DVD-Kritik: Verbrecherjagd in der „Ripper Street“

Juli 9, 2014

London, East End, April 1889: Jack the Ripper pausiert seit einem halben Jahr, aber nicht das Verbrechen in Whitechapel, weshalb es für Inspector Edmund Reid und die von ihm geleitete H Division, die eigentlich den Frauenmörder finden sollte, genug zu tun gibt. Die BBC-Serie „Ripper Street“ erzählt die Abenteuer der Polizeieinheit, ihres Privatlebens und des Lebens in Whitechapel.
Dabei gelingt den Machern in den einzelnen Episoden der ersten, aus acht Folgen bestehenden Staffel ein saftiges Sittenporträt mit einer ordentlichen Portion Sex und Gewalt. Es ist ein schonungsloser Blick auf das damalige Verbrechen, die Zustände in London und das damalige Leben in einer für uns heute oft unvorstellbaren Armut. Es geht um Straßenbanden, Krankheiten (beziehungsweise Terror mit der Cholera), revolutionäre Umtriebe, Arbeiterkämpfe, Sklavenhandel und Pornographie. Auch die Polizeimethoden waren noch sehr archaisch. So wurde schon einmal ein Geständnis aus einem Verdächtigen herausgeprügelt. Aber – immerhin haben wir unseren Sherlock Holmes gelesen – die moderne Wissenschaft wurde damals auch in der Kriminalitätsbekämpfung immer wichtiger. Reid, der Chef der Einheit, weiß das. Deshalb nimmt er sich Homer Jackson, einen zwiespältigen, aus der USA geflohenen Charakter, der mit einer Bordellbesitzerin zusammenlebt, als Gehilfen. Jackson untersucht die Leichen und auch an den Tatorten ist er eine große Hilfe. Seiner Vergangenheit müssen er und seine Freundin Long Susan sich in „Einer meiner Männer“ stellen, als Besuch aus den USA kommt und die Pinkerton-Männer London als einen Teil des Wilden Westens betrachten.
Für die normale Arbeit, verstanden als Lauf- und Schlagarbeit, hat Reid Sergeant Bennet Drake und die anderen Polizisten der Polizeistation.
„Ripper Street“ ist eine spannende Krimiserie, die auch ein Blick ins Geschichtsbuch ist, das immer wieder wahre Begebenheiten anspricht, und dabei durchaus interessante Parallelen zwischen der damaligen Zeit und der Gegenwart aufzeigt. Immerhin mussten die Menschen damals und heute mit gewaltigen Umwälzungen umgehen. Doch in erster Linie sind die lose miteinander verknüpften „Ripper Street“-Episoden spannende Unterhaltung, wobei die Episoden, in denen die Ermittler und ihre Probleme im Mittelpunkt stehen zu den schwächeren gehören.
In England wurde bereits eine zweite Staffel ausgestrahlt. Eine dritte Staffel war wegen der hohen Kosten eine Zeit lang fraglich. Aber jetzt laufen die Dreharbeiten.

Ripper Street - Staffel 1 - DVD-Cover

Ripper Street – Staffel 1 (Ripper Street, Großbritannien 2012)
Erfinder: Richard Warlow
mit Matthew Macfadyen (Det. Insp. Edmund Reid), Jerome Flynn (Det. Sgt. Bennet Drake), Adam Rothenberg (Captain Homer Jackson), David Wilmot (Sgt. Donald Artherton), MyAnna Buring (Long Susan), David Dawson (Fred Best), Charlene McKenna (Rose Erskine), Jonathan Barnwell (P.C. Dick Hobbs), Clive Russell (Chief Inspector Fred Abberline)

DVD
Polyband
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: WAS (12 Minuten)
Länge: 400 Minuten (8 x 50 Minuten, 3 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre

Die ersten bluttriefenden Besuche in der „Ripper Street“
Ich brauche Licht (I need light)
Regie: Tom Shankland
Drehbuch: Richard Warlow

Der schweigende Junge (In my Protection)
Regie: Tom Shankland
Drehbuch: Richard Warlow

König Cholera (The King came calling)
Regie: Andy Wilson
Drehbuch: Declan Croghan, Richard Warlow

Die Edlen der Stadt (The God of this City)
Regie: Andy Wilson
Drehbuch: Julie Rutterford, Richard Warlow

Das Totengericht (The Weight of One Man’s Heart)
Regie: Colm McCarthy
Drehbuch: Toby Finlay

Die Schatten (Tournament of Shadows)
Regie: Colm McCarthy
Drehbuch: Toby Finlay

Einer meiner Männer (A Man of My Company)
Regie: Andy Wilson
Drehbuch: Richard Warlow

Wozu die Mühe? (What Use Our Work?)
Regie: Andy Wilson
Drehbuch: Richard Warlow

Hinweise
BBC über „Ripper Street“
ZDF über „Ripper Street“
Fernsehserien über „Ripper Street“
Wikipedia über „Ripper Street“ (deutsch, englisch)

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DVD-Kritik: „Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ und dann die nächste Nummer 1

Februar 15, 2014

 

Die Todesliste – Nr. 1 stirbt“ ist einer der Filme, bei denen ich zwischen Schock und Erstaunen schwanke. Schock über den schlechten Film. Erstaunen über die vielen verpassten Gelegenheiten, einen auch nur annehmbaren Film zu machen. Das Budget von „Die Todesliste“ war – erkennbar – nicht besonders üppig, aber ein immer wieder erkennbarer Stilwille war vorhanden und gerade bei einem kleinen Budget muss man keine Rücksichten auf Investoren nehmen. Es hätte also ein fieser, kleiner Paranoia-Thriller entstehen können. Jedenfalls scheinen die Macher das irgendwann einmal geplant zu haben, ehe sie ins Banale abdrifteten.

Unser Held Christopher Cowin ist der Kopf einer Organisation, die mit einer Liste (die auch nur „The List“ heißt) gegen Korruption in der Politik und Wirtschaft vorgehen. User dürfen ihre Stimme abgeben und so den Korruptesten auf den ersten Platz voten. Der erhält dann einen Preis. Die Liste ist bei der Bevölkerung beliebt. Bei den Machthabern nicht so. Vor allem, nachdem jemand beginnt, die oben auf der Liste stehenden Leute zu töten und Videos ihrer Ausflüchte und Exekutionen online zu posten.

Die Stimmung beginnt sich gegen Cowin zu drehen. Er trifft zufällig den Mörder, der ihm erklärt, dass die Liste Konsequenzen haben müsse und er daher immer die aktuelle Nummer 1 töten werde. Außerdem werde er Cowin vor Anschlägen beschützen.

Da erscheint Cowins Name auf der Liste – und plötzlich scheint die nicht manipulierbare Liste doch anfällig für Manipulationen zu sein.

Außerdem verdächtigt die Polizei Cowin als Mörder. Vor allem nachdem der Arzt, der für den Tod von Cowins Bruder verantwortlich war, vor Gericht freigesprochen wurde und die Initialzündung für die Liste war, entführt wird.

Die Todesliste“ hätte ein kleines, fieses B-Picture werden. Er wurde ein einziger Murks.

Die Todesliste - DVD-Cover

Die Todesliste – Nr. 1 stirbt (The List, Großbritannien 2013)

Regie: Klaus Hüttmann

Drehbuch: Klaus Hüttmann

mit Sienna Guillory, Clive Russell, Rebecca Ferdinando, Nigel Planer, Anthony Flanagan

DVD

Tiberius Film

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Rotten Tomatoes über „Die Todesliste“ (noch keine Besprechungen)

 

 


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