl da sogar Serienerfinder Michael Mann federführend dabei war]) nicht erfolgreich genug für weitere Filme waren, war „21 Jump Street“ ein Überraschungserfolg, der jetzt zur Fortsetzung „22 Jump Street“ führte, die mit einigen Meta-Witzen über ideenlose Fortsetzungen gepflastert ist.

So wurde einfach der Auftrag aus dem ersten Film wieder genommen, aber dieses Mal suchen der unsportliche, aber schlaue Schmidt (Jonah Hill) und der sportliche, aber dumme Jenko (Channing Tatum) den geheimnisumwitterten Drogendealer nicht mehr an der Schule, sondern an der Universität. Natürlich ein anderer Dealer. Aber sie arbeiten wieder Undercover. Jetzt als Studenten. Es gab auch ein höheres Budget, was natürlich ausgegeben wurde für ein größeres Büro des immer noch sehr schlecht gelaunten Chefs (Ice Cube) und größere Waffen und größere Autos. Und ein Finale in Mexiko in der Küstenstadt Puerto, wo die vergnügungsssüchtigen Studentenmassen ihre Mega-Drogenparty, den Spring Break, feiern und die ordentliche Polizeiarbeit von Schmidt und Jenko effektiv behindern.

Bei soviel Selbstironie kann man dem Buddy-Movie natürlich unmöglich als Ideenlosigkeit vorwerfen, was die Macher gerade vollmundig behaupten: nämlich dass sie das gleich noch einmal machen. Nur größer. – Und wenn ich „21 Jump Street“ besprochen hätte, könnte ich einfach meine Kritik wiederveröffentlichen. Sie würde stimmen. Denn wieder ist die Story, über die man nicht länger als zwei Sekunden nachdenken sollte (die Macher haben es auch nicht getan), nur der Aufhänger für die zahlreichen mehr oder weniger treffenden Witze, in denen sich die Macher teilweise etwas zu sehr auf die Schulter klopfen für ihre Smartness, und die oft, wie bei vielen aktuellen Komödien, zu breit ausgewaltzt werden und immer wieder in Blödeleien ausarten.

So ist „22 Jump Street“, wie „21 Jump Street“, eine durchaus witzige, etwas zu lang geratene und zu selbstgenügsame Buddy-Komödie, die auch zeigt, wie Schmidt und Jenko als eingespieltes Team zusammenarbeiten und sie einige Beziehungsprobleme bearbeiten müssen, weil sie an der Universität aus persönlichen Gründen verschiedene Verdächtige haben.

Im Abspann werden schon die nächsten Fortsetzungen angekündigt – und einige haben wirklich Potential.

22 Jump Street - Plakat

22 Jump Street (22 Jump Street, USA 2014)

Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Drehbuch: Michael Bacall, Oren Uziel, Rodney Rothman (nach einer Geschichte von Michael Bacall und Jonah Hill, sehr lose basierend auf der TV-Serie „21 Jump Street“)

mit Jonah Hill, Channing Tatum, Peter Stormare, Ice Cube, Wyatt Russell, Amber Stevens, Jillian Bell, The Lucas Brothers, Nick Offerman, Jimmy Tatro, Rob Riggle, Dave Franco

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „22 Jump Street“

Moviepilot über „22 Jump Street“

Metacritic über „22 Jump Street“

Rotten Tomatoes über „22 Jump Street“

Wikipedia über „22 Jump Street“ 

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Neu im Kino/Filmkritik: Noch eine Fortsetzung: „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Oktober 27, 2013

 

Ich gehöre sicher nicht zum Zielpublikum von „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“, aber während der Vorführung des Kinderfilms lachten die Erwachsenen öfter als die Kinder. Wobei öfter nicht oft bedeutet und das auch nichts über die Qualität des Films sagt. Denn der Trickfilm „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ ist eine erstaunlich lieblos-langweilige Angelegenheit, die direkt nach dem Ende des ersten Films beginnt.

Die fantastische Erfindung von Flint Lockwood, die aus Wasser Essen machte, wurde vernichtet, auf der Insel feiern alle und Chester V, der Chef des Multis Live Corp, macht Flint ein Angebot, das er nicht ablehnen will: er darf als Erfinder bei ihm arbeiten. Die Realität als kleines Rädchen bei Live Corp ist anders als die Fantasie. Als er einem Wettbewerb nicht gewinnt, begeht er einen blamablen Fauxpas und möchte sich am liebsten umbringen. Da betraut Chester V ihn mit einem Geheimauftrag: er soll auf seine Insel zurückkehren und seine Erfindung endgültig vernichten, die jetzt aus Essen Tiere erschafft, die als Mischwesen, sogenannte Naschtiere (Foodimals), wie Tacodile, Shrimpansen und Nilpfertoffeln, gefräßige Nahrung sind.

Gemeinsam mit seinen Freunden aus dem ersten Film kehrt er zurück.

Der Film wirkt, als habe man einfach die Ideen, die man so hatte, in einer rudimentären Geschichte, die ziemlich egal ist und die daher etliche Möglichkeiten verschenkt, willkürlich aneinandergeklatscht. Denn nichts hat für die Geschichte Konsequenzen. Logisch und unterhaltsam ist das alles auch nicht.

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ ist kein guter Kinderfilm und, trotz 3D, ein sehr eindimensional-langweiliger Film mit höchstens funktionalen Animationen.

Im Original sprechen unter anderem Bill Hader, Anna Faris, Will Forte, Benjamin Bratt und James Caan die Charaktere. In der deutschen Fassung haben wir Cindy aus Marzahn.

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2 - Plakat

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Cloudy with a Chance of Meatballs 2, USA 2013)

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

Drehbuch: Erica Rivinoja, John Francis Daley, Jonathan Goldstein (nach einer Geschichte von Erica Rivinoja, Phil Lord und Christopher Miller)

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Moviepilot über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Metacritic über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Rotten Tomatoes über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Wikipedia über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ (deutsch, englisch)

 

 


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