Roman zum Film: Rae Carson: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Juni 29, 2020

Bei meiner Besprechung von Rae Carsons Roman zum neuesten „Star Wars“-Film „Der Aufstieg Skywalkers“ gehe ich davon aus, dass inzwischen alle die Filmgeschichte, die verschiedenen Überraschungen und das Ende kennen. Wer also das Ende immer noch nicht kennt und es immer noch nicht erfahren möchte, sollte meine spoilerfreie Besprechung des Films lesen.

Rae Carson hat eine lesenswerte und gut lesbare Fassung des Films, ergänzt um einige Hintergrundinformationen und Erklärungen, geschrieben. An den grundsätzlichen Problemen der Filmgeschichte kann sie dagegen nichts ändern.

Der Aufstieg Skywalkers“ ist der neunte „Star Wars“-Spielfilm. Der erste war 1977 „Krieg der Sterne“ (Star Wars). In den nächsten Jahren erzählte George Lucas in drei Filmen die Geschichte von Luke Skywalker und seinem erfolgreichen (jedenfalls dachten wir das damals) Kampf gegen Darth Vader und die dunkle Seite der Macht. Später erzählte George Lucas die Vorgeschichte zu „Krieg der Sterne“. Wieder in drei Filmen, in denen er die Geschichte von Luke Skywalkers Vater erzählt, der zu dem Bösewicht Darth Vader wird. Danach verkaufte George Lucas seine enorm lukrative Schöpfung an Disney und Disney begann mit „Das Erwachen der Macht“ 2015 eine neue Trilogie, die dreißig Jahre nach dem Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ spielt. Diese dritte Trilogie war von Anfang an als der Abschluss der vorherigen sechs Filme geplant. Auch George Lucas hatte von Anfang an eine Serie von neun Spielfilmen geplant. Aus kommerziellen Erwägungen und weil die Idee einer aus neun miteinander verbundenen Spielfilmen undurchführbar erschien, begann er mit „Krieg der Sterne“ in der Mitte.

In „Das Erwachen der Macht“ und der Fortsetzung „Die letzten Jedi“ sind Han Solo, Prinzessin Leia Organa (seine Frau und Anführerin der Rebellen) und Luke Skywalker (ihr Bruder, inzwischen als Eremit auf einer Insel auf einem abgelegenem Planeten lebend) älter geworden. In den letzten Jahren gelang es den Bösewichtern, die sich jetzt Erste Ordnung nennen, fast die gesamte Galaxis zu erobern. Der Hauptgegner der guten Rebellen ist Kylo Ren, der Sohn von Han Solo und Leia Organa. Der überaus ehrgeizige, aber auch zutiefst unsichere Ren möchte unbedingt das Erbe von Darth Vader antreten.

Auf der Seite der Guten wird ebenfalls eine jüngere Generation in die Schlacht geschickt. Im Mittelpunkt steht Rey, die ihr bisheriges Leben als Schrottsammlerin auf einem Wüstenplaneten verbrachte und eine ungewöhnlich starke Verbindung zur Macht hat. Zusammen mit ihren Freunden, dem desertierten Sturmtruppler Finn, dem wagemutigen Piloten Poe Dameron und, ab „Die letzten Jedi“, der Mechanikerin Rose kämpft sie gegen die Bösewichter.

In „Der Aufstieg Skywalkers“ soll jetzt die Geschichte der Familie Skywalker zu Ende erzählt werden. Das war jedenfalls die Ankündigung, die die Macher dann – falls nicht auf irgendwelchen Wüstenplaneten weitere Skywalker-Kinder ausgesetzt wurden – auf die denkbar einfachste Art erfüllten: sie bringen einfach alle bekannten Mitglieder der Familie Skywalker um. Luke Skywalker starb ja schon in „Die letzten Jedi“. Leia Organa und ihr Sohn Kylo Ren sterben in „Der Aufstieg Skywalkers“. Auch sie opfern sich mit Macht für die gute Sache. Rey, die die ganze Zeit herausfinden wollte, wer ihre Eltern sind, überlebt. Denn sie gehört nicht zur Skywalker, sondern zur Palpatine-Familie und, oh Wunder, der in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gestorbene Imperator Palpatine ist nicht tot, sondern hing über Jahrzehnte auf dem gut versteckten Planeten Exegol. Dort ließ er eine Flotte von Raumschiffen bauen, von denen jedes Raumschiff Planeten zerstören kann. Anstatt des Todessterns (die ultimative Waffe der Bösewichter in den vorherigen „Star Wars“-Filmen), gibt es jetzt eine ganze Armada von Todessternen, die am Ende des Films vernichtet werden.

Bis es soweit ist, müssen Rey und ihre Freunde innerhalb weniger Stunden zuerst einen Sith-Wegfinder, der ihnen den Weg nach Exegol zeigt, finden und dann zu Exegol fliegen. Diese planetarische Schnitzeljagd steht im Mittelpunkt des Films und damit auch des Romans. Etwas psychologische Tiefe erhält die Geschichte durch Kylo Rens und Reys periodisch eingestreute Selbstzweifel.

Dabei beschränken sich Reys Selbstzweifel auf ihre Befürchtung, der dunklen Seite der Macht nicht widerstehen zu können. Und sie will herausfinden, wer ihre Eltern sind. Dass ihre Eltern, wie Ren sagt, Niemande sind, will sie nicht akzeptierten.

Das klingt doch nach einem zünftigem Abenteuer. Es passiert auch viel. Alle paar Dutzend Seiten sind sie auf einem neuen Planeten. Alle paar Seiten passiert etwas. Eine wichtige Person gerät in Lebensgefahr, stirbt – und ist dann, wie wir einige Seiten später erfahren, doch nicht tot. Mal, weil der falsche Transporter zerstört wird, mal weil irgendetwas mit der Macht angestellt wird, mal aus unbekannten Gründen. Nachdem man sich an das Erzählprinzip gewöhnt hat, dass inzwischen im „Star Wars“-Universum kein Tod endgültig ist, investiert man auch keine Gefühle mehr in das Ableben einer geliebten Figur.

Dazu kommt – Logik war sicher noch nie eine Stärke des „Star Wars“-Universums, das schon immer nach den Regeln der Fantasy und nie nach den Regeln der Science-Fiction funktionierte – der laxe Umgang mit der „Macht“. Mal wird sie eingesetzt, mal nicht. Halt wie es dem Drehbuchautor gerade passt. Mal können Rey und Keylo Ren, die sich gerade an verschiedenen Enden des Universums befinden, in einem Raum miteinander kämpfen, mal nicht. Und ihre Verbindung funktioniert wie eine gestörte Telefonverbindung, die immer dann nicht funktioniert, wenn der Drehbuchautor es so will.

Diese Willkürlichkeit ist das größte Problem von „Der Aufstieg Skywalkers“. Anstatt dass sich die Geschichte aus den Figuren heraus ergibt, anstatt dass Handlungen Konsequenzen haben, anstatt dass ein klar definierter Konflikt im Zentrum der Geschichte steht, anstatt dass die Figur mit dem konfliktreichsten Problem im Mittelpunkt steht (das wäre, so wie die Figuren entworfen wurden und die Geschichte in der aktuellen Trilogie erzählt wurde, nicht Rey, sondern Keylo Ren gewesen), spürt man in jedem Moment den Willen des Drehbuchautors, der einfach alle paar Minuten, immer dann wenn es langweilig werden könnte, eine weitere Überraschung präsentiert. Zum Beispiel, dass die Bösewichter gerade jetzt auftauchen und die Rebellen in ein weiteres Gefecht verwickeln.

Das kann Rae Carson in ihrem Filmroman nicht ändern. Aber es gibt, wie gesagt, einige Hintergrundinformationen, Erklärungen und Verbesserungen im Detail. So erfahren wir im Roman schon bevor C-3POs Festplatte (vulgo Gedächtnis) von seinen Freunden gelöscht wird, dass das schon einmal gemacht wurde und dass die Festplatte natürlich wieder mit den alten Informationen bespielt werden kann. Die Daten wurden ja vorher gesichert.

Mit „Der Aufstieg Skywalkers“ endet eine Trilogie, die nie den Eindruck erweckte, von Anfang an als Trilogie geplant gewesen zu sein. Dafür war jeder Film zu sehr bemüht, möglichst alles, was im vorherigen Film erzählt wurde, zu negieren. Am Ende wurde keine eigenständige, neue Einsichten und Erkenntnisse vermittelnde Geschichte erzählt, sondern blinder Fanservice betrieben. Die aktuelle Trilogie, und vor allem Abschlussfilm „Der Aufstieg Skywalkers“, erschöpft sich im Präsentieren bekannter Figuren und Gegenstände und dem einfallslosem Wiederholen bereits erzählter Geschichten. Das Prinzip mag an der Kinokasse erfolgreich sein und die Fans befriedigen, aber neugierig auf die nächsten „Star Wars“-Filme macht das nicht.

Rae Carson: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Penhaligon, 2020

352 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

Star Wars – The Rise of Skywalker

DelRey, 2020

Die Vorlage

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Star Wars: The Rise of Skywalker, USA 2019)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: J.J. Abrams, Chris Terrio, Colin Trevorrow (Ko-Autor), Derek Connolly (Ko-Autor) (basierend auf von George Lucas erfundenen Figuren)

mit Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Anthony Daniels, Naomi Ackie, Domhnall Gleeson, Richard E. Grant, Lupita Nyong’o, Keri Russell, Joonas Suotamo, Kelly Marie Tran, Billy Dee Williams

Länge: 142 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die „Star Wars“-Hauptfilme

Krieg der Sterne (Star Wars, später Star Wars: Episode IV – A New Hope, 1977)

Das Imperium schlägt zurück (The Empire strikes back, später Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back, 1980)

Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi, später Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi 1983)

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I – The Phantom Menace, 1999)

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Star Wars: Episode II – Attack of the Clones, 2002)

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith, 2005)

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens, 2015)

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The Last Jedi, 2017)

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Star Wars: The Rise of Skywalker, 2019)

Hinweise

Homepage von Rae Carson (Achtung: im Moment erhalte ich den Hinweis, dass es sich um eine gefährliche Webseite handelt.)

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

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Moviepilot über „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Metacritic über „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Wikipedia über „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (Star Wars: The Rise of Skywalker, USA 2019)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht“) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von James Frys „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The Last Jedi, 2018) (Filmroman)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


TV-Tipp für den 3. April: Frank

April 2, 2020

One, 21.00

Frank (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Regie: Lenny Abrahamson

Drehbuch: Jon Ronson, Peter Straughan

LV: Jon Ronson: Oh Blimey! (Reportage, The Guardian, 2006)

Möchtegernmusiker Jon wird als Keyboarder der legendären Avantgardeband „Soronprfbs“ engagiert und das Mitglied einer sehr seltsamen Gemeinschaft. Angeführt wird sie von dem mehr als seltsamen Frank.

Das ist der Film, in dem Michael Fassbender als Bandleader Frank während des gesamten Films eine Pappmaché-Maske trägt.

„Frank“ ist ein herrlich schrulliger Film mit einem liebevollen Blick auf gesellschaftliche Außenseiter, die sich in einer Band einen eigenen, gut funktionierenden Schutzraum geschaffen haben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Scott McNairy, Francois Civil, Carla Azar

Hinweise
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Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Frank“ (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Raum“ (Room, Irland/Kanada 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, das Ende einer Trilogie-Trilogie

Dezember 18, 2019

Es ist vollbracht. Mit „Der Aufstieg Skywalkers“ endet die aktuelle „Star Wars“-Trilogie, die gleichzeitig auch das Ende der Geschichte der Familie Skywalker ist. Sie begann 1977 mit dem Blockbuster „Krieg der Sterne“ (Star Wars). Der Film, die nächsten „Star Wars“-Filme, damit zusammenhängende weitere Spielfilme, TV-Serien, Bücher, Comics und Videospiele waren ebenfalls erfolgreich. Inzwischen sind schon weitere TV-Serien und Spielfilme angekündigt.

Nach acht Spielfilmen haben die Fans der Serie, von denen viele schon Kinokarten gekauft haben, vor allem zwei Fragen: Hat sich das Warten gelohnt? Und wie hat J.J. Abrams die Trilogie abgeschlossen? Nach dem Ende des an der Kinokasse gewohnt erfolgreichen, bei den Fans umstrittenen vorherigen Films „Die letzten Jedi“ sind viele Fragen offen geblieben. Jetzt müssen sie in fast schon schlanken hundertvierzig Minuten beantwortet werden.

Wie schon in seinem ersten „Star Wars“-Film „Das Erwachen der Macht“ betreibt J. J. Abrams vor allem Fanservice. Fast jede Figur, die irgendwann einmal bei „Star Wars“ durchs Bild lief, scheint seinen meist kurzen Auftritt zu bekommen. Ob sie noch lebendig, oder schon verstorben sind, ist egal. So wurden von Carrie Fisher, die wieder Leia Organa spielt, einige ältere Aufnahmen genommen und die Bildhintergründe angepasst. Um ihre austauschbaren Sätze herum wurden fast ebenso austauschbare Dialoge geschrieben. Mark Hamill spielt, was er schon in Interviews verriet, Luke Skywalker als einen Geist – und ich muss jetzt wohl endgültig akzeptieren, dass Luke Skywalker doch am Ende von „Die letzten Jedi“ gestorben ist. Aber Geister und Erinnerungen leben bekanntlich ewig.

Fast alle diese Auftritte bekannt-beliebter „Star Wars“-Charaktere sind, egal wo ihre Schauspieler in den Credits erwähnt werden, irgendwo zwischen einem ausführlichem Cameo und einem etwas längerem Starauftritt angesiedelt. Die Hauptbühne gehört wieder den schon aus „Das Erwachen der Macht“ bekannten Hauptfiguren Rey, Kylo Ren, Poe Dameron und Finn.

Ebenso wird fast jeder Gegenstand, jedes Flugzeug und etliche Gebäude, die in einem „Star Wars“-Film wichtig waren, gezeigt und den „Star Wars“-Fans so immer wieder versichert, dass alles wieder wie früher ist. Es ist das Rezept, das J. J. Abrams schon in „Das Erwachen der Macht“ erfolgreich anwandte.

In dem SF-Abenteuerfilm werden viele Fragen beantwortet. So erfahren wir endlich, wer Reys Eltern sind. Inwiefern die Antwort zum Kanon passt, müssen dann die „Star Wars“-Fanatiker beantworten. Das gilt auch für die anderen Antworten, die J. J. Abrams gibt. Bei einigen seiner Antworten würde ich das heftig verneinen. Entsprechend überraschend sind sie. Besonders überzeugend sind sie, wenn man „Das Erwachen der Macht“, „Die letzten Jedi“ und „Der Aufstieg Skywalkers“ als eine in seinen groben Zügen von Anfang an geplante Trilogie betrachtet, nicht.

Die Story selbst ist im wesentlichen eine Schnitzeljagd, die Rey (Daisy Ridley) und ihre Freunde Poe Dameron (Oscar Isaac), Finn (John Boyega), Chewbacca (Joonas Suotamo), die altbekannten Droiden C-3PO (Anthony Daniels), R2-D2 und Reys Droiden BB-8 im Millennium Falcon auf einer Reise durch die halbe Galaxis schickt. Sie müssen an die Koordinaten des Planeten Execo gelangen. Dort ist die versteckte Welt der Sith (also der Bösewichter). Weil die Erste Ordnung (ebenfalls Bösewichter) in 16 Stunden einen parallelen Angriff auf mehrere Welten plant, müssen sie sich beeilen.

Während Rey und ihre Freunde die verschiedenen Wüstenplaneten besuchen, neue und alte Verbündete treffen und sich immer wieder mit Sturmtrupplern (den gesichtslosen Soldaten der Ersten Ordnung) und Keylo Ren (Adam Driver) kloppen, musste ich an Joss Whedons kultige Science-Fiction-Westernserie „Firefly“ denken. Der schickt eine ähnliche Truppe durch ähnliche Abenteuer. Allerdings mit mehr Humor.

Der Konflikt zwischen Rey und dem Bösewicht Kylo Ren, Sohn von Leia Organa und Han Solo, und seine Auflösung ist bei dieser Hatz durch den Weltraum eher nebensächlich. Das gleiche gilt für die mit dem Auftreten von Palpatine geknüpfte Verbindung zu der in den Episoden I bis III erzählten Geschichte von Luke Skywalkers Vater Anakin Skywalker, dem späteren Darth Vader. Am Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ starb Palpatine. Jedenfalls glaubten das damals alle. Jetzt ist er wieder da und er hat wieder einen Plan, die Macht über die weit, weit entfernte Galaxie zu bekommen.

Wie in „Die letzten Jedi“ gibt es auch in „Der Aufstieg Skywalkers“ einen vollkommen idiotischen Moment. Dieses Mal ist er ziemlich am Ende und er hat etwas mit Pferden zu tun.

Der Aufstieg Skywalkers“ ist ein kurzweiliges Science-Fiction-Abenteuer, das mich nie richtig begeisterte, weil der Abschluss der Skywalker-Saga in erster Linie Risiken scheuender Fanservice ist. Es gibt keinen Aufbruch in neue Welten, sondern es werden wieder vertraute Welten und Topoi besucht. Wobei, das muss auch gesagt werden, einige Fans sich am laxen, erzählerisch nicht wirklich überzeugend begründetem Umgang mit dem „Star Wars“-Kanon stören dürften.

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Star Wars: The Rise of Skywalker, USA 2019)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: J.J. Abrams, Chris Terrio, Colin Trevorrow (Ko-Autor), Derek Connolly (Ko-Autor) (basierend auf von George Lucas erfundenen Figuren)

mit Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Anthony Daniels, Naomi Ackie, Domhnall Gleeson, Richard E. Grant, Lupita Nyong’o, Keri Russell, Joonas Suotamo, Kelly Marie Tran, Billy Dee Williams

Länge: 142 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die „Star Wars“-Hauptfilme

Krieg der Sterne (Star Wars, später Star Wars: Episode IV – A New Hope, 1977)

Das Imperium schlägt zurück (The Empire strikes back, später Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back, 1980)

Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi, später Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi 1983)

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I – The Phantom Menace, 1999)

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Star Wars: Episode II – Attack of the Clones, 2002)

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith, 2005)

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens, 2015)

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The Last Jedi, 2017)

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Star Wars: The Rise of Skywalker, 2019)

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Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

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Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht“) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

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Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


TV-Tipp für den 15. Dezember: Star Wars: Das Erwachen der Macht

Dezember 15, 2019

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

RTL, 20.15

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt

LV: Charaktere von George Lucas

Dreißig Jahre nach den aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bekannten Ereignissen: Immer noch kämpfen die Rebellen (die sich jetzt „Neue Republik“ nennen) gegen das böse Imperium (das sich jetzt „Erste Ordnung“ nennt). Der böse Kylo Ren (aka Darth Vader) will einen Planetenzerstörer bauen. Nur die junge Waise Rey kann das verhindern. Denn sie hat in diesem Film eine noch ungeklärte Beziehung zur Macht. Währenddessen ist Luke Skywalker schon seit Jahren spurlos verschwunden. Aber dafür sind Han Solo, Chewbacca und Leia Organa dabei.

Die von den Fans heißersehnte, an der Kinokasse unglaublich erfolgreiche und von der Kritik abgefeierte Fortsetzung der „Krieg der Sterne“-Saga.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung dieses sehr unterhaltsamen SF-Films, der an einen anderen SF-Film erinnert.

mit Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong’o

Wiederholung: Montag, 16. Dezember, 00.45 Uhr (Taggenau!)

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Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von James Frys „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The Last Jedi, 2018) (Filmroman)


Vorbereitende Lektüre: James Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“

Dezember 11, 2019

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, dem abschließenden Film der aktuellen „Star Wars“-Trilogie und auch, so wird gesagt, dem Abschluss der Skywalker-Geschichte, die 1977 mit „Krieg der Sterne“ begann, sollte man sich schnell auf den aktuellen Stand bringen. Zum Beispiel mit der Lektüre von Jason Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“, der an einigen Stellen über Rian Johnsons Film hinausgeht und auch einige kleine, sehr kleine, vielfältig interpretierbare Hinweise auf die Geschichte von „Der Aufstieg Skywalkers“ liefert.

Die Geschichte von „Die letzten Jedi“ dürfte inzwischen ja bekannt sein. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Nach den Ereignissen von „Das Erwachen der Macht“ ist Rey, ein Waisenkind mit unbekannter Herkunft und einer ungewöhnlich starken Verbindung zur Macht, auf dem Planeten Ahch-To. Dort versucht sie den als Eremiten lebenden Luke Skywalker zu überreden, wieder für den Widerstand zu kämpfen.

Währenddessen kämpft der von Lukes Schwester Leia Organa angeführte Widerstand gegen das diktatorische Regime der Ersten Ordnung. Sie stehen kurz davor, endgültig vernichtet zu werden.

Deshalb werden Finn, ein Ex-Sturmtruppler, und Rose, eine herzensgute Wartungsarbeiterin, die im Roman noch mehr Raum einnimmt als im Film, nach Canto Bight geschickt. Sie sollen den Meister-Codeknacker DJ finden. Er kann ihnen helfen, ein Ortungsgerät, das sich auf einem Raumschiff der Ersten Ordnung befindet und das die Rebellenschiffe jederzeit orten kann, zu zerstören.

Irgendwann sind Rey, Kylo Ren und Snoke, der Oberste Anführer der Ersten Ordnung, gemeinsam in einem Raumschiff der Ersten Ordnung, wo sie sich duellieren. Kylo Ren tötet Snoke. Rey gelingt die Flucht.

Auf dem Planeten Crait kommt es dann zur großen Schlacht zwischen der Ersten Ordnung und dem Widerstand. Luke Skywalker erscheint Kraft seiner Gedanken als eine für alle sichtbare Vision im Schlachtgetümmel. Er verwickelt Kylo Ren in einen Lichtschwertkampf. Damit kann er die Bösewichter so lange ablenken, bis den Guten die Flucht gelingt.

Danach sehen wir, wie auf einem anderen Planeten Lukes Umhang in sich zusammenfällt und uns wird, auch im Roman, nahe gelegt, dass er gestorben sei.

Als Filmroman folgt Jason Fry notgedrungen der Filmgeschichte. Aber er kann immer wieder Szenen vertiefen, Erklärungen einfügen und auch einige Erweiterungen vornehmen, die auf Rian Johnsons verschiedenen Entwürfen beruhen und die selbstverständlich alle von Disney abgesegnet sind. Denn jedes Wort, das Fry schreibt, hat Auswirkungen auf den nächsten Film. Insofern ist er hier noch stärker an den Film gebunden als die Autoren anderer Filmromane, die sich, wenn sie eine Szene einfügen, über die Auswirkungen für künftige Filme keine Gedanken machen müssen. Umgekehrt kann hier davon ausgegangen werden, dass jedes Informationskrümmelchen eine Bedeutung hat.

Das ändert aber nichts an den großen Problemen der Geschichte von „Die letzten Jedi“ als Verbindungsstück zwischen dem ersten und letzten Teil einer Trilogie und an den Problemen, die die Trilogie selbst hat. In meiner Filmbesprechung schrieb ich, dass Rian Johnson viele Angebote und Ideen für den dritten Teil liefere, aber der Regisseur des dritten Teil nach Belieben jedes Angebot und jede Idee umstandslos verwerfen könne. Der Grund dafür ist die Jump-the-Shark-Szene, in der Prinzessin Leia Organa nach einem Torpedoangriff aus dem Raumschiff in den Weltraum geschleudert wird und diesen Raumausflug ohne Hilfsmittel überlebt. Erklärt wird das mit ihrer Beziehung zur Macht. Weil eben diese Beziehung bislang unwichtig war, überzeugt diese Erklärung nicht. Es ist ein billiger Taschenspielertrick, der in diesem Moment benutzt wird. Einmal. Denn auch als Leia Organa sich später wieder am Kampf gegen die Erste Ordnung beteiligt, hat sie keine nennenswerte Beziehung zur Macht. Sie hat nur die sattsam bekannte starke geistige Beziehung zu ihrem Bruder Luke Skywalker.

In dem Moment war mir klar, dass ab jetzt wirklich alles möglich ist. Die Autoren des dritten Teils können alles was vorher geschehen ist, nach eigenem Gutdünken benutzen. Daher gibt es auch keinen Grund, warum Luke Skywalker am Ende von „Die letzten Jedi“ gestorben sein soll.

Ein anderes großes Problem ist, dass auch am Ende des zweiten Teils der Trilogie immer noch unklar ist, was der Hauptkonflikt ist. Also wer der Protagonist und wer der Antagonist ist und worum sie kämpfen.

In der originalen Trilogie war das der Kampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader, seinem Vater.

In der aktuellen Trilogie ist das nicht so klar. Auch wenn immer gesagt wird, dass Rey und Kylo Ren im Mittelpunkt stehen. Immer noch ist unklar, in welcher Beziehung sie genau zueinander stehen und Kylo Ren ist ein wenig charismatischer Bösewicht. Er ist ein Bösewicht, der wenig Macht hat, der von ständigen Selbstzweifeln geplagt ist und der wie ein ungeliebtes, nach Liebe suchendes Kind durch die Raumstation wandelt. Furchterregend ist das nicht.

Aber dieses Dilemma eröffnet die Möglichkeit, wie man die Geschichte abschließen kann. Dann, auch wenn es in „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“ nicht so aussieht, wäre Kylo Ren die Hauptfigur der Trilogie. Er hat, im Gegensatz zu Rey und fast allen anderen Figuren, einen Konflikt, der die gesamte Trilogie hätte tragen können, wenn die Macher von Anfang an nicht an einer Nacherzählung der originalen „Star Wars“-Trilogie interessiert gewesen wären. Jason Fry deutet diese Möglichkeit in seinem Filmroman mehrmals an.

Danach ginge es in der aktuellen Trilogie nicht um Rey, sondern um Kylo Ren, einen jungen Mann, der sich von seinen als übermächtig empfundenen Eltern – Prinzessin Leia Organa und Han Solo – und seinem Onkel – dem edlen Luke Skywalker – emanzipieren will. Daher versucht er in die Fußstapfen seines Großvater Darth Vader zu treten. Aber er hadert mit seinem Weg. Er fragt sich, ob er weiter den Weg des Bösen beschreiten soll. Er fragt sich, welcher Mann er sein will. Er versucht seinen eigenen Weg zwischen den übermächtigen Eltern und Großeltern zu wählen. „Der Aufstieg Skywalker“ würde dann die Frage beantworten, welchen Weg Kylo Ren einschlägt.

Wahrscheinlich wird Kylo Ren auch in einer Nebengeschichte geläutert, während Rey und ihre Verbündeten im Mittelpunkt stehen, den Kampf gegen die Erste Ordnung gewinnen, Rey zur Herrscherin über das Universum ausrufen und sie, weil sie viel lieber auf irgendwelchen Wüstenplaneten voller Weltraumschrott herumturnt, wird ihre Macht sofort an das Volk abgeben. Die ersten freien Wahlen erfolgen in der weit, weit entfernten Galaxis ein halbes Jahr nach dem Abspann.

Welche Version dann näher an der Wahrheit liegt, kann ich dann in meiner Filmbesprechung andeuten. Dann habe ich auch den Film gesehen.

Jason Fry: Star Wars: Die letzten Jedi

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2019

448 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Penhaligon, 2018

Originalausgabe

Star Wars: The Last Jedi

DelRey, 2018

Die Vorlage

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


Ein schneller „Star Wars“-Rundumschlag: der finale Trailer, der Vorverkauf und ein schon etwas älterer Buchhinweis

Oktober 22, 2019

Pünktlich zum Beginn des Vorverkaufs für „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (Star Wars: The Rise of Skywalker) ist jetzt der finale Trailer draußen:

 

Die richtige Begeisterung und Vorfreude will sich bei mir immer noch nicht einstellen.

Über die Geschichte ist immer noch nichts bekannt. Nachdem „Die letzten Jedi“ alles und nichts für das Ende der dritten „Star Wars“-Trilogie vorbereitete und „Der Aufstieg Skywalkers“ auch einen Abschluss zu den vorherigen „Star Wars“-Filmen liefern soll, ist immer noch vollkommen unklar, in welche Richtung sich der Film bewegt.

Meine Vermutung ist, dass Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) Geschwister sind. Das verraten ja schon die Namen. Wenn wir bei ‚Kylo Ren‘ einige Buchstaben umstellen, lesen wir „Klon Rey“.

Über irgendwelche komplizierten Verwandtschaftsbeziehungen sind sie mit Leia Organa (Carrie Fisher) und Luke Skywalker (Mark Hamill) verbandelt sind. Die am 27. Dezember 2016 verstorbene Carrie Fisher ist mittels Archivaufnahmen dabei. Luke Skywalker ist zwar offiziell in „Die letzten Jedi“ verstorben, aber nachdem Mark Hamill bei den im Film mitspielenden Schauspielern so prominent genannt wird, dürfte er als Luke Skywalker (der Held der Original-Trilogie) einen größeren Auftritt haben. Zum Beispiel indem er das Ende der Bösewichter besiegelt und, siehe Titel, zum Herrscher der weit, weit entfernten Galaxis wird, ehe er seinen Thron an seine Kinder übergibt, die dann in der nächsten, sich in Planung befindende Trilogie die Galaxie beschützen.

Aber ich kann mich auch vollkommen irren.

Kinokarten können hier gekauft werden.

Zur Vorbereitung lohnt sich ein Blick in Jason Frys Filmroman „Star Wars: Die letzten Jedi“, der inzwischen auch als Taschenbuch vorliegt:

Jason Fry: Star Wars: Die letzten Jedi

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2019

448 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Penhaligon, 2018

Originalausgabe

Star Wars: The Last Jedi

DelRey,2018

Und so sieht das Plakat aus:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Star Wars: The Rise of Skywalker, USA 2019)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: J.J. Abrams, Chris Terrio, Colin Trevorrow (Ko-Autor), Derek Connolly (Ko-Autor) (basierend auf von George Lucas erfundenen Figuren)

mit Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Anthony Daniels, Naomi Ackie, Domhnall Gleeson, Richard E. Grant, Lupita Nyong’o, Keri Russell, Joonas Suotamo, Kelly Marie Tran, Billy Dee Williams

Deutscher Kinostart: Mittwoch, 18. Dezember 2019

Hinweise

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Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „The Kitchen: Queens of Crime“ schlagen zu

September 19, 2019

New York in den Siebzigern. Das Hell’s Kitchen war noch nicht gentrifiziert. Der „Taxi Driver“ fuhr durch die von irischen Gangstern beherrschten Straßen. Einige von ihnen sind die Berufsverbrecher Jimmy Brennan, Kevin O’Carroll und Rob Walsh. Nachdem sie 1978 nach einem Überfall auf einen Schnapsladen verhaftet und zu längeren Haftstrafen verurteilt werden, stehen ihre Frauen Kathy Brennan (Melissa McCarthy), Ruby O’Carroll (Tiffany Haddish) und Claire Walsh (Elisabeth Moss) nicht vor dem Nichts. Immerhin erhalten sie als die Ehefrauen der Mob-Gangster, solange ihre Männer im Gefängnis sind, etwas Geld. Es sind Almosen, die sie ruhig stellen sollen. Zum Leben ist es zu wenig. Also übernehmen die drei Ehefrauen das Geschäft ihrer Männer: sie treiben die Schulden und das Schutzgeld selbst ein.

Das ist allerdings leichter gedacht, als getan. Trotzdem sind sie, nach kurzen Anlaufschwierigkeiten, sehr erfolgreich im Geschäft. Ein Mafiaboss bietet ihnen eine Zusammenarbeit an. Andere Gangster sind über die drei Frauen weniger erfreut. Schließlich sollen Frauen nicht Gangster spielen, sondern Wäsche waschen und Essen kochen. Und dann sind da auch noch ihre Männer, die irgendwann aus dem Gefängnis entlassen werden.

Das hört sich – auch wenn die drei Damen bruchlos von liebevoller Hausfrau zu skrupellosem Gangster und Gangsterboss umschalten – nach einem zünftigen Gangsterfilm mit viel Retro-Charme an. Dass in den späten siebziger Jahren, außerhalb eines Blaxploitation-Films, niemals drei Hausfrauen den Macho-Gangstermännern Befehle erteilt hätten, stört nicht weiter. Es ist eine wunderschöne Selbstermächtigungsfantasie vor einem ausnehmend pittoresken Hintergrund.

Die Idee für diese Geschichte hatten Ollie Master, Ming Doyle und Jordie Bellaire, die 2015 den Hardboiled-Noir-Gangstercomic „The Kitchen“ bei DC/Vertigo veröffentlichten.

Andrea Berloff, die für ihr Buch zum NWA-Biopic „Straight Outta Compton“ für einen Drehbuch-Oscar nominiert wurde und die Drehbücher zu „World Trade Center“, „Blood Father“ und „Sleepless“ schrieb, nahm für ihre Verfilmung den Comic als Handlungsskizze. Sie fügte einige Figuren dazu, veränderte bei anderen Figuren einiges und auch das Ende ist anders. Dem Geist der Vorlage blieb sie dabei treu.

Aber es gelingt ihr bei ihrer ersten Regiearbeit nicht, ihn in den Film zu übertragen. Trotz aller Änderungen wirkt der Film, als habe man den Comic 1-zu-1 abgefilmt und dabei vergessen, dass Comic und Film zwei verschiedene Medien sind.

So bleiben im Film alle Figuren austauschbare Abziehbilder ohne ein erkennbares Innenleben und nachvollziehbare Motive. Sie sind alle böse Verbrecher, die sich ohne erkennbare Skrupel notfalls gegenseitig betrügen und töten. Nirgendwo ist ein moralischer Kompass erkennbar, der aus „The Kitchen“ mehr als ein banales Gangster-bringen-Gangster-Werk machen würde.

The Kitchen“ ist ein Langweiler und angesichts der Besetzung – Melissa McCarthy (wieder in einer ernsten Rolle), Tiffany Haddish (dito) und Elisabeth Moss in den Hauptrollen -, der Ausstattung, den Kostümen, den Frisuren (es sieht wirklich wie in den Siebzigern aus), der Kamera (Maryse Alberti [„The Wrestler“, „Creed“]) und der zeitgenössischen Musikauswahl eine große Enttäuschung.

Im Gegensatz zur Vorlage.

The Kitchen:Queens of Crime (The Kitchen, USA 2019)

Regie: Andrea Berloff

Drehbuch: Andrea Berloff

LV: Ollie Masters/Ming Doyle/Jordie Bellaire: The Kitchen, 2015 (The Kitchen)

mit Melissa McCarthy, Tiffany Haddish, Elisabeth Moss, Domhnall Gleeson, James Badge Dale, Brian d’Arcy James, Margo Martindale, Bill Camp, Common, Annabella Sciorra

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Ollie Masters/Ming Dolye/Jordie Bellaire: The Kitchen

(übersetzt von Carolin Hidalgo)

Panini, 2019

180 Seiten

18,99 Euro

Originalausgabe

The Kitchen

DC/Vertigo, 2015

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Kitchen“

Metacritic über „The Kitchen“

Rotten Tomatoes über „The Kitchen“

Wikipedia über „The Kitchen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Juli: Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Juli 28, 2019

ARD, 20.15

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (Brooklyn, Irland/Großbritannien/Kanada 2015)

Regie: John Crowley

Drehbuch: Nick Hornby

LV: Colm Tóibín: Brooklyn, 2009 (Brooklyn)

Irland, frühe fünfziger Jahre: die junge, introvertierte Eilis Lacy (Saoirse Ronan, u. a. Oscar-, Golden-Globe- und Bafta-nominiert) wandert auf der Suche nach einem besseren Leben nach New York aus. In Brooklyn hat sie innerhalb der irischen Gemeinschaft zunächst Heimweh, lernt aber die neue Welt und einen Mann kennen.

Zuerst einmal ein dickes Lob an die Programmverantwortlichen, die „Brooklyn“ als TV-Premiere zur Hauptsendezeit bringen.

Und jetzt zum Film: Sehr schönes, genau beobachtetes Liebesdrama über eine Frau zwischen zwei Welten und Männern.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Saoirse Ronan, Domhnall Gleeson, Emory Cohen, Jim Broadbent, Julie Walters, Jane Brennan, Fiona Glascott, Eileen O’Higgins, Brid Brennan, Emily Beth Rickards, Eve Macklin, Nora-Jane Noone, Jessica Paré

Wiederholung: Dienstag, 30. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Brooklyn“
Metacritic über „Brooklyn“
Rotten Tomatoes über „Brooklyn“
Wikipedia über „Brooklyn“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Crowleys „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“ (Brooklyn, Irland/Großbritannien/Kanada 2015)


TV-Tipp für den 11. November (+ Buchhinweis): Star Wars: Das Erwachen der Macht

November 11, 2018

RTL, 20.15

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt

LV: Charaktere von George Lucas

Dreißig Jahre nach den aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bekannten Ereignissen: Immer noch kämpfen die Rebellen (die sich jetzt „Neue Republik“ nennen) gegen das böse Imperium (das sich jetzt „Erste Ordnung“ nennt). Der böse Kylo Ren (aka Darth Vader) will einen Planetenzerstörer bauen. Nur die junge Waise Rey kann das verhindern. Denn sie hat in diesem Film eine noch ungeklärte Beziehung zur Macht. Währenddessen ist Luke Skywalker schon seit Jahren spurlos verschwunden. Aber dafür sind Han Solo, Chewbacca und Leia Organa dabei.

Die von den Fans heißersehnte, an der Kinokasse unglaublich erfolgreiche und von der Kritik abgefeierte Fortsetzung der „Krieg der Sterne“-Saga.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung dieses sehr unterhaltsamen SF-Films, der an einen anderen SF-Film erinnert.

mit Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong’o

Wiederholung: Samstag, 17. November, 15.00 Uhr

Hinweise

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Film-Zeit über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Moviepilot über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Metacritic über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Rotten Tomatoes über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Wikipedia über “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Buchhinweis

Inzwischen ist die Romanfassung von „Die letzten Jedi“, der Fortsetzung von „Das Erwachen der Macht“ erschienen. Anscheinend gelingt es Jason Fry einige der Lücken des Films zu schließen.

Jason Fry: Star Wars: Die letzten Jedi

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Penhaligon, 2018

448 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Star Wars: The Last Jedi

DelRey,2018

Hinweise II

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von Alexander Freeds „Rogue One – Eine Star Wars Story“ (Rogue One. A Star Wars Story, 2016) (Filmroman)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)


TV-Tipp für den 26. März: Frank

März 26, 2018

WDR, 23.20

Frank (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Regie: Lenny Abrahamson

Drehbuch: Jon Ronson, Peter Straughan

LV: Jon Ronson: Oh Blimey! (Reportage, The Guardian, 2006)

Möchtegernmusiker Jon wird als Keyboarder der legendären Avantgardeband „Soronprfbs“ engagiert und das Mitglied einer sehr seltsamen Gemeinschaft, angeführt.

Das ist der Film, in dem Michael Fassbender als Bandleader Frank während des gesamten Films eine Pappmaché-Maske trägt.

Frank“ ist ein herrlich schrulliger Film mit einem liebevollen Blick auf gesellschaftliche Außenseiter, die sich in einer Band einen eigenen, gut funktionierenden Schutzraum geschaffen haben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der heutigen TV-Premiere.

mit Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Scott McNairy, Francois Civil, Carla Azar

Hinweise
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Film-Zeit über „Frank“
Moviepilot über „Frank“
Metacritic über „Frank“
Rotten Tomatoes über „Frank“
Wikipedia über „Frank“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Frank“ (Frank, Irland/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Lenny Abrahamsons „Raum“ (Room, Irland/Kanada 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Wars: Die letzten Jedi“ kämpfen gegen die dunkle Seite der Macht – ziemlich Spoilerfrei

Dezember 13, 2017

Schon vor dem Kinostart ist klar, dass der neue „Star Wars“-Film „Die letzten Jedi“ an der Kinokasse ein sehr, sehr erfolgreicher Film werden wird. Aktuell wird mit einem globalen Einspiel von über 425 Millionen US-Dollar am Startwochenende gerechnet. Die ersten Statements zum Film nach der Premiere waren auch sehr, sehr positiv. Die ausführlichen Kritiken folgen dem Trend.

Ich fand den Film sehr, sehr enttäuschend. Nicht schlecht. Denn dafür gibt es zu viele positive Punkte. Aber niemals wirklich packend und niemals sein Potential ausschöpfend. Denn „Die letzten Jedi“ erzählt nicht wirklich die in „Das Erwachen der Macht“ begonnene Geschichte weiter und als Vorbereitung für das große Finale der aktuellen „Star Wars“-Trilogie in zwei Jahren taugt der Film nur bedingt. Er ist eher vergleichbar mit einer Folge einer TV-Serie, in der die Macher Zeit schinden, weil sie gerade nicht wissen, wie es weitergehen soll. Also wird halt einfach etwas erzählt. Wie Rey, eine junge Frau unbekannter Herkunft, die auf eine unbekannte Art mit der Macht, den Jedis und Luke Skywalker verbunden ist, auf dem Planeten Ahch-To den vor Ewigkeiten untergetauchten Jedi-Ritter Luke Skywalker findet (am Ende des vorherigen „Star Wars“-Films „Das Erwachen der Macht“). Der letzte Jedi soll sie in die Geheimnisse des Jeditums einführen. Und sie will ihn überzeugen, wieder auf der Seite der Rebellen gegen die Erste Ordnung (die Bösewichter) zu kämpfen.

Gleichzeitig verfolgt die Erste Ordnung die letzten Rebellen. Mit einer Art Peilsender können sie immer sofort herausfinden, wo die Rebellen auf ihrer Flucht durch den Hyperraum gerade hingesprungen sind. Bei den Bösewichtern sind vor allem Supreme Leader Snoke, der Kommandant der Ersten Ordnung, General Armitage Hux und Kylo Ren wichtig. Er ist der abtrünnige Sohn von Leia Organa und Han Solo (verstorben), großer Darth-Vader-Bewunderer, inzwischen von Selbstzweifeln geplagt und telepathisch mit Rey verbunden.

Währenddessen versuchen Finn, ein ehemaliger Sturmtruppler, der zu den Rebellen übergelaufen ist, und die Technikerin Rose Tico auf Cantonica in der Casinostadt Canto Bight einen Mann zu finden, der den Peilsender ausschalten kann.

Und dazwischen laufen viele aus dem vorherigen Film und teilweise der ersten Trilogie („Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) bekannte und etliche neue Charaktere durch das Bild. Gespielt werden sie von oft sehr bekannten Schauspielern. Es gibt viele mehr oder weniger putzige Tiere (soweit erkennbar: aus dem Computer) und einige Konflikte bei den Rebellen und der Ersten Ordnung. Meistens geht es um das Missachten von Befehlen (oft von dem Rebellen-Piloten Poe Dameron) und Streitigkeiten über die richtige Kampfstrategie.

Es passiert also ständig etwas, aber „Looper“-Regisseur Rian Johnson gelingt es nie, eine sinnvolle Struktur von Haupt- und Nebenplots zu etablieren. Er weiß nicht, wessen Geschichte im Zentrum des Films steht. Daher ist unklar wer der Protagonist dieses Films ist (Luke? Rey? Jemand anderes?) und was der zentrale Konflikt dieses Films ist. Entsprechend zäh gestaltet sich der Film, der immer so wirkt, als habe man die Geschichte gerade beim Erzählen erfunden. Das fällt vor allem beim Finale auf. Denn hätten die Macher von Anfang an auf dieses Ende hinarbeiten wollen, hätten sie große Teile des Films anders strukturieren müssen. So ist es überraschend, aber nicht befriedigend.

Es wird auch nichts wirklich für den Abschluss der Trilogie vorbereitet. Oder anders gesagt: vieles kann J. J. Abrams, der den Abschluss der dritten „Star Wars“-Trilogie inszeniert, verwenden. Oder ignorieren. Zum Beispiel den von Benicio Del Toro gespielten DJ, der in „Die letzten Jedi“ nur eine austauschbare Nebenrolle spielt. Ob er im dritten Teil mitspielt und ob er dann eine wichtige Rolle hat oder ob er sich sang- und klanglos aus dem „Star Wars“-Universum verabschiedet, weiß niemand.

Auf weitere Beispiele, auch eine Diskussion des Endes und was es für den nächsten Film bedeuten kann, verzichte ich, weil sie nur mit mehr oder weniger massiven Spoilern des mit hundertfünfzig Minuten zu lang geratenen Films besprochen werden können.

Die letzten Jedi“ ist das filmische Äquivalent zu einer dieser Füllerepisoden bei einer TV-Serie, in denen nichts entscheidendes geschieht, nichts erkennbar für irgendetwas vorbereitet wird und auch die neuen Charaktere primär eine öffentliche Probe haben. In, je nach Wunsch, 2D, 3D oder IMAX.

Star Wars: Die letzten Jedi (Star Wars: The last Jedi, USA 2017)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Kelly Marie Tran, Laura Dern, Benicio Del Toro , Anthony Daniels, Jimmy Vee, Frank Oz

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

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Der galaktische „Krieg der Sterne“-YouTube-Kanal

Moviepilot über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Metacritic über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Die letzten Jedi“

Wikipedia über „Star Wars: Die letzten Jedi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht) (Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4, Disney/Lucasfilm 2015)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Star Wars: Vor dem Erwachen“ (Star Wars: Before the Awakening, 2015)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2015)

Meine Besprechung von Michael Kogges „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film“ (Star Wars: The Force awakens, 2016)

Meine Besprechung von Gareth Edwards‘ „Rogue One: A Star Wars Story“ (Rogue One: A Star Wars Story, USA 2016)

Meine Besprechung von James Lucenos „Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman“ (Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel, 2016)

Meine Besprechung von „Looper“ (Looper, USA 2012 – mit weiteren Bildern, Links und einem 35-minütigem Interview mit Rian Johnson und Joseph Gordon-Levitt) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Tom Cruise ist „Barry Seal – Only in America“ und Südamerika

September 8, 2017

Barry Seal ist in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein TWA-Pilot mit einem Nebengeschäft, das ihn für eine Erpressung von Monty Shafer empfänglich macht. Der CIA-Agent bietet Seal eine Scheinfirma und ein Flugzeug an, mit dem er in Südamerika Bilder von Rebellenlagern schießen soll. Seal ist begeistert von der neuen, aufregenden Aufgabe und dem Flugzeug. In den frühen Achtzigern überfliegt er die im Dschungel liegenden Lager in einer so geringen Flughöhe, dass die US-amerikanischen Dienste seine Bilder lieben und südamerikanische Drogenhändler auf ihn aufmerksam werden. Sie bitten ihn darum, einige Drogen in die USA zu importieren. Auch dieses Angebot des Medellin-Kartells kann Seal nicht ablehnen.

Und aus den USA importiert er, auf Wunsch der CIA (die natürlich jedes Wissen darüber leugnen wird), Waffen nach Südamerika. Schnell expandiert sein Geschäft und er hat keine Ahnung, was er mit dem ganzen Geld, das er verdient, tun soll.

Barry Seal – Only in America“ ist der neue Tom-Cruise-Film. Inszeniert von Doug Liman, der Cruise schon in dem SF-Thriller „Edge of Tomorrow“ gelungen in Szene setzte. Jetzt inszeniert er eine Action-Comedy, die in ihrer kurzweiligen Verknüpfung von Action, Comedy und etwas Sentiment an die Actionkomödien der siebziger und achtziger Jahre erinnert. Historische Hintergründe – immerhin gab es Barry Seal wirklich und er war auch in all die damaligen Skandale, mit der Iran-Contra-Affäre als Höhepunkt, verwickelt – werden gestreift, aber nicht weiter vertieft.

Limans Film ist, wie Roger Spottiswoodes „Air America“ (USA 1990) über die gleichnamige CIA-Fluglinie, die während des Vietnam-Krieges in Südostasien das tat, was Barry Seal einige Jahre später in Südamerika tat, unterhaltsam, aber auch arg oberflächlich.

Liman, Drehbuchautor Gary Spinelli (der die Geschichte ursprünglich als Drama aufschrieb) und Hauptdarsteller Tom Cruise wollen in „Barry Seal“ überhaupt nicht in die Tiefen des Stoffes hervorstoßen oder die problematischen Seiten der Geschichte erörtern. Liman nennt seinen Film absolut zutreffend einen „amüsanten Schwindel, der auf einer wahren Begebenheit basiert“, sich aber seine Freiheiten nimmt.

Es ist eine leichte Komödie, in der große Jungs ihren Spaß haben, wenn sie mit den kleinen Maschinen in Baumwipfelhöhe über den Dschungel fliegen, wild herumballern und die Obrigkeiten narren. Dass Barry Seal und seine Piloten Verbrecher sind und dass erst durch die Geschäfte der Geheimdienste Drogen in ungeahntem Ausmaß in die USA importiert und Waffen nach Südamerika exportiert wurden, vergisst man dabei leicht. Auch weil Tom Cruise Barry Seal als sympathischen, flugbegeisterten Sonnyboy, treuen Ehemann und liebevollen Vater spielt, der von viel böseren Menschen umgeben ist.

Barry Seal – Only in America (American Made, USA 2017)

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Gary Spinelli

mit Tom Cruise, Domhnall Gleeson, Sarah Wright Olsen, E. Roger Mitchell, Jesse Plemons, Lola Kirke, Alejandro Edda, Benito Martinez, Caleb Landry Jones, Jayma Mays

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

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Moviepilot über „Barry Seal – Only in America“

Metacritic über „Barry Seal – Only in America“

Rotten Tomatoes über „Barry Seal – Only in America“

Wikipedia über „Barry Seal – Only in America“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014) und der DVD


TV-Tipp für den 15. Juni: Dredd

Juni 15, 2017

Vox, 22.45

Dredd (Dredd, Großbritannien 2012)

Regie: Pete Travis

Drehbuch: Alex Garland

LV: Charakter von John Wagner und Carlos Ezquerra

Ein normaler Tag in Mega-City One: Judge Dredd sorgt, begleitet von einer Berufsanwärterin, in einem Hochhaus für Ruhe und Ordnung.

Herrlich kompromiss- und humorloser Actionfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Karl Urban, Lena Headey, Olivia Thirlby, Wood Harris, Domhnall Gleeson

Wiederholung: Freitag, 16. Juni, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

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Film-Zeit über „Dredd“

Metacritic über „Dredd“

Rotten Tomatoes über „Dredd“

Wikipedia über „Dredd“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pete Travis‘ „Dredd“ (Dredd, Großbritannien 2012)


TV-Tipp für den 2. Oktober: Dredd

Oktober 2, 2016

RTL, 23.05

Dredd (Dredd, Großbritannien 2012)

Regie: Pete Travis

Drehbuch: Alex Garland

LV: Charakter von John Wagner und Carlos Ezquerra

Ein normaler Tag in Mega-City One: Judge Dredd sorgt, begleitet von einer Berufsanwärterin, in einem Hochhaus für Ruhe und Ordnung.

Herrlich kompromiss- und humorloser Actionfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Karl Urban, Lena Headey, Olivia Thirlby, Wood Harris, Domhnall Gleeson

Wiederholung: Montag, 3. Oktober, 02.40 Uhr

Hinweise

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Film-Zeit über „Dredd“

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Rotten Tomatoes über „Dredd“

Wikipedia über „Dredd“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pete Travis‘ „Dredd“ (Dredd, Großbritannien 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Saoirse Ronan ist in „Brooklyn“

Januar 22, 2016

Irland, fünfziger Jahre. Keine Gegend, in der man unbedingt leben möchte. Immerhin ist es die tiefste Provinz, in der jeder jeden kennt und alles über einen weiß und es wenig Arbeit gibt. Also entschließt sich die junge, introvertierte Eilis Lacy (Saoirse Ronan), angestoßen von ihrer Schwester, das heimatliche Dorf Enniscorthy, ihre Mutter und ihre Schwester, zu verlassen und in den USA ihr Glück zu versuchen. Über den irischstämmigen Geistlichen Father Flood (Jim Broadbent) hat sie in Brooklyn ein Zimmer in dem Haus von Mrs. Kehoe (Julie Walters) und eine Anstellung als Verkäuferin in einem Kaufhaus bekommen. Dennoch hat sie Heimweh, bis sie den jungen, charmanten italienischen Klempner Tony Fiorello (Emory Cohen) kennen lernt.
Doch dann stirbt ihre Schwester und muss sie zurück nach Enniscorthy und plötzlich scheint in ihrer alten Heimat alles Bestens zu laufen: sie erhält eine Büroarbeit und der umschwärmte Rugby-Spieler Jim Farrell (Domhnall Gleeson) interessiert sich für sie.
Wenn man „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“, der unter anderem für den Oscar als bester Film des Jahres nominiert ist, so zusammenfasst, dann klingt es nach einer banalen Liebesgeschichte und man könnte nicht mehr daneben liegen. Denn John Crowley erzählt, nach einem Drehbuch von Nick Hornby, eine Auswanderergeschichte, bei der nicht, wie gewohnt, ein Mann, sondern eine Frau im Mittelpunkt steht. Allein das verleiht „Brooklyn“, wie der vor wenigen Wochen bei uns gestarteten Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (über eine lesbische Liebe in den Fünfzigern in New York), schon eine besondere Note. Und wie „Carol“ ist „Brooklyn“ in erster Linie ein feinfühliges Charakterporträt einer Frau, die ihren Weg finden muss. Die sich zwischen zwei Welten und damit verbundenen Lebensentwürfen entscheiden muss. Soll sie wieder zurück in das dörfliche und beengte Enniscorthy oder doch wieder zurück in das großstädtische und weltoffene New York? Obwohl sie einmal betont, sie wohne nicht in New York, sondern in Brooklyn und auch hier gibt es Grenzen, Vorurteile und die Suche nach dem Traummann. Mrs. Kehoe führt ihre Pension, in der nur junge, alleinstehende Frauen wohnen, mit strenger Hand und sie hat immer eine eindeutige Meinung. Vor allem bei den gemeinsamen Abendessen. Die einzelnen Ethnien, im Film die Iren und die Italiener, bleiben untereinander. So ist Eilis erstaunt, dass sie auf einer irischen Feier einen Italiener kennen lernt. Vor dem Abendessen bei Tonys Familie wird sie auf das Essen von italienischem Essen vorbereitet und das Abendessen verläuft zunächst, dank gegenseitiger Vorurteile und Rücksichtnahmen, in äußerst gedrückter Stimmung.
John Crowley setzte Nick Hornbys präzises Oscar-nominiertes Drehbuch formidabel und wohltuend unaufgeregt um. „Brooklyn“ wirkt in seiner langsamen, sich auf die Menschen und ihr Leben einlassenden Erzählweise als sähe man einen Film aus den Fünfzigern, der auch eine kleine, fast schon ethnographische Gesellschaftsanalyse ist.
Getragen wird der Film von Saoirse Ronan, die hier eine sehr introvertierte Person spielt, die immer wenig bis nichts von sich verrät und allen, weil sie ungern im Mittelpunkt steht, höflich-reserviert begegnet. Und trotzdem interessiert man sich für sie. Das brachte ihr, neben etlichen weiteren Nominierungen und Preisen, eine Oscar-Nominierung als beste Schauspielerin ein.
„Brooklyn“ ist ein ruhiger, schöner, sehr introvertiertes Drama, das, wie „Carol“ etwas Geduld verlangt, weil auf die üblichen Mittel der Emotionalisierung, was bei einem Liebesdrama natürlich Kitsch in großen Portionen ist, verzichtet wird.

Brooklyn - Plakat

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (Brooklyn, Irland/Großbritannien/Kanada 2015)
Regie: John Crowley
Drehbuch: Nick Hornby
LV: Colm Tóibín: Brooklyn, 2009 (Brooklyn)
mit Saoirse Ronan, Domhnall Gleeson, Emory Cohen, Jim Broadbent, Julie Walters, Jane Brennan, Fiona Glascott, Eileen O’Higgins, Brid Brennan, Emily Beth Rickards, Eve Macklin, Nora-Jane Noone, Jessica Paré
Länge: 112 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Moviepilot über „Brooklyn“
Metacritic über „Brooklyn“
Rotten Tomatoes über „Brooklyn“
Wikipedia über „Brooklyn“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Leonardo DiCaprio ist „The Revenant – Der Rückkehrer“

Januar 7, 2016

Auf einen Spoiler-Alarm kann man bei dem Titel „The Revenant – Der Rückkehrer“ wohl verzichten und das ist auch kein großes Problem. Denn im Mittelpunkt von Alejandro G. Iñárritus neuestem Werk steht der Weg, den Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) durch die Wildnis in die, hm, Zivilisation zurücklegen muss. Glass wird 1823, nachdem er von einem Grizzlybären angegriffen und schwer verletzt wurde, von seinen Kameraden in der Wildnis, in der sie Tiere wegen ihres Fells jagten, zurückgelassen. Sie glauben, dass Glass sowieso bald sterben wird.
Aber John Fitzgerald (Tom Hardy) irrt sich. Glass macht sich auf den langen und beschwerlichen Weg zum nächsten, über dreihundert Kilometer entfernten Fort.
Das ist, bis auf einen actionhaltigen (und eigentlich überflüssigen) Epilog, der all die Schießereien und Faustkämpfe enthält, die zu einem normalen Western gehören, die ganze Geschichte des über 150-minütigen, fast stummen Films, der durch seine Bilder, seine langen Szenen, die teils, wie am Filmanfang der Überfall der einheimischen Arikara-Indianer auf das Lager der Pelzjäger, komplizierte Plansequenzen sind, und das Spiel von Leonardo DiCaprio beeindruckt.
Denn Alejandro G. Iñárritu hatte die Idee, den Film chronologisch an abgelegenen Gebieten in Kanada und Argentinien zu drehen, die an die abgelegenen Gebiete um den Missouri River in Perkins County, South Dakota, vor gut zweihundert Jahren erinnern. Gedreht wurde nur mit natürlichem Licht, was die mögliche Drehzeit verringerte. An den abgelegenen Drehorten war es oft erbärmlich kalt und jeden Tag, nachdem man endlich am Drehort angekommen war, blieben nur wenige Stunden für die Dreharbeiten. So fing Emmanuel Lubezki, derzeit Terrence Malicks Kameramann und, u. a., „Children of Men“, „Gravity“ und „Birdman“, mythisch überhöhte Bilder ein, die immer wieder an Aleksei Germans „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ (der vor einigen Monaten in einigen Kinos lief) erinnern. Iñárritu ließ sich vor dem Dreh für die poetische Bildgestaltung von der Malerei und für den dreckigen Look von Andrej Tarkowskis „Andrej Rubljow“ inspirieren.
Vor dieser imposanten Naturkulisse schleppt Leonardo DiCaprio sich als Schwerverletzter, der zuerst nur kriechen kann und seine Wunden mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verarztet, was kaum mehr als ein brennender Ast ist. Er muss vor der Kälte flüchten, was in der menschenleeren, unbesiedelten Landschaft, höchstens das Fell oder der Körper eines toten Tieres ist. Er muss sich vor ihn verfolgenden Indianern verstecken, was auch mal eine Biege im Fluss sein kann. Habe ich erwähnt, dass der Fluss kalt ist? Kälter als derzeit irgendein Fluss in Deutschland.
Weil jeder sich die Leiden und Schmerzen, die der von DiCaprio mit vollem Körpereinsatz (im wahrsten Sinn des Wortes) verkörperte Hugh Glass überlebte, aus eigener, viel harmloserer Erfahrung nachvollziehen kann, wirken sie schlimmer, als wenn in einem Film mal wieder ein Charakter von einem Alien verspeist wird. Und weil Iñárritu gerade in diesen Szenen nicht oder nur extrem selten schneidet, wirken die Qualen von Glass noch unvermittelter. Da bleibt wenig Raum für irgendeine Art von Schauspiel.
Deshalb ist „The Revenant“ kein Film, den man sich schnell hintereinander, wie den neuen „Star Wars“-Film, mehrmals ansehen möchte. Aber es ist schon jetzt ein heißer Anwärter für etliche Jahresbestenlisten und einige Preise.
Der Hinweis im Film, dass „The Revenant“ auf wahren Ereignissen und teilweise auf einem Buch basiert, ist eher störend für den Filmgenuss. Denn es lädt zu einem überflüssigen Überprüfen der Fakten ein, während Iñárritus Film schon von der ersten Sekunde an ganz klar als eine in jeder Beziehung überwältigende künstlerische Vision über den Überlebenswillen des Einzelnen und über den Ursprung unserer Zivilisation aus dem Dreck angelegt ist.
Da kann man getrost die wenigen historisch verbürgten Fakten über Hugh Glass ignorieren.

The Revenant - Plakat

The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)
Regie: Alejandro G. Iñárritu
Drehbuch: Mark L. Smith, Alejandro G. Iñárritu
LV („based in part on the novel“): Michael Punke: The Revenant, 2002 (Der Totgeglaubte)
mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck, Duane Howard, Arthur Redcloud
Länge: 157 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „The Revenant“
Metacritic über „The Revenant“
Rotten Tomatoes über „The Revenant“
Wikipedia über „The Revenant“ (deutsch, englisch) und Hugh Glass (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „The Revenant“ (als ginge es in dem Film um Faktentreue)
Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Biutiful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)
Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (Birdman, USA 2014)

Als Bonus gibt es ein längeres Publikumsgespräch mit den Beteiligten


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ erzählt die Geschichte weiter

Dezember 17, 2015


Zehn Jahre Warten sind vorbei. Wobei nach „Die Rache der Sith“ (dem Abschluss der Vorgeschichte zur originalen „Krieg der Sterne“-Trilogie) eigentlich kein Filmfan und auch kein Science-Fiction-Filmfan wirklich auf einen weiteren „Star Wars“-Film wartete. Denn „Die dunkle Bedrohung“ (1999), „Angriff der Klonkrieger“ (2002) und „Die Rache der Sith“ (2005) waren, obwohl oder weil von „Star Wars“-Erfinder George Lucas inszeniert, auf erzählerischer Ebene einfach zu schlecht, um zu überzeugen. Die Dialoge waren gruselig. Die in anderen Filmen guten Schauspieler agierten hölzern. Dafür waren die Tricks gut. Seitdem konnten die zahlreichen „Star Wars“-Fans sich am ganzen Merchandising, an Bücher, Comics, TV-Serien und den Filmen in verschiedenen DVD/Blu-ray-Ausgaben austoben.
Vor drei Jahren verkaufte George Lucas Lucasfilm und damit „Star Wars“ an Disney. Was ja keine schlechte Entscheidung ist. Die Disney-Filme sind ja durchgehend gelungen und „Star Wars“ ist alles andere als ein düsteres, hochphilosophisches Science-Fiction-Drama. Es ist eine Space-Opera, in der Grautöne auf der Leinwand nur als Farbton existieren.
Schnell wurden Pläne für weitere „Star Wars“-Filme verkündet. In den kommenden Jahren soll es etliche Filme aus dem „Star Wars“-Kosmos geben und die „Krieg der Sterne“-Filmsaga soll, immerhin hat George Lucas schon immer behauptet, dass er ein ganz großes Epos aus neun Spielfilmen plane, in seinem Geist fortgeführt werden. J. J. Abrams, der „Star Trek“ wiederbelebte und mit „Super 8“ seine „E. T.“-Version drehte, wurde zum Regisseur mit klarer Mission ernannt: „Star Wars“ für ein neues Publikum erschließen und die alten Fans befriedigen. Es gab, was in Hollywood nicht ungewöhnlich ist, viele Ideen und Drehbuchversionen, die sich radikal unterscheiden. Am Ende war Lawrence Kasdan, der unter anderem die Drehbücher für „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schrieb, wieder an Bord. Ebenso die Stars der originalen Trilogie: Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill undsoweiter, auch wenn sie dank ihrer Masken von anderen Menschen gespielt werden könnten. Es gab Bilder und Trailer, die zeigten, dass die Menschen einer weit, weit entfernten Galaxis ihren Schrott ebenfalls in der Landschaft liegen lassen. Die Fans waren entzückt. Der Hype wurde, mal wieder, kräftig angeheizt und jetzt ist das beworbene Produkt, der siebte „Krieg der Sterne“-Film „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (manchmal auch „Star Wars VII“), der Beginn der dritten und (vielleicht) finalen Trilogie, in den Kinos. Natürlich in 3D (was nicht unbedingt nötig wäre, aber gut aussieht) und auch in einer IMAX-Version.
Um die Geschichte wurde ein großes Geheimnis gemacht, was auch daran liegt, dass sie zwar gut unterhält, aber im Wesentlichen nur eine kleine Episode aus dem Kampf zwischen den Guten (den Rebellen, die sich jetzt Resistance nennen) und den Bösen (die jetzt nicht mehr Imperium, sondern Erste Ordnung [First Order] heißen) erzählt.
Kampfpilot Poe Dameron (Oscar Isaac) soll einen Hinweis beschaffen, der die Rebellen zu dem seit Ewigkeiten spurlos verschwundenen Luke Skywalker (Mark Hamill) führen soll. Diese Mission wird durch das Auftauchen von Darth-Vader-Nachfolger Kylo Ren (Adam Driver) verhindert. Poe versteckt den Hinweis, der sich einer Art USB-Stick befindet, in seinem Roboter. Der kugelförmige BB-8-Droid kann entkommen. Poe wird von den Stormtroopern gefangen genommen. Weil Stromtrooper Finn (John Boyega) bei dem Einsatz, der ältere Zuschauer an Bilder aus dem Vietnam-Krieg erinnert, sein Gewissen entdeckt, flüchtet er mit Poe aus dem Erste-Ordnung-Raumschiff. Sie werden von anderen Raumschiffen verfolgt und legen auf dem nächstbesten Planeten eine Bruchlandung hin.
Inzwischen hat die taffe Rey (Daisy Ridler), die als Schrottsammlerin auf Jakku lebt, BB-8 gefunden. Kurz darauf treffen Rey und Finn aufeinander und, während eines Luftangriffs der Ersten Ordnung, können sie in dem gerade in der Wüste herumstehendem Millenium Falke flüchten und von Jakku flüchten.
Rey, Finn und BB-8 verstecken sich in einem größeren Raumschiff. Dort – Zufälle gibt es – treffen sie auf Han Solo (Harrison Ford) und seinen haarigen Gefährten Chewbacca (Peter Mayhew). Gemeinsam und nach einer weiteren Action-Szene (ja, es gibt viel Action, wenn die Macht erwacht) machen sie sich auf den Weg zu den von Leia Organa (Carrie Fisher) geführten Rebellen. Denn Poes Mission muss beendet werden.
Natürlich ist dieser Weg gefährlich, weshalb es weiterhin viele Kämpfe und wenige Dialoge gibt. Am Ende, auch das ist keine große Überraschung, gibt es wieder eine große Schlacht, in der Lichtschwerter gekreuzt werden und ein Todesstern der Bösewichter zerstört wird. Mein Eindruck war (ich habe den 1977er „Krieg der Sterne“ schon sehr lange nicht mehr gesehen), dass J. J. Abrams sich deutlich von der Schlussschlacht um den damaligen, viel kleineren Todesstern inspirieren ließ.
Sowieso stellt sich Abrams mit seinem Film hundertprozentig, bewusst und freudig in der Tradition der vorherigen „Krieg der Sterne“-Filme. Deshalb ist seine Revitalisierungsmission vor allem ein zurück zu den Ursprüngen, also zu der in „Krieg der Sterne“ (1977), „Das Imperium schlägt zurück“ (1980) und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983) etablierten Welt, den Charakteren, dem Humor und auch dem Zeitgeist. Abrams erzählt in „Das Erwachen der Macht“, das dreißig Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ spielt, die Geschichte von Han Solo, Leia Organa, Luke Skywalker und ihren Freunden bruchlos weiter. Dabei sind sie, obwohl Harrison Ford eine überraschend große Rolle hat, nur Nebenfiguren, deren Auftritte oft kaum über größere Cameos hinauskommen. Im Mittelpunkt steht, immerhin ist der Film ein Blockbuster, der sich an ein junges Publikum richtet, Rey (Daisy Ridley), die als taffes Mädchen schnell den Respekt von Han Solo erwirbt. Auch ihr in sie verliebter Begleiter Finn (John Boyega) hat eine größere Rolle.
Die Geschichte, die die Autoren Lawrence Kaskan, J. J. Abrams und Michael Arndt erfanden, ist dann, zwischen all den Reminiszenzen an die originale Trilogie, ähnlich der Geschichte in „Planet der Affen: Revolution“ (2014), eigentlich eine auf Spielfilmlänge gestreckte TV-Serienepisode; naja, von der Länge her ist „Das Erwachen der Macht“ eine Doppel- und eine Einzelfolge. Diese Geschichte bewegt sich, dank des reichlich vorhandenen Humors und der Auftritte der altbekannten Charaktere (die mal mehr, mal weniger pompös inszeniert sind und das Herz des Fans streicheln), zügig von einer gut inszenierten Action-Szene zur nächsten. Die Special-Effects überzeugen. Die Schauspieler ebenso und entsprechend glaubwürdig sind die Charaktere. Die Dialoge sind, nachdem sie in den zwischen 1999 und 2005 entstandenen Filmen gruselig waren, wieder schmerzfrei anhörbar. Die Dialogwitze sind gut und auf den philosphischen Überbau, der uns in früheren Filmen von den Jedis arg verschwurbelt erklärt wurde, wird nicht weiter eingegangen. Inzwischen weiß jeder, was die „Macht“ ist. Sie ist, auch für die Charaktere, ein Teil ihres Lebens und wenn sie sie haben, sind sie nicht erstaunt darüber.
Es gibt viele neue Wesen und die Stormtrooper, diese maskierten Soldaten in ihrer weißen Plastikmontur, werden menschlicher; was auch für einige Lacher sorgt. Dafür hat Kylo Ren die merkwürdige Angewohnheit, während seiner Wutanfälle nicht seine Soldaten und Offiziere zu töten, sondern mit dem Lichtschwert die Einrichtung zu zerstören.
Insgesamt gefällt „Das Erwachen der Macht“ als poppiges Science-Fiction-Abenteuer und als würdige, aber auch nicht besonders eigenständige Fortsetzung von, nun, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Es ist sozusagen „Die Rückkehr der Jedi-Ritter – Dreißig Jahre später“.
P. S.: Ob, wie ich hier vermutete, Rey und Kylo Ren Geschwister sind, wird in „Das Erwachen der Macht“ nicht endgültig geklärt. Das muss dann wohl Luke Skywalker im nächsten „Star Wars“-Film machen, der am 26. Mai 2017 in Deutschland starten soll.

Star Wars - Das Erwachen der Macht - Plakat

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)
Regie: J.J. Abrams
Drehbuch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt
LV: Charaktere von George Lucas
mit Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong’o
Länge: 135 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Kanal zum Film

Film-Zeit über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Moviepilot über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Metacritic über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Rotten Tomatoes über “Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Wikipedia über “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Frank“, das Genie unter der Maske

August 30, 2015

Dass „Frank“ es doch noch in unseren Kinos gezeigt wird (wobei der DVD-Start schon für den 30. Oktober angekündigt ist), ist schon eine kleine, freudige Überraschung. Immerhin hatte der Musikfilm bereits im Januar 2014 seine Premiere auf dem Sundance-Festival. In England startete er am 9. Mai 2014. Die schrullige Komödie wurde allgemein abgefeiert und erhielt einige Preise. Aber von einer deutschen Veröffentlichung war nichts zu hören. Bis jetzt. Dabei sollte doch allein schon der Hinweis, dass Everbody’s Darling Michael Fassbender die Hauptrolle spielt, für Interesse sorgen.
Fassbender spielt Frank, einen genialen, aber auch seltsamen Musiker. Sein Gesicht verbirgt er hinter einem riesigen Pappmaché-Kopf, auf dem ein immer leicht erstaunt wirkendes, kindlich naives Gesicht gemalt ist und die von ihm geleitete Band „Soronprfbs“ ist zwar unter Alternative-Fans beliebt, aber kommerziell vollkommen erfolglos. Außerdem hat die Band genialer Dilletanten ein ständiges Keyboarder-Problem. Der letzte wurde nach einem erfolglosen Suizid-Versuch ins Krankenhaus eingeliefert.
Jon (Domhnall Gleeson), ein introvertierter Möchtegern-Musiker, der seine banalen Alltagsbeobachtungen mit Keyboardklängen abschmeckt, wird als Ersatz-Keyboarder angeheuert. Frank ist von ihm begeistert. Er lädt ihn zu einer Aufnahmesession ein, die nicht, wie Jon erwartet, im Studio um die Ecke an einem Nachmittag, sondern in einer einsam an einem irischen See gelegenen Hütte ist und die achtzehn Monate dauert, in der die Band, die aus merkwürdigen Gestalten und fragilen Beziehungen besteht, dank der ungefragten Social-Media-Arbeit von Jon zu einem Auftritt bei dem Indie-Festival „South by Southwest“ in Austin, Texas führt, was den Durchburch bedeuten könnte.
„Frank“ spielt zwar in der Gegenwart, aber die Musik und die Anspielungen kommen dann doch aus der Vergangenheit. Der Film basiert nämlich sehr lose auf einer Reportage von Jon Ronson, die er und Peter Straughan stark bearbeiteten. Wie schon bei ihrer Bearbeitung von Ronsons Sachbuch „Männer, die auf Ziegen starren“. Denn Ronsons Reportage „Oh Blimey“ ist über Frank Sidebottom, ein von dem verstorbenen Komiker Chris Sievey 1984 erfundener Kunstcharakter, dessen wahre Identität zunächst unbekannt war. Frank Sidebottom tourte Ende der Achtziger und in den Neunzigern durch England, hatte zahlreiche Fernsehauftritte und es gab einen Comicstrip mit ihm. Eine Zeit lang spielte Ronson in Sidebottoms Band Keyboard.
Dieser Charakter, bzw. die Idee eines genialen Musiker, der immer mit einem Pappmaché-Kopf auftritt und einer ihn bewundernden Band, wurde dann in die Gegenwart transferiert und eine neue Geschichte erfunden, bei der das Wissen um die Ursprünge eher stört. Denn „Frank“ ist kein Biopic und von ‚wahren Ereignissen‘ ist er auch nicht inspiriert. Dafür sind die Änderungen dann zu groß.
Trotzdem wirkt Lenny Abrahamsons Film immer wie ein aus der Zeit gefallener Bastard, bei dem die modernen Elemente eher stören. Denn Franks Musik, die absurde Heldenvereherung seiner Mitmusiker für ihn und seine Suche nach dem perfekten Ton als Teil der nur in seinem Kopf vorhandenen depressiven Symphonie und die monatelange Aufnahmesession in einer einsam gelegenen Hütte atmen in jeder Sekunde den depressiven Geist der achtziger Jahre, inclusive dem vom Punk kommenden Hang zum Dilletantismus und einen unbedingten Experimentierwillen.
So nennen die Macher den manisch-depressiven Singer/Songwriter Daniel Johnston, der seit den frühen Achtzigern Platten veröffentlicht, und Captain Beefheart, ein Frank-Zappa-Mitmusiker, der in den frühen Siebzigern seine großen Erfolge hatte (wobei er über Kultstatus nie hinauskam), als Inspiration für ihre Musik.
Sie hätten auch die Residents nennen können. Die bereits 1969 gegründete Band wurde mit seltsamen Cover-Versionen und Aktionen zwischen Musik und Kunst bekannt (naja, ebenfalls primär Kultstatus). Die Musiker halten ihre Identität immer noch geheim und sie treten immer maskiert auf.
Jons deprimierend eintönige, mit spartanischen Keyboarklängen zu Songs verarbeitete Alltagsbeobachtungen erinnern dann an Depeche Mode, eine 1980 gegründete Synthie-Pop-Band, die lange Zeit auf Gitarren verzichtete.
Trotzdem ist „Frank“ ein herrlich schrulliger Film mit einem liebevollen Blick auf gesellschaftliche Außenseiter, die sich in einer Band einen eigenen, gut funktionierenden Schutzraum geschaffen haben.

Frank - Plakat

Frank (Frank, Irland/Großbritannien 2014)
Regie: Lenny Abrahamson
Drehbuch: Jon Ronson, Peter Straughan
LV: Jon Ronson: Oh Blimey! (Reportage, The Guardian, 2006)
mit Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Scott McNairy, Francois Civil, Carla Azar
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Deutsche Facebook-Seite zum Film
Film-Zeit über „Frank“
Moviepilot über „Frank“
Metacritic über „Frank“
Rotten Tomatoes über „Frank“
Wikipedia über „Frank“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Alex Garlands Regiedebüt „Ex Machina“

April 23, 2015

So überzeugend „Ex Machina“ visuell ist, so enttäuschend ist das Drehbuch – und das überrascht. Denn das Drehbuch stammt von Alex Garland, dem Romanautor von „The Beach“ und Drehbuchautor von Filmen wie „28 Days Later“, „Sunshine“ und „Dredd“. Er übernahm auch die Regie und mit Domhnall Gleeson, Oscar Isaac und Alicia Vikander hatte er auch gute Schauspieler.
Domhnall Gleeson („Nur eine Frage der Zeit“, etwas Harry Potter und der neue „Star Wars“-Film) spielt den 24-jährigen Informatiker Caleb, der ein absolut unschlagbares Angebot erhält: er darf eine Woche auf dem abgelegen in Alaska liegendem Landsitz seines Chefs verbringen und von ihm persönlich bewirtet werden. Nathan (Oscar Isaac) ist nicht nur der CEO der weltweit größten Internetfirma, sondern auch ein Forscher. Er willl nicht nur herausfinden, ob es künstliche Intelligenz gibt und ob wir eine emotionale Beziehung zu einem Computer aufbauen können, sondern sogar, ob wir einen Computer als menschliches Wesen anerkennen, wenn wir wissen, dass der Computer ein Computer ist. Dafür soll Caleb herausfinden, ob Ava (Alicia Vikander), ein Roboter mit einer Mischung aus Skelett und weiblichen Rundungen, sich wie ein Mensch verhält.
„Ex Machina“ spielt fast nur auf dem rundum überwachten Landsitz von Nathan. Das gesamte Personal besteht aus einer stummen Dienerin. Das Drama entwickelt sich dann zwischen Caleb, Nathan und seiner Schöpfung Ava; was kein Problem wäre, wenn die Ausgangslage nicht so hochgradig hypothetisch und ausgedacht wäre (Ein Anwesen in der Einsamkeit? Ein zurückgezogen lebender Milliardär ohne irgendeinen Kontakt zur restlichen Welt oder irgendwelchen Angestellten und Vertrauten? Ein Pseudo-Turing-Test, der schon durch seinen Versuchsaufbau ad absurdum geführt wird.) und die sich dann entspinnende Geschichte nicht so grausam vorhersehbar wäre. Denn nachdem Nathan Caleb erzählt hat, worum es in dem Experiment geht und wie der avancierte Versuchsaufbau ist, kann man sich den weiteren Verlauf denken. In dem Moment müssen wir noch nicht einmal wissen, dass Caleb ein Waise ist, keine Freundin hat und sich eine Freundin wünscht.
Diese Vorhersehbarkeit wäre verzeihbar, wenn die Frage nach unserer Wahrnahme von Künstlicher Intelligenz mit neuen Einsichten behandelt würde und die Charaktere interessant wären. Aber ich konnte zu keinem Charakter eine emotionale Verbindung aufbauen. Was auch daran liegt, dass Nathan ein an erheblichen Stimmungsschwankungen leidender Alkoholiker ist, dass seine Schöpfung immer seine Puppe ist und dass Caleb ein wahrer Trottel ist, dem man am Liebsten ein „Alleine nicht lebensfähig“-Schild umhängen würde.
„Ex Machina“ ist eine unterkühlt erzählte „The Twilight Zone“-Episode, bei der in die Optik, aber nicht in die Charaktere und ihre plausible Entwicklung investiert wurde. So wird aus einer guten Idee für einen Kurzfilm ein fast zweistündiges, unter seinen Möglichkeiten bleibendes Kammerspiel, das ohne Überraschungen bekanntes Science-Fiction-Terrain abgrast.

Ex Machina - Plakat

Ex Machina (Ex Machina, USA/Großbritannien 2014)
Regie: Alex Garland
Drehbuch: Alex Garland
mit Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander, Sonoya Mizuno
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ex Machina“
Moviepilot über „Ex Machina“
Metacritic über „Ex Machina“
Rotten Tomatoes über „Ex Machina“
Wikipedia über „Ex Machina“ (deutsch, englisch)

DP/30 unterhält sich mit Alex Garland über „Ex Machina“

 


Blu-ray-Kritik: Andrea Riseborough, Clive Owen und der „Shadow Dancer“

Mai 28, 2014

 

Im Kino ging „Shadow Dancer“ fast sang- und klanglos unter. Der zeitgleich gestartete Action-Kracher „White House Down“ war dann doch eher für die Massen, während James Marsh stiller, aber intensiver Polit-Thriller über den Nordirland-Konflikt eher das überschaubare Arthaus-Publikum ansprach.

Colette McVeigh (Andrea Riseborough) wird 1993 in London verhaftet. Für die IRA sollte sie in einer vollbesetzten U-Bahn eine Bombe zünden. Dass sie noch nicht einmal den Zünder aktiviert hatte, interessiert MI5-Mann Mac (Clive Owen) nicht. Er will sie als Spitzel haben und er macht ihr ein Angebot, das sie als liebende Mutter nicht ablehnen kann: entweder arbeitet sie für ihn oder sie landet für Jahre in einem englischen Gefängnis weitab von ihrer Heimat Belfast.

Sie geht notgedrungen auf das Angebot ein.

Aber der überhaupt nicht zimperliche IRA-Mann Kevin vermutet einen Spitzel in den eigenen Reihen. Ganz oben auf seiner Liste steht, nach dem missglückten Attentat, Colette.

Aus dieser überschaubaren Ausgangslage macht James Marsh einen ruhig erzählten Polit-Thriller mit einem Minimum an Dialog. Die starken Bilder und die Schauspieler erzählen, vor dem Hintergrund des heute bei uns fast vergessenen Nordirland-Konflikts, eine komplexe Geschichte von Lüge, Betrug, Verrat und der alle Beziehungen zerstörenden Kraft des Misstrauens. Ein Spiel, in dem keiner gewinnen kann.

Shadow Dancer“ ist ein in jeder Beziehung überzeugender Polit-Thriller mit einem überraschendem und explosivem Ende.

 

Shadow Dancer - Blu-ray-Cover

 

Shadow Dancer (Shadow Dancer, Großbritannien/Irland/Frankreich 2012)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Tom Bradby

LV: Tom Bradby: Shadow Dancer, 1998 (Schattentänzer)

mit Andrea Riseborough, Clive Owen, Gillian Anderson, Aidan Gillen, Domhnall Gleeson

Blu-ray

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar mit Regisseur James Marsh und Autor Tom Bradby, Making of (9 Minuten), Deutscher Trailer, Originaltrailer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Film-Zeit über „Shadow Dancer“

Moviepilot über „Shadow Dancer“

Metacritic über „Shadow Dancer“

Rotten Tomatoes über „Shadow Dancer“

Wikipedia über „Shadow Dancer“

ITV über Tom Bradby

Twitter-Account von Tom Bradby

Krimi-Couch über Tom Bradby

The Telegraph: Tom Bradby: How I brought „Shadow Dancer“ to the Screen (24. August 2012)

Meine Besprechung von James Marshs David-Peace-Verfilmung „1980“ (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, Großbritannien 2009)

Ein Gespräch mit Regisseur James Marsh

 


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