Jimmys Bastarde fragen „Wie war das?!“

Mai 18, 2020

Der britische Superagent Jimmy Regent ist eine noch nicht einmal notdürftig getarnte Kopie von James Bond. Also von dem James Bond der Prä-Daniel-Craig-Ära. Damals rettete der immer gut gekleidete Geheimagent zwischen zwei Sexabenteuern mit immer willigen Schönheiten schnell die Welt und außer der Frage nach der richtigen Zubereitung alkoholischer Getränke gab keine Körper und Geist belastenden Probleme.

Eines Abends, so stelle ich mir den Ursprung von Jimmy Regent vor, sah Jimmy-Regent-Erfinder Garth Ennis („Preacher“, „The Boys“, „Crossed“) sich wieder einen alten Bond-Film an und fragte sich, wahrscheinlich nach dem fünften Pint (Nordiren sind ja ein trinkfreudiges Völkchen), ob James Bond bei seine zahllosen Affären nicht auch einige Kinder zeugte und welches Verhältnis die Kinder zu ihrem Vater haben, der sich nie um sie kümmerte. Also erfand er Jimmy Regent und seine Antwort auf seine Frage ist, dass Regent Vater vieler Kinder ist und dass diese ziemlich verärgert über ihren fröhlich und lautstark durch die Welt vögelnden, alle Vaterpflichten ignorierenden Erzeuger sind. Den größten Hass auf Regent hat Junior.

Zusammen mit seinen Geschwistern, den titelgebenden ‚Jimmys Bastarde‘, fasste er den Plan, sich an Regent und dem Rest der Welt zu rächen. Dafür ließen sie im ersten „Jimmys Bastarde“-Band „Getriggert“ den Geschlechtssaft, der bei den Betroffenen die Geschlechter vertauscht, auf die Welt los. Nur Jimmy Regent und seine letzte Partnerin, die überaus gutaussehende Nancy McEwan, sind immun.

Allerdings ist Regent seit einer Begegnung mit seinen Kindern nicht mehr kampffähig. Jetzt ist er Insasse einer geschlossenen Anstalt. Dort klammert er an einen kleinen Hund und liegt wimmernd in einem Schlafanzug auf dem Boden.

Also muss seine Partnerin McEwan allein gegen die Bösewichter kämpfen, die sich auf einer Insel verstecken.

Während der erste „Jimmy Regent“-Band eine köstliche und liebevolle Parodie auf James Bond und seine Welt ist, erzählt „Wie war das?!“den Endkampf zwischen Bond und dem Bösewicht, den es in jedem Bond-Film gibt. Dieses Mal mit einer Frau als Retterin der Menschheit, die mitten im Kampfgetümmel dann doch noch Hilfe von Jimmy Regent erhält.

Dieser Kampf ist spannend, mit etlichen Wendungen und, immerhin handelt es sich um eine von Garth Ennis erfundene Geschichte, sehr gewalttätig und blutig. Aber auch deutlich weniger parodistisch angelegt als „Getriggert“.

Garth Ennis//Russ Braun: Jimmys Bastarde: Wie war das?! (Band 2)

(übersetzt von Hennes Bender)

Panini, 2020

128 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

Jimmy’s Bastards Volume 2: What did you just say?

AfterShock Comics, 2018

Hinweise

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Steve Dillons „The Punisher: Frank ist zurück“ (The Punisher # 1 – 12, 2000/2001)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus (Band 1)“ (A Walk through Hell # 1 – 5, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Die Kathedrale (Band 2)“ (A Walk through Hell # 6 -12, 2019)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Russ Brauns „Jimmys Bastarde: Getriggert (Band 1)“ (Jimmy’s Bastards Volume 1: Trigger Warning, 2018)

 


„A Walk through Hell“ betritt „Die Kathedrale“

Februar 26, 2020

Die beiden FBI-Agenten Shaw und McGregor stecken immer noch in dem seltsamen Lagerhaus fest. Die vierzigjährige, kurz vor dem Burnout stehende Ermittlerin und ihr jüngerer, idealistischer Partner gingen im ersten „A Walk through Hell“-Band in das Gebäude, weil zwei ihrer Kollegen seit über neun Stunden darin verschwunden sind. Ein Sonderkommando der Polizei betrat kurz vor ihnen das Lagerhaus und verließ es nach einer halben Minute. Die Männer klagten über Unbehagen und Grauen.

Als Shaw und McGregor das Lagerhaus betreten, bricht der Handyempfang ab. Sie haben keinen Puls mehr. Sie können aber auch nicht sterben. Sie verirren sich in einem Labyrinth voller seltsamer und grausamer Ereignisse.

Am Ende des ersten „A Walk through Hell“-Comicbandes trafen sie auf Paul Carnahan. Er ist ein von ihnen gejagter Kindermörder, der anscheinend von höherer Stelle gedeckt wird, und der eigentlich tot ist. Jetzt steht er quicklebendig in einer riesigen Kathedrale vor ihnen und verwickelt sie in philosophisch-religiöse Gespräche.

Für Shaw und McGregor ist das nur ein weiteres seltsames Ereignis in einer Reihe seltsamer und erschreckender Begegnung. Sie sind, wie alle, die das Lagerhaus betreten haben, in einem Alptraum gefangen, in alles gleichzeitig real und irreal ist. Das Lagerhaus ist die Kathedrale ihrer Sünden und Ängste.

Ob es daraus einen Ausweg gibt, ist unklar.

Das liegt auch daran, dass Autor Garth Ennis und Zeichner Goran Sudzuka in ihrem Noir-Horrorcomic munter zwischen verschiedenen Erzählsträngen, damit verbundenen Formen von Schuld und Angst, Gegenwart und Vergangenheit und verschiedenen Formen des Wahns springen. Eine einfache Erklärung wird damit mit jeder Seite unerreichbarer.

Offiziell ist „Die Kathedrale“ der zweite und abschließende Band von „A Walk through Hell“. Aber in diesem Fall fühlt sich, ohne jetzt in die Details des Endes zu gehen, das Ende nicht wie ein Ende an. Eine faszinierende Lektüre ist „A Walk through Hell“ trotzdem.

Garth Ennis erfand die erfolgreichen Comicserien „Preacher“, „The Boys“ und „Crossed“ und schrieb einige legendäre „Punisher“-Geschichten.

Goran Sudzuka zeichnete Geschichte für „Wonder Woman“, „Wolverine“, „Deadpool“ und „Daredevil“.

Garth Ennis/Goran Sudzuka: A Walk through Hell: Die Kathedrale (Band 2)

(übersetzt von Monja Reichert und Christian Heiss)

Cross Cult, 2019

176 Seiten

25 Euro

Originalausgabe

A Walk through Hell # 6 -12

AfterShock Comics, 2019

Hinweise

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Steve Dillons „The Punisher: Frank ist zurück“ (The Punisher # 1 – 12, 2000/2001)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus (Band 1)“ (A Walk through Hell # 1 – 5, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Russ Brauns „Jimmys Bastarde: Getriggert (Band 1)“ (Jimmy’s Bastards Volume 1: Trigger Warning, 2018)


Garth Ennis schickt „Jimmys Bastarde“ auf „A Walk through Hell“

September 18, 2019

Das sind jetzt beides erste Bände, die Beide mit dem zweiten, auf Deutsch noch nicht erschienenem Band enden. „Jimmys Bastarde“ ist eine durchgeknallte James-Bond-Parodie. „A Walk through Hell“ eine Horrorgeschichte.

In einem Lagerhaus verschwinden zwei FBI-Agenten. Die örtlichen Polizisten und das SWAT-Team weigern sich, die Halle zu betreten. Sie hätten sich am Eingang unbehaglich gefühlt. Ihre FBI-Kollegen Shaw und McGregor – sie steht kurz vor einem Burnout, er ist noch jung und idealistisch – sollen herausfinden, was geschah. Sie betreten das Lagerhaus und finden sich in einem Alptraum wieder. Das Lagerhaus, das von Außen wie ein gewöhnliches, billig und schnell errichtetes, rein funktionales Lagerhaus aussieht, ist ein Irrgarten, aus dem es keinen Ausweg gibt. Als McGregor zusammenbricht, bemerkt Shaw, dass sie beide keinen Puls mehr haben. Und sie atmen nicht mehr. Kurz darauf entdecken sie ihren Kollegen Hunziker, der sich immer wieder den Schädel wegschießt. Sie sehen Menschen, die schon lange tot sind. Sie sind in einer Welt, in der unsere Naturgesetze nicht mehr gelten.

Dazwischen schneidet Garth Ennis Szenen aus einem früheren Fall der beiden FBI-Agenten, in dem sie einen Serientäter suchen. Wie diese beiden Zeitebenen zusammenhängen und was die Erklärung für die Ereignisse im Lagerhaus ist, ist am Ende von „A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus“ noch unklar.

Ab Mitte Oktober, wenn der zweite und abschließende „A Walk through Hell“-Band erscheint, erfahren wir es.

Jimmy Regent ist ein Über-James-Bond. Er ist ein Geheimagent ihrer Majestät. Er bringt die größten Verbrecher zur Strecke, ist immer gut gekleidet und von Frauen umringt. So wie der klassische James Bond der Sean-Connery- und Roger-Moore-Ära. Danach wurde Bond ja züchtiger.

Aber nicht bei Garth Ennis, der sich die banale Frage stellte, was mit den Kindern von James Bond ist. Denn bei all dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, den der Geheimagent in den vergangenen Jahren hatte, muss doch die ein oder andere Frau schwanger geworden sein.

Nun, es war, wie Ennis in „Jimmys Bastarde“ zeigt, nicht die ein oder andere Frau, sondern viel mehr. ‚Junior‘, einer von Regents Söhnen, hat jetzt diese Kinder versammelt. Sie wollen sich an ihrem Erzeuger, der sich niemals um sie und ihre Mütter kümmerte, zur Rechenschaft ziehen. Und, sagen wir es mal so: mit diesem Gegner hat Jimmy Regent nicht gerechnet.

Zum Glück hat er eine neue Partnerin: die überaus gut aussehende und taffe Nancy McEwan. Sie hat, aus Regents Sicht, nur einen Nachteil: sie ist unempfänglich für seine Avancen.

Jimmys Bastarde“ ist eine feine Liebeserklärung und Parodie auf James Bond. Der Spaß wird nur, jedenfalls auf den ersten Seiten, durch die unpassende und unwitzige Klamauk-Übersetzung von Comedian Hennes Bender gestört. Später wird es besser.

Und jetzt warte ich gespannt auf den Abschluss von „A Walk through Hell“ und „Jimmys Bastarde“.

Der aus Belfast kommende, heute in New York lebende Garth Ennis erfand außerdem „Preacher“, „The Boys“ und „Crossed“ und schrieb mehrere „The Punisher“- und „Hellblazer“-Geschichten.

Garth Ennis/Goran Sudzuka: A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus (Band 1)

(übersetzt von Monja Reichert und Christian Heiss)

Cross Cult, 2019

144 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

A Walk through Hell # 1 – 5

AfterShock Comics, 2018

Garth Ennis/Russ Braun: Jimmys Bastarde: Getriggert (Band 1)

(übersetzt von Hennes Bender)

Panini, 2019

136 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

Jimmy’s Bastards Volume 1: Trigger Warning

AfterShock Comics, 2018

enthält

Jimmy’s Bastards # 1 – 5

Hinweise

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Steve Dillons „The Punisher: Frank ist zurück“ (The Punisher # 1 – 12, 2000/2001)


Was ist im „Crossed“-Universum „Das kleinere Übel“?

Juli 4, 2018

In der von Garth Ennis erdachten „Crossed“-Welt hat ein hochansteckender Virus die meisten Menschen in dauergeile, Obszönitäten sagende blut- und mordgierige Barbaren verwandelt. In ihrem Gesicht haben sie eine Kreuz-Wucherung. Deshalb werden sie auch die Gefirmten genannt.

Nach der ersten „Crossed“-Geschichte ließ Ennis andere Autoren Geschichten aus der von ihm erdachten Horrorwelt schreiben. Deshalb gibt es keine durchgehenden Charaktere, sondern viele verschiedene Einzelgeschichten, die unabhängig voneinander und in jeder beliebigen Reihenfolge gelesen werden können.

Man kann, zum Beispiel, mit dem neuesten „Crossed“-Band „Das kleinere Übel“ beginnen. Mike Wolfer (u. a. „Stitched“) erzählt in dem 19. „Crossed“-Sammelband (und gleichzeitig dem 12. „Badlands“-Band) als Autor und Zeichner die Geschichte einer kleinen Gruppe Überlebender, die sich auf einer Brückenruine, gut gesichert und fast uneinnehmbar, verschanzt haben.

Als zwei gutaussehende, vollbusige junge Frauen auftauchen, ändert sich das Gleichgewicht der Gruppe. Die beiden Traumfrauen haben nämlich eines der beliebten „Surviving D-Day: Wie man die Zombie-Apokalypse überlebt“-Bücher im Gepäck und sie beginnen sofort die Mitglieder der Gruppe gegeneinander auszuspielen. Dabei ist es schon etwas erstaunlich, wie leicht es ihnen vor allem bei den männlichen Mitgliedern der Gruppe gelingt.

Denn so ein Ratgeber ist in seiner Mischung aus ernstgemeinten Ratschlägen und komplettem Unfug nicht unbedingt die beste Handlungsempfehlung. Wolfer nimmt hier auch lustvoll die in „The Walking Dead“ erprobten Methoden des Überlebens und wie Konflikte innerhalb der Gruppe gelöst werden, auseinander.

Als, auf Ratschlag der beiden Schönheiten, ein kleiner Trupp der Brückenbewohner in die nahe gelegene Stadt aufbricht, um Medikamente, Waffen und Lebensmittel zu besorgen, und die Gefirmten (die dieses Mal sprachlich und auch in anderer Hinsicht erstaunlich eloquent sind) auf der anderen Seite der Brücke auftauchen, eskaliert die Situation.

Das kleinere Übel“ erzählt eine spannende Geschichte über eine eingeschlossene Gruppe, deren Gleichgewicht durch zwei Neuankömmlinge durcheinandergebracht wird. Dass die Neuankömmlinge gekonnt auf der Klaviatur sexuellen Begehrens spielen, schadet nicht. Denn auch dieser „Crossed“-Comic ist nicht für Kinder geeignet (wie üblich steht „Empfohlen ab 18 Jahre“ auf dem Cover) und er ist in dieser Form unverfilmbar. Auch nicht als brutales, nicht-jugendfreies, nicht mit nackter Haut geizendes B-Picture.

Mike Wolfer: Crossed 19 – Badlands 12: Das kleinere Übel

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2019

140 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Crossed: Badlands 81 – 86

Avatar Press, 2018

Hinweise

Die „Crossed“-Homepage

Wikipedia über „Crossed“

Meine Besprechung von Alan Moore/Gabriel Andrades „Crossed + Einhundert (Band 1)“ (Crossed plus one hundred # 1 – 6, 2015)

Meine Besprechung von Simon Spurrier/Fernando Heinz/Fafael Ortiz‘ „Crossed + Einhundert: Band 2“ (Crossed plus one hundert # 7 – 12, 2016)

Meine Besprechung von Simon Spurrier/Rafael Ortiz/Martin Tunica‘ „Crossed + Einhundert: Band 3“ (Crossed plus one hundert # 13 – 18, 2016)

Meine Besprechung von Kieron Gillen/Rafael Ortiz‘ „Crossed Band 18 – Bandlands 11: Homo Tortor (Crossed: Badlands 75 – 80, 2017)

Meine Besprechung von „Crossed – Monster Edition“ (enthält Garth Ennis/Jacen Burrows „Crossed“ und David Lapham/Javier Barreno „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)


The Punisher „Frank ist zurück“ und trifft „Wilde Bestien“

Februar 12, 2018

Nach mehreren mehr oder weniger (meistens mehr) gescheiterten Kinoadaptionen scheint der Punisher jetzt als Serie seine Heimat bei Netflix gefunden. Jedenfalls bestellte Netflix im Dezember, einen Monat nach der Premiere, eine zweite Staffel.

Dabei ist die wahre Heimat und Herkunft des gnadenlosen Verbrechensbekämpfers Frank Castle, genannt The Punisher, der Comic. Seinen ersten Auftritt hatte er 1974 in „The Amazing Spider-Man #129“. Der Punisher ist Frank Castle, ein Kriegsveteran, der sich nach der Ermordung seiner Familie zu einem eiskalten Rächer wurde. Er bekämpft, meistens in New York, das Verbrechen, indem er die Verbrecher tötet. Gegen ihn ist „Ein Mann sieht rot“ Paul Kersey ein Weichei. Kersey hatte als Paul Benjamin seinen ersten Auftritt 1972 in einem Roman von Brian Garfield, der 1974 von Michael Winner mit Charles Bronson verfilmt wurde.

Wichtig für die Geschichte des Punisher waren die ab 2000 von Autor Garth Ennis und Zeichner Steve Dillon erzählten Geschichten. Panini Comics veröffentlichte jetzt, wegen der Netflix-Serie, den ersten von Ennis geschriebenen Punisher-Auftritt „Frank ist zurück“ wieder. Der Sammelband enthält die zwölfteilige, zwischen April 2000 und März 2001 erschienene Miniserie.

In dieser Geschichte kehrt Castle zurück nach New York und er bekämpft ab der ersten Seite die Mafia mit einer Mordrate, die ungefähr einem Toten pro Seite entspricht. Im Fokus von Castles Aufmerksamkeit ist die Verbrecherbande von Ma Gnucci. Nachdem Castle sie (yep, der Clan wird von einer Frau angeführt) in einem Eisbärenkäfig liegen ließ, ist sie extrem verärgert. Denn sie überlebte den Angriff der Bären, verlor allerdings ihre Arme und Beine. Nachdem ihre Männer den Punisher nicht besiegen können, engagiert sie den Russen, eine unkaputtbare Kampfmaschine aus der Sowjetunion, die ganze Bürgerkriege allein entscheiden kann.

Zur gleichen Zeit nehmen sich in New York mehrere Männer die Taten des Punishers zum Vorbild. Auch sie wollen mit tödlicher Gewalt für Gerechtigkeit sorgen. Es sind Hector Redondo, der Heilige. Er ist ein Priester, der nach der Beichte immer wieder, im Affekt, seine besonders sündigen Gemeindemitglieder erschlägt. Gerne mit einer Axt.

Elite sorgt in seinem Yuppie-Stadviertel für Ordnung, was besonders für nicht-weiße Drogendealer ein tödliches Problem ist.

Mr. Payback will dagegen, dass die Manager multinationaler Konzerne endlich für ihre Taten bezahlen.

Sie wollen gerne zusammen mit dem Punisher das Verbrechen bekämpfen, während die beiden NYPD-Cops Martin Soap (der Loser der Abteilung) und Molly von Richthofen (die auf das Abstellgleis geschobene sexy Ausgabe des harten Cops) sich um ihn und die Gnucci-Familie kümmern sollen.

Auch wenn es in der zweiten Hälfte der Geschichte einige Längen gibt – hier zeigt sich, dass Ennis die Geschichte auf zwölf Hefte strecken musste, anstatt ein, höchstens zwei Hefte früher aufzuhören – ist „Frank ist zurück“ eine gelungene „Punisher“-Geschichte, die alles hat, was „Punisher“-Fans lieben. Und mit dem Ennis‘ schwarzem Humor und dem Ansprechen moralischer Fragen – immerhin muss Castle hier auch gegen Nachahmer kämpfen – sogar noch etwas mehr.

In „Wilde Bestien“ erzählt Becky Cloonan ihre mit „Operation Condor“ begonnene „Punisher“-Geschichte zu Ende.

Condor ist der Name einer Verbrecherorganisation, die mit der Droge EMC normalen Menschen übermenschliche Kräfte verleiht. Jedenfalls für eine kurze Zeit. Am Ende von „Operation Condor“ hat Castle der Organisation einen tödlichen Schlag versetzt, indem er die unter der Anstalt Exeter Asylum liegende Drogenproduktionsstätte vernichtete. Dadurch ging Olafs Plan, mit der Hilfe des nichtsahnenden Frank Castle, durch den Punisher seine Rivalen bei Condor loszuwerden und zur rechten Hand des Chefs der Verbrecherorganisation aufzusteigen, auf. Dass Castle bei dem Kampf im Exeter Asylum starb und beerdigt wurde, war da nur das I-Tüpfelchen.

Aber selbstverständlich ist Frank Castle nicht gestorben. Er kehrt von den Toten zurück, trifft eine sehr wehrhafte Einsiedlerin und macht weiterhin Jagd auf Condor und Olaf.

Diese Rückkehr von den Toten geht in „Wilde Bestien“ natürlich nicht ohne ein Übermaß an Gewalt auf beiden Seiten ab, während der Plot sich übe viele Seiten kaum vorwärtsbewegt. Eher erscheint es, als vertrödele Becky Cloonan mit viel Action die Zeit bis hin zum Finale, bei dem es auch zur (wahrscheinlich) finalen Konfrontation zwischen Olaf und Castle kommt. Cloonan, die zwischen Mai 2016 und Oktober 2017 insgesamt siebzehn Punisher-Hefte schrieb, beendet hiermit eine zwölfteilige Miniserie mit einem unbefriedigendem Finale. Nach all der überbordenden Gewalt erscheint ein seitenlanger Faustkampf zwischen Castle und Olaf dann doch etwas wenig.

Davon abgesehen wird „Wilde Bestien“ als das letzte Werk von Steve Dillon in die Geschichte eingehen. Er starb mit 54 Jahren überraschend am 22. Oktober 2016.

Garth Ennis/Steve Dillon: The Punisher: Frank ist zurück

(übersetzt von Jörg Fassbender)

Panini Comics, 2017

280 Seiten

24,99 Euro

Originalausgabe

The Punisher # 1 – 12

Marvel, 2000/2001

Becky Cloonan/Steve Dillon/Matt Horak/Laura Braga: The Punisher: Wilde Bestien

(übersetzt von Carolin Hidalgo)

Panini Comics, 2017

140 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

The Punisher # 7 – 12

Marvel, Februar – Juli 2017

Hinweise

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Homepage von Becky Cloonan

Wikipedia über “The Punisher” Frank Castle (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Aaron (Autor)/Steve Dillons (Zeichner) “PunisherMax: Kingpin (Max 40)” (PunisherMax: Kingpin, Part 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Jason Aaron/Steve Dillons „The Punisher (MAX) 48: Frank“ (PunisherMax: Frank, 2011)

Meine Besprechung von Jason Aaron/Steve Dillons „The Punisher (MAX) 49: Der letzte Weg“ (PunisherMax: Homeless, 2011/2012)

Meine Besprechung von Greg Rucka (Autor)/Marco Checcetto (Zeichner)/Max Fiumaras (Zeichner) „Punisher 1: Ermittlungen“

Meine Besprechung von Charlie Huston/Andy Diggle/Kyle Hotz‘ „PunisherMAX: Hässliche kleine Welt“

Meine Besprechung von Scott M. Gimple (Autor)/Mark Texeiras (Zeichner) „100 % Marvel 72 – Punisher: Nightmare“ (Punisher: Nightmare # 1 – 5, 2013)

Meine Besprechung von Becky Cloonan/Steve Dillons „Punisher: Operation Condor (Band 1)“ (The Punisher # 1 – 6, Juli 2016 – Dezember 2016)

Meine Besprechung von Mark Goldblatts „The Punisher“ (The Punisher, USA/Australien 1989)

 


„Crossed“ – einmal in der Monster Edition, einmal in der Steinzeit

Dezember 12, 2017

Jugendfrei ist „Crossed“ nicht. Und auch nicht, trotz des großen Erfolgs von „The Walking Dead“, tauglich für eine Verfilmung. Das hat mehrere Gründe.

In der von Robert Kirkman geschriebenen Zombieserie „The Walking Dead“ begleitet man mehrere Charaktere über einen langen Zeitraum und die Geschichte entwickelt sich kontinuierlich weiter. In inzwischen 28 auf Deutsch erschienenen Sammelbänden und in einer TV-Serie, deren achte Staffel gerade im US-TV läuft. Da ist ein Einstieg in die Familiengeschichte bei irgendeinem Sammelband oder irgendeiner TV-Episode schwierig.

Bei „Crossed“ kann man dagegen mit irgendeinem „Crossed“-Sammelband beginnen. Jeder Sammelband enthält eine abgeschlossene „Crossed“-Geschichte. Niemals hat man das Gefühl, dass man die neue Geschichte nur versteht, wenn man auch die älteren Geschichten gelesen hat. Man muss auch nicht den nächsten Sammelband kaufen, um zu erfahren, wie es mit den Helden weitergeht. Denn die nächste „Crossed“-Geschichte wird von einem anderen Autor geschrieben. Mit anderen Charakteren. Aktuell ist bei uns der 18. „Crossed“-Sammelband erschienen.

Garth Ennis, der Erfinder dieser Endzeitwelt, stieg nämlich nach seiner ersten Geschichte aus der Serie aus. Später kehrte er wieder zurück. Aber das ändert nichts daran, dass seitdem andere Autoren mit von ihnen erfundenen Charakteren Geschichten schreiben, die in der von Ennis erfundenen Welt spielen.

Und gegenüber „Crossed“ erscheint „The Walking Dead“ wie eine nette Familienserie. Bereits in den „Crossed“-Comics gibt es so viel Sex und Gore, dass der Panini Verlag auf jedes „Crossed“-Buch den Hinweis „Empfohlen ab 18 Jahren!“ druckt. Die von Ennis erfundenen Untoten sind sexgierige und mordlüsterne Bestien, die ungehemmt ihren Trieben nachgehen. Sie haben ein Kreuz im Gesicht und werden deshalb „Gefirmte“ genannt. Eine Verfilmung, die der Vorlage gerecht werden will, dürfte da schnell die Grenze von „ab 18 Jahre“ zu indiziert überschreiten.

In dem aktuellen 18. „Crossed“-Sammelband „Homo Tortor“ erzählen Autor Kieron Gillen und Zeichner Rafael Ortiz die Geschichte von Washington. Der Student kann nach der Apokalypse einige Männer überzeugen, ihn zu Professor Nelson zu begleiten. Der Forscher hat vor der Apokalypse behauptet, dass bereits vor 75.000 Jahren Gefirmte auf der Welt waren. Washington erhofft sich von dem Forscher eine Erklärung für das damalige Überleben der Menschheit, die vielleicht auch zum jetzigen Überleben der Menschheit führen kann. Außerdem ist seine große Liebe Amy inzwischen mit dem Professor liiert.

In diese Geschichte ist die Geschichte von Löwe eingeflochten. Er lebte vor 75.000 Jahren im Nilbecken. Mit seinen Gefährten wird er wird er von Barbaren gefangen genommen, die anscheinend eine frühe Form der Gefirmten sind. Professor Nelson nannte sie „Homo Tortor“.

Homo Tortor“ (Crossed Band 18 – Badlands 11) ist eine weitere spannende Geschichte aus dem „Crossed“-Universum.

Parallel dazu erschien der erste Band der „Crossed Monster Edition“. Er enthält die ersten beiden „Crossed“-Geschichten.

In „Crossed“ erzählen Autor Garth Ennis und Zeichner Jacen Burrows von einer Gruppe Überlebender, die sich quer durch die USA auf den gefahrvollen Weg nach Kanada machen. Denn dort soll es sicherer sein.

Am Ende der zehnteiligen Miniserie, die ab 2008 erstmals erschien, wollte Ennis keine weiteren „Crossed“-Geschichten schreiben. Aber er erkannte das Potential der von ihm geschaffenen Welt für weitere Geschichten. Also erlaubte er anderen Autoren, in dieser Welt Geschichten zu erzählen.

In der zweiten, einzeln nicht mehr erhältlichen „Crossed“-Geschichte „Familienbande“, geschrieben von David Lapham und gezeichnet von Javier Barreno, geht es dann direkt in das amerikanische Hinterland nach North Carolina. Dort lebt die Großfamilie Pratt auf einer Farm. Seine achtzehnjährige Tochter Adaline begehrt gegen den Familientyrannen, der auch ihre jüngere Schwester vergewaltigt, auf. Aber als die Gefirmten die Farm angreifen und überrennen, müssen sie auf ihrer Flucht in den Süden zusammenhalten. Nur – und diese Frage stellt jede „Crossed“-Geschichte: wer sind ihre schlimmsten Gegner? Die Gefirmten oder andere Menschen?

Kieron Gillen/Rafael Ortiz: Crossed Band 18 – Bandlands 11: Homo Tortor

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2017

148 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Crossed: Badlands 75 – 80

Avatar Press, 2017

Crossed – Monster Edition

Panini, 2017

420 Seiten

29,99 Euro

enthält

Garth Ennis/Jacen Burrows: Crossed

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2012

Originalausgabe

Crossed # 0 – 9

Avatar Press, 2008/2009/2010

David Lapham/Javier Barreno: Crossed Band 2: Familienbande

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2012

Originalausgabe

Crossed: Family Values # 1 – 7

Avatar Press, 2012

Hinweise

Die „Crossed“-Homepage

Wikipedia über „Crossed“

Meine Besprechung von Alan Moore/Gabriel Andrades „Crossed + Einhundert (Band 1)“ (Crossed plus one hundred # 1 – 6, 2015)

Meine Besprechung von Simon Spurrier/Fernando Heinz/Fafael Ortiz‘ „Crossed + Einhundert: Band 2“ (Crossed plus one hundert # 7 – 12, 2016)

Meine Besprechung von Simon Spurrier/Rafael Ortiz/Martin Tunica‘ „Crossed + Einhundert: Band 3“ (Crossed plus one hundert # 13 – 18, 2016)

Meine Besprechung von David Lapham (Autor)/Kyle Bakers (Zeichner) “Deadpool MAX: Lang lebe Hydra!” (Deadpool MAX 7 – 12, 2011)

Meine Besprechung von David Lapham/Ramon Bachs/Nathan Massengills „Batman: Stadt der Sünde“ (Detective Comics 800 – 814, Januar 2005 – Februar 2006)

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

 


Über die neuen Geschichten aus dem „Crossed“ und „Crossed + Einhundert“-Universum

März 13, 2017

Die von Garth Ennis vor gut zehn Jahren erfundenen Zombies für seine inzwischen ziemlich beträchtlich angewachsene „Crossed“-Welt waren schon in der ersten Comic-Geschichte etwas anders. Auf den Gesichtern der Gefirmten zeichnete sich ein Kreuz ab und sie wurden in Nullkommanichts zu fluchenden, sexuell äußerst aktiven Bestien, die nur Vulgärsprache, Geschlechtsverkehr und Nahrungsaufnahme (normalerweise der notorisch unwillige Sexualpartner, der als Mensch Mensch bleiben will) in ihrem Körper haben.

Nach der ersten Geschichte (enthalten im ersten „Crossed“-Sammelband) gab Garth Ennis („Hellblazer“, „Preacher“), im Gegensatz zu „The Walking Dead“-Macher Robert Kirkman, das Heft ab. Ennis sagte (obwohl er später in die „Crossed“-Welt zurückkehrte), er habe alles zu dieser Welt erzählt. Aber er sah das Potential für weitere Geschichten, die von anderen Autoren und Zeichnern erzählt werden. Mit wechselndem Personal. Deshalb hat „Crossed“ auch nicht den popkulturellen Einfluss und die Bekanntheit von „The Walking Dead“, der, ohne dass ein Ende absehbar ist, die Geschichte von Rick Grimes erzählt.

Inzwischen ist der sechzehnte „Crossed“-Sammelband (gleichzeitig der neunte Band der „Badlands“-Unterreihe) und der dritte „Crossed + Einhundert“-Sammelband (dazu später mehr) erschienen.

In „Crossed Band 16 – Badlands 9“ erzählt David Lapham die Einzelgeschichte „Die Insel“, die in der ersten Hälfte ein waschechter Noir ist. In der zweiten Hälfte tritt dann der Kampf gegen die Gefirmten in den Vordergrund.

Ex-Polizist Gavin Land sucht in Los Angeles seine sechzehnjährige Tochter. Jennifer geriet in die Fänge eines Porno-Produzenten der abstoßenden Art, hinterließ ihm eine Nachricht auf der Mailbox und verschwand spurlos. Bevor Land seine Tochter findet und den Bösewichtern Manieren beibringen kann, wird er wegen mehrfachen Mordes verhaftet, verurteilt und überlebt die Zombie-Apokalypse im Gefängnis.

Danach sucht er weiter den Porno-Produzenten und seine Tochter; – und hofft, dass sie noch am Leben ist.

David Lapham und sein Zeichner Francisco Manna erzählen in „Die Insel“ eine spannende Noir-Geschichte mit viel Action und Gewalt. Störend für den Lesefluss sind am Anfang die zahlreichen Zeitsprünge.

Crossed + Einhundert“ wurde von Alan Moore erfunden und spielt hundert Jahre nach den Ereignissen von „Crossed“.

Nach dem ersten Sammelband gab Moore das Heft an Simon Spurier ab, der die Geschichte weitererzählte und, nachdem ich schon bei Alan Moores Geschichte Probleme mit der gekünstelten Sprache hatte, wurde diese Problem in den von Simon Spurier erzählten Geschichten noch größer. Hier ein willkürlich gewähltes Beispiel:

Du lernst mich nicht, was ich kann, Taylor. Giss das nicht.“

Sorg dich nicht. So was blicken wir öfter. Kingstenn ist von den Kruzifixern gesklavt. Ein Fünfjahr haben her haben die Smartbillys ihnen einen Deal getan. In die Isolation kicken, Verbindungen kappen, Fremde verkrätzen.“

Das überschreitet locker die Grenze von schwer lesbar zu unlesbar.

Eine nacherzählbare, auf irgendein Ende hin geschriebene Geschichte erkannte ich auch nicht. Außer natürlich dem Basisplot, dass die Archivarin Future Taylor und die anderen Menschen gegen die inzwischen intelligenter gewordenen Gefirmten kämpfen – und die Grenzen zwischen Mensch und Zombie zunehmend unklarer werden in dieser postapokalyptischen Welt, die immer noch so aussieht, als habe der Untergang der Zivilastion gestern stattgefunden.

David Lapham/Francisco Manna: Crossed Band 16 – Badlands 9: Die Insel

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2017

212 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Crossed: Badlands 62 – 70

Avatar Press, 2016

Simon Spurrier/Fernando Heinz/Fafael Ortiz: Crossed + Einhundert: Band 2

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Panini, 2016

148 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Crossed plus one hundert # 7 – 12

Avatar Press, 2016

Simon Spurrier/Rafael Ortiz/Martin Tunica: Crossed + Einhundert: Band 3

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Panini, 2016

156 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Crossed plus one hundert # 13 – 18

Avatar Press, 2016

Hinweise

Die „Crossed“-Homepage

Wikipedia über „Crossed“

Meine Besprechung von Alan Moore/Gabriel Andrades „Crossed + Einhundert (Band 1)“ (Crossed plus one hundred # 1 – 6, 2015)

Meine Besprechung von David Lapham (Autor)/Kyle Bakers (Zeichner) “Deadpool MAX: Lang lebe Hydra!” (Deadpool MAX 7 – 12, 2011)

Meine Besprechung von David Lapham/Ramon Bachs/Nathan Massengills „Batman: Stadt der Sünde“ (Detective Comics 800 – 814, Januar 2005 – Februar 2006)


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