Neu im Kino/Filmkritik: „Im Netz der Versuchung“ ist nichts

Mai 2, 2019

Das Problem von „Im Netz der Versuchung“ ist nicht die ach so clevere Pointe.

Das Problem ist die Inszenierung und dass der Film bei weitem nicht so clever ist, wie er glaubt.

Außerdem erwartet man bei dieser Besetzung einfach einen besseren Film. Steven Knight, der hier eines seiner Bücher inszenierte, schrieb auch die Bücher für „Kleine schmutzige Tricks“ (dafür gab es eine Oscar-Nominierung), „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“, „No turning back“ und die von ihm erfundene TV-Serie „Peaky Blinders“. „Beach Bum“ Matthew McConaughey übernahm die Hauptrolle. Seine Rollenwahl war in den letzten Jahren immer interessant und erfreulich kompromisslos. Anne Hathaway, Jason Clarke und Diane Lane haben auch eine eher glückliche Hand bei ihrer Rollenwahl.

Hier lungern sie in einem Neo-Noir-Erotik-Thriller herum, der äußerst absehbar auf einen überraschenden Twist hinausläuft. Ein überraschender Twist kann, siehe „Die üblichen Verdächtigen“, „The sixth Sense“ oder, um auch einen etwas unbekannteren Film zu nennen, „Identity“, fantastisch funktionieren. Im Fall von „Im Netz der Versuchung“ geht das gründlich schief. Der Twist überrascht nicht und er lädt auch nicht zu einer Neubetrachtung der Geschichte ein. Dafür ist er viel zu offensichtlich. Nur Steven Knight glaubt immer noch, dass niemand etwas davon mitbekommen hat.

Der restliche Film kommt nie über das Niveua eines hoffnungslos vermurksten Erotik-Thrillers hinaus. Dieses Subgenre diente im Nachgang von „Basic Instinct“ nur als Entschuldigung, um Schauspieler nackt vor der Kamera zu zeigen. Spätestens 2006 wurde es mit „Basic Instinct 2“ endgültig begraben. Nackte Haut kann halt nicht ewig eine gute Story ersetzen.

Schon die ersten Minuten von „Im Netz der Versuchung“, wenn Bootsbesitzer Baker Dill (Matthew McConaughey) bei einer Angeltour seine zahlenden Gästen links liegen lässt und unbedingt einen Fisch – seinen Moby Dick – fangen will, funktionieren nicht. Schließlich soll Dill der Protagonist sein. Wir sollen mit ihm mitfühlen und auf seiner Seite stehen. In diesen Minuten ist er allerdings nur ein cholerischer Unsympath, den man am liebsten sofort einsperren würde. Seine Kunden, nervige Touristen, die für die von ihnen bezahlte Angeltour auch einen großen Fisch erwarten, erscheinen hier als höchst sympathische Menschen, die in der Hand eines Psychopathen sind.

Diese Szene und Dills anschließende tägliche Routine aus Trinken und Sex sind so unglaubwürdig, künstlich überhöht inszeniert, dass man nicht das Noir-Gefühl von ’nichts ist so, wie es scheint‘ hat, sondern glaubt, dass eine Gruppe überambitionierter Filmstudenten einen obercoolen Erotic-Thriller inszenieren will. Zur Vorbereitung gab es einen Abend mit Noir-Klassikern aus den Vierzigern, Humphrey Bogart und etwas Ernest Hemingway.

Als Story nahmen sie dann die älteste Noir-Story, die es gibt: ein Mann, der von einer Frau zu einem Mord angestiftet wird. Dafür taucht Dills frühere Geliebte Karen (Anne Hathaway) auf der Insel auf. Die Femme Fatale möchte, dass Dill ihren Mann Frank Zariakas (Jason Clarke) ermordet. Er ist, so erzählt uns die holde Schöne, ein gewalttätiger Primitivling, der auch Kinder schlägt.

Für Noir-Fans folgt jetzt ein Malen nach Zahlen, bei dem er einen bekannten Film nach dem nächsten nennen kann und Standard-Noir-Situation auf Standard-Noir-Situation folgt. Alle Figuren verhalten sich seltsam. Sie agieren nicht wie normale Menschen, die in einem Netz der Versuchung, Leidenschaft, Begierde und widerstreitender Gefühle gefangen sind, sondern wie Figuren auf einem Schachbrett, die tun, was ein Spielleiter will. Entsprechend distanziert beobachtet man ihr abstruses Verhalten zwischen Kapitalverbrechen, Fischjagd und Geschlechtsverkehr.

Im Netz der Versuchung“ ist ein von einem Zwölfjährigen geschriebener Erotik-Thriller, der unter der Bettdecke gerade seinen ersten Pulp-Roman gelesen hat und Oberflächenreize mit Inhalt verwechselt. Das ist noch das Beste, was über dieses hoffnungslos missglückte Gedankenexperiment gesagt werden kann.

Im Netz der Versuchung (Serenity, USA 2019)

Regie: Steven Knight

Drehbuch: Steven Knight

mit Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jason Clarke, Diane Lane, Djimon Hounsou, Jeremy Strong

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Neu im Kino/Filmkritik: Marvel schickt „Captain Marvel“ in die Neunziger

März 8, 2019

Beginnen wir mit einigen Fakten: Der neue Marvel-Film beginnt mit einer ausführlichen Würdigung an den jüngst verstorbenen Stan Lee. Er hat im Film auch seinen obligatorischen Kurzauftritt. Es gibt, wie gewohnt, während und nach dem Abspann jeweils eine kurze Szene. Und – Ist das jetzt schon ein Spoiler? – die Ankündigung, dass ‚Captain Marvel‘ Carol Danvers im nächsten Avengers-Film „Endgame“ zurückkehren wird.

Nach „Captain Marvel“ ahnt man dann auch ziemlich genau, was ihre Aufgabe in dem Film sein wird: das Chaos, das die Avengers-Jungs hinterlassen, aufzuräumen. Denn sie ist unglaublich stark. So vernichtet sie im Finale des Films allein mehr Gegner als Superman. Der musste allerdings auch immer wieder gegen seine Kryptonit-Schwäche kämpfen.

Bis dahin erzählt das Regieduo Anna Boden und Ryan Fleck, die bislang als Independent-Regisseure Perlen wie „Half Nelson“ und „Dirty Trip – Mississippi Grind“ drehten, wie Carol Danvers zu Captain Marvel wird. Die Geschichte spielt 1995 auf der Erde, ein, zwei anderen Planeten und im Weltraum. Und viel mehr kann kaum gesagt werden, ohne wichtige Teile des Plots zu verraten. Denn dieses Mal gibt es wirklich einige Überraschungen.

Dabei folgt die Filmgeschichte zunächst den Konventionen eines aufs Tempo drückendes Chase-Movies, das anscheinend nur eine einzige Verfolgungsjagd mit wenigen Verschnaufpausen sein will. Später verlagert sich die Geschichte mehr in Richtung eines Verschwörungsthrillers. Es geht um Verrat und Betrug. Weil die Skrull Gestaltwandler sind, weiß man nie, ob der nette Kollege wirklich der nette Kollege ist. Und im großen Finale gibt es dann die erwartbare Zerstörungsorgie, die dieses Mal auf der Erde und im Orbit spielt.

Für einen Marvel-Film ist „Captain Marvel“ innerhalb dieser bekannten Geschichte, die auch als Origin-Story verkauft wird, sogar ziemlich gewagt erzählt. Es gibt nämlich einige Rückblenden, die zunächst eher Flashbacks sind, eine längere alptraumhafte Sequenz am Filmanfang, in der Danvers sich an ihr früheres Leben erinnert, und einige Szenen, die in ihrem Kopf spielen. Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an. Aber das Regieduo Anna Boden und Ryan Fleck erzählt das so flott und auch in sich schlüssig, dass man als Zuschauer niemals den Überblick verliert.

Dazu tragen sicher auch die bekannten Gesichter bei. Neben einigen aus den vorherigen Filmen vertrauten Gesichtern und Charakteren sind dieses Mal als prominente Neuzugänge Jude Law, Annette Bening und Ben Mendelsohn dabei.

Jude Law spielt Danvers‘ Mentor und Ausbilder, den Starforce Commander Yon-Rogg. Nachdem ein Starforce-Einsatz schiefgeht und Danvers verschwindet, sucht der Kree-Soldat sie.

Annette Bening ist als Oberste Intelligenz die spirituelle Anführerin der Kree. Sie spielt auch noch eine andere wichtige Rolle und sie kann immer mit ihrem allseits vertrauten und aus zahlreichen Filmen bekanntem Gesicht auftreten.

Dieses Glück hat Ben Mendelsohn nicht. Er spielt Talos, den Anführer der Skrull. Sie sind seit Jahren mit den Kree verfeindet. Alle Skrull sind Gestaltwandler. Deshalb ist Mendelsohn nur in wenigen Szenen als Mendelsohn erkennbar und in diesen Momenten spielt er wieder seine inzwischen sattsam bekannte, immer noch sehr vergnügliche Bösewicht-Rolle.

Die echsenartigen Gesichter und Körper der Skrulls sehen aus, als habe man sie aus dem „Star Trek“-Kostümfundus geklaut.

Weil „Captain Marvel“ vor gut 25 Jahren spielt, ist „Captain Marvel“ die Vorgeschichte zu allen anderen Marvel-Filmen. Die Avengers gibt es noch nicht. Captain America schläft noch im Polareis und Nick Fury ist ein junger Agent, der dann erstaunlich schnell akzeptiert, dass die Erde als Planet C-53 Teil einer intergalaktischen Schlacht zwischen den Kree und den Skrulls ist.

Selbstverständlich spielt Samuel L. Jackson wieder Nick Fury. Dieses Mal jovialer und humorvoller als gewohnt. Und, als Buddy von Danvers, mit viel Leinwandzeit.

Brie Larson, die für ihre Rolle in „Raum“ einen Oscar erhielt und spätestens seit „Kong: Skull Island“ allgemein bekannt ist, ist die erste Frau, die im Marvel Cinematic Universe einen eigenen Film erhielt. Scarlett Johansson kämpfte sich als Black Widow erfolgreich durch mehrere MCU-Filme und ein Solofilm mit ihr ist seit längerem im Gespräch. Aber bis jetzt ist er noch nicht gedreht. Auch über einen Captain-Marvel-Solofilm wurde seit Jahren gesprochen. Und immer wieder zugunsten eines weiteren Films mit einem oder mehreren Männern als Superhelden aufgeschoben.

Jetzt darf Brie Larson die Rolle von Captain Marvel spielen in einem Film, der, abgesehen von „Captain America: The First Avenger“, vor den vorherigen MCU-Filmen spielt. Er etabliert mehr oder weniger offensichtlich die uns bekannte MCU-Welt und versprüht viel 80er- und 90er-Jahre Charme. Larson zeigt in ihrer Superheldenuniform und mit einem „Nine Inch Nails“-T-Shirt mehr stolzgeschwellte Machobrust als alle anderen MCU-Helden und das „Top Gun“-Team zusammen. Die Szenen auf dem Militärflughafen und mit ihrer besten Pilotenfreundin verströmen dann auch viel „Top Gun“-Testosteron und etwas gut abgehangenes Americana-Feeling. Vor allem wenn mal schnell die halbe Popkultur der neunziger Jahre zitiert wird. Beginnend mit einem Besuch in der örtlichen Videothek.

Die Tricks sind durchgängig auf dem gewohnten hohen Niveau. Bei der Katze Goose, die von Nick Fury adoptiert wird, ist dann auch nicht erkennbar, wann sie von einer Katze gespielt und wann sie am Computer animiert wurde. Auch der Verjüngungseffekt bei Samuel L. Jackson als Nick Fury und Clark Gregg als Agent Coulson (yep, ebenfalls dabei) ist auf der technischen Ebene sehr gut gemacht. Trotzdem irritierte Samuel L. Jacksons verjüngtes Ich mich immer wieder. Er sieht immer etwas künstlich und zu porentief rein aus.

Captain Marvel“ ist kein schlechter Film. Aber nach zwanzig Marvel-Filmen, etlichen anderen Comicverfilmungen und den Transformers-Filmen (die mit „Bumblebee“ ebenfalls in die sattsam verklärte Vergangenheit gingen) ist dann der Überraschungseffekt doch etwas weg. Immerhin bleibt der Bösewicht dieses Mal länger im Gedächtnis und die Story entwickelt sich flott, mit einigen überraschenden Wendungen und, ohne Abspann, innerhalb von zwei Stunden.

Damit ist der Eintritt von Carol Danvers in das Marvel Cinematic Universe gelungen.

Captain Marvel (Captain Marvel, USA 2019)

Regie: Anna Boden, Ryan Fleck

Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet (nach einer Geschichte von Nicole Perlman, Meg LeFauve, Anna Boden, Ryan Fleck und Geneva Robertson-Dworet)

mit Brie Larson, Samuel L. Jackson, Ben Mendelsohn, Jude Law, Djimon Hounsou, Lee Pace, Lashana Lynch, Gemma Chan, Algenis Perez Soto, Rune Temte, McKenna Grace, Clark Gregg, Stan Lee

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Moviepilot über „Captain Marvel“

Metacritic über „Captain Marvel“

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Wikipedia über „Captain Marvel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Anna Boden und Ryan Flecks „Dirty Trip – Mississippi Grind“ (Mississippi Grind, USA 2015)


TV-Tipp für den 27. September: Guardians of the Galaxy

September 27, 2018

Vox, 20.15

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman

LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. April zeigt RTL, als TV-Premiere, den ersten Auftritt der wenig vertrauenserweckenden Rettern der Galaxie.

Ein schöner Spaß für den SF-Fan, der genug von all den Dystopien hat.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

Wiederholung: Freitag, 28. September, 01.05 Uhr (Taggenau!)

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Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (Guardians of the Galaxy Vol. 2, USA 2017)

Meine Besprechung von mehreren „Guardians of the Galaxy“-Comics


Neu im Kino/Filmkritik: „King Arthur: Legend of the Sword“, mal wieder neu interpretiert

Mai 11, 2017

Bislang tobte Guy Ritchie sich in der Gegenwart aus. Eigentlich immer im Gangstermilieu. Auch seine beiden Sherlock-Holmes-Filme waren mehr gegenwärtig als viktorianisch.

In seinem neuesten Film „King Arthur: Legend of the Sword“ springt er ganz weit in die Vergangenheit und erzählt die Geschichte von König Arthur, dem Schwert Excalibur, das er aus einem Stein herauszieht, der Festung Camelot und den Rittern der Tafelrunde neu. Selbstverständlich in 3D und, wie es sich für eine Big-Budget-Produktion gehört, mit namhafter Besetzung. Auch wenn die wirklich großen Namen fehlen. „Sons of Anarchy“ Charlie Hunnam, Jude Law (der in Ritchies Sherlock-Holmes-Filmen Dr. Watson ist), Djimon Hounsou, Aidan Gillen, Mikael Persbrandt und Eric Bana (der sich mit wenigen Drehtagen aus der Affäre zog) sind alle schauspielerisch erschreckend unterfordert in diesem Fantasy-Mischmasch, der mehr an den Katalog eines Fantasy-Shops als an einen auch nur halbwegs durchdachten Film erinnert.

Die Filmgeschichte beginnt damit, dass Vortigern (Jude Law) seinen Bruder, den rechtmäßigen, allseits beliebten und tapferen König Uther Pendragon (Eric Bana), und dessen Frau feige ermordet.

Pendragons kleiner Sohn kann, wie Moses, auf einem kleinen Boot entkommen. In London, oder Londinium wie es im Film heißt, wird er aufgenommen und wächst zu einem properen Mannsbild heran, das dann wie Charlie Hunnam aussieht. Er ist ein guter Kämpfer und verdient sein Geld als Beschützer eines Etablissements, in dem eine verdächtig hohe Zahl leicht bekleideter, junger Damen arbeitet. Für die weitere Filmgeschichte sind sie unwichtig. Wie es in dem gesamten Film keine einzige auch nur halbwegs interessante oder erinnerungswürdige Frauenfigur gibt. Es gibt daher selbstverständlich auch keine Liebesgeschichte.

Jedenfalls wird Arthur von den Schergen des Königs verhaftet, wie alle jungen Männer nach Camelot gebracht und, potzblitz, er zieht mühelos und erstaunlich lustlos, so als wolle er nur wieder möglichst schnell zurück in sein Bordell, das berühmte, mit magischen Kräften versehene Schwert Excalibur aus dem Stein. Jetzt wissen alle, dass er der rechtmäßige König ist.

Aber der böse König ist noch lange nicht besiegt.

Arthur wird jetzt von Kämpfern des Widerstands gegen Vortigern förmlich in den Kampf gedrängt. Und das ist eine weitere Neuerung: Ritchies König Arthur hat überhaupt keine Lust auf den Thron und er will auch nicht seine Eltern rächen. Das führt dazu, dass Arthur wie ein nasses Hemd im Film herumhängt und nur bei den Actionszenen lebendig wird. Weil: kämpfen kann er. Ohne dass seine weiße Weste einen Blut- oder Dreckspritzer abbekommt.

King Arthur: Legend of the Sword“ will als Neuinterpretation der Artuslegende in keiner Sekunde ein weiterer Ritterfilm sein, der seine Geschichte entlang der bekannten, bewährten und funktionierenden Konventionen einfach noch einmal erzählt. Allerdings hat Guy Ritchie keine Ahnung davon, was er stattdessen erzählen will. Er lässt die Liebesgeschichte weg. Er lässt den Comic-Charakter, den Witzbold, weg, der in anderen Ritterfilmen für die Lacher sorgte. Ritchie lässt dieses Mal sogar den Humor weg. Außer man hält abgeschlagene Gliedmaße für witzig.

Er nahm dem Protagonisten, King Arthur, jegliche Ambitionen. Ritchies King Arthur ist der wohl unambitionierteste Thronanwärter der Filmgeschichte. Er zieht nonchalant das Schwert aus dem Stein, als ob er gerade eine lästige Fliege totschlagen würde und sich nicht in dem Moment als der legitime Thronfolger zu erkennen gäbe. Er scheint es – im Gegensatz zu uns – auch nicht zu wissen und wenn er es doch weiß, ist ihm egal, dass er mit dieser Tat sein eigenes Todesurteil schreibt. Denn Vortigern will unter allen Umständen an der Macht bleiben. Während des gesamten Films stolpert Arthur in Kämpfe, weil sie so im Drehbuch stehen. Aber nicht, weil sie Prüfungen auf dem Weg zu seinem Ziel sind, weil (siehe oben) er kein Ziel hat.

Ritchie inszenierte den gesamten Film, abgesehen von wenigen Landschaftsaufnahmen (gedreht wurde in Schottland und Wales), in dunklen bis sehr dunklen Bildern. Blut, Matsch, Schlamm, Modder und Scheiße sind eine monochrome braune Soße, die erfolgreich eine Freigabe „ab 12 Jahre“ (bzw. PG-13) anpeilte. Denn so brutal die Morde auch sind, so wenig sieht man von ihnen. Dass die dunklen Bilder für die Düsternis der Geschichte stehen sollen; – geschenkt. Das haben wir schon tausendmal gehört und es ist immer noch Quatsch. Ein Film wird durch seine Geschichte düster. Nicht durch seine dunklen Bilder.

Am Ende des Fantasy-Films gibt es eine Szene, die eine tagespolitische Lesart des gesamten Films geradezu herausfordert: ein stolzer Wikingerführer erkennt klag- und kampflos die Führerschaft von König Arthur an, weil Arthur jetzt der König und der Herrscher über die Welt und damit auch über die Wikinger ist. Das sieht dann – immerhin ist die Artus-Legende ein seit Ewigkeiten gepflegter Nationalmythos – wie die Visualisierung der chauvinistischen Brexit-Fantasien aus, nach denen Großbritannien nach dem Brexit wieder eine strahlende Großmacht ist, die anderen gnädig Schutz gegen bedingungslose Folgsamkeit gewährt. Ritchie inszenierte auch diese Szene ohne eine ironische Distanz.

Bis zu diesem Moment zeigt der Film einen beeindruckende Diskrepanz zwischen dem Anspruch, eine mitreisende Fantasy-Neuinterpretation der Artus-Legende zu präsentieren, und dem Endergebnis, das genau das nicht ist. „King Arthur: Legend of the Sword“ ist ein lustlos-pompöser, vor Selbstüberschätzung triefender Ritterfilm, der einen wehmütig an ältere und bessere Interpretationen der alten Geschichte denken lässt. Genau wie die Versprechen der Brexit-Befürworter von einem souveränen, grandiosen Großbritannien außerhalb der EU nichts mit der sich schon jetzt abzeichnenden Realität zu tun haben.

Das gilt, um wieder zum Film zurückzukommen, auch für die Pläne, nach denen „King Arthur: Legend of the Sword“ der Auftakt einer aus sechs (!) Filmen bestehenden Serie sein soll. Diese Pläne kann man, angesichts der Qualitäten des Films, schon beim Abspann in das Reich der Legenden verweisen. Erste Box-Office Prognosen gehen in die gleiche Richtung. Aktuell schätzt „The Hollywood Reporter“ den Film, wenn die Einnahmen außerhalb der USA nicht sehr hoch sind, als ersten Kassenflop des Jahres ein.

P. S.: Eine beruhigende Erkenntnis hat der Film: auch damals wurden die Bauarbeiter nicht fertig. Überall stehen halbfertige Häuser, Brücken und Tore herum. Etliche sind schon am verfallen; – – – – was auch eine Metapher für das Vereinigte Königreich sein könnte.

King Arthur: Legend of the Sword (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Joby Harold, Guy Ritchie, Lionel Wigram (nach einer Geschichte von David Dobkin und Joby Harold)

mit Charlie Hunnam, Jude Law, Àstrid Bergès-Frisbey, Djimon Hounsou, Aidan Gillen, Mikael Persbrandt, Eric Bana, David Beckham

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Rotten Tomatoes über „King Arthur: Legend of the Sword“

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Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)


TV-Tipp für den 16. April: Guardians of the Galaxy

April 15, 2017

RTL, 20.15

Guardians of the Galaxy (Guardians of the Galaxy, USA 2014)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn, Nicole Perlman

LV: Comic/Charaktere von Dan Abnett und Andy Lanning

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. April zeigt RTL, als TV-Premiere, den ersten Auftritt der wenig vertrauenserweckenden Rettern der Galaxie.

Ein schöner Spaß für den SF-Fan, der genug von all den Dystopien hat.

Mehr in meiner Besprechung.

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, David Bautista, Vin Diesel (nur Stimme), Bradley Cooper (nur Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Gregg Henry, Stan Lee, Nathan Fillion (nur Stimme), James Gunn

Wiederholung: Montag, 17. April, 16.45 Uhr

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Film-Zeit über „Guardians of the Galaxy“

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Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy“

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Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von mehreren „Guardians of the Galaxy“-Comics


Neu im Kino/Filmkritik: Die „Legend of Tarzan“ kehrt zurück

Juli 28, 2016

Tarzan, der Herrscher des Urwalds ist zurück – und „Legend of Tarzan“ ist viel besser als der letzte Tarzan-Film „Tarzan 3D“, bei dem nur die computergenerierten Bilder als Leistungsschau der Hersteller überzeugten. Manchmal.

Davor gab es in den letzten Jahrzehnten einige Tarzan-Filme, die sich – auch wenn „Greystoke – Die Legende von Tarzan“ (Großbritannien 1984, von Hugh Hudson) und „Tarzan – Herr des Urwalds“ (USA 1981, von John Derek mit Bo Derek als sexy Dame in ständig feuchter Bekleidung) die Grenzen zwischen Kunst und Trash markierten – bei weiten nicht so in das kollektive Gedächtnis einbrannten wie die legendären Tarzan-Filme mit Johnny Weissmuller.

Legend of Tarzan“, der kein naiver Abenteuerfilm sein will, wird das gleiche Schicksal des schnellen Vergessens ereilen. Daran ändert auch die lange Entwicklungsgeschichte des Films (wobei das 2006er Tarzan-Projekt von Guillermo del Toro mit diesem Film sicher nichts mehr zu tun hat) und das exorbitante Budget von offiziell 180 Millionen US-Dollar nichts.

Dieses Mal lebt Tarzan (Alexander Skarsgård) schon seit längerem unter seinem bürgerlichem Namen John Clayton III, fünfter Lord Greystoke, auf seinem Landsitz und er erledigt klaglos seine Pflichten als Lord und Hausherr. Da wird er vom Parlament gebeten, als Sonderbotschafter für Handelsfragen in den Kongo zu reisen.

Auf seiner Fahrt in seine alte Heimat begleiten ihn seine Freundin Jane (Margot Robbie), die ebenfalls alte Bekanntschaften auffrischen will, und der US-Amerikaner George Washington Williams (Samuel L. Jackson als doofer, alle Klischees bestätigender Sidekick), der Beweise für einen florierenden Sklavenhandel finden will.

In Afrika werden, kurz nach ihrer Ankunft in seinem Heimatdorf, Jane und etliche Dorfbewohner bei einem nächtlichen Überfall entführt und das Dorf verwüstet.

Verantwortlich dafür ist der Belgier Leon Rom (Christoph Waltz). Der Händler und Bösewicht des Films wollte in der Nacht eigentlich den legendären Tarzan entführen.

Lord Greystoke, der entkommen konnte, reißt sich seine Kleider vom Leib und beginnt als Tarzan Rom und seine Bande quer durch den Dschungel und die Steppe und Steinwüsten und Gewässer und Seen zu jagen, weil in Afrika alle Landschaften in Lianenentfernung sind.

Es gibt in „Legend of Tarzan“ zwischen all den CGI-Effekten (so sehen wir nur CGI-Tiere, die auch fast immer so aussehen) einige Momente, die schmerzlich zeigen, was für ein grandioser Film aus dem Stoff hätte werden können. So in Richtung Sam Peckinpahs Spätwestern „The Wild Bunch“. Allerdings n Afrika spielend und den Kolonialismus, die Zerstörung von Menschen, Tieren und Natur, der Ausbeutung eines Kontinents und der Grundsteinlegung von noch heute virulenten Konflikte ansprechend. In dem Wissen, dass der von Tarzan und Jane und seinen afrikanischen Freunden, in trauter Einheit mit den Tieren, gelebte glückliche Naturzustand (der natürlich auch immer nur eine Fiktion war) schon damals nicht mehr existierte. Es hätte also ein bildgewaltiger Abenteuerfilm mit einer ernsten Grundierung werden können.

Entstanden ist ein von einem Komitee gemachter Film. Nichts fügt sich sinnvoll zusammen, weil jeder eine Idee in den Film einbringen durfte. Es gibt immer wieder haarsträubende erzählerische Mängel und inszenatorische Schwächen. So erfahren wir wichtige Teile von Roms Plan erst viel zu spät, teilweise erst am Ende. Auch den Grund für den Konflikt zwischen Tarzan und Häuptling Mbonga (Djimon Hounsou) erfahren wir viel zu spät. Wenn man das alles (ja, Spoilervermeidung) am Anfang weitgehend verraten hätte, hätte man in diesem Moment den Grundstein für eine kraftvolle Geschichte gelegt. Denn in diesem Moment wäre der Grundkonflikt zwischen Tarzan, Rom und Mbonga etabliert gewesen und man hätte ausgehend von dieser Prämisse ein Netz von Konflikten und Beziehungen zwischen den Charakteren aufgespannt. So plätschert der Film vor sich hin, während er erzählt, wie Tarzan seine Frau retten will.

Die zahlreichen Rückblenden, die David Yates wild über den Film verteilt, sind bestenfalls manieristisch, schlimmstenfalls nervig. Der Geschichte hätten sie mehr gedient, wenn sie an den wenigen Punkten in der Geschichte, in der sie erzählerisch Sinn machen, präsentiert worden wären. Also wenn Tarzan von Vertretern des Parlaments gebeten wird, nach Afrika zurückzukehren, hätte man eine große Rückblende mit seiner Geschichte, wie seine Eltern sterben, er von Affen großgezogen wird, Jane kennen lernt und nach England zurückkehrt, einfügen können. Denn in diesem Moment steht John Clayton vor der Frage, ob er wieder in seine Vergangenheit zurückkehren will. Yates verteilt diese Hintergrundgeschichte auf mehrere Rückblenden, die dann nur unnötig die Haupthandlung verlangsamen. Denn letztendlich kenne wir doch alle die Geschichte von Tarzan.

Und dann etabliert „Harry Potter“-Regisseur mehrmals Ort so ungeschickt und auch unlogisch, dass man glaubt, gerade habe man eine Szene verpasst zu haben. So scheint, um nur ein Beispiel zu nenne, das Dorf, in dem Tarzan seine alten Freunde nach einem langen Fußmarsch durch trockenes Grasland, mitten in einer wasserlosen Gegend zu liegen. In der Nacht werden sie von Roms Männern überfallen und Jane wird auf einen Dampfer entführt, der anscheinend wenige Meter neben dem Dorf anlegte.

Wo „Legend of Tarzan“ schon auf der erzählerischen Ebene Schiffbruch erleidet, bringen die überall eingesetzten CGI-Effekte das Schiff dann endgültig zum Sinken. Und im Finale wird dann, während eine Horde CGI-Tiere eine Hafenstadt verwüstetet, auch munter Schiffe versenken gespielt. Das ist visuell selten überzeugend, meistens spektakulär langweilig und wenig beeindruckend.

Legend of Tarzan“ ist wohl der Tarzan-Film mit den meisten verpassten Chancen.

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Legend of Tarzan (The Legend of Tarzan, USA 2016)

Regie: David Yates

Drehbuch: Adam Cozad, Craig Brewer (nach einer Geschichte von Craig Brewer und Adam Cozad, basierend auf den „Tarzan“-Geschichten von Edgar Rice Burroughs)

mit Alexander Skarsgård, Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Margot Robbie, Djimon Hounsou, Sidney Ralitsoele, Osy Ikhile, Mens-Sana Tamakloe, Rory J. Saper, Christian Stevens, Jim Broadbent, Ben Chaplin

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Lesetipp

Die Johnny-Weismuller-“Tarzan“-Filme laufen ja immer wieder und für mich sind sie die klassischen und definitiven „Tarzan“-Filme. Immerhin sah ich sie als Kind.

Aber man kann die jetzige Verfilmung auch als Gelegenheit nehmen, einen Blick in die Vorlage, die „Tarzan“-Romane von Edgar Rice Burroughs zu werfen. Denn der Heyne-Verlag bietet, mit einem kundigen Nachwort von Georg Seeßlen, einen Sammelband mit drei „Tarzan“-Romanen an. Enthalten sind die Ursprungsgeschichte „Tarzan bei den Affen“ (Tarzan of the Apes, 1912) und die beiden deutlich kürzeren „Tarzan“-Romane „Tarzan und die Schiffbrüchigen“ (Tarzan and the Castaways, 1940/1941/1964) und „Tarzan und der Verrückte“ (Tarzan and the Madman, 1964) und die ersten Seiten lesen sich verdammt gut.

Burroughs - Tarzan - 4

Edgar Rice Burroughs: Tarzan – Drei Romane in einem Band

Heyne, 2013

688 Seiten

11,99 Euro

Taschenbuch-Ausgabe entspricht der Ausgabe von Walde & Graf, Zürich 2012.

Hinweise

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Moviepilot über „Legend of Tarzan“

Metacritic über „Legend of Tarzan“

Rotten Tomatoes über „Legend of Tarzan“

Wikipedia über „Legend of Tarzan“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Vatican Tapes“ – warum mussten sie geöffnet werden?

Juli 30, 2015

Michael Peña ist einer der Schauspieler, die ich immer gerne sehe (zuletzt in „Ant-Man“) und immer hoffe, dass er endlich auch mal eine Hauptrolle bekommt. Obwohl er in „End of Watch“ eine hatte und er auch in „Herz aus Stahl“ einer der Hauptdarsteller war – und es waren gute Filme. In „The Vatican Tapes“ hat er zwar eine Hauptrolle, aber auch er kann den Film nicht retten. Wahrscheinlich hätte niemand den Film retten können.
Mark Neveldine, der mit „Crank“ 2006 einen grandiosen Einstand hatte, an den er und sein Regie-Partner Brian Taylor, seitdem nicht mehr anknüpfen konnten, liefert jetzt in seinem ersten Spielfilm, den er alleine inszenierte, einen unglaublich langweiligen Exorzismus-Film ab.
Dieses Mal ist die Katholikin Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley) von einem Dämon besessen. Pater Lozano (Michael Peña) glaubt, dass er ihr helfen kann. Als er erkennt, dass die junge Dame sich einen besonders fiesen Dämon eingehandelt hat, ruft er den Vatikan an. Denn dort gibt es eine Exorzismus-Sondereinheit, die viel zu tun hat, weil Katholiken ja ständig von Dämonen besessen sind.
„The Vatican Tapes“ ist einer der zahlreichen niedrig budgetierten Horrorfilme, die seit einiger Zeit wieder in unsere Kinos kommen und aufgrund ihrer geringen Kosten einen ziemlich garantierten Gewinn abwerfen. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn die hier erzählte Geschichte von Bessessenheit und Teufelsaustreibung nicht so lieb- und einfallslos bis hin zur wahrscheinlich langweiligsten Teufelsaustreibung der Filmgeschichte heruntergespult würde.

The Vatican Tapes - Plakat

The Vatican Tapes (The Vatican Tapes, USA 2015)
Regie: Mark Neveldine
Drehbuch: Christopher Borrelli, Michael C. Martin (nach einer Geschichte von Chris Morgan und Christopher Borrelli)
mit Olivia Taylor Dudley, Michael Peña, Djimon Hounsou, Dougray Scott, Peter Andersson, Kathleen Robertson

Länge: 91 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Facebook-Seite zum Film
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Film-Zeit über „The Vatican Tapes“
Moviepilot über „The Vatican Tapes“
Metacritic über „The Vatican Tapes“
Rotten Tomatoes über „The Vatican Tapes“
Wikipedia über „The Vatican Tapes“


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