TV-Tipp für den 10. Januar: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

Januar 10, 2018

Arte, 20.15
Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Richard LaGravenese
LV: Scott Thorson, Alex Thorleifson: Behind the Candelabra, 1988
Grandioses, mit Preisen überschüttetes Biopic über den klavierspielenden, stockschwulen Las-Vegas-Entertainer Liberace, der jeden verklagte, der behauptete, er sei schwul.
Derzeit ist „Liberace“ immer noch Steven Soderberghs letzter Kinofilm, obwohl die HBO-Produktion in den USA nur im Fernsehen lief.
Soderbergh erzählt pointiert, mit einem scharfen Blick auf die damalige Bigotterie und die Schauwerte, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern, in der der ältere Mann den anderen verführt, ausnutzt und letztendlich verstößt. Es ist auch ein Blick auf die Schattenseiten des Showgeschäfts, in denen ein Star wie ein kleiner König herrschen kann.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Michael Douglas, Matt Damon, Scott Bakula, Dan Akroyd, Debbie Reynolds

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liberace“

Moviepilot über „Liberace“

Metacritic über „Liberace“

Rotten Tomatoes über „Liberace“

Wikipedia über „Liberace“

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 3. März: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

März 3, 2016

Vox, 20.15
Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Richard LaGravenese
LV: Scott Thorson, Alex Thorleifson: Behind the Candelabra, 1988
Grandioses, mit Preisen überschüttetes Biopic über den klavierspielenden, stockschwulen Las-Vegas-Entertainer Liberace, der jeden verklagte, der behauptete, er sei schwul.
Derzeit ist „Liberace“ immer noch Steven Soderberghs letzter Kinofilm, obwohl die HBO-Produktion in den USA nur im Fernsehen lief.
Soderbergh erzählt pointiert, mit einem scharfen Blick auf die damalige Bigotterie und die Schauwerte, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern, in der der ältere Mann den anderen verführt, ausnutzt und letztendlich verstößt. Es ist auch ein Blick auf die Schattenseiten des Showgeschäfts, in denen ein Star wie ein kleiner König herrschen kann.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Michael Douglas, Matt Damon, Scott Bakula, Dan Akroyd, Debbie Reynolds
Wiederholung: Freitag, 4. März, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

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Film-Zeit über „Liberace“

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Metacritic über „Liberace“

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Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Tammy – Voll abgefahren“, aber etwas ziellos

Juli 3, 2014

„Tammy – Voll abgefahren“ ist eine Mogelpackung. Denn der neue Film von und mit Melissa McCarthy ist nur am Anfang eine Komödie. Da wird ihr Auto von einem Hirsch gestoppt. Das Tier überlebt, Ihr Auto ist dagegen ziemlich demoliert. Kurz darauf wird sie von ihrem Chef (Ben Falcone) gefeuert. In einem sinnlosen Wutanfall wirft sie mit Lebensmitteln (soweit das über Fastfood-Kost gesagt werden kann) um sich. Sie fährt nach Hause und erwischt ihren Göttergatten mit einer anderen Frau.
Tammy hat genug. Sie will abhauen, aber nur ihre Oma Pearl (Susan Sarandon, auf steinalt frisiert) verfügt über genug Geld und, was noch wichtiger ist, ein Auto. Die beiden gegensätzlichen Frauen, die in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich keine drei Worte miteinander wechselten, machen sich auf den Weg zu den Niagara-Fällen, die Pearl schon immer besuchen wollte. Sagt sie. Außerdem ist Pearl Trinkerin, sexuellen Freuden nicht abgeneigt und sie vergisst schon einmal ihre Tabletten. Einige Tabletten hat sie auch durch wirksamere Medikamente bei dem jugendlichen Drogenhändler um die Ecke eingekauft. Kurz: sie ist vollkommen verantwortungslos.
Bei dieser Prämisse könnte „Tammy“ eine weitere „Hangover“-Variante mit Frauen werden. Auch der Trailer schlägt in diese Kerbe und damit weit daneben. Denn ziemlich schnell wird „Tammy“ immer ernster und zu einer sehr interessanten Variante von Alexander Paynes grandiosem Road-Movie „Nebraska“. Denn beide Male geht es bei dieser Reise, die ein Kind mit einem Elternteil (beziehungsweise Großelternteil) unternimmt, um ein letztes Kennenlernen der Generationen, um Versöhnung und auch um neue Lebensperspektiven. In „Nebraska“ sagt der Sohn auch ausdrücklich, dass diese Reise die letzte Gelegenheit sei, um mit seinem zunehmend dement werdendem Vater, der auch ein Alkoholiker ist, noch einige Tage zu verbringen. In „Tammy“ ist die Reise für Tammy wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, aus ihrem Leben auszubrechen. Denn bislang endete jede ihrer Fluchtversuche an der Stadtgrenze. Für Pearl ist es die letzte Möglichkeit, noch einmal etwas anderes zu sehen. Dabei geht es in beiden Filmen um die Reise und die Selbsterkenntnisse der Charaktere. Denn das Ziel – ein falscher Lottogewinn, ein Besuch der Niagara-Fälle – ist nebensächlich. Beide Male geht es auch um Familienbeziehungen. So treffen Tammy und Pearl auf ihrer Reise auch Pearls Cousine Lenore (Kathy Bates), die als bekennende Lesbe ein Leben weitab der Konventionen von Tammys Leben führt.
Aber während „Nebraska“ ein in sich geschlossenes melancholisches SW-Drama ist, ist „Tammy“ eine Komödie, die zu einem Drama wird und die mehr aus Einzelteilen als aus der Summe der Teile besteht. So ist „Tammy“ nie so gut, wie er sein könnte, aber die Komödie ist doch ein Schritt weg von dem inzwischen bekannten Melissa-McCarthy-Fahrwasser. Ich sage nur „Brautalarm“, „Voll abgezockt“ und „Taffe Mädels“.
Wieder beweist Melissa McCarthy einen herrlichen Hang zu unvorteilhaften Kleidern, wilden Frisuren und Schminkkatastrophen. Hässlicher sah wohl schon lange kein Star mehr aus. Wenn man weiß, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ben Falcone das Drehbuch schrieb, sie den Film mitproduzierten und Falcone hier sein Regiedebüt gab, dann sagt das einiges über die Eitelkeit von Melissa McCarthy aus. Und wohin sie sich in kommenden Filmen bewegen könnte. Denn unter der Komödie scheint auch immer eine gesellschaftskritische und liberale Agenda durch, die auch einen Traum von einem anderen Amerika zeigt.
Insofern ist „Tammy“ ein sehr interessanter filmischer Bastard, den ich trotz seiner Fehler mag. Dazu trägt auch die gute Besetzung bei. Neben Susan Sarandon und Kathy Bates spielen auch Dan Akroyd, Toni Colette und Sandra Oh in kleinen, aber wichtigen Rollen mit. Und „The Descendants“- und „Ganz weit hinten“-Drehbuchautor Nat Faxon spielt Tammys Ehemann, der für die falsche Frau Essen kocht.

Tammy - Plakat

Tammy – Voll abgefahren (Tammy, USA 2014)
Regie: Ben Falcone
Drehbuch: Melissa McCarthy, Ben Falcone
mit Melissa McCarthy, Susan Sarandon, Allison Janney, Gary Cole, Dan Akroyd, Kathy Bates, Nat Faxon, Toni Colette, Sandra Oh, Ben Falcone
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Tammy“
Moviepilot über „Tammy“
Metacritic über „Tammy“
Rotten Tomatoes über „Tammy“
Wikipedia über „Tammy“
Meine Besprechung der Melissa-McCarthy-Filme „The Nines – Dein Leben ist nur ein Spiel“ (The Nines, USA 2007), „Voll abgezockt“ (Identity Thief, USA 2013) und „Taffe Mädels“ (The Heat, USA 2013)

Zwei Interviews mit Melissa McCarthy über „Tammy“


Neu im Kino/Filmkritik: Steven Soderberghs „Liberace“ ist wundervoll, geschmacklos und schwul

Oktober 4, 2013

 

Nach „Side Effects“ sagte Steven Soderbergh, dass er keine weiteren Spielfilme drehen möchte. Und schon einige Monate später ist sein nächster Film im Kino. Allerdings ist das grandiose Biopic „Liberace“ ein TV-Film, produziert von HBO, der in den USA auch erfolgreich im Fernsehen lief und kürzlich elf Emmys erhielt. Unter anderem als bester Film, Michael Douglas als bester Hauptdarsteller, Steven Soderbergh für die Regie und den Schnitt und Ellen Mirojnick und Robert Q. Mathews für die Kostüme, die in diesem Film wirklich eine besondere Rolle spielen. Nominiert waren auch Richard LaGravenese für sein Drehbuch und Matt Damon als bester Hauptdarsteller.

Dieser Emmy-Preisregen kann als Entschädigung für die entgangenen Oscars angesehen werden. Denn Soderberghs Film gehört ins Kino. Die schwelgerische Ausstattung, der überbordende Kitsch des enorm populären Las-Vegas-Musikers Liberace, ist einfach zu viel für den kleinen Bildschirm. Liberace war seit den Fünfzigern, als er mit einer TV-Show bekannt wurde und in den kommenden Jahren seinen opulenten Bühnenauftritt perfektionierte, ein sehr gut verdienender Frauenschwarm, der stockschwul war, aber jeden verklagte, der das behauptete. Damals hätte das nämlich das Ende seiner Karriere bedeutet. Auch nach seinem Tod 1987 wurde peinlich verschwiegen, dass er an AIDS starb.

Soderberghs Sittengemälde und Biopic beginnt 1977. Damals war Scott Thorson (Matt Damon) ein junger Tiertrainer für Tiere, die in Hollywood-Filmen mitspielten, und schwul. Eines Tages nimmt ihn sein Freund, der Choreograph Bob Black zu einem Wochenendtrip nach Las Vegas mit. Sie besuchen ein Konzert von Liberace und Thorson entschlüsselt sofort die schwulen Codes des Pianisten. Das überwiegend ältere, weibliche Publikum nicht. Später, im Backstage-Bereich, findet der eitle Pfau Liberace sofort gefallen an dem unschuldigen Waisenjungen und ernennt ihn zu seinem persönlichen Sekretär, den er hinten und vorne in seinem Kitschpalast verwöhnt. Ihm sogar eine teure Schönheitsoperationen bezahlt, die ihn immer mehr zu seinem jüngeren Ebenbild machen. Thorson sitzt jetzt im goldenen Käfig, aus dem er nicht ausbrechen möchte. Jedenfalls noch nicht. Dummerweise ist Liberace leicht paranoid und sehr sprunghaft in der Wahl seiner Lustknaben.

Soderbergh erzählt pointiert, mit einem scharfen Blick auf die damalige Bigotterie und die Schauwerte, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern, in der der ältere Mann den anderen verführt, ausnutzt und letztendlich verstößt. Es ist auch ein Blick auf die Schattenseiten des Showgeschäfts, in denen ein Star wie ein kleiner König herrschen kann.

Das ist ganz großes Kino, wundervoll gespielt von Michael Douglas und Matt Damon, die wirklich jeden Preis verdient haben und, unter der glitzernden Oberfläche, eine zutiefst deprimierende Studie eines einsamen Mannes.

Ach ja: derzeit arbeitet Soderbergh an der Mini-Serie „The Knick“.

Liberace - Plakat

Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Richard LaGravenese

LV: Scott Thorson, Alex Thorleifson: Behind the Candelabra, 1988

mit Michael Douglas, Matt Damon, Scott Bakula, Dan Akroyd, Debbie Reynolds

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liberace“

Moviepilot über „Liberace“

Metacritic über „Liberace“

Rotten Tomatoes über „Liberace“

Wikipedia über „Liberace“ 

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

 

 

 

 

 


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