TV-Tipp für den 26. Juni: Sneakers – Die Lautlosen

Juni 25, 2019

Nitro, 20.15

Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers, USA 1992)

Regie: Phil Alden Robinson

Drehbuch: Phil Alden Robinson, Walter F. Parkes, Lawrence Lasker

Martin Bishop und sein Team brechen im Auftrag von Firmen in Computersysteme ein. Als sie einen halbseidenen Regierungsauftrag erhalten, geraten sie in Teufels Küche.

Sozusagen die unglamouröse Variante von „Ocean’s Eleven“. Was den Film nicht weniger unterhaltsam macht.

Danach, um 22.30 Uhr, läuft „The Big Lebowski“.

mit Robert Redford, Sidney Poitier, Dan Aykroyd, Ben Kingsley, Mary McDonnell, River Phoenix, David Strathairn, Timothy Busfield, James Earl Jones

Wiederholung: Donnerstag, 27. Juni, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sneakers – Die Lautlosen“

Wikipedia über „Sneakers – Die Lautlosen“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Godzilla II: King of the Monsters“ bei der kollektiven Städteplanung

Mai 29, 2019

Fünf Jahre nach den Ereignissen von „Godzilla“ wissen die Menschen, dass es, ähem, sehr sehr große Tiere gibt. Wie mit diesen Titanen umgegangen werden soll, ist allerdings noch etwas unklar. Letztendlich stehen sich Wissenschaftler und Militärs gegenüber. Erstere möchten die Tiere beobachten und sind an einem friedlichen Umgang, einer Koexistenz, mit ihnen interessiert. Letztere möchten, nach bewährter Soldatentradition, die Monster am liebsten atomisieren. Bis die Politik sich entschieden hat, was getan wird, werden die bis jetzt siebzehn bekannten Riesenmonster in ihren Verstecken von der kryptozoologischen Agentur Monarch beobachtet und erforscht. Selbstverständlich ohne sie aus ihrem schon seit Ewigkeiten andauerndem Tiefschlaf zu wecken.

Als eine von Alan Jonah (Charles Dance) geführte Gruppe Ökoterroristen die Monarch-Station in China überfällt, ist das fragile Gleichgewicht gestört. Er lässt das Monster frei und entführt die Wissenschaftlerin Dr. Emma Russell (Vera Farmiga), die gerade ein Gerät entwickelt hat, mit dem man das Verhalten der Tiere beeinflussen kann, und ihre Tochter Madison („Stranger Things“ Millie Bobby Brown in ihrem Spielfilmdebüt). Die Terroristen wollen alle bis jetzt bekannten Monster auf die Menschheit loslassen. Ihre erste Station ist die Monarch-Station in der Antarktis. Im Eis schläft der dreiköpfige King Ghidorah.

Währenddessen wird Emmas Mann Mark (Kyle Chandler) von dem wichtigen Monarch-Wissenschaftler Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) in das aus Wissenschaftlern und Soldaten bestehende Team, das die Terroristen finden soll, aufgenommen. Mark kombiniert in Sherlock-Holmes-Manier (also für Normalsterbliche ohne Erklärung nicht nachvollziehbar und Zeit für Erklärungen gibt es in „Godzilla II: King of the Monsters“ nicht), dass die Entführer seiner Frau und Tochter zu der streng geheimen Monarch-Station in der Antarktis wollen.

Dort erlebt Mark seine erste große Überraschung und über einige Umwege und Atombombenzündungen geht es in die USA in seine Heimatstadt.

Während Gareth Edwards‘ „Godzilla“ noch eine ziemlich dröge Angelegenheit war, liefert Michael Dougherty in „Godzilla II: King of the Monsters“ fast pausenlose Action. Eine richtige Fortsetzung von „Godzilla“ ist sein Film nicht. Bis auf Ken Watanabe, Sally Hawkins (die ziemlich schwuppdiwupp zwischen zwei Bildern zertrampelt wird) und David Strathairn (ungefähr eine Szene als Admiral William Stenz) ist niemand vom ersten „Godzilla“-Film dabei. Die Organisation Monarch spielt in „Godzilla“, „Godzilla II“ und „Kong: Skull Island“ eine so austauschbare Rolle, dass sie mühelos durch einen beliebigen anderen Organisationsnamen ersetzt werden könnte.

Godzilla selbst ist auch gar nicht so oft im Bild. Dafür gibt es viele andere Monster. Vor allem das dreiköpfige Wesen King Ghidorah hat eine größere Rolle. King Ghidorah ist dann auch noch ein Alien und entsprechend schwer zu besiegen.

Im Mittelpunkt des Films stehen die epischen Monsterkloppereien, die man problemlos auch ohne die Kenntnis der anderen Filme nachvollziehen kann. Meistens tragen sie sich vor einem sehr dunklen Himmel zu. Viele Soldaten dürfen als Statisten ballern und sterben, während die Monster sich gerade als rücksichtslose, Hochhäuser im Dutzend zerstörende Abrissunternehmer betätigen, Weil das alles aus dem Computer kommt, fehlt auch Doughertys Monsterfilm der Charme der alten japanischen „Godzilla“-Filme, die früher in den Bahnhofslichtspielen und dem TV-Nachmittagsprogramm liefen. Damals wurde ein Mann in ein Affenkostüm gesteckt und er stampfte durch Spielzeuglandschaften. Das war ein kindischer Spaß, der immer wieder ernste Untertöne hatte.

So etwas wie eine tiefere Botschaft sucht man in „Godzilla II: King of the Monsters“ vergebens. Falls man beim lustigen Zünden von Atombomben und einer neuen Bombe, die alles Leben im Radius von zwei Meilen vernichtet, überhaupt jemals daran denkt. Denn das Drehbuch bemüht sich nur, die einzelnen, bevorzugt in Großstädten stattfindenden Zerstörungsorgien halbwegs schlüssig miteinander zu verbinden.

Die Schauspieler – ein durchaus beeindruckender Cast gestandener Mimen – hat wenig zu tun. Schauspielerischen Leistungen werden von keinem verlangt. Sie müssen nur präsent sein und mal grimmig, mal schockiert, selten überrascht, in die Kamera starren. Das gelingt ihnen. Was sie sehen, wurde später im Computer erschaffen.

Und so ist „Godzilla II: King of the Monsters“ die Big-Budget-Ausgabe eines alten Monsterheulers, ohne den kindlich-naiven Charme des alten Monsterheulers, aber mit viel besseren Tricks und vielen, riesigen, ziemlich echt aussehenden Tieren, die sich leinwandfüllend schlagen und dabei die Tonanlage des Kinos ausreizen.

Es gibt eine Post-Credit-Szene, die, nun, die Story bzw. Godzillas Gegner in dem nächsten „Godzilla“-Film andeutet. Inwiefern diese Szene, falls überhaupt, auch mit „Godzilla vs. Kong“ zusammenhängt, erfahren wir Mitte März 2020. Dann sollen Godzilla und King Kong im Kino aufeinandertreffen.

Godzilla II: King of the Monsters (Godzilla II: King of Monsters, USA 2019)

Regie: Michael Dougherty

Drehbuch: Michael Dougherty, Zach Shields (nach einer Geschichte von Max Borenstein, Michael Dougherty und Zach Shields)

mit Kyle Chandler, Vera Farmiga, Millie Bobby Brown, Ken Watanabe, Ziyi Zhang, Bradley Whitford, Sally Hawkins, Charles Dance, Thomas Middleditch, Aisha Hinds, O’Shea Jackson Jr., David Strathairn, CCH Pounder

Länge: 132 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Godzilla II: King of the Monsters“

Metacritic über „Godzilla II: King of the Monsters“

Rotten Tomatoes über „Godzilla II: King of the Monsters“

Wikipedia über „Godzilla II: King of the Monsters“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Doughertys „Krampus“ (Krampus, USA 2015)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Godzilla“ (Godzilla, USA 2014)

Meine Besprechung von Jordan Vogt-Roberts‘ „Kong: Skull Island“ (Kong: Skull Island, USA 2017)


Buch- und DVD-Kritik: „McMafia“ – eine Krimiserie, basierend auf einem Sachbuch

September 5, 2018

2008 veröffentlichte Journalist Misha Glenny eine über fünfhundertseitige Reportage über die Globalisierung des Organisierten Verbrechens nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Denn obwohl das Organisierte Verbrechen schon immer global war, blieben die Mafia, die Cosa Nostra und die Triaden weitgehend unter sich.

2018 lief die auf Glennys Buch basierende zehnteilige TV-Serie im BBC. Eine zweite Staffel ist schon in Arbeit.

Für die in der Gegenwart spielende Serie musste natürlich einiges aktualisiert und alles dramatisiert werden. Denn eine Serie ist kein Dokumentarfilm und kein Sachbuch. Mit Drehbuchautor Hossein Amini („Drive“, „Die zwei Gesichter des Januars [auch Regie]) und James Watkins („Eden Lake“, „Die Frau in Schwarz“) schien das hoch budgetierte Projekt in den richtigen Händen zu sein. Denn die Dreharbeiten erstreckten sich über den halben Globus und mit James Norton, David Strathairn und David Dencik wurden auch international bekannte Namen verpflichtet. Und Misha Glenny schreibt im Vorwort der Neuausgabe von seinem Sachbuch „McMafia“: „Schon nach einem fünfminütigem Gespräch mit den beiden war ich überzeugt: Wenn wir eine Fernsehanstalt dazu bringen konnten, sich des Themas von ‚McMafia‘ anzunehmen, waren sie diejenigen, mit denen ich arbeiten wollte. (…) An den beiden beeindruckte mich vor allem, dass sie die Welt, die ich in dem Buch abbilden wollte, begriffen und richtig einschätzen.“

Der Kosmos des globalen Verbrechens entfaltet sich in der achtteiligen TV-Serie um Alex Godman, den Sohn eines mit seiner Familie aus Russland nach London geflohenen, sich im alkoholgetränkten Ruhestand befindenden Oligarchen. Godman will mit der Welt seines Vaters und seiner Verwandtschaft nichts zu tun haben. Er ist ein Banker und er wird, gegen seinen Willen, in die Welt des internationalen, organisierten Verbrechens involviert.

Das ist die Ausgangslage, von der Amini und Watkins vom globalen Verbrechen erzählen. Leider nicht besonders gelungen, erstaunlich zäh und langweilig. Aus den vielen, rund um den Globus verstreuten Szenen schält sich nur sehr langsam so etwas wie eine Geschichte heraus.

Ein packendes Drama entsteht allerdings nie. Denn eine Story ist nicht erkennbar und alles zieht sich elend lang hin. „McMafia“ ist kein Gangsterthriller, sondern ein verfilmtes Sachbuch, in dem jede Szene eine weitere Seite des Buchs illustriert. Weil es eine Serie ist, wurden die Informationen dann auf einige Sprechende verteilt. Die Schauspieler wirken immer so, als ob sie in die Serie gezwungen wurden und jetzt ihre Texte vom Blatt ablesen. Die Inszenierung bewegt sich, erschreckend einfallslos, auf dem Niveau einer altertümlichen, schon lange vergessenen TV-Serie.

Das hat nichts mit Miniserien wie „The Night Manager“, „Narcos“, „Romanzo Criminale“ oder, um auch ein deutsches Beispiel zu nennen, „Im Angesicht des Verbrechens“ zu tun. An „Im Angesicht des Verbrechens“ hat mir vieles nicht gefallen, aber es hatte immer die packende „ich will wissen, wie es weitergeht“-Qualität, die „McMafia“ nie hat. Hier muss ich mich förmlich zwingen, die nächste Folge zu sehen – und nicht dabei einzuschlafen.

McMafia – Staffel 1 (McMafia, Großbritannien 2018)

Regie: James Watkins

Drehbuch: Hossein Amini, James Watkins, David Farr, Laurence Coriat, Peter Harness

Erfinder: Hossein Amini, James Watkins

mit James Norton, David Strathairn, Juliet Rylance, Merab Ninidze, David Dencik, Aleksey Serebryakov, Maria Shukshina, Caio Blat, Faye Marsay, Kirill Pirogov, Nawazuddin Siddiqui, Karel Roden

DVD

Polyband

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: The Cast, The McMafia World, Bringing The McMafia World to Life

Länge: 450 Minuten (8 x 56 Minuten) (3 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Misha Glenny: McMafia – Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens

(überarbeitete und ergänzte Neuausgabe)

(übersetzt von Sebastian Vogel)

Tropen, 2018

600 Seiten

14,95 Euro

Deutsche Erstausgabe

Deutsche Verlags-Anstalt, 2008

Originalausgabe

McMafia. Crime without frontiers

The Bodley Head, London, 2008

Hinweise

BBC über „McMafia“

Rotten Tomatoes über „McMafia“

Wikipedia über „McMafia“ (deutsch, englisch) und Misha Glenny (deutsch, englisch)

Perlentaucher über das Buch „McMafia“

Meine Besprechung von James Watkins‘ „Bastille Day“ (Bastille Day, USA/Frankreich/Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 25. August: Sneakers – Die Lautlosen

August 25, 2018

ZDFneo, 20.15

Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers, USA 1992)

Regie: Phil Alden Robinson

Drehbuch: Phil Alden Robinson, Walter F. Parkes, Lawrence Lasker

Martin Bishop und sein Team brechen im Auftrag von Firmen in Computersysteme ein. Als sie einen halbseidenen Regierungsauftrag erhalten, geraten sie in Teufels Küche.

Sozusagen die unglamouröse Variante von „Ocean’s Eleven“. Was den Film nicht weniger unterhaltsam macht.

mit Robert Redford, Sidney Poitier, Dan Aykroyd, Ben Kingsley, Mary McDonnell, River Phoenix, David Strathairn, Timothy Busfield, James Earl Jones

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sneakers – Die Lautlosen“

Wikipedia über „Sneakers – Die Lautlosen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 12. Mai (+ Buchtipp): Die Firma

Mai 12, 2018

RTL II, 20.15

Die Firma (The Firm, USA 1993)

Regie: Sydney Pollack

Drehbuch: David Rabe, Robert Towne, David Rayfield

LV: John Grisham: The firm, 1991 (Die Firma)

Unmittelbar nach seinem Abschluss in Harvard erhält Mitch McDeere ein Jobangebot einer renommierten Kanzlei. Er nimmt an und erfährt, dass sie für die Mafia arbeitet. Das allein wäre schon schlimm genug. Aber McDeere will der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen und gerät zwischen alle Fronten.

Die erste Grisham-Verfilmung ist – wie die folgenden – überlanges Hollywood-Starkino. Bis 1998 liefen noch sechs weitere Grisham-Verfilmungen in unseren Kinos. 2003 gab es mit „Das Urteil – Jeder ist käuflich“ (ebenfalls mit Gene Hackman) einen Nachklapp. Seitdem gab es im Kino keine weiteren Grisham-Justizthriller mehr, während Grisham selbst emsig und erfolgreich weitere Justizthriller schrieb.

Die Firma“ ist Grishams zweiter Roman und es war für ihn der Durchbruch, der es ihm ermöglichte, seine Anwaltskarriere zugunsten einer Schriftstellerkarriere zu beenden.

Wer das Buch unter anderem wegen der kompetenten Darstellung von Interna amerikanischer Rechtsanwaltskollektive und der Interaktion von Wirtschaft und organisiertem Verbrechen schätzte, wird die vorliegende Verfilmung ärgerlich finden.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Mit Tom Cruise, Gene Hackman, Jeanne Tripplehorn, Ed Harris, Holly Hunter, Hal Holbrook, Wilford Brimley, David Strathairn, Gary Busey

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Firma“

Wikipedia über „Die Firma“ (deutsch, englisch)

Homepage von John Grisham

Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über John Grisham

Bonushinweis

Einerseits hat „Forderung“, der neue, gerade auf Deutsch erschienene Thriller des bekennenden Demokraten John Grisham nichts mit Donald Trump zu tun.

Andererseits erinnert die Prämisse an die höchst unseriöse Trump University. Auch wenn Grishams Inspiration für seinen Roman Paul Campos‘ „The Atlantic“-Reportage „The Law-School Scam“.

In dem Roman bemerken die Studenten Zola, Todd und Mark kurz vor ihrem Juraexamen, dass sie betrogen wurden. Die teure Ausbildung auf der von ihnen besuchten privaten Hochschule war bodenlos schlecht. Sie werden niemals die Prüfungen bestehen. Ihre Studiengebühren müssen sie allerdings bezahlen. Also beschließen die Drei, die Verantwortlichen für den Betrug zur Rechenschaft zu ziehen – und wir erleben einen Fall von poetischer Gerechtigkeit.

John Grisham: Forderung

(übersetzt von Kristiana Dorn-Ruhl, Bea Reiter und Imke Walsh-Araya)

Heyne, 2018

432 Seiten

24 Euro

Originalausgabe

The Rooster Bar

Doubleday, New York, 2017


TV-Tipp für den 12. März: L. A. Confidential

März 11, 2017

Arte, 20.15

L.A. Confidential (USA 1997, Regie: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe. Den Edgar gab es natürlich ebenfalls.

mit Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce, James Cromwell, Kim Basinger, Danny DeVito, David Strathairn, Ron Rifkin, Paul Guilfoyle, Simon Baker

Wiederholung: Dienstag, 14. März, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „L. A. Confidential“

Wikipedia über „L. A. Confidential“ (deutsch, englisch)

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu “L. A. Confidential” (1997)

Drehbuch „L. A. Confidential“ von Brian Helgeland

Homepage von James Ellroy

Wikipedia über James Ellroy (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys “Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau” (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

Meine Teilbesprechung von James Ellroys “Perfidia” (Perfidia, 2014)

James Ellroy in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. März: L. A. Confidential

März 9, 2016

Kabel 1, 22.40

L.A. Confidential (USA 1997, Regie: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe. Den Edgar gab es natürlich ebenfalls.

mit Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce, James Cromwell, Kim Basinger, Danny DeVito, David Strathairn, Ron Rifkin, Paul Guilfoyle, Simon Baker

Wiederholung: Freitag, 11. März, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu “L. A. Confidential” (1997)

Drehbuch „L. A. Confidential“ von Brian Helgeland

Homepage von James Ellroy

Wikipedia über James Ellroy (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys “Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau” (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

Meine Teilbesprechung von James Ellroys “Perfidia” (Perfidia, 2014)

James Ellroy in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Februar: My Blueberry Nights (+ Buchtipp: „Die Sünden der Väter“ von Lawrence Block)

Februar 18, 2016

Eins Plus, 23.10

My Blueberry Nights (China/USA 2007, Regie: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Wiederholung: Freitag, 19. Februar, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Bonushinweis/Buchtipp

Block - Die Sünden der Väter

Eine erfreuliche Fans für Lawrence-Block-Fans: der Grandmaster höchstselbst hat jetzt veranlasst, dass seine Romane mit dem Ex-Polizisten Matthew Scudder, der in New York als Privatdetektiv ohne Lizenz arbeitet, wieder auf Deutsch erscheinen. Jedes Jahr sollen, so ist der Plan, mindestens zwei Scudder-Romane erscheinen. Dazwischen soll es Scudder-Kurzgeschichten geben.
(Einschub: genau der Scudder, der vor kurzem von Liam Neeson in Scott Franks „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ verkörpert wurde.)
In dem ersten Scudder-Roman, der in den USA 1976 erschien, will ein Vater wissen, wer seine Tochter warum ermordete. Denn er glaubt nicht an die offizielle Version und er will wissen, wie sie die vergangenen Jahre lebte. Scudder, der damals noch ein Trinker war, sucht den Mörder der Prostituierten.
Als Lawrence Block Mitte der siebziger Jahre schnell hintereinander die ersten Matt-Scudder-Romane schrieb, unterschieden sie sich nicht sehr von vielen anderen Privatdetektiv-Romanen. Vor allem die Länge (oder besser Kürze) und der damit verbundene Handlungsaufbau entsprachen den Konventionen. Trotzdem setzt Lawrence Block, wie schon in seinen vorherigen Romanen und der witzigen Evan-Tanner-Serie, eigene Duftnoten.
Einige Jahre später, nachdem Scudder sich zu seinem Alkoholismus bekennt, Mitglied der Anonymen Alkoholiker wird und versucht, seine Sucht zu bekämpfen, nehmen die Romane, die dann auch länger wurden, die entscheidende Wende, die Matt Scudder zu einem der großen Privatdetektive des 20. Jahrhunderts machte.
Aber diese Geschichte wird erst später erzählt. Bis dahin kann noch einmal tief in das New York der siebziger Jahre eingetaucht werden.

Lawrence Block: Die Sünden der Väter
(übersetzt von Stefan Mommertz)
CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016
200 Seiten
10,69 Euro (auch als E-Book erhältlich) (via Amazon)

Originalausgabe
The Sins of the Fathers
Dell, 1976

Deutsche Erstausgabe als „Mord unter vier Augen“

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „A drop of the hard stuff“ (2011)

Meine Besprechung von Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“ (8 Million Ways to die, USA 1986)

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk amont the Tombstones, USA 2014) (und die DVD-Kritik)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“

Rotten Tomatoes über “My Blueberry Nights”

Meine Besprechung von Wong Kar-wais “The Grandmaster” (Yi Dai Zong Shi, Hongkong/China 2013)


TV-Tipp für den 9. Juli: Lincoln

Juli 9, 2015

ARD, 22.45
Lincoln (Lincoln, USA 2012)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Tony Kushner
LV: Doris Kearns Goodwin: Team of Rivals: The political Genius of Abraham Lincoln, 2005
Ohne historisches Vorwissen bestenfalls durchwachsenes Biopic über Abraham Lincolns Kampf um den 13. Verfassungszusatz (das ist der, der die Sklaverei abschaffte). Kurz nachdem der Zusatz im Kongress verabschiedet wurde, wurde Lincoln ermordet. Weil der Film mit seinem nicht gezeigten Tod endet, ist „Lincoln“ auch ein Film über die letzten Tage Lincolns.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones, Joseph Gordon-Levitt, James Spader, Hal Holbrook, John Hawkes, Jackie Earle Haley, Bruce McGill, Tim Blake Nelson , Jared Harris, Gloria Reuben, Walton Goggins , David Oyelowo, Lukas Haas, Gregory Itzin, S. Epatha Merkerson

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lincoln“

Metacritic über „Lincoln“

Rotten Tomatoes über „Lincoln“

Wikipedia über „Lincoln“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. Februar: Good Night, and Good Luck – Der Fall McCarthy

Februar 26, 2015

EinsPlus, 23.05

Good Night, and Good Luck (USA 2005, Regie: George Clooney)

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

In den Fünfzigern veranstaltet US-Senator Joseph McCarthy eine Hetzjagd gegen wenige Kommunisten und viele vermeintliche Kommunisten. 1954 beginnt CBS-Moderator Edward R. Murrow die Politik von McCarthy in seiner Sendung „See it now“ zu hinterfragen. Mit den von ihm präsentierten Reportagen und, später, von ihm gemachten Interviews mit McCarthy trug er zu dessen Sturz bei.

Böswillig gesagt ist “Good Night, and Good Luck” Schulfernsehen, bei dem zuerst die historischen Fakten vermittelt und anschließend die Botschaft hinausposaunt wird. Objektiv gesehen ist Clooneys Film gutes altmodisches Kino mit einer zeitlos aktuellen Botschaft über die Verantwortung der Medien (hier des Fernsehens). Denn selbstverständlich wurde der in dem Film geschilderte wahre Fall des TV-Moderators Edward R. Murrow gegen Senator Joseph McCarthy auch als Diagnose des Verhaltens der US-amerikanischen Medien vor dem Irak-Krieg gesehen und der historisch verbürgte Aufruf von Murrow an seine Kollegen am Ende des historisch genauen Films kritisch gegen die Machthaber zu sein, konnte 2005 nur tagespolitisch verstanden werden. – Und heute denken wir an die NSA, den Whistleblower Edward Snowden und den Journalisten Glenn Greenwald.

Abgesehen davon ist „Good Night, and Good Luck“ mit seiner eleganten SW-Kamera (Robert Elswit, auch „Michael Clayton“, „There will be Blood“ und, uh, „James Bond – Der Morgen stirbt nie“), dem stimmungsvollen Soundtrack, den pointierten Dialogen und den guten Schauspielern einfach ein Fest für Filmfreunde.

Mit David Strathairn, George Clooney, Patricia Clarkson, Alex Borstein, Robert Downey Jr., Jeff Daniels, Ray Wise, Robert Knepper, Dianne Reeves, Frank Langella

Wiederholung: Freitag, 27. Februar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Good Night, and Good Luck

Rotten Tomatoes über “Good Night, and Good Luck”

Wikipedia über “Good Night, and Good Luck” (deutsch, englisch) und Edward R. Murrow (deutsch, englisch [viel umfangreicher])

The Museum of Broadcast Communication über Edward R. Murrow

PBS über Edward R. Murrow

Meine Besprechung von George Clooneys “Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” (Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 23. Februar: Good Night, and Good Luck – Der Fall McCarthy

Februar 22, 2015

EinsPlus, 21.45

Good Night, and Good Luck (USA 2005, Regie: George Clooney)

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

In den Fünfzigern veranstaltet US-Senator Joseph McCarthy eine Hetzjagd gegen wenige Kommunisten und viele vermeintliche Kommunisten. 1954 beginnt CBS-Moderator Edward R. Murrow die Politik von McCarthy in seiner Sendung „See it now“ zu hinterfragen. Mit den von ihm präsentierten Reportagen und, später, von ihm gemachten Interviews mit McCarthy trug er zu dessen Sturz bei.

Böswillig gesagt ist “Good Night, and Good Luck” Schulfernsehen, bei dem zuerst die historischen Fakten vermittelt und anschließend die Botschaft hinausposaunt wird. Objektiv gesehen ist Clooneys Film gutes altmodisches Kino mit einer zeitlos aktuellen Botschaft über die Verantwortung der Medien (hier des Fernsehens). Denn selbstverständlich wurde der in dem Film geschilderte wahre Fall des TV-Moderators Edward R. Murrow gegen Senator Joseph McCarthy auch als Diagnose des Verhaltens der US-amerikanischen Medien vor dem Irak-Krieg gesehen und der historisch verbürgte Aufruf von Murrow an seine Kollegen am Ende des historisch genauen Films kritisch gegen die Machthaber zu sein, konnte 2005 nur tagespolitisch verstanden werden. – Und heute denken wir an die NSA, den Whistleblower Edward Snowden und den Journalisten Glenn Greenwald.

Abgesehen davon ist „Good Night, and Good Luck“ mit seiner eleganten SW-Kamera (Robert Elswit, auch „Michael Clayton“, „There will be Blood“ und, uh, „James Bond – Der Morgen stirbt nie“), dem stimmungsvollen Soundtrack, den pointierten Dialogen und den guten Schauspielern einfach ein Fest für Filmfreunde.

Mit David Strathairn, George Clooney, Patricia Clarkson, Alex Borstein, Robert Downey Jr., Jeff Daniels, Ray Wise, Robert Knepper, Dianne Reeves, Frank Langella

Wiederholung: Dienstag, 24. Februar, 17.15 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Good Night, and Good Luck

Rotten Tomatoes über “Good Night, and Good Luck”

Wikipedia über “Good Night, and Good Luck” (deutsch, englisch) und Edward R. Murrow (deutsch, englisch [viel umfangreicher])

The Museum of Broadcast Communication über Edward R. Murrow

PBS über Edward R. Murrow

Meine Besprechung von George Clooneys “Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” (Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 18. August: My Blueberry Nights

August 18, 2014

Eins Festival, 20.15/23.40

My Blueberry Nights (China/USA 2007, Regie: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“

Rotten Tomatoes über “My Blueberry Nights”

Meine Besprechung von Wong Kar-wais „The Grandmaster“ (Yi Dai Zong Shi, Hongkong/China 2013)


TV-Tipp für den 28. Juli: Good Night, and Good Luck – Der Fall McCarthy

Juli 28, 2014

WDR, 22.45

Good Night, and Good Luck (USA 2005, Regie: George Clooney)

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

In den Fünfzigern veranstaltet US-Senator Joseph McCarthy eine Hetzjagd gegen wenige Kommunisten und viele vermeintliche Kommunisten. 1954 beginnt CBS-Moderator Edward R. Murrow die Politik von McCarthy in seiner Sendung „See it now“ zu hinterfragen. Mit den von ihm präsentierten Reportagen und, später, von ihm gemachten Interviews mit McCarthy trug er zu dessen Sturz bei.

Böswillig gesagt ist “Good Night, and Good Luck” Schulfernsehen, bei dem zuerst die historischen Fakten vermittelt und anschließend die Botschaft hinausposaunt wird. Objektiv gesehen ist Clooneys Film gutes altmodisches Kino mit einer zeitlos aktuellen Botschaft über die Verantwortung der Medien (hier des Fernsehens). Denn selbstverständlich wurde der in dem Film geschilderte wahre Fall des TV-Moderators Edward R. Murrow gegen Senator Joseph McCarthy auch als Diagnose des Verhaltens der US-amerikanischen Medien vor dem Irak-Krieg gesehen und der historisch verbürgte Aufruf von Murrow an seine Kollegen am Ende des historisch genauen Films kritisch gegen die Machthaber zu sein, konnte 2005 nur tagespolitisch verstanden werden. – Und heute denken wir an die NSA, den Whistleblower Edward Snowden und den Journalisten Glenn Greenwald.

Abgesehen davon ist „Good Night, and Good Luck“ mit seiner eleganten SW-Kamera (Robert Elswit, auch „Michael Clayton“, „There will be Blood“ und, uh, „James Bond – Der Morgen stirbt nie“), dem stimmungsvollen Soundtrack, den pointierten Dialogen und den guten Schauspielern einfach ein Fest für Filmfreunde.

Mit David Strathairn, George Clooney, Patricia Clarkson, Alex Borstein, Robert Downey Jr., Jeff Daniels, Ray Wise, Robert Knepper, Dianne Reeves, Frank Langella

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Good Night, and Good Luck

Rotten Tomatoes über „Good Night, and Good Luck“

Wikipedia über „Good Night, and Good Luck“ (deutsch, englisch) und Edward R. Murrow (deutsch, englisch [viel umfangreicher])

The Museum of Broadcast Communication über Edward R. Murrow

PBS über Edward R. Murrow

Meine Besprechung von George Clooneys „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ (Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Kaputtmachen mit „Godzilla“

Mai 15, 2014

Es ist nur ein kleines Problem, das aber auf ein viel größeres Problem hinweist: Beim Ansehen von „Godzilla“ überlegte ich ständig, wie groß die verschiedenen Monster sind und ich hatte immer den Eindruck, dass ihre Größe sich immer wieder veränderte; – was zu einem Teil sicher auch an den irritierendem 3D-Effekt lag, bei dem die Dimensionen immer etwas verschoben waren. Meistens hatte ich den Eindruck, dass die Menschen im Vordergrund zu klein oder zu groß für die etwas hinter ihnen stehenden Fahrzeuge waren.
Wenn ich allerdings, wie bei „King Kong und die weiße Frau“, vollständig in dem Film versunken wäre, hätte es mich nicht gestört.
Außerdem ist „Godzilla“ als zweistündiger Film eine sehr schwerfällige, sich im Schneckentempo auf das Finale zubewegende Angelegenheit, die „Pacific Rim“ (eine ziemlich schamlose „Godzilla“-Kopie) mit „World War Z“ verknüpft und die gelungenen Teile der beiden Filme links liegen lässt.
Gareth Edwards, der mit seinem Low-Budget-Debütfilm „Monsters“ begeisterte, beginnt sein Blockbuster-Debüt mit einer schön gestalteten Titelsequenz, in der auf die Atomexperimente nach dem zweiten Weltkrieg hingewiesen wird.
Nach der Titelsequenz erzählt Edwards in epischer Breite weiter: wie die Monster 1999 auf den Philippinen wieder auftauchen und kurz darauf in Japan das AKW Janjira vernichten. Dabei stirbt Sandra Brody; – gespielt von Juliette Binoche in einer Kürzestrolle.
Fünfzehn Jahre später ist ihr Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) US-Soldat mit Frau und Kind. Ihr Ehemann Joe (Bryan Cranston), der damals im AKW als Wissenschaftler arbeitete, will immer noch herausfinden, was damals geschah. Denn er glaubt nicht, dass die anormalen Klangmuster, die kurz vor der Katastrophe aufgezeichnet wurden, von einem Erdbeben kamen. Nachdem er wieder einmal im Gefängnis landete, fliegt Ford nach Japan. Joe kann ihn überzeugen, das Sperrgebiet zu betreten – und in dem zerstörten AKW entdecken sie, dass dort ein riesiges Tier von Militärs gefangen gehalten wird und sich, wie die anormalen Ausschläge auf dem Seismographen zeigen, ein weiteres Tier nähert. In der folgenden Schlacht, die natürlich mitten in der Nacht stattfindet, sehen wir erstmals die Monster. Denn in diesem „Godzilla“-Film genügt nicht ein Godzilla, sondern es gibt mehrere Riesenmonster, die sich munter bekämpfen, paaren und Eier legen. Das kennen wir aus „Pacific Rim“, wo es ja auch verschiedene Monsterarten gab, die gerne Großstädte verwüsteten.
Jedenfalls machen sie sich jetzt auf den Weg nach Osten. Über Hawaii (Remember Pearl Harbor?) geht es nach San Francisco. Immer begleitet vom Militär, zwei Wissenschaftlern und Ford, der einfach immer so mitgenommen. Denn vor allem nach dem Tod seines Vaters, der ja immerhin noch über einige nützliche Informationen verfügen könnte, ist Ford aus militärischer Sicht einfach nur Ballast, der – und hier wird die Story zunehmend abstruser – zufälligerweise immer an den Orten ist, wo gerade etwas für die Filmgeschichte wichtiges passiert. Denn Ford ist ein Soldat auf Urlaub, ein Zivilist, ein Mann, der keinen Auftrag und auch kein dramaturgisches Ziel hat. Dass er seine Eltern rächen will oder dass er zu seiner Familie zurück möchte (die zufälligerweise in San Francisco wohnt) können wir uns vielleicht denken, aber für die Filmgeschichte ist es egal. Deshalb ist Ford ein absolut blasser Held. Der langweiligste Charakter im ganzen Film; was jetzt nicht heißt, dass die anderen Charaktere wesentlich interessanter wären.
Gerry Lane, der Held von „World War Z“, dessen Reise um den halben Globus auch teilweise absurde Züge hatte, hat im Gegensatz zu Ford ein Ziel: er musste den Patient Null, den Ausbruch der Zombie-Seuche und ein Gegenmittel finden.
Die wenigen Frauen im Film sind beschränken sich weitgehend auf das Halten von Akten oder das Kreischen. Beides ist nicht sonderlich beeindruckend und unterfordert die Schauspielerinnen – wir reden von Juliette Binoche, Elizabeth Olsen und Sally Hawkins – sträflich.
Und die Filmgeschichte selbst, eigentlich ein unglaublich langer Prolog, der in „Pacific Rim“ in den ersten Minuten beeindruckend konzentriert abgehandelt wurde, der zur finalen Schlacht führt, wird weitgehend von Zufälligkeiten zusammengehalten. Es wird vieles angesprochen, was dann doch keine Folgen für die Geschichte hat. Das gilt auch für viele Episödchen, wie die Rettung eines Kindes auf Hawaii durch Ford oder die Rettung eines mit Kindern vollbesetzten Schulbusses in San Francisco durch den afroamerikanischen Busfahrer. Und vieles ist schlichtweg erschreckend unlogisch. So schickt das Militär immer weitere Flugzeuge los, obwohl es weiß, dass die Monster einen elektronischen Fallout produzieren können, der dazu führt, dass die komplette Elektronik versagt und die Maschinen wie Steine abstürzen lässt.
Allerdings geht es in einem Godzilla-Film nicht wirklich um dreidimensionale Charaktere und eine ausgefeilte Story, sondern um Godzilla, der durch Großstädte stampft und dabei Wolkenkratzer zerstört.
Das wird auch gezeigt und Gareth Edwards gelingen hier einige beeindruckende apokalyptische Bilder. Und Godzilla, der erst nach ungefähr 75 Minuten erstmals in seiner ganzen computergenerierten Pracht zu sehen ist, ist als 108 Meter (Presseheft) großes Monster auch furchterregend. Jedenfalls bis der Wissenschaftler Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) den bösen Godzilla schnell in einen guten Godzilla umdeutet, der die anderen Monster, die Alpha Predator (so eine Art Flugsaurier) vernichten will. Godzilla wird zu einem „Pacific Rim“-Riesenroboter.
Insgesamt ist „Godzilla“ ein ziemlich enttäuschender Monsterfilm, der schwerfällig auf sein Ende zustampft, den gesamten Cast sträflich unterfordert und Godzilla nur selten zeigt.

Godzilla - Plakat

Godzilla (Godzilla, USA 2014)
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Max Borenstein (nach einer Geschichte von David Callahan)
mit Aaron Taylor-Johnson, Ken Watanabe, Elizabeth Olsen, Juliette Binoche, Sally Hawkins, David Strathairn, Bryan Cranston
Länge: 123 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Godzilla“
Moviepilot über „Godzilla“
Metacritic über „Godzilla“
Rotten Tomatoes über „Godzilla“
Wikipedia über „Godzilla“ (deutsch, englisch)

 


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