TV-Tipp für den 2. Dezember: The Ice Harvest

Dezember 1, 2017

Der Weihnachtsfilm für die Noir-Fans

Sat.1, 00.05

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Wiederholung: Sonntag, 3. Dezember, 03.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“

Wikipedia über „The Ice Harvest“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Nach dem Tod von Superman muss die „Justice League“ ran

November 16, 2017

Am Anfang von „Justice League“, dem neuen Film aus dem DC Extended Universe, ist Superman immer noch tot. ‚Batman‘ Bruce Wayne und „Wonder Woman“ Diana Prince bekämpfen weiterhin Bösewichter. Insofern läuft alles seinen gewohnten Gang. Seltsam ist nur die auch für Batman-Verhältnisse Häufung seltsamer Bösewichter, die in letzter Zeit vermehrt auftauchen. Wayne glaubt, dass sie die Vorboten einer irgendwo aus dem Weltall kommenden großen Attacke auf die Menschheit sind.

Deshalb will er ein Team talentierter Personen (also Männer) zusammenstellen. Die titelgebende „Justice League“. Am Ende besteht das Team aus Aquaman (der mit den Fischen reden kann), Flash (der unglaublich schnell ist, weniger schnell ißt und für den Humor zuständig ist), Cyborg (der im Zweifelsfall irgendwie alles kann), Wonder Woman, Batman und einem Überraschungsgast, der dann doch nicht so super überraschend ist. Sie müssen gegen Steppenwolf kämpfen, der die drei Mother Boxes zusammenfügen will. Das wäre der Untergang der Welt, wie wir sie kennen. Deshalb wurden die Mother Boxes vor Ewigkeiten, nach einer großen Schlacht, an verschiedenen Orten versteckt. Eine in der Welt von Wonder Woman, eine in der von Aquaman und eine an einem unbekannten Ort.

Das ist die mühsam über den halben Film entwickelte Prämisse, die dann schnell in dem unvermeidlichen Finale mündet, bei dem höchstens überrascht, dass nichts überrascht. Bis dahin ist der Film voller Exposition, in der zwei Charaktere, meistens bewegungslos, sich erklären, was sie gerade fühlen und dabei den Plot zum nächsten Plot Point schieben. Das ist dann ungefähr emotional so involvierend wie das Studium eines Bauplans.

Entsprechend zäh gestalten sich die zwei Filmstunden, in denen die Mitglieder der Justice League blasse Gesellen bleiben. Im Gegensatz zu den Avengers von der deutlich unterhaltsameren Marvel-Konkurrenz.

Davon abgesehen erzählt „Justice League“ die Geschichte von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ fort und baut darauf, dass man auch die DCEU-Filme „Man of Steel“ und „Wonder Woman“ (jau, der war gut) gesehen hat. Dann versteht man einige Anspielungen und Szenen besser und man weiß, warum so viele bekannte und großartige Schauspieler, wie Amy Adams, Jeremy Irons, Diane Lane und J. K. Simmons (in seinem Debüt als Commissioner Gordon), teilweise in Minirollen dabei sind.

Ben Affleck schaut als Bruce Wayne so missmutig in die Kamera, dass man förmlich hört, wie er sich die ganze Zeit fragt, was er in dem Scheiss sucht. Vielleicht weil der Ärger mit seinem Batman-Film sich während dem Dreh von „Justice League“ kontinuierlich steigerte. Der Hauptdreh für „Justice League“ war von April bis Oktober 2016. Im Frühjahr gab es, nachdem Zack Snyder im März wegen dem Suizid seiner Tochter die Arbeit niederlegte, zwei Monate Nachdrehs. Joss Whedon hatte die Regie übernommen und auch das Drehbuch überarbeitet. Es hieß auch, dass nach dem überragenden Erfolg von „Wonder Woman“ die Tonalität des Film geändert werden sollte.

Affleck, der den nächsten Batman-Film nach seinem Drehbuch inszenieren sollte, trat zwischen diesen beiden Drehs von der Regie für den geplanten Batman-Film zurück. Matt Reeves übernahm die Regie. Ihm gefiel Afflecks Drehbuch (Hey, gibt es das irgendwo im Netz?) nicht und anscheinend wird jetzt ein vollkommen neues Drehbuch geschrieben. Es gab auch Gerüchte, dass Warner überlegte, Afflecks Batman aus dem DCEU herauszuschreiben. Das alles ist bei einem Big-Budget-Film, vor allem vor Drehbeginn, nicht unbedingt ungewöhnlich, aber dass Affleck nach dem ganzen Ärger nach einem Weg aus dem Franchise sucht, ist nachvollziehbar. In aktuellen Interviews spricht er, ohne irgendetwas genaues zu sagen, über ein mögliches Ende seines Batmans. Es würde auch sein lustlos-verbissenes Spiel erklären.

Gal Gadot stahl in „Batman v Superman“ in ihren wenigen Szenen als Wonder Woman den Superhelden-Jungs mühelos die Show. In ihrem Solofilm „Wonder Woman“ war sie eine in jeder Beziehung willkommene Überraschung. In „Justice League“ wird sie hoffnungslos unter Wert verkauft.

Die anderen, ähem, Charaktere sind dann nur noch Staffage. Henry Cavill als Superman hat letztendlich nur eine Nebenrolle. Auch weil er die meiste Filmzeit tot ist. Und wenn er dann wiederbelebt wird, liefert er sich erst einmal eine Klopperei mit der Justice League, ehe er tiefsinnig über riesige Maisfelder blicken darf. Jason Momoa als Aquaman Arthur Curry und Ray Fisher als Cyborg Victor Stone sind blass. Ezra Miller als The Flash Barry Allen ist für den in Richtung des letzten Spider-Man-Films „Homecoming“ gehenden stubenreinen Pennäler-Humor zuständig. Schnell nervt dieser Humor und man wünscht sich noch langen vor dem Abspann Jesse Eisenberg zurück. In „Batman v Superman“ spielte er den bekannten Superman-Antagonisten Lex Luthor. Seine Spiel war zwar in Fankreisen umstritten, aber auch absolut bizarr und kurzweilig.

Dieses Mal ist der Bösewicht Steppenwolf, ein zweieinhalb Meter großer Krieger von der Alptraumwelt Apokolips. Viel mehr gibt es über ihn nicht zu sagen. Es ist eine CGI-Gestalt, die im Original von Ciarán Hinds gesprochen und wohl auch etwas gespielt wurde.

Und damit kommen wir zu Zack Snyder, dem Mastermind im DCEU-Filmkosmos. Wieder hat er die Regie übernommen und wieder gibt es Michael Bay für griesgrämige Comic-Nerds. Daran ändert der Wechsel des Regisseurs nichts. Whedon drückte dem Film nicht seinen Stempel auf, sondern er ergänzte in Snyders Sinn. Auch wenn man sich nach dem Erfolg von „Wonder Woman“ um eine andere Tonalität bemüht und alles bunter ist, ist der Grundton immer noch düster und schwermütig. Wie eine missglückte Pseudo-Doom-Metal-Version eines Beatles-Songs. – – Hm, im Abspann gibt es mit dem Beatles-Cover „Come together“ von Junkie XL, feat. Gary Clark Jr., so etwas ähnliches.

Die Bilder erinnern, wie man es von Zack Snyder gewohnt ist, an Comic-Panels. Das sieht unbestritten gut aus. Aber der gesamte Film sieht, abgesehen von einem kurzen „Watchmen“-Selbstzitat in den ersten Minuten, wie eine Abfolge von Panels aus. Nur ergibt eine Abfolge von Standbildern keinen Film. Das zeigt sich in den Actionszenen, die alle wenig dynamisch sind. Dialoge sind banale Schuss-Gegenschuss-Montagen, die mit einer Bräsigkeit zelebriert werden, die ihnen jedes Leben aussagen bis sie zu einem Standbild gefrieren. Da hat sogar ein Dialog in einer 08/15-TV-Serie oder einer TV-Show mehr Dynamik. Alles in „Justice League“ ist statisch. Nichts hat einen eigenständigen Rhythmus.

Das Drehbuch ist nur eine Abfolge von Plot Points, die eine niemals überraschende Geschichte erzählen. Im Gegensatz zu „Batman v Superman“ ist die Geschichte wenigstens immer nachvollziehbar und in sich schlüssig. Die Charaktere sind durchgehend eindimensional. Ihre Dialoge banal. Für keinen Schauspieler gibt es etwas, mit dem er arbeiten könnte. Sie müssen nur die Stichworte für den nächsten Plot Point geben. Entsprechend blass bleiben sie.

Wie bei Marvel gibt es im Abspann zwei Szenen, wobei die zweite die gelungenere ist. Sie teast auch den nächsten Film an, der – die Hoffnung stirbt zuletzt – besser als „Justice League“ sein könnte. Wenn sie bei DC endlich einmal Geld für ein schlüssiges, überraschendes, wendungs- und facettenreiches Drehbuch ausgeben. Bis dahin wird man diesen Langweiler, der nichts aus seinem Budget von dreihundert Millionen US-Dollar macht, vergessen haben.

Justice League (Justice League, USA 2016)

Regie: Zack Snyder, Joss Whedon (ungenannt)

Drehbuch: Chris Terrio, Joss Whedon (nach einer Geschichte von Chris Terrio und Zack Snyder)

mit Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Gal Gadot, Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fisher, Jeremy Irons, Diane Lane, Connie Nielsen, J. K. Simmons, Ciarán Hinds, Amber Heard, Joe Morton, Lisa Loven Kongsli, Ingvar Sigurdsson, David Thewlis, Sergi Constance

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Warner/DC-Facebook-Seite

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Justice League“

Metacritic über „Justice League“

Rotten Tomatoes über „Justice League“

Wikipedia über „Justice League“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Zack Snyders „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (Batman v Superman: Dawn of Justice, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik (und ein Buchtipp): „Wonder Woman“ zeigt den Jungs, wo der Hammer hängt

Juni 16, 2017

Schon in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ stahl die von Gal Gadot verkörperte Prinzessin Diana, aka „Wonder Woman“, in ihren wenigen Minuten Filmzeit den beiden titelgebenden Superhelden locker die Show. Mit „Wonder Woman“ hat die Comicheldin jetzt ihren überzeugenden Solofilm, der auch als Spielfilm und Einzelfilm überzeugt.

Dass „Wonder Woman“ der mit Abstand beste Film im „DC Extended Universe“ ist, wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Denn diese Hürde hätte Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) nach den mehr oder weniger desaströsen DC-Filmen „Man of Steel“, „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „Suicide Squad“ auch mit verbundenen Augen im Wachkoma geschafft. Sie erzählt die Origin-Story der Amazonenprinzessin Diana. Allerdings verlegte sie sie vom Zweiten Weltkrieg in die letzten Tage des Ersten Weltkriegs. Deswegen muss Diana im Film nicht (wie in den von ihrem Erfinder William Moulton Marston während des Zweiten Weltkriegs geschriebenen Geschichten) gegen böse Nazis, sondern gegen böse Deutsche kämpfen.

Diese verfolgen den US-Soldaten und Geheimagenten Steve Trevor (Chris Pine) auf die Amazoneninsel Themyscira. Bei einem Kampf am Strand können die Amazonen die Deutschen mit vielen eigenen Verlusten besiegen. Sie haben zwar keine Schusswaffen, aber Schwerter und ein jahrhundertelanges Training.

Trevor erzählt seinen Retterinnen, dass er von den Deutschen verfolgt wurde, weil er von General Ludendorff (Danny Huston) und Dr. Isabel Maru (Elena Anaya) Aufzeichnungen über ein von ihr erfundenes, tödliches Gas stahl und deren Labor zerstörte.

Diana entschließt sich, Trevor in die Welt der Männer zu begleiten und dort den Krieg zu beenden. Hinter dem Krieg kann nur der Kriegsgott Ares stehen.

Über London geht es nach Belgien und zwischen die Kriegsgräben. Dort plant Ludendorff, den sie für die menschliche Verkörperung von Ares hält, mit der Hilfe von Marus Erfindung, den Krieg zu seinen Gunsten zu beenden.

Patty Jenkins erzählt diese Geschichte mit der richtigen Dosis Action, einem leichten Camp-Touch (Dianas Lasso der Wahrheit) und einer ordentlichen Portion sich aus den Situationen ergebenden Humors. Immerhin erlebt Prinzessin Diana in London in der Welt der Männer Sitten, Gebräuche und Gepflogenheiten, die sich doch deutlich von den ihr bekannten unterscheiden. Das beginnt schon mit ihrer kampftauglichen Kleidung und endet bei ihrem respektlosen Umgang mit Männern, die daran gewöhnt sind, dass Frauen still und passiv sind.

Allerdings wird Dianas Origin-Geschichte zu sehr in einem klaren und entsprechend einfachen Gut- und Böse-Schema erzählt, das alle möglichen Grautöne der im Film angesprochenen moralischen und ethischen Fragen ignoriert. Das beginnt schon bei der ersten Begegnung von Diana mit Trevor. Er behauptet, dass er zu den Guten gehört und seine Verfolger die Bösewichter sind. Wir als Zuschauer wissen dank langjähriger Schulung in Hollywood-Konventionen, dass er recht hat, weil er von deutschen Soldaten verfolgt wird und Deutsche immer die Bösewichter sind. Aber Diana wird hier doch als arg naive und leichtgläubige Kriegerin gezeichnet. Auch später, in der Welt der Männer, will sie nur und ohne Umwege den Krieg beenden und so das Böse vernichten. In seiner herzigen Naivität sorgt ihr unbedingter Wille sofort Frieden zu schaffen und ihr Glaube, dass ihr das gelingt, indem sie den Bösewicht besiegt, für erfrischende Momente. Sie (und der Film) verschwendet auch keinen Gedanken an die Komplexität der Situation. Immerhin reden wir hier vom Ersten und nicht vom Zweiten Weltkrieg, in dem die Fronten eindeutig waren.

Diese eindeutige, alle möglichen Grautöne vermeidende Einteilung in Gut und Böse wird während des gesamten Films durchgehalten. Daher ist „Wonder Woman“ durchgehend unterkomplexer und auch apolitischer als nötig. Es ist ein bunter, unterhaltsamer, kurzweiliger, perfekt getimter Abenteuerfilm für die ganze Familie.

Und es ist ein DC-Film, der es locker mit den erfolgreichen Marvel-Filmen aufnehmen kann und sogar bessere Bösewichter hat.

Zum Schluss noch ein paar Fakten und Zahlen: „Wonder Woman“ ist der erste Superheldenfilm mit einer Heldin, der von einer Frau inszeniert wurde. Es ist der erste von einer Frau inszenierte Film mit einem Budget von über 100 Millionen US-Dollar. Er soll 150 Millionen US-Dollar gekostet haben. Und mit einem Einspielergebnis von über hundert Millionen US-Dollar in den USA am Startwochenende ist „Wonder Woman“ der erfolgreichste von einer Frau inszenierte Film. Davor war es „Fifty Shades of Grey“ von Sam Taylor-Johnson.

All die Zahlen sagen selbstverständlich nichts über die Qualität des Films aus. Daher ist es erfreulich, dass „Wonder Woman“ auch ein gelungener Film ist.

P. S.: Wie immer kann man sich bei den verschiedenen Fassungen (2D, 3D, Imax 3D) austoben. Ich habe den Film in 2D in einem normalen Kino gesehen und würde das als die optimale Fassung empfehlen. Wenn die Leinwand groß genug ist.

Wonder Woman (Wonder Woman, USA 2017)

Regie: Pattiy Jenkins

Drehbuch: Allan Heinberg (nach einer Geschichte von Zack Snyder, Allan Heinberg und Jason Fuchs)

mit Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis, Said Taghmaoui, Ewen Bremner, Eugene Brave Cock, Lucy Davis, Elena Anaya, Lilly Aspell, Emily Carey, Wolf Kahler

Länge: 141 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche WarnerBros/DC-Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Wonder Woman“

Metacritic über „Wonder Woman“

Rotten Tomatoes über „Wonder Woman“

Wikipedia über „Wonder Woman“ (deutsch, englisch)

Bonushinweis

Wer nach oder vor dem Kinobesuch tief in die Geschichte von Wonder Woman einsteigen will, sollte sich „Wonder Woman Anthologie“ zulegen. Wie in den anderen Bänden der Anthologie-Reihe (Batman und Deadpool wurden ja hier besprochen) gibt es in dem dicken und schweren Sammelband einen Überblick über den Charakter und seine wichtigsten Auftritte, wie ihrem ersten Auftritt und Geschichten, die für den Charakter große Veränderungen oder einmalige Ausflüge bedeuten. Bei „Wonder Woman Anthologie – Die vielen Gesichter der Amazonenprinzessin“ sind das

Die Geburt von Wonder Woman (The Origin of Wonder Woman, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 1 [1942])

Frauen der Zukunft( America’s Wonder Woman’s Women of Tomorrow, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 7 [1943])

Der Schurken-Verbund! (Villainy Incorporated!, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 28 [1948])

Streng geheim! (Top Secret!, von Robert Kanigher und Ross Andru, Wonder Woman 99 [1958])

Wonder Girl, die junge Amazone! (Wonder Woman: Amazon Teen-Ager!, von Robert Kanigher und Ross Andru, Wonder Woman 107 [1959])

Wonder Womans letzter Kampf (Wonder Woman’s Last Battle, von Dennis O’Neil und Mike Sekowsky, Wonder Woman 179 [1968])

Das zweite Leben der ursprünglichen Wonder Woman (The Second Life of the Original Wonder Woman, von Robert Kanigher und Don Heck, Wonder Woman 204 [1973])

Schwanengesang (Swang Song!, von Roy Thomas und Gene Colan, Wonder Woman 288 [1982])

Die Prinzessin und die Macht! (The Princess and the Power!, von Greg Potter und George Perez, Wonder Woman 1 [1987])

Akte der Gewalt (Violent Beginnings, von William Messner-Loebs und Mike Deodato jr., Wonder Woman 93 [1995])

Spinnst du jetzt völlig?! (Are You out of Your Minds?!, von John Byrne, Wonder Woman 113 [1996])

Der wahre Wert der Seele (The Bearing of the Soul, von Eric Luke, Yanick Paquette und Matthew Clark, Wonder Woman 142 [1999])

Die Entdeckung des Paradieses (Paradise Found, von Phil Jimenez, Wonder Woman 177 [2002])

Die Mission (The Mission, von Greg Rucka und Drew Johnson, Wonder Woman 195 [2003])

Die Mutter der Bewegung (The Mother of the Movement, von Darwyn Cooke und J. Bone, Justice League: The New Frontier Special 1 [2008])

Die Höhle des Minotaurs! (The Lair of the Miotaur!, von Brian Azzarello und Cliff Chiang, Wonder Woman 0 [2012])

Gothamazone (Gothamazone, von Gail Simone, Ethan Van Sciver und Marcelo Di Chiara, Sensations Comics featuring Wonder Woman 1 [2014])

Rettender Engel (Rescue Angel, von Amy Chu und Bernard Chang, Sensation Comics featuring Wonder Woman 7 [2015])

Dazu gibt es kundige Texte über den Charakter, ihre Entwicklung, die Macher und warum gerade diese Geschichten ausgewählt wurden.

Eine Fundgrube für Fans und Neueinsteiger. Mit Suchtfaktor.

Wonder Woman Anthologie – Die vielen Gesichter der Amazonenprinzessin

(übersetzt von Steve Kups, Mandy Matz und Alexander Rösch)

Panini, 2017

404 Seiten

34,99 Euro

Hinweise

DC Comics über Wonder Woman

Wikipedia über Wonder Woman (deutsch, englisch) 

Meine Besprechung von Brian Azzarellos Wonder Woman

Meine Besprechung von Meredith Finch/David Finch/Goran Sudzukas „Wonder Woman – Göttin des Krieges“ (Wonder Woman: War Torn, DC Comics, Januar 2015 – August 2015)

Meine Besprechung von Greg Rucka (Autor)/Nicola Scott/Bilquis Evelys (Zeichner) „Wonder Woman: Das erste Jahr (Rebirth – Die Wiedergeburt des DC-Univerums)“ (Wonder Woman: Year One, Part One – Finale, 2016/2017)

Meine Besprechung von Greg Rucka (Autor)/J. G. Jones‘ (Zeichner) „Wonder Woman/Batman: Hiketeia“ (Wonder Woman/Batman: The Hiketeia, 2002)


TV-Tipp für den 21. Januar: The Ice Harvest

Januar 21, 2017

 

Pro7, 00.30

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Wiederholung: Sonntag, 22. Januar, 04.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“

Wikipedia über „The Ice Harvest“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 16. Dezember: The Ice Harvest

Dezember 16, 2014

Der einzig echte, wahre und wahrhaftige Weihnachtsfilm

Pro7 Maxx, 23.05

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“


TV-Tipp für den 1. Oktober: Perfect Sense

September 30, 2014

BR, 23.10
Perfect Sense (Deutschland/Großbritannien/Schweden/Dänemark/Irland 2011, Regie: David Mackenzie)
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson
Während eine weltweite Seuche die Menschen ihrer Sinneswahrnehmungen beraubt, lernen sich in Glasgow ein Gourmet-Koch und eine Epidemiologin kennen, die versuchen, mit der Krankheit und ihren Gefühlen füreinander umzugehen.
Vor dem zwiespältig aufgenommenen „Perfect Sense“ inszeniert David Mackenzie „Young Adam“ und „Hallam Foe“.
„Die souveräne Inszenierung und die beiden Hauptdarsteller halten die stilvoll überkonstruierte Parabel im Lot.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Ewan McGregor, Eva Green, Ewen Bremner, Connie Nielsen, Stephen Dillane, Denis Lawson
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Perfect Sense“
Wikipedia über „Perfect Sense“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Kevin Costner hat „3 Days to kill“ in Paris

Mai 9, 2014

Warum sollte bei Kevin Costner nicht das funktionieren, was Luc Besson mit Liam Neeson gelang? Einen älteren Schauspieler zu einem veritablen Actionhelden ummodeln? Nun, dafür gibt es drei Gründe: das Drehbuch, der Regisseur und die Actionszenen. Denn „3 Days to kill“ kommt dem Ideal eines Actionfilms ohne Action erstaunlich nahe. Dafür sehen wir Kevin Costner auf einem Fahrrad durch Paris radeln.
Aber beginnen wir am Anfang: Kevin Costner spielt Ethan Renner, einen US-Geheimagenten. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Belgrad. Dort soll er den „Wolf“, den gefährlichsten Terroristen der Welt, dessen Gesicht niemand kennt, und dessen rechte Hand, den „Albino“, bei einem Waffendeal ausschalten. Der Auftrag geht gründlich schief, sein Team wird dezimiert und weil Renner während der Verfolgung des Albinos hustend zusammenbricht, wird er von einem Arzt untersucht, der ihm sagt, dass er einen Gehirntumor habe und innerhalb der nächsten drei bis fünf Monate sterben werde.
Renner, für den der Beruf immer an erster Stelle stand, will sich jetzt mit seiner Ex-Frau (Connie Nielsen) und seiner Tochter (Hailee Steinfeld), die in Paris leben, versöhnen.
Ehe er so richtig mit der Familienzusammenführung beginnen kann, bietet die geheimnisvolle CIA-Agentin Vivi Delay (Amber Heard im Femme-Fatale-Modus) ihm ein Heilmittel an. Er muss dafür in den nächsten drei Tagen nur einige Morde begehen, wobei er auch seine Scharte in Belgrad ausbügeln kann. Denn „Der Wolf“ und „Der Albino“, stehen auch auf dieser Liste.
Wen er umbringen soll, sagt ihm Vivi immer sehr kurzfristig. Was natürlich zu ständigen Konflikten mit seiner Frau und seiner Tochter, die beide nichts davon erfahren sollen, führt. Außerdem hat er von Vivi ein Medikament erhalten hat, das in den ungünstigsten Momenten zu Bewusstseinstrübungen führt,
„Der Wolf“. „Der Albino“. Nein, das ist definitiv nicht die Geheimagentenwelt von John le Carré. Es ist auch nicht die Geheimagentenwelt von Ian Fleming. Das ist die Welt des Pulps, des fröhlichen Trashes, der keine Gedanken an Wahrscheinlichkeit und Logik opfert. Was okay wäre, wenn die Geschichte wenigstens in sich schlüssig wäre. Aber „3 Days to kill“ klatscht einfach einen Thriller an ein Familiendrama und tut so, als handele es sich um zwei vollkommen verschiedene Filme. Das funktioniert nie, aber spätestens nach dieser Szene ist das gedankenlos zusammengeschusterte Drehbuch nur noch ärgerlich: Renner bringt in einer der raren Actionszenen des Films in einem Besson-hektisch geschnittenem Faustkampf einen auf ihn angesetzten Killer um und findet bei ihm Bilder von seiner Frau und seiner Tochter. Anstatt jetzt seine Liebsten in Sicherheit zu bringen, bringt er seiner Tochter erst einmal das Fahrradfahren bei, während wir gerade vor Ärger die vordere Stuhlreihe auffressen.
So gemacht, stehen sich Thriller und Familiendrama ständig im Weg. Dass das Familiendrama dann auch noch eines der banalen Art ist, hilft nicht.
Garniert wird diese Verbindung mit etwas klamaukigem Witz. Denn selbstverständlich ruft das Töchterchen ihren Vater immer in den unpassendsten Momenten an, gerät in dumme Situationen und selbstverständlich lässt Daddy sich in Erziehungsfragen von einem Verbrecher, dem glücklich verheirateten Buchhalter des Terroristen, beraten, den der davor und danach verprügelt.
Die Actionszenen sind durchgängig Post-Action-Szenen. Entweder gibt es viel Wackelkamera und genug Schnitte, um auch einen asthamatischen Großvater zu einem Bruce-Lee-Verschnitt zu machen, oder es gibt die schönen Vorher-Nachher-Szenen, in denen wir zuerst einen Raum voller Bösewichter sehen und Sekunden später einen Raum voller toter Bösewichter mit einem Kevin Costner in der Mitte, der für die Leichen verantwortlich ist, aber keine Falte in seiner Jeans hat. Das ist beim ersten Mal witzig. Schon beim zweiten Mal verpufft der Witz.
Regisseur von diesem cineastischem Zugunglück ist McG. Genau der McG, der die beiden „3 Engel für Charlie“-Filme und „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator: Salvation) ruinierte. Da wird „3 Days to kill“ zu seinem bislang besten Werk. Denn die Familienszenen sind gar nicht so schlecht inszeniert. Da verlässt er sich auf Kevin Costner, Connie Nielsen und Hailee Steinfeld, die alle viel zu gut für diesen Film sind.
Und die Aufnahmen von Paris sind schön, weil Paris eine schöne Stadt ist.
Nein, so wird das nichts mit Kevin Costner als Action-Helden. Dabei überzeugte er kürzlich in „Jack Ryan: Shadow Recruit“ und in zahlreichen Western, wie dem immer noch unterschätzten „Open Range“,zeigte er, dass er Action kann. Auch in dem Thriller „No Way Out“ machte er eine gute Figur. Er braucht allerdings einen Regisseur, der ihn als letzten Cowboy inszenieren kann. McG ist dafür eindeutig der falsche Mann.

3 Days To Kil - Plakat

3 Days to kill (3 Days to kill, USA/Frankreich 2014)
Regie: McG
Drehbuch: Luc Besson, Adi Hasak
mit Kevin Costner, Amber Heard, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen, Tómas Lemarquis, Richard Sammel, Marc Andréoni, Bruno Ricci
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „3 Days to kill“
Moviepilot über „3 Days to kill“
Metacritic über „3 Days to kill“
Rotten Tomatoes über „3 Days to kill“
Wikipedia über „3 Days to kill“ (englisch, französisch)


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