TV-Tipp für den 27. Februar: Moon 44

Februar 26, 2019

Durch das „Stargate“ (um 20.15 Uhr) zu

Nitro, 22.30

Moon 44 (Deutschland 1990)

Regie: Roland Emmerich

Drehbuch: Dean Heyde (nach einer Geschichte von Dean Heyde, Roland Emmerich, Oliver Eberle und P. J. Mitchell)

2038: auf dem Mond 44 verschwinden immer wieder Transportroboter mit wertvollen Rohstoffen. Stone will undecover herausfinden, was auf dem Gefängnisplaneten mit Hardcore-Arbeitsprogramm abgeht.

Science-Fiction-Thriller mit beeindruckenden Spezialeffekten und einer bestenfalls sekundären Geschichte.

„Paré dümpelt vor sich hin, während sich der Plot in unbeholfenen Schlaufen auflöst. Trotz angemessener Spezialeffekte und effektiv klaustrophobischer Ausstattung ist der Film im Endeffekt ein dumpf dröhnender Langeweiler.“ (Phil Hardy: Die Science-Fiction Filmenzyklopädie). Dort wird das Werk auch „’Top Gun’ im Orbit“ genannt.

Emmerichs nächster Film war, in Hollywood, „Universal Soldier“ und der Rest ist Blockbuster-Geschichte.

mit Michael Paré, Lisa Eichhorn, Malcolm McDowell, Brian Thompson, Stephen Geoffreys, Dean Devlin, Jochen Nickel

Wiederholung: Donnerstag, 28. Februar, 23.55 Uhr

Hinweise

Filmportal über “Moon 44”

Rotten Tomatoes über „Moon 44“

Wikipedia über „Moon 44“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „White House Down“ (White House Down, USA 2013)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „Stonewall“ (Stonewall, USA 2015)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „Independence Day: Wiederkehr (Independence Day: Resurgence, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Geostorm“ – ein Katastrophenthriller von Roland-Emmerich-Kumpel Dean Devlin

Oktober 20, 2017

Weil es durch die menschengemachte Erderwärmung zu immer mehr Wetterkatastrophen kommt, installiert die Menschheit in der Erdumlaufbahn ein gigantisches Satellitensystem, das solche Katastrophen verhindern soll. Das von Jake Lawson bis zur letzten Schraube geplante und beim Bau beaufsichtige System kontrolliert inzwischen das Erdklima und das tägliche Wetter und alles ist perfekt…Wenn es in letzter Zeit nicht einige merkwürdige Vorfälle gegeben hätte. In Afghanistan gab es eine Temperaturanomalie, die dazu führte, dass alle Einwohner zu Eisstatuen erstarrten. Auf der Weltraumstation wurde bei einer Fehlfunktion ein Astronaut ins All geschleudert.

Der US-Präsident, der in wenigen Tagen das System der Weltgemeinschaft übergeben möchte, ordnet eine vollständige Untersuchung der Vorfälle an. Am besten für die Aufgabe ist Jake geeignet, der nach seinem Rauswurf aus dem Projekt (er war öfter arg undiplomatisch) in Florida das einsiedlerische Leben eines rauen, aber letztendlich soften Naturburschen mit Bastlerqualitäten lebt.

Er fliegt auf die riesige Raumstation und beginnt den oder die Saboteure zu suchen. Die Spur führt in die höchsten Etagen Washingtons. Und da ist es gut, dass Jakes jüngerer, sich an die Vorschriften haltender Bruder Max, der im Moment auch sein Vorgesetzter ist, mit der Secret-Service-Agentin Sarah Wilson, die den Präsidenten beschützt, liiert ist.

Geostorm“ ist das mehrfach verschobene Regiedebüt von Dean Devlin. Die Dreharbeiten waren von Oktober 2014 bis Februar 2015. Im Dezember 2016 gab es, nach Test Screenings, einen Nachdreh, der 15 Millionen US-Dollar kostete. Weil Devlin keine Zeit hatte, übernahm Danny Cannon („C. S. I.“-Franchise, „Gotham“) die Regie. Als Grund für die hohen Kosten wurden vor allem die hohen Gagen der Schauspieler genannt und die Besetzung ist mit Gerald Butler (als Jake), Jim Sturgess (als Max), Abbie Cornish (als Sarah Wilson), Andy Garcia (als US-Präsident) und Ed Harris (als US-Außenminister) durchaus prominent geraten. Für uns Deutsche gibt es Alexandra Maria Lara als Ute Fassbinder, Leiterin der internationalen Weltraumstation.

Dean Devlin ist ein langjähriger Partner von Roland Emmerich. In Emmerichs „Moon 44“ hatte Devlin eine Nebenrolle. Für Emmerichs nächsten Film „Universal Soldier“ schrieb er das Drehbuch und fungierte als Produzent. Bei „Stargate“, „Independence Day“ und „Godzilla“ behielten sie diese Aufgabenteilung bei und auch bei Emmerichs nächsten Filmen hielt die kommerziell sehr erfolgreiche Partnerschaft an. Zuletzt bei „Independence Day: Wiederkehr“. Daneben stieg Devlin erfolgreich ins TV-Geschäft ein. Die unterhaltsamen Serien „Leverage“ und „The Quest – Die Serie“ (The Librarians) gehen auf sein Konto.

Devlins Co-Autor Paul Guyot war ebenfalls als Produzent und Autor in diese beiden Serien und in die TV-Serie „Für alle Fälle Amy“ involviert.

Salopp könnte man „Geostorm“ daher als Mega-Mash-Up zwischen diesen beiden Welten bezeichnen. Die Katastrophen, die die Saboteure auslösen und die den titelgebenden Geostorm (eine sich rasch steigernde Serie von die Erde zerstörenden Umweltkatastrophen) verursachen sollen, kennt man aus den verschiedenen Emmerich-Katastrophenfilmen. Die Idee, das Wetter aus einem Raumschiff zu beeinflussen, kennen wir von Roland Emmerichs Debütfilm „Das Arche Noah Prinzip“.

Die Tricks schwanken auf der großen Leinwand zwischen überwältigend und solala.

Die Story, die Erzählweise, die Konflikte und auch der leicht humoristische Tonfall stammt dagegen aus der Welt der TV-Serien. Devlin erzählt in „Geostorm“ keine eine dieser typischen Katastrophenfilm-Geschichten, in denen Menschen im Angesicht der Katastrophe ihr wahres Gesicht zeigen, sondern primär einen Verschwörungsthriller, bei dem es um die Frage geht, wer Dutch Boy sabotieren will. Und, ja, ein Blick auf die Besetzungsliste gibt auch einen guten Hinweis auf die Identität des Bösewichts, die erst am Ende enthüllt wird. Wie man es von einem Rätselkrimi kennt.

Geostorm“ ist deshalb, trotz seines Budgets von 120 Millionen Dollar, ein nicht unsympathischer, letztendlich unspektakulärer kleiner Thriller, der seine Katastrophen in schönster Emmerich-Manier über den gesamten Globus verteilt und auf den Emmerich-typischen Patriotismus verzichtet.

Geostorm (Geostorm, USA 2017)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: Dean Devlin, Paul Guyot

mit Gerald Butler, Jim Sturgess, Abbie Cornish, Alexandra Maria Lara, Daniel Wu, Eugenio Derbez, Ed Harris, Andy Garcia, Amr Waked, Adepero Oduye, Talitha Bateman, Richard Schiff, Mare Winningham

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Geostorm“

Metacritic über „Geostorm“

Rotten Tomatoes über „Geostorm“

Wikipedia über „Geostorm“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Independence Day. Wiederkehr“ der Aliens und der Erdlinge, die schon einmal die Aliens besiegten

Juli 14, 2016

Vor zwanzig Jahre besiegten die Menschen Aliens, die die Erde vernichten wollten, mit einem Computervirus.

Jetzt kehren die Aliens zurück und dieses Mal wollen sie die Erde endgültig zerstören.

In der Zwischenzeit haben die Menschen zu einem friedlichen Miteinander gefunden, mit der Alien-Technologie enorme Fortschritte im Bereich der Technik gemacht und auf dem Mond haben sie eine Abwehrstation gegen die nächste Alien-Invasion errichtet, die so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird. Behaupten jedenfalls einige tapfere, alienkampferprobte Männer.

Und bis auf Will Smith, der, je nach Quelle, nach „After Earth“ nicht gleich einen weiteren Science-Fiction-Film drehen wollte oder dessen Gagenforderung zu hoch war, sind auch etliche der aus dem Blockbuster „Independence Day“ vertrauten Charaktere dabei, wie Jeff Goldblum als David Levinson (inzwischen ist der Wissenschaftler Präsident der Earth Space Defense), Bill Pullman als von Alien-Visionen geplagten US-Präsident Thomas J. Whitmore, Judd Hirsch als Julius Levinson, Robert Loggia als General William Grey und Vivica A. Fox als Jasmine Hiller. Sie heiratete Captain Steven Hiller (Will Smith).

Es gibt auch einige Neuzugänge, wie Jessie Usher als ihr Sohn Dylan Hiller, der in die Kampfpiloten-Fußstapfen seines Vaters tritt, Liam Hemsworth als mit ihm verfeindeter, heroischer Kampfpilot Jake Morrison, der gerne mal einen Befehl ignoriert, Maika Monroe als US-Präsidententochter Patricia Whitmore und Love-Interest der beiden Jungs, Charlotte Gainsbourg als Dr. Catherine Marceaux und Ex-Geliebte von Levinson, Deobia Oparei als afrikanischer Krieger Dikembe Umbutu, der schon einige Aliens in der Wüste erledigte, Sela Ward als US-Präsidentin Lanford und William Fichtner als General Adams, der nach ihrem Tod die Amtsgeschäfte übernehmen muss. Sie alle haben schauspielerisch ziemlich wenig zu tun in dieser überaus bekannten Geschichte, die im Gegensatz zu „Independence Day“ eine überaus müde Angelegenheit ist. Die zitatenstrotzende Geschichte war auch schon in „Independence Day“ nicht wahnsinnig innovativ, aber sie wurde unterhaltsam präsentiert, man mochte die Charaktere, konnte mit ihnen mitfühlen und die Spezialeffekte beeindruckten. Es war halt ein B-Picture mit Megabudget und einer Heerschar bekannte Schauspieler, die den Charakteren mehr Tiefe gaben als das Drehbuch vorsah.

In „Independence Day: Wiederkehr“ sind die inzwischen computergenerierten Tricks nach all den Superheldenfilmen, in denen Städte und Galaxien in Schutt und Asche zerlegt werden, nicht mehr so beeindruckend. Da hilft es auch nichts, dass dieses Mal ganz London in Sekundenbruchteilen in Schutt und Asche zerlegt wird. Dagegen war die Zerstörung des Weißen Hauses in „Independence Day“ in jeder Beziehung beeindruckender. Das Bild brannte sich in unser kollektives Gedächtnis ein. Das Gebäude hat, nachdem es wieder aufgebaut wurde, in „Independence Day: Wiederkehr“ eine Special Appearance.

Die auch aus anderen Filmen bekannte Marotte, fast jede Zerstörungsszene und jede Arbeitsstätte nur von Computerbildschirmen ausleuchten zu lassen, nervt. Als gäbe es keine Lichtschalter und keine Arbeitsplatzverordnung.

Immerhin findet das Finale am helllichten Tag in der Wüste, nahe der legendären Area 51, statt. Dank der Alien-Technologie können dann auch alle wichtigen Charaktere, die vorher an verschiedenen Orten auf der Welt und im Weltall waren, in Sekundenbruchteilen zum Ort des Geschehens reisen. Die Plot-Löcher konnte die Alien-Technologie dagegen nicht stopfen.

Die Geschichte von „Independence Day: Wiederkehr“ wiederholt, mit einigen Veränderungen und vielen Anspielungen auf „Independence Day“ die aus zahlreichen Alien-Invasionsfilmen bekannte Geschichte, ohne jemals einen eigenen Ton zu finden. Es gibt einfach zu viele Charaktere die zu wenig zu tun haben und die Struktur ist bei weitem nicht so klar wie in „Independence Day“.

So ist „Independence Day: Wiederkehr“ eine mit knapp zwei Stunden (ohne Abspann) für einen Blockbuster erstaunlich kurze, aber auch reichlich dröge Angelegenheit, die, trotz anderslautender Statements von Roland Emmerich, wie eine lästige und vollkommen überflüssige Pflichterfüllung aussieht.

Am Ende des Films gibt es einen Witz, der die Tür zu einer Fortsetzung öffnet, die wirklich unterhaltsamer als „Indepence Day: Wiederkehr“ sein könnte. Dann werden, wenn das Einspielergebnis stimmt und wie Emmerich schon in einem aktuellen Interview sagte, fremde Planeten und Galaxien besucht. Den Film hätte er schon jetzt drehen sollen.

Independence Day 2 - Plakat

Independence Day: Wiederkehr (Independence Day: Resurgence, USA 2016)

Regie: Roland Emmerich

Drehbuch: Nicolas Wright, James A. Woods, Dean Devlin, Roland Emmerich, James Vanderbilt (nach einer Geschichte von Dean Devlin, Roland Emmerich, Nicolas Wright und James A. Woods, basierend auf Charaktere von Dean Devlin und Roland Emmerich)

mit Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Jessie T. Usher, Bill Pullman, Maika Monroe, Sela Ward, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Vivica A. Fox, Charlotte Gainsbourg, Deobia Oparei, Nicolas Wright, Robert Loggia, Angelababy, Chin Han, Travis Tope

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Independence Day: Wiederkehr“

Metacritic über „Independence Day: Wiederkehr“

Rotten Tomatoes über „Independence Day: Wiederkehr“

Wikipedia über „Independence Day: Wiederkehr“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „White House Down“ (White House Down, USA 2013)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „Stonewall“ (Stonewall, USA 2015)


TV-Tipp für den 10. November: Moon 44

November 9, 2015

 

Bevor am 19. November Roland Emmerichs „Stonewall“ (ein ernster Film über den Kampf der Schwulen um Anerkennung) in unseren Kinos anläuft, können wir uns noch einmal eines seiner Frühwerke ansehen, in denen er ebenfalls mit wenig Geld beeindruckende Tricks herstellte und atmosphärische Bilder fand:

RTLnitro, 22.40
Moon 44 (Deutschland 1990, Regie: Roland Emmerich)
Drehbuch: Dean Heyde (nach einer Geschichte von Dean Heyde, Roland Emmerich, Oliver Eberle und P. J. Mitchell)
2038: auf dem Mond 44 verschwinden immer wieder Transportroboter mit wertvollen Rohstoffen. Stone will undecover herausfinden, was auf dem Gefängnisplaneten mit Arbeitsprogramm abgeht.
Science-Fiction-Thriller mit beeindruckenden Spezialeffekten und einer bestenfalls sekundären Geschichte.
„Paré dümpelt vor sich hin, während sich der Plot in unbeholfenen Schlaufen auflöst. Trotz angemessener Spezialeffekte und effektiv klaustrophobischer Ausstattung ist der Film im Endeffekt ein dumpf dröhnender Langeweiler.“ (Phil Hardy: Die Science-Fiction Filmenzyklopädie). Dort wird das Werk auch „’Top Gun’ im Orbit“ genannt.
Emmerichs nächster Film war, in Hollywood, „Universal Soldier“ und der Rest ist Blockbuster-Geschichte.
mit Michael Paré, Lisa Eichhorn, Malcolm McDowell, Brian Thompson, Stephen Geoffreys, Dean Devlin, Jochen Nickel

Wiederholung: Mittwoch, 11. November, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über “Moon 44”

Rotten Tomatoes über „Moon 44“

Wikipedia über „Moon 44“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „White House Down“ (White House Down, USA 2013)


TV-Tipp für den 7. Oktober: Moon 44

Oktober 7, 2014

RTLnitro, 22.40
Moon 44 (Deutschland 1990, Regie: Roland Emmerich)
Drehbuch: Dean Heyde (nach einer Geschichte von Dean Heyde, Roland Emmerich, Oliver Eberle und P. J. Mitchell)
2038: auf dem Mond 44 verschwinden immer wieder Transportroboter mit wertvollen Rohstoffen. Stone will undecover herausfinden, was auf dem Gefängnisplaneten mit Arbeitsprogramm abgeht.
Science-Fiction-Thriller mit beeindruckenden Spezialeffekten und einer bestenfalls sekundären Geschichte.
„Paré dümpelt vor sich hin, während sich der Plot in unbeholfenen Schlaufen auflöst. Trotz angemessener Spezialeffekte und effektiv klaustrophobischer Ausstattung ist der Film im Endeffekt ein dumpf dröhnender Langeweiler.“ (Phil Hardy: Die Science-Fiction Filmenzyklopädie). Dort wird das Werk auch „’Top Gun‘ im Orbit“ genannt.
Emmerichs nächster Film war, in Hollywood, „Universal Soldier“ und der Rest ist Blockbuster-Geschichte.
mit Michael Paré, Lisa Eichhorn, Malcolm McDowell, Brian Thompson, Stephen Geoffreys, Dean Devlin, Jochen Nickel

Wiederholung: Mittwoch, 8. Oktober, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über „Moon 44“

Rotten Tomatoes über „Moon 44“

Wikipedia über „Moon 44“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roland Emmerichs „White House Down“ (White House Down, USA 2013)


DVD-Kritik: „Leverage – Die finale Staffel“ ist erschienen

September 2, 2014

Nachdem am Ende der vierten Staffel das „Leverage“-Team seine Zentrale in Boston aufgeben musste, trennten sich ihre Wege. Jeder nahm, auf seine eigene Art, eine Auszeit in fremden Städten und füllte sie auch mit einigen nicht ganz legale Tätigkeiten. Jetzt kommen Nathan Ford (Timothy Hutton), Ex-Versicherungsdetektiv und Kopf des „Leverage“-Teams, Sophie Deveraux (Gina Bellman), Schwindlerin und gar nicht so verhinderte Schauspielerin, die in dieser Staffel auch Leiterin eines Theaters wird, Eliot Spencer (Christian Kane), Schläger, Alec Hardison (Aldis Hodge), Hacker, und Parker (Beth Riesgraf), artistische Einbrecherin, in Portland, Oregon, wieder zusammen. In einem neuen Quartier. Sie firmieren wieder als „Leverage Consulting & Associates“, aber das vernachlässigbar-nichtssagende Firmenschild ändert nichts daran, dass sie pro bono immer noch Menschen helfen, die von Konzernen, Wirtschaftsbossen, Politikern und anderen Weiße-Kragen-Kriminellen hereingelegt wurden und denen das Recht nicht hilft. Dann sorgt das „Leverage“-Team für ausgleichende Gerechtigkeit, indem sie die Betrüger betrügen und bloßstellen. Unblutig, clever und mit Stil.

Außerdem betreiben sie das im Erdgeschoss liegende Lokal, wo sie sich mit den Hilfesuchenden treffen und Alec als Brauer verschiedene Biersorten von anscheinend zweifelhafter Qualität ausprobiert, während Eliot, der ein begnadeter Koch ist (wie „Trüffeljagd“ beweist), nicht in der Küche steht, aber eine auf Biersorten abgestimmte Speisekarte für fast unmöglich hält.

Die Fälle der fünften und leider auch letzten Staffel, die im Original immer „Jobs“ heißen und ebenso anspielungsreiche wie witzige Titel haben (Wer denkt beim „The Long Good-bye Job“ nicht sofort an den gleichnamigen Roman von Raymond Chandler? Wer denkt bei „The French Connection Job“ nicht an den Drogenschmuggelthriller „The French Connection“?), sind, im Gegensatz zu den vorherigen „Leverage“-Jobs formal offener, obwohl „Leverage“ nie eine so starre Struktur wie beispielsweise „Law & Order“ oder „CSI“ hatte.

Neben den üblichen und immer witzigen Gauner-legen-Gauner-Geschichten gibt es dieses Mal auch einen „24“-Thriller, eine „Das Fenster zum Hof“-Variante, einen Agatha-Christie-Rätselkrimi und einen Ausflug in die siebziger Jahre, der eigentlich ebenfalls ein Rätselkrimi ist. Denn in „Die wilden Siebziger“ (The D. B. Cooper Job) sollen Nathan und die „Leverage“-Mitglieder herausfinden, was mit D. B. Cooper, dem legendären Flugzeugentführer, der 1971 mit seiner Beute aus einem Flugzeug in ein Waldgebiet sprang und spurlos verschwand, geschah. In den Rückblenden spielen die „Leverage“-Mitglieder die damaligen Charaktere, stilecht angezogen und frisiert. Es gelingt ihnen sogar, D. B. Cooper zu finden.

Es gibt auch wieder zwei Folgen, in denen das „Leverage“-Team getrennt ist. In „Der Anschlag“ (The Rundown Job) sind Eliot, Alec und Parker in Washington, D. C., wo sie innerhalb weniger Stunden einen Terroranschlag verhindern müssen. Das ist dann hemmungsloses wildern in „24“-Gefilden und als Thriller entsprechend humorfrei. Zur gleichen Zeit besuchen Sophie und Nathan eine Auktion, auf der ein besonders wertvolles Gemälde verschwindet. In „Echt gefälscht“ (The Frame-Up Job) müssen sie einerseits ihren alten Bekannten, den Interpol-Agenten Jim Sterling, der sie natürlich verhaften will, überzeugen, dass Sophie das Bild nicht klaute. Gleichzeitig müssen sie den Mord an dem reichen Besitzer der Bilder aufklären und den Urheber etlicher Kunstfälschungen finden.

In „Parker allein zu Haus“ (The Broken Wing Job) erhält Parker, die sich mit einem gebrochenen Bein in der Wohnung langweilt, eine ganze Episode. Als sie zufällig hört, dass zwei Lokalbesucher ein Verbrechen planen, will sie den Überfall auf ein benachbartes Geschäft verhindern; was mit einem Gipsbein gar nicht so einfach ist.

Selbstverständlich kämpfen Nate Ford, Sophie Deveraux, Eliot Spencer, Alec Hardinson und Parker (was für ein schöner Name!) auch gegen Großverbrecher und miese Kapitalisten, die hemmungslos ihre Mitarbeiter ausbeuten und für den Profit über Leichen gehen. Manchmal inszenieren sie dafür eine große Charade, wie in der Auftaktepisode „Bruchlandung“ (The Very Big Bird Job) mit einem Flug in Howard Hughes‘ legendärem Flugzeug „Spruce Goose“ oder in „Wir sind nicht allein“ (The First Contact Job) mit einem Besuch von Außerirdischen. Da ist dann „Die Oldtimer-Show“ (The Real Fake Car Job) mit vielen Oldtimern schon eine leichte Übung.

Eine besonders witzige Variante von diesem Kampf gegen skrupellose Profiteure ist „Sport ist Mord“ (Gimme a K Street Job). Um gegen gefährliche Machenschaften bei Cheerleader-Wettbewerben vorzugehen, gehen sie nach Washington, D. C.. Sie wollen wichtige Kongressmitglieder überzeugen, einem Gesetz zuzustimmen, das aus den Cheerleader-Wettbewerben einen Sport mit höheren Sicherheitserfordernissen machen würde. Das müsste doch, immerhin ist Washington für seine korrupten Politiker bekannt, ganz einfach sein. Aber dann erhalten die „Leverage“-Mitglieder einige Lektionen im politischen Geschäft.

Auch der Kampf gegen eine neu eröffnete Billigkette in einer Provinzstadt, die alle alteingessenen Geschäfte innerhalb weniger Monate vernichtet, in „Kaufrausch“ (The Low Low Price Job), nimmt einen vollkommen anderen Verlauf, als geplant. Denn die Filialleiterin schmettert alle Angriffe ab. Diese sind allerdings auch eher auf dem Niveau einer Sponti-Gruppe. Durchaus spaßig, aber nicht so gut wie die Weihnachtsfolge „Kein Kinderspiel“ (The Toy Job), in dem sie gegen den Besitzer eine Firma vorgehen, der gefährliche Kuscheltiere an Kinder verkaufen möchte. Das wäre legal, weil der frühere Waffenhändler die freiwilligen Produkttests entsprechend manipulierte.

Auch mit gepanschtem Wein, Ausbeutung der Arbeiter und der chemischen Keule kann man einen erklecklichen Profit machen. Als auf dem Weingut ein Arbeiter stirbt, macht das „Leverage“-Team in „Edler Tropfen“ (The Corkscrew Job) sich auf den Weg zum Weingut und dem neuen Besitzer, dem die Qualität seines Weins egal ist, solange der Profit stimmt.

Während sie auf dem Weingut allen Erntearbeitern helfen, müssen sie in „Auf dünnem Eis“ (The Blue Line Job), auf Wunsch seines minderjährigen Sohnes, nur einen Eishockey-Spieler, der unbedingt weiterspielen will, vor einer weiteren Kopfverletzung retten. Eine Verletzung, die der Besitzer des Teams herbeisehnt und dafür auch Spiele manipuliert.

In „Charlie und die Traumfabrik“ (The White Rabbit Job) müssen sie dann – entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten – einen Firmenerben so manipulieren, dass er wieder zu seinen ursprünglichen Werten zurückkehrt. Wie in „Inception“ manipulieren sie sein Unterbewußtsein.

Das Serienfinale „Das schwarze Buch“ (The Long Good-bye Job) ist dann eine eher zwiespältige Angelegenheit. Sie wollen das titelgebende Buch, in dem die Namen der Profiteure der Finanzkrise von 2007/2008 stehen, aus einem bestens gesichertem Gebäude klauen. Auf den ersten Blick geht der Job schief. Für meinen Geschmack wirkte dieser letzte Job, nach 76 erfolgreichen Jobs, wie eine hastig zum Abschluss erklärte Folge. Dieser Eindruck verstärkt sich auch, weil in den vorherigen Jobs der fünften „Leverage“-Staffel keine folgenübergreifenden Geschichte erzählt wird und so auch nichts das große Finale andeutet.

Das ändert aber nichts daran, dass auch in der fünften und leider letzten Staffel „Leverage“ immer noch eine vergnügliche, witzige und sehr kurzweilige Robin-Hood-Serie ist. Und insgesamt 77 Episoden und drei Romanen („The Con Job“ von Matt Forbeck, „The Zoo Job“ von Keith R. A. Decandido und „The Bestseller Job“ von Greg Cox), die nach dem Ende der Serie veröffentlicht wurden, sind keine schlechte Bilanz.

Leverage - Staffel 5 - DVD-Cover

 

Leverage – Staffel 5 (Leverage, USA 2012)

Erfinder: John Rogers, Chris Downey

mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Deveraux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardinson)

Gäste (Yeah, es waren wieder einige bekannte Gesichter dabei): Gary Elwes, Adam Baldwin, Treat Williams, Thure Riefenstahl, Fred Ward, Monte Markham, Gregg Henry, Catherine Dent, Mark Sheppard

DVD

Edel

Bild: 16:9

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Geschnittene Szenen, Hinter den Kulissen (naja, ein Gag Reel) (insgesamt 13 Minuten)

Länge: 609 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Die finalen Jobs des „Leverage“-Teams

Bruchlandung (The (Very) Big Bird Job)

Regie: John Rogers

Drehbuch: John Rogers

Auf dünnem Eis (The Blue Line Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: M. Scott Veach, Paul Guyot

Wir sind nicht allein (The First Contact Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Aaron Denius Garcia

Trüffeljagd (The French Connection Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Paul Guyot

Sport ist Mord (The Gimme a K Street Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Jeremy Bernstein

Die wilden Siebziger (The D. B. Cooper Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Chris Downey

Die Oldtimer-Show (The Real Fake Car Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Josh Schaer

Parker allein zu Haus (The Broken Wing Job)

Regie: John Harrison

Drehbuch: Rebecca Kirsch, M. Scott Veach

Der Anschlag (The Rundown Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: Chris Downey, John Rogers, Josh Schaer

Echt gefälscht (The Frame-Up Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: John Rogers, Geoffrey Thorne, Jeremy Bernstein

Kaufrausch (The Low Low Price Job)

Regie: Tawnia McKiernan

Drehbuch: Rebecca Kirsch

Charlie und die Traumfabrik (The White Rabbit Job)

Regie: PJ Pesce

Drehbuch: Geoffrey Thorne

Edler Tropfen (The Corkscrew Job)

Regie: Marc Roskin

Drehbuch: Jenn Kao

Kein Kinderspiel (The Toy Job)

Regie: Jonathan Frakes

Drehbuch: Joe Hortua

Das schwarze Buch (The Long Good-bye Job)

Regie: Dean Devlin

Drehbuch: John Rogers, Chris Downey

Hinweise

TNT über „Leverage“

Vox über „Leverage“

Serienjunkies über “Leverage”

Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)

“Leverage”-Wiki

Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)

Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel III” (Leverage – Season III, USA 2011)

Meine Besprechung von “Leverage – Staffel IV” (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)


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