Später als erwartet kommt er: am 5. September ist der Gratis Comic Tag 2020

September 4, 2020

Am zweiten Samstag im Mai sollte der zehnte Gratis Comic Tag für viel Leben in den spezialisierten Comicgeschäften, normalen Buchläden und Stadtbüchereien (die Comics nicht verkaufen, aber Bildergeschichten verleihen und auch Veranstaltungen über grafische Literatur machen) sorgen. Aber am 9. Mai 2020 stand das Leben still.

Weil in dem Moment die 700.000 Gratis-Comics schon gedruckt waren und nur noch auf ihre Verteilung an 650 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz warteten, war klar, dass es auch dieses Jahr einen Gratis Comic Tag geben wird. Nur wann und in welcher Form war unklar.

Am Ende entschieden die Macher sich für eine Verschiebung des Termins auf den 5. September. An diesem Samstag sollen dann, natürlich unter Beachtung der Hygiene-Auflagen, die Gratis-Comics verteilt werden. Mit begleitenden Aktionen und die Fans dürfen selbstverständlich verkleidet kommen. Dabei sind einige Outfits bekannt-beliebter Comicfiguren, wie Spider-Man, perfekte Kostüme für die Pandemie.

Zum diesjährigen Gratis Comic Tag gibt es 34 verschiedene Hefte, die zeigen, wie vielfältig die Comicwelt ist. Denn Comics sind nicht nur die Bildergeschichten, mit denen man als Kind anfing zu lesen, oder Superheldengeschichten oder, wenn man als Erwachsener wieder einen Comic in die Hand nimmt, „Werner“-Blödeleien (dieses Jahr mit einem Heft dabei). Sondern Comics sind heute auch Geschichten für Erwachsene, die sich mit ihrem Leben beschäftigen. Stilistisch und thematisch ist in der inzwischen schon zehnten Ausgabe des Gratis Comic Tags wieder alles vertreten. Dabei gibt es einige speziell für den Tag zusammengestellte Hefte, einige Hefte, die eine abgeschlossene Geschichte erzählen und für meinen Geschmack zu viele Hefte, die nur den Anfang einer längeren Geschichte erzählen. Sie spekulieren offen darauf, dass das kostenlose Heft zum Kauf der weiteren Hefte führt. Denn, und das ist kein Geheimnis, der Gratis Comic Tag ist auch eine Verkaufsveranstaltung, die Menschen zum Kauf von Comics bewegen soll. In den vergangenen Jahren erzielten die Buchhandlungen an dem Tag hohe Umsätze. Jedes Jahr beteiligten sich mehr Geschäfte und es wurden mehr Hefte gedruckt.

Wer einen Blick auf die Umschläge der 34 Gratis-Hefte wirft, wird viele aus den vorherigen Gratis Comic Tagen bekannte Figuren, Serien und Verlage wieder sehen (selbstverständlich sind die „Horrorschocker“ wieder dabei) und etliche neue Comics und Mangas sehen. Einige, wie der französische Slapstick-Comic „Valerian“ (von René Goscinny und Jean Tabary, die ihren sympathischen Landstreicher durch eine wüste Kriminalgeschichte stolpern lassen) und „Onkel Dagobert und Donald Duck“ (Don Rosas 1987 erschienene Geschichte „Der Sohn der Sonne“ [vielleicht für einige schon keine Kindheitserinnerung mehr]) wecken wohlige Erinnerungen an die Kindheit.

Blueberry“ ist zwar nicht für Kinder, aber ein Klassiker, der seit über fünfzig Jahren immer wieder neu aufgelegt wird und den guten Ruf des francobelgischen Comics mit begründete. Als Gratis-Comic wird heuer die von Jean ‚Moebius‘ Giraud und Jean-Michael Charlier erzählte Geschichte „Der Sheriff“ präsentiert.

Für Westernfans gibt es außerdem Paolo Eleuteri Serpieris unveröffentlichte Geschichte „Der Bote“. Sie ist Teil der „Serpieri Collection“ und ziemlich düster. Weniger düster ist der erste Auftritt von „Lincoln“. Das liegt aber daran, dass der maulfaule Verbrecher Lincoln in „Auf Teufel komm raus“ ständig schlecht gelaunt ist und Gott und der Teufel mit ihm böse Spiele treiben.

Im Bereich „Comics für Kids“ gibt es außerdem die „Minions“, die von Fußballspieler Cristiano Ronaldo erfundene Serie „Strike Force 7“ (mit dem Fußballer als Helden; naja) und in den Heften „Hallo Justice League“ und „Harley Quinn“ gibt es jeweils drei Leseproben in denen bekannte Superhelden kindgerechte Abenteuer erleben.

Die Superhelden sind auch bei den Erwachsenen vertreten mit „Spider-Man“ (zwei abgeschlossene Geschichten), „Invincible“ (eine neue Serie von „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman) und dem ersten Auftritt der „Teenage Mutant Ninja Turtles“. Der war 1984. Damals waren die Turtles noch kein infantiles Hollywoodabenteuer, sondern tiefster Underground.

Bei den Superhelden gibt es auch bayerische und österreichische Gewächse wie „Tracht Man“ und „Ash Austrian Superheroes“, die für mich dann doch zu sehr in den altbekannten Klamauk gehen, bei dem regionale Befindlichkeiten und Traditionen starkbierig mit Superhelden aufgehübscht werden. Das war mir schon als Jugendlicher zu infantil.

Werke wie das Historienepos „ Die Ilias“ (Teil 1 von 3), „Ein Leben für den Fußball – Die Geschichte von Oskar Rohr“ (ein deutscher Torschützenkönig, der 1932 für den FC Bayern spielte, nach Frankreich ging und später in eine Konzentrationslager interniert wurde; auch hier gibt es leider nur die ersten Seiten) und, ebenfalls nur die ersten Seiten von Pénélope Bagieus Roald-Dahl-Interpretion „Hexen hexen“ sind dann nur der vielversprechende Anfänge.

Auch „Pik As – Die fantastische Detektei“ (die erste Hälfte des ersten Falls, der um die Jahrhundertwende in Paris spielt und in dem eine junge naseweise Frau Detektivin sein möchte und daher mit dem Meisterdetektiv Auguste Dupin ermitteln möchte. Der glaubt allerdings, auf weibliche Hilfe verzichten zu können) und das von Alan Moore initiierte Projekt „Cinema Purgatorio“ fungieren vor allem als Appetitanreger.

Das kann über die höchst vergnügliche „Die Rückkehr auf Land: Das wahre Leben“, in dem Jean-Yves Ferri und Manu Larcenet ihre Stadtflucht humorvoll verarbeiten, nicht gesagt werden. Eine dicke Empfehlung für diesen Comic.

Insgesamt zeigen die 34 Hefte, wie vielfältig die aktuelle Comicwelt ist.

Hier geht es direkt zu den teilnehmenden Orten.

Und als Einstimmung eine Covergalerie:

 


Gratis Comic Tag 2020 dieses Jahr im Herbst

Mai 7, 2020

Normalerweise würde ich jetzt die Comics und das Pressematerial für den Gratis Comic Tag lesen. Der sollte nämlich am 9. Mai stattfinden. An 650 Orten (hauptsächlich natürlich Buch- und Comicläden) sollten 700.000 Comics verteilt werden.

Schon seit Wochen war klar, dass der diesjährige Gratis Comic Tag nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann. Das wäre nämlich eine lauschige Massenveranstaltung geworden von alten und jungen Comicfans, teils verkleidet, die mindestens eines der 34 verschiedenen Hefte abgreifen wollen und Veranstaltern, die ein abwechslungsreiches Begleitprogramm anbieten. Während sie über Comics reden. Es wurde überlegt, kleinere Veranstaltungen zu machen oder die 700.000 gedruckten Comics den Fans zuzusenden oder sie über mehrere Tage zu verteilen. Alles möglich, aber auch nicht so wahnsinnig prickelnd. Schließlich soll der Gratis Comic Tag an einem Tag die Aufmerksamkeit auf den Comic und seine Vielfalt lenken. Und währenddessen war unklar, ob die Geschäfte und Bibliotheken überhaupt an dem Tag öffnen dürfen.

Jetzt wurde der große, konsequente und (jedenfalls von mir) auch so erwartete Schritt verkündet:

Liebe Comic-Freundinnen und Comic-Freunde,

nach intensiver Beratung mit den Teilnehmern und Partnern des Gratis Comic Tages wurde beschlossen, den Termin für den GCT 2020 auf den Herbst zu verschieben, so dass dieser nicht jetzt am 9. Mai stattfinden wird.

Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen. Auch wenn es momentan sehr nach einer Entspannung der Situation aussieht, so ist der GCT für die meisten Standorte doch eine “Großveranstaltung” und diese sind für den Sommer noch untersagt. Befragt dazu gern beim nächsten Besuch eure Händlerinnen und Händler, sicher kann man euch dort noch einmal besser erklären, wie sich die Situation aus Händlersicht darstellt.

Wir werden uns im Juli noch einmal mit allen Beteiligten beraten und dann hoffentlich bis Anfang August ein neues Datum bekannt geben können.

Vielleicht seid auch Ihr von den aktuellen Maßnahmen betroffen, dann wünschen wir euch alles Gute für diese schwierige Zeit!

Wir freuen uns auf euch beim Gratis Comic Tag 2020
Die Verlage beim Gratis Comic Tag


Gratis-Comic-Tag, Runde 10 am Samstag – und noch mehr Comics in Berlin

Mai 10, 2019

Morgen, am Samstag, den 11. Mai, ist es wieder soweit. Der Gratis-Comic-Tag lädt Comic-Fans (nicht nur die pickeligen Nerds, sondern auch Kinder, ihre Eltern, Großeltern, Erwachsene, Fans aller möglichen Genres und einfach nur Neugierige) ein, in einem von bundesweit vierhundertfünfzig Geschäften in den Comics zu stöbern und kostenlose Comics mitzunehmen. Dieses Jahr gibt es 34 verschiedene Gratis-Comics. Insgesamt wurden über 600.000 Hefte gedruckt. Beim ersten Gratis-Comic-Tag waren es 170.000 speziell für diesen Tag gedruckte Hefte, in denen Verlage manchmal ein ganzes Comicalbum, manchmal nur einige Seiten aus einem Comic (das ist dann nicht so spannend), manchmal eine oder mehrere Einzelgeschichten und manchmal sogar eine speziell für diesen Tag geschriebene und gezeichnete Geschichte veröffentlichen.

So präsentiert Schreiber & Leser mit „Bouncer“ und „Ghost Money“ jeweils das erste Album. „Bouncer“ ist ein düsterer Western von Alejandro Jodorowsky, der deutlich konventioneller als seine psychedelischen Kino-Meisterwerke („El Topo“, „Montana Sacra – Der heilige Berg“) ist. Es geht um Rache und die Suche nach einem riesigen Diamanten

Ghost Money: Die Dame aus Dubai (Band 1)“ von Thierry Smolderen und Dominique Bertail ist in Frankreich bereits 2008 erschienen. Das ergibt jetzt eine interessante Meta-Ebene, weil die Geschichte 2024, also demnächst, spielt und sie sich ausdrücklich auf 9/11 bezieht. US-Geheimdienste suchen immer noch nach dem Geld von Al-Kaida und die schöne, vermögende, geheimnisvolle Chamza scheint der Schlüssel dazu zu sein. Da will man unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Andere Hefte sind vom Carlsen Verlag, Cross Cult, Egmont, Panini Comics, Reprodukt, Splitter Verlag, Kazé Manga, dani books, Kult Comics, Dantes Verlag, Plem Plem Productions, Weissblech Comics, TheNextArt und Tokyopop. Einige Verlage sind seit dem ersten deutschen Gratis-Comic-Tag dabei, andere sind später dazugestoßen.

Sieben Comichefte sind speziell für Kinder. Die restlichen 27 Hefte richten sich an ein älteres Publikum. Es gibt Geschichten mit teils seit Jahrzehnten bekannten Figuren. Zum Beispiel eine neue „Werner“-Geschichte. „Donald Duck“ (bei den Kindern), „Lucky Luke“ (das komplette „Hommage 2 – Jolly Jumper antwortet nicht“-Album), „Spider-Man“, „Conan“ und „Captain Berlin“ (Yeah, Lokalpatriotismus) sind ebenfalls alte Bekannte.

Zu den neueren Namen gehören Olivia Viewegs in Deutschland spielende, inzwischen verfilmte Zombie-Apokalypse „Endzeit“, Warren Ellis‘ pulpige Abenteuergeschichte „Simon Spector: Apparat“, Régis Hautières „Der Krieg der Knirpse 1: Das Haus der Findelkinder“ (ebenfalls der gesamte erste Band) und Greg Ruckas in der Zukunft spielende Thrillerserie „Lazarus“ (dito).

Außerdem ist der asiatische Raum mit mehreren Comics und Mangas, die unbekümmert die verschiedensten Genres vermischen, vertreten. Es gibt die Cyberpunk-Geschichte „Ex-Arm“ von HiRock und Shinya Komi, Tsuyoshi Takakis in Frankreich beliebten Fantasy-Horror „Black Torch“, den Westernspaß „Renjoh Desperado“ von Ahndongshik und Jimmy Liaos Bilderbuch für Erwachsene „Reiche der Fantasie“.

Neben den Gratis-Comic-Heften haben einige Comicläden noch ein Programm organisiert. Details dazu gibt es hier.

Außerdem geibt es in Berlin am Samstag und Sonntag im Museum für Kommunikation die ComicInvasionBerlin.


Das wird teuer: Am Samstag ist der Gratis-Comic-Tag

Mai 12, 2017

Für alle die neu bei dieser Veranstaltung sind: seit 2010 gibt es in Deutschland den Gratis-Comic-Tag. An einem Samstag im Mai verschenken mehrere Comic-Verlage und Händler Comics. Nicht irgendwelche, sondern ein Bündel extra für diesen Tag produzierter Hefte. Inzwischen dürften einige der in den letzten Jahren verteilten Hefte Sammlerstücke sein. Mit dem Tag soll gezeigt werden, wie vielfältig die Comic-Welt ist. Also dass es nicht nur Bildergeschichten für Kinder und Bildergeschichten mit Superhelden gibt. Es soll Interesse an neuen Serien und Geschichten geweckt werden. Es gibt auch Geschichten, die extra für diesen Tag geschrieben wurden. Und natürlich soll damit der Verkauf von Comics gefördert werden.

Die Idee dafür kommt aus den USA. Dort gibt es den Tag seit 2002.

Der nächste Gratis-Comic-Tag ist am Samstag, den 13. Mai, und diese 320 Geschäfte beteiligen sich an dem Tag. Einige haben sich auch besondere Aktionen für den Tag überlegt.

Und welche Comics werden verteilt? Hier ist die vollständige Übersicht der dreißig für den Tag produzierten Hefte.

Ich habe mir einige schon vorher angesehen und bei den von mir gesichteten Comics überwogen eindeutig die Hefte, die eindeutig als Appetitanreger dienen sollen. Denn es wurden keine eigenständigen Geschichten, sondern die ersten Seiten oder das erste Heft der deutlich längeren Geschichte abgedruckt. ‚Anfüttern‘ wird das, glaube ich, genannt. Bei einigen Titeln mit viel Erfolg. Bei anderen nicht so, weil die abgedruckten Seiten einfach zu wenig über die Geschichte und ihre weitere Entwicklung verraten. Als ob man von einem „Tatort“ nur die Minuten bis zu dem Mord, vielleicht noch den Mord, aber nicht mehr die ersten Ermittlungsschritte der Kommissare, sieht.

In diese Kategorie fällt das erste Kapitel von Stephan Francks „Silver“ (Schreiber & Leser) über den Meisterdieb James Finnegan, der 1931 in New York einen gewagten Diebstahl durchführt. Später soll er auch Vampiren begegnen. Der Verlag nennt das Heft den „Prolog“ für „eine witzige Hommage an das Original ‚Dracula‘ und eine Reise ins Reich der Vampirlegenden“. Die ersten Seiten sind jedenfalls nicht schlecht, aber zu wenig um auch nur ein halbwegs kundiges Urteil zu fällen.

Das gilt auch für Joe Benitez und Peter Steigerweilds „Lady Mechanika“ (Splitter), eine Steampunk-Geschichte, deren erster von zwei Bänden im Juli erscheint.

Noch ein Prolog ist „Seneca-Akte1: Die Ustica-Verschwörung“ (The NextArt) von Michael Feldmann, das auch ein Kickstarter-Projekt ist. Er verknüpft den Absturz von Itavia-Flug 870 in der Nähe der Mitelmeer-Insel Ustica im Juni 1980, das Gladbecker-Geiseldrama von 1988 und, eine Woche später, die Flugkatastrophe von Ramstein mit der Geschichte der jungen Fotografin Melissa Frattini, deren Bruder bei dem Flugzeugabsturz starb. Und weil Feldmann einen Verschwörungsthriller schreibt, dürfen wir gespannt sein, wie er das alles miteinander verknüpft. In dem Heft für den Gratis-Comic-Tag gibt es nur das Set-Up der Verschwörung.

Eigentlich noch nicht einmal das Set-Up gibt es in John Laymans „Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens“ (Cross Cult), die irgendwo im unbekannten Territorium, bei einem Wissenschaftler, der Genexperimente macht, aufeinander treffen. Das Heft des Gratis-Comic-Tages funktioniert gerade so als Appetitanreger.

Über „Sláine“ (Dantes Verlag) kann das nicht gesagt werden. Pat Mills‘ „Sláine“ hatte, wie „Judge Dredd“, seinen ersten Auftritt in den frühen Achtzigern in dem legendären britischen Comicmagazin „2000 AD“. Für den Gratis-Comic-Tag wurde die zweite „Sláine“-Geschichte „Das Biest im Broch“ abgedruckt. Sláine ist ein keltischer Krieger, der mit seinem treuen Zwerg Ugo Abenteuer erlebt. Zum Beispiel das, in dem er einen Broch, einen wertvollen Gefängnisturm mit Gefangenen, erwirbt und feststellen muss, dass er einen grauenvollen Mitbewohner hat.

Eine SW-Geschichte für die Fans von Conan und anderer Fantasy-Barbaren-Geschichten. Der Dantes Verlag will alle Sláine-Geschichten auf Deutsch veröffentlichen.

Zurück aus den Zeiten, in denen es noch keine Toiletten gab, in das Jahr 1988 in eine US-amerikanische Vorstadt. In Brian K. Vaughans „Paper Girls“ (Cross Cult) trägt eine Gruppe Mädchen an Halloween, mitten in der Nacht, Zeitungen aus. Sie haben Ärger mit den Jungs, von denen einer sich als Freddy Krueger verkleidet hat, und der Polizei und entdecken im Keller eines verlassenen Hauses ein UFO. Kurz darauf begegnen sie Außerirdischen, finden eine Puderdose mit einem Apfel-Symbol und schon ist das Heft gelesen. Die Fortsetzung gibt es dann in dem schon erhältlichen ersten „Paper Girls“-Band.

In Jean-Charles Kraehns „Gil St. Andre: Eine seltsame Entführung“ (All Verlag) verschwindet die Frau von Gil St. Andre spurlos. Weil die Polizei nicht ermittelt, beginnt er sie auf eigene Faust zu suchen. Er erfährt, dass vor seiner Frau schon andere Frauen verschwanden. In dem Heft für den Gratis-Comic-Tag ist – „Gil St. Andre“ ist ein französischer Comic, der im Original zwischen 1996 und 2001 erschien – das erste Album enthalten. Es ist Teil des bereits erhältlichen ersten Sammelbandes (betitelt als „Zyklus 1“) der dreibändigen Gesamtausgabe der Serie. Der erste Band enthält die erste, aus fünf Alben bestehende „Gil St. Andre“-Geschichte. Das erste Album ist ein verdammt guter, wendungsreicher Krimi.

Machen wir jetzt einen Sprung über den Kanal zu James Bond und Sherlock Holmes. Obwohl James Bond nur eine Neben-Nebenrolle in James Robinsons „ James Bond 007 – Felix Leiter“ (Splitter Verlag) hat. Felix Leiter ist, wie Bond-Fans wissen, der teilamputierte CIA-Kumpel von James Bond. In dem Comic fehlen ihm sein rechter Arm und sein linkes Bein. Er ist Tokio. Er soll für die Japaner herausfinden, warum die russische Agentin Alena Davoff, die er von früher kennt, in Japan ist. Das Heft endet mit den Bildern von einem Giftgasanschlag auf das Regierungsgebäude der Präfektur Tokio in West-Shinjuku; – und damit dem Beginn der eigentlichen Geschichte, die ab September beim Dealer ihres Vertrauens erhältlich sein wird.

Auch Sherlock Holmes begegnen wir in Sylvain Corduriés „Sherlock Holmes: Die Chroniken des Moriarty“ (Splitter Verlag) nicht. Denn im ersten Teil (von zwei, die als Sammelband im Mai erscheinen) dreht sich alles um Professor James Moriarty. Er hat, wie Sherlock Holmes, den Sturz in die Reichenbachfälle überlebt und nach längeren Kämpfen mit Monstern im Reich der Toten, ist er zurück in London. Er will jetzt alle Bände des legendären Necronomicon haben.

Das ist spannend; – aber das habe ich auch letztes Jahr über die Sherlock-Holmes-Geschichte „Sherlock Holmes und die Zeitreisenden“ von Sylvain Cordurié geschrieben.

Sherlock Holmes hat, als einzige Figur, beim diesjährigen Gratis-Comic-Tag zwei Auftritte. In Jays Manga „Sherlock – Ein Fall von Pink“ (Carlsen Verlag). Jetzt sieht er, siehe Cover, wie Sherlock aus und die Vorlage für den Manga ist der gleichnamige BBC-Film.

Walter Königs „Herbst in der Hose“ (Rowohlt) fällt da aus dem Rahmen. Einerseits sind es die ersten Seiten von seinem neuen Buch, das Ende Juni erscheint. Andererseits erzählt er Szenen aus dem Leben von Schwulen nach der Midlife-Crisis, wenn die Zipperlein keine Zipperlein mehr sind. Das hat, auch wenn das Personal aus „Der bewegte Mann“ auftritt, nicht mehr den Neuigkeitswert des vor dreißig Jahren erschienen Kultcomics „Der bewegte Mann“. Aber wer hätte wirklich geglaubt, dass Homos von den Beschwerden des Alters verschont bleiben und dass Handy-Verkäufer sich bei ihnen anders als bei Heteros verhalten?

Ergänzt werden die „Herbst in der Hose“-Seiten von den dazu passenden, kurzen Geschichten „Sex-Date 2036“ und „Backstage“, die König im Männerschwarm Verlag veröffentlichte.

Einzelgeschichten liefert, wie schon letztes Jahr Weissblech Comics mit „Horrorschocker“. Der Verleger wählte vier Horrorgeschichten aus, die bereits in verschiedenen „Horrorschocker“-Heften erschienen sind und die nur wenige Seiten benötigen, um zu einem überraschenden und schockierenden Ende zu kommen. Äußerst empfehlenswert!

Ebenfalls empfehlenswert ist „Doctor Who“ (Panini) das auf dem Titelbild mit „Drei Doktoren! Drei Abenteuer“ und „Drei abgeschlossene Short-Storys!“ wirbt. Der zehnte Doktor (Äh, ist er bekannt? Der Doktor ist ein Timelord vom Planeten Galifrey, der durch Raum und Zeit reist, Abenteuer erlebt und, immer wenn ein ‚Doktor‘-Schauspieler die langlebige BBC-Serie verlässt, ändert er seine Gestalt) schlägt sich in der Tardis (seinem Raumschiff) mit der „Waschmaschine des Todes“ herum, der zwölfte Doktor hat in der Quartzwüste von Asmoray Ärger mit einem elektrischen Körper und der elfte Doktor trifft im heutigen London auf eine Comic-Manie. Alle wollen unbedingt die Geschichte von Zzangnar lesen – und warum muss ich bei dieser Geschichte an den Gratis-Comic-Tag denken?

Vielleicht weil ein älterer Mann im Anzug mit Aktentasche sagt: „Heute werden hier Comics, Bücher und Hörbücher der besten Story der Welt verteilt…“


Gratis-Comic-Tag 2016: Kostenlose Comics, Aktionen und, wahrscheinlich wieder, endlose Schlangen

Mai 13, 2016

GratisComicTag - Zombie Terror - 4

Comics sind Kindergeschichten.

Comics sind Superheldengeschichten.

Comics sind Erwachsenengeschichten.

Das alles und noch viel mehr sind Comics und der inzwischen schon siebte Gratis-Comic-Tag am Samstag, den 14. Mai, präsentiert einen aufregenden Querschnitt durch die aktuelle Comic-Szene mit 34 verschiedenen kostenlosen Heften. Insgesamt wurden 356.000 Hefte für den Tag gedruckt. 16 Verlage beteiligen sich. Einige Händler begleiten den Tag mit weiteren Aktionen.

Damit liefert der Gratis-Comic-Tag einen umfassenden und auch ziemlich vollständigen Überblick über die gesamte Comicszene in all ihren Facetten.

GratisComicTag - Lucky Luke - 2GratisComicTag - Isaak der Pirat - 2

So gibt es mit „Die Dalton-Ballade“ (Egmont Comic Collection) eine abgeschlossene kürzere „Lucky Luke“-Geschichte von Goscinny/Morris, die wohlige Erinnerungen an unsere frühen Comic-Leseerlebnisse weckt. Neben Asterix und Donald Duck, der auch beim Gratis-Comic-Tag vertreten ist.

Dieses Mal begleitet der unbestechliche Gesetzeshüter Lucky Luke, der dieses Jahr seinen siebzigsten Geburtstag feiert, die Dalton-Brüder, diese Bande von vier dummen, aber engagierten Verbrechern. Ihr Onkel hat ihnen ein Vermögen vermacht, nachdem er am Galgen („natürlicher Tod“ für die Daltons) starb. Die Erbschaft erhalten sie, nachdem sie die Geschworenen und den Richter, die ihren Onkel verurteilten, getötet haben. Als unabhängiger Zeuge soll Lucky Luke dabei sein.

Die Dalton-Ballade“ ist vor allem eine absurd-komische Geschichte.

Weniger komisch ist „Amerika“ (Reprodukt), das erste von fünf erhältlichen „Isaak der Pirat“-Hefte von Christophe Blain. Isaak Sofer ist im Paris des 18. Jahrhunderts ein glückloser Maler. Als er bei einem Schiff als Maler anheuert, hat er keine Ahnung, dass seine Reise länger als geplant dauern wird und er, ungeplant, Piraten in die Hände fällt. Während er mit mehr oder weniger vielen Umwegen Richtung Amerika segelt, lernt seine Frau in Paris einen Mann kennen,

Für meinen Geschmack sind einige Dialoge und das Verhalten einiger Personen, vor allem von Isaak und seiner Frau, zu sehr in der Gegenwart verwurzelt. Aber insgesamt ist „Amerika“ eine äußerst kurzweilige Abenteuergeschichte.

GratisComicTag - Kiste - 2GratisComicTag - Rat Queens - 2

Kiste“ (Reprodukt) von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter ist ein Kindercomic über, nun, eine Werkzeugkiste, die alles ausprobieren will und konstant begeistert ist. Auch wenn die Wippe, die Kiste mit seinem Freund Mattis gebaut hat, eine Nicht-Wippe ist.

Sehr witzig!

Rat Queens“ (Dani Books) von Kurtis J. Wiebe und Roc Upchurch richtet sich dagegen an ein etwas älteres Publikum. Die Rat Queens sind eine Bande von vier Mädchen, die keinem Ärger aus dem Weg gehen und jetzt, weil sie, wieder einmal, die halbe Stadt zerstörten, zur Strafe, Goblins aus der Hindman-Höhle verjagen sollen.

Der Gratis-Comic taugt allerdings nur als Appetit-Anreger, weil er lediglich das erste Kapitel des ersten „Rat Queens“-Sammelbandes „Gemetzel, Gold und große Klappen“ enthält. Ach ja: die Rat Queens waren 2014 als beste neue Serie für den Eisner Award nominiert und 2015 gab es den Hugo Award als „Best Graphic Story“.

GratisComicTag - Sherlock Holmes - 2GratisComicTag - Batman - 2

Sherlock Holmes und die Zeitreisenden“ (Splitter) von Sylvain Cordurié und Yladimir Krstic-Laci, die schon mehrere Holmes-Geschichten erzählten, ist eine Geschichte, die sich sehr weit von dem Doyle-Holmes entfernt. Nach einer Konfrontation mit Professor Moriarty um das Necronomicon hat Holmes sich zurückgezogen. Er ist jetzt ein ganz normaler Buchhändler. Als die Königin ihn um Hilfe bittet, kann er nicht ablehnen. Er soll McBride finden, ehe etwas Schlimmes geschieht.

Zur gleichen Zeit sucht McBride, ein Zeitreisender, der aus der Zukunft wieder in die Gegenwart (also das viktorianische London) zurückkehrte, zwei andere Zeitreisende, die aus der Zukunft in die Vergangenheit reisten. McBride will sie unbedingt zur Strecke bringen. Aber er hat keine Ahnung, wie sie aussehen.

In dem Gratis-Comic-Tag-Heft ist das erste Album der aus zwei Alben bestehenden Geschichte abgedruckt, die nach einem langsamen Beginn enorm spannend wird.

Ein anderer nicht tot zu kriegender Charakter ist Batman. Für den Gratis-Comic-Tag gibt es mit „Batman“ (Panini Comics) eine abgeschlossene Batman-Geschichte, in der er, mit überraschendem Ergebnis, gegen Clayface kämpft. Ergänzt wird die Einzelgeschichte um drei kurze „DC You – Dein DC-Universum“-Previews mit Batman/Superman (ohne Superkräfte), Bizarro (ein schräger Anti-Superman) und Green Lantern.

GratisComicTag - Marvel Super Heroes - 2GratisComicTag - Fight Club - 2

Neben DC Comics ist Marvel die andere Superheldenschmiede, die in „Marvel Super Heroes“ (Panini Comics) in einer Geschichte die Avengers, die Guardians of the Galaxy und Spider-Man während einer Zirkusvorstellung miteinander gegen die Zirkusdirektoren kämpfen lässt. Ein schöner Spaß.

Außerdem ist in dem Heft der erste Auftritt einer jüngeren Avengers-Gruppe, die erst noch das richtige Kämpfen lernen müssen, und ein Solo-Auftritt von Spider-Man enthalten. Beides sind Appetithappen auf das neue Marvel-Universum.

Vor zwanzig Jahren wurde Chuck Palahniuk mit seinem Debütroman und der anschließenden Verfilmung „Fight Club“ bekannt. Jetzt erzählt er in „Fight Club 2“ (Splitter) die Geschichte fort. In „Fight Club 2“ sind „Das Prequel“ und „Tyler Durden lebt“, das zehn Jahre nach dem ersten „Fight Club“ spielt, enthalten. Mit beiden Geschichten konnte ich nicht viel anfangen. Allerdings ist „Tyler Durden lebt“ auch nur der Anfang der über 250-seitigen „Fight Club 2“-Geschichte, die Splitter in zwei Bänden veröffentlicht.

Anscheinend schreibt Palahniuk schon an einem dritten Teil, der wieder als Comic erscheinen soll.

GratisComicTag - Frankenstein - 2GratisComicTag - Die Überlebende - 2

Durchgehend gelungen sind die vielen kurzen Geschichten in „Happy Birthday, Frankenstein“ (U-Comix), mit dem U-Comix den zweihundertsten Geburtstag von Frankenstein und seinem Monster feiert. Mary Shelleys Roman erschien zwar erst 1818, aber davor ersann sie die Geschichte. In dem Comicheft gehen die fast ausschließlich deutschen Autoren und Zeichner herrlich respektlos mit dem Monster, seinem Umfeld und seiner popkulturellen Wirkung um. Sogar David Bowie hat einen Auftritt. Wer braucht da noch „Victor Frankenstein“?

Ähnlich respektlos, vergnüglich und nicht unbedingt jugendfrei geht es in „Zombie Terror“ (Weissblech Comics) zu. Auch wenn nicht in allen Geschichten Zombies dabei sind. Eigentlich nur in der ersten „Tote Welt“, dem Beginn einer Zombie-Saga, die mitten in der Geschichte, nachdem einige Zombies getötet wurden, abbricht. Befriedigender ist da die „Captain Berlin“-Geschichten von Jörg Buttgereit und Levin Kurio (der auch für „Tote Welt“ verantwortlich ist). Captain Berlin, die Geheimwaffe des Widerstandes gegen Hitler und seine Schergen, muss gegen Germanikus, den ersten wahren Übermenschen, ein Flickwerk aus Leichenteilen, kämpfen. Von Levin Kurio ist auch die „Kala“-Kurzgeschichte „Wächter des Wassers“, in der die Urweltamazone Kala, arg unbekleidet, gegen ein Untier kämpfen muss.

Nicht jugendfrei kann auch über „Die Überlebende“ (All Verlag) von Paul Gillon (1926 – 2011) gesagt werden. Im Original erschien der vierbändige Comic, der in Deutschland lange nicht mehr erhältlich war, zwischen 1984 und 1991. Gillons in damals naher Zukunft spielende Geschichte einer Frau, die während eines Tauchgangs eine Katastrophe überlebte, die die ganze Menschheit vernichtete, hat viele freizügige Bilder, weil Aude Albrespy bevorzugt nackt oder leicht bekleidet ist. Sie kehrt nach Paris zurück, lässt sich in einem Nobelhotel in jeder Beziehung von den allgegenwärtigen und immer noch funktionierenden Robotern verwöhnen. Als ein Mann, der in einem Raumschiff die Katastrophe überlebte, ändert sich alles.

Während des Gratis-Comic-Tages wird der komplette erste Band des postapokalyptischen Pornos, der neugierig auf die weitere Geschichte von Aude macht, verteilt.

Einen Überblick über die beteiligten Händler gibt es hier.

Einen Überblick über die Aktionen gibt es hier.

Und hier gibt es weitere Informationen zu den diesjährigen Comics.


Gratis-Comic-Tag 2013: viele, viele gute Comics für lau

Mai 10, 2013

 

Ist schon wieder ein Jahr um? Denn am Samstag, den 11. Mai (also ungefähr heute), ist wieder Gratiscomictag. Am bewährten Konzept wurde auch im vierten Jahr nichts geändert: Zweihundert Comichändler und Buchhandlungen mit einer guten Comicabteilung geben an dem Tag extra für den Tag produzierte Comichefte ab. Die dreißig Hefte sind von achtzehn verschiedenen Verlagen, von kleinen bis hin zu großen Verlagen, von bekannten Namen bis hin zu Newcomern, von Cartoons über Comics für Kinder hin zu avancierten Graphic Novels, die zeigen, was eine Bildergeschichte alles leisten kann.

Also von „Hägar, der Schreckliche“ über „Donald Duck“, „Batman/Superman Adventures“ und „Before Watchmen“ (die Vorgeschichten zu Alan Moore/Dave Gibbons‘ kongenialem „The Watchmen“) hin zu „U-Comix“ (nach 16 Jahren back in the game) und Joe Dalys „Der rote Affe“, der stilistisch etwas an Art Spiegelmans „Maus“ erinnert. Denn Dalys Erzähler Dave, der etwas wie ein Affe aussieht und Affenfüße hat, ist ein in Kapstadt lebender Zeichner, der mit Auftragszeichnungen von Ziegelsteinen sein Leben fristet und gerne ein richtiger Comiczeichner wäre. In dem Gratiscomicheft „Der undichte Cellokoffer“ (avant-verlag) hat er einen richtigen Pechtag: zuerst ist sein Auftraggeber mit seinen Zeichnungen unzufrieden, dann setzt er seine Wohnung unter Wasser, wird von seiner Freundin verlassen und hat Ärger mit seinem Obermieter, einem bedrohlichen Brutalo. Auch sein bester Freund Paul, so etwas wie der südafrikanische Dude (Remember „The Big Lebowski“?), hält von der Arbeit ab.

Der rote Affe“ ist ein witziger Blick in den Alltag eines Künstlers, bis Dave den Grund für den Lärm in der über ihm liegenden Wohnung herausfinden will und sein Tag wird noch schlimmer.

Gratis-Comic-Tag 2013 - Doppeltes Glück mit dem roten AffenGratis-Comic-Tag 2013 - Before Watchmen

Pünktlich zum neuen Raumschiff-Enterprise-Film „Stark Trek into Darkness“ gibt es, wie schon bei dem vorherigen Raumschiff-Enterprise-Film, die Vorgeschichte zum Film als Comic. Wobei „Star Trek – Countdown to Darkness“ (Cross Cult) nichts über die Filmgeschichte verrät (ich würde sogar zögern, die Geschichte „Vorgeschichte zum Film“ zu nennen), ist der Auftakt der von Autor Mike Johnson und Zeichner David Messina erfundenen Geschichte spannend. Captain Kirk und seine Männer sollen dem Klasse-M-Planeten Phaedus einen „Scannen und weg“-Kurzbesuch abstatten. Die dortigen Bewohner sind ungefähr auf dem technologischem Stand des Römischen Imperiums. Da bemerken sie ein hochfrequentes Energiefeld, über das die Bewohner nicht verfügen sollten. Kirk und Spock machen sich auf den Weg zum Planeten – und erleben ihr blaues Wunder. Das Heft endet mit einem wirklich bösen Cliffhanger, der neugierig auf die weitere Geschichte macht.

Mit „Super Dinosaur“ (Cross Cult) hat der umtriebige „The Walking Dead“-Erfinder Robert Kirkman eine neue Serie begonnen, die sich wirklich von seinen anderen Serien unterscheidet. Denn „Super Dinosaur“ ist für Kinder. Ein, so Kirkman, „Pixar-Film auf Papier“. Im Mittelpunkt steht Derek Dynamo. Der Elfjährige bezeichnet sich selbst, unbescheiden, als „grandios“ und er hat viele „coole“ Dinge. Sein Freund ist „Super Dinosaur“, ein drei Meter großer Tyrannosaurus Rex, der Video-Spiele liebt und ihm gegen Max Maximus, der die Welt erobern möchte, hilft. Während die ersten Seiten von dem Serienauftakt „Super Dinosaur“ noch wie eine kindlich-infantile Endlosklopperei wirken, wird es schon schnell ernster. Denn Dr. Dexter Dynamo, der Vater von Derek, verliert sein Gedächtnis und Derek will das vor ihm verheimlichen.

Gratis-Comic-Tag 2013 - BarracudaGratis-Comic-Tag 2013 - Der Narwal

Die in sich abgeschlossene Geschichte „96 Stunden“ (Epsilon) aus der inzwischen 13-teiligen „Rubine“-Serie von Boyan, Dragan de Lazare, Francois Walthéry und Mythic steht fest im frankobelgischen Comic und wer noch nichts von „Rubine“ gehört hat, dürfte anfangs etwas verwirrt sein. Denn die Autoren erzählen die Geschichte strikt chronologisch (ich hätte eine Rückblendenstruktur bevorzugt). Daher dauert es einige Zeit, bis die Polizistin Rubine von der Chicagoer Polizei ihren ersten Auftritt hat und der Fall mit der verschollenen Haushälterin des Bürgermeisters, die eine vor über zehn Jahren verurteilte Mörderin ist, ins Rollen kommt. Denn die Mörderin hat jetzt im Fernsehen den Mann, den sie ermordet haben soll, quicklebendig gesehen.

Gratis-Comic-Tag 2013 - The ChangerGratis-Comic-Tag 2013 - Welten des Schreckens

Und Weissblech Comics bringt mit drei Kurzcomics die „Welten des Schreckens“ mit einem entzückendem Monstercover zum Gratiscomictag. Um Monster geht es in „Jäger und Gejagte“ mit der Urzeit-Amazone Kala, die mit dem verletzten Tik-Tik und ihrem Echsenbruder Tyr vor einem Menschenfresserstamm flüchtet und auf ihrer Flucht einer riesigen Raubechse begegnen, die sie als Nachtisch betrachtet.

In „Krogans Buch“ geht es in eine Zukunft, die sich kaum von Kalas Urzeit-Welt unterscheidet, außer dass einige Menschen noch lesen können und in der verbotenen Zone solche Bücher sind. Gulbur macht sich auf den Weg.

Am besten gefiel mir in „Welten des Schreckens“ die in sich abgeschlossene Horrorgeschichte „Phantome im Paradies“, mit einer grandiosen Pointe, über seltsame Männer, die in einer von Grachten durchzogenen, am Wasser gelegenen Kleinstadt auftauchen.

Gratis-Comic-Tag 2013 - Malcolm MaxGratis-Comic-Tag 2013 - Resident Evil

Außerdem gibt es die Dystopie „Skull Party“ (Carlsen Comics/Manga!), „Donald Duck“ (Ehapa Comic Collection), „Hägar, der Schreckliche“ (Ehapa Comic Collection), „Resident Evil“ (Kazé), „Marvel Now“ (Panini Comics), „Before Watchmen: Rorschach“ (Panini Comics), den Beginn der Steampunk-Mystery-Serie „Malcolm Max“ (Splitter Verlag), die Dystopie „Hades Syndrom: Crossfire Teil 1“ (Thenextart) und von den neuen Verlagen Comics etc. und dani books „Piccolo Großband“ und Monster Allergy“.

Es gibt also einiges zu Entdecken. Hier gibt es einen Überblick über alle Gratis-Comics (da dürften auch einige künftige Sammlerstücke drunter sein) und hier erfahrt ihr, wo ihr einen oder mehrere der 300.000 Gratiscomics bekommt.


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