TV-Tipp für den 14. November: Supergirl

November 13, 2019

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag, Rudolf Thome!

RBB, 00.00

Supergirl (Deutschland 1971)

Regie: Rudolf Thome

Drehbuch: Max Zihlmann, Rudolf Thome

Supergirl (Iris Berben), ein Mädchen von einem anderen Stern, verdreht Erdmännern den Kopf.

Sympathische Komödie von Rudolf Thome, der im München des Jahres 1970 einen verspielt-vertrackten Howard-Hawks-Film zu inszenieren versuchte, jedoch an zu vielen Klischees und den Produktionsbedingungen des Fernsehens scheiterte.“ (Lexikon des internationalen Films)

Vor „Supergirl“ inszenierte Thome „Detektive“ und „Rote Sonne“, zwei Sixties Kultfilme des deutschen Films, später „Berlin Chamissoplatz“, „System ohne Schatten“ und „Die Sonnengöttin“. Der am 14. November 1939 in Wallau (Hessen) geborene Thome wird wegen seines Stils immer wieder mit Eric Rohmer verglichen.

Anschließend, um 01.40 Uhr, läuft Thomes „Ins Blaue“ (Deutschland 2012).

mit Iris Berben, Marquard Bohm, Karina Ehret-Brandner, Jess Hahn, Klaus Lemke, Eddie Constantine, Rainer Werner Fassbinder

Hinweise

Filmportal über „Supergirl“

Wikipedia über „Supergirl“ (deutsch, englisch)

Homepage von Rudolf Thome


TV-Tipp für den 8. Juli: Bildnis einer Trinkerin

Juli 8, 2014

ZDFkultur, 20.15
Bildnis einer Trinkerin (Deutschland 1979, Regie: Ulrike Ottinger)
Drehbuch: Ulrike Ottinger
Experimenteller Spielfilm von Ulrike Ottinger (auch Kamera), aus feministischer Perspektive, über eine wohlhabende Trinkerin, die sich in Westberlin zu Tode trinken will. Dort trifft sie auf eine arme Trinkerin und beide Frauen ziehen gemeinsam durch die Stadt.
„Grell werden in diesem Melodrama die Stationen zweier Trinkerinnen aneinandergereiht.“ (Fischer Film Almanach 1980)
Die Musik ist von Peer Raben.
Beginn eines Ulrike-Ottinger-Abends. Nach dem „Bildnis einer Trinkerin“ (Wiederholung um 00.55 Uhr) folgen um 22.00 Uhr „Ulrike Ottinger – Die Nomadin vom See“ (D 2012, Wiederholung um 02.40 Uhr) und um 23.05 Uhr „Die koreanische Hochzeitstruhe“ (D/Rok 2009, Wiederholung um 03.45 Uhr).
Mit Tabea Blumenschein, Lutze, Magdalena Montezuma, Orpha Termin, Monika von Cube, Paul Glauer, Nina Hagen, Kurt Raab, Volker Spengler, Eddie Constantine
Hinweise
Homepage von Ulrike Ottinger
Filmportal über „Bildnis einer Trinkerin“
Wikipedia über „Bildnis einer Trinkerin“ und Ulrike Ottinger


DVD-Kritik: „…die keine Gnade kennen“ erzählt eine wahre Geschichte

April 15, 2013

Als während der siebziger Jahre reihenweise Flugzeuge entführt wurden, war auch Hollywood nicht weit, um mehr oder weniger dokumentarische Filme über die Entführungen zu machen. Auch „…die keine Gnade kennen“ basiert auf einer wahren Entführung: Am 27. Juni 1976 entführte die Volksfront zur Befreiung Palästinas, angeführt von Wilfried Böse, eine „Air France“-Maschine mit überwiegend israelischen Passagieren nach Uganda. Dort wurden die Passagiere, während der Diktator Idi Amin sich im Rampenlicht der Scheinwerfer sonnte, sukzessive freigelassen bis nur noch die jüdischen Passagiere, die vorher von den Entführern von den anderen Passagieren getrennt wurden, übrig blieben. In der Nacht vom 3. zum 4. Juli 1976 wurden sie von einem israelischen Kommando befreit.

Kurz danach entstanden gleich drei Filme, die sich mit der Befreiungsaktion befassten: der Schnellschuss „Unternehmen Entebbe“ (Victory at Entebbe, USA 1976, Regie: Marvin J. Chomsky, mit Anthony Hopkins, Burt Lancaster, Elizabeth Taylor, Richard Dreyfuss und Kirk Douglas), der mit Unterstützung der israelischen Regierung und des Militärs gedrehten „ Operation Thunderbolt“ (Mivtsa Yonatan, Israel 1977, Regie: Menahan Golan, mit Klaus Kinski und Sybill Danning; Golan drehte 1986 mit dem Chuck-Norris-Action-Vehikel „The Delta Force“ ein Quasi-Remake) und „Raid on Entebbe“, einem am 9. Januar 1977 erstmals gezeigten TV-Film, der in einer auf 124 Minuten gekürzten Fassung am 29. April 1977 bei uns als „…die keine Gnade kennen“ im Kino anlief, in den USA den Golden Globe als bester TV-Film des Jahres und zwei Emmys erhielt und für acht weitere Emmys nominiert war und mit einer ziemlich beeindruckenden Besetzung aus damaligen Stars, Altstars und, nun, aus heutiger Sicht, künftigen Stars aufwarten kann. Peter Finch (in seiner letzten Filmrolle), Martin Balsam, Yaphet Kotto (grandios als Idi Amin), Charles Bronson, Horst Buchholz, John Saxon, Jack Warden, Sylvia Sidney, Robert Loggia. Eddie Constantine und James Woods.

Der Film selbst folgt den historischen Ereignissen, wobei in der ersten Hälfte die Passagiere und ihr Leid, in der zweiten Hälfte die Befreiung im Mittelpunkt stehen und immer wieder Yitzhak Rabin (Peter Finch), sein Gewissenskonflikt und die Diskussionen am Kabinettstisch gezeigt werden; – wobei diese Diskussionen eher Schreiereien sind, die sich in einem länglichen pro und contra des Verhandelns mit Terroristen und ob eine solche Militäraktion am Sabbat durchgeführt werden dürfe, ergehen.

Das ist dann aus heutiger Sicht als historisches Dokument interessant, recht flott erzählt und verschenkt die hochkarätige Besetzung ziemlich. Denn wir erfahren nichts über die Terroristen, wenig über die Passagiere und kaum etwas über die politischen Hintergründe der Täter und den Verhandlungen Israels mit Uganda. Im Gegensatz zur GSG-9-Befreiungsaktion der Lufthansa-Maschine „Landshut“ 1977 in Mogadischu, bei der die somalische Regierung der Befreiungsaktion zustimmte, war die Befreiungsaktion in Entebbe eine militärische Aktion, die sich nicht um das Völkerrecht scherte (wobei gesagt werden muss, dass Diktator Idi Amin die Terroristen unterstützte) und die israelischen Soldaten auch, je nach Quelle, zwischen 25 und 45 ugandische Soldaten erschossen.

Diese Frage wird ignoriert zugunsten einer direkt von den Schlagzeilen und Interviews mit Beteiligten übernommenen Geschichte, die sich auf die menschlichen Probleme konzentriert.  

…die keine Gnade kennen“, kompetent inszeniert von Irvin Kershner (Die Augen der Laura Mars, Das Imperium schlägt zurück, Sag niemals nie), ist ein gutes Dokudrama, das sich auf die Entführung und die Befreiung konzentriert und alle weiteren Hintergründe, die damals bekannt waren, ausblendet. Aber gerade diese Unmittelbarkeit macht auch, aus heutiger Sicht, den Reiz des Films, der in Deutschland jetzt erstmals in der ungekürzten Fassung veröffentlicht wurde, aus.

Die keine Gnade kennen - DVD-Cover

…die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe, USA 1977)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Barry Beckerman

mit Peter Finch, Martin Balsam, Yaphet Kotto, Charles Bronson, Horst Buchholz, John Saxon, Jack Warden, Sylvia Sidney, Robert Loggia. Eddie Constantine, James Woods

DVD

Ascot-Elite

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch (DTS 2.0 Mono/Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 139 Minuten (Langfassung, teilweise im Originalton mit deutschen Untertiteln)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „…die keine Gnade kennen“

AllMovie über „…die keine Gnade kennen“


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