TV-Tipp für den 30. Mai: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Mai 29, 2019

Sat.1, 20.15

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (Moana, USA 2016)

Regie: Ron Clements, John Musker, Don Hall (Ko-Regie), Chris Williams (Ko-Regie)

Drehbuch: Jared Bush (nach einer Geschichte von Ron Clements, John Musker, Chris Williams, Don Hall, Pamela Ribon, Aaron Kandell und Jordan Kandell)

Weil die für die Bewohner einer Südpazifikinsel die lebensnotwendigen Fischschwärme ausbleiben und die Ernten verdorren, sticht die Häuptlingstochter Vaiana auf eigene Faust in See. Sie will das Rätsel lösen und das überleben ihres Volkes sichern.

Für Kinder ist der Disney-Film „Vaiana“ ein bunter Abenteuerfilm, der alles hat, was das Herz begehrt: eine taffe, optimistische Heldin, ein ihr helfenden Halbgott, Tiere, Abenteuer, flotte Sprüche und sieben Originalsongs, von denen zwei in verschiedenen Fassungen präsentiert werden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit (im Original den Stimmen von) Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Jermaine Clement, Rachel House, Temuera Morrison, Alan Tudyk, Nicole Scherzinger

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Lina Larissa Strahl, Andreas Bourani

Wiederholung: Sonntag, 2. Juni, 15.30 Uhr

Hinweise

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Moviepilot über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Metacritic über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Rotten Tomatoes über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Wikipedia über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Clements/John Musker/Don Hall/Chris Williams‘ „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (Moana, USA 2016)

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Neu im Kino/Filmkritik: Dwayne Johnson besucht einen „Skyscraper“ und…

Juli 12, 2018

Bei einer missglückten Geiselbefreiung verliert FBI-Spezialagent Will Sawyer (Dwayne Johnson) verliert ein Bein. Aber er trifft die Ärztin Claire (Neve Campbell), seine große Liebe und Mutter seiner beiden Kinder. Mit ihnen ist er jetzt in Hongkong. Dort soll er seinen Bericht über die Sicherheit des Hochhauses The Pearl, das demnächst eröffnet werden soll, abliefern. Mit 240 Stockwerken ist es der höchste Wolkenkratzer der Welt, der sich autonom mit Energie versorgt. In den unteren Stockwerken gibt es Geschäfte, darüber Wohnungen und ganz oben hat der Erbauer des Hauses sich ein Apartment eingerichtet. Nach Sawyers Ansicht ist das Gebäude perfekt gegen Brände gesichert.

Mit einem mit seinen biometrischen Daten gesichertem Tablet, mit dem er für seinen letzten Sicherheitscheck alle Sicherheitsmaßnahmen umgehen kann, macht er sich auf den Weg zur Leitstelle macht. Auf dem Weg wird ihm seine Umhängetasche geklaut.

Weil er das Tablet in seiner Jacketttasche hatte, erfährt er früher als geplant, dass eine Gangsterbande etwas sehr wertvolles aus dem Hochhaus stehlen will. In einem anschließendem Kampf können die Verbrecher das Tablet in ihren Besitz zu bringen und anschließend die gesamten Sicherheitsmaßnahmen auszuschalten. Deshalb breitet sich der von ihnen gelegte Brand in dem Gebäude weiter nach oben aus.

Sawyer will den Diebstahl verhindern und, vor allem, seine Familie retten. Sie und Zhao Ming Ji (Chin Han), der Besitzer des Hochhauses, sitzen in dem von den Verbrechern in Brand gestecktem Hochhaus fest.

Und weil die Polizei ihn für den Verursacher des Brandes hält, muss Sawyer vor dem Betreten des von Polizei und Feuerwehr hermetisch abgeriegeltem Gebäude die ihn verfolgenden Polizisten abhängen.

Einen Preis im Erfinden einer noch niemals gesehenen Geschichte wird „Skyscraper“ nicht erhalten. Ebenso wird der Thriller keinen Preis für Logik oder Wahrscheinlichkeit erhalten. „Skyscraper“ ist einer der typischen, für die große Leinwand gemachten Sommer-Blockbuster, die ein Minimum an Story mit einem Maximum an Effekten ausgleichen. Der immer sympathische und unkaputtbare Dwayne Johnson nennt seinen neuesten Film „eine grandiose Mischung aus ‚Stirb langsam‘, ‚Flammendes Inferno‘ und ‚Auf der Flucht’“ . „Auf der Flucht“ können wir getrost aus der Gleichung herausnehmen. Denn der Einsatzleiter der Hongkong-Polizei ist schnell, ungefähr in dem Moment, in dem Sawyer beginnt, den gegenüber dem Hochhaus stehenden Baukran hochzuklettern, überzeugt, dass Sawyer unschuldig ist. „Skysraper“ erzählt, inspiriert vom Action- und Blockbusterkino der siebziger und achtziger Jahre, die Geschichte eines brennenden Hochhauses (noch ohne Bewohner und damit ohne störende Nebengeschichten und Rettungsversuche der Feuerwehrleute) und dem Versuch des Helden, seine Familie zu retten. Dafür muss er auch die Pläne des Verbrechers Kores Botha (Roland Møller) und seiner skrupellosen Schergen durchkreuzen. Und am Ende gibt es, für die Cineasten im Kinosaal, eine Schießerei in einem Spiegelkabinett, das eine moderne Version der legendären Spiegelkabinett-Szene aus Orson Welles‘ Noir-Klassiker „Die Lady von Shanghai“ ist.

Rawson Marshall Thurber erzählt die von ihm geschriebene Geschichte flott in unter zwei Stunden und mit einem Blick auf Bilder, die auf der großen IMAX-Leinwand Schwindelgefühle auslösen können. Zum Beispiel wenn Claire in einem sich über dreißig Stockwerke erstreckendem Jade Park über ein zwei Brückenteile verbindendes Brett läuft, um ihren Sohn vor den Flammen zu retten. Oder wenn Sawyer an einem Kran und an der Außenwand des Wolkenkratzers herumklettert. Im Gegensatz zu Ethan Hunt braucht er dafür kein hochentwickeltes Gerät, sondern nur etwas handelsübliches Klebeband.

Skyscraper“ ist nach „Central Intelligence“ die zweite Zusammenarbeit von Thurber und Johnson. Dieses Mal in einem Thriller, der auf Humor weitgehend verzichtet. Dafür hat er die durchdachtere Geschichte; auch wenn im wesentlichen die bekannten Situationen aneinandergereiht werden. Das geschieht aber mit soviel Erzählfreude, dass man sich gerne auf die Reise mitnehmen lässt.

Sie arbeiten bereits an einem dritten gemeinsamen Film.

Skyscraper (Skyscraper, USA 2018)

Regie: Rawson Marshall Thurber

Drehbuch: Rawson Marshall Thurber

mit Dwayne Johnson, Neve Campbell, Chin Han, Roland Møller, Noah Taylor, Byron Mann, Pablo Schreiber, Hannah Quinlivan

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Meine Besprechung von Rawson Marshall Thurbers „Central Intelligence“ (Central Intelligence, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Rampage – Big meets Bigger“ in der Großstadt

Mai 10, 2018

Wir haben

Dwayne Johnson

einen riesigen Affen

zwei andere Tiere

und

ein Ausmaß an Zerstörung, das ganze Versicherungen ruinieren kann.

Wir haben einen spaßigen, familienfreundlichen Sommerblockbuster, der nie mehr verspricht, als er einhalten will. Und das alles bei einer Laufzeit von unter zwei Stunden.

Es beginnt mit einem fehlgeschlagenen Experiment. Im Erdorbit forscht Energyne an Geneditierungen, mit der unheilbare Krankheiten behandelt werden können. Oder auch etwas anderes, das so schrecklich ist, dass die Geneditierung wegen ihres Missbrauchspotentials, schon vor den Energyne-Forschungen, als Waffe der Massenvernichtung eingestuft wurde.

In letzter Sekunde kann eine Wissenschaftlerin mit einem Koffer voller Behälter mit Forschungsmaterial die Rettungskapsel besteigen, die im Erdorbit verglüht. Drei der feuerfesten Behälter landen leicht ramponiert auf der Erde. Die in ihnen enthaltenen Viren infizieren einen Wolf, ein Krokodil und, in San Diego in einem Zoo, einen Affen. Die Tiere werden schnell größer und aggressiver. So vernichtet der Wolf in Sekunden eine Spezialeinheit furchtloser Söldnern und holt ihren Hubschrauber vom Himmel.

Claire Wyden (Malin Akerman), die eiskalte Chefin von Wyden Technologies, der Muttergesellschaft von Energyne, hat trotzdem einen Plan für diese unvorhergesehene Situation. Sie lockt mit einem Funksignal die drei Monster nach Chicago. In ihrem Labor hat sie ein Gegenmittel und damit einen Plan, wie sie sich als Retter des Planeten inszenieren und die Machtposition ihrer Firma ausbauen kann. Denn, wie alle durchgeknallten Firmenbosse und Mad Scientists (auch wenn sie es mit der Laborarbeit nicht so hat) glaubt sie, alles zu kontrollieren.

Ebenfalls auf den Weg nach Chicago machen sich Davis Okoye (Dwayne Johnson) und Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris). Die Gentechnikerin war an den Forschungen von Energyne beteiligt und möchte jetzt ihren Fehler rückgängig machen.

Okoye ist im San Diego Wildlife Sanctuary ein respektierter Primatenforscher, der ein vertrauliches Verhältnis zu George hat. George ist ein intelligenter, gewitzter, unglaublich seltener Albino-Silberrücken-Gorilla. Seit Ewigkeiten sind sie beste Freunde. Selbstverständlich ist Okoye besorgt über die Veränderungen bei seinem besten Freund und er möchte ihn retten. Denn George ist ein Guter. Auch wenn er sich durch die Mutationen nicht normal verhält.

Zu ihnen stößt Agent Harvey Russell (Jeffrey Dean Morgan), ein, ähem, sagen wir einfach, ein Mitglied einer „Mission Impossible“-Truppe, die es überhaupt nicht gibt. Auch wenn sie im Film lässig „Other Government Agency“ (OGA) genannt wird.

Rampage – Big meets Bigger“ ist nach „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ und „San. Andreas“ die dritte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Brad Peyton und Dwayne Johnson. Dieses Mal basiert der Film auf einem Videospiel aus den Achtzigern. Die Macher übernahmen aus dem Spiel einige Ideen; vor allem natürlich die auch nicht brandneue Idee mit den riesigen Tieren. Davon ausgehend erfanden sie eine Geschichte, die sich nicht weiter um die Dramaturgie eines primitiven Computerspiels kümmert. Die von vier Autoren geschriebene Geschichte funktioniert als Filmgeschichte, die nichts neue erfindet. Und das auch überhaupt nicht will.

Der Katastrophenfilm erzählt eine B-Picture-Geschichte. Bekannte Elemente werden lustvoll, mit kleinen Variationen und einer, oft elliptisch erzählten, aber immer nachvollziehbaren und stringenten Geschichte aneinandergereiht. Die Charaktere bewegen sich quer durch die USA nach Chicago, wo der Film in einer großen Schlacht endet. Das Militär versucht – erfolglos – die Lage zu kontrollieren, während die drei Riesentiere Autos, Busse und Flugzeuge wie Spielzeug durch die Luft werfen und durch Gebäude springen. George zelebriert auf einem Wolkenkratzer seine King-Kong-Gedächtnisveranstaltung. Okoye, Caldwell und Russell versuchen, die Tiere zu besiegen, während Wyden und ihr ängstlicher Bruder (halt der typische Sidekick) versuchen, unbeschadet aus dem Chaos herauszukommen.

George ist dabei, dank des Motion-Capture-Spiels von Jason Liles, auch während dieser Schlacht, eine gequälte Kreatur, die versucht mit der plötzlichen, für ihn unbegreiflichen Verwandlung und den ebenso unbegreiflichen aggressiven Schüben umzugehen. Schon davor wurde die tiefe Freundschaft zwischen ihm und Okoye fest etabliert. Dwayne Johnson verleiht Okoye sein gewohntes Charisma, das ihn zu dem idealen Mann für die Aufgabe – George und die Welt retten – macht. Die anderen Schauspieler sind vor allem Stichwortgeber in einem Film, der ihnen keine Oscars einbringen wird.

Wegen des humorvollen, leicht selbstironischen Untertons und den sympathischen Charakteren gefällt die Blockbuster-Zerstörungsorige auf der großen Leinwand ausnehmend gut. In diesem Fall ist nämlich die Größe der Leinwand entscheidend. 

Rampage – Big meets Bigger (Rampage, USA 2018)

Regie: Brad Peyton

Drehbuch: Ryan Engle, Carlton Cuse, Ryan J. Condal, Adam Sztykiel (nach einer Geschichte von Ryan Engle)

mit Dwayne Johnson, Naomie Harris, Malin Akerman, Jeffrey Dean Morgan, Jake Lacy, Joe Manganiello, Marley Shelton, P.J. Byrne, Demetrius Grosse, Jack Quaid, Breanne Hill, Matt Gerald, Will Yun Lee, Jason Liles

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Wikipedia über „Rampage“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Peytons „San Andreas“ (San Andreas, USA 2015)

Die Europapremiere in London

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Jumanji: Willkommen im Dschungel“, ihr Luschen

Dezember 21, 2017

Jumanji: Willkommen im Dschungel“ zeigt fast schon exemplarisch, was ein gutes Remake von einem schlechten Remake unterscheidet. Ob es sich um einen guten Film handelt, ist damit noch nicht gesagt.

Ein Remake oder, mehr noch, ein Reboot sollte der alten Geschichte einen neuen Aspekt abgewinnen und eine Idee haben, warum es gedreht wurde. Denn der alte Film ist immer noch da und kann heute müheloser als jemals gesehen werden. Zur Not kauft man sich die DVD. Trotzdem gibt es unzählige Remakes, bei denen man sich fragt: „Warum?“. Zuletzt zeigte „Flatliners“, dass die Macher nicht wussten, warum sie den Film machten. Bei „Mord im Orientexpress“ sah es dann dank der hochkarätigen Besetzung und, in der ersten Hälfte, verspielten Inszenierung, etwas besser aus. Aber einen wirklichen Grund für das Remake lieferte Kenneth Branagh nicht. „Ghost in the Shell“ konzentrierte sich auf die Visuals. Das sah dann gut aus. Und war der einzige Grund, sich den Film im Kino anzusehen.

Bei „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ sieht die Sache anders aus. Jake Kasdans Film ist ein Remake von Joe Johnstons Kassenhit „Jumanji“ (USA 1995), in dem Robin Williams die Hauptrolle spielte. Als Jugendlicher beginnt er mit seiner Freundin das Brettspiel „Jumanji“. Er wird in das Spiel hineingezogen. 26 Jahre später spielen zwei Kinder das Spiel weiter und das Spiel bzw. Teile des Spiels brechen tsunamiartig über eine typische All-American-Vorstadt herein. Affen, Spinnen, Sturzbäche und eine Elefantenhorde stürmen durch das Haus und die Stadt. Das Chaos kann nur gebändigt werden, wenn sie das Spiel beenden.

Diese Idee, dass das Spiel über die Wirklichkeit hereinbricht (obwohl vorher ein Spieler in das Spiel hineingesaugt wurde), fand ich während des gesamten Films unglaubwürdig.

In „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ haben die Macher diese Prämisse und das Thema des Films grundlegend verändert. Letztendlich ist es ein in jeder Beziehung anderer Film, der mit dem ersten Film bis auf einige unwichtige Kleinigkeiten nichts mehr zu tun hat.

Jetzt finden vier Schüler, die Nachsitzen müssen, im Keller der Schule ein altes Computerspiel. Sie suchen sich Spielcharaktere aus, starten das Spiel und werden in es hineingesaugt. Im Spiel sind sie Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Dr. Shelly Oberon (Jack Black), Franklin ‚Moose‘ Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan) und sie müssen das Spiel spielen. Wie es sich für ein Computerspiel gehört, haben sie bestimmte Fähigkeiten, eine Aufgabe und verschiedene, zunehmend schwierigere Spiellevels, die sie erfolgreich durchspielen müssen, ehe sie zum nächsten Level gelangen. Oh, und sie haben jeweils drei Leben. Diese ebenso einfache, wie bewährte Konstruktion gibt die Struktur der Filmgeschichte vor, die von den Machern nur noch ausgefüllt werden muss.

Das tun sie, ohne spürbare Längen, mit einem sympathischen, spielfreudigen Cast, Humor und einer stringent erzählten Geschichte.

Ein großer Teil des Humors entsteht aus dem Umstand, dass die vier Spieler in der Realität anders als im Spiel sind (aber immer noch ihre reale Identität haben). Teilweise sind sie im Spiel das komplette Gegenteil von ihrem früheren Selbst. Sie haben andere körperliche und geistige Fähigkeiten. Sie haben teilweise auch ein anderes Geschlecht. Und während sie in der Schule nichts miteinander zu tun hatten, müssen sie jetzt sich jetzt aufeinander verlassen und zusammenarbeiten. Denn nur gemeinsam können sie die Aufgabe bewältigen. Diese Botschaft, die sich deutlich von der Botschaft des Ur-“Jumanji“ unterscheidet, ist im gesamten Film präsent. Sie ist die Grundlage für jede Szene, jeden Dialog und jede Handlung.

Jumanji: Willkommen im Dschungel“ ist ein rundum gelungenes, grundsympathisches Fantasyabenteuer mit viel Action und Humor für die gesamte Familie. Wobei das Zielpublikum, trotz der für mein Empfinden erstaunlich hohen FSK-12-Freigabe, bei älteren Kindern und jüngeren Jugendlichen liegt.

Jumanji: Willkommen im Dschungel (Jumanji: Welcome to the Jungle, USA 2017)

Regie: Jake Kasdan

Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers, Jake Kasdan, Scott Rosenberg, Jeff Pinkner

LV: Chris Van Allsburg: Jumanji, 1981 (Kinderbuch)

mit Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart, Karen Gillan, Nick Jonas, Bobby Cannavale

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Meine Besprechung von Jake Kasdans „Sex Tape“ (Sex Tape, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Fast & Furios 8“ – nächste Runde mit der bekannten Familie und unbekannten Blechschäden

April 14, 2017

Die Ein-Satz-Besprechung für das Publikum mit Twitter-Aufmerksamkeitsspanne: Wenn dir die vorherigen zwei, drei „Fast & Furious“-Filme gefallen haben, wird dir „Fast & Furious 8“ gefallen.

Alles ist halt noch eine Nummer größer und es gibt einige neue Familienmitglieder.

Und ab jetzt geht es mit ein, zwei Spoilern weiter, die beim Ansehen des Films dann doch nicht so überraschend sind. Das Plakat verrät auch einiges.

Aber Hey!, die Filme dieser an der Kinokasse unglaublich erfolgreichen Actionserie haben sich nie für den David-Mamet-Preis beworben.

In „Fast & Furious 8“ trifft Dom Toretto (Vin Diesel) auf Kuba (Fun Fact: erster Dreh einer US-Produktion auf Kuba) Cipher (Charlize Theron). Sie erpresst ihn, seine Freunde zu betrügen. Er tut es und stiehlt von ihnen eine äußerst gefährliche Waffe, die sie im Auftrag der US-Regierung kurz vorher von irgendwelchen gesichtslosen Bösewichter geklaut haben.

Seine langjährigen Freunde sind fassungslos über Doms Verrat. Denn für ihn ist, wie wir aus den vorherigen Filmen wissen, Familie alles und seine Freunde sind seine ständig wachsende Familie, die er niemals betrügen oder verraten würde. Er würde für sie durch die Hölle gehen.

Sie, also Doms Freundin Letty (Michelle Rodriguez), Hobbs (Dwayne Johnson), der Rest der Gang – Roman Pierce (Tyrese Gibson), Tej (Chris ‚Ludacris‘ Bridges) und Ramsey (Nathalie Emmanuel) -, unterstützt von Mr. Nobody (Kurt Russell), seinem paragraphenreitendem Lehrling (Scott Eastwood), der vor allem als willkommener Punchingball für Gags benutzt wird, und ihrem früheren Gegner und jetzigen Mr.-Nobody-Zwangsverpflichtung Deckard Shaw (Jason Statham), beginnen Cipher und Dom zu jagen, während Dom weitere Verbrechen begeht, die Cipher mit all den Dingen ausrüstet, die sie braucht, um einen Weltkrieg zu entfesseln. Denn Cipher ist nicht nur eine begnadete Hackerin, die überall und nirgends ist (weshalb ihre Zentrale in einem Flugzeug ist), sondern auch ein waschechter James-Bond-Bösewicht.

Ihre Aktionen gehorchen dabei dem Prinzip „mehr ist besser“; was spannungstechnisch keine gute Idee ist. In Manhattan muss Dom den Koffer mit den Nuklearcodes von dem russischen Verteidigungsminister klauen. Cipher unterstützt ihn dabei, indem sie alle Autos im Umkreis von mehreren Wohnblocks fernsteuert. Dann rasen ganze Armeen von Zombieautos durch die engen Häuserschluchten, verursachen Massenkarambolagen und hunderte Autos nehmen aus einem Parkhaus die Abkürzung. Sie stürzen vom Himmel und begraben die Reste des russischen Autokonvois unter sich.

Im Writers‘ Room mag das wie eine gute Idee geklungen haben. Auf der Leinwand ist es ein unglaubwürdiger Overkill. Es sind einfach zu viele Autos. Sie sehen einfach zu sehr nach Computertricks aus.

Immerhin gibt es in New York dann noch eine konventionelle „Fast & Furious“-Autoverfolgungsjagd, die sogar tagsüber spielt. Deshalb kann man halbwegs sehen, was passiert. Denn F. Gary Gray schneidet hier, wie in allen Action-Szenen, mehr als nötig. Gray inszenierte auch „Verhandlungssache“, „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ und, zuletzt, „Straight Outta Compton“. Bei „Fast & Furious 8“ fungiert er, ohne eine erkennbare persönliche Note, als williger Erfüllungsgehilfe eines erfolgreichen Franchise.

Das große Action-Set-Piece ist am Filmende nimmt mindestens ein Drittel des Films, eher sogar eine gute Stunde, ein. Und das ist gut so. In einer geheimen U-Boot-Station an der Barentssee soll Dom für Cipher eine Atomrakete in, uh, Besitz bringen (Frag nicht nach der einfachen Lösung, wenn es auch mit viel Rumms geht).

Nachdem im vorherigen „Fast & Furious“-Film eine Startbahn ewig lang war, liefern sie sich jetzt auf dem Eis, unter Wasser und in der Luft ein Wettrennen mit einem U-Boot, das durch eine Schleuse ins freie Meer fahren könnte. Während das U-Boot sich unter dem Eis seinem Ziel nähert, rasen Dom und seine Gang, verfolgt und beschossen von allerlei meist anonymen Bösewichtern, auf dem Eis in Richtung Schleuse. Und sie scheinen mit ihren Flitzern nicht wesentlich schneller als ein U-Boot voranzukommen. Dabei – schnelle Internetrecherche – fährt das modernste russische Atom-U-Boot höchstens 31 Knoten, also 57 Stundenkilometer.

Während des gesamten Films werden viele Szenen nur für die Lacher gespielt. Dazu gehört, am Filmanfang, Hobbs Minuten dauernde große, zum verlustreichen Kampf anstachelnde Ansprache direkt in die Kamera (wir können uns die Pointe denken, die immerhin direkt danach eine schöne Fortsetzung findet), die Neckereien von Hobbs und Deckard Shaw im Hochsicherheitsgefängnis (die deutlich länger als notwendig ausgespielt werden) oder Shaws liebevolle Betreuung eines Babys, das er befreien muss. Während er sich liebevoll um das Baby kümmert, tötet er nebenbei Dutzende Bösewichter.

Die Story selbst, wieder geschrieben von Chris Morgan, fügt wenig innovativ oder überraschend, aber zweckdienlich die einzelnen Actionszenen zusammen. Dass Dom dabei, wie wir gegen Ende erfahren, nur zum Schein auf Ciphers Erpressung einging, können wir uns von der ersten Minute an Denken. Warum er allerdings nicht gleich mit seiner Familie über die Erpressung redet, erfahren wir nie.

Doms Familie wird, auch wenn ab und an Familienmitglieder sterben, immer größer und damit wird der Film auch etwas behäbig. Schließlich muss jedes Familienmitglied seinen Auftritt haben – und dann kommen noch die mehr oder weniger bösen Neuzugänge hinzu. Das sind dieses Mal Charlize Theron als Bösewicht (Resozialisierung ist im Dom-Universum möglich) und Helen Mirren als – das soll eine Überraschung bleiben.

An einigen Stellen bezieht sich „Fast & Furious 8“, der von Universal Pictures als Auftakt der finalen Trilogie gelabelt wird, auf die vorherigen Filme. Aber das sind nur Nebensätze, die das Herz des langjährigen Fans erfreuen. Zum Verständnis des aktuellen Films sind sie nicht nötig.

Mit dem achten Film des Franchise sind Dom und seine Familie, nachdem sie am Anfang Verbrecher waren, endgültig zu den Guten geworden, die jetzt für einen geheimen US-Geheimdienst die Welt retten. Mit, wie James Bond, einem Spesenkonto ohne Limit und gigantischen Kollateralschäden, die locker zwei große Versicherungen ruinieren könnten.

Insofern schließt „Fast & Furious 8“, der genau das liefert, was die Fans erwarten, nahtlos an die vorherigen Filme an. Ohne die Qualität von „Fast & Furious Five“ (das ist der Teil mit dem ersten Auftritt von Dwayne Johnson und dem unkonventionellen Transport eines riesigen Safes durch Rio de Janeiro) zu erreichen.

P. S.: Der Film läuft auch im IMAX.

Fast & Furious 8 (The Fate of the Furious, USA 2017)

Regie: F. Gary Gray

Drehbuch: Chris Morgan

mit Vin Diesel, Charlize Theron, Dwayne Johnson, Jason Statham, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Chris ‚Ludacris‘ Bridges, Helen Mirren, Nathalie Emmanuel, Elsa Pataky, Scott Eastwood, Kurt Russell, Kristofer Hivju, Luke Evans

Länge: 136 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Moviepilot über „Fast & Furios 8“

Metacritic über „Fast & Furios 8“

Rotten Tomatoes über „Fast & Furios 8“

Wikipedia über „Fast & Furios 8“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furios 6“ (Furios Six; Fast & Furious Six, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7“ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von F. Gary Grays „Straight Outta Compton“ (Straight Outta Compton, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ in der Disney-Welt

Dezember 23, 2016

Es ist Weihnachten. Es ist Disney-Zeit. Auch wenn es in dem neuesten Disney-Film „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ keine Weihnachtsbäume und keinen Schnee gibt. Denn die Geschichte spielt vor langer, langer Zeit in der malerisch-traumhaften Südsee. Vaiana (im Original „Moana“ [hier gibt es eine Erklärung für die Namensänderung]) ist die sechzehnjährige Tochter des Häuptlings. Seit ihrer Geburt ist sie vom Meer fasziniert und auch vom Meer für ihre künftige Reise, die sie in dem Film unternehmen muss, auserwählt. Ihre Eltern wollen allerdings, dass sie auf der Insel bleibt. Sie soll später auch der neue Häuptling der Motunui werden.

Aber seit einiger Zeit ist das Inselparadies bedroht. Ernten werden unfruchtbar. Die Fischgründe sind aus unerklärlichen Gründen leergefischt.

Vaiana glaubt, dass hinter dem die Insel umgebendem Riff neue Fischgründe sind. Mit dem dummen Hahn HeiHei (der Running Gag des Films) macht sie sich auf den Weg um ihr Volk, ihre Insel und damit die Welt zu retten.

Auf ihrer Reise trifft sie als erstes Maui, einen Halbgott mit dem großspurigen Gehabe des vorpubertären Klassenclowns, der in diesem Fall zwar etwas doof ist (er hält sich für den Größten), aber auch einiges über das Meer weiß und kämpfen kann. Außerdem hat er den ganzen Schlamassel, der auch Vaianas Welt bedroht, verursacht, als er das Herz von Te Fiti stahl und so eine schreckliche, langsam alles verschlingende Dunkelheit entfesselte. In einem Kampf mit dem Lava-Monster Te Ka verlor er das Herz von Te Fiti.

Um seine Schuld zu begleichen soll Maui ihr jetzt bei der Suche helfen und das Herz von Te Fiti an seinen ursprünglichen Ort zurückbringen. Was natürlich leichter gesagt, als getan ist.

Für Kinder ist „Vaiana“ ein bunter Abenteuerfilm, der alles hat, was das Herz begehrt: eine taffe, optimistische Heldin, ein ihr helfenden Halbgott, Tiere, Abenteuer, flotte Sprüche und sieben Originalsongs, von denen zwei in verschiedenen Fassungen präsentiert werden.

Für Erwachsene fehlt bei all den Abenteuern doch die erzählerische Geschlossenheit. Die Disney-Urgesteine Ron Clements und John Musker („Arielle, die Meerjungfrau“, „Aladdin“) erzählen vor allem eine Reisegeschichte, in der sich, inspiriert von alten Legenden der Völker Ozeaniens, ziemlich beliebig austauschbare Episoden aneinanderreihen, die nach dem Ende der Episode in sich abgeschlossen sind. So tauchen die Kokomora, kleine, wilde Piraten mit Rüstungen aus Kokosschalen, nur einmal auf.

Es fehlt auch die zweite Ebene, ein Sub- und Metatext, der über das offensichtliche hinausgeht. Entsprechend eindimensional sind die Charaktere geraten. Das zeigt sich besonders deutlich an Vaiana. Die Protagonistin hat keinen inneren Konflikt und auch der äußere Konflikt ist nicht wirklich vorhanden.

Ein weiteres Problem des Films ist, was auch an der Geschichte liegt, das arg verklärende Bild, das von der Südsee und den Südseebewohnern gezeichnet wird. Sie sind ein immer fröhlich-singendes Volk, das keine Probleme hat und im Einklang mit der Natur lebt. Das ist das während des Kolonialismus von ihnen gezeichnete pittoreske Bild, das heute mindestens einen rassistischen Beigeschmack hat. Immerhin rettet kein weißer Mann, sondern ein Mädchen das Paradies.

Diese Punkte fallen vor allem im Vergleich zu „Zoomania“ auf. Der kommerziell und bei den Kritikern sehr erfolgreiche Film wird ausdrücklich auf dem Plakat genannt und Drehbuchautor Jared Bush war auch einer der Autoren von „Zoomania“. Dieser Disney-Blockbuster hatte alles, um auch einem älteren Publikum Stoff zum Nachdenken zu geben und war politisch progressiver. Auch weil die Geschichte in einer bunten, in jeder Hinsicht vielfältigen Großstadt spielt. In „Vaiana“ gibt es nur die Insulaner, Götter und Monster.

Vaiana“ ist nicht so gut wie „Zoomania“. Aber das hat, zugegeben, auch etwas von dem Vorwurf, dass das Vier-Sterne-Menü heute nicht so gut wie gestern ist.

Als Vorfilm gibt es den witzigen Animationsfilm „Herz oder Kopf: Inner Workings“ von Regiedebütant Leo Matsuda. Er war Story Artist bei „Baymax“ und „Ralp reicht’s“.

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Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (Moana, USA 2016)

Regie: Ron Clements, John Musker, Don Hall (Ko-Regie), Chris Williams (Ko-Regie)

Drehbuch: Jared Bush (nach einer Geschichte von Ron Clements, John Musker, Chris Williams, Don Hall, Pamela Ribon, Aaron Kandell und Jordan Kandell)

mit (im Original den Stimmen von) Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Jermaine Clement, Rachel House, Temuera Morrison, Alan Tudyk, Nicole Scherzinger

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Lina Larissa Strahl, Andreas Bourani

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

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Moviepilot über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

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TV-Tipp für den 30. Oktober: Faster

Oktober 29, 2016

Pro7, 23.15

Faster (USA 2010, Regie: George Tillman Jr.)

Drehbuch: Tony Gayton, Joe Gayton

Der Fahrer (Dwayne Johnson) ist stinkig: zuerst wird ein Coup verraten, dann sein Bruder ermordet und er für zehn Jahre in den Knast eingesperrt. Als er entlassen wird, will er sich rächen. Nach dem ersten Mord wird er von einem Polizisten (Billy Bob Thornton) und einem Killer (Oliver Jackson-Cohen) verfolgt.

„Faster“ orientiert sich ziemlich gelungen an den Gangsterthrillern der siebziger Jahre (und älter), die schnörkellos eine amoralische Geschichte erzählten. Nur die Schnittfrequenz (da wäre weniger mehr gewesen) und die Brutalität haben zugenommen.

Wer Filme wie „Point Blank“ oder „Driver“ liebt, sollte unbedingt dieses traditionsbewusste Werk einschalten.

Die Gayton-Brüder haben zuletzt die AMC-Westernserie „Hell on Wheels“ auf die Beine gestellt.

Mit Dwayne Johnson, Billy Bob Thornton, Oliver Jackson-Cohen, Carla Gugino, Maggie Grace, Moon Bloodgood, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Xander Berkeley, Tom Berenger

Wiederholung: Montag, 31. Oktober, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Faster“

Metacritic über „Faster“

Rotten Tomatoes über „Faster“

Wikipedia über „Faster“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Tillman Jr. Nicholas Sparks-Verfilmung „Kein Ort ohne dich“ (The longest ride, USA 2015)


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