Neu im Kino/Filmkritik: Neid und Missgunst in königlichen Gemächer: „Maria Stuart, Königin von Schottland“ und „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ bei Königin Anne

Januar 24, 2019

Für die Fans des britischen Königshauses, die es gerne mit der rosaroten Brille haben, dürften beide Filme nichts sein. Einmal wird Maria Stuart durch die feministische Brille neu betrachtet, einmal gibt es Neid und Missgunst am Hofe von Königin Anne und die Männer stehen, hübsch geschminkt und kostümiert, am Spielfeldrand. Yorgos Lanthimos‘ „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ ist eine grandiose, tiefschwarze Komödie. Josie Bourkes „Maria Stuart, Königin von Schottland“ wirkt dagegen wie ein Lore-Roman.

Als Achtzehnjährige kehrt Maria Stuart (Saoirse Ronan) 1561 als Witwe aus Frankreich nach Schottland zurück. Sie präsentiert sich als freigeistige Herrscherin. Anstatt ihrem Volk die Religion vorzugeben, dürfen sie Protestanten bleiben, während sie Katholikin ist. Für sie ist Schottland nur eine Station auf dem Weg nach London. Denn sie ist, nach der Erbfolge, die rechtmäßige Herrscherin des englischen Königreichs. Ein Anspruch, der während des gesamten Films nie ernsthaft bestritten wird.

Trotzdem will Königin Elizabeth I (Margot Robbie) die Krone nicht abgeben.

Während in den kitschigen Adelsschmonzetten die Liebe im Mittelpunkt steht, geht es in „Maria Stuart, Königin von Schottland“ um die weltliche Macht. Heirat ist dabei nur ein Arrangement, um einen Thronnachfolger zu zeugen. Dafür braucht Maria Stuart einen Mann (den sie als Friedensangebot gegenüber Königin Elizabeth heiratet) und seinen Samen. Dass er homosexuell ist, ist ihr egal. Sowieso geht es an ihrem Hof in jeder Beziehung sehr leger zu.

Das sind in einem Kostümdrama schon einige neue Töne. Aber Theaterregisseurin Josie Rourke gelingt es in ihrem Filmdebüt nicht, daraus mehr als eine längliches Drama zu machen. Der Konflikt zwischen Maria Stuart und Königin Elizabeth stagniert, die Intrigen zwischen weltlicher und geistlicher Macht (bzw. Mächten) und die Heiratspolitik interessiert höchstens Historiker, die diesen Historienstreifen zum Anlass genommen haben, über die richtige Interpretation von Maria Stuart zu streiten. Die können sicher auch sofort erklären, ob der Hofstaat von Mary Stuart wirklich ethisch so divers wie im Film war.

The Favourite“ ist dagegen grandioses Schauspielerkino, das den Königshof als einziges Intrigantenstadl zeichnet und fröhlich die historische Korrektheit ignoriert. Im Gegensatz zu anderen Filmen, in denen ständig die historische Genauigkeit betont und dann von Fachleuten bestritten wird, werden die Macher von „The Favourite“ nicht müde zu betonen, dass sie sich viele Freiheiten erlaubten. Dem Film schadete es nicht. Es ist ein sehr zeitgenössisches Werk, in dem zwei Frauen um ihre Stelle bei der Königin kämpfen.

Königin Anne (Olivia Colman, grandios!!!) ist die Herrscherin des Königreichs, als es zum Königreich Großbritannien wird und zur Weltmacht aufsteigt. Sie ist kränklich, hat schwere Gicht und ist übergewichtig. Trotz 17 Geburten zeugt sie keinen Thronfolger. Sie war die letzte Regentin aus dem Hause Stuart.

Sie gilt als schwach und manipulierbar. Ihre Cousine und Vertraute Lady Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough (Rachel Weisz), übernimmt dagegen die Regierungsgeschäfte.

Ungefähr um 1700 taucht Abigail Masham (Emma Stone) am königlichen Hof auf. Also genaugenommen wird sie mit einem Tritt aus der Kutsche in den Matsch vor dem Palast gestoßen. Schon in dem Moment ist klar, dass Lanthimos Film kein Heile-Welt-Film wird. Mit Abigail ändert sich das Machtgefüge am Hof. Zunächst muss die arme Verwandte der Königin als Magd den Küchenboden schrubben. Doch schnell schleimt sie sich bei der Königin ein.

Lanthinos („The Lobster“, „The Killing of a sacred Deer“) inszeniert einen herrlich dekadenten Zickenkrieg, in dem immer wieder unklar ist, wer hier gerade wen manipuliert und drei Schauspielerinnen brillieren dürfen.

In den vergangenen Wochen wurde der Film zu recht mit Lob, Nominierungen und Preisen überschüttet. Der aktueller Höhepunkt sind die zehn Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Film“ (Ceci Dempsey, Ed Guiney, Yorgos Lanthimos, Lee Magiday), „Beste Regie“ (Yorgos Lanthimos), „Bestes Originaldrehbuch“ (Deborah Davis, Tony McNamara), „Beste Hauptdarstellerin“ (Olivia Colman), „Beste Nebendarstellerin“ (Emma Stone), „Beste Nebendarstellerin“ (
Rachel Weisz), „Beste Kamera“ (Robbie Ryan), „Bester Schnitt“ (Yorgos Mavropsaridis), „Bestes Szenenbild“ (Fiona Crombie, Alice Felton) und „Bestes Kostümdesign“ (Sandy Powell).

The Favourite“ ist ein früher Höhepunkt des diesjährigen Kinojahrs.

Maria Stuart, Königin von Schottland (Mary, Queen of Scots, Großbritannien 2018)

Regie: Josie Rourke

Drehbuch: Beau Willimon

LV: John Guy: Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart, 2004

mit Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pierce, Gemma Chan, Martin Compston, Ismael Cruz Cordova, Brendan Coyle, Ian Hart, Adrian Lester

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Maria Stuart, Königin von Schottland“

Metacritic über „Maria Stuart, Königin von Schottland“

Rotten Tomatoes über „Maria Stuart, Königin von Schottland“

Wikipedia über „Maria Stuart, Königin von Schottland“ (deutsch, englisch)

The Favourite – Intrigen und Irrsinn (The Favourite, USA 2018)

Regie: Yorgos Lanthimos

Drehbuch: Deborah Davis, Tony McNamara

mit Olivia Colman, Emma Stone, 
Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn, Mark Gattis, James Smith

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Favourite“

Metacritic über „The Favourite“

Rotten Tomatoes über „The Favourite“

Wikipedia über „The Favourite“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Yorgos Lanthimos‘ „The Killing of a sacred Deer (The Killing of a sacred Deer, Großbritannien/Irland 2017)

 

Werbeanzeigen

Neu im Kino/Filmkritik: Eine wahre Geschichte: Zwei Tennisspieler im „Battle of the Sexes“

November 24, 2017

1973 fordert Bobby Riggs Billy Jean King heraus. Der 55-jährige Riggs, ein Wimbledon- und US-Open-Gewinner, behauptet, die beste Tennisspielerin der Welt in einem Match schlagen zu können. King, die sich schon lange für gleiche Bezahlung aller Tennisspieler einsetzt und die aus Protest gegen die ungleiche Bezahlung eine eigene Frauenliga gründete, nimmt nach langem Zögern die Herausforderung an.

Battle of the Sexes“, von den „Little Miss Sunshine“-Regisseuren Valerie Faris und Jonathan Dayton inszeniert, lässt die frühen siebziger Jahre wieder stilecht auferstehen und gewinnt dem Duell der Geschlechter viele humoristische Facetten ab. Vor allem weil Riggs ein Showman ist, der immer ein riesiges Spektakel inszeniert.

Allerdings interessieren Faris und Dayton sich mehr für die Liebesgeschichte zwischen King und der jungen Friseurin Marilyn Barnett, die sie auf ihrer Frauentennistour durch die USA kennen lernt und mitnimmt. Schließlich, da sind sich die Frauen der Virginia-Slims-Tournee (zur Förderung des Damentennis) einig, geht nichts über einen guten Haarschnitt.

Billy Jean King gewann in Wimbledon zwanzig Titel. Sie steht auf dem siebten Platz der Rekord-Grand-Slam-Siegerinnen im Damen-Einzel. 2009 erhielt sie von US-Präsident Barack Obama die Presidential Medal of Freedom für ihr Engagement für die Rechte der LGBT-Gemeinschaft.

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel (Battle of the Sexes, USA 2017)

Regie: Valerie Faris, Jonathan Dayton

Drehbuch: Simon Beaufoy

mit Emma Stone, Steve Carell, Chris Evans, Sarah Silverman, Bill Pullman, Andrea Riseborough, Alan Cumming, Elisabeth Shue

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Battle of the Sexes“

Metacritic über „Battle of the Sexes“

Rotten Tomatoes über „Battle of the Sexes“

Wikipedia über „Battle of the Sexes“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Battle of the Sexes“

Meine Besprechung von Valerie Faris/Jonathan Daytons „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ (Ruby Sparks, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Komm mit ins „La La Land“

Januar 13, 2017

Am Sonntag räumte „La La Land“ bei den Golden Globes ab. Unter anderem gewann er den Preis als bestes Musical des Jahres.

Wenige Stunden später wurden die Bafta-Nominierungen veröffentlicht. Mit elf Nominierungen, unter anderem als bester Film, erhielt „La La Land“ die meisten Nominierungen.

Insgesamt hat das Musical bis jetzt bereits 125 Preise gewonnen. Für 182 wurde es nominiert. Und die Oscar-Nominierungen sind noch nicht veröffentlicht.

Allein schon dieser Preisregen zeigt, dass Damien Chazelles „La La Land“ ein guter Film ist (sonst würde er nicht so viele Preise erhalten) und es ein Film ist, auf den sich alle verständigen können.

Chazelle erzählt nach seinem Full-Metal-Jacket-in-der-Jazzschule-Film „Whiplash“ in „La La Land“ die Liebesgeschichte zwischen Sebastian (Ryan Gosling), einem erfolglosen, aber begnadetem Jazzpianisten, und Mia (Emma Stone), einer erfolglosen Schauspielerin. Beide versuchen in Los Angeles, der Stadt der Träume, ihren Traum in der harschen Realität zu leben. Chazelle begleitet sie, mit dem Jahre später spielendem, zu lang geratenem Epilog, über ein Jahr. Beginnend von ihrer ersten zufälligen Begegnung bis, nun, zum Ende.

Er erzählt diese Geschichte als Musical, das sich unverhohlen an den klassischen Musical aus den vierziger und fünfziger Jahren orientiert. Dass Ryan Gosling und Emma Stone keine ausgebildeten Tänzer und Sänger, nicht Fred Astaire und Ginger Rogers sind, ist dabei kein Nachteil. Es trägt mit seiner sympathischen Unbeholfenheit beim Tanzen und Singen der von Justus Hurwitz komponierten Lieder eben zu dem von Chazelle immer wieder gewünschten realistischen Anstrich bei, der die meist ungeschnittenen, märchenhaft inszenierten Tanznummern grundiert.

Das beginnt schon mit dem spektakulärem Auftakt auf dem L. A. Freeway. Tausende Autos und Laster stehen in der morgendlichen Rush Hour. Auch Sebastian und Mia stehen im Stau. Plötzlich beginnen einige Fahrer zu singen. Sie springen aus ihren Autos und tanzen über die Straße und die Autos. Chazelle und sein Kameramann Linus Sandren verfolgen das Geschehen ohne einen einzigen Schnitt über mehrere Minuten, in denen eine halbe Hundertschaft Tänzer und Sänger mit ihren Soli choreographiert werden musste. Zahlreiche weitere Tanznummern, wie Mias Vorbereitung für eine Party, die in ihrem WG-Zimmer beginnt und auf der Straße endet, oder der Tanz von Sebastian und Mia über Parkbänke vor der bekannten abendlichen Skyline von Los Angeles oder ihr schwereloser Walzer im Griffith Park Observatorium schließen sich an.

Das sind Szenen, die das Herz des Musical-Fans erfreuen. Und gleichzeitig ein Problem des Films aufzeigen.

La La Land“ ist, wie gesagt, eine Liebeserklärung an das Vierziger-Jahre-Musical und den Jazz, den wir aus Woody-Allen-Filmen kennen. Das ist nicht schlecht, aber – immerhin bringt Chazelle das Thema selbst auf – auch arg altmodisch. In einer Szene erklärt Keith (R’n’B-Musiker John Legend) dem Jazzpianisten Sebastian, Jazz sei Entwicklung und das Entdecken von Neuem. Sebastian verehrt dagegen den klassischen Jazz zwischen Bebop und Hardbop und will ihn erhalten. Als Musiker und, sein großer Traum, als Betreiber eines Jazz-Lokals, das in Los Angeles nur den guten, wahren Jazz spielt.

Weil er pleite ist, nimmt er ein Engagement als Pianist in Keiths Tourband an. Sie spielen dann vor einem begeisterten Publikum einen Jazz, der banaler Siebziger-Jahre-Fusion-Jazz ist.

Dabei wäre gerade die Idee der Weiterentwicklung in der Musik ein Thema gewesen, das Chazelle zuerst auf die Musik und dann auf den ganzen Film hätte übertragen können. Dann hätte Keith nicht Siebziger-Jahre-Fusion-Jazz gespielt, sondern den Jazz mit modernen Spielarten der Rockmusik, Grunge, Hip Hop oder Techno (die ja alle auch schon einige Jahre auf dem Buckel haben) verbunden. Dazu gab es in den vergangenen Jahren schon einige Versuche von Jazz-Musikern, die, – schließlich richtet sich so ein Musical nicht an die kleine In-Crowd, sondern an die breite Masse -, auch kommerziell erfolgreich waren. Dafür hätte man Jazz nicht als eine Ansammlung von Noten und Rhythmen, sondern als eine Haltung verstehen müssen, die Neues ausprobieren möchte, weil sie neugierig ist. Oder in Keiths Worten gegenüber Sebastian: „How are you gonna be a revolutionary if you are such a traditionalist? You’re holding on to the past, but jazz is about the future.“

Chazelle belässt es allerdings bei dem Blick in die Vergangenheit und dem liebevollen Abstauben der alten Werke.

Deshalb ist „La La Land“ ein Retro-Musical, das die Vergangenheit feiert und dabei stehen bleibt. Das kennen wir auch aus der Post-9/11-Musik, die sich selbstvergewissernd auf die Vergangenheit bezieht, nicht verunsichert, beunruhigt oder neue Einsichten befördert, mit „Neo“-Irgendetwas etikettiert wird und erfolgreich ist, weil sie, mit kleinen Variationen, einfach nur das Vergangene wiederholt.

Lalaland Plakat_Zitate_A3_RZ.indd

La La Land (La La Land, USA 2016)

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Damien Chazelle

mit Ryan Gosling, Emma Stone, J. K. Simmons, John Legend, Rosemarie DeWitt, Finn Wittrock

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „La La Land“

Metacritic über „La La Land“

Rotten Tomatoes über „La La Land“

Wikipedia über „La La Land“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)

DP/30 redet mit Damien Chazelle


Neu im Kino/Filmkritik: Woody Allen und der „Irrational Man“ auf Sinnsuche

November 12, 2015

Vor einige Jahren – naja, eher schon Jahrzehnten – hätte Woody Allen den vom Leben frustierten Philosophiegelehrten Abe Lucas gespielt. Jetzt wird er von Joaquin Phoenix als bierbäuchigen Post-68er gespielt. Er ist ein Mann, der in seinem Leben schon an allen Krisenherden und in allen politischen Bewegungen nach dem Sinn des Lebens gesucht hat und der mit seinen Taten, sozusagen in die Realität übersetzte Philosophie, einen Unterschied machen wollte. Erfolglos.
Vor einigen Jahren hätte Woody Allen die Geschichte von „Irrational Man“ wahrscheinlich als Subplot verwendet, während er von Verbrechen und anderen Kleinigkeiten erzählt hätte. Heute füllt er mit dieser Skizze einen ganzen Film, der wie eine Mischung aus Marc Lawrences nicht besonders origineller College-Komödie „Wie schreibt man Liebe?“ (The Rewrite, USA 2014) mit Hugh Grant als frustierten Gastprofessor mit ausgeprägtem Liebesleben und einer von Woody Allens zahlreichen Kriminalkomödien wirkt. Vor allem „Manhattan Murder Mystery“ (USA 1993) fällt einem ein. Wer es gerne etwas älter und humorloser hätte, kann sich an Alfred Hitchcocks „Im Schatten des Zweifels“ (Shadow of a Doubt, USA 1943) erinnern. In beiden Filmen macht sich eine neugierige Frau auf die Mörderjagd.
In „Irrational Man“ macht das Jill Pollard (Emma Stone), die mit Abe verschiedene Theorien über die Tat erörtert, ohne zu ahnen, dass Abe der Mörder ist. Abe, ein brillanter Philosoph, der inzwischen vom Leben frustiert ist und für den Sommer eine Gastprofessor an der Universität der Ostküstenkleinstadt Braylin angenommen hat, eilt der Ruf voraus, ein Trinker und ein Casanova zu sein. Schon bei der Begrüßung bestätigt er seinen Ruf als Alkoholiker. Die Avancen der Professorengattin Rita Richards (Parker Posey) wehrt er höchst halbherzig ab, ehe er versucht, ihre sexuellen Wünsche zu befriedigen. Und mit der Studentin Jill führt er ebenso lange wie ziellose Gespräche über Gott und die Welt.
In einem Diner belauschen sie ein Gespräch über eine Sorgerechtsverhandlung, die von einem parteiischen Richter geleitet wird. Plötzlich weiß Abe, was er tun muss, um seinem sinnlosen Leben wieder einen Sinn zu geben: er wird den geachteten Richter töten (ja, das ist eine vollkommen haarsträubende Idee, die nur als Drehbuchbehauptung funktioniert. Falls überhaupt.). Jedenfalls ist Abe überzeugt, dass er das perfekte Verbrechen ausführen wird, weil niemand ihn für den Täter halten wird.
„Irrational Man“ ist höchstens eine Fingerübung, in der Woody Allen bekannte Themen und Obsessionen recycled zu einem bestenfalls mäßig unterhaltsamen Zeitvertreib, der nie versucht, eine interessante und in sich konsistente Geschichte zu erzählen. Stattdessen gibt es Philosophie-Vorlesungen, College-Liebeleien, lange Gespräche über Gott und die Welt zwischen einem Professor und einer Studentin und irgendwann, wenn man sich schon verzweifelt fragt, wann denn endlich die im Trailer versprochene Kriminalgeschichte beginnt, eine verquere Mordgeschichte, während der gesamte Film, trotz Allen-typischer Pointen und Weltbetrachtungen, eine gewisse Lustlosigkeit und Lebensmüdigkeit ausstrahlt.
Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn nach „Irrational Man“ eine banale Hugh-Grant-Komödie in einem besseren Licht erscheint. Aber vielleicht sagt das auch etwas über die Möglichkeiten und Grenzen der Hochschulkomödie für ältere Semester aus.

Irrational Man - Plakat

Irrational Man (Irrational Man, USA 2015)
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
mit Joaquin Phoenix, Parker Posey, Emma Stone, Jamie Blackley, Betsy Aidem, Ethan Phillips
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Irrational Man“
Moviepilot über „Irrational Man“
Metacritic über „Irrational Man“
Rotten Tomaotes über „Irrational Man“
Wikipedia über „Irrational Man“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Woody Allen in der Kriminalakte  


Neu im Kino/Filmkritik: „Aloha“ – besuchen sie Hawaii

August 7, 2015

Eine auf Hawaii spielende – und hier fangen die Schwierigkeiten schon an. Denn Cameron Crowe, der ja einige gute Filme inszenierte, hat sich wohl gedacht, wenn ich Hawaii und eine gute Besetzung habe, dann erledigt sich der Rest von alleine. Und die Schauspieler haben sich wohl gedacht, wenn der Regisseur von „Singles – Gemeinsam einsam“, „Jerry Maguire: Spiel des Lebens“, „Almost Famous – Fast berühmt“ und „Vanilla Sky“, eines seiner Drehbücher an einem der schönsten Orte des Planeten inszeniert, sind wir gerne dabei. Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray und Alec Baldwin sagten zu. Und sie hatten auch, wie man in der so entstandenen Komödie „Aloha – Die Chance auf Glück“ sieht, ihren Spaß.
Davon abgesehen ist „Aloha“ ein Film, der sich nie entscheiden kann, welche Geschichte er in welchem Tonfall er erzählen möchte. Und so pendelt „Aloha“, obwohl ein komödiantischer Ton vorherrschend ist, ziellos zwischen naivem Fünfziger-Jahre-Abenteuerfilm mit leicht kolonialistischer Attitüde, Liebesfilm, öfter in Richtung Romantic Comedy gehend, seltener in Richtung ernstes Drama gehend, und Politthriller. Mal ernst, mal lustig. Gerne auch in einer Szene. So wechselt Emma Stone als Air-Force-Pilotin Allison Ng bruchlos zwischen stocksteifem, humorlosem Army-Aufpasser zu gickeldem Mädchen zu einer an alle Mythen und Geister Hawaiis glaubenden Einheimischen und damit zwischen mehreren, einander widersprechenden Anlagen ihrer Rolle. Andere Charaktere werden mit nervigen Marotten, die im Drehbuch vielleicht lustig aussahen, im Film aber nur nervig sind, ausgestattet: ein Soldat schweigt immer (weil wir Männer ja so schweigsam sind), ein anderer hat einen Tick, weshalb er seine Finger immer vor seinem Gesicht bewegt.
Bradley Cooper bemüht sein einfach nur, entspannt anwesend zu sein. Was ihm auch gut gelint. Er spielt Brian Gilcrest, einen Ex-Soldaten, der jetzt Militärberater für den Milliardär Carson Welch (Bill Murray) ist. Auf Hawaii, wo Gilcrest früher stationiert war, soll er jetzt für Welch und mit Hilfe des US-Militärs irgendein Projekt mit Raketen zum Abschluss bringen. Begleitet bei seinem Auftrag wird Gilcrest von Allison Ng, die auf ihn aufpassen soll.
Für dieses Projekt muss Gilcrest mit zur Unabhängigkeitsbewegung gehörenden Ureinwohnern über irgendwelche Überflugrechte für Raketen verhandeln, die uns hier nicht weitere interessieren müssen. Cameron Crowe interessierten sie und die damit verbundenen erzählerischen Möglichkeiten auch nicht. Eher schon interessierte er sich für Gilcrests Wiederbegegnung mit seiner alten Freundin Tracy Woodside (Rachel McAdams), die inzwischen glücklich verheiratet ist und zwei kurz vor der Pubertät stehende Kinder hat.
Und dann ist da noch die deutlich jüngere Ng, die, immerhin ziehen sich Gegensätze an, sein ‚Love Interest‘ ist. Diese Geschichte zwischen Gilcrest und Ng funktioniert dann auch noch am Besten, weil man bei „sie lernen sich kennen – sie zanken sich – sie lieben sich“ wenig falsch machen kann. Auch wenn man die Dreharbeiten als Urlaub betrachtete, ein höchstens halbfertiges Drehbuch hatte und hoffte, mit den sympathischen Schauspielern und einigen unterhaltsamen Szenen über die Runden zu kommen.
„Aloha“ ist wirklich nur für beinharte Hawaii-Fans und Komplettisten eines der beteiligten Künstler sehenswert. Alle anderen können getrost auf den konfusen Film verzichten.

Aloha - Plakat

Aloha – Die Chance auf Glück (Aloha, USA 2015)
Regie: Cameron Crowe
Drehbuch: Cameron Crowe
mit Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray, John Krasinski, Danny McBride, Alec Baldwin, Bill Camp, Jaeden Lieberher, Dennis Bumpy Kanahele
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Aloha“
Moviepilot über „Aloha“
Metacritic über „Aloha“
Rotten Tomatoes über „Aloha“
Wikipedia über „Aloha“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ oder die unverschämte Freude an einem guten Film

Januar 29, 2015

Ich glaube, bei „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ kann ich es kurz machen.
Obwohl – als ich das das letzte Mal sagte, hatte ich danach eine Seite geschrieben und hatte noch lange nicht alles gesagt.
Aber wer die vergangenen Monate nicht nur mit dem Ansehen von Marvel-Trailern verbrachte, hat von „Birdman“ gehört. Seit einigen Wochen sammelt die Komödie verdient einen Preis nach dem nächsten ein. Denn Alejandro González Iñárritu gelingt ein wunderschön schwereloser Film, der ernst und witzig und philosophisch ist und einen Einblick in das Film- und Theatergeschäft liefert, der gerade durch die hochkarätige Besetzung an Würze gewinnt.
Dabei ist der Hauptplot denkbar einfach: Riggan Thomson, ein alternder Hollywood-Star, will mit einem ambitionertem Broadway-Theaterstück, das auf Raymond Carvers Kurzgeschichte „What we talk about, when we talk about love“ basiert, seine darbende Karriere wieder auf die richtige Spur setzen. Iñárritus zweistündige Tour de Force ist eine Chronik der letzten Tage und Stunden vor der Aufführung, wenn die Emotionen hochkochen und die Zweifel groß sind.
Riggan war in Hollywood ein Star, als er vor Jahrzehnten Birdman spielte. Birdman ist ein erfundener Superheld. Noch heute wird Riggan für diese kindische Rolle von seinen Fans verehrt. Und Birdman ist Riggans Alter Ego, das ihm immer wieder, ungefragt, die Leviten liest und die Regieambitionen von Riggan am St. James Theater für ausgemachten Blödsinn hält.
Batman ist dagegen im filmischen Kosmos ein höchst realer Superheld und Riggan-Darsteller Michael Keaton war 1989 und 1992 in den beiden „Batman“-Filmen von Tim Burton als Batman-Darsteller ganz oben in Hollywood. Seitdem konnte er an diese Erfolge nicht mehr anknüpfen. Zuletzt trat er in prägnanten Nebenrollen auf, die den Film bereichterten, aber in der Werbung nicht groß angekündigt wurden und wegen Keaton ging niemand in „RoboCop“ oder „Need for Speed“. Da kann man schon darüber nachdenken, wieviel die Filmrolle mit dem echten Michael Keaton zu tun hat.
Als Hauptdarsteller hat Riggan den als extrem schwierig geltenden Mike Shiner engagiert, der es sich anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht hat, als Diva das gesamte Universum um sich herum kreisen zu lassen und dem Regisseur und den Geldgebern mindestens einen Nervenzusammenbruch zu bescheren. Nicht pro Produktion, sondern an jedem Tag. Aber beim Publikum ist er beliebt. Er kann eine Produktion zum Erfolg machen. Beim Publikum und bei der Kritik.
Gespielt wird Mike von Edward Norton, der unbestritten einer der besten Schauspieler seiner Generation ist und der in Hollywood als extrem schwierig gilt. Einige seiner Streitereien mit Produzenten und Regisseuren sind allgemein bekannt. Ich sage nur „American History X“ und „Der unglaubliche Hulk“.
Die anderen Schauspieler, obgleich prominent, sind nicht so sehr auf ein bestimmtes Image und Rolle festgelegt.
Und dann, wenn man es nicht weiß, fällt es einem erst ziemlich spät auf: Alejandro Iñárritu erzählt den Film ohne einen sichtbaren Schnitt. Wenn eine längere Zeitspanne vergeht, gibt es Zeitrafferaufnahmen vom Himmel, aber ansonsten bewegt sich die Kamera scheinbar schwerelos durch den Raum, ohne dass jemals ein Found-Footage-Gefühl entsteht oder die Wackelkamera nervt. Emmanuel Lubezki, unter anderem die Alfonso-Cuarón-Filme „Gravity“ und „Children of Men“ (wo er schon extrem lange, ungeschnittene Action-Szenen drehte) und die Terrence-Malick-Filme „To the Wonder“, „Tree of Life“ und „The new World“, gebührt hier die Ehre, etwas scheinbar unmögliches möglich gemacht zu haben.
Nachdem ich jetzt schon das Drehbuch, die Schauspieler, die Kamera und die Regie abgefeiert habe, muss ich auch etwas zur Musik sagen, die zu den besten Filmmusiken der vergangenen zwölf Monate gehört. Normalerweise soll die Filmmusik ja nur die Handlung unterstützen und sie nicht stören. Die Musik ist von Antonio Sanchez, einem Mitglied verschiedener Gruppen von Jazzgitarrist Pat Metheny. Er spielte am Schlagzeug eine Filmmusik ein, die banal gesagt wie eine Mischung aus der Übungsstunde eines Jazz-Drummers und freien Improvisationen klingt. Sie drängt sich immer wieder in der Vordergrund; vor allem wenn im Kopf von Riggan mal wieder alles drunter und drüber geht. In diesen Momenten verdeutlich das entfesselte, atonale Free-Jazz-Drumming akustisch, was Riggan fühlt: Chaos mit einer darunterliegenden Ordnung. Und, weil Sanchez seine Improvisationen bereits vor dem Dreh einspielte, verwandte Iñárritu sie beim Dreh, um den Schauspielern den Rhythmus der Szene zu verdeutlichen.
Sanchez‘ Soundtrack ist inzwischen für zehn Filmpreise nominiert (unter anderem den Golden Globe) und zehn Preise hat er schon erhalten.
„Birdman“ ist für neun Oscars nominiert (bester Film, bester Hauptdarsteller, bester Nebendarsteller, beste Nebendarstellerin, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera, bester Ton und bester Tonschnitt). Für 149 weitere Preise ist er momentan nominiert und bis jetzt erhielt die wundervoll kurzweilige, vor kindlicher Entdeckerfreue und Experimentierfreude sprudelnde Komödie schon 129 Preise.

Birdman - Plakat

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (Birdman, USA 2014)
Regie: Alejandro G. Iñárritu
Drehbuch: Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bo
mit Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, Andrea Riseborough, Amy Ryan, Emma Stone, Naomi Watts, Lindsay Duncan, Merritt Wever, Jeremy Shamos, Bill Camp, Damian Young
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Birdman“
Moviepilot über „Birdman“
Metacritic über „Birdman“
Rotten Tomatoes über „Birdman“
Wikipedia über „Birdman“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritu „Biutuful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)
Homepage von Antonio Sanchez

Das Publikumsgespräch beim NYFF

DP/30 unterhält sich mit Alejandro Iñárritu


Neu im Kino/Filmkritik: Woody Allen sucht „Magic in the Moonlight“

Dezember 4, 2014

Allein schon das Licht an der Côte d’Azur rechtfertigt den Dreh in Südfrankreich und seit den seeligen Stummfilmtagen verzichtete wohl kein Hollywood-Regisseur auf die Gelegenheit, vor Ort zu drehen. Auch Woody Allen drehte seinen neuesten Film „Magic in the Moonlight“ wieder vor Ort und in der Geschichte knüpft er an seine früheren, in den zwanziger und dreißiger Jahren spielenden Filmen, wie „Im Bann des Jade-Skorpions“ (2000) und „Bullets over Broadway“ (1994) an. Auch „Scoop“ (2006), obwohl in der Gegenwart spielend, passt in diese Reihe von Retro-Kriminalkomödien mit einer Tendenz zum Übersinnlichen.
„Magic in the Moonlight“ beginnt in einem wundervollen Studio-Berlin (halt so, wie Hollywood sich damals die verruchte deutsche Hauptstadt vorstellte) während einer Zaubershow von Wei Ling So. Noch während das Publikum applaudiert, mosert der Zauberer hinter der Bühne an den Leistungen seiner Angestellten herum und er schminkt sich ab. Denn in Wirklichkeit ist er ein Engländer, Stanley Crawford (Colin Firth), der nie um eine spitze, zynische und sarkastische Bemerkung verlegen ist. Sein Freund Howard Burkan (Simon McBurney) bittet den von sich und seiner rationalen Weltsicht hundertzehnprozentig überzeugten Zauberer in einem verrauchten Kabarett, während im Hintergrund eine Sängerin wimmert, um Hilfe. Denn an der Riviera ist ein Medium aufgetaucht, das anscheinend wirklich über besondere Fähigkeiten verfügt. Crawford hält sie für eine Schwindlerin und er macht sich, als Stanley Taplinger, auf den Weg nach Südfrankreich. Dort trifft er diese Schwindlerin, die Wahrsagerin Sophie Baker (Emma Stone), die ihn auch gleich mit ihrem charmanten Wesen verzückt und Dinge über ihn weiß, die sie nicht wissen kann.
In „Magic in the Moonlight“ gibt es alles das, was wir an einem Woody-Allen-Film mögen: eine Parade bekannter Schauspieler in glänzender Spiellaune, Pointen im Dutzend, einen kleinen, angenehm altmodischen Krimiplot, etwas Romantik, Jazz und eine Liebeserklärung an Hollywoods große Zeit. Aber dieses Mal übertreibt Allen es mit seiner Liebeserklärung an das Hollywood-Kino der dreißiger Jahre etwas. Denn er übernahm auch die damaligen Plotkonstruktionen, die oft einfach eine Abfolge von Szenen waren, die man beliebig austauschen kann. Entsprechend oft und unmotiviert sind in „Magic in the Moonlight“ die Wendungen und manchmal hat man sogar den Eindruck, dass eine Filmspule vergessen oder vertauscht wurde.
Vor allem die Wandlungen von Stanley Crawford, die die Geschichte bestimmen, kommen viel zu plötzlich und zu oft, um glaubwürdig zu sein. So ist der Skeptiker, ungefähr in der Filmmitte, plötzlich von Sophies Visionen überzeugt, kurz darauf, aus einem ähnlich nichtigen Grund, plötzlich wieder vom Gegenteil und bis zum Filmende darf er seine Überzeugung öfter wechseln, als andere Menschen ihre Unterhosen wechseln. Dabei geht er hier nicht um einen kleinen Meinungswechsel, sondern um eine vollkommene Veränderungen seiner gesamten Weltsicht.
Einiges, wie das für die Filmgeschichte vielversprechende Gespräch einer wohlhabenden Hausherrin mit der Mutter des Mediums über die Vermögensanlage entsprechend den Wünschen des verstorbenen Gatten, wird später nicht mehr erwähnt.
In diesen Momenten wünschte ich mir, dass Woody Allen sich, wie bei „Match Point“ oder „Midnight in Paris“, mehr Mühe mit seinem Drehbuch gegeben hätte. In „Magic in the Moonlight“ belässt er es einfach beim durchaus charmanten, aber auch etwas lieblosen Präsentieren der bekannten Versatzstücke. So ist sein neuester Film ein Zwischenhappen, bei dem man, aufgrund der vielen unmotivierten Wendungen, zunehmend das Interesse an der Lösung, also ob das Paar ein Paar wird und ob Sophie eine Betrügerin ist, verliert.

Magic in the Moonlight - Plakat

Magic in the Moonlight (Magic in the Moonlight, USA 2014)
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
mit Colin Firth, Emma Stone, Simon McBurney, Eileen Atkins, Jacki Weaver, Hamisch Linklater, Marcia Gay Harden, Ute Lemper, Erica Leerhsen, Jeremy Shamos
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Magic in the Moonlight“
Moviepilot über „Magic in the Moonlight“
Metacritic über „Magic in the Moonlight“
Rotten Tomatoes über „Magic in the Moonlight“
Wikipedia über „Magic in the Moonlight“

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von John Turturros „Plötzlich Gigolo“ (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Kriminalakte über Woody Allen


%d Bloggern gefällt das: