„Imperium in Trümmern“ in „Journey to ‚Star Wars: Das Erwachen der Macht’“

Dezember 14, 2015

Rucka - Star Wars - Imperium in Trümmern

Am Donnerstag startet der „am meisten erwartete Film des Jahres“, des Jahrzehnts, des Jahrhunderts oder vielleicht sogar des Jahrtausends. Jedenfalls haben die Fans schon lange feuchte Höschen. Immerhin sind die Stars der ersten Trilogie, der einzig wahren Trilogie, also „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ dabei. Die ersten Bilder sahen gut aus und auch der Trailer versprach „Keine Panik. Es wird wieder wie früher.“. Oder wie Han Solo im Trailer sagt: „Chewie, wir sind zu Hause!“ Die Vorverkaufszahlen sind astronomisch. Hier in Berlin dürfte bis Mitte Januar nur schwer ein Platz in einer Vorführung zu bekommen sein. Das Merchandising läuft auf vorweihnachtlichen Hochtouren. In den Buchgeschäften stapeln sich die „Star Wars“-Bücher. Die Filmromane wurden mit einem neuen Cover wieder aufgelegt, es gibt mehr oder weniger gehaltvolle Sachbücher, Zeitschriften, die sich nur „Star Wars“ widmen und viele, viele, sehr viele neue Geschichten. Als Roman, auch mal als Jugendroman (Blanvalet und Panini liefern), und als Comic (Panini liefert).
Zum Beispiel schrieb Greg Rucka (u. a. „Gotham Central“, „Whiteout“) den Comic „Star Wars: Imperium in Trümmern“, das unmittelbar an den Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ anknüpft und uns, während der Zerstörung des Todessterns und des Imperiums, die furchtlose Kampfilotin Lieutenant Shara Bey vorstellt. Sie ist dann auch bei den nächsten Abenteuern von Han Solo, Prinzessin Leia Organa und Luke Skywalker dabei.
Denn die Bösen haben den Befehl zur Zerstörung der gesamten Galaxis gegeben. An den Rändern der Galaxis kommt dieser zuerst zum Tragen.
Han Solo greift mit einigen Soldaten und Ewoks einen Schlupfwinkel der Bösewichter auf der anderen Seite des Mondes an. Shara Bey ist als Freiwillige dabei.
Leia Organa soll sie auf diplomatischer Mission nach Naboo begleiten. Als ein Schiff der imperialen Streitkräfte einen den Planeten zerstörenden Sturm auslöst, wird aus der diplomatischen Mission ein Kampfeinsatz.
Und Luke Skywalker nimmt sie auf eine gefährliche Mission mit. Er will aus einer imperialen Basis etwas sehr Mächtiges stehlen.
„Imperium in Trümmern“ ist mehr ein kleiner Nachschlag zu „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ als ein Prolog für den neuen „Star Wars“-Film „Das Erwachen der Macht“, der ungefähr dreißig Jahre nach dem vorherigen „Star Wars“-Film spielt und, auch wenn man noch nichts genaues über die Geschichte weiß, vermute ich ohne den Film zu kennen, dass Han Solo, seine geliebte Prinzessin Leia Organa und ihr Bruder Luke Skywalker nur eine Nebenrolle spielen, während die Jungspunde die Hauptarbeit leisten müssen. Rey könnte die Tochter von Shara Bey sein und als Luke Skywalkers Tochter die Jedi-Tradition hochhalten, indem sie gegen die Bösewichter kämpfen muss (und, ja, der Bösewicht Kylo Ren ist ein anderer Spross aus der Familie Organa/Skywalker und die beiden sind Geschwister) in einer Geschichte, die sich letztendlich nicht so wahnsinnig von den beiden vorherigen „Star Wars“-Trilogien unterscheidet. Bis halt darauf, dass jetzt Geschwister gegeneinander kämpfen müssen.
Kehren wir noch einmal kurz zu Greg Rucka, der ja auch ein Romanautor ist, zurück. Einige seiner Romane wurden auch ins Deutsche übersetzt und sind nur noch antiquarisch erhältlich. Jedenfalls schrieb er jetzt auch einige „Star Wars“-Romane.
Die Tage erscheint sein Han-Solo-Roman „Im Auftrag der Rebellion“, der vor „Das Imperium schlägt zurück“ spielt. Das könnte, auch wenn er für ein jugendliches Publikum geschrieben ist (Leseempfehlung: 10 – 14 Jahre) ein spannendes Weltraumabenteuer werden.
Für den 27. Januar ist Greg Ruckas zweiter „Star Wars“-Roman „Vor dem Erwachen“ angekündigt und der Jugendroman für sehr junge Jugendliche erzählt die offizielle Vorgeschichte zum Film „Das Erwachen der Macht“, indem er uns mit „spannenden Episoden Einblicke in das Leben der neuen Hauptfiguren Finn, Rey und Poe gewährt…in den Tagen, Wochen und Monaten VOR dem Erwachen der Macht“ (Ankündigungstext).

Greg Rucka (Autor)/Marco Checchetto/Angel Unzueta/Emilio Laiso (Zeichner): Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
(übersetzt von Michael Nagula)
Panini, 2015
100 Seiten
12,99 Euro
(angekündigt für den 16. 12., aber ich habe es schon gelesen, werde morgen, so die Macht will, den Film sehen und muss dann gucken, wie ich den Film mit möglichst wenigen Spoilern bespreche)

Originalausgabe
Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4
Disney/Lucasfilm 2015

Hinweise

Homepage von Greg Rucka

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout“ (Whiteout, 1998/1999)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout: Melt“ (Whiteout: Melt, 1999/2000)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Die Welt ohne Superman” (The Sleepers, 2009)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Batman: Hinter der Maske” (Cutter, März – Mai 2010/Beneath the Mask,  Juni – Juli 2010/Good King Wencesias, Februar 2009)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Greg Ruckas „Gotham Central: In Erfüllung der Pflicht (Band 1)“ (Gotham Central # 1 – 5, 2003)

Greg Rucka in der Kriminalakte

und nun zum Krieg der Sterne

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Kanal zum Film

Film-Zeit über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Moviepilot über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Metacritic über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Wikipedia über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (deutsch, englisch)

Fantastic Fiction: die „Star Wars“-Bücher

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„Heiraten. F#cken. Töten“ – das sollte Klicks geben

Juni 15, 2015

Seeley - Revival 2Seeley - Revival 3

Mit „Hack/Slash“ über eine Frau, die Slasher jagt, wurde Tim Seeley bekannt.
Mit „Revival“ über eine Stadt, in der Erweckte (vulgo Zombies vulgo Untote) zum normalen Teil der Dorfbevölkerung gehören, hat er jetzt eine zweite Comicserie am Start, die nach einem vielversprechendem Anfang verheißungsvoll weitergeht.
In den Sammelbänden „Lebe dein Leben“ und „Ein ferner Ort“ rückt das alltägliche Leben und der unbefangene Umgang mit den Toten in den Vordergrund. Immerhin unterscheiden sie sich kaum von den lebendigen Bewohnern in Wasau, Wisconsin, und sie haben auch keine erkennbar negativen Eigenschaften. Jedenfalls bis jetzt nicht. Trotzdem steht die Stadt unter Quarantäne und, weil keiner weiß, warum nur an diesem Ort Tote wieder auferstehen, sind auch die Medien mit Live-Schaltungen vor Ort. Die Kleinstadt wird zu einem Magneten für Spinner jeglicher Couleur. Gerne auch religiös gefärbte Fanatiker.
Im Mittelpunkt steht immer noch Dana Cypress, eine alleinerziehende, junge Polizistin. Ihr Vater, der Polizeichef, übertrug ihr die Leitung der „Schlichtungseinheit für erweckte Bürger“. Er glaubt, das sei im Moment der langweiligste und daher sicherste Posten. Was natürlich nicht stimmt. Schon bei ihrem ersten Einsatz starb ihre Schwester, die sie zufällig begleitete. Jetzt ist Martha eine Erweckte,
Und dann tauchen noch Weiße Gestalten, Geister mit einer ziemlich tödlichen Agenda, auf.
Mit dem Fokus auf dem alltäglichen Leben zwischen Menschen und Erweckten und ihren Konflikten untereinander gehorcht „Revival“ schon jetzt der auf kein bestimmtes Ende angelegten Endlosdramaturgie mit einer zunehmenden Zahl von miteinander verbundenen Plots. Daher sollte man die Serie von Anfang an zu Lesen. Dann kann sie so etwas wie die „Lindenstraße“ werden.

Seeley - Hack-Slash 11Seeley - Hack-Slash 12
Diese Gefahr besteht bei „Hack/Slash“ nicht. Denn das ist die Ab-18-Jahre-Bad-Taste-Ecke der Videothek, die als würdiger Nachfolger der Mitternachtsvorstellungen und Bahnhofkinos fungiert. Denn wo sonst findet man eine knapp bekleidete Heldin, die als Slasherjägerin anfing und inzwischen auch andere, ähem, Wesen tötet?
Ein strikt chronologisches Lesen ist bei „Hack/Slash“ auch nicht unbedingt nötig. Denn Tim Seeley wechselt zwischen Einzelgeschichten und Episoden, die Teil einer größeren Mythologie sind. Wobei die Einzelgeschichten, die sich lustvoll durch die Tiefen und Untiefen des Horrorfilmgenres pflügen, besser sind. Außerdem gibt es immer wieder Crossover-Geschichten mit anderen Comicserien und Seeley lässt andere Autoren „Hack/Slash“-Geschichten schreiben. Kurz gesagt: während „Revival“ seine Vision ist, ist „Hack/Slash“ ein offener Kosmos.
In „Tote Promis“, dem elften Hack/Slash-Sammelband sind, drei Geschichten enthalten. In „Die Rückkehr von Fantomah“ bittet die geheimnisvolle Frau des Dschungels, die gottgleiche Kräfte hat und Gedanken beeinflussen kann, Cassie und ihren Freund Vlad um Hilfe. Sie sollen ihr bei dem Kampf um ihre Lebenswelt, den Dschungel, helfen.
In „Fame Monster“ (Das Ruhmmonster), die längste und zentrale Geschichte des Sammelbandes, werden Popstars auf bestialische Weise ermordet. Cassie befürchtet, dass ein ihr von früher bekannter Slasher zurückgekehrt ist.
Wohl oder über muss sie mit Vlad nach Manhattan gehen und das dortige „Promis für Promis“-Benefizkonzert besuchen, damit es nicht in einem Massaker endet.
Und „Hatchet/Slash“, geschrieben von Benito Cereno, erzählt von einer Gruppe New-Orleans-Besucher, die in die Sümpfe gefahren sind, um den Geist von Victor Crowley zu sehen. Das ist natürlich eine Legende. Trotzdem verschwinden die Besucher und Cassie glaubt, dass mehr dahintersteckt.
In „Heiraten. F#cken. Töten.“, dem zwölften Hack/Slash-Sammelband, sind die Geschichten „Interdimensionaler Ausbruch aus dem Frauenknast“ und „Monsterjagd“ enthalten. Die beiden vorzügliche Einzelgeschichten spielen, – mal wieder –, gelungen mit den bekannten Filmklischees.
In „Interdimensionaler Ausbruch aus dem Frauenknast“ brechen drei der gefährlichsten Häftlinge aus einem Gefängnis (also genaugenommen dem Hochsicherheitstrakt für Frauen in der White-Ward-Strafanstalt in der Paralleldimension 555, auch bekannt als Purgatorium) aus und flüchten in eine andere Galaxis auf den schönen Planeten Erde. Dort wollen die Ausbrecherinnen (eine von ihnen nennt sich Bomb Queen [alles klar?]) eine Welt nach ihrem Geschmack errichten. Nur Cassie Hack kann vielleicht das Schlimmste verhindern.
In „Monsterjagd“ geht es in das noch nicht erschlossene Doyle Valley im Regenwald Nordwestguyanas. Dort drehten die Monster Bait Studios in den späten Fünfzigern vierzig schlechte B-Horrorfilmen, die möglicherweise die Fassade für etwas viel schlimmeres waren.
Und dann passiert, was immer in diesen Horrorfilmen passiert: der Gastgeber entpuppt sich als Fiesling, der seine Gäste töten will.
Oh, und alle Monster aus den Filmen waren keine schlechten Tricks, sondern sie existieren und sie haben Cassie und ihre Freunde zum Fressen gerne.
Gerade „Heiraten. F#cken. Töten.“ spielt die Stärken der Hack/Slash-Serie voll aus: respektloser Humor, eine große Liebe zu den schlechten Horror- und Monsterfilmen, die unsere Sonntagnachmittage verschönerten und eine taffe, äußerst knapp bekleidete Heldin.
Was jetzt nicht heißt, dass „Tote Promis“ schlecht ist. Es hat halt nur ein, zwei popkulturelle Anspielungen weniger.

Tim Seeley: Hack/Slash – Heiraten, f#cken, töten (Band 12)
(übersetzt von Frank Neubauer)
Cross Cult, 2015
160 Seiten
19,80 Euro

Originalausgabe
Hack/Slash: Marry F#ck Kill
Image, 2012

enthält
Tim Seeley (Text)/Daniel Leister (Zeichnungen): Interdimensionaler Ausbruch aus dem Frauenknast
Tim Seeley (Text)/Daniel Leister, Emilio Laiso (Zeichnungen): Monsterjagd

Tim Seeley: Hack/Slash – Tote Promis (Band 11)
(übersetzt von Frank Neubauer)
Cross Cult, 2014
160 Seiten
19,80 Euro

Originalausgabe
Hack/Slash: Dead Celebrities
Image, 2012

enthält
Tim Seeley (Text)/Kyle Strahm (Zeichnungen): Die Rückkehr von Fantomah
Tim Seeley (Text)/Daniel Leister (Zeichnungen): Fame Monster
Benito Cereno (Text)/Ariel Zucker-Brull (Zeichnungen): Hatchet/Slash

Tim Seeley (Text)/Mike Norton (Zeichnungen): Revival – Ein ferner Ort (Band 3)
(übersetzt von Frank Neubauer)
Cross Cult, 2015
128 Seiten
18 Euro

Originalausgabe
Revival, Volume 3: A faraway place
Image Comics, 2014

Tim Seeley (Text)/Mike Norton (Zeichnungen): Revival – Lebe dein Leben (Band 2)
(übersetzt von Frank Neubauer)
Cross Cult, 2014
128 Seiten
18 Euro

Originalausgabe
Revival, Volume 2: Live like you mean it
Image Comics, 2013

Hinweise

Homepage von Tim Seeley

Meine Besprechung von Tim Seeleys „Hack/Slash: (Re)Animatoren (Band 5)“ (Hack/Slash: Reanimation Games, 2009)

Meine Besprechung von Tim Seeleys „Hack/Slash: My First Maniac – Wie alles begann (Band 9)“ (Hack/Slash: Me without you, 2010)

Meine Besprechung von Tim Seeleys „Hack/Slash: Folterverliebt (Band 10)“ (Hack/Slash: Torture Porn, 2011)

Meine Besprechung von Tim Seeley/Mike Nortons „Revival: Unter Freunden (Band 1)“ (Revival, Volume 1: You’re among friends, 2012)


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