Neu im Kino/Filmkritik: „2040 – Wir retten die Welt!“ mit der heute verfügbaren Technik

November 8, 2019

Nächster Beitrag in dem Genre „Filmemacher reisen um die Welt, besuchen vorbildliche Projekte und drehen darüber einen aufbauenden Film“. In „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ gelang das sehr gut. Die beiden Al-Gore-Filme „Eine unbequeme Wahrheit“ und „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“ sind ebenfalls informative und kurzweilige Weltreisen zur Stärkung des ökologischen Bewusstseins. Auch in Michael Moores schon etwas älterem, unglaublich witzigem „Where to invade next“ funktioniert das Prinzip sehr gut. In dem Film geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Arbeiterrechte, Bildung und den Strafvollzug, also soziale Grundrechte.

Jetzt hat sich Dokumentarfilmer Damon Gameau („Voll verzuckert – That Sugar Film“) auf eine ähnliche Reise begeben. In „2040 – Wir retten die Welt!“ will er seiner Tochter, die noch zu klein zum Mitreisen ist, zeigen, wie die Menschheit die Klimakatastrophe in wenigen Jahren mit heutiger Technik abwenden kann. 2040 ist seine jetzt vierjährige Tochter Mitte Zwanzig.

Gameau sieht sich Projekte zur dezentralen Solarenergie, zu Carsharing, zur nachhaltigen Landwirtschaft und zur Produktion von Seegras an. Gemeinsam ist diesen Techniken, dass sie Ressourcen schonen, dezentral sind und oft auf schon lange bestehendem Wissen und Techniken aufbauen. Und selbstverständlich ist jede dieser Maßnahmen sinnvoll und sollte auch verstärkt angewandt werden.

Er unterhält sich, teils an ungewohnten Orten, mit Fachleuten über ihre Arbeit. Und sie erzählen dann brav von ihren Projekten. Wobei unklar bleibt, wie diese lokalen Projekte auf eine nationale und eine globale Ebene übertragen werden können und ob es neben einigen netten Solarenergieprojekten auch einen größeren gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Umbau geben muss. Und von wem er wie gestaltet werden kann.

Dazu gibt es einige Animationen und Statements von Kindern, die sagen, was sie sich für das Jahr 2040 wünschen würden. Sie sagen in dem Moment das, was man in so einer Situation halt sagt.

Das wirkt wie eine beliebige Auswahl aus dem großen Regal „ressourcenschonende Ideen mit bestehender Technik“. Der so entstandene Film wirkt dann wie eine Aneinanderreihung von TV-Kurzbeiträgen. Das ist, unbestritten, gut gemeint. Aber halt nie so gut gemacht wie in den eingangs erwähnten Filmen. Sie wenden sich unmittelbar an die Zuschauer und fordern ihn zum Handeln auf. „2040 – Wir retten die Welt!“ ist dagegen nur ein Bilderbogen, in dem ein Vater seiner Tochter sagt, was wir heute tun könnten.

2040 – Wir retten die Welt! (2040, Australien 2019)

Regie: Damon Gameau

Drehbuch: Damon Gameau

mit Damon Gameau, Zoë Gameau, Paul Hawken, Kate Raworth, Tony Seba, Eric Toensmeier, Colin Seis, Brian von Herzen

Länge: 92 Minuten

FSK: ?

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „2040 – Wir retten die Welt!“

Rotten Tomatoes über „2040 – Wir retten die Welt!“

Wikipedia über „2040 – Wir retten die Welt!“


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