TV-Tipp für den 14. September: A Serious Man

September 14, 2016

Eins Plus, 22.15

A Serious Man (USA 2009, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

USA, Mittlerer Westen, 1967: Über einen biederen, jüdischen Physikprofessor bricht das Unheil herein und er fragt sich „Warum ich?“.

Die Kritik war begeistert von dem Film der Coen-Brüder, den ich etwas zäh fand. Aber bibelfeste Zuschauer können einiges entdecken.

mit Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolf, Jessica McManus

Wiederholung: Donnerstag, 15. September, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über “A Serious Man”

Metacritic über “A Serious Man”

Rotten Tomatoes über “A Serious Man”

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)

Drehbuch “Blood Simple” von Joel und Ethan Coen

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte

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Neu im Kino/Filmkritik: Pierce Brosnan ist „Professor Love“

Juni 10, 2016

Richard Haig (Pierce Brosnan) ist in Cambridge Professor für Romantische Literatur, Single und notorischer Schwerenöter. Vor allem bei den Studentinnen ist er beliebt und öfter auch mal mit einer im Bett. Zum Beispiel mit Kate (Jessica Alba), einer US-Amerikanerin, die auch noch ein Kind von ihm erwartet.

Nach einer kurzen Schrecksekunde (Wir Männer sind ja bei dieser Nachricht immer kurz vor einem Herzanfall.) beschließt er, Kate zu heiraten und mit ihr in die USA zu ziehen. Alles ist perfekt. Auch wenn Richard jetzt nicht mehr an der Universität unterrichtet.

Einige Jahre später erfährt er, dass sie ihn betrügt. Auf dem Anwesen zieht er notgedrungen in das Gästehaus und er versucht, für seinen Sohn ein guter Vater zu sein.

Als Kate geschäftlich für einige Tage weg muss, tritt wieder Kates Stiefschwester Olivia (Salma Hayek), die Richard bereits vor Jahren bei einem kleinen Flirt kennen lernte, in sein Leben und sie gefällt ihn. Angesichts seiner Beziehung zu seiner Frau wäre das kein Problem, wenn er nicht gerade jetzt Probleme mit der Einwanderungsbehörde hätte, die sich von dem prächtigen Zustand seiner nur noch auf dem Papier bestehenden Ehe überzeugen möchte.

Es ist schon erstaunlich, wie konsequent „Professor Love“, eine nicht besonders durchdachte Mischung aus Romantic Comedy und Drama, sich durchgehend im Ton vergreift. Die dramatischen Szenen werden im Ton einer Romantic Comedy gespielt; die Romantic-Comedy-Szenen im Ton eines Dramas. Also: wenn man lachen soll, will man nicht lachen und wenn man nicht lachen soll, will man lachen.

Dazwischen gibt es Witze über Frauen, die nicht Auto fahren können, einige Auftritte von Malcolm McDowell als Richards misanthropischen Vater, der als Opa seinem Enkel all die Liebe und das Verständnis schenkt, das er seinem Sohn niemals schenkte. Und Richard soll sein vom Vater geerbtes antiautoritäres Gehabe so weit getrieben haben, dass er die Briefe der Einwanderungsbehörde jahrelang nicht öffnete. Jetzt muss er die Behörde von seiner intakten Ehe und seiner guten Arbeit überzeugen, was sich natürlich etwas schwierig gestaltet. Außerdem wurde er alkoholisiert am Steuer seines Autos erwischt. Jetzt muss er sich, um seine Aufenthaltsgenehmigung zu behalten, bei den Anonymen Alkoholikern mit seiner Sucht auseinandersetzen, was er mit der Unlust eines Teenagers tut, der eine als ungerecht empfundene Strafe ableisten muss.

Professor Love“ ist ein Mischmasch, der nie weiß, in welche Richtung er sich erzählerisch entwickeln will, während er Klischees und altbekannte Situationen und Witze aneinanderreiht.

Da kann auch der immer charmante Pierce Brosnan nichts mehr retten.

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Professor Love (How to make Love like an Englishman; Some Kind of Beautiful; Lessons in Love, USA 2014)

Regie: Tom Vaughan

Drehbuch: Matthew Newman

mit Pierce Brosnan, Salma Hayek, Jessica Alba, Malcolm McDowell, Ben McKenzie, Duncan Joiner, Fred Melamed

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Professor Love“

Metacritic über „Professor Love“

Rotten Tomatoes über „Professor Love“

Wikipedia über „Professor Love“


Neu im Kino/Filmkritik: „Hail, Caesar!“ Hail, Joel Coen! Hail, Ethan Coen!

Februar 20, 2016

Nach „A serious Man“, „True Grit“ und „Inside Llewyn Davis“ gönnen sich Joel und Ethan Coen mit „Hail, Caesar!“ eine Auszeit von den schweren und ernsten Stoffen. Ihr neuer Film ist eine leichte Komödie bar jeglichen gesellschaftlichen und auch weitergehenden künstlerischen Anspruchs, der weiter oder tiefer als die glänzende Oberfläche geht. Genau wie für Pedro Almodóvar „Fliegende Liebende“ nach mehreren ernsten Filmen auch nur ein Intermezzo, ein Spaß, eine Entspannungsübung war, in dem er seine altbekannten Themen in altbekannter Weise hübsch aufbereitete, ist auch „Hail, Caesar!“ für die Coens nicht mehr als eine Fingerübung voller Stars und Zitate, die glaubt, auf eine Geschichte verzichten zu können.
Der neue Film der Coen-Brüder entführt in das Hollywood der frühen fünfziger Jahre und erzählt einige Stunden aus dem Leben von Eddie Mannix (Josh Brolin), dem Problemlöser von Capitol Pictures. Nach seiner Beichte, in der der reuige Sünder erzählt, dass er, obwohl er mit dem Rauchen aufgehört hat, geraucht hat, kümmert er sich mitten in der Nacht um ein Starlet, das für verfängliche Fotos posiert. In diesem Moment erscheint Mannix als Bruder von Phil Marlowe. Aber er ist nur der allzuständige Manager, der sich auch um den täglichen Kleinkram kümmert, dabei von den Zwillingsschwestern Thora und Thessaly Thacker (Tilda Swinton in einer Doppelrolle und damit auch mit der doppelten Leinwandpräsenz) als aasige Gesellschaftsreporterinnen (mit realem Vorbild) wegen exklusiver Informationen belästigt wird und die verschiedenen Sets besucht, an denen gerade Filme gedreht werden: ein großes Bibelepos mit Christen und Römern als die Prestigeproduktion des Studios, ein Musical mit einer singenden Wassernixe (keine badende Venus), ein Musical mit stepptanzenden Matrosen, ein Serial-Western mit einem sehr akrobatischen Cowboy und einem Drama, das wie eine missglückte Screwball-Comedy aussieht.
Da verschwindet Baird Whitlock (George Clooney), der Star des Bibelfilms, plötzlich, in einer kurzen Drehpause, spurlos. Mannix glaubt zuerst, dass Whitlock einfach nur eine weitere seiner Kneipentouren unternimmt. Als er die Lösegeldforderung von einer sich „Die Zukunft“ nennenden Gruppe erhält, die behauptet, Whitlock entführt zu haben, beginnt er Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um das Problem zu lösen. Natürlich ohne dass irgendjemand etwas davon erfährt und ohne dass ein Drehtag verloren geht.
Whitlocks Entführer, eine Gruppe kommunistischer Drehbuchautoren und Statisten, sind allerdings gar nicht so schlimm. Sie parlieren mit Whitlock, der ein wahrer Trottel ist und der seine römische Uniform mit unverkennbarem Glauben an seine eigene Herrlichkeit trägt, über den ausbeuterischen Kapitalismus und die kommunistischen Ideen und reichen Häppchen.
„Hail, Caesar!“ ist eine Aneinanderreihung von Episoden, Anekdoten, Liebeserklärungen an Stars, Filme und Genres und eine einzige große Hommage an das Hollywood-Kino der fünfziger Jahre. Das Kino, das die Coen-Brüder in ihrer Kindheit gerade noch genießen konnten und das während ihrer Jugendjahre endgültig aus den Kinos verschwand und in dem sie jetzt wie in einem Bilderbuch blättern. Für jede Szene, jede Figur, jedes Bild kann mindestens eine filmische oder reale Referenz genannt werden. Was allerdings fehlt, ist eine Geschichte, die dieser Nummernrevue pompös eingeführter und oft lieblos fallengelassener Figuren irgendeine Tiefe oder Bedeutung verleihen könnte.
Denn die fünfziger Jahre waren auch die Jahre des Kommunistenhassers McCarthy und der Berufsverbote für echte und vermeintliche Kommunisten. In „Trumbo“, der am 10. März bei uns anläuft, erzählt Jay Roach, ausgehend von der Biographie des erfolgreichen Drehbuchautoren Dalton Trumbo, davon. Sein sehenswerter Film ist der ernste Gegenentwurf zum eskapistischen „Hail, Caesar!“. Dieser Unterschied fällt besonders bei den Figuren auf, die in beiden Filmen auftreten. In „Hail, Caesar!“ unter falschen Namen. In „Trumbo“ unter ihrem echten Namen, als Kolumnistin Hedda Hopper, Drehbuchautor Dalton Trumbo und seine Freunde, die anderen Autoren und Schauspieler, die sich in ihren Häusern trafen und über sozialistische Ideen und den real existierenden Kapitalismus sprachen, während John Wayne und Ronald Reagan die amerikanischen Werte hochhielten.
Aber diese düstere Realität interessiert die Coen-Brüder überhaupt nicht. „Hail, Caesar!“ ist kein zweiter „Barton Fink“ oder „The Big Lebowski“, sondern eher ein zweites „Burn after Reading“, das dieses Mal in einer Traumwelt spielt, die sich Traumfabrik nennt und in der alles nach einer einzigen großen Inszenierung aussieht und nichts von wirklich existenzieller Bedeutung ist.
Auch wenn die Drehbuchautoren philosophisch über den Kapitalismus und die Religionsgelehrten über die Darstellung von Jesus in „Hail, Caesar!“ parlieren dürfen.

Hail Caesar - Plakat

Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
mit Josh Brolin, Alden Ehrenreich, George Clooney, Max Baker, Ralph Fiennes, Heather Goldenhersh, Ian Blackman, Veronica Osorio, Tom Musgrave, David Krumholtz, Tilda Swinton, Fisher Stevens, Patrick Fischler, Fred Melamed, Channing Tatum, Jonah Hill, Frances McDormand, Michael Gambon (Erzähler im Original; in der deutschen Fassung ist Christian Rode der mit pathetischem Ernst die Anekdoten einordnende Erzähler)
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Hail, Caesar!“
Metacritic über „Hail, Caesar!“
Rotten Tomatoes über „Hail, Caesar!“
Wikipedia über „Hail, Caesar!“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. November: The Big Lebowski/A Serious Man

November 4, 2013

Bevor in einem Monat das neue Meisterwerk der Coen-Brüder

Inside Llewyn Davis - Plakat

in unseren Kinos anläuft, zeigt Arte einige ältere Werke der Brüder. Für alle, die die Filme noch einmal  (wobei man den „Big Lebowski“ nicht oft genug sehen kann) oder erstmals sehen wollen:

Arte, 20.15

The Big Lebowski (USA 1998, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Wiederholung: Dienstag, 12. November, 13.50 Uhr

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Arte, 22.05

A Serious Man (USA 2009, R.: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

USA, Mittlerer Westen, 1967: Über einen biederen, jüdischen Physikprofessor bricht das Unheil herein und er fragt sich „Warum ich?“.

Die Kritik war begeistert von dem Film der Coen-Brüder, den ich etwas zäh fand. Aber bibelfeste Zuschauer können einiges entdecken.

mit Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolf, Jessica McManus

Wiederholung: Mittwoch, 6. November, 00.00 Uhr (Taggenau! – also ein echter Mitternachtsfilm)

Hinweise

Film-Zeit über “A Serious Man”

Metacritic über “A Serious Man”

Rotten Tomatoes über “A Serious Man”

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)

Drehbuch “Blood Simple” von Joel und Ethan Coen

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


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