Neu im Kino/Filmkritik: „Words and Pictures“ dreht sich um Worte und Bilder

Mai 22, 2014

Als Jack Marcus (Clive Owen) und Dina Delsanto (Juliette Binoche) sich im Lehrerzimmer das erste Mal begegnen, ist klar, dass sie ein Liebespaar werden. Denn so abweisend wie die neue Kunstlehrerin auf den arroganten Englischlehrer reagiert, der sie mit seinem kindischen Wortsuchspiel herausfordert, kann es nur in die Gefilde einer Screwball-Comedy gehen, in der die Beiden sich gegenseitig verbal züchtigen.
Jack und Dina haben ihre beste Zeit hinter sich. Jack war einmal eine große Literaturhoffnung. Inzwischen ist ein Trinker mit einem kaputten Familienleben. Sein Sohn bemüht sich erfolgreich, möglichst wenig Zeit mit seinem Vater zu verbringen. Dina ist noch eine erfolgreiche und gefeierte Malerin. Allerdings hat sie die Stelle in der ländlich gelegenen Schule in Maine angenommen, weil sie Arthritis hat. Ihre derzeitige Ausstellung wird die letzte mit echten Delsanto-Bildern sein. Nur ihre engsten Freundinnen wissen von ihrer Kranheit.
Als Jack erfährt, dass sie in ihrem Unterricht behauptete, die Malerei sei die höherwertige Kunst, behauptet er das Gegenteil und schnell bricht ein wahrer Zickenkrieg zwischen den beiden aus, in den sie auch ihrer Schüler einspannen. Denn die sollen in einem Wettbewerb begründen, ob die Malerei oder die Schriftstellerei die höherwertige Kunst sei.
„Words and Pictures“ ist eine romantische Komödie, die von den beiden Hauptdarstellern und ihren spitzen Dialogen lebt. Außerdem ist ein Film, der hemmungslos zwei der schönen Künste feiert und die beiden Hauptdarsteller fast endlos über die Malerei und die Schriftstellerei und die Bedeutung der Kunst für unser Leben räsonieren lässt, grundsympathisch. Während Juliette Binoche ihre Bilder für den Film selbst malte, bedient Clive Owen sich bei den großen Autoren der letzten Jahrhunderte, die er ausgiebig und frei vor seinen Schülern collagenhaft zitiert.
Dass beide als Lehrer katastrophale Fehlbesetzungen sind, die im wirklichen Leben spätestens nach zwei Wochen gefeuert würden, ist in diesen Momenten egal. Immerhin geht es in „Words and Pictures“ nicht um die banale Realität, sondern um Worte und Bilder, die – schließlich muss der Scheinkonflikt zwischen ihnen bis zum Ende angeheizt werden – über weite Strecken des kurzweiligen Films als deutlich voneinander getrennte Künste betrachtet werden, wie Feuer und Wasser und nicht wie Yin und Yang.

Words and Pictures - Plakat

Words and Pictures (Words and Pictures, USA 2013)
Regie: Fred Schepisi
Drehbuch: Gerald Di Pego
mit Clive Owen, Juliette Binoche, Valerie Tian, Navid Negahban, Bruce Davison, Amy Brenneman, Adam DiMarco
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Words and Pictures“
Moviepilot über „Words and Pictures“
Metacritic über „Words and Pictures“
Rotten Tomatoes über „Words and Pictures“
Wikipedia über „Words and Pictures“ (deutsch, englisch)

Ein Gespräch mit Fred Schepisi über „Words and Pictures“

 

 


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