TV-Tipp für den 28. Dezember: Ausgelöscht

Dezember 28, 2017

Tele 5, 22.25

Ausgelöscht (Extreme Prejudice, USA 1987)

Regie: Walter Hill

Drehbuch: Deric Washburn, Harry Kleiner (nach einer Geschichte von John Milius und Fred Rexer)

Um persönliche Verfehlungen zu vertuschen, eskaliert ein hochrangiger CIA-Mann (Michael Ironside) mit seinen Männern in einem texanischen Grenzkaff den Kampf zwischen Texas-Ranger Jack Benton (Nick Nolte, seltsam unterkühlt spielend) und Bentons Schulfreund Cash Bailey (Powers Boothe) zu einer blutigen Schlacht. Denn Bailey ist inzwischen ein aus Mexiko operierender Rauschgifthändler, der mit dem CIA-Mann in schmutzige Geschäfte verwickelt ist.

Eine ungewöhnliche Mischung aus Western, Agentenstory und Actionfilm, von Hill mit gewohnter Präzision und Effizienz inszeniert. Störend wirken die kompromisslose Gewalttätigkeit und Menschenverachtung, die die Geschichte prägen.“ (Fischer Film Almanach 1988)

Vor allem das bleihaltige Ende versucht, ziemlich erfolgreich, Sam Peckinpahs „The Wild Bunch“ zu toppen.Auch davor gibt es schon einige Peckinpah-Anspielungen.

mit Nick Nolte, Powers Poothe, Michael Ironside, Maria Conchita Alonso, Rip Torn, Clancy Brown

Wiederholung: Samstag, 30. Dezember, 00.00 Uhr (Taggenau!, anschließend „Doberman“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ausgelöscht“

Wikipedia über „Ausgelöscht“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


Blu-ray-Kritik: Die Science-Fiction-Klassiker „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“ und „Lautlos im Weltraum“

Juni 4, 2014

Lohnt sich der Kauf der Blu-ray, wenn man den Film doch schon kennt oder auf DVD hat? Das kann man sich bei den beiden Science-Fiction-Klassikern „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All““ und „Lautlos im Weltraum“ fragen, bis man einen Blick auf das Bonusmaterial wirft. Es ist zwar nicht brandneu, aber es wird erstmals in Deutschland veröffentlicht und es ist – erstens – umfangreich und – zweitens – informativ.
Außerdem sind bei beiden Filmen Bild und Ton brillant und die Tricks überzeugen immer noch. Douglas Trumbull hatte da seine Finger im Spiel. Vorher arbeitete für Stanley Kubricks „2001“ als Special Photographic Effects Supervisor. Bei „Andromeda“ war er ebenfalls für die Spezialeffekte zuständig. Mit „Lautlos im Weltraum“ gab er sein Regiedebüt. Sein zweiter Spielfilm war, elf Jahre später, „Projekt Brainstorm“. Er konzentrierte sich lieber auf die Spezialeffekte in Filmen wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, „Star Trek: Der Film“ (ebenfalls von Robert Wise) und „Der Blade Runner“.

In „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“, nach einem Roman von Michael Crichton (es war der erste, den er unter seinem Namen veröffentlichte), inszenierte Robert Wise einen spannenden Science-Thriller, in dem eine Gruppe Forscher ein Gegenmittel gegen einen aus dem Weltraum kommenden Virus finden müssen.
Als Crichton den gleichnamigen Roman 1969 schrieb, war unklar, ob es solche Gefahren gibt. Entsprechend aktuell war damals das Filmthema. Außerdem wird in Laboren an entsprechend tödlichen biologischen und chemischen Waffen geforscht. Der tödliche Staub muss nicht aus dem All kommen.
Wise inszenierte den Film angenehm zurückhaltend und frei von plumpen zeitgeschichtlichen Anspielungen, die sich vor allem an den Frisuren, der Kleidung, der Musik und gewissen Inszenierungsmarotten zeigen, die während der Dreharbeiten gerade trendy waren und schon zwei Jahre später hoffnungslos veraltet sind. So ist die Innenausstattung des unterirdischen Forschungslabors futuristisch, aber vor allem funktional und könnte noch heute, natürlich mit einigen neueren Computern, in einem Labor stehen. Die Darsteller, die auch alle das richtige Alter für ihre Rollen haben (d. h. es sind ältere Männer und Frauen, die anerkannte Wissenschaftler sind, und keine 25-jährigen Superhirne und Sexbomben), agieren, wie man es von erwachsenen Menschen erwartet. Und all die Dinge, die heute einen Science-Thriller zu einem Ärgernis machen, wie überflüssige Liebesgeschichten und ebenso überflüssige Actionszenen fehlen.
Insgesamt wirkt „Andromeda“ in keinem Moment veraltet. Er ist einfach gutes, klassisches Erzählkino. Lars-Olav Beier nannte den Film in seinem Buch „Der unbestechliche Blick – Robert Wise und seine Filme“ „Höhepunkt in Wises Werk“.

„Lautlos im Weltraum“ ist vor allem für seine Öko-Botschaft bekannt. Auch die Tricks und das Design (es wurde auf dem ausgemusterten Kriegsschiff „Valley Forge“ gedreht) beeindrucken. Bruce Dern, der die Hauptrolle spielte, ist gewohnt gut.
Er spielt Freeman Lowell, einen Raumfahrer, der Mitglied der vierköpfigen Besatzung des Raumschiffs „Valley Forge“ ist (zu ihr gehört auch „Alias“ Ron Rifkin). Die vier Männer sind eigentlich seit einem guten Jahrzehnt, weil auf der Erde durch die Umweltverschmutzung kein Baum mehr wächst, Gärtner. Sie sollen in dem Raumschiff die letzten Überreste der irdischen Natur für künftige Generationen bewahren. Aber nur Freeman entwickelt eine emotionale Beziehung zur Natur. Für seine Kollegen sind sie Fracht. Und als von der Erde der Befehl kommt, die Fracht vor ihrem Heimflug abzusprengen, wollen sie es auch sofort tun. Freeman verhindert das. Anschließend flüchtet er mit der „Valley Forge“ in den dunklen Weltraum. Und hier zeigt sich, als die Pflanzen eingehen, weil sie kein Licht mehr haben, erschreckend deutlich das vollkommen naive und kenntnisfreie Naturverständnis von Freeman, der über das für ihn unerklärliche Absterben der Pflanzen verzweifelt. Er weiß nicht, dass Pflanzen Licht brauchen!
Die Öko-Botschaft wird arg plakativ verbreitet und, weil es für Bruce Dern in der zweiten Hälfte (nachdem er seine Kollegen tötete) keinen Antagonisten und keine Gefahr mehr gibt, verbreitet „Lautlos im Weltraum“ zunehmend ein Gefühl von Ennui. Allein schon, wenn wir gewusst hätten, dass Freeman und das Raumschiff weiterhin gesucht werden, wäre er Film besser geworden.
Phil Hardy sagt in „Die Science Fiction Filmenzyklopädie“ über „Lautlos im Weltraum“: „Ein wundervoller Film. (…) Das letzte Bild – der Wald, der von dem übriggebliebenen Roboter mit einer alten Gießkanne bewässert wird – ist eines der kraftvollsten des modernen Science-Fiction-Films – traurig und optimistisch zugleich.“

Das Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist bei beiden Blu-rays umfangreich und sehr informativ ausgefallen. Bei „Andromeda“ gibt es zwei neuere Dokumentationen, insgesamt gut 45 Minuten, in denen fundiert die Entstehungsgeschichte des Films beleuchtet wird.
Bei „Lautlos im Weltraum“ gibt es eine während der Drehbarbeiten entstandene fünfzigminütige Dokumentation, einen Audiokommentar und informative Interviews mit Douglas Trumbull (35 Minuten) und Bruce Dern (11 Minuten). Beide Interviews entstanden 2001. Außerdem gibt es, als Schmankerl, die deutsche Super8-Version des Films.
Selbstverständlich gibt es umfangreiche Bildergalerien und die Trailer. Aber das ist ja Pflichtprogramm.

Andromeda - Blu-ray

Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (The Andromeda Strain, USA 1970)
Regie: Robert Wise
Drehbuch: Nelson Gidding
LV: Michael Crichton: The Andromeda Strain, 1969 (Andromeda)
mit Arthur Hill, David Wayne, James Olson, Kate Reid, Richard O’Brien, Paula Kelly, George Mitchell

Blu-ray
Koch Media (Masterpieces of Cinema)
Bild: 2.35:1
Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Making of, Ein Porträt von Michael Crichton, Deutscher Trailer, Englischer Trailer, Bildergalerie
Länge: 130 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All”

Turner Classic Movies über “Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All”

Wikipedia über „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“ (deutsch, englisch)

Homepage von Michel Crichton und Michael Crichton über „Andromeda“

Mein Nachruf auf Michael Crichton

Meine Besprechung von Robert Wises „Vorposten in Wildwest“ (Two Flags West, USA 1950)

 

Lautlos im Weltraum - Blu-ray

Lautlos im Weltraum (Silent Running, USA 1972)
Regie: Douglas Trumbull
Drehbuch: Deric Washburn, Mike Cimino (aka Michael Cimino), Steve Bochco
mit Bruce Dern, Cliff Potts, Ron Rifkin, Jesse Vint

Blu-ray
Koch Media (Masterpieces of Cinema)
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Audiokommentar, Making of, Super8-Fassung, Interview mit Regisseur Douglas Trumbull, Interview mit Bruce Dern, Englischer Trailer, Bildergalerie
Länge: 89 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lautlos im Weltraum“

Turner Classic Movies über „Lautlos im Weltraum“

Wikipedia über „Lautlos im Weltraum“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 4. Oktober: Grenzpatrouille

Oktober 4, 2013

 

ZDFneo, 23.40

Grenzpatrouille (USA 1981, R.: Tony Richardson)

Drehbuch: Deric Washburn, Walon Green, David Freeman

Polizist Charlie Smith (Jack Nicholson) hat sich von Los Angeles an die amerikanisch-mexikanische Grenze versetzen gelassen. Als er sich, wegen den Ansprüchen seiner Frau, auf krumme Geschäfte einlässt, muss er sich entscheiden, ob er mexikanischen Flüchtlingen helfen will.

Unterschätzter, sozialkritischer Thriller, den fast niemand kennt.

Actionfilm, der vor allem vom einsamen Helden (Nicholson so gut wie lange nicht mehr) getragen wird. Innerhalb des Genres freilich bleibt er bemerkenswert zurückhaltend und seriös.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Die Musik ist von Ry Cooder.

Mit Jack Nicholson, Harvey Keitel, Valerie Perrine, Warren Oates, Elpidia Carrillo

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Grenzpatrouille“

Wikipedia über „Grenzpatrouille“ (deutsch, englisch)


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