TV-Tipp für den 16. Mai: Wish I was here

Mai 16, 2017

Super RTL, 22.30

Wish I was here (Wish I was here, USA 2014)

Regie: Zach Braff

Drehbuch: Adam Braff, Zach Braff

Schauspieler Aidan (Zach Braff) weigert sich, trotz Frau und Kindern, erwachsen zu werden. Da erkrankt sein Vater, der die Schule der Kinder finanziert, an Krebs und Aidan muss einige Entscheidungen treffen.

Etwas lieblos-versteckt feiert Zach Braffs liebevolle Indie-Komödie ihre TV-Premiere.

Zum Kinostart schrieb ich unter anderem über den Film:

Wish I was here“ verunsichert und irritiert nie, sondern bestätigt seine Charaktere – und die Zuschauer – in ihrem Leben.

Trotzdem ist der Film, nach „Garden State“ der zweite Spielfilm von „Scrubs“-Star Zach Braff unterhaltsam, kurzweilig, witzig, episodisch, aber auch ziellos und oft konventionell in seinen Beschreibungen und Lösungen. Es ist auch ein Film, der im Privaten steckenbleibt.

mit Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin, Josh Gad, Joey King, Pierce Gagnon, Donald Faison, Ashley Greene, Jim Parsons, Michael Weston

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wish I was here“
Moviepilot über „Wish I was here“
Metacritic über „Wish I was here“
Rotten Tomatoes über „Wish I was here“
Wikipedia über „Wish I was here“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Zach Braffs „Wish I was here“ (Wish I was here, USA 2014)

Meine Besprechung von Zach Braffs „Abgang mit Stil“ (Going in Style, USA 2017)

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Neu im Kino/Filmkritik: Über Zach Braffs „Wish I was here“

Oktober 13, 2014

Aidan Bloom ist zwar bereits knapp vierzig, glücklich verheiratet und Vater von zwei netten Kindern, aber eigentlich ist er immer noch ein Kind. Ein Tagträumer. Ein erfolgloser Schauspieler in der „Stadt der Träume“, der wie tausend andere das Filmgeschäft vor allem von der Casting Couch aus sieht. Die jüdische Privatschule für seine zwölfjährige Tochter Grace und seinen sechsjährigen Sohn Tucker wird von seinem Vater Gabe bezahlt, weil Aidan sich eine so gute Schule nicht leisten kann und weil Gabe wert auf eine richtig jüdische Erziehung legt.
Jetzt streicht er allerdings das Schulgeld. Er hat Krebs und benötigt sein Vermögen für eine kostspielige Behandlung.
Aidan, der seine Kinder nicht auf eine der schlimmen staatlichen Schulen schicken will, beginnt sie zu Hause zu unterrichten.
Das könnte jetzt der Anfang von einem Drama oder, immerhin war die erste Inspiration für den Film von Zach (Regie, Drehbuch) und Adam Braff (Drehbuch), die Beobachtung, dass immer mehr ihrer Bekannten ihre Kinder zu Hause unterrichteten, eine furiose Anklage gegen das US-amerikanische Bildungssystem sein, in dem nur noch Reiche sich die Ausbildung ihrer Kinder leisten können.
Aber „Wish I was here“ ist eine US-Independent-Komödie über die Ängste, Nöte und Träume von Vierzigjährigen, die gar nicht versucht, mehr als eine Ansammlung von vielen kleinen Episoden zu sein, die immer auf eine Pointe hin erzählt werden und uns einige Wochen aus dem Leben der Familie Bloom präsentieren. Wochen, die mit der Nachricht von Gabes Krankheit beginnen und mit seinem Tod enden. Dass Aidan am Filmende auch eine kleine Gruppe Amateurschauspieler unterrichtet, kann höchstens von extrem gutwilligen Geistern als entscheidende Veränderung in seinem Leben, als ein entscheidender Schritt von einem Träumer zu einem traditionell-veranwortungsvollem Familienvater, der das Einkommen der Familie bestreitet, gesehen werden. Denn bislang ist Aidans Frau die Hauptverdienerin und sie hat, ein weiterer Subplot, im Film Probleme mit einem Kollegen, der sie verbal sexuell belästigt.
Und weil Braffs Film größtenteils über eine Kickstarter-Kampagne finanziert wurde, gibt es auch einige Episoden, die in einer Fantasiewelt spielen, in der Braff sich als Superhelden sieht, er hat einen Bruder, der als der totale Nerd und Genie vor allem das ultimativen Comic-Con-Köstum basteln will und in einem Besetzungsbüro erzählt Aidan einem Kollegen, wie er die Rolle als Besatzungsmitglied Nummer 5 spielen soll. Dass ein Hollywood-Schauspieler diese Geschichte, die sogar ich schon mehrfach gehört habe, nicht kennt, ist arg unglaubwürdig. Diese Episoden erfüllen primär Fanbedürfnisse, wie auch der gesamte Film sich immer an seine Kickstarter-Unterstützer anbiedert, die vor allem einen Film wollen, der ihnen gefällt. So hat „Wish I was here“, ob gewollt oder ungewollt, nie die Vision eines Films von Woody Allen, Joel und Ethan Coen, Jim Jarmusch oder eines anderen Filmemachers, der letztendlich nur seiner eigenen Vision folgt und auf keine oder nur wenige Investoren hören muss. In Braffs Film ist immer eine Angst, Fehler zu machen spürbar. Diese Angst, die für Vierzigjährige, die „Generation Null Fehler“ (Heinz Bude), kennzeichnend sein soll, durchzieht den gesamten Film. Er verunsichert und irritiert nie, sondern bestätigt seine Charaktere – und die Zuschauer – in ihrem Leben.
Trotzdem ist „Wish I was here“, nach „Garden State“ der zweite Spielfilm von „Scrubs“-Star Zach Braff unterhaltsam, kurzweilig, witzig, episodisch, aber auch ziellos und oft konventionell in seinen Beschreibungen und Lösungen. Es ist auch ein Film, der im Privaten steckenbleibt, was nicht schlimm wäre – immerhin sind viele Indie-Komödien so gestrickt -, aber gerade wegen der Ausgangsidee doch etwas erstaunt.

Wish I was here - Plakat

Wish I was here (Wish I was here, USA 2014)
Regie: Zach Braff
Drehbuch: Adam Braff, Zach Braff
mit Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin, Josh Gad, Joey King, Pierce Gagnon, Donald Faison, Ashley Greene, Jim Parsons, Michael Weston
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wish I was here“
Moviepilot über „Wish I was here“
Metacritic über „Wish I was here“
Rotten Tomatoes über „Wish I was here“
Wikipedia über „Wish I was here“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik/Buchkritik: „Kick-Ass 2“ kickt in Jeff Wadlows Actionkracher und Mark Millars Comics ass

August 16, 2013

Wer mit „Kick-Ass“, der grandiosen und sehr respektlosen Liebeserklärung an die Superhelden, nichts anfangen konnte, sollte um „Kick-Ass 2“ einen großen Bogen machen. Denn der Film und der ihm zugrunde liegende Comic „Kick-Ass 2“ von Autor Mark Millar und Zeichner John S. Romita, Jr., ergänzt um etliche Szenen aus „Hit-Girl“ (die im Comic eine Elfjährige, im Film eine Fünfzehnjährige, ist) ist brutal, oft vulgär, zynisch, schwarzhumorig und nie wirklich jugendfrei. Deshalb ist „Kick-Ass 2“ auch „frei ab 18 Jahre“ und er hat sich diese Freigabe ehrlich verdient.

Nach dem Ende von „Kick-Ass“ ist Frank D’Amico (Mark Strong) tot. Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson), ein Möchtegern-Superheld mit dem Talent, sich verprügeln zu lassen, und Hit-Girl (Chloë Grace Moretz), ein Mädchen, das lässig ganze Legionen böser Jungs verprügelt und tötet, töteten den Mafia-Boss D’Amico und seine Männer. Dabei starb Hit-Girls Vater Big Daddy (Nicholas Cage in einem seiner besten Leinwandauftritte der vergangenen Jahre).

Hit-Girl Mindy McCready lebt jetzt bei Detective Marcus Williams (Morris Chestnut), der mit ihrem Vater befreundet war, und besucht die Schule. Eine für sie fremde Welt. Denn anstatt ihrer Bestimmung folgend, Verbrecher zu vermöbeln, muss sie jetzt Soap-Operas gucken und sich für Justin Bieber begeistern.

Aber die meiste Zeit schwänzt sie die Schule (Keine Panik. Sie hat den Schulcomputer gehackt und ist deshalb auf dem Papier immer anwesend.) und bildet Kick-Ass Dave Lizewski aus. Denn Daves Ambitionen sind größer als seine kämpferischen Fähigkeiten.

Als Marcus herausbekommt, dass Mindy nicht zur Schule geht, muss sie ihm versprechen, zur Schule zu gehen. Weil Big-Daddy sie erzogen hat, gegebene Versprechen zu halten, hält sie sich auch daran.

Dave, der schon immer davon träumte, zu einem Team von Superhelden zu gehören, schließt sich Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) an. Der zum Gläubigen konvertierte Gangster hat die Gruppe „Justice Forever“ gegründet. Gemeinsam gehen sie mit ziemlich drastischen Methoden gegen Gangster vor. Meistens patrouillieren sie allerdings, wie eine Bürgerwehr in kindischen Verkleidungen, durch die Straßen, geben Autogramme und helfen in der Suppenküche aus.

Währenddessen will Chris D’Amico (Christopher Mintz-Plasse), der Sohn von Frank D’Amico und der in „Kick-Ass“ Red Mist war, seinen Vater rächen. Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt er eine Ledermontur in ihrem Nachlass, zieht sie an und nennt sich jetzt „The Motherfucker“. Weil seine verbrecherischen Fähigkeiten proportional zu seinen Ambitionen sind, kauft er sich eine Bande von Schlägern ein, die ihm bei seiner Mission helfen sollen. Seine beste Waffe ist „Mother Russia“, wie er eine muskelbepackte Ex-KGB-Agentin nennt und deren Spitznamen man nicht mit „Mütterchen Russland“ übersetzen sollte. Sie ist die böse Schwester, die Ivan Drago (Dolph Lundgren) vor dem Frühstück vermöbelt und dann – vielleicht – verspeist.

Der große Spaß an „Kick-Ass 2“, in dem er auch um das Erwachsen-Werden geht, ist, dass Mark Millar, John Romita, Jr. und Jeff Wadlow jedes Superhelden-Klischee nehmen und es vom Kopf auf die Füße stellen, einem Realitätscheck unterziehen, die Superheldenmythologie kräftig entstauben und dann doch wieder – irgendwie – bestätigen. Aber halt auf eine zynisch-schwarzhumorige, pathosfreie Art.

Zur Vorlage oder Die gezeichneten Abenteuer von Kick-Ass und Hit-Girl

Der Film folgt ziemlich genau, bis auf das Finale, der Comicvorlage „Kick-Ass 2“, ergänzt um große Teile aus „Hit-Girl“, wobei im Film Hit-Girl älter als in den Vorlagen ist, weil die Hauptdarstellerin älter wurde. Die Namen einiger Charaktere wurden geändert. So wurde aus Chris Genovese Chris D’Amico. Naja, eine alte Hollywood-Weisheit sagt: „You can always change the name.“

Und der gesamte Film spielt mit Insider-Gags, Zeichen und Insignien, die das Herz des Fans erfreuen, ohne die Geschichte zu stören oder allzu besserwisserisch rüberzukommen. So hängt Daves Vater in einer Szene ein Plakat auf, während er ihm etwas von Verantwortung und den Unterschieden zwischen Comics und dem echten Leben erzählt. Auf dem Plakat ist das Cover von Mark Millar/Leinil Yus „Superior“ abgebildet. In diesem Comic möchte der an MS erkrankte Simon gerne ein Superheld sein. Ormon erfüllt ihm diesen Wunsch. Aber nach einer Woche hätte er gerne seine Seele, sonst wird Superior wieder der kranke Junge. Millar erzählt seine Version von der Verführbarkeit des Einzelnen in seinem typischen Stil – und gleichzeitig liefert er eine Liebeserklärung an Superman, der Simon für Superior als Vorbild diente.

Mark Millar und Leinil Yu widmeten „Superior“ Christopher Reeve und Richard Donner.

Die Comics sind genauso lesenswert wie „Kick-Ass 2“ sehenswert ist. Jedenfalls wenn man auf diese Art von Humor steht.

Kick-Ass 2 - Hauptplakat

Kick-Ass 2 (Kick-Ass 2, USA 2013

Regie: Jeff Wadlow

Drehbuch: Jeff Wadlow

LV: Mark Millar/John S. Romita Jr.: Kick-Ass 2, 2010/2012 (Kick-Ass 2)

mit Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Morris Chestnut, Christopher Mintz-Plasse, Jim Carrey, Yancy Butler, John Leguizamo, Clark Duke, Augustus Prew, Lyndsy Fonseca, Donald Faison, Lindy Booth, Robert Emms, Monica Dolan, Steven Mackintosh, Olga Kurkulina, Daniel Kaluuya, Tom Wu, Andy Nyman, Iain Glen

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Die direkte Vorlage für den Film und damit zusammenhängende Werke von Mark Millar

Millar - Kick-Ass 2 - Band 1

Mark Millar/John Romita, Jr.: Kick-Ass 2 (Band 1)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

108 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Kick-Ass 2 – Issue 1 – 4

Icon Comics, Dezember 2010 – November 2011

Millar - Kick-Ass 2 - Band 2

Mark Millar/John Romita, Jr.: Kick-Ass 2 (Band 2)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

100 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Kick-Ass 2 – Issue 5 – 7

Icon Comics, Januar – Mai 2012

Millar - Kick-Ass 2 - Gesamtausgabe

Die beiden „Kick-Ass 2“-Einzelbände erschienen auch Sammelband.

Millar - Hit-GirlMillar - Hit-Girl - Limitiertes Hardcover

Mark Millar/John Romita, Jr.: Hit-Girl – Kick-Ass 2: Die Vorgeschichte

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2013

124 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Hit-Girl, Issue 1 – 5

Icon Comics, August 2012 – April 2013

Millar - Superior 2

Mark Millar/Leinil Yu: Superior – Band 2

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

100 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Superior, Issue 5 – 7

Icon Comics, Dezember 2011 – März 2012

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kick-Ass 2“

Metacritic über „Kick-Ass 2“

Rotten Tomatoes über „Kick-Ass 2“

Wikipedia über „Kick-Ass 2“ (deutsch, englisch)

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons “Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)”

Die Charakterposter

Kick-Ass 2 - Kick-Ass

Kick-Ass 2 - Hit-Girl

Kick-Ass 2 - Motherfucker

Kick-Ass 2 - Colonel Stars and Stripes

Ein brandneues Interview mit Jeff Wadlow und Christopher Mintz-Plasse


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