TV-Tipp für den 5. Mai: Sin City

Mai 5, 2017

RTL II, 23.00

Sin City (USA 2005, Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Die Fortsetzung „Sin City: A Dame to kill for“, neun Jahre später, war dann eine ziemlich reizlose Angelegenheit. RTL II zeigt sie, als TV-Premiere, am kommenden Freitag, den 12. Mai, um 23.30 Uhr.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Montag, 8. Mai, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Sin City“

Metacritic über „Sin City“

Rotten Tomatoes über „Sin City“

Wikipedia über „Sin City“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht die Kino- mit der Recut-Version

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons‘ „Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)“ (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams‘ „All-Star Batman“ (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers „Holy Terror“ (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Machete Kills“ (Machete Kills, USA 2013)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

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TV-Tipp für den 26. Mai: Hooligans

Mai 26, 2016

Kabel 1, 22.00

Hooligans (USA 2005, Regie: Lexi Alexander)

Drehbuch: Lexi Alexander, Dougie Brimson, Josh Shelov

Ein Ex-Harvard-Student lernt in London den Anführer der Hooligan-Gang „Green Street Elite“ kennen und er ist fasziniert von deren gewalttätigem Lebensstil.

Handwerklich routiniert erzählt, werden die Schlachten als rasante Actionsequenzen inszeniert, wobei der Film mehr und mehr einem tumben Kameradschafts-Pathos verfällt und die sinnfreien Gewalteskalationen nachgerade zu Heldentaten stilisiert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Dabei kommt das Kameradschafts-Pathos aus der Filmgeschichte und der Weltsicht der Protagonisten, die Lexi Alexander nicht verurteilt, sondern, durchaus mit einer gewissen Faszination, nur zeigt.

Bemerkenswert an dem Film ist, neben der Besetzung, dass Lexi Alexander eine der wenigen Frauen ist, die harte Actionfilme inszeniert. Davor drehte sie den Oscar-nominierten Kurzfilm „Johnny Flynton“ über einen Boxer. Danach drehte sie „Punisher: War Zone“. Zuletzt arbeitete sie für das US-Serien-TV.

Oh, und sie ist eine Deutsche. Als Neunzehnjährige zog sie nach Hollywood.

mit Elijah Wood, Charlie Hunnam, Claire Forlani, Marc Warren, Henry Goodman, Leo Gregory, Geoff Bell, Rafe Spall

Wiederholung: Freitag, 27. Mai, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Hooligans“

Metacritic über „Hooligans“

Rotten Tomatoes über „Hooligans“

Wikipedia über „Hooligans“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lexi Alexander


TV-Tipp für den 9. Mai: Sin City

Mai 9, 2016

Kabel 1, 23.05

Sin City (USA 2005, Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Die Fortsetzung „Sin City: A Dame to kill for“, neun Jahre später, war dann eine ziemlich reizlose Angelegenheit.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Hinweise

Film-Zeit über „Sin City“

Metacritic über „Sin City“

Rotten Tomatoes über „Sin City“

Wikipedia über „Sin City“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht die Kino- mit der Recut-Version

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons‘ „Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)“ (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams‘ „All-Star Batman“ (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers „Holy Terror“ (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Machete Kills“ (Machete Kills, USA 2013)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)


DVD-Kritik: „The Trust – Big Trouble in Sin City“ für zwei Cops auf Abwegen

Mai 4, 2016

Jim Stone (Nicolas Cage) und David Waters (Elijah Wood) sind Polizisten in der Beweismittelabteilung der Polizei von Las Vegas und damit stehen sie in der polizeilichen Hierarchie ziemlich weit unten. Als Stone eine Quittung entdeckt, nach der die erstaunlich hohe Kaution von 200.000 Dollar für einen kleinen Gangster bar bezahlt wurde, wird er neugierig.

Nach einigen Erkundungen über den Gangster und sein Umfeld wittert er die Chance auf den Jackpot. Denn in einem Lebensmittelladen entdeckt er einen großen Safe, der dort nicht stehen sollte und der aufgrund des Kundenverkehrs in dem Laden gut mit Drogengeld gefüllt sein sollte.

Gemeinsam mit seinem Kumpel Waters will er den Safe in schönster „Rififi“-Manier öffnen. Weil Stone und Waters keine Einbrecher und keine Safeknacker sind, gestaltet sich schon die Vorbereitung schwierig. Als sie dann den Safe aus einer darüber liegenden Wohnung aufbrechen wollen, stoßen sie auf ein Pärchen. Ihn erschießt Stone. Sie (Sky Ferreira) wird im Badezimmer angekettet.

Dank der Besetzung – Nicolas Cage, Elijah Wood und Jerry Lewis (eigentlich nur ein langer Cameoauftritt, den er für seinen Freund Cage absolvierte) – und dank einiger einfallsreicher Sequenzen und eines durchgehend mild ironischen Tonfalls ist „The Trust“ ein netter kleiner, durchaus kurzweiliger, nie besonders aufregender Gangsterfilm geworden, der zwei ungewöhnliche Safeknacker bei ihrem ersten und letztem großen Verbrechen zeigt. Echte Überraschungen und auch Konflikte, die über das Trio im Apartment hinausgehen, fehlen. Die Story konzentriert sich auf die beiden Polizisten, die Vorbereitungen und den Einbruch.

Immer wieder irritierend in diesem Gangsterfilm ist allerdings Nicolas Cage, der Jim Stone als latent unzurechnungsfähige Nervensäge spielt. Da hätten die beiden Regisseure Ben und Alex Brewer den Star, der so dem Film einen bizarren Stempel aufdrückt, bremsen müssen.

The Trust - Cover

The Trust – Big Trouble in Sin City (The Trust, USA 2016)

Regie: Ben Brewer, Alex Brewer

Drehbuch: Ben Brewer, Adam Hirsch

mit Nicolas Cage, Elijah Wood, Sky Ferreira, Jerry Lewis

DVD

Ascot Elite

Bild: 1,85:1 (16:9 Anamorph)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Interviews mit Nicolas Cage, Elijah Wood und Sky Ferreira, Trailer, Wendecover

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Trust“

Metacritic über „The Trust“

Rotten Tomatoes über „The Trust“

Wikipedia über „The Trust“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Vin Diesel ist „The Last Witch Hunter“

Oktober 22, 2015

Beginnen wir mit dem Positiven bei dem Fantasy-Film „The Last Witch Hunter“: Die Kamera ist angenehm ruhig, es wird auch eher selten geschnitten und, nachdem einige Blockbuster ja aussahen, als habe man einfach Szenen aus verschiedenen, vollkommen inkompatiblen Drehbüchern zusammengepappt, bis die Länge stimmte, ist die Geschichte hier nachvollziehbar. Es gibt den guten Hexenjäger, der eine sehr böse Hexe und ihre ebenso bösen Helfer jagt. Das sind Gut und Böse klar getrennt und wir wissen, dass alles in einem Schlusskampf endet. Eigentlich wissen wir auch, wer gewinnt. Aber das hält uns ja auch nicht davon ab, jeden James-Bond-Film und Western zu sehen.
Dummerweise ist das das Beste, was über die Geschichte gesagt werden kann. Denn anstatt jetzt den Konflikt zwischen Gut und Böse, was ja immer ein Konflikt über verschiedene Wertvorstellungen ist, klar zu konturieren, haben wir ein einziges Chaos, das im Film nur fotogen bebildert wird. Es gibt den edlen Hexenjäger Kaulder, der von Vin Diesel stoisch verkörpert wird. Kaulder ist, nach einem Kampf mit einer Hexe, seit Jahrhunderten unsterblich. Die Hexe war danach, so glauben alle, tot. Er lebt im heutigen New York in einem mondänem Apartment, fährt einen Sportflitzer und verführt reihenweise Stewardessen. Er ist eine Mischung aus James Bond und ‚Highlander‘ Connor MacLeod, der trotz seines unkatholischen Lebensstils von einem Priester des Ordens von Axt und Kreuz betreut und beaufsichtigt wird. Derzeit ist es Dolan, der 36. (Michael Caine). Nummer 37 (Elijah Wood) wird schon in sein Amt eingeführt.
Auf der Seite der Bösen gibt es die Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) und ihre mehr oder weniger bösen Handlanger. Besonders tödlich ist Belial (Ólafur Darri Ólafsson). Nur was sie genau verkörpern, was sie wollen (ja, schon klar, die Macht. Aber wozu?) und was sie den heutigen Menschen anbieten, bleibt im Dunkel. Vor allem die Hexenkönigin ist eine mit verstellter Stimme in Zungen sprechender, aus dem Computer stammender, brennender Körper.
Im Presseheft wird die bestenfalls krude Mythologie des Films genauer erklärt. Danach waren die Hexen schon vor der Menschheit auf der Erde und sie sehen sich als die Beschützer der Natur. Sie wollen die Natur gegen die Menschen, die sie ausbeutet und zerstört, bewahren; was, wenn wir es sauber durchklinieren in diesem Fall bedeutet, dass die Guten die Umweltzerstörer sind und das die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen okay ist. Hm, gut, dass diese Mythologie im Film nicht weiter thematisiert wird.
Das nächste Problem des Films sind die Effekte. In älteren Filmen wurden die Hexen und Monster in Handarbeit hergestellt; es wurde mit Masken und Make-Up gearbeitet. Heute agieren die Schauspieler in einer Halle vor einem Green Screen und den Rest erledigt der Kollege Computer. Da wird jeder Kampf zu einer in dunklen Räumen stattfindenden, letztendlich langweiligen CGI-Schlacht in der ein in diesem Fall unsterblicher Mensch gegen einen Haufen anonymer Pixel kämpft.
Letztendlich gibt es keinen Grund sich den seelenlosen und in jeder Beziehung humorfreien „The Last Witch Hunter“ im Kino anzusehen.

The Last Witch Hunter - Plakat

The Last Witch Hunter (The Last Witch Hunter, USA 2015)
Regie: Breck Eisner
Drehbuch: Cory Goodman, Matt Sazama, Burk Sharpless
mit Vin Diesel, Elijah Wood, Rose Leslie, Ólafur Darri Ólafsson, Julie Engelbrecht, Michael Caine, Joe Gilgun, Isaach de Bankolé
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Last Witch Hunter“
Moviepilot über „The Last Witch Hunter“
Metacritic über „The Last Witch Hunter“
Rotten Tomatoes über „The Last Witch Hunter“
Wikipedia über „The Last Witch Hunter“


DVD-Kritik: Elijah Wood spielt das „Grand Piano – Symphonie der Angst“

Juni 16, 2014

Obwohl „Grand Piano“ nicht besonders lang ist – ohne Abspann ist die Geschichte nach knapp 75 Minuten vorbei – ist der Thriller keine Minute zu lang, weil er trotz aller Spannung seine idiotische Prämisse nicht verleugnen kann.
Ein Unbekannter erpresst den Starpianisten Tom Selznick (Elijah Wood mit unangenehm starrem Blick), der nach einer fünfjährigen Konzertpause mit einem großen Orchester und einem ganz besonderem Piano vor großer Kulisse auftritt. Wenn Selznick während des Konzertes einen Spielfehler macht, eine falsche Taste anschlägt, wird er ihn erschießen. Und als Beweis für seine Ernsthaftigkeit schießt er gleich einmal, während des Konzertes, neben das Piano auf den Bühnenboden.
Selznick spielt also wirklich um sein Leben. Vor allem nachdem er das unspielbare Stück, an dem er schon einmal vor fünf Jahren scheiterte (damals ohne schießwütige Motivationshilfe), spielen soll. Gleichzeitig versucht er herauszufinden, wer der Unbekannte ist.
Das hat, wenn Selznick gleichzeitig spielt, mit dem Erpresser telefoniert und Textnachrichten verschickt, eine beträchtliche Spannung. Vor allem, solange das Motiv des Bösewichts unklar ist.
Allerdings ist die ganze Geschichte nicht besonders glaubwürdig. Ein Erpresser, der seinem Opfer Angst einjagt, um ihn zum fehlerfreien Spielen anzuleiten, hat eigentlich genau die Methode erwischt, die sein Ziel besonders gut sabotiert. Dass dann Selznick ein so guter Pianist ist, dass er während des Konzerts gleichzeitig spielt und telefoniert, auch mal schnell von der Bühne verschwindet, gehört in das Land der Fantasie, in dem sich niemand über so ein seltsames Verhalten wundert und Multitasking ein leistungssteigerndes Elixier ist.
Sowieso taugt das Motiv des Bösewichts allenfalls als schlechter MacGuffin. Seine Ziele hätte er auf vielen anderen Wegen einfacher und sicher auch erfolgreicher erreichen können.
„Grand Piano“ ist eine Übung in Suspense, bar jeglicher psychologischen Glaubwürdigkeit und Erklärungen. Ein kaltes, mechanisches Stück, das mit seiner technischen Bravour und seinem optischen Einfallsreichtum beeindruckt und auch eine Liebeserklärung an Alfred Hitchcock, den Master of Suspense ist.

Grand Piano - DVD-Cover neu

Grand Piano – Symphonie der Angst (Grand Piano, Spanien 2013)
Regie: Eugenio Mira
Drehbuch: Damien Chazelle
mit Elijah Wood, John Cusack, Kerry Bishé, Tamsin Egerton, Don McManus, Dee Wallace

DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Moviepilot über „Grand Piano“
Metacritic über „Grand Piano“
Rotten Tomatoes über „Grand Piano“
Wikipedia über „Grand Piano“ 


DVD-Kritik: „Maniac“, alt und neu, aber immer gekürzt. Auch für Erwachsene

Juli 10, 2013

 

Als William Lustigs erster Spielfilm unter seinem Namen (davor drehte er zwei Pornos) 1980 in die Kinos kam, waren die Kritiken für „Maniac“, wie man in der „Gallery of Outrage“ im Bonusmaterial der jetzt veröffentlichten DVD nachlesen kann, ziemlich negativ. Denn auf den irgendwie gearteten guten Geschmack nahm er keine Rücksicht. Es war ein billig gedrehter Exploitation-Film reinsten Wasser. Ein Film, der New York als Vorhölle zeigte, die die paranoiden Visionen von „Ein Mann sieht rot“ und „Taxi Driver“ als lauschige Nachmittagsunterhaltung erscheinen ließ. Lustig erzählte seinen Film aus der Sicht eines wahnsinnigen Täters, der grundlos Frauen bestialisch ermordet, und so verfügt „Maniac“ über keinen moralischen Kompass, der das Tun seines Protagonisten irgendwie rechtfertigen oder in eine moralisch einwandfreie Perspektive rücken könnte. Hauptdarsteller Joe Spinell in der Rolle seines Lebens, erfand diesen Killer und spielte ihn beeindruckend als von inneren Stimmen, sexuellen Trieben und Hass getriebenen Frauenmörder, der in seiner abgeranzten Wohnung von Schaufensterpuppen umgeben ist, denen er die Haare der von ihm skalpierten Frauen auf den Kopf heftet. Spinell gelingt es, dass wir mit dem von ihm gespielten Frank Zito mitfühlen. Ihn nicht nur als Bestie, sondern auch als getriebenen Menschen sehen.

Die Filmgeschichte erschöpft sich dann weitgehend in einer Aneinanderreihung von Suspense-Momenten, in denen Zito Frauen beobachtet, verfolgt und tötet. Das ist natürlich spannend, aber auch immer auf den schnellen Dollar im nächsten Autokino (vulgo Bahnhofskino) angelegt und kommerziell war der sehr billig, teils ohne Drehgenehmigung in New York gedrehte Film ein Erfolg.

Später wurde „Maniac“ ein kleiner Kultfilm für die Horrorfilmgemeinde, der – natürlich – in Deutschland beschlagnahmt wurde. 1983 vom Landgericht München, wegen eines Verstoßes gegen § 131 StGB (Gewaltdarstellung). Damit war Lustigs Film, wie auch einige andere, inzwischen teilweise zu Klassikern gewordenen Horrorfilme, faktisch vom deutschen Markt verschwunden.

Es wurde später eine FSK-16-Version erstellt, die den 88-minütigen Film um sechs Minuten kürzte. Letztendlich wurden die Morde bis zur Unkenntlichkeit gekürzt, aber die nihilistische Atmosphäre der nackten Angst bleibt erhalten.

Maniac“ ist kein guter Film, aber als Einblick in das Leben eines Wahnsinnigen und als Vorbild für künftige Slasher-Filme, die immer brutaler wurden, ist er ein wichtiger Film. Außerdem sorgt er heute immer noch für Unwohlsein. Nicht wegen der Morde, die aus heutiger Sicht ziemlich zahm inszeniert sind, sondern wegen seiner schwarzen Vision der Gesellschaft.

2012 produzierte Horrorfilmregisseur Alexandre Aja („Mirrors“, „The Hills have Eyes“ [Remake]) ein Remake, das bei uns ungekürzt als „Alexandre Ajas Maniac“ in die Kinos kam. Für die DVD-Auswertung wurde der Film für die FSK-ab-18-Jahre-Version um über zwei Minuten gekürzt.

Regisseur Franck Khalfoun verlegte die Geschichte von der Ost- an die die Westküste, ließ Frank andere Morde begehen, behielt aber Lustig und Spinells Vision bei und mit Elijah Wood (Frodo in „Der Herr der Ringe“, Kevin in „Sin City“) konnte er sogar einen bekannten Hauptdarsteller engagieren, den man allerdings die meiste Zeit nicht sieht, weil Khalfoun den Film, bis auf zwei, drei kurze Szenen, aus Franks Perspektive inszenierte. Diese subjektive Sicht, die das filmische Äquivalent zur Ich-Perspektive in einem Roman sein soll, wird alle Jubeljahre für einen ganzen Film ausprobiert und jedes mal wird deutlich, dass sie im Film dann nicht funktioniert. Denn wir sehen zwar, was der Protagonist sieht, aber wir sehen nicht seine Reaktionen darauf. Wir wissen nicht, wie er sich fühlt und deshalb langweilt auch in „Alexandre Ajas Maniac“ dieses Stilmittel ziemlich schnell. Da helfen auch nicht die stimmungsvollen Nachtaufnahmen und die unappetitlichen Mordszenen. Denn unser Ekel muss ja nicht unbedingt Franks Ekel sein.

Lustigs „Maniac“ ist in diesen Momenten einfach einige Klassen besser und hat, mit vielen Bildern von New York in den ausgehenden Siebzigern, den Klassikerbonus. Aber wirklich ansehen muss man sich keinen der beiden Filme. Denn „Maniac“ ist ein waschechter Exploitation-Film mit den damit verbundenen Problemen (geringes Budget, schlechte Schauspieler, schlechte Dialoge). „Alexandre Ajas Maniac“ ist vor allem langweilig.

Zu den „FSK ab 18“-DVDs

Das Beste, was über die jetzt erschienenen DVD-Ausgaben von William Lustigs „Maniac“ und Franck Khalfouns Remake gesagt werden kann, ist, dass sie einen ersten Eindruck von dem Film vermitteln. Denn auch in der „ab 18 Jahre“-Version mussten sie für den bundesdeutschen Markt (Österreich und Schweiz sind etwas anderes) geschnitten werden. Bei William Lustigs Film wurde, nach einem Blick in den Schnittbericht, wohl fast die „ab 16 Jahre“-Fassung genommen. Aber vielleicht sieht man ja bei der ein oder anderen Mordszene etwas mehr. Insofern sind sie für filmhistorisch Interessierte und Horrorfilmfans belanglos.

Maniac - DVD-Cover

Maniac (Maniac, USA 1980)

Regie: William Lustig

Drehbuch: C. A. Rosenberg, Joe Spinell

mit Joe Spinell, Caroline Munro, Gail Lawrence, Kelly Piper, Sharon Mitchell, Tom Savini (der sich hier den Kopf wegschießt; – jedenfalls in der ungekürzten Version)

DVD

Ascot-Elite

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0, 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Grindhouse Q & A, TV Spots, Gallery of Outrage, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 79 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Alexandre Ajas Maniac - DVD-Cover

Alexandre Ajas Maniac (Maniac, Frankreich/USA 2012)

Regie: Franck Khalfoun

Drehbuch: Alexandre Aja, Grégory Levasseur

mit Elijah Wood, Nora Arnezeder, Liane Balaban, America Olivio

DVD

Ascot-Elite

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Interviews, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Film-Zeit über „Alexandre Ajas Maniac“

AllMovie über „Maniac“ und „Alexandre Ajas Maniac“

Metacritic über „Alexandre Ajas Maniac“

Rotten Tomatoes über „Maniac“ und „Alexandre Ajas Maniac“

Wikipedia über „Maniac“ (deutsch, englisch) und „Alexandre Ajas Maniac“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte über „Maniac“ (Kinofassung/ungekürzte Fassung – FSK-16-Fassung) und „Alexandre Ajas Maniac“ (Vergleich Kinofassung – FSK-18-Fassung)

 

 


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